E-ID-Gesetz ist wirtschaftsfeindlich

Trotzdem wirbt Wirtschaft dafür. Sie übersieht massive Mängel, zudem könnten Herausgeber von E-IDs im Ausland landen.

Das E-ID-Gesetz, worüber die Schweiz am 7. März 2021 abstimmt, sollte den Umgang mit einer elektronischen Identität (E-ID) und die elektronische Identifizierung regeln.

Regeln sollten in einer liberalen Gesellschaft Rechtssicherheit schaffen. Was eine elektronische Identität, kurz E-ID, ist, wird jedoch im Gesetz nicht definiert. Folglich bleibt der Haftungsumfang im Umgang mit der E-ID ungewiss.

Bei der Haftung wird suggeriert, der Inhaber habe die alleinige Verfügungsgewalt gegen Missbrauch seiner E-ID inne. Dies widerspricht in vielen Punkten der sicherheitstechnischen Wirklichkeit. Angesichts des Haftungsrisikos stellt sich für ein KMU die Frage, ob es eine E-ID verwenden will. 

Ein E-ID-Dienst ist eine Applikation, welche die User anhand deren E-ID elektronisch identifizieren möchte: ein online Shop, das eBanking.

Das Gesetz regelt jedoch die Beziehung zwischen E-ID-Herausgeber und E-ID-Dienst nicht. Das ist, als ob der Kaufvertrag gemäss Obligationenrecht (OR) die Beziehung zwischen Käufer und Verkäufer nicht im Ansatz beschreiben würde.

Rechte und Pflichten, wie die elektronische Identifizierung zu einem E-ID-Dienst gelangt, werden nicht festgehalten. Sie dürfen gemäss der Bundesverfassung (Art. 164) auch nicht per Verordnung bestimmt werden.

Der Mangel an Regulierung hat Konsequenzen. Das angedachte Geschäftsmodell fällt in sich zusammen, wenn sich E-ID-Dienste weigern, die Konditionen eines E-ID-Herausgebers zu akzeptieren (siehe auch NZZ vom 13. Februar).

Insbesondere für den Fall, wenn E-ID-Dienste wie Kantone per E-ID-Gesetz dazu gezwungen werden, die E-ID jedes E-ID-Herausgebers anzunehmen. Rechtsstreitigkeiten sind zu erwarten.

Das E-ID-Gesetz ist mit der entsprechenden Verordnung der EU (eIDAS) nicht verträglich. Weiter ist im Gesetz nicht festgehalten, wie ein E-ID-Herausgeber aus dem Ausland in der Schweiz anerkannt wird und umgekehrt.

Somit ist die grenzüberschreitende Telekommunikation mit einer E-ID nicht möglich. Die im 2014 verabschiedete Verordnung der EU regelt die Anerkennung unter deren Mitgliedstaaten. 

Weil die Schweiz bei der Regulierung der Digitalisierung im Rückstand ist, wäre anzunehmen, dass beim Verfassen des E-ID-Gesetzes ein Erfolgsmodell wie das Estnische auf Schweizer Verhältnisse adaptiert worden wäre. Diese Erwartung wird nicht erfüllt.

Beim E-Commerce verwenden wir bereits E-IDs, beispielsweise die von Google. Eine solche E-ID entspricht zwar nicht dem E-ID-Gesetz, aber es funktioniert damit soweit ganz gut.

Zudem werden auch die E-IDs der sozialen Medien nicht abgelöst werden. Also ist es naheliegend anzunehmen, das E-ID-Gesetz regle Anwendungen mit  hohen Sicherheitsanforderungen – an Verlässlichkeit, Verfügbarkeit, Rechtssicherheit, Nachvollziehbarkeit oder Vertraulichkeit.

Die dem Gesetz zugrunde liegende Sicherheitsarchitektur weist jedoch gegenüber anderen Architekturen Sicherheitsdefizite auf. 

Jedes Login (elektronische Identifizieren) erfolgt beim System des E-ID-Herausgebers. Funktioniert dessen System nicht, dann können sich alle seine E-ID-Kunden nicht mehr bei einem E-ID-Dienst anmelden.

Der Zugang dazu wäre ihnen verwehrt, beispielsweise zum elektronischen Patientendossier oder zum eBanking. Im Klartext: „Rien ne va plus!“. Im Falle des elektronischen Patientendossiers kann dies eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten.

Selbst innerhalb dieser Sicherheitsarchitektur kennt das E-ID-Gesetz drei unterschiedliche Sicherheitsniveaus, „niedrig“, substanziell“, „hoch“.

Wer nun denkt, dass bei kritischen Anwendungen wie dem elektronischen Patientendossier oder der elektronischen Eingabe von Rechtsschriften ans Gericht die Sicherheitsstufe „hoch“ vom Bundesamt für Justiz (BJ) gefordert wird, der wird eines Besseren belehrt.

