Banking im Ländle: Vollsuff-Präsident bleibt

Anwalt Peter Cott, der die kleine Alpinum lenkt, fuhr mit 1,8 Promille im Blut seinen Porsche zu Schrott. Rücktritt? Nicht doch.

Peter Cott zählt zur kleinen Crème de la Crème im Fürstentum Liechtenstein. Er ist Partner bei einer bekannten Wirtschaftskanzlei in Vaduz. Und er präsidiert die Bank Alpinum – die gehört seinem Schwiegervater.

Nun ist Cott auch noch etwas Anderes: ein verurteilter Alki-Verkehrs-Rowdy. Er lenkte mit 1,8 Promille – sprich im Vollrausch – seinen Porsche in einem Kreisel mitten in Vaduz mit Karacho in einen Eisenpfosten.

Wagen zerstört, Banker im Blut, berichtete gestern das Liechtensteiner Vaterland, eine Zeitung des Fürstentums.

Laut dem Medium verdonnerte ein Richter seinen Juristenkollegen Cott, der im Artikel nicht namentlich genannt wird, zu 25’000 Franken.

Für Cott alles halb so wild. „Der Verkehrsunfall wurde von mir nicht bestritten, für den entstandenen Schaden werde ich aufkommen“, meinte er gestern Abend in einer Email-Antwort.

Hoppala (Vaterland, Polizei)

„Da es sich um eine Übertretung nach Strassenverkehrsgesetz ohne Strafregistereintrag handelt, der mich in meiner Amtsführung als Verwaltungsratspräsident einschränken würde, möchte ich mein Mandat fortführen.“

Bei der FMA, wie die Bankenaufsicht im Ländle heisst, will ein Sprecher nicht sagen, ob Cott noch Gewähr für einwandfreie Geschäftsführung bietet. Diese ist Voraussetzung für ein Spitzenamt bei einem Geldinstitut.

Der FMA-Mann verweist auf die entsprechende Richtlinie seiner Behörde. Dort steht, dass die Verantwortlichen „als Geschäftsleute einen guten Ruf besitzen“ müssten.

Darauf baut Anwalt und Alpinum-Präsident Cott seine Verteidigung auf. Bin auch nur ein Mensch, ein armer Sünder.

Die Suff-Fahrt geschah nach einem Tag voller Feten. Zuerst wurde Jan Schoch als neues Mitglied im Verwaltungsrat von Cott präsentiert. Fürs Personal gabs Gespritzten mit belegten Brötchen.

Dann zog es Cott mit einer Alpinum-Frau und weiteren Mitarbeitern in einen Nightclub in den Gässchen des Fürstenlands.

Sind wir nicht alle Sünder? (Cott)

Dort becherten die Banker, bis sie kippten. Sturzbetrunken setzte sich Cott ans Steuer seines Boliden, neben ihm die Frau aus der Bank.

Dahinter ein männlicher Kollege von der Alpinum in seinem eigenen Schlitten. Die beiden Fahrer drückten aufs Gas – heimwärts zu Cotts.

Bis es im Kreisel mitten in Vaduz krachte. Cott im Elend.

Was tun?

Angezeigt wäre eine Meldung bei der Polizei. 117 oder so.

Doch was macht der Mann, der mit seiner Kanzlei, den langen Gesetzestexten in dicken Rechtswälzern und dem Mandat in der Privatbank vertrauenswürdig wie ein knochentrockener Beamter sein müsste?

Keine Meldung. Sondern: Der blutüberströmte Spitzenbanker bittet den Kollegen, ihn im demolierten Gefährt nach Hause zu chauffieren – wo die Ehefrau, die auch Tochter des Alpinum-Besitzers ist, auf ihn wartet.

Hollywood im Fürstenreich, mit Pete und Girl in Action.

Die spleenigen Engländer verstehen null Spass, wenns um Banker geht, die über die Stränge hauen. Einer fuhr jahrelang schwarz mit der S-Bahn in die City. Das allein war genug für einen Lizenzentzug.

Kommentare

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  1. @ rococo

    ein bisserl hass muss sein….
    eine sicherheitslinie mit blanco reinziehn und
    dann geht es wieder ?

