Produktivitätssteigerung in der Virus-Zeit

Erstaunlicherweise arbeitete die Wirtschaft effizienter in der Krise als in den Quartalen zuvor. Das kann man erklären.

Schon seit Jahrzehnten sinkt die Arbeitsproduktivität in entwickelten Wirtschaften. Die kapitalintensivsten Länder verzeichnen eine stark fallende Arbeitsproduktivität.

„Das Rätsel der Produktivität“ nennt man dieses Phänomen. Doch ein Neues tut sich auf: Wie kann es sein, dass in der Krise diese Länder eine wahre Produktivitätsexplosion durchmachen?

Keine Frage: Im Nachgang zu den gesundheitspolitischen Massnahmen im Umgang mit dem Corona-Virus sind alle entwickelten Länder in eine Rezession gefallen. Auch der entsprechende Arbeitseinsatz verringerte sich.

Jetzt kommt es aber: Der Arbeitseinsatz ist stärker zurückgegangen als die Wertschöpfung. Das führt zu einem verblüffenden Effekt.

In der Volkswirtschaftslehre wird die Produktivität als Bruttoinlandprodukt pro geleistete Arbeitsstunde berechnet. Wenn das BIP zurückgeht, aber die Anzahl der Arbeitsstunden noch stärker schrumpft, ist das Ergebnis der Division positiv.

Der Zuwachs der Arbeitsproduktivität während der Krise fand nicht nur in der Schweiz statt. Verschiedene entwickelte Länder zeigten ein ähnliches Muster.

Die Abbildung vergleicht fünf entwickelte Volkswirtschaften und die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts pro bezahlte Arbeitsstunde (BIP/h) in der jeweiligen Landeswährung (linke Skala).

Verglichen wird die Zeit zwischen dem Ende des Jahres 2019 (4. Quartal 2019) und den ersten beiden Quartalen 2020. Natürlich sind diese Zahlen mit Vorsicht zu geniessen. Einige sind provisorisch, andere sind Schätzungen. Trotzdem geben sie eine Tendenz an.

Produktiver in Virus-Zeiten? Wer hätte das gedacht (Grafik Autor)

Die rechte Skala zeigt die Steigerung der Produktivität. Der Durchschnitt für ihre jährliche Steigerung für die Jahre 2010-2018 betrug für diese Länder maximal 1 Prozent (gelber Punkt).

In den sechs Krisenmonaten explodierte die Produktivität auf 10 bis fast 30 Prozent (blauer Punkt). Es ist dabei unerheblich, ob die Zahlen gesichert oder „lediglich“ Schätzungen sind.

Denn: Vorher betrug die Steigerung der Arbeitswertschöpfung pro Jahr kaum 1 Prozent; in den Krisenmonaten wuchs die Rate auf ein mehrfaches davon.

Das ist eine Aussage, die eine Frage verbirgt: Warum erhöhte sich die Produktivität der entwickelten Wirtschaften derart? Eine klare Antwort gibt es nicht – stattdessen kann man sich vier Erklärungsansätze ausdenken:

– Zumindest in der kurzen Frist haben Deregulierung und Digitalisierung die Produktivität in beispielloser Weise gesteigert. Während der Corona-Krise liessen die meisten Länder eine gewisse Flexibilität in ihren starren Arbeitsgesetzen zu.

Gleichzeitig waren die Unternehmen offener dafür, Technologien wie Videokonferenzen oder Fernzugriff in die Arbeitsprozesse aller ihrer Mitarbeiter, nicht nur der Kader, zu integrieren. Es stellt sich nun die Frage, ob die Regulierungsbehörden und der private Sektor bereit sind, die Deregulierung und Digitalisierung fortzusetzen.

Falls ja, wird die Produktivität weiter steigen – höchstwahrscheinlich nicht mit der gleichen Geschwindigkeit wie während der Krise, aber zumindest mit einer viel höheren Rate als zwischen 2010-2018.

– Die Kombination aus Rationalisierung von Prozessen, besser durchdachter Koordination und Konzentration auf selbstgesteuerte Arbeit führte zu einer Steigerung der Produktivität.

In dieser Erklärung liegt der Grund für den Anstieg im besseren (Selbst-)Management von Arbeitsprozessen. Wenn die Unternehmen diesen Weg fortsetzen – indem sie eine industrielle Logik auf den Dienstleistungssektor anwenden -, kann die Produktivität wachsen.

