Sleeping? New Präsident lähmt Julius Bär

Romeo Lacher müsste rasch Zürcher Privatbank zu neuem Leben erwecken – Stattdessen droht nächste Altlast – Aktie im Keller.

Romeo küsst Julia. Hier Julius, die Bär-Bank. Und Romeo? Der Lacher, frischer Präsident der wichtigsten Privatbank auf dem Platz Zürich.

Wer gedacht hat, Romeo Lacher komme, schaue und siege, der sieht sich getäuscht. Lacher schaut zwar – aber nur zu.

Feurig? Lacher (Bär)

Neuer CEO? Man hört nichts. Neue Strategie? Keine in Sicht. Frische Kräfte ganz oben? Nö.

Einzig die drei Prozent Beteiligung eines Staatsfonds aus Singapur sorgte kurz für Aufbruchstimmung. Doch die war rasch wieder vorbei.

Singapur-Push verpufft: BAER (Swissquote)

Die Aktie dümpelt. Genauer: Sie sinkt. Gestern Abend bei Handelsschluss lag der Bär-Titel noch knapp über 40 Franken.

Und das bei Börsen auf dem Höchst, bei Anlage-Liquidität, die überquillt, bei historisch besten Chancen für eine gute Beratungsbank.

Was aber macht Romeo? Am Schlafen?

Jedenfalls ist es still. Manchmal ist das die Ruhe vor dem Sturm. Vor dem Aufbruch. Vor dem grossen Wurf.

Bei Lacher gibts Zweifel. Der Mann ist ein Apparatschik. Ein braver Soldat, der sich zum Major hochgearbeitet hat. Dann wurde er Oberst. Und schliesslich Brigadier.

Nun ist er gar General. General Bär. Er muss in den Krieg, gegen Pictet, wo Piratenanführer Collardi angreift.

Oh je. Lacher gegen Collardi. Das gibt ein Blutbad. Gab es schon. Boris Collardi hat seiner Ex-Bank unzählige Berater abgeluchst. Middle East, Asien, Schweiz – you name it.

Lacher müsste dagegen halten. Dringend. Dazu bräuchte er einen Chef, einen Leader.

Keinen Hodler.

Bernhard Bernie. Der Nachfolger von Collardi. Auch er ein Verwalter. Einer, der administriert.

Ein zweiter Lacher.

Das Drama nimmt seinen Lauf. Bernie Hodler befeuert keinen. Da hilft auch die neue Brille nicht weiter.

Horn: Hodler

CEO Hodler ohne Dynamik, Präsident Lacher ohne Schwung. Derweil Pictet-Piratenchef Collardi seine Truppen antreibt und Kanonen abfeuert. Auf die Bär. Schiesst sie sturmreif.

Sie Szenerie verspricht wenig Gutes. Bei Julius Bär steht nichts weniger als die Eigenständigkeit auf dem Spiel.

Das Finanzhaus wird zur Beute. CS, UBS, vielleicht auch ein Grosser im Ausland: Sie alle machen Planspiele mit Bär als Kaufobjekt.

Als ob die Lage nicht schon düster genug wäre, taucht jetzt auch noch die nächste Altlast auf; dies nach allem, was schon auf dem Tisch ist: Brasilien, Venezuela, Fifa, Russen, Vincenz.

Die deutsche „Wirtschaftswoche“ bringt heute eine grosse Story über die Luxemburger Finanzboutique Lombard, die bei der amerikanischen Blackstone gelandet ist. Lombard sitzt auf Verträgen mit Kunden, die „eine nicht heilbare Nichtigkeit“ hätten, wird ein deutscher Anlegeranwalt zitiert.

Bär dabei: Wirtschaftswoche

Der Schaden soll weit über 100 Millionen liegen. Banken von Bär bis UBS und HSBC seien betroffen, weil sie mit Lombard zusammen arbeiteten.

Bär ist besonders gefordert, weil die Bank in Luxemburg den dortigen Commerzbank-Ableger für total 100 Millionen Euro erworben hatte. Die CoBa Luxemburg und die Lombard bildeten lange ein enges Gespann.

Bär betont, dass die CoBa ihre Luxemburg-Altlasten gelöst habe, bevor die Schweizer im 2016 den Deal vollzogen hätten.

