NZZ Seite 5: Auch für die Tüchtigen?

Im Vorzeigeblatt warben Schweizer Topfirmen für sexuelle Vielfalt am Arbeitsplatz. Viele von ihnen bauen gleichzeitig ab. Quer?

Die Seite 5 jeder NZZ ist ein Grund dafür, warum man die NZZ liebt und liest. An prominenter Stelle im Ressort International finden sich täglich Hintergrundberichte aus der ganzen Welt, meistens von den Korrespondenten an mehr als zwei Dutzend Orten in der ganzen Welt, von Paris über Istanbul bis Jerusalem.

Das ist in der Schweiz einzigartig, das ist NZZ. Andernorts liest man nur die üblichen Tagesaktualitäten, zusammengetragen im Newsroom.

Was man bis vor kurzem nie fand auf Seite 5: Werbung. Am Samstag, 20. Juni 2020, gewährte die NZZ zwanzig grossen Firmen einen gemeinsamen Werbeauftritt. Die Botschaft lautete „Wir setzen uns ein für mehr Vielfalt am Arbeitsplatz“.

Zu dieser bedeutungsvollen Verlautbarung bekannten sich zwanzig Firmen, darunter die ganz Grossen des Zürcher Finanzplatzes, Credit Suisse, UBS, ZKB, Swiss Re, Allianz, aber auch weitere Schwergewichte der Schweizer Wirtschaft: ABB, Migros, Swisscom, die NZZ selbst.

Inside Paradeplatz hat das Inserat in einem Video mit dem Titel „Es ist gaga“ abgehandelt. Zur Erinnerung: Gross und farblich unterlegt stehen oben im Inserat die sechs Wörter: LESBISCH, SCHWUL, BISEXUELL, TRANSGENDER, INTERGESCHLECHTLICH, QUEER.

Werbung für alle, nur nicht die Bünzlis (NZZ)

Da den Grossen unserer Wirtschaft die sechs Farben der LGBT+ Pride Flag nicht genügen, fügen sie in ihrem Inserat einen siebten Farbstreifen bei und schreiben darauf BEREICHERND. Und damit es jeder versteht, dazwischen – ganz klein in schwarzen Buchstaben – „Oder anders gesagt“.

Sind wir begeistert, bestürzt oder einfach ratlos ob dieser Offenbarung unserer Wirtschaftsgrössen? Was wollen sie uns sagen, was wir nicht schon wissen?

Sie behaupten, dass es um die Arbeitsplätze in ihren Unternehmen gehe. Echt? Vielleicht wollen sie ja nur davon ablenken, dass die meisten dieser Firmen in den nächsten Monaten und Jahren Arbeitsplätze abbauen werden. Das ist eher weniger „bereichernd“.

Oder wollen sie tatsächlich darauf hinweisen, dass nicht-traditionelle sexuelle Orientierungen in ihren Firmen besonders zur Bereicherung beitragen? Eigentlich ist doch anzunehmen, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gleich welcher sexuellen Orientierung, zur Bereicherung beitragen.

Schliesslich ist es der Zweck aller dieser Firmen, zur Bereicherung oder Wertschöpfung beizutragen.

Oder geht es nicht um eine besondere Wertschöpfung, sondern um eine besondere Wertschätzung? Das wäre dann eine Diskriminierung der traditionell sexuell Orientierten, der Heteros, der Normalos, der Mehrheit. Diskriminierung ist aber gar nicht nett.

Vielleicht geht es den Firmen tatsächlich um eine Aufklärung über verschiedene sexuelle Vorlieben und Praktiken. Das wäre bei „lesbisch“, „schwul“ und „bisexuell“ nicht nötig. Bei „queer“ wird es schon schwieriger.

Eigentlich ist das einfach der englische Ausdruck für „schwul“, aber wie auf Wikipedia nachzulesen ist, „bleibt das Wort im englischsprachigen Raum jedoch umstritten, und individuelle Meinungen dazu sind häufig polarisiert“.

Wo der Unterschied zwischen „transgender“ und „intergeschlechtlich“ liegt, ist dann nochmals etwas komplizierter. Bei beiden Begriffen scheint es um biologische Aspekte zu gehen, etwa um Abweichungen der Geschlechtschromosomen oder um genetisch bedingte hormonelle Entwicklungsstörungen.

