Crypto-Affäre: Auch Banken-Lieferantin Gretag gehörte Amis

Von Regensdorf ZH aus belieferte Gretag Banken und Swift mit Chiffrier-Geräten. Gretag landete in US-Händen mit NSA-Herkunft.

Die Medien berichten intensiv über den Skandal um die Zuger Crypto AG und die wahren Eigentümer dahinter: die CIA. Der US-Geheimdienst soll über die Crypto-Geräte die geheime Kommunikation von Regierungen auf der ganzen Welt ausspioniert haben.

Jetzt wird bekannt, dass auch die frühere Gretag AG in Regensdorf, eine Hauptkonkurrentin der Crypto AG, seit Anfang der Neunzigerjahre von Amerikanern kontrolliert wurde.

Hier steckt der andere wichtige US-Geheimdienst, die National Security Agency (NSA), dahinter. Diese wurde durch Whistleblower Edward Snowden weltweit zum Thema.

Gretag war während über 50 Jahren ein zuverlässiger Lieferant des Schweizer Militärs, aber auch der Schweizer Banken.

Dies ist besonders brisant, da die sogenannten Gretacoder seit langem den Zahlungsverkehr nicht nur zwischen Schweizer Banken (SIC), sondern auch des weltweiten Swift-Netzwerks verschlüsseln.

Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Snowden hatte 2013 enthüllt, dass die NSA den Swift-Zahlungsverkehr ausspioniert haben soll (Blick berichtete).

Wie direkt der Einfluss der NSA damals war, blieb allerdings unbekannt. Recherchen haben nun zu Tage gefördert, dass das Bankengeschäft der Gretag über Jahre hinweg direkt von einer US-Firma mit engem Bezug zur NSA kontrolliert wurde.

Die andere Schweizer Crypto-Firma (cryptomuseum.com)

Bereits 1987 hatte die damalige Eigentümerin der Gretag, die Basler Chemieholding Ciba, den Bereich für militärische und regierungsnahe Verschlüsselung in die neugegründete Omnisec AG ausgelagert und verkauft – an wen, blieb im Dunkeln.

Recherchen der WOZ belegten 2013 allerdings seltsame Geldströme aus dem Ausland. Offizielle Eigentümerin der Omisec war eine Genfer Sitzgesellschaft (ihr Name: Argonium), hinter der, wie die WOZ herausfand, eine Briefkastenfirma aus den Niederländischen Antillen stand.

Von dort führte laut WOZ eine direkte Spur zu einer bekannten New Yorker Anwaltskanzlei.

1991 verkaufte die Ciba auch den zivilen Arm des Verschlüsselungsgeschäfts, also der Bereich, welcher die Schweizer Banken und die Swift belieferte.

Auch bei mehreren US-Grossbanken waren die zuverlässigen Gretacoder seit mindestens Mitte der 1980er Jahren im Einsatz.

Verschlüsselungs-Renner: Gretacoder GC720 (cryptomuseum.com)

Der Käufer, den die Ciba fand, war der amerikanische Telekomriese AT&T, welcher einen ihrer erfahrensten Manager nach Regensdorf schickte.

Alf Andreassen. Der Mann war einer der wichtigsten Experten im Bereich der nationalen Sicherheit.

Andreassen war sowohl in den legendären Bell Laboratories als auch für US-Navy und den Sicherheitsberater des Präsidenten tätig.

Crypto-Mastermind mit US-Militär-Links (Paladin Capital)

Andreassen leitete nun also die Gretag, welche neu Gretag Data Systems hiess.

Der erfahrene Manager mit den engen Beziehungen zu US-Regierungs- und -Armeestellen blieb während vier Jahren der Gretag-Chef, bis die Firma 1995 direkt im Hafen der mächtigen NSA landete.

Die SafeNet Inc. in Baltimore wurde die neue Eigentümerin. Sie taufte die Firma mit Sitz in der Zürcher Agglomeration in Gretacoder Data Systems um.

Wie stark die Banden zur NSA waren, hat der CEO und Präsident der neuen Besitzerin SafeNet anfangs 2000 in einem Investoren-Interview ausgeführt.

Ab 1995 VR-Präsident der Getacoder: Anthony Caputo

„Ich denke, eine der Stärken von SafeNet im Bereich Datenverschlüsselung ist, dass wir ein Unternehmen sind, das von zwei Ingenieuren der National Security Agency der US-Regierung gegründet wurde“, meinte Caputo.

