Katastrophen-Storys: Ermotti wechselt PR-Boss

UBS-Kommunikationschef flüchtet zu Pictet – Krieg gegen Medien endet im Desaster – Ermotti braucht zum 3. Mal neuen Mann.

Die UBS und ihr Chef Sergio Ermotti haben dieses Jahr den Medien den Krieg erklärt. Dies ohne Basis: Die Storys erwiesen sich als richtig.

Nun geht der Mann, der an den Medien-Events der Bank neben Ermotti sass und dessen Auftritte in der Öffentlichkeit steuerte, überraschend von Bord – direkt zur Pictet, wie Finews meldet.

Ein Rückschritt für Hubertus Kuelps, wie der UBS Group Managing Director mit Gehalt von 1 Million plus im Jahr heisst. Vielleicht verdient er gut bei der Pictet, doch die ist ein „Zwerg“ im Vergleich.

Kuelps war bereits der zweite PR-Boss von Ermotti in dessen Ära. Zuvor hatte Michael Willi das Kommando. Der flog raus – heute lenkt er die globale Novartis-Kommunikation.

Willi, Kuelps, jetzt ein Neuer: Ermotti wechselt seine PR-Chefs am Laufband. So wie die anderen Häuptlinge. Martin Blessing blieb kaum 3 Jahre, Andrea Orcel flüchtete ebenfalls vorzeitig.

Ermotti kann Kuelps die Schuld geben für ein Desaster sondergleichen. Die UBS geriet fast aus dem Nichts ins Zentrum der Medien-Aufmerksamkeit.

Sie, die Nummer 1 des Landes, die lange einen Vorsprung auf die Konkurrenz hatte, löste die CS als Schlagzeilen-Lieferantin ab.

Wer ist schuld? Kuelps, der Medienmann? Oder Ermotti, der Oberchef?

The Man behind: Kuelps (Horn), Ermotti (IP)

Kuelps wechselte praktisch das ganze Team aus. Er polierte die Marke UBS, lancierte eine weltweite Werbekampagne.

Das brachte ihm lange gute Noten. Anfang 2019 begann die Krise. Das deutsche ManagerMagazin berichtete, dass Martin Blessing, der vermeintliche Ermotti-Nachfolger, rausfliegen könnte.

Hintergrund sei ein Machtkampf zwischen Präsident Axel Weber und CEO Sergio Ermotti.

Die UBS und Ermotti gingen auf die Barrikaden. In einem seiner ersten Twitter-Sprüche haute Ermotti auf das deutsche Medium. Es folgten Klagen, die Hubertus Kuelps vorantrieb.

„Unacceptable approach to create headlines“: Ermotti (Twitter)

Am Ende schaute eine Gegendarstellung heraus.

Zur gleichen Zeit: Bloomberg und dann weitere Medien berichteten von der externen Suche der UBS nach möglichen Nachfolgern für Ermotti. Der dementierte an der Jahrespressekonferenz Ende Januar. Laut, unmissverständlich.

Alles Bullshit.

Schliesslich im Juli der Frontalangriff auf den Bankenjournalisten der Financial Times, erneut via Twitter, diesmal im Namen der UBS.

Das heisst: Kommunikationschef Hubertus Kuelps trug offiziell die Verantwortung für die Attacke auf die Weltzeitung.

FT betreibe Kampagne gegen UBS – so die Bankzentrale aus Zürich.

„Agenda journalism?“ UBS gegen FT (Twitter)

Drei Mal Lenkrakete gegen Big Media, drei Mal die Botschaft, wir lassen uns das nicht bieten. Was schaute heraus?

Nichts. Im Gegenteil: Die UBS musste zurückkrebsen.

Während im Fall des ManagerMagazins immerhin noch eine Gegendarstellung kam, zeigte sich beim Furor von Ermotti rund um die Nachfolge, dass die UBS eben doch auf externer Suche war.

Kürzlich hat sie Iqbal Khan von der CS an Bord geholt – und Ermotti himself sagte der NZZ, dass Khan ein Papabile für seinen Stuhl sei.

„Ich glaube, wir haben mindestens drei gute interne Kandidaten, und wenn jemand das Kerngeschäft als Co-Chef führt, liegt es auf der Hand, dass diese Person auch das Potenzial haben sollte“, sagte der UBS-CEO im NZZ-Interview.

Ganz arg hat es die UBS beim Raketenabschuss gegen die FT erwischt. Dieser Schuss ging nach hinten los – voll.

Die UBS hat ihre Twitter-Schelte gegen das Wirtschaftsblatt inzwischen sang- und klanglos aus dem Netz gelöscht.

Drei Fälle, drei Macho-Angriffe auf Medien, drei Pleiten: Statt dass die UBS-Spitzenetage sich ums Geschäft und den Aktienkurs kümmert, reisst sie einen Streit im öffentlichen Raum vom Zaun, der ihr schadet.

Nun verschwindet der Mann, der offiziell dafür verantwortlich ist: Kommunikationschef Kuelps. War es seine Idee, so auf die Medien loszugehen?