Die Sicherheitsstufe „substanziell“ ist für das BJ ausreichend. Das BJ bezeichnet dabei die Plattform für den elektronischen Austausch von Rechtsschriften in seiner Medienmitteilung als „hochsicher“. 

Hohe Qualität wird des Öfteren als Wirtschaftsstandortvorteil der Schweiz angepriesen. Hohe Qualität bedingt hohe Sicherheit.

Welche Personendaten des E-ID-Inhabers beim E-ID-Herausgeber anfallen, wird völlig nebensächlich. Dies im Vergleich, dazu, wenn mit der E-ID unsicher auf höchst sensitive Daten wie im Patientendossier zugegriffen wird.

Zudem trifft die unübersehbare Aussage in der NZZ nicht zu: Dem Online Shop sei es per E-ID-Gesetz untersagt, Angaben zu Geschlecht und Staatsangehörigkeit zu verlangen.

Die E-ID wird mit fortschreitender Digitalisierung eine Grundversorgung. Angenommen, in naher Zukunft haben eine Million Einwohner in der Schweiz eine E-ID nur bei einem E-ID-Herausgeber. Nun stellt der E-ID-Herausgeber seine Geschäftstätigkeit ein.

Dass die von ihm ausgestellten E-IDs weiter verwendet werden können, ist durch das Gesetz nicht abgesichert. Beängstigend dabei ist, dass die E-ID-Inhaber die E-ID-Dienste dann nicht mehr nutzen können. 

Einen E-ID-Herausgeber an ein Unternehmen im Ausland zu verkaufen, ist nicht verboten, auch an eines in Fernost oder auf der anderen Seite des Atlantiks. Beim Verkauf ins Ausland gäbe die Schweiz ihre digitale Eigenständigkeit preis.

Die Ausstellung einer elektronischen Identität stellt den bewährten Prozess der Ausstellung einer Identitätskarte auf den Kopf. Mit Reibungsverlust und somit mit Aufwand ist zu rechnen. 

Bei der flächendeckenden Ausbreitung einer E-ID wäre hohe Qualität geboten, denn man kann sich der E-ID meist nur mit viel Aufwand, sprich Kosten, entledigen oder sie verbessern.

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Kommentare

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  1. Es ist schon seltsam: Jetzt haben endlich einmal eine Aufgabe, die wirklich Staatzsaufgabe sind (wie zb Sicherheit oder Müllabfuhr) nämlich eine ID für die Bürger herauzszugeben. Und ausgerechnet jetzt wird auf die Privatwirtschaft zurückgegriffen mit dem Argument, man müsse die geeignete Technische Lösung den Privaten überlassen. Woher plötzlich dieses Vertrauen in die Innovationskraft der Privaten? Überall, wo wir privatisieren sollten, mischt sich der Staat ein und hat null Vertrauen in die ach so geldgierige Privatwirtschaft. Und jetzt, wo es um eindeutige Staatsaufgabe geht, soll es plötzlich die Privatwirtschaft richten. Für mich zeigt das, dass sich der Staat nicht getraut, die Verantwortung für dieses Thema zu übernehmen und im Falle von Datenmissbrauch auf die Privatwirtschaft zeigen kann.