– Der Produktivitätsschub ist auf einen Selektionsprozess auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen. Weniger produktive Arbeitskräfte verloren ihren Arbeitsplatz oder wurden zuerst in Kurzarbeit geschickt. Dies führt natürlich zu einer Steigerung der Effizienz. Sobald sie in die Arbeitsprozesse zurückkehren, sinkt die Produktivität wieder.

– Schliesslich ist der Produktivitätsschub die Frucht einer falschen Messung. Der Produktivitätsschub kam nur zustande, weil die Messgrössen die Externalitäten nicht berücksichtigen.

In diesem Fall handelte es sich bei den Externalitäten um höhere Wahrscheinlichkeiten von Depressionen oder anderen psychologischen Auswirkungen auf die Menschen, die nicht oder weniger arbeiten, um mehr Stress für Menschen, die mit erhöhter Flexibilität oder aus der Ferne arbeiten, oder um den Verlust von sozialen Kontakten am Arbeitsplatz. Einige dieser Externalitäten bleiben auch dann bestehen, wenn die Menschen zu ihren Arbeitsroutinen zurückkehren.

Und nun? Diese Ansätze sind nicht nur Erklärungen. Sie sind auch Handlungsoptionen. Wenn die Schweiz den Produktivitätsgewinn beibehalten will, muss sie auf die ersten zwei setzen: Digitalisierung, Flexibilisierung, Abbau von Regulierungskosten und besseres Management, kurz die Vitalisierung der Binnenwirtschaft, führen zu Produktivitätsgewinne. Und diese führen zu höherer Lebensqualität für alle.

Kommentare

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  1. Die vorliegende „Analyse“ hält den einfachsten Kriterien einer empirischen Erhebung nicht stand.

    Gründe:
    – zu kurze Beobachtungsperiode
    – ungenügende Grundgesamtheit
    – kein Abgleich mit Kohorten
    – keine statistische Relevanz

    Solange daher Herr Schneider seine Erhebungsmethode und Datenerhebung nicht offen legt, handelt es sich um reine Spekulation.

    Bleibt zu hoffen, dass der Chefvolkswirt des Schweizerischen Gewerbeverbandes Spekulationen – auch bei andern Sachgebieten – nicht vorschnell als Fakten darstellt.

  2. Natürlich sinkt die Produktivität: Die Unternehmen werden überhäuft mit Regulierung und was der Staat nicht macht, machen die Unternehmen selbst. Jede Menge Leute arbeiten in Abteilungen wie „Corporate Social Responsibility“, „Sustainability“, „Diversity and Inclusion“. Zudem der ganze andere Compliance und HR Müll. Da produzieren grob geschätzt mal 20% de MA einfach nur heisse Luft oder machen andere durch ihre „Arbeit“ unproduktiv.

  3. Alles richtig; aber es fehlt: wenn die Schweiz den Produktivitätsgewinn beibehalten will, muss sie Home-Office als neues Arbeitsmodell intelligent designen und durchsetzen. Die Dezentralisierung der Arbeit hat ihre Nagelprobe trotz überstürzter Hau-ruck-Einführung glänzend bestanden.

    • wo keine Wertschöpfung entsteht, gibt es auch keine „Produktivität“

  4. Vom Lockdown waren vor allem Berufsgruppen mit niedriger Stundenproduktivität (Gastro, Tourismus, Einzelhandel etc.) besonders brutal betroffen.
    Und zur Honeoffice-Produktivität: Wir (IT Development mit mehreren internationalen Standorten) haben das ziemlich genau gemessen.
    Realität: Produktivität ist in Summe klar gesunken. Alleinstehende Personen haben leichte Produktivitätsfortschritte gemacht. Besonders stark ist die Produktivität gesunken bei Personen mit Familie, einige von denen konnten gar nicht mehr arbeiten und mussten nach ein paar Wochen völliger Unproduktivität in den Zwangsurlaub geschickt werden – was dann paradoxerweise die Gesamtproduktivität wiederum gesteigert hat.