Und fuhr fort: „Wir befinden uns in Baltimore, wo sich diese Agentur befindet. Und wir haben formelle Forschungs- und Entwicklungs-Partnerschaften mit der Nationalen Sicherheitsagentur.“ (Übersetzung: Google Translate)

Durch die Nähe von SafeNet zur NSA erscheint es damit als wahrscheinlich, dass die US-Regierung einen unmittelbaren Zugang zum weltweiten Zahlungsverkehr hat oder zumindest über lange Zeit hatte.

Kein Zufall vielleicht, dass die Schweiz ab 2007 dermassen rasch einknickte im US-Steuerkrieg, denn die amerikanische Regierung wusste möglicherweise über die hinterste und letzte Transaktion sowohl innerhalb der Schweiz (SIC) als auch international (Swift) Bescheid.

Historie

Die Anfänge der schweizerischen Kryptotechnologie gehen auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurück, als die eidgenössische kriegstechnische Abteilung den ETH-Elektroingenieur Dr. Edgar Gretener beauftragte, einen Verschlüsselungssatz zu Fernschreibern zu entwickeln.

Zu diesem Zweck gründete Gretener 1943 eine Firma, die Dr. Edgar Gretener AG in Zürich, die neben den Verschlüsselungsgeräten ein zweites Standbein mit Grossbild-Projektionssystemen aufbaute.

1948 übersiedelte der Schwede Boris Hagelin von den USA in die Schweiz, um ein paar Jahre mit Gretener zusammenzuarbeiten, bevor er 1952 mit seiner Crypto AG in Zug einen eigenen Betrieb (und direkten Konkurrenten) gründete.

Als Gretener 1958 früh verstarb, übernahm die Ciba Holding in Basel seine Firma. Der damalige Konzernleiter, Robert Käppeli, war ein alter Schulfreund von Gretener und hatte ihn bereits bei seiner Firmengründung finanziell unterstützt.

Die Ciba, die vor allem an der Projektortechnologie sowie an einem Farbtrennungsverfahren für den Drucksektor interessiert war, führte auch den Geschäftsbereich Kryptologie weiter wie bisher.

Unter dem Firmennamen Gretag wurden die Verschlüsselungsgeräte kontinuierlich weiterentwickelt und sowohl an die Schweizer Armee als auch weltweit an Regierungen und Behörden mit Erfolg verkauft.

Legendär war der James Bond-Koffer, mit dem Diplomaten von irgendwoher verschlüsselte Botschaften absetzen und empfangen konnten.

Das weltweite Geschäft mit den Behörden florierte zwar, wurde von der Ciba aber zunehmend als unpassend und als Reputationsrisiko eingeschätzt. 1987 entschied man sich, den militärischen Kryptobereich abzuspalten und in die neugegründete Omnisec AG, ebenfalls mit Sitz in Regensdorf, einzubringen.

(Zu Omnisec siehe WOZ vom 5.12.2013: Das Kapital aus den Antillen.)

Das Geschäft mit den Verschlüsselungsgeräten für die zivilen Kunden – das waren vor allem Banken und die damaligen Telekurs – wurde von der Gretag Data Systems AG (GDS) weitergeführt und an den amerikanischen Telekomriesen AT&T verkauft (siehe oben).

Diese erhoffte sich so einen Ausbau ihres Geschäfts in der Schweiz, kam damit aber nach offizieller Lesart auf keinen grünen Zweig.

1995 wurde die GDS für 4 Millionen an ein damals unbekanntes, kleines amerikanisches Unternehmen verkauft, die Information Resource Engineering (IRE). Sie war von zwei ehemaligen NSA-Ingenieuren gegründet worden.

Die IRE hatte ihren Hauptsitz in Baltimore, wo sich ebenfalls das Headquarter der National Security Agency (NSA) befindet.

Es bestand eine enge Zusammenarbeit mit der NSA, das heisst, ein formelles Abkommen für gemeinsame Forschung und Entwicklung (R&D).

Die IRE führte das Geschäft mit den Gretacoder-Verschlüsselungsapparaten weiter und war Zulieferer sowohl von Schweizer Banken und der Telekurs SIC (Swiss Interbank Clearing) als auch des italienischen Bancomat Systems (SIA).

Vor allem aber konnte ab den frühen 1990er Jahren dem internationalen Swift-Zahlungsverkehr ein damals hochsicheres Verschlüsselungsgerät zur Verfügung gestellt werden: der Gretacoder GC720 (siehe oben).