Wer es genau wissen will, sollte sich bei den Personalabteilungen der zwanzig Firmen oder deren Kommunikationsberater erkundigen.

Interessant waren die Reaktionen auf das „Gaga Video“. Es wurde rekordhohe 12’500 Mal angeschaut und generierte über 170 Kommentare.

Die Kommentare geben unterschiedliche Signale: Gemessen an der Anzahl der Kommentare dominieren die negativen Reaktionen der LGBT+ Gemeinschaft und der politisch Korrekten.

Dabei habe ich mich überhaupt nicht zu Fragen der sexuellen Orientierung geäussert, weder positiv noch negativ. Es ging im Video um die PR-Aktion der zwanzig Firmen.

Gemessen an den Reaktionen der Leser auf die Kommentare dagegen ist die Zustimmung zum Video eher gross. Bei „Inside Paradeplatz“ können die Leser zu den Kommentaren mit dem „Like-Button“ zum Ausdruck bringen, dass ihnen der Kommentar gefällt oder sie die Meinung teilen. Die zustimmenden Kommentare erhielten viel mehr „Likes“ als die Ablehnenden.

Der Kommentator, der sich Peter Staub nennt, hat mit dem beliebtesten Kommentar mehr als 300 Likes erhalten. Er schreibt:

„Mein Staubsauger und ich lieben uns innig und sind schon länger ein Paar. Wir gehören der Minderheit der Objektsexuellen an und werden laufend diskriminiert! Beim Spazieren am See schauen die Leute schräg oder pöbeln uns an. Wenn wir nach 20:00 h staubsaugen oder am auch mal am Sonntagmorgen, dann hagelt es Reklamationen. …“

Peter Staub stellt deshalb an die Regierung eine Reihe von Forderungen, unter anderem „Verschärfung des Anti-Rassismus Gesetzes, Heirat (auch kirchlich) meines Staubsaugers, Adoption von Handstaubsaugern“.

Und er schliesst seinen Beitrag mit folgenden Worten: „Ich danke der CS und der UBS schon jetzt für die Unterstützung und freue mich, im VR der beiden Banken Einsitz zu nehmen. Ich sauge alle Eure Probleme weg, das nennt man gelebte Diversity!“

Die grosse Anzahl der Likes zeigt, dass viele Leute das Ganze nicht allzu ernst nehmen und darüber lachen können. Weniger lustig äussert sich die Kommentatorin, die sich Iron Maiden nennt und mit über 200 Likes bedacht wurde.

Ihr Kommentar umfasst gerade einmal acht Wörter: „Wir befinden uns in einer Phase der Dekadenz“.

Ob lustig oder dekadent, was soll das Geschrei der zwanzig Firmen über die sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz? Wichtig ist doch einzig, dass die Arbeit gut gemacht wird. Gibt es zur „Tüchtigkeit am Arbeitsplatz“ gelegentlich auch ein Inserat auf der Seite 5 der NZZ?

Kommentare

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  1. Ich für meinen Teil musste am meisten schmunzeln über den Satz – Zitat: Wichtig ist doch einzig, dass die Arbeit gut gemacht wird. Zitat Ende.
    Wenn ich das so auf manchen Posten in der Teppichetag jedweden grossen Unternehmen anwende, auf Blatter, Blocher, Infantino, Salvini, Erdogan, DT und Konsorten anwende, muss ich mir ernsthaft Gedanken über die Definition von – gut – machen. Und den Bogen von geschlechtlicher Divertisität zum Abbau der Arbeitskräfte zu schlagen versuchen – Chapeau. Das kann nicht jeder.

  2. Sehr geehrter Herr Geiger

    So sehr ich Ihre Beiträge auf IP auch schätze, in Ihrem Interview mit Herrn Hässig haben Sie ganz einfach nur die „sogenannten“ Normalos mit LGBT+ verglichen. Von einem Mann Ihres Kalibers erwarte ich einfach mehr.

