Der Anwalt, ein Stümper?

Sunrise-Kapitän und Ex-UBS-Mann Peter Kurer will UPC kaufen – In US-Offenlegung findet sich Brisantes zum Milliardendeal.

Für Peter Kurer wäre es der Deal seines Lebens: einer der grössten M&A in der Schweizer Geschichte.

Wenn die Telco-Firma Sunrise den Kabelnetzanbieter UPC für 6,3 Milliarden Franken kaufen würde. Diese Summe soll Sunrise durch eine Kapitalaufnahme und durch Schulden aufbringen.

Kurer will diesen Deal, koste es, was es wolle. Als der mit einem Viertel an Sunrise beteiligte deutsche Telco-Konzern Freenet Bedenken anmeldete, ging Kurer kühn in die Offensive und setzte die beiden Verwaltungsräte von Freenet bei Sunrise kurzerhand vor die Tür.

Als sich zunehmender Gegenwind entfaltete, weil die gigantische Kapitalaufnahme von 4,1 Milliarden Franken die Sunrise-Aktie nicht nur verwässern, sondern geradezu verflüssigen würde, senkte Kurer den Betrag auf nur mehr 2,8 Milliarden, bei entsprechend höherer Schuldenaufnahme.

Für teures Geld, für das Geld der Aktionäre, liess Kurer eine Fairness-Opinion herstellen, also eine Bewertung des Kaufs, die überraschenderweise im Sinne des Auftraggebers ergab, dass der Kauf eine tolle Sache sei.

Dann schob er noch ein „White Paper“ des ehemaligen Direktors des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) hinterher, mit dem der Direktor seine ehemalige Position versilberte und, Überraschung, auch zum Schluss kam, dass der Kauf eine tolle Sache sei.

Dann scharte Kurer eine Phalanx von Banken um sich, darunter die Deutsche Bank, die UBS und Morgan Stanley, die angesichts der zu erwartenden Fees – Kommissionen und Gebühren – in einem Nullzinsumfeld und einem Volumen von über 6 Milliarden, das mag nicht überraschen, den Kauf eine tolle Sache finden.

Nie mehr Grounding: Anwalt im Swisssair-Movie (Youtube)

Der 70-jährige Kurer möchte sich mit diesem Deal ein Denkmal setzen. Nicht mehr der Versager Kurer, als Kurzzeit-CEO der UBS, nicht mehr der Bösewicht im Film „Grounding“ über das Ende der Swissair.

Auch nicht mehr bestenfalls der zweite Mann im Hintergrund. Sondern der Unternehmer Kurer, der Visionär, bei den Big Boys angekommen, selber einer. Der grosse Unternehmer reitet in den Sonnenuntergang, mit Sunrise.

Aber wenn – ausser dem 25-Prozent-Aktionär Freenet und ein paar weiteren Shareholdern – doch alle den Deal toll finden, ist er denn nicht toll?

Nicht wirklich.

Im Wesentlichen aus zwei Gründen. Der erste ist technischer Natur. Vielerorts in Europa versuchen Telecom-Konzerne, ihre Kabelnetze abzustossen. Denn es wird immer deutlicher, dass nicht nur Glasfaser, sondern auch 5G Kupferkabel alt aussehen lassen.

Wieso soll dann Sunrise einen Kabelnetzbetreiber für gigantische 6,3 Milliarden kaufen?

Der zweite Grund liegt auf der Passivseite. Wieso soll sich Sunrise für diesen Kauf bis über beide Ohren verschulden, dazu noch die Schulden von UPC übernehmen, die schon lange vor der Nullzins-Umgebung aufgenommen wurden?

Und wieso bleibt der Mutter-Konzern von UPC, Liberty Global International, nicht an Bord, wenn dieser Kauf doch gewaltige Synergien und ein Kursfeuerwerk auslösen soll?