  2. Meiner Meinung nach:
    Es ist eine Schande zu sehen, wie die Schweizer Bürgerschaft Tag für Tag dem Vormarsch der Unterwerfung der großen Konzerne über unsere Identität sowie über alle unsere persönlichsten Daten nachgibt.
    Ein Teil dieses Problems liegt darin, dass in der Schweiz nur 40 Prozent der Bevölkerung abstimmen und diejenigen, die abstimmen, in einem Akt tiefer Bequemlichkeit die Vorschläge nicht vollständig lesen, sondern nach dem Rat der Bundesratte abstimmen (wie kann es sein, dass die Bundesratte empfiehlt, was man abstimmen soll? warum gibt es einen freien Willen?).
    Warum wollen wir dann Demokratie, wenn wir das tun, was uns von denen empfohlen wird, die regieren, und ihre Empfehlung nicht mit unseren Bedürfnissen übereinstimmt, sondern mit der Bequemlichkeit derjenigen, die sie vertreten, die nicht das Volk der Schweiz sind.
    Warum wählt zum Beispiel das Schweizer Volk nicht die Mitglieder des Bundesrates direkt, sondern die Parlamentarier selbst? Wo ist der Vorteil der Demokratie geblieben, dass wir durch Mehrheitsentscheidungen entscheiden und nicht durch Verhandlungen derer, die uns theoretisch vertreten sollten?
    So verliert die Schweizer Bevölkerung aus Bequemlichkeit allmählich ihre Fähigkeit, über so wichtige Dinge wie Meinungsfreiheit, Vereinigungsfreiheit, freien Transit und freien Handel zu entscheiden.
    Warum gibt es Lobbying in der Schweiz? Denn unsere Volksvertreter lassen sich durch Vergünstigungen dazu verleiten, das zu tun, was den Lobbyisten nützt und nicht dem Volk, wie es bei der Krankenkasse der Fall ist.
    Wozu brauchen wir den Schweizer Kongress, wenn er die ganze Macht an die 7 Bundesratten abgegeben hat? Es ist auch bequem, ein Gehalt dafür zu erhalten, dass sie die Interessen ihrer Wähler nicht verteidigen und den 7 Mitgliedern gegenüber unterwürfig zu sein und ihre Entscheidungen nicht zu kontrollieren oder zu beeinflussen sowie zu tolerieren, dass sie machen, was sie wollen, ohne unsere Vertreter auch nur zu konsultieren?
    Auf Wiedersehen repräsentative Demokratie, wenn das so weitergeht.
    Einfach öffentliche Angestellte, die ein Gehalt verdienen, ohne etwas zu tun, um ihr Volk zu verteidigen oder zu vertreten.
    Dies ist ein weiteres Beispiel für die herrschende Heuchelei in diesem Land: „Tu, was ich sage, nicht was ich tue“; scheint das aktuelle Motto unserer Gesellschaft zu sein.
    Der gemeine Bürger will keine Verantwortung tragen, seine Vertreter auch nicht und die sieben Gestalten des Bundes treffen ohne Risiko und Rücksicht die Entscheidungen, die ihnen oder ihren „Chefs“ passen.
    Offenbar will die Schweizer Gesellschaft eine Art Sozialismus erreichen, bei dem der Staat sich um ihre Bedürfnisse kümmert und ihnen sagt, was sie zu tun haben, ohne dass sie auch nur im Verdacht stehen, gute Absichten zu haben.
    Aber das Ergebnis dieses „neuen Sozialismus“ kann man bereits in den Straßen von Zürich sehen, wo die Menschen Schlange stehen, um kostenloses Essen von privaten Wohltätigkeitsorganisationen zu bekommen, um ihre Familien zu ernähren. All dies dank des Missbrauchs des Staates durch die blinde Anwendung einer alles zerstörenden Sperre.

  3. @Stephan: schön wär’s, was Sie vermuten – das Gegenteil ist der Fall!
    Medienkonzerne, Versicherungen, öffentliche Dienstleister etc wie Ringier, Mobiliar, Swisscom etc bemühen sich intensivst um eine Zulassung! Vorerst noch bedeckt, auch die SRG!!
    Ich bin kein Befürworter von mehr Staat, aber die E-ID gehört nicht in private oder halbprivate Hände, sondern einzig und alleine in die des Bundes.

  4. Die Frage ist staatlich oder privat ist eine falsche Auswahl.

    Die Lösung ist keine E-ID.

    Die Interneteinkäufe und deren Sicherheit sind nur Vorwand um später u.A. jegliche Internetbenutzung nur noch mit Identifikation zu erlauben.

    Es ist eine der technischen Säulen eines von „Eliten“ gewolltes, kommunistischen Systems wo die Regimetreuer mit Sozialpunkten belohnt wird und Freiheitsbefürworter bestraft werden.

  5. Wer nichts wagt, gewinnt nichts. Ganz einfach. Freie Marktwirtschaft. Oder ist der Autor wirklich der Meinung, dass nichts digitales von ihm getrackt wird? Dann husch husch… sofort in den Wald ins Zelt mit Dir.

  6. Die gesamte Identifizierung von Personen dient nur der totalen staatlichen Überwachung und Kontrolle, sie ist generell zu unterlassen. Elektronisch oder nicht. Das Problem ist somit nicht die elektronische oder rechtliche Ausgestaltung sondern die Identifizierung, der Zwang zur Identifizierung gegenüber dem Staat und seinen Komplizen, überhaupt.

    • Lieber NO.ID. Da freiwillig, handelt es sich nicht um einen Zwar. Wo sehen sie genau das Problemchen?

  7. Eine Gesellschaft zu mutieren in eine staatliche KI gesteuerte E-IDDatendiktatur ist gar nicht so einfach. Man muss geheim, schleichend aber schnell, alles von den Daten der Menschen also ihrer Freiheiten, abhängig machen und zwingend jedem Datensatz eine E-ID zufügen. Also ich baue mir in der neuen Welt meine Fiche selbst jeden Moment begleitet von 5G und biometrie, und lerne ein Informatiker zu werden der seine Energie verschwendet in Kindergartenapps. Am ende ohne cash und vollkontrolliert geh ich für das Recht zu Leben Apps anbetteln auf mein Smartphone, mein neuer EgoPolizist.