  5. Äh – in der Überschrift steht: …. kann man erklären. Weiter unten steht : Ein klare Antwort gibt es nicht.
    Solche Artikel haben einen Nutzungsgrad von genau 0

  6. Naja, ich kann mir auch gut als Erklärung Eine fünfte Kategorie vorstellen: Betrug bzw Ausnutzung Sozialsystem. Dass also gewisse Firmen (wir hier berichtet zB Adecco), weniger Stunden melden um Kurzarbeit abzusahnen; de facto wird aber mehr gearbeitet als rapportiert…

  7. Hossa. Also als hoher Direktor bei einem CH-Gewerbeverband sollte man sich dann vielleicht doch lieber nicht in akademische Welten trauen, wenn man diese nicht versteht. Da wimmelt es ja nur vor Widersprüchen und falschen Interpretationen. Lieber wieder den Schraubendreher in die Hand nehmen.

  8. „Schon seit Jahrzehnten sinkt die Arbeitsproduktivität in entwickelten Wirtschaften. Die kapitalintensivsten Länder verzeichnen eine stark fallende Arbeitsproduktivität.“

    „Die rechte Skala zeigt die Steigerung der Produktivität. Der Durchschnitt für ihre jährliche Steigerung für die Jahre 2010-2018 betrug für diese Länder maximal 1 Prozent“

    Was jetzt? Hatten wir stark fallende Arbeitsproduktivität oder eine kontinuierlich um 1 Prozent steigende Produktivität?

  9. Wenn eine positive Grösse durch eine andere positive Grösse geteilt wird, dann ist das Resultat immer positiv. BIP und Arbeitsstunden können nicht negativ sein…

    Zudem ist es absurd, die Produktivität in CHF pro Stunde zu messen. Wenn der Staat oder die Zentralbank die Geldmenge in der Wirtschaft verdoppelt, wird sicher nicht 2 mal mehr produziert… Im Gegenteil, eine solche Inflation würde weite Teile der Wirtschaft verwüsten.

    Noch etwas. Häufig sind es die bestbezahlten Leute, die am wenigsten produzieren… Sehr wichtige Jobs in der Infrastruktur, Gesundheit, usw werden ehe wenig bezahlt.

    Somit ist der ganze Artikel sinnlos… Mann kann nicht die Produktivität in Währung pro Stunde messen.

  10. Quintessenz: Wegen Home Office und schlicht Wegfall von Präsenzmöglichkeit fielen viele Bullshit-Tätigkeiten weg. Das muss zwingend in einen Produktivschub münden. Viele Mini-Chefs, aber auch Einzelmasken, die irgendwelche Organigramm-Kästchen füllen, sehnten das Ende des Lockdowns oder der Kurzarbeit herbei, um im Büro wieder ihre Schleimspuren ziehen und ihre Heissluftgebläse anwerfen zu können.

  11. Meine Vermutung, das ist ein Beabachtungsschnellschuss.
    Für die ganze Volkwirtschaft gilt das sicher nicht.
    Es gibt da noch andere Gründe die entsprechend wirken und nur bedingt darauf zurückzuführen sind das die Leute angeblich fleissiger geworden sind.
    Weitere Gründe:
    Der Verzicht auf nicht produktiven Leerlauf und sinnlosem ,,Firlefanz“ der auch beim Gewerbe weit verbreitet ist.
    Dazu wurde sicher auch weitverbreitet, sehr vieles nicht abschliessend bearbeitet,nach dem „ Moto“ dafür ist nach der Krise genug ZEIT.
    Das Ergibt eine Scheinproduktionssteigerung.
    Aufmerksame Mitarbeiter die es nicht in allen Betrieben gibt, oder die„Schnauze” halten, weil das schlecht ankommt, kennen da noch viele weitere Gründe.
    Generell gilt, AUCH in der Schweiz seit Jahrzehnten die Personalbestände sind je nach Branche sicher sehr unterschiedlich viel zu hoch.
    Die Arbeitskräfte werden zu wenig optimiert eingesetzt, das zum Schaden der Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
    Auf den Punkt gebracht, man kann MIT und Ohne Hirn arbeiten.
    Megalacher der altbekannte in den letzten 30 Jahren etwas aus der „Mode“ gekommene Spruch„ zwenig Lüt“ ist von Ausnahmen abgesehen, NICHT zutreffend,das heisst richtig „zwenig Hirn“!
    Zum Abschluss:
    In über 50 Jahren in einem breit gefächerten Berufsbild, sehr vieles gesehen, beobachtet und entsprechende Erfahrungswerte gesammelt.
    Die Arbeitskräfteeinsparungen sind sehr oft,mit wenig Mehraufwand und OHNE ,,drangsalieren“ der Mitarbeiter, teilweise bis sehr deutlich in den zweistelligen Prozent- Bereich möglich.Die Formel viel Volk generiert viel Wohlstand ist eine Formel aus Antiker Zeit.
    Sklaven— Wirtschaft.
    Mit und seit der Aufklärung und industrialisierung lautet die Formel,Hirn und Technik schafft Wohlstand.
    Alles andere ist ideologie getriebener Schwachsinn.