Aber alle diese Fragen und Einwände verblassen hinter einer ganz einfachen Frage: Wieso gibt Sunrise nicht mal den eigenen Aktionären den Kaufvertrag bekannt?

Bevor die am 23. Oktober über den Kauf abstimmen, wäre es doch nicht schlecht, wenn man wüsste, worüber genau man abstimmt. Oder soll es wirklich eine Abstimmung nach dem Motto werden: einfach Hand hoch, Kurer weiss schon, was er macht, Erklärungen würden zu weit führen?

Nun, zumindest dieser Wissenslücke kann abgeholfen werden. Denn der Kaufvertrag ist einsehbar, so streng sind in den USA die Spielregeln, wenn man mit der US-Securities and Exchange Commission (SEC), der Börsenaufsicht, zu tun hat.

Dann muss man den Kaufvertrag öffentlich ins Netz stellen. Wo er für jedermann abrufbar ist. Muss man sich da wirklich durch 89 Seiten Juristenenglisch quälen?

Anwalt Kurer wird doch wohl wenigstens sein Metier beherrschen. Nun ja. Der Kaufvertrag wurde Ende Februar 2019 abgeschlossen, das sogenannte Signing. Umgesetzt werden soll er im November dieses Jahres, das Closing.

Nun muss man nicht Anwalt sein, um zu verstehen, dass in einer solchen Zeitspanne natürlich einiges passieren kann. In diesem Dreivierteljahr kann die fest zugesichert gekaufte Firma sich unangenehm verändern. An Wert verlieren, weniger Umsatz machen, ihrem Geschäftsmodell begegnet Unvorhersehbares, oder es fliegt ihr gar um die Ohren.

Völlig klar, dass da nicht einfach gelten kann: gekauft ist gekauft, Preis ist fix, shit happens, da muss der Käufer nun durch.

Deshalb gibt es als Standard eine sogenannte „Material Adverse Change“-Klausel in solchen Verträgen. Jede Kanzlei, die sich auch nur am Rande mit Mergers and Acquisitions befasst hat, weiss, dass diese MAC-Klausel bedeutet, dass der Käufer vom Kauf zurücktreten kann, sollte zwischen Abschluss und Vollzug des Kaufvertrags ein Ereignis eintreten, dass das zu erwerbende Unternehmen in bedeutender Weise nachteilig beeinflusst.

So erklärt das die Kanzlei Lenz & Staehelin auf ihrer Webseite, die auf Seiten von Sunrise in den Deal involviert ist. Wörtlich: „MAC Klauseln stellen einen festen Bestandteil der angloamerikanischen Vertragspraxis dar. Sie finden seit einigen Jahren auch in Verträgen zwischen schweizerischen Parteien Verwendung.“

Als ehemaliger Partner der auf M&A spezialisierten Kanzlei Homburger kann Kurer das eigentlich im Schlaf aufsagen. Hat sich denn die Geschäftsentwicklung bei UPC seit der Unterzeichnung des Milliarden-Kaufvertrags verschlechtert?

Nun, es gab anhaltende Kundenverluste, ein Minus beim Operativen Cash-Flow von 8,7 Prozent. Wer da vielleicht noch Peanuts sagt: Durch bessere und billigere Angebote von Mitbewerbern sah sich UPC gezwungen, die Preise im Neugeschäft massiv zu senken.

Während Sunrise eine Werbekampagne fährt, in der eine vielköpfige Familie auf 5G von Sunrise umsteigt, damit auch alle Kinder fleissig und gleichzeitig surfen können.

Mal abgesehen davon, dass das alle Zahlenspiele in der Fairness-Opinion eines Beraters namens Value Trust Advisors zwar nicht unfair, aber obsolet macht: Das hat eindeutig Auswirkungen auf die Kapitaldienstfähigkeit der hochverschuldeten UPC, und keine guten.

Daher kann man auch den Businessplan in rosaroten Farben, mit gewaltigen Synergien, üppigen Dividenden und einem raketenartig steigenden Aktienkurs in den Schredder stecken. Nur gut, dass der Kaufvertrag diese Ausstiegsklausel enthält.