  8. Ausserdem: Ich will private Angelegenheit privater Natur nicht mit dieser E-ID erledigen. So auch auf keinen Fall mit den Krankenkassen und Versicherungen. Letztere haben mir bewiesen, dass sie meine Gesundheitsdaten untereinander ausgetauscht haben, was zu einer Ablehnung der Krankentaggeldversicherung geführt hatte und zwar bei allen Anbietern. Bei einem Anbieter habe ich sogar angegeben ich sei gesund. Auch dieser hat mich aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt! Die E-ID kann solche Vorgänge noch vereinfachen! Die ID könnten unter den Versicherungen ohne Kommentar weitergeleitet werden und zur Sperrung bei allen führen. Die E-ID würde ich, so, wie sie heute geplant ist nur für den Umgang mit Behörden akzeptieren und auch nur, wenn die Daten nicht auf privaten Servern gespeichert werden. Habt ihr eigentlich eine Ahnung, wie oft die Banken täglich angegriffen werden und wie oft Hackerpannen passieren? Das wird unter dem Deckel gehalten und die ergaunerten Beträge werden meist zu Lasten der Bank verbucht!

    • „…Letztere haben mir bewiesen, dass sie meine Gesundheitsdaten untereinander ausgetauscht haben…“

      Ja, natürlich. Sobald sie eine Versicherung wechseln oder von einer Arztpraxis in eine andere wechseln, werden ihre Gesundheitsdaten weitergeleitet. Ist ja logisch, oder nicht?

  9. Lieber Steinzeit, wie Gefängnis mit E-ID und Ausweisen auf Lebzeiten !

    Wir Menschen gehören als natürlicher Bestandteil zu unserer Mutter Erde. Da darf man von uns nicht verlangen, dass wir uns anmelden, oder ausweisen müssen gegenüber irgendwelchen Staaten. Auch das Verlangen von Eintritts.- oder Zugangsgebühren (Visa) verstösst gegen die Menschenrechte!

    E-ID’s, Passports,Reisepässe, sowie Gebühren dafür sind alles Dinge die gegen unsere Naturrechte verstossen!!!!
    All diese Pass.- und ID-Vorschriften und Einrichtungen sind illegal!!
    Zu unseren Naturrechten gehört, dass wir uns auf dieser Erde komplett frei bewegen dürfen, ohne irgendwelche Kontrolle von Staaten oder Regierungen!

    Wir müssen endlich die Freiheit auf dieser Erdkugel für alle Menschen anstreben. Diese Staats-Gebilde, Staatenbunde, Vereine wie die EU, oder Diktatoren aus Königshäusern aus der vergangenen “Steinzeit“ brauchen wir nicht.
    Wichtig ist es, endlich für seine Freiheit zu kämpfen, und diesen selbsternannten Staaten und Regierungen klar zu machen, dass wir ein Naturrecht auf Freiheit auf unserer Erdkugel haben.
    Diese Erdkugel gehört uns, und nicht irgendwelchen, Staaten, Regierungen, Hochadelsfamilien, Kirchen und Gottspielern, die über uns bestimmen wollen.

    • Naja, das sind wir erst recht, wenn wir es den superfähigen Maskenbeschaffern, Impfstoffbestellern, Krisenbewältigern und Statistikverfälschern in unsern Amtsstuben zu Bäääärn überlassen.
      So gesehen: E-ID – NEIN!

      Aber vielleicht merkt der eine oder die andere jetzt, warum es denn E-ID-Genossen heisst – willkommen im Sozialismus!

  10. Ich sehe hier nur das Potenzial zu mehr staatlicher Kontrolle:
    Lasst das Volk und die Unternehmen mit EID’s shoppen und wenn wir mal das Volk ausspionieren wollen (Konsumverhalten, wer macht mit wem Transaktionen), dann zwingen wir die EID-Unternehmen einfach, uns die Daten preiszugeben (wenn letztere die Daten nicht schon an Dritte weiterverkauft haben…)
    Wir nähern uns immer mehr dem Modell China. Wann kommen die Gesichtserkennenden Kameras auf die Strassen und der Social Credit Score? Wann öffnen die ersten Umerziehungslager?
    Für die, die mich jetzt als Verschwörungstheoretiker abstempeln, die sollen nur 10 Jahre zurück schauen. Da konnte sich auch niemand vorstellen, was Scoial Media und überwachungshungrige Beamte heutzutage anrichten würden.