  2. Warum dieses „Gschisch“? Es ist doch abnormal, wenn jemand, der eine Suff-Fahrt machte, gerade den Beruf aufgeben sollte. Er erhält je die verdiente Strafe mit der happigen Busse. Lieber Inside Paradeplatz – bringt doch handfestere Geschichten.

  3. das mit dem alkohol wäre im merkel-Deutschland überhaupt kein problem bei entsprechender mitgliedschaft der selbsternannten “elite“. aber daß er einen Porsche fährt und dazu noch mit Otto-Verbrennungsmotor. daß hätte ihm in mutti himmelsreich das genick gebrchen.

  4. Wenn der Alpini-Cotti mit der falschen Lotti am Kandel aber küssen,
    tut es ihn halt bloss mit 25’000 büssen.

    Bitte habt doch Erbarmen mit dem Sch(m)wierigen Sohn und überschüttelt ihn nicht
    noch mit Hohn.
    Denn wenn ihr wüsstet was der alles für Schreinereien machen muss !
    Keinen Tag würdet ihr ohne Suff ertragen !

    Der Schwiegerpeppi fragt nun den fürstlichen Seppi…
    Bitte lass uns morgen den Cotti und den Kreisel
    entsorgen.
    von shake’s Bier

  5. Sehr geehrter Herr Hässig,

    vielen Dank für die sehr interessanten Gespräche. Mehr Genuss wäre, ein angemessenes Sprechtempo und weniger „fuchteln“.
    Danke für Verständnis.

    Freundliche Grüsse
    Sandra Baumann

  6. Sehr geehrter Herr Hässig,

    vielen Dank für die sehr interessanten Gespräche. Mehr Genuss wäre, ein angemessenes Sprechtempo und weniger „fuchteln“.
    Danke für Verständnis. Dies würden wir begrüssen.

    Freundliche Grüsse
    Sandra Baumann

  7. Man gebe mir einen 5-Liber für jeden versoffenen, verkoksten und verhurten Bänker und Treuhänder aus dem benachbarten Fürstentum. Juhuuii, nie mehr arbeiten.

  8. Bei einem Bewerbungsgespräch bei einer Bank (Maschinenraumjob, wohlbemerkt) meinte man zu mir: Wenn Sie nur das kleinste Vergehen aufweisen, und sei es nur eine leichte Verkehrsübertretung, können Sie die Stelle nicht antreten. Da wird mit unterschiedlichen Ellen gemessen.

  9. Da haben wir in Galgenen ja noch ganz andere Vögel die versuchen den Kreisel mit Tempo 169 zu fahren und das ohne Führerschein! Haus und Kebab Stand wurde auch geschrottet alles zum Glück ohne Personenschaden. Allerdinges der Überpilot hat es nicht überlebt.

  10. mich nimmt wunder, warum er nachts mit einer bank-Mitarbeiterin besoffen unterwegs ist? sollte er nicht bei frau und Kind daheim sein? und warum bekommt er Eskorte von einem anderen bank-Mitarbeiter.

  11. Es war immer schon so…..Bänkerli und Juristenerli werden meist geschont (selbstredend von anderen Juristenerli !!) und andere einfache Bürger (welche sich oft nicht mal einen Anwalt leisten können) würden in ähnlichen Fällen wohl tüchtig verknurrt. Aber einem Ländle-Heiligen muss man natürlich unbedingt Sorge tragen, was konkret meint, dass es diesem nicht allzu fest weh tun darf – er wird zukünftig noch dringend „gebraucht“!

  12. Mit dem Cayenne ein Eisenpflöstli rasiert. Obwohl Porsche „geschrottet“, wird der „blutüberströmte“ (Kartonporsche?) Fahrer in seinem Schrottfahrzeug nach Hause gefahren. Da hat auch der Autor kräftig Gas gegeben, aber man darf annehmen, dass er ganz nüchtern war.

    • …und wenn, merkt die es frühestens 2034. Die lernen ja auch von der FINMA (Fürchterliche Inkompetenz Nebst Mangelnder Ausbildung)

  13. Was hat denn das Ländle für eine Gesetzgebung?
    „Übertretung nach Strassenverkehrsgesetz ohne Strafregistereintrag handelt“, wie kann eine solche Sufffahrt inkl. anschliessender Flucht vom Tatort eine Verurteilung one Strafregistereintragung ergeben? Hier muss ein Deal stattgefunden haben, der für Normale nicht möglich wäre. In der Schweiz würde dies mindestens 2 Jahre im Strafregister vermerkt werden, wenn nicht länger.