Moment, wo ist sie nur gleich, wo versteckt sie sich denn in den 89 Seiten? Aber selbst ein mehrfaches Durchblättern bleibt ergebnislos. Es gibt in diesem Riesenvertragswerk, federführend vom VR-Präsidenten und Anwalt Kurer entwickelt, keine solche Ausstiegsklausel.

Dafür gibt es aber die Verpflichtung des Managements von Sunrise, den Deal zu unterstützen und dafür zu werben, sonst droht Schadenersatz. Diese Klausel hingegen findet man eigentlich nie in solchen Verträgen. Ob Kurer wohl deshalb den Vertrag den Aktionären vorenthalten will?

Dumm nur, dass Liberty Global den Vertrag bei der US-Börsenaufsicht veröffentlicht hat. Am 23. Oktober will Kurer sein „Werk“ am Vermögen seiner aktuellen Aktionäre vollenden.

Völlig uneigennützig, denn auf Anfrage teilt Sunrise mit, dass „die Transaktion keine persönlichen Hintergründe“ habe. Auch werden mit einem knappen Nein alle Fragen beantwortet, ob der Kauf, sollte er stattfinden, Auswirkungen auf das Einkommen Kurers oder seinen Bonus-Plan haben wird.

Auch eine zukünftige Beschäftigung des Dealmakers bei Liberty Global, der Besitzerin von UPC, wird ausgeschlossen.

Sollte also der Kauf von den Aktionären abgeschmettert werden, ist nur das Ego von Kurer ein weiteres Mal geknickt?

Nicht nur; seine aktienrechtliche Verantwortung müsste zumindest näher angeschaut werden. Vielleicht wird also doch nichts aus dem schönen Plan, mit Sunrise als strahlender Held in den Sonnenuntergang zu reiten.

Kommentare

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  1. Errinnert mich an Jens Alder zu seinen SWISSCOM Zeiten. Er sagte, mal Schulden seien besser als Cash. Er wollte für 2 Milliarden IRISH TELECOM kaufen, welche dazumals 2,1 Milliarden EUR Schulden hatte. Zum Glück wurde er vom damaligen Bundesrat Blocher zurückgepfiffen. Daraufhin fiel der Aktienkurs von IRISH TELECOM ins Bodenlose

  2. 1. TV ist in allen entwickelten Erdteilen/Ländern/Kulturen ein
    Auslaufmodell, egal ob via Kupfer, Fiberchanel, Dish oder
    3/4/5G(LTE)
    2. Liberty weiss dies dank Demographical Consulting
    3. Weiss dies auch Sunrise/Kurer ?
    4. Die Preise werden sich langfristig stark nach unten bewegen,
    man muss nur nach Deutschland schauen
    5. Hat sich vielleicht schon jemand überlegt, dass es schon immer
    Hoax-, Schein- und Booster Verträge gab; d.h.man zahlt bewusst
    ein Vielfaches des wahren Wertes und verteilt nachher den Kuchen
    (ein Schelm wer hier denkt, dass es sich bei SR/UPC um einen
    solchen handelt)
    In den USA sind solche Käufe und Verkäufe Tagesgeschäft, es geht
    sogar noch viel weiter, wenn man Scheinfirmen wie UBER, WE-
    work,Tesla etc.etc anschaut (studieren Sie einmal die Details
    hinter solchen „Milliardengräbern“, dann brauchen’s 1 Flasche
    Whisky und nicht nur Einen….)
    Das heisst aber nicht, dass man mit diesen „Aktien“ nicht Geld
    machen kann, trotzdem sind sie ein „Music-Chair-Game“, d.h.den
    Letzten beissen die Hunde.
    Werden die CEO’s solcher Firmen an PR-Event’s und Presse-
    konferenzen bedrängt, flüchten sie sich in Zukunftsvisionen,
    (Musk flog zuerst zum Mond für 100k und jetzt zur Venus für
    250k;als ich bei Tesla anrief und nach dem Ticketing fragte,
    sagte man mir zuerst man wisse von nichts und später legte man
    auf………)
    6. Vielleicht sind aber auch schon Pläne da, um nachher weitere
    Konkurrenten aufzukaufen – d.h.man kauft sich den Markt
    7. Hat man dann in ein paar Jahren den Markt, Pech gehabt, weil
    schon 50% der Schweiz mit „Staub-Web“ surft
    (in wenigen Jahren wird web via Staub-Reflexion empfangen,
    dann kann man GPRS, 1,2,3,4,5G im Landesmuseeum oder im
    Verkehrshaus Luzern an der Säule nachempfinden……)

