Digitalpass, Next Kosten-Grab der Twint-Pfuscher

50 Mio. aus Fenster geschmissen – UBS mit Mann von Vincenz-Buddy-Firma – Unheil-Allianz Banken und Bund.

UBS, CS, ZKB, Raiffeisen, Zurich, Six, SBB, Post, Swisscom – you name it: Alle reiben sich die Hände. Sie wittern den Durchbruch beim Digital-Pass.

Heute. Der Ständerat berät in wenigen Stunden das Gesetz. Kommt es durch, sind Finanzplatz und Bundesplatz ein Herz und eine Seele. Digital-Identität ahoi.

Dabei handelt es sich um den nächsten Flop jener Truppe, welche die Schweiz in die Neuzeit führen will. Diese hatte schon mit Twint, der Mobilzahl-Lösung, Schiffbruch erlitten.

Twint hat geschätzte 500 Millionen verschlungen; Stand heute. Gebracht hat es wenig. Bei Google Play sind die Download-Zahlen mager. CS: 10’000. St.Galler KB: 5’000. ZKB: 50’000.

Ladenhüter Twint: Ohne Tombola geht nichts (UBS)

Selbst die je 100’000 bei UBS, Postfinance und Raiffeisen verblassen. Twint ist gescheitert.

Who cares? Sagen jene, die das Debakel zu verantworten haben. Und schreiten weiter: zum elektronischen Pass.

Dort gibts breiten Widerstand wegen des Datenschutzes, wie die NZZ, der Tages-Anzeiger und die Republik sowie viele weitere Medien zuletzt berichteten.

Dass UBS, CS & Co. dank dem Schweizer Digital-Pass, kurz eID, wie wild Daten sammeln können, ist das Eine.

Das Andere sind die Kosten und die Chancen, sich gegen die globalen Riesen im Geschäft durchzusetzen.

Bei Twint war das unmöglich. Die Schweizer sind schlicht chancenlos gegen Apple Pay und die Angebote von weiteren IT-Molochen. Facebook steht zudem vor der Tür mit einer Bankenlizenz.

Bei der elektronischen ID zeichnet sich das nächste Waterloo ab. Dort wurden laut Insidern bis jetzt bereits 50 Millionen „verbraten“.

Sobald die Politik in Bern grünes Licht gibt, werden’s noch viel mehr. Ist ja egal. Bei SBB, Post, zum Teil Swisscom finanziert eh der Steuerzahler. Bei den Banken am Ende auch – Too Big To Fail lässt grüssen.

Was also läuft hier? Warum lässt sich das Land bereits zum zweiten Mal innert kurzer Zeit von der gleichen Truppe auf ein digitales Selbstmord-Kommando ein: nach Twint jetzt eID?

Die Antwort ist bei den Machern hinter der elektronischen Identitäts-“Karte“ und Twint zu suchen. Und deren Motiven.

Zum Vorschein kommen spezielle Liaisons, mit UBS-Chefs und einem Link zu einer IT-Firma, bei der ein Vincenz-Buddy eine Rolle gespielt hat.

Strippenzieher sind UBS-Digitalchef Andreas Kubli, ein Ex-McKinsey-Berater, und die Chefs von SwissSign Group. So heisst das Unternehmen, das den digitalen Pass der Schweiz vorantreibt.

Bei SwissSign gibt es einen operativen Chef: Markus Näf. Er schreibt sich auf der Homepage von SwissSign „Naef“ – amerikanisch.

Näf und Kubli gelten als Vertraute. Sie führen das Projekt eID an. Flankenschutz erhalten sie von ihren Chefs.

Und da wirds brisant.

Auf Seiten der SwissSign AG taucht auf dem Stuhl des Präsidenten des Verwaltungsrats ein Name auf, der zu reden geben könnte.

Die Rede ist von einem Manager und Unternehmer namens Thomas Flatt. Ein umtriebiger Schweizer Informatiker, von dem die Allgemeinheit kaum etwas wahrnimmt.

Neben dem VR-Präsidium bei SwissSign ist Flatt auch Präsident von SwissICT, dem Verband der IT-Firmen.

Zudem leitet er als Präsident die Swiss Digital Economy Award, die herausragende IT-Firmen und Startups auszeichnet.

All die Verbands- und Award-Ämter haben einen „sozialen“ Anstrich. Klingt gut.

Handfester, sprich monetärer, wirds bei Flatt, wenn man seine weiteren Mandate unter die Lupe nimmt.

Dabei sticht jenes bei Netcetera heraus. Dort sitzt Flatt im Verwaltungsrat. Und Netcetera ist spannend wegen dem Link zum engsten Vincenz-Buddy.

Beat Stocker, der Mann, der mit dem gefallenen Raiffeisen-Chef „heisse“ Deals gemacht haben soll.

Wie Vincenz ist auch Stocker einer der Verdächtigen im grossen Krimi der Zürcher Ermittler.

Stocker beteiligte sich vor Jahren an der damals rasch aufsteigenden Netcetera. Das ist eine Zürcher IT-Firma mit Fokus auf Weblösungen, inzwischen mit 500 Leuten auf der Payroll.