    Zugegeben, über den Kommentar mit dem Staubsauger musste auch ich lachen. Aber, ein ernstes Thema von Ihnen lächerlich gemacht zu sehen, hat mich enttäuscht. Wenn Sie die PR Aktion der Firmen schon aufgreifen, dann wären Überlegungen wie:

    – Was denken sich Heteros dabei?
    – Wie steht die Queer Community zu dieser Anbiederung?
    – Ist es nur der Zeitgeist oder tatsächliches Umdenken?

    wahrscheinlich konstruktiver gewesen. Ebenso hätte man die Frage aufwerfen können, ob eine Aktion mit Regenbogen-Flaggen im Sinne von Kundengewinnung/-bindung Erfolg für ein Unternehmen generieren kann. Glauben Sie mir, auch ich finde es moralisch höchst verwerflich, ältere sehr gute Mitarbeiter nicht zu befördern um der Diversity gerecht zu werden. Oder gute ältere Mitarbeiter zu entlassen und dafür günstige Jüngere einzustellen. Aber das Ausspielen unterschiedlicher sexueller Präferenzen oder Nationalitäten oder der Religion ist einfach nur traurig.

    Mir ist durchaus bewusst, dass ein Sechs-Minuten-Interview nicht in die Tiefe gehen kann. Trotzdem war es enttäuschend. Denn letztlich geht es um die Sensibilisierung für ein Thema das nach wie vor zu viele Verlierer hervorbringt. Nicht nur bei den LGBT+.

    Ich schreibe das als Homosexueller dem in jungen Jahren gesagt wurde: Du bist zu jung für eine Beförderung. Das geht nicht. Als ich zwischen 25 und 35 Jahre alt war hiess es: jetzt kommen zuerst die jungen Väter. Du bist schwul und brauchst das Geld nicht. Was natürlich stimmte. Ich musste nie eine Familie finanzieren. Und Heute heisst es: Wir müssen jetzt Frauen fördern. In jungen Jahren hat mich das schwer belastet. Heute lache ich darüber. Aber ich kann es mir leisten. Viele andere nicht.

    Mit freundlichen Grüssen

    Zowie

    • Danke für die ehrlichen Worte und der Offenheit für Humor. Der Staubsaugervergleich ist heikel.

      Sie haben recht, ich war dabei, ich habe auch gesehen, wie Männer nach der Heirat oft befördert wurden oder mindestens eine Gehaltserhöhung und ein Schulterklopfen von Kollegen erhielten – systematisch. Die Heirat war auch für mich oft leider die einzige Erklärung für die Vorgänge (Erfahrung, Kompetenz, Umsatzverantwortung oder Intelligenz waren offensichtlich nicht das Thema). Es war eher eine informelle Solitarität unter Männern.
      Frauen wurde umgekehrt Verantwortung entzogen oder ihnen wurde höchstens formelle Leiter Titel ohne Verantwortung zu gestanden – welche auch ich anfänglich (als „wenigstens etwas“) dankbar akzeptierte – während sich die Jungs darüber lustig machten – was ich sehr schnell zu spüren bekam.

      Heute sind so viele Männer und Frauen nicht verheiratet und die Sexualität ist nicht mal mehr ein Kaffee-Klatsch-Thema. Der berufliche Boys-Club geniesst jedoch bis heute Vorteile und die „Quoten-Frau“ wird oft der Lächerlichkeit preis gegeben.

      Zum Thema Schwule:
      Ich persönlich habe einmal die Entlassung eines schwulen Mannes erwirkt: nicht weil er offenbar Schwul war und sich auch so benahm (während ich mich um eine Genderneutrale Kommunikation bemühte – redete er komisch und machte spezielle Gesten mit den Händen), auch nicht weil ich ihn ausbildete obwohl er nicht begabt war, auch nicht weil er sich oft krank meldete und oft zu spät kam weil er HIV-Positiv-Medikamente nicht vertrug(ich behielt diese Info für mich). Nein, weil er sich im Selbstmitleid suhlte, das ganze Team belastete und verärgerte, und mich mit einer penetranten Opfermentalität immer mehr ausnutzte und sich gleichzeitig respektlos äusserte.

      Also, die Opfermentalität bringt uns nicht weiter.
      Das gegenseitige Vorhalten von Geschlechter Privilegien bringt uns auch nicht weiter.

      Wir brauchen, Meschen mit Rückgrat und Vorbildcharakter.