  3. Schlecht recherchiert. Das Netzwerk der upc beruht auf der HFC Technologie (Hybrid Fiber coaxial). Die mit dem kupfer sind vom staatsbetrieb…

    • Wo hat der Telefönler wohl sein Wissen abgekupfert, woraus ein Coax-Kabel hergestellt ist?

    • Wenn dem so ist wie Sie sagen, stellt sich mir ein nächstes Fragezeichen. Wieso bringt der Mutter-Konzern von UPC, Liberty Global International, UPC nicht in die (Erfolgs-) Spur? Immerhin sprechen wir von einem ehemaligen Monopol was TV betrifft, der Redifussion. Wo man es irgendwann mal geschafft hat, Telefon und Internet zu integrieren. Mit von Anfang an bestechend stabiler Qualität und enormer Power.

      Ein anderes Fragezeichen das sich mir stellt ist, wieso kann ein kleiner, kränkelnder Fisch einen grossen Fisch schlucken? Was kann dabei herauskommen? Das hat bisher weltweit nie geklappt.

      Die Schlüsselfrage war aber (bevor ich diesen Superbericht auf IP las): Wieso gab das Bakom zu dieser Übernahme seine Zustimmung? Auf diese objektive Begründung warte ich immer noch. Immerhin erzählte mir vorher jeder möchtegern Fachmann; schon rein aus wettbewerbsgründen kann das Bacom seine Zustimmung gar nicht geben. Die zwei, drei anderen fragwürdigen (heikle) Dinge die es dann noch zu klären gäbe müssen dann nicht mehr geklärt werden. Nun gab das Bacom sein Okay und die zwei, drei anderen heiklen Dinge wurden gar nie angeschaut.

      Für mich stellt sich noch eine Frage. Was passiert mit Menschen, für die die Swisscom aus ethisch, moralischen Gründen (Stichwort: H-U Loosli) nie eine Option sein kann? Mit dieser Fusion reitet Peter Kurer nicht nur die Sunrise in den Untergang, sondern auch die UPC Cablecom.

  4. Natürlich hat Kurer durch den Deal von Liberty Global keine Gegenleistung erhalten, das wäre ja ein Kickback und strafbar. So dumm Liberty Global wohl nicht, das offensichtlich zu machen. Aber Liberty Global profitiert davon, wenn man die Altlast Cablecom für gutes Geld auf die Sunrise dumpen kann.