Aus der IRE wurde 1999 die SafeNet Inc, benannt nach ihrem damals erfolgreichsten Produkt für Virtual Private Networks (VPN).

Noch 2003 deklarierte der damalige CEO von SafeNet in einem öffentlichen Interview die Nähe zur NSA als Stärke seiner Firma. Gleichzeitig war er seit 1995 auch Verwaltungsratspräsident der Gretacoder in Regensdorf, welche 2002 in SafeNet Data Systems umbenannt und kurz darauf liquidiert wurde.

Offenbar waren die Gretacoder-Verschlüsselungsgeräte (GC720) nicht mehr gefragt beziehungsweise veraltet und die Nachfolge-Technologie nun am US-Hauptsitz verfügbar.

Jedenfalls blieb SafeNet der Hoflieferant von Swift und konnte beispielsweise 2006 die Hardware Sicherheitsmodule (HSM) und Authentication Tokens für das weltweite Financial Services Network liefern.

Durch die Nähe von SafeNet zur NSA erscheint es damit als wahrscheinlich, dass die US-Regierung einen unmittelbaren Zugang zum weltweiten Zahlungsverkehr hatte.

Der frühere NSA-Mitarbeiter Edward Snowden sprach von einer eigentlichen „Frontdoor“ ins Bankensystem, welche die US-Regierung im Namen der Terrorismusbekämpfung nutzte.

Die entsprechenden, von Snowden geleakten Dokumente schlugen 2013 hohe Wellen: „NSA bespitzelt Bankendienstleister Swift“, schrieb Die Zeit, die sich auf einen Bericht des brasilianischen TV-Senders Globo berief. Der NSA soll die in Belgien ansässige Swift ausgespäht haben.

Kommentare

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  1. Und da fragt man sich doch, ob die Basler Chemie auch heute noch Interessen verfolgt, die nur sehr entfernt teilweise noch deckungsgleich mit denen des Landes sind, wo sie ihren Hauptsitz haben und die Vorteile dessen Infrastruktur geniessen und beanspruchen. Auch im Hinblick auf kommende Abstimmungen. Wenn einige zum Schluss kämen „eher nicht“, könnte man das sogar verstehen.

  2. Die Schweiz sollte via Staatsfonds (wie Norwegen, Singapur u.a.) bei solchen Schlüsselindustrien den Fuss in der Türe haben.
    Dazu bräuchte es eine kompetente Regierung mit Expertenwissen und nicht ein Amateuerverein. (Boris Johnson wird’s vormachen.)

  3. Bei Danisch gesehen: Maurer und die CIA:
    https://www.danisch.de/blog/2020/02/18/ueli-maurer-und-die-cia-nsa/

    „Ich bin überaus begierig, an diese Minerva-Akten zu kommen, in denn laut der zitierten Zeitung drinnen steht, dass die CIA vier von fünf Kryptologen der ETH Zürich im Griff habe und sichergestellt sei, dass sie über die Crypto AG saubere Wunschgutachten schreiben, und Maurer einer davon sei.“

    Wurden diese Kryptologen bedroht? Lebt der fünfte noch oder hatte der einen Unfall?

    Zählt sowas eigentlich unter Verrat? Die ärgsten Feinde…die eigenen Leute?

    Ich frage mich gerade was gestandene P-26er dazu sagen würden…?

  4. Stellen Sie die offensichtliche Frage des Schweizer Crypto AG / Gretag Skandals :

    Waren/sind Geräte der Crypto AG bzw der Inlandstochter Gretag bei der Swisscom im Einsatz – bei Verschlüsselung der Swisscom Netze ?

    Liegt der Einsatz von inländischer „Vorzeigetechnik“ der Crypto Ag / Gretag bei der Swisscom nicht zwangsläufig nah ?

    Wir sprechen über nicht weniger als die Abhörbarkeit aller von der Swisscom betriebenen Netze und Services mit Verschlüsselungs-Stack: das gesamte Handynetz, Internet, Email Server, Telegrafienetze, Satelliten Telefonie und alle von Nutzern nicht zusätzlich verschlüsselten Firmennetzen, welche die Swisscom für institutionelle Kunden bereitstellt….

    DEF potentielle Elefant im landesweiten Crypto AG Raum….

    • Sie sollten nicht davon ausgehen dass HTTPS zu Ihrer Sicherheit im Internet implementiert wurde.