  3. Steht auf dieser Seite 5 auch, dass die 2. Säule und der malaysische Staatsfonds das Entscheidende gemeinsam haben? Da es auf Schweizer Seite die NZZ Klientel betrifft vermute ich eher nein. Selbstbedienungsladen in allen Ehren. Die üblichen Verlierer auch.

  4. Lieber Hans, ich bin sehr dankbar, dass und wie du dieses aktuelle Thema aufnimmst! Dahinter steckt natürlich linke Ideologie und Profitdenken. Den Banken ist es doch egal, wer es wie mit wem macht. Es ist ihnen auch völlig egal, wenn jemand unterdrückt wird. Es geht ihnen nur ums Geld.

    Es geht um die Verbrüderung von linksliberalen Sozialisten mit dem Kapitalismus. Alleinstehende, kinderlose LGBT+ Arbeitnehmer und Konsument sind kapitalkräftig und arbeitsam. Müssen abends nicht nach Hause, um Frau und Kinder zu schauen, konsumieren kräftig.

    So hofft die Wirtschaft, mit politisch korrekten Inseraten die Gunst des linken Mainstreams zu gewinnen, der dran ist, die Macht in Europa und der CH weiter auszubauen (ergriffen hat er sie schon länger). Denn mit Sozialisten darf man es nicht verscherzen, die fackeln nicht lange (siehe China, DDR etc.).

  5. Die Unternehmen lenken mit derartigen „Diversity“-Aussagen lediglich von der Altersdiskriminierung ab. Man findet in den Stellenanzeigen so ziemlich alle Aspekte – von sexueller Orientierung über politische Gesinnung bis zur Hautfarbe –, aber niemals ein Bekenntnis zur Alters-Diversity.
    Letztlich ist der Regenbogen-Hype dieser Unternehmen auch nur ein Versuch, sich bei jüngeren Menschen beliebt zu machen.

    • Lieber Herr Gasser
      als zu meinem Glück finanziell unabhängiger Schwuler muss ich Ihnen leider, leider … recht geben. All das Gefasel um Diversity und länger arbeiten und wertvolle Erfahrung nicht verlieren ist in der Tat: Gefasel, um zu verdecken, dass die Entfernung von 55+ Mitarbeitenden die bequemste, effizienteste und beliebteste Massnahme zur erfolgreichen, die Karriere des Abbauers fördernde Kostenreduktion ist. Alles ander ist Geschwätz.

  6. Das sind doch nur wohlfeile Lippenbekenntnisse dieser Firmen, die auf den Toleranzzug aufspringen und so ihr Image polieren. Mehr nicht. Die Migros, oben auch aufgeführt, würde besser dafür sorgen, dass ihre Fleischlieferanten im In- und Ausland anständige Tierhaltung betreiben. Das ist mühsamer als auf einem Inserat mitzumachen, das bedingt Arbeit und Kosten. Und warum die sexuelle Orientierung von Mitarbeitern „bereichernd“ sein soll, verstehe ich nicht. Ich bin schon zufrieden wenn ich kompetent und anständig behandelt werde als Kunde, ganz gleich von wem.

  7. Um sich schon im Vorfeld gegen Anwürfe von Lesben, Schwulen, Heteros etc. zu wehren, gehören Inserate dieser Art zur besten Verteidigung.

  8. Der momentane Hype um Queer & Co verhilft vor allem jungen betroffenen Menschen zu mehr Selbstbewusstsein.

    Ich glaube aber nicht, dass er zu einem klareren Identitätsverständnis, resp. ID-Findungsprozess, beiträgt. In meinen jungen Jahren, gab es männliche und weibliche Körper welche auf der administrativen Ebene wie eine Adresse funktionierten – der Rest war frei wählbar und wurde auch so gelebt.

    Heute müssen sich die jungen Fragen, ob sie jetzt A,B,C,D,etc. oder doch y oder X sind und das auch so öffentlich deklarieren – ich stelle mir das extrem anstrengend vor.

  9. Bereichernde Menschen sind effizienter als Hetero- Menschen. Dann ist doch eigentlich jeder Unternehmer fehlgeleitet, wenn er Heteros einstellt?
    Manchen Leser oder Schreiber geht es eher um Erleuchtung, möchte man meinen.
    Willkommen. Schön, dass sie bei IP darum suchen.