    • Behalten sie die Relationen….in der Schweiz gab es zuletzt Urteile für Vergewaltigung von 1 Jahr plus und nun das ???

      Wer von euch ohne Sünde ist,…….ich glaube, sie sitzen im Glashaus oder sind ein verbohrter Schweizer aus dem Oberland.

    • @Socrates: Ich wollte nur erwähnen, dass das Strassenverkehrsrecht in der Schweiz sehr rasch sehr konsequent ist mit Strafregistereinträgen für mehrere Jahre, deutlich weniger schlimm als die Tat von dem Herrn in diesem Artikel und nicht auf andere Strafdelikte wie z.B. die von Ihnen erwähnte, und er wohl nur dank einem Deal unter verfilzten Juristen um einen Eintrag herumkommt, was ein rechtsstaatlicher Skandal ist.
      Es ist mir bewusst, dass in der CH Strassenverkehrsdelikte viel schärfer bestraft werden, als deutlich heftigere Delikte gegen Leib und Leben, und das ist traurig.

  14. Gottseidank gibt es noch Menschen die nicht perfekt sind. Bei Englischen und Amerikanischen Finanzhäusern werden Ende Jahr regelmässig Feten veranstaltet wo Alkohol und Schnupftabak zum Ritual gehören sowie auch Table-Dances und Zwergenwürfe. Bis jetzt habe ich nirgends gehört, dass diese Bonus-Cracks deswegen ihre Mandate niederlegen mussten. Der Sohnemann von Biden hat ja auch im Archibalds Gentlemen Club im VIP Room seine Parties gefeiert mit Alkohol und Cracks (The incident, which took place at Archibald’s Gentlemen’s Club in Washington, DC, late last year, represents the most recent alleged drug use by Biden, 49, who has acknowledged six stints in rehab for alcoholism and addiction that included a crack binge in 2016.) Habe nichts gelesen, dass die Demokraten, während sie Trump Bashing vollziehen, dessen Rolle während seiner Zeit als Boardmember von Burisma in Ukraine hinterfragt hätten. Sogar seinem Paps – Ex Vice – scheint es nicht zu schaden. Wir Schweizer haben genug Homestories im eigenen Land, wir müssen nicht auch noch Ländle-Bashing machen.

    • @ Halb besoffener Schwierigersohn im Hohn

      Wer am Mittag anfängt zu saufen,
      kann am Abend nicht mehr laufen.

      Dann tut halt Alpminimum tags darauf
      2 neue Bursche-Kuhattro + 2 Kandel aber kaufen !

      Der schlanken schwanken Bankenfrau ein paar Blink-Turnschuh,
      um nach der Bar in Ruh nach haus zu laufen.

  15. Na ja, sein Verhalten ist ja nicht gerade vorbildlich und gesetzestreu, hat aber mit seiner Funktion nichts zu tun. Wenn solches erbärmliches Verhalten in der Freizeit den Job kosten würde, müssten reihenweise sogenannte „Top-Shots“ von ihren Positionen zurücktreten! Die Reputation hat natürlich gelitten, der Haussegen dürfte auch in Schieflage geraten sein – für den Betrachter eher eine totale Lachnummer!

  16. Wo ist da die Story? Warum soll er dafür sein Amt bei der Bank aufgeben??? Weil er mal einen Fehler gemacht hat und etwas viel getrunken hat?

    Stellt man dafür die Leistung einer Person komplett in Frage?

    • Genau! Wegen einer Schramme am Porschi ohne Kollateralschaden muss man ja nicht gleich das Leben hinschmeissen, oder?! Immer so kleinbürgerlich rummotzen (@ the rest…). Im Ländle hats auch nicht Verkehr wie auf der A1. Also ruhig Blut.

  17. Trunken müssen wir alle sein!
    Jugend ist Trunkenheit ohne Wein;
    trinkt sich das Alter wieder zu Jugend,
    so ist es wundervolle Tugend.
    Für Sorgen sorgt das liebe Leben,
    Und Sorgenbrecher sind die Reben.

    Johann Wolfgang von Goethe
    * 28. August 1749 † 22. März 1832