Angriff auf CS-Division des geflüchteten Khan

Grossteam mit Italo-Beratern laut Medien zu Deutsche Bank – Weitere auf Sprung? Khan zu hoch hinaus.

Der Abgang von Iqbal Khan bei der Credit Suisse entzweit die Lager. Seine Fans im Private Banking des Multis trauern ihm nach, seine Kritiker prophezeien Einbrüche.

Letztere erhalten heute Auftrieb. Die Financial Times meldet den Wechsel von 13 Italo-Bankern von der CS zur Deutsche Bank. Die beiden Häuser halten sich bedeckt.

Kommt der Transfer, dann wirft er zwei Fragen auf. Warum verlassen die CS-Banker das Schiff der Schweizer gerade jetzt? Und warum wechseln sie ausgerechnet zur Deutschen Bank?

Angriff eines Torkelnden: Deutsche Bank (FT)

Die Frankfurter bauen fast 20’000 Stellen ab und sind im Private Banking abgeschlagen. ZeroHedge, ein weltweiter Finanzblog, schreibt von einem Bank Run. „Deutsche Bank Clients Are Pulling $1 Billion A Day“.

Warum also wechseln, von der „sicheren“ CS zur „unsicheren“ Deutsche Bank?

Die Antwort muss man im International Wealth Management suchen – und dort in den letzten dreieinhalb Jahren unter der Führung von Iqbal Khan.

Khan steigerte den Gewinn vor Steuern in seinem Königreich von 1,1 Milliarden im 2016 auf 1,7 Milliarden im 2018.

Im Teilbereich Private Banking, also ohne das Asset Management, sieht sein Leistungsausweis noch besser aus.

Die Nettomarge, was also die CS im Geschäft mit ihren reichen Kunden effektiv verdient, schoss dort hoch: von 28 auf 36 Basispunkte.

Sprich 0,36 Prozent Einnahmen auf die verwalteten Vermögen. Die doppelt so grosse UBS dümpelt bei unter 20 Basispunkten.

Und schliesslich die Höhe der Assets under Management. Sie erhöhten sich unter Khans Führung von 2016 bis 2018 von 300 Milliarden auf 368 Milliarden Franken.

Mehr Reiche, mehr Gelder, mehr Einnahmen – so die Rechnung. Dafür wurde Khan von seinem Chef, CEO Tidjane Thiam, stets besonders gelobt.

Khan, der Grösste?

Oder war vieles auf Sand gebaut? Merkte Khan, dass er nun rasch wegmusste, entweder ganz nach oben, oder dann ganz nach draussen?

Die Nachricht von heute mit dem Massenabgang der Italo-Banker zur Deutschen Bank wirft diese Frage auf. Nach Chef Khan springen nun auch seine Kundenberater von Bord.

Schon früher gab es Hinweise, dass Khan zu forsch ans Werk geht. Er trieb seine Chefs in Middle East und in Russland immer weiter an, um noch mehr neue Kunden und noch mehr neue Gelder an Land zu ziehen.

Die liessen sich das nicht zwei Mal sagen. Das Net New Money sprudelte – und damit auch ihr eigener Bonus.

Im Russland-Geschäft wurde ein Chef zum Thema, der kaum Berührungsängste kannte zu Kunden, die in Zukunft der CS das Leben schwermachen könnten.

Das erstaunte umso mehr, als die CS mitten in einer Schlacht mit einem Ex-Premier von Georgien steckt. Da geht es um Betrug eines CS-Bankers in Genf, und der Georgier will nun von der CS seine Millionen zurück.

In Mosambik steht die CS wegen eines Milliardenkredits am globalen Pranger. Hunderte von Millionen versickerten bei Despoten des Afrika-Lands.

Trotz diesen und weiteren Fällen gab Khan die Devise aus, überall zu attackieren. Seine Zahlen zeigten: Das hat funktioniert.

Und jetzt? War vieles ein Kartenhaus?

Kommentare

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  1. Die CS Mitarbeiter schnallen immer noch nicht wie sehr wie sie verarschen. Die 1030 Risk Takers und Einkommensmillionäre können kaum noch dreckiger lachen. Vor den Sommerferien habe ich alle Einkommensmillionäre angewiesen, sich unbedingt überschwänglich bei den Mitarbeitern zu bedanken für ihre super Arbeit. Wir werden weiter ihre Boni streichen und die Saläre runterdrücken.
    Wer motzt wird gerifft, denkt dran.
    Schöne Ferien, Arbeitstiere

  2. Die CS (Credit Swindle) ist längst keine CH Bank mehr. Genau so wie die UBS (United Bank of Swindlers). Man merkt gut, dass der ehemalige business plan nicht mehr geht: Reichen zu beraten, wie man Steuern spart – vorsichtig ausgedrückt.

  3. Die HZ schreibt grad von Family Office im Aufwind. Diese CS-Übung hier ist ein schönes Beispiel warum dem so sei …

  4. Früher betreuten die Chefs die grössten Kunden selber, heute wissen die Chefs nicht einmal mehr was ein Kunde ist, da sie sich nur mit PowerPoint-Präsentationen beschäftigen. Und da liegt das grosse Problem, denn all diese HSG und Co. Manager haben keine Ahnung, was wirklich an der Basis passiert. Die Deutsche Bank hat es richtig gemacht und einen echten Banker an die Spitze gesetzt. Bei der CS sitzt einer zuoberst, der keine Ahnung vom Banking hat und auch unsere Kultur nicht kennt. Bald wird es heissen: „Credit Suisse, a decision of Deutsche Bank Group“