  10. Ganz schön naiv, die LGBT-Propaganda der Konzerne den Linksgrünen (woher es ursprünglich mal herstammte) in die Schuhe zu schieben.
    Ganz im Gegenteil: Heute macht das neoliberale Plünderoligarchat LBGT zur Chefsache, weil es den Profitinteressen nicht wehtut und man damit die „linksgrüne“ Opposition gegen Raubtierkapitalisten perfekt spalten kann.

  11. Diversity, angeblich 65 verschiedene Geschlechter und schlussendlich fordern dieselbe Kreise Quoten für „Frauen“. Das ist schlicht barer Unsinn.

  12. Lache mich jetzt noch schlapp über den Kommentar mit den Staubsaugern… wobei ich noch weitergehen würde und den Einsitz des STAUBSAUGERS in den VR der UBS und CS fordere!!!!!

    schöner nebeneffekt: von staubsaugern geführt, würden beide banken wieder prosperieren!

    staubsauger an die macht!!!!!

    • Dieser Leserkommentarschreiber müsste zweifellos einen Literaturpreis bekommen.

      Viele abgehobene Journis und eitle Literaten müssten neidisch sein, ob seiner köstlichen Phantasiewelt.

    • Peter Dodd: Ich bin mir nicht sicher, ob das eine Phantasiewelt ist.
      Letzthin hat ein Japaner seine Hatsune Miku geheiratet. Faites vos jeux, und dann, rien ne va plus!

  13. Schweissgebadet fahre ich aus dem bequemen Chefsessel, denn wie ein Donnerschlag befällt mich die Erkenntnis, dass ICH die Schuld an absolut ALLEM trage.

    Als hetero-white-male muss ich hier und jetzt ursächlich für die Misere von allen andern geradestehen – denn immerhin legte ich auch noch sowas wie eine Karriere hin.

    Gemäss der Korn Ferry Broschüre “The Reference Man Rules” bin ich sogar verantwortlich dafür, dass Frauen frieren (HWM haben den Thermostaten im Büro installiert), sich an Sicherheitsgurten verletzen (HWM manipulierten die Crash Tests durch den Einsatz von männlichen Dummies), von Apple’s Siri missverstanden werden, an der Bar nicht über den Tresen schauen können und noch viel mehr. Minoritäten machen gemäss Korn Ferry meist keine Karriere, weil HWM-Chefs wie ich dafür einen Uniabschluss voraussetzen (also zum Glück nicht, weil Korn Ferry sie als Head Hunter gar nicht erst in Betracht zöge). LBGT kommen offenbar nicht in Top-Management Positionen, weil HMW wie ich nicht intensiv genug nach ihnen suchen.

    Aber jetzt wird alles anders! Jetzt wird aufgeräumt mit meinen Privilegien, welche bloss auf harter Arbeit und ausgewiesenen Kompetenzen beruhen. Und mir dämmert, dass ich ein Auslaufmodell ohne Zukunftsaussichten bin (obwohl ich meine Anstellungen zu beinahe 60% weiblich besetzte). Mir wird klar, dass mich mein bequemer Chefsessel nicht mehr länger beherbergen kann (obwohl ich sogar mehrmals Personen mit anderer Hautfarbe und Orientierung einstellte).

    Was soll ich nur tun? Dem „hetero“ abschwören? Mich als Bi outen? Oder einfach gleich die Unterstützungsformulare beim Sozialamt bestellen? DA….. es klopft schon jemand an meiner Bürotür! Das wird er sein, der jämmerliche, unvermeidbare Rausschmiss!!! HR glaubt nämlich daran, was in diesen Diversity Broschüren steht…

    • An der Fachhochschule XY vor 20 Jahren. Prof. ZZZ (doziert heute noch und schreibt Bücher wie wild) sagte (wortwörtlich): „wenn ich Amerikaner wäre, würde ich schwarz, schwul und behindert sein wollen – so sind sie unkündbar“

      Ich gebe zu, heftige Aussage… damals schauten wir uns leicht irritiert an und setzten unser anstandslächeln auf…