      Vielleicht sollte man TLS auch in „Transport Layer Spionage“ umbenennen…

  5. Zeit für die Bundesanwaltschaft, nun endlich aktiv zu werden. Es geht um Spionage für einen Drittstaat, genauer gesagt die USA. Ob Lauber sich dazu getraut?

    Im Fall von Xavier Justo, dem Genfer Whistleblower im gigantischen Korruptionsfall 1MDB, hat Lauber sich jedenfalls nicht entblödet, gegen Justo ein Verfahren wegen Wirtschaftsspionage zu eröffnen – und dies mit ausdrücklicher Genehmigung unserer dilettierenden Justizministerin Sommaruga.

    In Malaysia wird Justo als Volksheld verehrt, weil ohne ihn der Milliardenbeschiss nie aufgedeckt worden wäre!

    • Die Bundesantwaltschaft ist nutzlos und lediglich eine Alibiübung mit welcher Untersuchungen erfolgreich versenkt werden.
      Zudem braucht es für Verfolgung von Spionagedelikten die Ermächtigung des Bundesrates und damit ist die Geschichte beendet.

  6. Sie Wissen aber, dass bei der Koordinate 2696816 / 1282357, westlich Diessenhofen, nur mit Zustimmung USA, der Neubau erstellt werden konnte resp. unser weiser Bundesrat die geforderte Zustimmung abgab … um den Neubau erstellen zu können, über welchen JEDE Zahlung vom und nach dem Ausland abgewickelt wird …

  7. Danke für diesem Bericht aus dem Beamtensumpf. Bei den Banken ist ja nun vieles zwar nicht geklärt, aber immerhin öffentlich. Nichts wäre dringender als ein Inside Bundesplatz. Da laufen krumme Dinger, das sich die Banker Balken biegen. Seit sehr langer Zeit.

  8. SAP ist ebenfalls ein guter Kunde der NSA.

    Die Datenbank Hana wurde für bzw. zusammen mit der NSA entwickelt.

    Aktuell gehen sämtliche Behördendaten via SAP-Software in die Cloud und dann direct zur NSA.

    Das steht ganz offiziell im Cloud Act 2018.

    Bei solchen Freunden, braucht man keine Feinde mehr.

    Totalitarismus in Reinform.

    Mal schauen wieviele arabische Attentäter in Schweizer Behördendaten gefunden werden!

  9. Wer ist wir? Die CH Bevölkerung, Schweizer, FDP Politiker, ich weigere mich als Bewohner dieses Landes für jedes Verbrechen verantwortlich gemacht zu werden, das eine kleine Gruppe von Verbrechen verübt wurde.

    • Sippenhaftung wurde doch hierzulande erfunden und findet auch rege Anwendung (gegenueber anderen halt).

  10. Wer glaubt den das Märchen, dass die Schweizer Armee Geräte ohne Spionagezugang erhalten hat. Der Sprachverschlüsselungszusatz SVZ-B von Crypto zu den Ami Fungeräten war in der gesamten Armee von 1986 bis 2002 im Einsatz. Wer das abhören konnte, weiss einfach ALLES über die Armee. Dagegen ist der Landesverrat von Brigadier Jeanmaire ein Einschlafmärchen. Das alles mit Wissen unserer Behörden (nicht nur Bundesräte). Man hat sich damit selbst belogen, dass die Geräte sicher seien. Der Betrug an der Schweiz ist ohne Vergleich!

    • SVZ-B ist dieses Gerät, für alle Interessierten:
      https://www.hamfu.ch/de/geraete/geraet.php?id=121

      Tja, die momentan eingesetzten SE-135 und 235 et. al. werden wohl auch nicht sicherer sein bzw. „Service-Fenster“ aufweisen.

      Unabhängig geprüft wurden die wohl nie.

      „Der Betrug an der Schweiz ist ohne Vergleich!“

      Was die P-26er wohl dazu sagen würden?

  11. Die US-Geheimdienstler sind wirklich schlau, sie beschafften sich die wichtigen Informationen über die weltweiten Geldflüsse. Wie es scheint, wussten sie genau, von welchem Konto wieviel Geld in ein anderes Konto floss, das z.B. in der Schweiz lag. Und dann schlugen sie in den Nullerjahren zu und machten Milliarden mit der UBS und der CS und anderen CH-Banken. Für das Militärisch-Politische kaperten sie sich die Crypto AG in Steinhausen und waren auch da informiert. Derweil schwafelte man in Bern etwas von Spionageabwehr und dass der NSD ausgebaut werden müsse und merkte nicht, dass Spionage schon lange stattfand mit tätiger Hilfe der Schweiz und durch eine sog. „befreundete“ Nation. Man sagte auch naiv „Schwesterrepublik“. Klar, dass jetzt keiner und keine sich erinnert, solche Sachen vergisst man doch so leicht, hmm.