  5. Tja, als externe Beobachter kann man nur Kopf schùtteln: die Zahlen vor allem für Margen können nicht stimmen…dazu kommt noch, dass gerade nach Meister waren die Divisionen anders Strukturiert und es gab ein Teil der Ch – IB zu diese Division, was dann die gesamtzahlen erklären können. Sonst keine Vergleich möglich….Die Gesamtzahlen eben sprechen eine andere Sprache als diese “ fittive“ Darstellung…am ende die Aktie ist stark gesunken, was nicht eben für so gute Zahlen und ‚ sicherheit‘ spricht,…déjà vue…
    Von Blendern gibt voll die Welt, aber nur die besten überleben…wie Federer in Tennis: es spielt keine Rolle das Alter, Klasse ist immer Klasse!🤣😆

  6. Nein die Welt geht zum Glück (noch) nicht unter. Aber für aussenstehende Beobachter die in ihrer Erziehung Werte wie „Bescheidenheit“ und „Demut“ mitbekommen haben ist es immer wieder erstaunlich wie die „Finanzgauner“ in Zürich ticken – eben anders und zwischendurch fallen sie auf ihr grosses Maul ! Ich vermute, dass die Party auch „dort“ irgendwann zu Ende ist !

  7. Super Strategie, Amici: Jetzt zur „Deutsche“ hüpfen, in zwei Jahren die (unrealistischen) Ziele verfehlen, dann Leiterli weiter abwärts rutschen zur nächstschlechteren Bank. Buon viaggio!

  8. Marsch von einem Loser zum andern Loser.
    Oder Personalabbau auf natürlichem Weg.
    Darüber ist niemand traurig.

  9. Mosambik ist in der Investment Bank. Hat nichts mit IWM zu tun.

    LH hat wohl was gegen IWM. Ja IWM delivered wie man so sagt.

  10. „New Net Money“. Die wahre Essenz des Schweizer bankings, ach was, der Schweizer Wirtschaftslogik insgesamt, und zwar alles: Schwarz, weiss, crypto, d’oro, tutto. Der Fall Khan steht da pars-pro-toto für hunderte, ja tausende. Von mir aus hätte es auch etwas weniger Wachstum und Konzentration getan in den letzten Jahrzehnten und ein etwas bünzligeres Qualitätsbankung mit insgesamt weniger Personal und Risiken. Wenn der Markt wächst, dann eben Preise hoch, statt die Hefe für den Kuchen füttern.

  11. Das «International Wealth Management» von CS (Georgien, Mosambik u.a.) und DB («Russian Laundromat»; interne Risiko-Verschiebung der Trump-Kredite!) hat es eben «faustdick hinter den Ohren»!

  12. de Sanctis weg. Khan weg.

    Thiam bleibt????

    Aktienkurs bald CHF 8.00 Wert.

    Danke Herr Thiam, das haben wirklich gut gemacht. Bravo!

    • Sie wollen hier nicht wirklich Khan mit de Sanctis vergleichen! Oder doch? De Sanctis ist nun wirklich allerunterste Schublade. Nicht nur, dass er GRUNDSAETZLICH text messages tippt, wahrend er mit Unterstellten ’spricht‘, er rechtfertigt dies sogar. Er kann das. Zuhören und tippen. Und er hat halt wenig Zeit. Mit einigem Abstand der arroganteste Typ, den ich je gesehen habe. Und ich habe da einige erlebt (Berchtold, Meister, Thomas-Graham, Varnholt, Lacher, Abele, de Ferrari, Wisendanger etc.). Manche wirklich gut, die meisten absolute Null-Nummern.
      Da ist Khan dann schon ein anderes Kaliber. Auch narzisstisch angehaucht. Aber definitiv wesentlich angenehmer im Umgang. Und erfolgreicher von den Zahlen her.
      Wo ich uebereinstimme, der CS Laden ist ein Disaster. Unglaublich, was da abgeht. Moeglichst schnell die Taschen vollmachen, man hat es ja verdient. Strong sell. Ich hoffe auf eine Übernahme.

  13. Zu IK will ich mich nicht äussern. Fakt ist aber, dass auftauchende Altlasten noch nie (ja, auch nicht bei Ospel) Konsequenzen für die verantwortlichen Manager hatten. Keine Boni-Rückforderungen, Gefängnis stand nicht mal zu Debatte etc.!
    So kann man sich Gedanken zur Finma und zur Bundesanwaltschaft und deren „Schlagkraft“ machen…

    • @Pinocchio: Khan ist wie alle anderen Manager in der Bankenwelt. Irgend etwas studiert, noch nie einen Kunden getroffen und rennt mit PowerPoint-Präsentationen durch die Welt.

    • @Pinocchio:
      ja genau, dies ist die eidgenössische Blaupause des washingtoner Deep State. Wenn es Trump tatsächlich schaffen sollte, den elenden Sumpf im Deep State trocken zu legen, werden auch bei uns ein paar Schäfer einen Kopf kürzer gemacht werden…

  14. Seelenlose CS Söldner Manager, welche kommen und gehen.

    Abschreckende CS Grossbank Kultur, welche nicht zur Schweiz passt.

  15. Bei DB ZH wohnt derzeit Herr Claudio de Sanctis (ex UBS, CS).
    Seine UBS Ex Gefährten sind „provisorisch“ bei CS geblieben.
    Eine Seilschaft zur DB ist nun in Sicht.
    Zurzeit brachte die Mannschaft keine (wiederhole, keine) Kunden an CS.
    Auf italienisch: l‘ armata Brancaleone !

  16. “ Warum verlassen die CS-Banker das Schiff der Schweizer gerade jetzt? Und warum wechseln sie ausgerechnet zur Deutschen Bank?“

    Weils TT nicht kann. Nicht schwierig…