Oder war Kuelps nur His Master’s Voice, stellte er Journalisten in den Senkel, weil sein Chef Ermotti dies von ihm verlangte?

Sicher ist: Die UBS hat eine miserable Falle gemacht mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit der letzten Monaten. Am schlimmsten war Paris: Dort schoss die Bank auf Richter und Land. Das aber war definitiv nicht Kuelps. Sondern Sergio Ermotti.

Kommentare

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  1. Deutschland das Land der grossen Dichter, Denker, Banker und PR-Fachkräfte.
    Bei den Politikern hatten sie etwas weniger Talente…

  2. All diese gierigen Banker tun mit echt leid.Sie ringen derart um Gewinn etc.Sie kennen nicht einmal das einfachste Rezept um 700% oder sogar 1400% Rendite zu erzielen, pro Saison, nicht pro Jahr. Ich hab es nicht geglaubt und halt ausprobiert. Es stimmt und ist so einfach.Ein kleiner Kartoffelacker genügt um den Beweis anzutreten. Pro gesetzte Kartoffel gibt es sieben neue Kartoffeln.Also 700%.Einverstanden?Da man aber keine ganze Kartoffel in den Boden setzt, eine halbe genügt,daher 1400% Rendite. Sie können mich Lügner nennen, wenn es nicht stimmt.Aber es braucht schon ein bisschen Arbeit mit der Stechgabel.Viel Vergnügen.

  3. Die Donovan/Scweingate-Affäre geht auch auf sein Konto und das hat UBS Mrd in China gekostet! Dieser Wechsel war schon längst überfällig. Mit den PR-/ Marketing-Erfolgen von UBS hat er selbst wenig zu tun. Er war der CEO-Mann in der Kommunikation und hat dort kräftig abgebaut und wichtige Ressorts nach Polen ausgelagert um den brutalen Sparplan einzuhalten. Kein Wunder, dass es immer wieder zu Pannen in der UBS-Kommunikation kam. Wenn man am falschen Ende spart… Jetzt muss sein Nachfolger den Scherbenhaufen aufräumen und die Kommunikationssparte neu ausrichten.

  4. Herr Hässig
    Wie ist das zu verstehen, dass wenn auch kritische aber anständig verfasste Meldungen nicht anzeigen? Ich hoffe nicht, dass sie nur für IP genehme Kommentare annehmen

  5. Was wollen sie schon wieder
    Ändert die Führung nichts ist alles schlecht.
    Ändert sie was ist alles schlecht

    Vorschlag an den IP Chef:
    Bieten sie sich an, denn sie wissen immer alles besser

    • Sie scheinen einer dieser vezweifelten UBS Mitarbeiter zu sein.Arbeiten Sie lieber für ihre Kunden, statt hier Unsinn zu kommunizieren. Hässig ist Juounalist und nicht Banker, falls sie das nicht mitbekommen haben. Weiter so Herr Hässig, sie bringen die Banker im kühlen Herbst zum schwitzen.

    • Hat er das wirklich getan? wenn dem so ist, dann ist Kuelps ja noch viel schlechter als ich ursprunglich angenommen hatte. Jeder liest IP in der Finanzindustrie aber wie in China Seiten zu sperren, ist wahrhaft hilflos. UBS tut gut daran, solche Dinos in die „Freiheit“ zu entlassen und ambitionierte Andere einzustellen. Ich frage mich aber laufed, was eigentlich, die von den Medien in dem Himmel gelobte externe PR-Agentur Lemongrass, für die Bank wirklich tut. Bisher habe ich von intern immer erfahren. Die stellen hohe Rechnungen aber liefern wenig bis nichts. Das von zwei unabhängigen Stellen im UBS Konzern. Da müsste Ermotti vielleicht auch mal genauer nach den Erfolgen schauen oder interessiert es ihn schlichtweg nicht?

  6. Sorry, aber der deutsche Kommunikationsfuzzie Külps wird überschätzt. Jetzt wechselt er die Büroadresse – so what? Die UBS wird ihn einfach ersetzen und gut ist. Auf den Geschäftsgang der einen oder anderen Bank hat das keinen Einfluss.

    • Muss Ihnen leider zustimmen. Geht einer, kommt irgendein anderer, der nicht mehr schafft, als der Vorgänger. Warum kommt die UBS nicht aus diesen Negativschlagzeilen raus? Weil die Führung der Bank nichts von PR versteht und glaubt, dass sie selbst die Lösungen bringen. Leider ein Fehler.

      Lustig aber ist, dass der ehem. Komm.Chef der UBS schweiz P.H., auch ehem. Chefredaktor des Tagis, von der Bank wegen nicht-Erfolg entlassen wurde und jetzt sitzt der Entlassene in der ext. Agentur, die genau diese Bank berät. Kein vernünftiger Unternehmer würde sowas zulassen. Bankmanager schon, weil es ja nicht ihr Unternehmen ist. So läuft das leider in der Praxis. Innovation null.