    • @ Georg Stamm

      Völlig richtig erkannt. US-Geheimdienstler sind schlau.
      Im Gegensatz zu den naiven, unfähigen, gehirngewaschenen Damen und Herren im korrupten, verlogenen Bundeshaus.
      Parlament und Bundesrat, sowie sämtliche politischen Parteien erscheinen immer unglaubwürdiger, ebenso der NDB.

      …Da glauben diese Damen und Herren auch noch, dass die Bevölkerung neuen Bank-Krediten für Kampfbomber zustimmen würde. Kampfjets mit ausländischer Hard. – und Software, steuerbar durch den CIA, was für ein unglaubwürdiger “Pfupf“. Frau Amherd hat übrigens kein technisches Wissen, sie ist den sogenannten “Beratern“ vollständig ausgeliefert. Wie lächerlich!

  12. Teufelskerle, diese geschäftstüchtigen Schweizer.
    Denen ist es gelungen mit höchstinstanzlicher Billigung
    sogar ihr Credo, respektive ihre Neutralität an den
    meistbietenden zu verhökern.

  13. Dass alle Vorsteher des Militärdepartementes informiert waren, ist völlig klar. Ihnen untersteht ja der Geheimdienst. Die Crypto AG wurde am 19.05.1952 gegründet, und damals befanden wir uns schon im kalten Krieg, der bis 1989/90 dauerte. Ich frage mich mehr, warum die Crypto AG am 28.10.2019 ihr Leben als Briefkastenfirma an der Lindenstrasse 10, 6340 Baar, aushauchte und das Aktienkapital von CHF 21 Mio. an die TCG Legacy AG am gleichen Domizil überging. Letztere befindet sich jetzt an der Baarerstrasse 14, 6300 Zug, und in Liquidation. Es würde mich brennend interessierten, wohin das Aktienkapital fliesst.

  14. Kalter Kaffee ist das Ganze hier. Es wurde immer und wird weiterhin spioniert, willkommen auf dieser Welt. Alle Staaten tun dies mehr oder weniger intensiv, da Staaten keine Freunde sondern nur Zweckverbindungen haben.

    Der Sturm den die USA wegen Huawei veranstalten ist nur weil sie meinen beim Spionieren dabei sind ins Hintertreffen zu geraten. Wie der Letzte Analphabet seit E. Snowden weiss, spionieren die USA Jedermann und Alle via die tollen weltverbessernden Apps und Hardware (Cisco) aus. China holt hier einfach nach. Wir können uns also entscheiden ob wir in Sachen Kommunikationsinfrastruktur von China oder anderen abhängig sein wollen. Es geht nur ums Geschäft.
    Falls man Kommunikationsinhalte geheim halten will muss man die Verschlüsselung selbst machen und nicht einkaufen, was jedoch für viele ein Ding der Unmöglichkeit ist. Das Ganze ist zu komplex.

    Also: keine Panik und ohne Scheu auswählen mit wem Manie besten Geschäfte macht, Punkt, Moral hat in diesem Zusammenhang nichts zu suchen – leider.

    • Dann aber das verlogene Neutralitaets-Maentelchen an den Haken haengen und aufhoeren, sich als was besseres anzubiedern.

  15. So was nennt sich dann „Partnerschaft für den Frieden“.
    Bei dieser Firma sind wir ja natürlich gern gesehen,
    mit unseren international geschätzten „Guten Diensten“.

    Nur weiter so, die Welt wird ja immer friedvoller,
    auch mit Schweizer Hilfe. (besser: Beihilfe…)

    PS1: danke für diesen Beitrag, ich war auch einer von diesen Pennern,
    welche im Militär diese Gretag – Chiffriergeräte bedienen musste.
    Komplizierte Sache damals, mit in verschlossenen Couverts übergebenen Schlüsselworten, mühevoll geändert in das Gerät eingegeben,
    wenn erfolgreich hat das Gerät angefangen zu rasseln und meist sind dann lesbare Zeichen herausgekommen.
    Was für ein Gefühl jedesmal wenn es geklappt hat, was aber nicht immer der Fall war. Dumm nur , dass man sich die ganze Mühe hätte sparen können, denn der Feind hört ja sowieso jedesmal mit.