  11. Nicht nur wirtschaftsfeindlich, sondern eine schwachsinnige Schnapsidee sondergleichen. Warum werden die Pässe, Fahrausweise, nicht grad auch noch „outgesourct“, und an Private vergeben? Kommt wohl keinem normal denkenden Menschen in Sinn. Die eindeutige Identifikation einer Person ist Aufgabe einer staatlichen Institution und zwar ohne wenn und aber! Ebenso ist die elektronische Identifikation Sache des Staatsapparats. Wenn es den Behörden bis heute nicht gelungen ist ein entsprechendes elektronisches Dokument zu erstellen, wie wollen die dann die Kontrolle der verschiedenen, privaten Hersteller sicherstellen?!? Ausserdem für was müssen kostenintensive Kontrollen aufgebaut werden, wenn man sich diesen zusätzliche Prozess sparen kann, indem man diesen elektronischen Ausweis selbst herstellt?!? Die Sicherheit seitens der Behörde dürfte – soweit nach heutigen technischen Stand möglich – gewährleistet sein und vor allem würde das elektronische Dokument auch international uneingeschränkte Gültigkeit haben. Wer bei dieser schwachsinnigen Aktion alles mitverdienen will/wird ist mir schleierhaft – ist jedoch wohl der einzige Grund derartigen Vorschlag überhaupt zu rechtfertigen! Der elektronische Ausweis ist – analog aller offiziellen Ausweise – Sache des Staates!!!

  12. Der Staat hat die generelle Infrastruktur zur Verfügung zu stellen und die Sicherheit zu gewährleisten.
    Alles andere bitte sein lassen. E-ID gehört nicht in die Hände von Privaten.

  13. Danke für diese fundierte Analyse. Die Schattenseiten der E-ID werden in den Medien nie beleuchtet, höchstwahrscheinlich, weil sie gar niemand versteht…

    • @Stephan: schön wär’s, was Sie vermuten – das Gegenteil ist der Fall!
      Medienkonzerne, Versicherungen, öffentliche Dienstleister etc wie Ringier, Mobiliar, Swisscom etc bemühen sich intensivst um eine Zulassung! Vorerst noch bedeckt, auch die SRG!!
      Ich bin kein Befürworter von mehr Staat, aber die E-ID gehört nicht in private oder halbprivate Hände, sondern einzig und alleine in die des Bundes.

  14. Die EU will eine E-ID umsetzen – Ist ein Artikel vom November 2020, in welchem gesagt wird dass Frau Vestager von den EU Staaten bis Mitte 2021 einen Vorschlag der europäischen Regierungen verlangt ein Konzept für eine E-ID vorzulegen. Das heisst bis eine einheitliche europäische Richtlinie vorliegt wird es dauern. (Es genügt wenn einer der 27 nicht einverstanden ist – das ist europäische Demokratie ein nein gegen 26 ja. Daher sollte sich die Schweiz gut überlegen was sie macht.

  15. Da haben die vermeintlichen privaten Herausgeber der E-ID hervorragende Lobbyarbeit in Bern geleistet. Nebulöse Regularien, aber den Claim abstecken.

    Wer persönliche Identifizierungen in private Hände gibt, kann auch gleich Facebook beauftragen, den Schweizer Pass auszustellen. Ich bin auch kein Freund von Staatsbetrieben, aber wenn irgendwas staatlich sein sollte, dann die ID und dazugehörige Daten. Anderenfalls werden Tür und Tor für die wirtschaftlich relevante Kombination von Einzeldaten (z.B. Gesundheit, Einkaufsverhalten, Versicherung) und deren verdeckten Datenhandel geöffnet.

  16. Die elektronische Identität oder auch E-ID genannt, ist ein weiterer Schritt in die Richtung der Komplettüberwachung, ein klares Nein.

  17. Vielen Dank für diesen Artikel. Gerade bei Abstimmungen über technische Themen wie die E-ID, ist ein solcher Fachbeitrag mehr als nützlich für die Meinungsbildung. Denn wenn wir uns nur auf die oft wenig kritischen üblichen Zeitungsartikel stützen können, haben solch mangelhaft ausgearbeitete Gesetze grosse Chancen, «durchgewunken» zu werden. Und die Leidtragenden sind auch hier schlussendlich wir Konsumenten.

  18. Dieses Gesetz ist wieder einmal an Schludrigkeit und bürgerfeindlichem Inhalt kaum zu überbieten. Es ist nur noch ekelerregend mit welcher Kadenz in Bern die Verfassungs- und Rechtsgrundsätze getreten und massakriert werden. Die Lügen von Bern und das hörige (fast an Prostitution grenzende )Verhalten der meisten Journalisten (Ta-Media, NZZ und Ringier) sind Ausdruck dieser Verwahrlosung.