Stocker nahm Platz im VR und erhielt Aktien.

Flatt, um den es hier geht, weil er die SwissSign präsidiert und die den elektronischen Schweizer Pass lancieren will, hat sich laut einer Quelle ebenfalls an der Netcetera beteiligt.

Sicher ist: Seit 2014 gehört Flatt zum VR der Netcetera.

Die Netcetera – und hier schliesst sich der Kreis – ist bei der UBS-Informatik bevorzugte Lieferantin. Zusammen mit der Zürcher IT-Firma Adnovum.

Und was ist das Spezielle an der Adnovum?

Nun, sie gehörte Stefan Arn – bis Arn mächtiger Chef der UBS-Informatik wurde. Damit auch ist er auch enger Vertrauter von UBS-Digitalpapst Andreas Kubli.

Ein Klüngel von IT-Mächtigen mit Zentrum UBS. Sie treiben das Land mit Twint und eID in die digitale Sackgasse. Die Rechnung bezahlen am Ende Herr und Frau Schweizer.

Kommentare

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  1. Ich finde Twint absolut super!!!! Ich kaufe jeweils die Guthaben mit Bargeld zB auf der Post und benutze Twint hauptsächlich beim Online-shopping oder SBB. Hoffentlich verschwindet diese sichere Möglichkeit nicht bald wieder, ich will keine Anbindung von solchen Lösungen (als akzeptabler Ersatz von Bargeld in der digitalen Welt) an mein Bankkonto….deshalb: unbedingt twinten!!!

  2. Nicht zu vergessen die SuisseID und SwissID. Zwei weitere Versuche einer Digitalen Identität. Viele der im Artikel genannten Namen tauchen auch da wieder auf…

  3. TWINT ist eine Fehlgeburt, das behaupte ich schon seit Jahren. Von den Kosten wollen wir besser gar nicht Reden. CASH war auch einmsl so ein fail.

  4. Fair bleibt fair: Die dedizierte TWINT-App der SGKB ist gerade mal seit Ende Februar erhältlich. So betrachtet sind die DL-Zahlen im Vergleich zu anderen Banken gar nicht mal schlecht. Aber es schaut halt gut aus, gelletsie, Herr Hässig…

  5. Und die Schweizer müssen wieder mal das Rad neu erfinden. Schon heute gibt es ‚digitale IDs‘ (z.B. von Google, Microsoft) die sicher genug sind, dass man damit einkaufen, Bankgeschäfte tätigen, telefonieren, publizieren, abstimmen, wählen) kann. Was dort fehlt ist einzig die eindeutige Zuweisung und Identifikation eines Individuums. Wenn man diese Informationen zur Verfügung stellt und verifiziert, hat man das, was man wil. Kostet bestimmt nicht 50 Millionen. Banknoten druckt der Bund ja auch nicht selber, man könnte also auch hier Google oder Microsoft, oder einen anderen‌ Player beauftragen. Das Problem ist nicht, dass die eID privat gemanagt wird, sondern dass es im üblichen Helvetia-Filz unötig teuer gemacht wird, damit ein paar Eidgenossen sich daran bereichern können. Das die Lösung dann funktioniert ist fraglich. Wird wohl wie beim eVoting herauskommen: Natürlich ist es sicher, bis es jemand man wirklich testet…

  6. Solche niedrige Download Zahlen sind echt eine Katastrophe.
    Denn die Mehrheit der Benutzer installieren Apps nur zum Testen. Meistens werden solche wenig gebrauchte Apps dann vergessen oder gelöscht.
    Das heißt nicht, die Konkurrenten erfolgreicher sind, aber das sind globale Player, die in der Lage sind, Milliarden zu investieren.
    Die Twint, eine rein schweizerische Lösung, ist Mickey Mouse dagegen.

  7. ,Der Wurmfortsatz einer Totgeburt‘ : es ist ungeheuerlich und beinahe kriminell wie sich hier Seilschaften am „Digital -Business“ der Schweiz bereichern. Wenn der Ständerat auf diese Zauberlehrlinge hereinfällt – von wo ich ausgehe – wird das Referendum unausweichlich. Ein „ Friday’s for Future“ wird nicht genügen um diesen Scharlatanen das Blendwerk mit Milliardenschaden zu stoppen. Unsere manipulierten Räte sind gerade dabei die Schweizer Steuerzahler ein weiteres Mal von Halbseidenen ausnehmen zu lassen! Meilen, 5. Juni 2019

  8. Bei den Banken tragen also aufgrund von too big to fail die Steuerzahler alle Kosten? Deine unterschwellig eingebrachte Polemik wird von Tag zu Tag konfuser Luki…

  9. Digitalpass, Digitalgeld.. bald werden sie auch noch versuchen wollen die Menschen digital zu ernähren. Reisen wird bald nur noch digital möglich sein, am Computer. Weshalb soll man sich noch bewegen, wenn man alles Digital am Bildschirm sehen kann.
    Die wollen keine Menschen, sondern nur noch sogenannte Verbraucher und Konsum-Roboter um ihre digitalen Buchhaltungen und -.Statistiken zu füllen, und Kontrolle über die Menschen zu haben.
    Alles soll nur noch digital abgewickelt und kontrolliert werden, von der Geburt an, vom Pass zum Konto, Steueramt, Arzt, Schule, Bildung, Beruf…usw. wer macht was, wie, wo und warum.
    Weshalb sind sie geboren, können sie noch mehr Kreditzinsen bezahlen, was haben sie konsumiert, wann und wo und warum, wieviel Steuern haben sie bezahlt, wann werden sie sterben…,kann man ihnen vorher noch Organe einpflanzen, oder danach entnehmen, wenn sie krepiert sind?