  7. #FINanzMArktmafia #UBS zumindest muss er nicht mehr die Geschichten von @UBS_CEO Ermotti kommunizieren — Das Duo Weber/Ermotti verstanden es ja sehr gut dem aufpolierten Image innert Kürze böse Kratzer zu versetzen!

    UBS – je länger je mehr eine Bank ohne Reputation!

  8. Ich will das mal aus PR-Sicht etwas von aussen betrachten:

    Die UBS hat eine riesige Kommunikationsmannschaft und zudem die offenbar führende PR-Agentur der Schweiz, die als externe für die Bank kommunizieren.

    Die internen Leute dürfen nur abarbeiten und beraten die Chefs nicht, wie es richtie PR-Leute tun würden. Auch die externe Agentur scheint keinen Einfluss auf die kommunikativen Geschickte Ermottis und der Bank zu haben.

    Den Ruf der UBS zu verbessern geht leider nur, wenn ein externer einen gewissen Einfluss auf den CEO hat und der dann vorgeschlagene Massnahmen bewilligen muss. Versteht der CEO nichts von PR, kann die beste Agentur nichts ausrichten.

    Die kreativen Inputs müssen eigentlich von der ext. Agentur kommen und intern werden diese dann verarbeitet. Das scheint bei der UBS seit Jahren nicht zu funktionieren. Mit guter PR hat das ganze Handeln der UBS leider nichts zu tun.

    Je verschlossener und intransparenter sich die Bankleitung gibt, desto motivierter sind gute Journalisten, die Fehler bei der Bank zu finden und aufzudecken. Gute PR Leute führen die CEOs durch stürmische Zeiten und helfen ihnen durch Input von aussen, nicht in die Fettnäpfchen zu treten. Das gelingt natürlich nicht immer, muss man fairerweise sagen.

    Interne Kommunikationsleute müssen immer aufpassen, was sie empfehlen, sonst ist der Job ganz schnell weg. Ist übrigens in den meisten Konzernen dasselbe. Je grösser das Unternehmen, desto zurückhaltender sind die eigenen Komm.Mitarbeiter.

    Die UBS könnte jetzt, in Zeiten von Negativzinsen, ein Zeichen für alle kleinen und mittelgrossen Kunden setzen und diese Zinsen nicht auf die Kunden abwälzen. Solange das Management solch horrende Löhne und Boni bezieht, wäre das ein intelligentes Instrument, um sich bei den Kunden für das Vertrauen zu bedanken. Das wäre eine sagenhafte Massnahme, die der Markt aber besonders die Kunden positiv aufnehmen würden.

    Aber solange das Management sich selbst belohnt und die Kunden zunehmend bestraft, wird sich der Ruf der Bank kaum ändern und Ermotti wird auch in Zukunft sehr viel Negativberichterstattung über sich und die Bank lesen müssen. Der CEO kann es ändern aber er muss es wirklich wollen. Ermotti will seit Jahren ganz offensichtlich nicht.

    • Sehr einverstanden!
      Die internen Kommunikationsfachleute müssen die Rolle des Hofnarren spielen (können)! Wenn sie sich wegducken und nur noch Hofschranzen der KL und CEO sind, haben wir das Resultat – wie figura (UBS) zeigt!

  9. UBS und Ringier sind doch miteinander verbandelt. Warum nicht die BLICK Praktikantenschule mit der UBS Kommunikation vertrauen? Wäre doch sinnvoll diese Synergien zu nutzen!

    • UBS usw., was soll es,die CH-Banken haben sich mit ihren Bilanzsummen im Verhältnis zu einem gesunden tragfähigen Bruttovolumen der Schweizer Volkswirtschaft längst masslos übernommen.Das wird zum bitteren Ende ein verdammt teuerer Spass.Die Schweiz hat sich längst in den Brutto-Volumina,Finanz und Realwirtschaftstechnisch
      masslos übernommen, DIE Volumina sind auf längere sicht ohne wenn und aber NICHT zu halten.Na ja ,,explodierende,, Volumina bei gleichzeitig sinkender Produktivität ,,je jeweiligen Einheiten,, allen voran
      Pro-Kopf, DAS kann und wird nicht aufgehen.
      Ringier, CH-Medien zumindest die grossen, hmmm es gibt lustigere Lachnummern. Tja war einmal die Schweizer- Medien, ganz oben gehörte mal mit, zum Besten das es gab.Da ist man innzwischen schon fast ,,glücklich,, das auch etwas ,,Bodengras,, wie IP zwischen dem
      wuchernden ,,verholzten Altgras,, aufkeimt.

  10. Dutzende fähiger Leute verlassen das sinkende Schiff. Es ist schon bedenklich, dass die UBS zwar Personal abbauen will, dies nur zögerlich tut, dazu aber die Mitarbeiter mit Marktwert von selber gehen.

    • Rülps? Ach so, Külps. Ja dann. Ein PR Heini, der Corporate Bullshit verbreitet. Auswechselbar, wie alle seine Kollegen in der UBS und in anderen Grossfirmen auch …