      Frage mich oft, was heute, 20 Jahre später geschehen würde…. Ein Entrüstungstsunami würde über Prof. ZZZ rollen, ihn für den Rest seines Berufslebens erledigen… vermutlich hätte die Aussage auch noch jemand mit dem Händy aufgenommen – dann könnte er sich gleich erhängen…

      Manchmal wünsche ich mir die Unaufgeregtheit von damals zurück…

  14. Ich sehe Ihren Punkt und Ihre Argumentation ist korrekt Herr Geiger.
    ABER ein wesentlicher Punkt in dieser Debatte die nur in „hochentwickelten“ Industrienationen geführt werden kann ist, dass es um eine Sensibiliserung des Anliegens „alle Menschen sind gleich“ geht. Um Empathie wenn man so will. Da aber mittlerweile viele Menschen sich als Minderheit fühlen, geht der „Schuss“ in den Mainstreams immer wieder nach hinten los. Ist schade, da viele die sich hier betroffen fühlen, schon sehr privilegiert sind in dieser Welt. Ich gehe jetzt etwas provokativ so weit, dass die, die wirklich zu kurz kommen in der CH sich gar nicht äussern können oder wollen. Es gibt viel Leid in der CH, aber bei IP wahrscheinlich nicht:)

    • Alle Menschen sind NICHT gleich. Aber gefordert wird es und man demonstriert dafür. Ich bin ein Elefant, sagt die Giraffe und die Affen bekommen eine Chefposition im HR, damit sie Papageien einstellen können.

    • … gleich und gleich gesellt sich gerne…

      ist ja schön, wenn man seinem Meinungs-Gspänli auf die Schultern klopfen kann. Und gleich noch die Quali „gut“ nachreicht. Es wird ihn freuen.

      Ein „rite“ wäre in der Summe genügend gewesen… Also bitte keine Übertreibungen. Es reicht auch so.

    • Lieber Herr Janssen

      Beste Grüsse an Ihren Bruder! Er war mein Englischlehrer (damals sagte man noch so – heute wohl Dozent;-)) am KV Zürich.

      Mochte ihn sehr gerne!

  15. Herr Geiger: Wer sich verteidigt, klagt sich an. Ihr Video war dermassen bescheuert (gaga!) – lassen Sie‘s doch jetzt einfach gut sein.

    • @S Gürtler: Für wen halten Sie sich Herr Gürtler, dass Sie den anderen Mitmenschen befehlen was sie zu tun oder zu unterlassen haben. Ob etwas bescheuert oder „Gaga“ erscheint, ist höchstens Ihre private Meinung und die kann auch so formuliert werden aber bitte mit Anstand und Respekt. Zum Glück sprechen Sie nicht für alle.

  16. Vielleicht bin ich da zu konservativ, aber ich kann dieser ganzen Huldigung der LGBT+ Bewegung 0 abgewinnen (genauso wenig wie ich btw. der Black lives matter Diskussion abgewinnen kann).

    In meinen Augen sollten im beruflichen Kontext alle gleich und auf Basis ihrer Wertschöpfung behandelt werden – da braucht es weder ein Zelebrieren noch ein Diskriminieren irgend einer Gruppe (diese Aussage ist auch auf Frauenförderung usw. anwendbar – ich bin immer wieder verblüfft wie man z.B. 50%-Quoten in gewissen Bereichen erreichen will, wenn z.B. Frauen nur <20% der Absolventen gewisser Fachrichtungen ausmachen…).

  17. Ja, was soll das Geschrei? Als Schwuler kann ich keine gute Arbeit machen oder was? Und dem Herrn Staub wünsche ich, dass sein kleiner Stäubli im Staubsauger stecken bleibt. Soll ja oft vorkommen, wie mir Ärzte, hetero übrigens, mitteilen. Da wurde wohl die Ass-Stelle abgebaut, dass man sich nun einen „dyson“ lassen muss. Was für ein Arschloch-Kommentar.