    PS2: Gut dass es HUAWAI gibt !!!
    .

    • Klar gibt es das auch anderswo, allerdings gibt es das nie in dieser Scheinheilligkeit wie in der Schweiz.
      Hier brüstet man sich der Neutralität, der Unabhängigkeit, der Seriosität und Sicherheit, aber bei genauerem hinsehen ist diese „Schweizer Qualität“ schnell als überbezahlter Schwindel entlarvt.
      Am besten tritt die Schweiz möglichst bald offiziell NATO und EU bei – inoffizell ist man ja schon seit jahrzehnten eingebunden.

  16. Grundsätzlich finde ich es gut, wenn über Zusammenhänge informiert wird, damit sich keine Verschwörungstheorien bilden (einige Leute neigen ja dazu, sobald sie sich Dinge nicht erklären können). Nur fragt man sich gerade zum Thema Crypto AG und Gretag AG, warum die Schweiz hier im Mittelpunkt stehen soll? Die Amerikaner haben andere Staaten ausspioniert. Dass sie hierfür die Schweiz instrumentalisierten, wurde nun bekannt. Dass sie es mit dem Ziel der Terrorismusbekämpfung taten, ist lobenswert. Falls sie noch andere Motive hatten: Was geht uns das an? Bekanntlich kann man mit Hilfe eines Joghurts (und einigen anderen Zutaten) eine Bombe basteln. Wird damit die Migros in die Nähe von Al-Kaida und DAECH gerückt? Ich denke, so einfach ist es nicht, und so einfach funktioniert auch das Verurteilen von Menschen oder Firmen nicht. Aber es gibt immer Leute, die machen es sich sehr einfach.

    • Es ist ein Meisterstück wenn man Dritten Spionagematerial unterjubeln kann, das zur eigenen Informationsbeschaffung dient (Informationen die man dann teilen kann oder auch nicht, je nach Interessenlage). Etwas ganz anderes ist es, wenn man so blöd ist, selber Opfer solcher Machenschaften zu werden und sich dadurch in weiten Bereichen erpressbar macht. Ja, wir sind kaum mehr zu übertreffen.

    • Warum die Schweiz? Ist ja wohl sonnenklar. Mit unserem guten Ruf in jeder Hinsicht (früher) liessen sich die Verschlüsselungs Troyaner hervorragend verkaufen.

    • Hier geht es um Wirtschaftsspionage. Auch wenn man die so erzielten Informationen vor Gericht nicht verwerten kann, zeigen diese auf, wo man hinschauen muss. Zudem wird von dieser Site auch ganz klar Spionage zugunsten der amerikanischen Finanzindustrie betrieben und die Konkurrenz ausgehorcht.

  17. Zum Glück habe ich den Artikel Crypto/ Swisscom weitergeleitet und kann ihn in Ruhe lesen. Eine Antwort hätte ich trotzdem gerne.

    • Die CS Group arbeitet hochofiziell mit Palantir, einer CIA Frontfirma. Hier gibt es nichts zu sehen, gehen Sie bitte weiter. Das meiste ist schon bekannt, aber natürlich wird es abgeschtritten bis es nicht mehr geht und die traurige Wahrheit ist, im Grunde interessiert es kein Schwein solange SRF die Leute einlullt und seicht dudelt und der Lohn stimmt sind alle schön ruhig.

    • …sämtliche von Ihnen genannten Firmen wurden von NSA und oder CIA mitfianziert. Dies lässt sich leicht eruieren.

  18. Wir sind das Kindermädchen der ganzen Welt. Wenn wir eine Firma verkaufen, haben wir nicht die Pflicht diese zu kontrollieren wie und was der neue Besitzer damit macht.
    Überingends, Spygeräte sind zum spionieren da und nicht um Kekse zu backen!!! Also hört mit dem Gejammer auf und kommt auf den Boden der Realität zurück. Die Schweiz hat damit nichts zu tun. Ihr spuckt auf unsere Regierung, anstatt einmal etwas Zivilcourage zu zeigen und auf den Verantwortlichen zu spucken. In dem Fall die CIA UND CO. Ist doch schön zu wissen, dass auch die USA nicht fehlerfrei ist. Haha!!

    • Verantwortlich sind einzig und alleine WIR, respektive diejenigen, die vorgeben uns zu vertreten, gemäss Wählerauftrag und nach bestem Wissen und Gewissen.