    – Was passiert wenn Google oder Facebook die E-ID Anbieter aufkaufen?
    – „…zumutbare Massnahmen“ Pseudobegriff für „macht doch was ihr wollt“!
    – Rechtskommission des Nationalrates besteht aus Lobbyisten (Korruption?)
    – Die AGB von E-ID Anbietern können nicht verklagt werden, zumal die Schweiz ein
    Land ist welches 90% der Bevölkerung fiskal aus dem Klagerecht ausschliesst

    Dieses Gesetz ist ist eine Schande für jeden der an dessen Ausarbeitung gearbeitet hat. Ein weiterer Beweis wie die Justiz die Bevölkerung verkauft, verrät und sich an keine Rechtsgrundsätze mehr hält!

  19. Jedes E-Tool von halbprivat oder privat wird von der Politik „gepflegt und aufgebaut“, in der Hoffnung, falls die Politkarriere vorbei ist, doch noch Unterschlupf mit Pösteli zu erhalten. Das Patientendossier ist doch grad Paradebeispiel von einem Politiker aus der Stadt mit dem Paradeplatz.

  20. Das E-ID-Gesetz ist E-Schwachsinn hoch 3!

    Drei verschiedene Wischi-Waschi-Sicherheitsstufen durch eine undurchsichtige gigantische Multi-Kulti-Privat- und Staatsadministration: SW-Systeme undurchschaubar, ein Kosten-Moloch ohne Ende und das ganze NOS-System (Nicht Open Source – System) wird von der Bundespolizei noch mit der AHV-Nummer verknüpft. Die perfekte, allumfassende Schnüffel-Datenbank für die imperialistischen Grosskonzerne auf den internationalen TCP/IP-Leitungen.

    Die Netzwerk- und Sys-Admins. freuen sich; ein Eldorado für die Hacker-Guilde und ID-Chaos ohne Ende

    Werte Mitbürgerinnen und Mitbürger: Bitte legt am 7. März ein NEIN zum E-ID-Gesetz in die Urne!

  21. Danke für diesen Bericht, der mal nicht linksgrüne prostaatliche Haltung gegen vorverurteilende, böse liberale Wirtschaft darstellt.

    Ihre Erörterungen sind (leider) richtig und somit verbleibt uns nur der Entscheid, ob wir weiterhin unsere Daten mühsam mittels Pw-Admin Tool oder unkontrolliert sonstigen Dritten (meist US Unternehmen wie Google oder Fakebook) überlassen wollen oder eine extrem beschränkt nützliche helvetische Lösung akzeptieren.

    In beiden Fällen verlieren wir wesentliches Terrain in der digitalen Transformation und im digitalen Wandel der Gesellschaft.

  22. Ganz allgemein verstehe ich nicht, dass bei anderen Anwendungen so ein Theater um den Datenschutz gemacht wird (Corona, alle privaten Datenkraken), im Fall der E-ID jedoch höchst vertrauliche Daten (bis hin zu den täglichen Lebensgewohnheiten) einfach so in private Hände gelangen sollen. Denn wer die Daten hat, wird auch Geschäfte damit machen. Weshalb werden schon E-ID gratis in Aussicht gestellt? Weshalb wohl? Weil des Private besser können? Eine doppelbödige, scheinheilige Begründung.
    Es gibt Dinge, die dürfen nicht privatisiert werden. An erster Stelle sind da die Personendaten. Ein klares NEIN gegen dieses unausgereifte und falsch konzipierte Gesetz.

  23. Die Büchse der Pandora

    Ein gesetzgeberischer Pfusch sondergleichen, rechtsstaatlich, verfassungsmässig höchst bedenklich, mit Folgen für BürgerInnen, die noch unabsehbar sind. Geben wir unsere persönlichen Daten wie zu Gesundheit etc. nicht leichtfertig aus den Händen – sagen wir NEIN!

  24. Ich habe mich mit der E-ID nicht befasst. Wenn ich das hier lese muss ich sagen, dass es furchtbar klingt. ID’s ausstellen war meiner Kenntnis nach bisher Sache des Staates. Sollte es wie hier angedeutet privatisiert werden, dann ist jegliche Sicherheit einer ID verloren. (Datenhandel, egal ob erlaubt oder nicht. Siehe Google Facebook etc.)
    Daher für mich ist diese Diskussion für mich absoluter Humbug. Denn wofür brauche ich so etwas und vor allem wo liegen die Vorteile? Wer will dann noch individuelle Daten schützen? Nur weil die EU so etwas anstrebt, muss es nicht erstrebenswert sein. Denn die EU, in der heutigen Form, ist nichts anderes als ein teurer Wasserkopf mit 40 – 60 tausend direkten Lohn und Gehaltsempfängern und Spesenrittern. Damit ein Milliardengrab.
    Ein Milliardengrab könnte auch die Initiierung einer nicht durchdachten E-ID werden.