  5. Hoch invormatiever Artikel.
    Logo so etwas ist schlicht Murks.
    Dazu ein Lehrbeispiel für, wie generiert der
    Mark zusätzliche Geldmenge, Lombardgeld.
    Da wird,( möchten ganz schlaue) mit Schuldverschreibungen ein Unternehmen erheblich
    über dem Ertrags= Realwert kaufen.
    Das generiert ,,ungedektes,, Geld in die Tasche
    des Verkäufers. Der angeschmierte ist der Käufer resp.
    der Kredigeber. (Bank,Aktionär,Bankkunde die Allgemeinheit der Steuerzahler.)
    Grins jetzt kommen die klugen das Geld ist doch nicht verloren hat bloss den Besitzer gewechselt.Richtig nur eben jetzt ist entscheiden was damit angestellt wird,ob das in Ertrags oder Verlust Investitionen fliesset.Je nachdem wird der Geldwert erhalten gemindert oder zerstört.Sicher als Nominalwert bleibt dieses ,,Wandernde,, Geld= Kapital ( Ausser bei einer Insolvenz) erhalten. Es bildet sich eine Geld Liquiditätsblase. Dem verbuchten Geldwert bricht entweder direkt (Insolvenz) oder laufend schleichend der ,,gedekte,,Realwert unter den Füssen weg.
    Das aktuell die Notenbanken aus dem Nichts Geld generieren ist den meisten bekannt wird geschnallt.
    Die Marktbasierte Geldschöpfung und Entwertung inflationierung weniger.Doch genau dieser Mechnismus
    verursachte das mit 2008.Na ja die Zentralbanken mussten übernehmen oder in die ,,Hölle,, blicken.
    Wenn einmal ab Menge x Liquidität im System ist dann
    verselbständigt und kumuliert sich der Effekt.
    Am Ende ist und bleibt immer und unaushebelbar des Gesetz des Marktes, das Fehlentwicklungen Korrigiert.
    Idealerweise in kleinen permanenten Schritten.
    Oder wenn wie dargelegt zu viel Murks im Spiel ist
    zu gegebener Zeit mit einer ,,Lawine,, Das läuft dann
    unter dem Begriff Wirtschafts-Ein oder Zusammenbruch.
    Na ja Rohner anscheinend Rechtsgelehrter, selbstverständlich ist das so in Ordnung. Das sollte
    jedoch KEIN Grund sein, sich in Sache Ökonomie zumindest in den Kernmechnismen etwas schlau zu machen.Recht und Verantwortung sind bis zu einem gewissen Grade eben auch ,,Zwilinge,, genau wie
    das Geldsystem und die Realwirtschaft.

  6. In der Schweiz gibt’s keine ernstzunehmende aktienrechtliche Verantwortung. Und wenn es sie doch geben sollte, gibt’s dafür eine D&O Versicherung, die die Aktionäre für ihre Kapitäne zahlen dürfen. Ja Herr Zeyer, die Gründer unserer Alpenrepublik waren eben sehr liberale Mafia äh Maurer Gesellen…

  7. Passt schon, wenn die Swisscom endlich einen ernstzunehmenden Konkurrenten erhält. Verstehe wenn man das mit allen Tricks verhindern will. So kennen wir Swisscom.

  8. Kurer macht doch einfach wieder einmal operative Hektik zur Tarnung seiner geistigen Windstille, hat er doch schon mehrmals eingesetzt.

    • Das kann Kurer wirklich, Hektik zeigen und sonst nichts. Der ist wie ein Klon von Thiam/Rohner aber es gibt noch einige solche Wesen.

  9. ein Link vom Vertrag wäre die einzige relevante Info und der Link fehlt …. sonst ist der Artikel nur bla bla bla

    • Lieber North, so ein blabla, dass man nicht findet, was man nicht sucht. Für Europide ist es gar nicht so schwierig. Im Artikel steht: „Wo er für jedermann abrufbar ist.“ Da ist der Link. Aber aufgepasst, der Vertrag ist in Englisch.

  10. @Herr Zeyer..sie schreiben ja für „verschiedne Medien“, wie oben erwähnt ist.
    Bitte lassen Sie doch diesen Beitrag in möglichst vielen Medien publizieren..! Besten Dank

  11. Davon verstehe ich zu wenig.

    Aber ich denke das ist ihr Thema Herr Zeyer.

    Das man Heute nicht mehr in ein Netz aus Kupferkabeln investiert, das leuchtet mir sofort ein.