  18. Früher hiess es: „Den Tüchtigen gehört die Welt“. Das war einmal. Heute gehört die Welt den nutzlosen Influenzern und Etatisten aus dem linksgrünen Wohlfühlspektrum, welche sich mit Hilfe der Nationalbankmilliarden ihre Pensionen sichern. Wer heutzutage noch Leistung bringt, bzw. die Tugenden der Tüchtigkeit lebt, gilt als „alter weisser Mann“ und Komposti. Die neue Maxime lautet: Möglichst viel „chillen“ und sich dabei vom Staat finanzieren lassen. Unsere Politiker machen’s ja vor. Dieser nutzlose, ja geradezu gefährliche Haufen von Egomanen schmarotzt sich seit Jahren quer durch’s Bundeshaus und lässt keine Gelegenheit aus, sich mit weiteren Schwachsinnsideen (wie Transgender, etc.) in Szene zu setzen. Noch viel dümmer ist allerdings das „Volch“, welches diese Dünnbrettbohrer auch noch in ihre Aemter hievt. Die kolletkive Abhängigkeit vom Mamastaat hat den Souverän längst erreicht. Wer sich bis jetzt noch keine Subventionen oder ein gemütliches, überbezahltes Beamtenjöbli besorgt hat, sollte sich beeilen, die Privatwirtschaft wird’s in dieser Form nicht mehr lange geben.

    • @B.P.Sauer:In der Welt gibt es keine Nation, die den Drang hat,sich schneller abzuschaffen als die Schweiz. Wie traurig.

    • @ Cerberus

      Doch die Deutschen sie schaffen, leben und zahlen dafür schon mit je über 50 %.

      Bescheuert, aber wenn gehirngewaschen dann richtig.

      Darum heissen sie ja auch D-A-CH Staaten. Ob da von Dachschaden kommt?

  19. Uiuiui…hoffentlich setzten Sie sich nicht in ein Wespennest, Herr Prof. em. Dr. Hans Geiger.

    Es haben schon andere probiert die LGBTTIQQ2SA (more letters to come!) zu marginalisieren oder gar zu diskreditieren, u.A. J.K Rowling bekannt für ihre Harry Potter Bücher. Mit mässigem Erfolg.

    Zusätzlich zur Meinungsbildung auf Seite 5 bei der alten Tante empfehle ich Ihnen wärmstens Reddit.com.

  20. Herr Geiger vermischt hier inhaltlich zwei Dinge und nennt Firmen, die allesamt wohl FDP-lastig sind.

    Warum den politischen „Gegner“ nicht offen angreifen? Der Umweg über sexuelle Ausrichtung ist reichlich verklausuliert und zudem fies! Will sich die SVP neu zu sexueller Neu-Orientierung bewegen? Ach ja, es steht ja noch ein Abstimmungskampf bevor…

  21. Sehr richtig! Hetero- also Normalsexuelle haben die Firmen in ihrem Inserat kurzerhand ausgelassen. Man stelle sich den Aufschrei der Gutmenschenfraktion vor wenn es umgekehrt gewesen wäre!

    Die Weltwoche hat es auf den Punkt gebracht: Die Welt spinnt!

  22. Könnte es, dass die Grossmanager der genannten Konzerne möglicherweise sexuell verklemmt sind und sich auf diese befreien möchten, bevor die dem Staubsauger der Frau oder des Mannes durchbrennen?
    Gunther Kropp, Basel

    • Es gibt ziemlich viele schwule Topmanager in Grosskonzernen, ganze Klicken davon, natürlich mit Vorzeigefamilie. Mit ein Grund, warum es so wenig Frauen in Chefetagen hat.

    • @Tofa Tula
      Könnte es sein, dass sehr viele Männer den schnellen und unkomplizierten Sex suchen und den bei Männern finden und so unter sich bleiben und Frauen unerwünscht sind, weil viele Männer unter dem Mama-Komplex leiden und so Probleme haben beim Sex mit einer Frau haben?

  23. Das ist mir neu, dass es in der Schweizer Wirtschaft bei Anstellungen und Beförderungen hauptsächlich um das Kriterium geht, dass die Arbeit gut gemacht wird. Finde ich aber eine gute Idee, könnte zu ein paar Veränderungen führen.

    • Sie haben recht, die erwähnten Beiträge werden mit Leichtigkeit von unglaublich gaga übertroffen.