    • Das ist ein Beobachtungsschnellschuss, der keine wissenschaftliche Grundlage hat. Dafür ist die Stützperiode sowie das sample nicht repräsentativ.
      Ich hoffe nicht, dass der Gewerbeverband seine wirtschaftspolitischen statements auf solche Schnellschüsse abstützt.

    • Herr Schneider produziert laufend Schnellschüsse.
      Wenn die Welt nur so einfach wäre wie er dies durch seine Rosa-Funktionärsbrille sieht.

  12. Ein Blick in mein Umfeld zeigt deutlich auf – die Bürohengste, welche zuvor strikte in die Büros gepilgert sind und nun mehrheitlich von zu Hause arbeiten, fühlen sich ohne Ausnahmen zufriedener/glücklicher. Der stressige und energieraubende Arbeitsweg, Störquellen am Arbeitsplatz fallen weg – um nur einige Beispiele zu nennen. Es bleibt letztlich mehr work-life balance übrig. Ein neues Privileg, welches Generationen vor uns nie hatten. Und so sicher wie das Amen in der Kirche, bleibt uns die Flexibilität / homeoffice auch zukünftig erhalten. Firmen, welche zur alten Normalität wechseln, werden Talente verlieren und unzufriedene Mitarbeiter hervorbringen.

  13. Ich bin selbst seit März im Homeoffice tätig (Projektmanager, internationale Finanzfirma), meist via Zoom und Skype und kann aus praktischer Erfahrung folgendes sagen:
    1. Die Disziplin der MitarbeiterInnen ist deutlich gestiegen, sie fokusieren sich auf dienstliche Belange, private Nebenaktivitäten und Geschwätzt fallen weg. Unpünktlichkeit ist kein Thema mehr.
    2. Der Umgang ist viel höflicher und toleranter geworden.
    3. Conference calls sind besser vorbereitet als herkömmliche Meetings und verlaufen deutlich strukturierter und zielgerichteter, mit entsprechend besseren Ergebnissen.
    4. Weil die Kommunikation komplizierter ist, fokusieren sich alle auf die wirklich wesentlichen Dinge, für Bagatellen hat niemand mehr Zeit und Interesse.
    5. Es wird mehr und besser schriftlich dokumentiert.
    6. Es fehlt an Ablenkung durch private Aktivitäten am Abend, die Leute arbeiten folglich mehr.
    7. Niemand trägt mehr Anzug und Krawatte, nicht mal die allerobersten Chefs. Die erhöhte Bequemlichkeit erleichtert die eigentliche Arbeit.
    8. Der Pendel-Stress in Auto oder ÖV fällt weg, das spart jede Menge Zeit und Nerven, gut für Firma und Personal.

    • Nachollziehbar richtig.
      Das ist jedoch nur für einen kleinen Anteil der gesamten Wirtschaftsaktivitäten umsetzbar.
      Das heisst für Projektarbeit und Teile der Administration.

    • Kann ich zu 100% bestätigen. Das Gelabere an den Sitzungen vor Corona ging mir richtig auf den Sack. Jeder drehte noch eine Ehrenrunde mit einer banalen Präsentation und machte sich wichtig.
      Heute werden (wieder) Punktlandungen gemacht. Gute, konzentrierte Vorbereitung führt zu Statements: Every sentence a message, was klare Positionen ergibt, welche wiederum zu schnellen, klaren, einfachen Entscheidungen führen.
      Warum ist das so?

    • Die Toilettenreiniger am Hauptbahnhof arbeiten auch von zu Hause aus, oder ?

  14. Verhinderer und Bremser konnten ihre „Kernkompetenz“ aus dem Home Office weniger gut einbringen. Dies als Ergänzung zum dritten Erklärungsansatz.