    Die Stadt St. Gallen hat unter grossem Aufwand auf Glasfaser umgestellt.
    Das alte Netz ist do gut wie obsolet, ich benutze es seit sicher 8 Jahren nicht mehr.
    Und bei mir gabs seit sicher 15 Jahren einen ersten Glasfaseranschluss, einr von wem ??? ….weiss ich nun nicht mehr, den wollten sie Anfangs noch verplomben…… gekommen ist aber niemand mehr.
    Nun habe ich Glasfaser von der Stadt, das alte Glasfaser und noch den ganz alten analogen Anschluss……..

    Also es kann sein das der Deal eine gute Sache wird ?
    Aber das hier einer seine Scharten aus der Vergangenheit auswetzen möchte, ja das halte ich auch für klar denkbar.

    Sollte einer nach einem Swissair Debakel eine solche Milliardenaufgabe durchziehen…. nein eher nicht.

    Er hat damals bei Swissair das Unheil nicht kommen sehen…… sieht er es bei dem Milliardendel…?

    • W. Roht: man merkt, dass Sie von Kupfer- Glas-, Polymeroptisch- und anderen Kabeltypen sowie von den Anbietern solcher Systeme wirklich nix verstehen. Einfach drauflosschreiben! Wenn Sie so viel Zeit haben, checken Sie mal den Duden in Sachen DASS und DAS.

  12. In den USA haben wir die SEC die im Interesse der Aktionäre/Investoren Transparenz verlangt!

    In der Schweiz haben wir u.s. eine FINMA deren gedetzliche Aufgabe sowohl die Börsenaufsicht, als auch der Schutz von Anlegern (Aktionären/’Zwangsaktionären‘) ist bzw. besser gesagt wäre!

    Was macht die FINMA unter Direktor Mark Branson? Was macht die Politik als Oberaufsicht über die FINMA?

    (Vielleicht fällt ja je länger je mehr auch auf, dass bei der Oberaufsicht, den Damen und Herren Politiker, Interessenkonflikte bestehen…)

    • Man muss wissen, dass der Auftrag der FINMA nicht lautet, für einen sauberen Finanzplatz zu sorgen oder gar Kunden zu schützen. Die FINMA muss nur für das Ansehen des Finanzplatzes sorgen. Und das geschieht meistens, indem sie die Sache totschweigt.
      Gern lässt man auch den Schlawiner ein Gutachten beibringen, dass alles in Ordnung sei. Ich hatte einen Fall, da genügte sogar ein „Gutachten“ der internen Revisionsstelle, worin das Gegenteil dessen stand, was sie vorher berichtet hatte. Und dann geht es weiter wie bei Emil bei der Bombenmeldung: ein feuchter Lappen drüber und nicht mehr berühren. Auf den konkreten Fall übertragen: zum offensichtlichen Widerspruch genau Null Fragen.

  13. Sage mir doch bitte mal jemand, was Kurer erfolgreich aufgebaut hat? Er ist Anwalt und Anwälte brauchen erfahrungsgemäss nicht erfolgreich zu sein. Die Mandate werden auch bezahlt, wenn sie verlieren.

    Kurer ist kein Entwickler, Kurer ist einfach nur ein Anwalt mit grossen finanziellen und Machtgelüsten. Mehr nicht.

  14. Spannend wäre zu wissen:
    Wie bzw. zu welchen Konditionen ist heute UPC Schweiz finanziert. Es kann ja sicherlich davon ausgegangen werden, dass Liberty nach dem damaligen Kauf die Verschuldung bei UPC hochgefahren, allenfalls vorher noch Liquidität herausgenommen hat. Ist ja klassisch, war ja schon beim Kauf von TDC (sunrise) durch Nordic Telephone Company Aps und dem weiteren Verkauf an CVC Capital Partners so. Klassische LBO’s. Liberty Global ist nix anderes als ein „Heuschrecke“ getarnt als Medienunternehmen. Spannend wäre zu verstehen, was für „Pakete“ es für Geschäftsleitung/VR bei UPC und Sunrise beim Verkauf/Kauf geben wird.