  24. Scheinheilig!

    Wenn ich mir vorstelle, dass ich wie Olivia Jones (die ist auch irgendwas wie queer oder so) am Arbeitsplatz bei der CS erschienen wäre – die hätten aber massiv Krise geschoben!!!!

    Taten sie ja sonst schon wegen jedem scheiss…

    scheinheilig, scheinheilig…..

  25. Am Arbeitsplatz geht es mir um Arbeitsleistung, nicht um deren sexuellen Vorzüge.

    Privat würde ich mich nicht wohl fühlen, wenn ich mit Schwulen oder Transvestiten ein Bier trinken gehen würde/müsste. Auch besuche ich solche Lokale nicht, wo sich mehrheitlich Schwule treffen. Ich lasse sie einfach friedlich deren Weg gehen. Hauptsache, sie haben deren Spass ohne mich.

  26. Das nennt man auf den Punkt gebracht.
    Vielen Dank Hans Geiger.

    PS.: Das nennt man einfach Gaga und so sind es die Konzerne auch. Wer deren Aktien weiter kauft ist wohl auch so.

    PS1.: Alternative: Edelmetallminen!

  27. Ich werde nicht mehr von den Früchten des Toleranzbaums essen, den ich gepflanzt habe. Ich habe keine Zähne mehr.

    Voltaire (1694 – 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

  28. Nichts zeigt besser den Charakter eines Mannes als die Art und Weise, wie er sich den Frauen gegenüber verhält.

    Voltaire (1694 – 1778), eigentlich François-Marie Arouet, französischer Philosoph der Aufklärung, Historiker und Geschichts-Schriftsteller

  29. Zur NZZ: Die NZZ am Sonntag bemüht die üblichen Feindbilder und hetzt gegen sie:
    – Boris Johnson gibt Fehler in der Coronabekämfung zu, „Experten“ sagen Regierung habe falsch und zu spät reagiert.
    – Putin muss Demonstrationen in Kabarowsk über sich ergehen lassen weil angeblicherweise der falsche Kandidat die Wahlen gewonnen hat.
    – Ein angeblicher Bericht soll zeien, dass die bösen Russen die britische Politik beeinflussen.
    – Trump soll nun auch von den eigenen Republikanern getrollt werden.
    – Köppel, der Böse, soll seine Meinung bezüglich Militärpolitik geändert aben.
    – Die SVP ist in einer Phase der Dekadenz.
    – Natalie Rickli SVP war Vorkämpferin für eigene Maskenproduktion. Höhnisch berichtete die NZZ über die Verspätungen ihrer Maschinen und stellte alles in Frage. Jetzt aber werden Unispitäler von Genf, Bern und Zürich dafür gelobt, dass sie eigene Maskenproduktionen ins Auge fassen. Kein wort davon, dass die Maschine von Rickli längst läuft.
    – Der böse Trump entsendet Truppen in Städte, die gewalttätige Demos nicht mehr im Griff haben. Natürlich will er damit nur Wahlkampf machen.

    Lob gibt es dagegen für :
    – für höhere CO2 Abgaben.
    – Die Klimaaktivisten wegen angebliche Rekordtemperaturen auf arktischer Insel.
    – Die Transferunion EU, die Milliarden vom Norden in den Süden verschiebt.
    – Globalisierung ist wunderbar. Wer in einem globalen Unternehmen arbeitet, fühlt sich mit der Welt verbunden. Auch macht arm, wenn man die Globalisierung zurückbaut.

    • Die Sonntags-NZZ wollte sich schon immer von der NZZ absetzen und positionierte sich im linksliberalen Mainstream. Mit dem Wechsel von Tagianern samt Feministinnen zur Sonntags-NZZ hat sich der Linkskurs natürlich verstärkt.

    • Die NZZ schreibt das, was die noch nicht davon gelaufenen Leser lesen wollen. Offensichtlich gibt es solche.

  30. Bei der CS ist offensichtlich: Je katastrophaler die Zahken werden, desto mehr wird über solchen Unsinn philosophiert.

  31. Die ganze Diskussion zu diesem Thema ist nur ein Auswuchs von absoluter Wohlstandsverwahrlosung.
    Es gibt definitiv Wichtigers zu diskutieren als vermeintliche Diskriminierung von LGBT…QORFRSWIR….