  25. Man sieht doch genau, wie dieses Gesetz von Paar Lobbisten und Interessensvertreter entworfen wurde. Da wurde die Gunst der Zeit genutzt, weil die Allgemeinheit der Politiker aus dem vergangenen Jahrhundert stammt und keine Ahnung hat von Digitalisierung.

  26. Es geht auch nicht darum etwas zu definieren, sondern darum in einem zweiten Schritt die Verwendung einer Swiss e-ID als obligatorisch zu erklären um in der Schweiz am digitalen Leben teilnehmen zu können. Der Staat will das Verhalten bis ins kleinste Detail kontrollieren und regeln, dazu braucht er zuerst die gesetzliche Grundlage.

  27. Es widerspricht auch dem, was uns seit Jahren von Sicherheits-Experten eingetrichtert wird: „Verwende für jeden Dienst ein anderes Passwort“. Genau aus diesem Grund habe ich auch keine Swiss-ID, auch wenn z.B. die Post immer prominenter auf diese Möglichkeit hinweist.

    Und jetzt sollen wir auf dieses Verfahren verzichten und nur noch EIN Passwort für alle Dienste, auch die sensitivsten, haben? Ich sehe schon, wie sich die Cyber-Kriminellen die Hände reiben ob der neuen Möglichkeiten für Erpressung, Identitäts-Diebstahl usw. Nein danke!

  28. Das dient nur zur Totalüberwachung via 5G und hängt mit dem Great Reset vom WEF zusammen.

    Ab 2025 soll e-CHF digital Geld (Anschaffung des sinnvollen Bargelds) gebe und alle Gesundheitsdaten der Krankenkasse darauf sein, als auch als e-Reisepasse und e-Impfpass gültig werden. Man wird dann ständig überwacht und überall. Es ist das Ende der persönlichen Freiheit.

    Somit ist das e-ID nur Mist.

  29. Es braucht überhaupt keine elektronische ID. Sie ist sogar lediglich schädlich. Wir würden nur noch mehr „gezuckt“ (gezuckerbergt) werden von Facebook, Google, den Banken usw.

    Das digitale ist sowieso schlecht. Patientenakten sollten physisch vorliegen, damit immer nur ein Behandler sie lesen kann.

  30. Guter Kommentar! Diese E-Id Architektur ist der falsche Weg, weil sie den Endbenutzer zwingt, heikle Vorgänge über eine zentrale Stelle abzuwickeln. Das hätte weitreichende Konsequenzen, insbesondere:
    – Die zentrale Stelle erfährt, welche Firmen, Institutionen und Dienste der Endbenutzer beansprucht
    – Der Benutzer hat keine Gewähr, dass durch die zentrale Stelle nicht mutwillig oder durch Fehler Verträge in seinem Namem (des Endbenutzers) abgeschlossen werden
    – Die zentrale Stelle kann jederzeit ausfallen (Störungen, Geschäftsaufgabe usw.), und was dann mit den Daten des Endbenutzers geschieht, ist ungewiss (auch z.B bei Verkauf ins Ausland)

    Dieses E-Id Modell ist also vor allem für die Betreiber der zentralen Stelle interessant, welche dadurch Macht gegenüber Endbenutzern und deren Gegenparteien erhalten. Es liegt auch auf der Hand, warum die Datensammelkraken Google, Facebook etc. bereits selbst solche Dienste betreiben (welche man im Gegensatz zur E-Id aber nicht benutzen muss).

  31. Was muss noch alles passieren, bis der Schweizer endlich aufwacht und endlich erkennt, dass unsere Politiker und Wirtschaft nichts gutes im Schilde führt!?

  32. Also wenn ich „E-ID“ lese kommt mir eigentlich nur „Single Point of Failure“ in den Sinn, und einen solchen gilt es dringendst zu vermeiden.

  33. Grad sooo schwarz wie Sie das, schildern ist die Sache denn auch wieder nicht.
    Es gibt auch die Möglichkeit die Entsprechenden Daten
    selbst unter Kontrolle zu behalten.
    Ganz einfach, wenn die entsprechenden Daten auf einem Stick abgespeichert sind.
    (So Daten sollten auch NICHT auf dem eigenen Rechner gespeichert werden.)
    Allenfalls eine laufende E-ID No. zum bei Bedarf sperren,
    wie bei Normaler ID und Pass oder Kreditkarten.
    Die Post lancierte diese Möglichkeit bereits vor einigen Jahren.
    Einige Jahre zu früh der Kreis der Interessierten war zu klein.
    Zudem die Sache ist freiwillig, niemand muss.
    Man kann sich auch mit einer ID oder Passkopie ausweisen.
    Generell es gibt einige wenige sensible „Dinge“ die
    dürften niemals über das Netz laufen Zb. Volksabstimmungen.
    Zudem, zu jedem Gesetz gibt es Verordnungen und Ausführungsbestimmungen,die eine entsprechende Kurzfristige Anpassung im Rahmen der Verfassungsvorgaben resp. Gesetzesvorgaben ermöglichen.