  19. Hier sind noch Informationen zur Verbindung zwischen CIA, Crypto und der ETH Zürich.
    Scheint dass die Schweiz schon seit ewig ein solider Partner der US-Geheimdienste war und ist. Dies einzelnen Politikern oder Parteien anzulasten greift insofern zu kurz, dass sicher über jeden Verantwortungsträger bei den Diensten genug Material vorhanden ist, um sie zu erpressen, oder es wird einfach etwas erfunden. Die Frage ist vielmehr, warum gerade jetzt diese seit 20 Jahren allseits bekannten Infos mit grossem Bohei von der Presse verbreitet werden. Vielleicht um die FDP anzuschwärzen und die „sauberen“ Grünen mehr zu etablieren, die von diesen Mechanismen nicht mal Kenntnis haben und auch ohne Erpressung gehorsam transatlantisch „funktionieren“.
    https://www.danisch.de/blog/2020/02/16/ueli-maurer-die-eth-zuerich-und-die-crypto-affaere/

  20. Austauschstudent ist auch eine gute Tarnung. Es muss einem bewusst sein, dass es überall fremde Augen und Ohren gibt. Die diversen « SchwarzGeld Konten Skandale » sind bestimmt auch von Geheimdienste aufgedeckt worden. Etwas mehr Vorsicht und weniger Gutgläubigkeit würde ich der Schweiz wüschen.

  21. Interessanter Bericht! Danke.
    Inwiefern war die Gretag Imaging AG in Regensdorf (heute X-Rite Europe GmbH) involviert?
    Vor 20 Jahren bevor es auf einem Knall zu Entlassungen kam, entwickelten sie Geräte für Fotoentwicklung, Scanning, Farbkalibrierung …

  22. … nun endlich der VS-Botschafter auftritt, nein kriecht dieser, vor den Bundesrat zitiert, schlotternd und windend und erklärt dass „das alles nur geträumt“ ist?

    Leute träumt weiter, nächstes Jahr erscheint der neue Bond und der wird herausfinden, der Russe war‘s – Putin forever!

  23. Besitzer Omnisec Hans Jürg Bärtschi war auch für dubiöse Fussball Agenturen in tätig. Diese wurden zur Tarnung aufrechterhalten. Bertschi war laut Blick Präsident der Rüstungskommission.

  24. Die Pandora ist geoffnet worden: wer war Schuld?
    Tja, man will immmer noch 5G und IoT, dabei schon die Steinzeit hat uns überholt….big brother ist überall, gibt ihm keine Chance mehr…🤣🤣🤣

  25. Dieser Kaffee ist kalt.
    …Der NSA soll die in Belgien ansässige Swift ausgespäht haben…
    Swift „gehört“ NSA, CIA, dem Mossad und vermutlich noch anderen.
    Warum bauen denn die Russen was eigenes? Wie kommt der Iran oder VE zu USD? Das ist seit 25 Jahren no News. Ebensowenig no News ist, dass z. B. der Deutsche Staat seit ebenso etwa 25 Jahren online Zugriff auf jedes Bank-Kto. hat.
    Verwunderlich ist auch nicht dass seit den gleichen 25 gefühlten Jahren über Pablo aus Medellin fabuliert wird. Keine Sau interessiert sich dafür wer eigentlich seine Nachfolge angetreten hat.

  26. Old News!!! Tagi, Blick, Sonntagszeitung sowie 20min haben bereits mehrmals darüber berichtet. LH war aber zu fest mit seinen Lieblingskindern TT, UR & IK beschäftigt. LH, Sie geben nach!

    • Falsch! Niemand bisher hat das Thema Gretag und NSA beleuchtet. Liefern Sie gefälligst Belege, Sie angebliche Sandra!

    • Wo und wann haben Tagi usw. über Gretag berichtet? Ich behaupte jetzt einfach Sandra hat den Artikel nicht gelesen.