Laut einem Insider ist der Fall Lombard und Luxemburg für Bär aber nicht ausgestanden. Sicher ist: Es hört nicht auf mit Rechtsfällen aus der Vergangenheit bei der angeschlagenen Nummer 1 unter den Privatbanken.

Kommentare

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  1. Ich habe Romeo Lacher als integren und klugen Menschen kennengelernt. Im Gegensatz zu vielen anderen geht es ihm stets um die Sache. Politik verabscheut er ebenso wie Vetterliwirtschaft.

    Gerade deshalb wird er kaum mit kurzfristigen Schnellschüssen punkten wollen. Im Gegensatz zu den vielen geschniegelten Blendern dieser Branche wird er zuerst überlegen und dann handeln. Das dann aber konsequent und mit Wirkung.

    • Lieber Banker
      Vetterliwirtschaft war bei der SIX seine Stärke.
      Mit grosser Wahrscheinlichkeit kannst du als Banker gar nicht mit sprechen. Ihr Banker neigt euch dem ENDE zu.

  2. Romeo Lacher ist ein CS Grossbank Apparatschik – er kennt ja nichts anderes.

    Er gehört aber sicherlich zu der besseren Sorte – es gibt bei CS deutlich üblere Ausprägungen.

  3. Lieber Herr Hässig,
    es ist einfacher, wenn Sie die Person(en) von Bär nennen, die eine Ahnung vom Job haben.
    Da bleiben nicht mehr viele 🤔

    • Ganz genau! Eine Bank bei der immer noch Daniel Aegerter ( CH Business an die Wand gefahren, Infidar /WMP mit 3 Milliarden Assets zerstört, arbeitet, sollte man die Aktie shorten. Aegerter ist einer der unangenehmsten Menschen in der Zürcher Bank Scene.

    • die frage dürfte eher lauten, gibt es noch bankaktien die in zukunft nicht noch tiefer in den keller fallen?

      ich würde behaupten nein weil sich zukünftige kunden je länger je weniger bereit sind sich abzocken lassen und die millionensaläre zu finanzieren denen kein mehrwert dagegen steht!

      mehrwert schaffen je länger je mehr die fintechs. am besten bereits bei zahlungsabwicklern zu beobachten deren umsätze steigen während die kosten für die kunden fallen und/oder dienstleistungen den kundenbedürfnissen angepasst werden.

    • @ stefan meier
      die Grossbanken interssieren sich nicht fuer Kunden die bei Portalen wie Swissquote, N26 etc ein Konto eroeffnen. Sie ziehlen die die Superreichen UHNWI Kunden an, die nie ein grossen Teil ihres Vermoegen bei diesen Fintech Buden bringen werden. Ich denke eher, das all diese Retailkunden, die zu den Fintech Instituten gehen, den Grossbanken einen gefallen machen. Schlechter Service fuer den Retail und viel zu hohe Kosten verrechnen, damit man diese auch schoen loswerden kann.

    • die ist bald unter 10 da kann man immer noch Steuern sparen die gehen noch tiefer. Die Regionalbanken und Kantonalbanken sind alle top.

  4. Der war schon bei SIX ein Lacher und wird bei Julius auch ein Lacher sein.
    Still stehen und weiter lachen bis es nichts mehr zum lachen gibt.

    • Nomen est omen, oder so ähnlich!
      War schon bei CS im Backoffice eine Schande und wütete, bis nichts mehr ging. Ein Mackie aus dem Schulbuch halt!

  5. JB ein weiteres „totes Pferd“ auf dem Finanzplatz dem Fintechs den Rang ablaufen und die Kunden davon laufen werden. Im Moment funktioniert noch die Gebührenabzocke ohne wirkliche Leistung bei der alteingesessenen Kundschaft noch. Nur diese Kunden bzw. spätestens die Nachfolgegeneration werden flexible, kostenbewusster und mobiler. Es gibt bereits heute keinen Grund mehr an JB als Bankbeziehung festzuhalten, dennoch hat man noch den Eindruck, wie „exklusiv“ die Bankadresse JB sei. Diese Arroganz wird von einer neuen ‚Fintech‘-affinen Generation früher als angenommen noch bestraft. Das sollte auch den Aktionären bewusst werden, das ‚Old Banking‘ ist auf dem Sterbebett! Da hilft es auch nichts ein paar junge Banker anzustellen um sich einen modernen Touch zu verleihen.