    • Es gibt keine „Paketefür Geschäftsleitung/VR bei UPC und Sunrise beim Verkauf/Kauf“, die Vergütung von ELT und VR ist ja öffentlich, da muss niemand werweissen, nur nachlesen. Es wird für das neue ELT sicher einen langfristigen Incentiveplan geben, wie bei jeder Geschäftsleitung eines grösseren oder mittelständischen Unternehmens. Den wird es auch ohne Kauf geben, weil es solche Pläne immer gibt.
      Und sorry, LGs Kauf von Cablecom war nie Heuschrecke; Liberty ist eine Content driven Company, die Aufgrund der schlechten Erfahrung in den Staaten mit der Lizensierung ihrer Programme (QVC, MTV etc.) zuerst in den US und dann in Europa reihenweise Kabelfirmen aufkaufte, um ihren Content problemlos zu vertreiben. Diese Strategie änderte sich nun mit dem Verkauf von upc Austria an DTAG sowie mehreren Kabelnetzen in Deutschland und Europa an Vodafone. upc Schweiz ist nur ein (vor-)letzter Stein im Mosaik der Strategieänderung.

  15. Wertvernichtung pur. Viele werden sich in ein paar Jahren die Augen reiben… vor Wuttränen. Governance wo?

  16. Der CEO, Olaf Swantee, hat ja auch wirklich nichts zu bieten und wirkt immer wie auf Drogen…also, ihm jetzt auch noch UPC zu überlassen, wäre der absolute Glücksfall fürs Swisscom.

  17. a.) Wenn jemand das ehemalige Management der UBS und Swissair, welches die grössten Pleiten in der Geschichte der Schweiz (!) zu verantworten hat, wieder zum Einsatz bringt, kann man sich nur noch an den Kopf greifen!
    b.) Festnetz hat NULL Zukunft, wer etwas anderes behauptet hat schlicht keine Ahnung.
    c.) Dieser Deal ist viel tu teuer. Wenn die Sunrise-Aktionäre dem zustimmen, wäre ihnen echt nicht mehr zu helfen.
    Nur meine bescheidene Meinung.

  18. Es ist ja nicht ganz so, dass die Information zu den CHF 50 Mio ein Geheimnis war. Sunrise selbst hat in einer Pressemeldung vom Februar geschrieben:

    „The completion of the Transaction is subject to receipt of customary regulatory clearances and completion of the rights issue. Sunrise expects to obtain regulatory approval in the second or third quarter of 2019 and to close the transaction in the second half of 2019. Sunrise has agreed to pay a termination fee of CHF50 million which would become payable in case the Transaction is not completed, subject to certain exceptions.“

    Hier also von Verheimlichung oder Vorenthaltung zu sprechen, ist gelinde gesagt eine Falschinformation. Toll gemacht IP.

    • Wenn das die Flughöhe von Sunrise-Trolls ist, dann schönen Sonnenuntergang.
      Es steht kein Wort über diese 50 Mio. im Artikel. Aber ich nehm‘s als Kompliment. Nix zum Meckern gefunden, auch die MAC-Klausel nicht gefunden, also was erfunden. Mein Ratschlag: üben, noch viel üben.

  19. Gratulation und Dank für diesen ausgezeichneten Bericht. Warum ist es wieder ein IP-Mann, der den rauchenden Colt findet? Warum nicht die Edlen von der „Finanz und Wirtschaft“ oder der uralten Tante Guyerzeitung?

    Garantiert sicher sind die Vertragsklauseln keine Versehen von Dr. Kurer. Er machte es extra, er wollte den Vertrag genau so.

    Das Problem mit den Superschlauen wie Dr. Kurer besteht darin, dass man nicht weiss, ob bei ihnen das Vorzeichen stimmt. Umso wichtiger sind die Leistungsausweise. Und Dr. Kurers Ergebnisse sind ja bekannt.