  34. Was die E-ID bietet und nicht bietet muss endlich auf ganz einfache Art aufgelistet werden.
    Vom offiziellen Bundes Bern und nicht von irgend einem Schreiberling.
    Diese Karte darf nur vom Bund (Kanton) erstellt werden. Alles andere ist nichtt seriös. Die heutige ID Karte könnte als E-ID Karte kompletiert werden.

  35. Wenn ich das richtig verstehe, ist das Schweizer Konzept in Form eines Gesetzes der E-ID noch nicht genug ausgereift (im Vergleich etwa zur EU), um eingeführt zu werden.
    Also lassen wir es – zurück in die Steinzeit.

    • Die Schweiz lebt in der digitalen Steinzeit. Zumindest alles was von Bund und Kantone kommt. Da kann man problemlos dieses Gesetz ablehnen, damit dann was Vernünftiges und Brauchbares entstehen kann.

    • Warum denn zurueck? Die Schweiz ist doch digitalisierungstechnisch noch in der Steinzeit, wie uebrigens viele EU Laender auch noch.

    • 2010 kaufte ich mir zum Spezialpreis von CHF 45 eine SwissID. Ich brauchte sie nur einmal, um eine Betreibungsauskunft zu erhalten – und sie funktionierte nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, wieso es eine E-ID besser machen würde. Für einmal in 11 Jahren wieder eine Betreibungsauskunft zu erhalten, kann ich genausogut an den Schalter. Sonst vereinsamen die armen Beamten ja noch. Schluchz!

    • Die ganze E-ID-Abstimmung ist schon gesetzeswidrig!

      Diese elektronischen ID’s sind gesetzeswidrig, verstossen gegen die Bundesverfassung denn sie bedeuten Freiheitsberaubung.

      Weshalb sollen sich Menschen auf dieser Erdkugel ausweisen müssen, wenn doch alles von den Naturkräften erschaffen wurde (Mensch und Erde), aber doch nicht von Staaten oder Regierungen?
      All diese Staaten und Regierungen, die uns kontrollieren und erpresssen wollen sind nur künstliche Gebilde, welche die Frechheit haben uns Eintritte, Visa etc. (Schutzgelderpressung) auf dieser Erdkugel (die sie nicht geschaffen haben) abzuzocken. – Zum Teufel mit diesen verbrecherischen Regierungen und deren Politiker/-.innen, die uns in ihrem Gefängnis einkerkern, und uns unserer Freiheit berauben, immer neue Zwänge und Vorschriften machen wollen und damit ihre Kompetenzen komplett überschreiten!

      All diese sogenannten Staaten haben gar nicht das Recht die Menschen zu kontrollieren, von ihnen Ausweise, oder gar Schutzgelderpressungsgelder mit Visa zu verlangen!!!!

      Was all diese Staaten sich erlauben ist pure Unterdrückung, Erpressung und Versklavung der Menschheit!!!!

      Weil wir natürlicher Bestandteil der Erde sind, haben wir alle das Recht uns frei auf dieser Erde zu bewegen, und zwar ohne E-ID, ohne Ausweise, ohne Visa-Schutzgelderpressung!

      Dieser “Digitalisierungswahn“ wird uns irgendwann noch grösste Probleme bereiten.
      Ausserdem darf es nicht sein das Menschen komplett von diesen idiotischen, elektronischen Geräten abhängig werden, und sich ohne diese Smartphones nicht mehr frei bewegen und existieren können.
      Wenn sich die Menschen nur noch mit elektronischen Geräten bewegen können, dann werden sie ihrer Freiheit beraubt. Dies verstösst gegen die Menschenrechte!

      Es darf nicht so weit kommen, dass man sich nur noch mit Smartphones frei bewegen,reisen, zahlen, oder Essen kann.
      Fällt das elektronische Gerät durch Defekt, Stromausfall aus, wird es gestohlen, oder verloren, fällt es ins Wasser, oder auf den Boden und zerschellt, dann ist man komplett blockiert und seiner Freiheit beraubt.

      So weit darf es nicht kommen.
      Deshalb brauchen wir auch immer Bargeld, als Tauschmittel.
      Das Bargeld muss immer Zahlungsmittel bleiben, und ein Zwang für elektronische Zahlungen und Zutrittskontrollen darf es nie geben.