  15. Aber klar doch! Wenn die Hungersnot in einer Region ausbricht, müssen die Leute auch schneller und länger laufen bis zur nächsten Brotstelle. Das aber als „Produktivitätssteigerung“ zu bezeichnen ist nicht nur zynisch, sondern schlicht dumm! Denn welcher Kausalzusammenhang sollte denn bestehen, zwischen der herbeigerechneten „Produktivitätssteigerung“ und der ausschliesslichen unbelegten Vermutung, die Leute würden jetzt die nächste Brotstelle effizienter aufsuchen? Wenn der Wunsch Vater des Gedankens ist und auch der Umkehrschluss – wie fast immer – nicht stimmt. Oder noch einfacher: Gewohnter Ökonomenstuss vom Feinsten!

  16. Die Uebersetzung zur Konklusion lautet wie folgt: Damit die Produktivitätssteigerungsrate beibehalten werden kann, müssen sich die Unternehmen nun schleunigst von einem Grossteil ihrer Mitarbeiter trennen. Klar steigen die Kurse an den Börsen, da die Produktivität der Unternehmen noch schneller steigt. Nur konsumiert irgendwann niemand mehr, weil der grösste Teil arbeitslos ist. Viel Spass noch hier im Schoggiland, ich habe die Koffer bereits gepackt und setze mich in ein Schwellenland ab, welches noch 50 Jahre hinter unserem Status Quo wirtschaftet, damit ergeben sich für mich äusserst interessante Möglichkeiten – ganz abgesehen von einem viel angenehmeren und freiheitlicheren Lebensstil.

  17. „Die kapitalintensivsten Länder verzeichnen eine stark fallende Arbeitsproduktivität.“
    Gibt’s Belege dafür? Man muss schon unterscheiden können zwischen Arbeitsproduktivität (Wertschöpfung pro Arbeitseinheit) und Arbeitsproduktivitätswachstum (Veränderung der Wertschöpfung pro Arbeitseinheit).
    Ich bezweifle, dass wir eine negative Entwicklung der Arbeitsproduktivität haben in den kapitalintensivsten Ländern.

  18. Ja, endlich hat mal ein Ökonom und IP-Standpunktschreiber in der Corona-Krise auch positive Ansätze und Lerneffekte erkennen können.
    Nebst all den pauschalen Kritikern hier.

  19. «[Zum Bruttosozialprodukt gehören] auch Luftverschmutzung und Zigarettenwerbung und Rettungsfahrzeuge, die die Opfer von Verkehrsunfällen von unseren Highways abtransportieren, ausserdem Spezialschlösser für unsere Haustüren und Gefängnisse für Leute, die sie aufbrechen. […] Napalm gehört dazu und Atomsprengköpfe. […] Was für das Bruttosozialprodukt andererseits keine Rolle spielt, sind die Gesundheit unserer Kinder, die Qualität ihrer Erziehung, die Freude, die sie beim Spielen haben. Die Schönheit unserer Dichtung zählt nicht, es zählen nicht die Stabilität unserer Ehen, die Intelligenz unserer Debatten oder die Integrität unserer öffentlichen Beamten. Es zählen nicht unsere Klugheit und unser Mut, weder unsere Weisheit noch unsere Ausbildung, weder unser Mitgefühl noch die Liebe zu unserem Land, kurz: Es zählt alles ausser dem, was das Leben lebenswert macht. […]»

    https://www.handelszeitung.ch/blogs/free-lunch/robert-kennedy-der-froschkoenig-und-das-bip-1118021

    Robert Francis „Bobby“ Kennedy (* 20. November 1925 in Brookline, Massachusetts; † 6. Juni 1968 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Politiker. Der jüngere Bruder des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy strebte nach einer Karriere als Senatsjurist, Justizminister und Senator auch die Präsidentschaft an und fiel während des Vorwahlkampfes ebenfalls einem Attentatzum Opfer.

  20. Wenn man bedenkt, dass die Sektoren mit niedriger Wertschöpfung bzw. Arbeitseinsatz zu niedrigem BIP Anteil (Gastgewerbe, Wellness, Hotellerie) am meisten von den Gesungheitspolitischen Entscheiden getroffen wurden bzw. stillstanden, erscheint diese Entwicklung nur logisch.

    Man kann es natürlich auch mit Prozessoptimierung usw. verkomplizieren.

    Oder sehe ich da etwas falsch?