    René Zeyer leistet einen grossen Beitrag, Sunrise vor einem ruinösen Fehler zu bewahren. Ich finde, Sunrise sollte Dr. Kurers Boni für 2018 und 2019 an René Zeyer überweisen

  20. Wenn ich die Swisscom wäre, würde ich Sunrise-Aktien kaufen und Ja stimmen. Dann muss man diese Sunrise-Aktien halt abschreiben, doch dafür hat man den stärksten Konkurrenten vom Hals.

    • „Denn es wird immer deutlicher, dass nicht nur Glasfaser, sondern auch 5G Kupferkabel alt aussehen lassen.“

      Ander formuliert:

      Glasfaser und 5G lassen beide die bestehenden Kupferkabel alt aussehen.

    • Der Satz ist grammatikalisch schon richtig. Was der Autor sagen will: Nicht nur Glasfaser, sondern auch 5G soll Kupferkabel alt aussehen lassen.

      Inhaltlich ist der Satz aber natürlich barer Unsinn (wie auch der Rest des Artikels), weil es bei UPC um leistungsfähige Koaxialkabel geht.

    • Falsch gelesen, sinngemäß steht dort, Glasfaser und 5G lassen das Kupferkabel alt aussehen.

    • Lesen Sie einfach den Satz noch ein- oder zweimal. Sie werden’s verstehen. Hoffentlich.

    • Für die letzte Meile zum Kunden macht es mit den heutigen Technologien keinen Unterschied, ob das Kabel aus Glasfaser oder Kupfer ist. Was hingegen obsolet wird, sind Kabelnetzbetreiber mit flächendeckendem Festnetz. Dies wird garantiert durch drahtlose Technologien abgelöst, ist für die Telefonie jetzt schon der Fall, und Breitbandanwendungen für Internet, Radio/TV, Video-on-demand, Internet of Things werden in den nächsten Jahren folgen, 5G ist nur ein weiterer Schritt. Darum versuchen die Telcos weltweit ja auch, die Kabelnetzbetreiber abzustossen solange sie noch können.

    • UPC reitet auf Coaxkabel! Da liegt noch einiges drin. Wenn Sunrise UPC übernimmet und die Swisscom anschliessend Sunrise, dann herrschen wieder gute alte PTT Zeiten.

    • I.Heini
      Gute alte PTT Zeiten.
      Das bleibt denn mal für länger ein Wunschtraum.
      Mit den aktuellen WTO und EU Staats-Verträgen vergessen.
      Monopolbetriebe im Privatrecht ohne Konkurenz
      verkommen und degeneriren sehr schnell zu Lotter und Abzockerbuden.
      So Monopolbetriebe wie die vormalige PTT die war sehr solide,nur eben,dafür braucht es eine andere Rechtsvorm. Nicht Privatrechtlich wie aktuell alle ,,Bundesbetriebe,, sondern die öffentlich Rechtliche.
      Das heisst diese Betriebe unterstehen direckt dem Parlament und Reverendumsrecht.Heute läuft das über das Aktienrecht.Grundsätzlich gilt Staatsbetriebe ja, jedoch NUR für eine eng begrenzte Zahl von Gemeinschaftsaufgaben Infrastruktur-Strassen Grundkommunikations-Systeme,Soziale Mindest-Grundsicherung, sowie alles für das Funktionieren eines Staates,Gemeinwesen notwendige.So auch
      ein solides, Ordentliches Geld, Zahlungsmittelsystem.
      Der ganze Rest gehört NICHT in die Hand des Staates
      das kann nur jämmerlich versagen.Lehrstück UDSSR
      Realsozialismus von dem die Linke immer noch unbelehrbar und unverbesserlich träumt.
      Letztlich kann nur ein massvoller Staat, das Kind des
      Liberal-Humanistischen Weltbildes, das best-MÖGLICHE
      für möglichst viele ,,fast alle,, bringen.