    Es geht nur noch ums “Geld“.

    Sie können nur noch dann sich frei bewegen, wenn es ihnen erlaubt wird!
    Digitale Kontrollen und Zugänge überwachen alles.

    Die Menschen haben anscheinend immer noch nicht begriffen, dass die Erde nicht von irgendwelchen Staaten Politikern, Steuerbeamten, Bankern errichtet wurde und auch nicht diesen gehört; sondern die Erde wurde von Naturkräften erzeugt, und gehört allen Lebewesen zu gleichen Teilen, die darauf geboren wurden. Grundsätzlich hätte jeder Mensch das Recht auf Boden, um eigene Nahrungsmittel anpflanzen zu können, um sich selbst ernähren zu können. Und dies ohne einem Staat, oder Bankstern, Steuern und Zinsen abliefern zu müssen!!
    Was stattfindet ist Versklavung mittels Steuern und Zinsen. Die Gesetze wurden absichtlich so gemacht, das die Menschen nicht mehr frei leben können und mittels Zwangssystem abkassiert werden. Die Schweiz diese Firma “Genossenschaft“ namens “Eidgenossenschaft“ ist keine Ausnahme.

    Die Erdkugel gehört nicht einer Rasselbande bestehend aus Politikern, Bankern, Oligarchen und deren Staaten, die glauben, die Menschen mittels wertlosem Digitalgeld und digitaler Kontrolle, versklaven und unterdrücken zu müssen.

    Ich weigere mich all diesen Digitalschrott zu akzeptieren, und kann nur Jedem empfehlen, wenn sie Freiheit wollen, es gleich zu tun !

  10. Warten wir mal ab, was der Ständerat heute beschliessen wird. Gibt er sein Okay, dann gibt er auch gleich den Startschuss zum Referendum. Lassen wir das Stimmvolk entscheiden !

  11. Allen TWINT Gegnern ist es wohl lieber wenn ein e-Zahlungsmittel über amerikanische Firmen läuft. US-First lässt grüssen. Ein Klick auf Twitter und das System läuft bei allen die nicht spuren nicht mehr. Huawei lässt grüßen.
    Viel US Vernügen!

    • Wir hätten doch gerne eine schweizerische Alternative gehabt – bei Twint wurde aber dermassen schlecht am Markt, an den Kundenbedürfnissen und an der Technologie vorbeigearbeitet, dass wir nun (fast) ohne alles dastehen. Ein Startup wäre längst Konkurs gegangen. Das hat nichts mit Twint Gegner per se zu tun. Zuviel Geld, die falschen Leute, Überheblichkeit und Dilettanten am Werk. Und dann gegen Apple & Co antreten wollen …

  12. Ich finde Twint eigentlich ganz gut. Allerdings denke ich, dass die Macher von Twint ganz ganz schnell für eine grössere Marktdurchdringung sorgen müssen (über Coop und SBB hinaus) ansonsten werden sie von anderen, internationalen Playern wieder verdrängt.

  13. Netcetera, die scheizerische IT-Vorzeigefirma und mehr als der Hälfte des Personals in Skopje…hat tatsächlich einen „illustren“ Verwaltungsrat. Tut sich mit einer „erstandenen“ Software im Patienten-Dossier hervor. Damit steht sie gegen die Swisscom und die Post – welche beide mehr als CHF 70 Mio. in das EPD investiert haben – den Namen der Regionalbank, welche dabei das Zepter geführt hat, habe ich schon mehrfach erwähnt.
    Der Schaden beläuft sich nicht auf die von Post und Swisscom investierten 140 Mio. – der Schaden liegt bei den Nutzern, da die Netcetera keinen Schimmer von Spitälern etc hat sondern ein Feld gefunden hat, wo sie alle abkassieren können. Dies auf Kosten der Patienten und Steuerzahler.

  14. Diese digitale ID ist:

    Absolut nicht skalierbar
    Keine digitale ID per Definition (im Vergleich zu Singapore oder Estland z.b.)
    Ein weiterer Rohrkrepierer
    Ein Millionengrab
    Eine Beschäftigungstherapie
    Ein ElDorado für den Schweizer Klüngel

  15. Hochinteressante Zusammenhänge. Erstaunlich, wie sich das immer nahtlos zusammen fügt. Und immer wieder die gleichen Namen. So langsam wird mir auch klar, warum man für eine simple Anwendung wie TWINT solche Unsummen ausgeben „musste“.
    Danke an Hässig für die Aufdeckung dieses Klüngels.