  27. Der Westen inklusive der Schweiz hatte bald nach dem 2. Weltkrieg ein klares Feindbild
    Zu Recht oder nicht ist hier nicht Gegenstand der Diskussion
    Der Feind waren in Europa die Russen, die Amerikaner waren „the good guys“
    Die good guys haben sich diese zu einseitige Ideologie offensichtlich schamlos zu Nutzen gemacht
    Wer dabei wissentlich oder blauäugig Hilfe geleistet hat ist heute nicht mehr wichtig
    Im Geheimdienst Milieu und bei der mit der Aufsicht beauftragten Politik muss gelten
    Misstraue Deinen Feinden und Deinen Freunden noch mehr

    • Ich war sehr lange ein Anhänger der USA. Spätestens mit der NSA-Affäre und Obama, diesem schwarzer Heuchler und Heisslufthersteller habe ich meine Meinung radikal geändert. Und nun auch noch dieser unendlich schmutzige Crypto-Skandal. Den Schaden wird die Schweiz bezahlen und die Dividende haben wie nach dem kalten Krieg auch wieder die Amis eingesackt. Die US-Regierungen zeigen, dass sie das, was sie dem „Reich des Bösen“ vorwarfen, immer selber waren und bleiben werden: Heuchler, Falschspieler, Rechtsbrecher und Gangster. Die Schweiz wurde und wird wie eine Kolonie behandelt und die kulturlosen US-Expats treten noch immer so auf, als herrschte in Europa die Hochblüte des Absolutismus und sie müssten uns Freiheit und Demokratie beibringen. Deutsch-, Kultur- und Geschichtskenntnisse dieser selbstherrlichen, abgehobenen Bagage natürlich bei Null! Selbstverständlich ohne ein einziges Wort Deutsch zu sprechen. Der Gastgeber hat sich doch dem Gast anzupassen, weil der ja der Weltmacht USA angehört. Warum wohl wird immer wieder weltweit das Sternenbanner verbrannt und warum erscheinen immer häufiger die Parolen „Ami go home“ oder „down with USA“ als Grafiti auf zahllosen Mauern? Die einzige positive Leistung der USA in der Weltgeschichte war der Sieg über Nazis, Faschisten und Japans Militarismus. Was letztlich auch nur der Eroberung und Erhaltung der Märkte diente. Der Rest ist verbrannte Erde, Hass, Tod und Trauer. Diese Rechnung werden die USA eines Tages sehr, sehr teuer bezahlen.

  28. Oh, mir scheint es sei kein Zufall, dass das alles jetzt gerade bekannt wird.
    Mit diesen „Geheimnissen“ hat es die Schweizer Regierung geschafft, mit einem Schlag die gesammte IT-Security und Crypto Branche in der Schweiz zu diskreditieren und womöglich sogar zu zerstören.
    Besten Dank!

  29. traurig aber anscheinend wahr….

    dass unsere sonst iq schwangeren kapitalinsider nach gut 70 jahren aufgeklärt werden müssen wer die show wirklich rennt…

    man hat hier anscheinend nur penner gezüchtet.

    *frankfurter schulsyndrom* *!*

  30. Jetzt werden einem zwei Dinge auch klar. Erstens, wieso Schweizer Politiker beim Bankgeheimnisstreit so schnell eingeknickt sind (die waren alle erspressbar) und zweitens, warum gewissen Leuten im IT Security Bereich alle Türen offen stehen (auch bei offensichtlichen Unzulänglichkeiten im Know How) während bei anderen trotz Leistungsausweis überall die Zugbrücken hochgehen…
    Tja, die Amis waren über alle Aktivitäten der Banken im Bilde – seit 1970.Schweizer sind Clowns 🤡

  31. von wegen neutralität und widerstand.
    zuerst belieferten wir die nazis mit gold
    und devisen und dann unsere befreier,
    die usa mit spionagehilfe.

    • Zweiteres ist Folge von Ersterem.
      Die Siegermächte wollten der „neutralen“ Schweiz – eben auch wegen Waffen, Gold und Deivisengeschichten mit dem 3. Reich – nach Kriegende ganz anderes Ungemach angedeihen lassen als dann geschehen ist.
      Es gab 45 eine Konferenz in DC, wenn ich nicht irre und die Schweizer Stategie, die schon gegenüber „Onkel Adolf“ angewandt wurde schien erneut aufzugehen. Diese lautete folgendermassen: „Warum die eigene Bank überfallen?“, denn das war eine der Lieblingsdelikte („Banküberfälle“ bei Nationalbanken & sonstige Raubzüge) der Nr. 2 der Nazis, dem gieriegen und Morphiumsüchtigen Reichsfeldmarschall Göhring. Das Ergebnis der erwähnten Konferenz könnte man irgendwie als den Beginn des Informationszeitalters ansehen.
      Ferner war die Schweiz während des gesamten WKII eine wichtige Drehscheibe für alle Spooks dieser Welt.