Morgen legen die Spitzen der Basellandschaftlichen Kantonalbank ihre Zahlen für 2024 auf den Tisch. Am meisten interessiert, wie gross das Loch der Zürcher Tochterbank Radicant ist.
Die hat sich mit einer komplett artfremden Firma namens Numarics zusammengeschlossen. Diese entwickelte eine Software für einfaches Administrieren bei KMUs.
Eine moderne Treuhand-Applikation.
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Jetzt fragt sich aber, was die Baselland-Topbanker für ihre Radicant genau „gekauft“ haben. Welchen Wert hat die Numarics für sie respektive ihre Zürcher Bank?
Die Frage stellt sich, weil bei der Numarics unzählige langjährige Spitzenleute abgesprungen sind und sich selbstständig gemacht haben.
Und zwar mit Firmen, die im gleichen Gebiet tätig sind wie die Numarics.
Einerseits geht es um die Gründer und Besitzer eines Unternehmens namens A&O Kreston. Diese landete Ende 2022 im Reich der Numarics.
Laut einem Insider soll die Numarics gut 10 Millionen für die Kreston bezahlt haben. Schon wenige Monate später sprangen die zentralen Figuren der Kreston bei der Numarics von Bord.
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Um mit einer neuen Kreston wieder an den Start zu gehen. Letzten Sommer war es so weit, da legten sie mit der „a&o kreston“ mit Sitz in Zürich-Altstetten los.
Dort hausen sie an der gleichen Adresse wie eine Firma namens Nextesy. Auch sie ist verlinkt mit Numarics. Wichtige Leute der Nextesy waren bei der Numarics weit oben.
Diese verliessen sie dann im Laufe von 2022, um im Sommer 2023 ihre neues „Baby“, die Nextesy, zu gründen. „Effiziente Rechnungsstellung. Vereinfachte Buchführung“, so ihr Versprechen.
Also wiederum das Gleiche wie Numarics – und Kreston, die ebenfalls wieder im Business ist.
Unzählige Schlüsselleute im 2022 und 2023 bei der Numarics abgesprungen, kurz bevor sich diese an die Baselland-KB respektive deren Radicant-Tochter mittels „Merger“ und „Sacheinlage“ verkaufte:
Was genau hat die Radicant für ihr Geld erworben?
Numarics-Aushängeschild Kristian Kabashi verwies an die Baselland-Kantonalbank (BLKB) respektive die Radicant. Bei der BLKB meinte ein Sprecher:
„Zu den Konditionen des Zusammenschlusses machen die beteiligten Unternehmen keine Angaben.“
Und weiter: „Die bisher in die Numarics AG investierten Venture-Capital-Firmen Founderful, FiveT, Seed X, Davidson Capital und die UBS beteiligen sich ebenfalls an der radicant holding ag.“
Ein Augenschein, wo die Ex-Numarics-Cracks jetzt mit ihren frischen Babys wieder im Rennen sind, zeigt ein modernes Bürohaus.
Die Frage ist, ob sie die Hauptleistung von diesem aus erbringen. Bei der Numarics stammt ein stolzer Teil der Leistungen aus Pristina im Kosovo.
Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Wenn man die Eigentümerstrategie des Kantons BL für die BLKB anschaut, dann steht dort nichts von Fintech und schon gar nichts von irgendwelchen Partnerschaften mit dubiosen Firmen. Vielleicht müsste der Regierungsrat Anton Lauber mal richtig in die Hosen steigen und dem BLKB-CEO etwas Guidance geben? http://bl.ch/politik-und-behorden/direktionen/finanz-und-kirchendirektion/finanzverwaltung/eigentuemerstrategien-oeff-rechtl-institutionen-alleinige-traegerschaft/eigentuemerstrategie-blkb.pdf
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Meiner Meinung nach ist die Numarics Übernahme durch Radicant ein letzter Versuch der Baselland KB Radicant vor dem endgültigen scheitern zu retten. Ehrlich gesagt gehe ich davon aus dass das neu formierte Unternehmen relativ bald geschlossen wird, zum Nachteil der Baselland KB.
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Das erinnert an die Firmen von Ertan Wittwer, einfach im Treuhand- und Administrationsbereich: Also rasch etwas aufbauen, was erfolgreich scheint und schnellstmöglichst teuer verkaufen. Dann sofort die nächste Firma starten und im gleichen Stil weitermachen.
Das funktioniert solange, wie man Firmen mit überflüssigem Geld findet, die für defizitäre Startups Fantasiebeträge bezahlen.
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Lustigerweise ist E.Wittwer mit seinen Venture bei Kreston gemeldet (gemäss Handelsregisterauszug)
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A&O Kreston war/ist der Link, der alle genannten Protagonisten verbindet! Na, klingelts?
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Grützi Hr Hässig. Sie schreiben in Ihrem durchaus interessanten Beitrag von einer „Treuhand-Software-Bude.“ Was ist das genau ? Es wäre schön, wenn Sie auf Ihrer Seite eine Sprache verwenden würden, die auch für Leser in Deutschland (die i.a. AfD-affin sind) leicht verständlich ist. Vielen Dank und ’nen schönen Tag noch.
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@Hauck
mein lieber Hauck, so viel sollten Sie „übersetzen“ können.
Um Ihre Frage zu beantworten, das ist SAP für Arme.
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@Hauck
„GrüEtzi“Zumindest bestätigen Sie meinen schon lange gehegten Verdacht, dass diese Seite von Deutschen teilweise „gekapert“ wurde im Komentarbereich. Warum betonen Sie so, dass Sie die AfD unterstützen? Im Regelfall merkt man das sowieso am „Umgangston“ in den zugehörigen Kommentaren.
Leider ist das Niveau u.a. der Kommentare auch dadurch zunehmend gesunken. Dieses laute, schwarz-weiss undifferenzierte, teilweise pöblerische, arrogante passt nicht in und nicht zur Schweiz. Herr Hässig mag dadurch auf der einen Seite ein klein wenig mehr einnehmen, aber vermutlich auch viele Leser verlieren. Ich bin auch nur noch alle paar Tage mal hier auf der Seite. Qualität der Inhalte und der Kommentare sind nicht gerade gestiegen im Zeitablauf.
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Ende Jahr ist Schluss!
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Egal welche News aus dem Geflecht nach aussenen dringen, der Tenor bleibt immer gleich: Radicunt hat sehr schwach angefangen und dann stark nachgelassen.
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Auch bei einem anderen staatsnahen Betrieb in BL explodieren die Kosten und die Politik schläft.
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Wieso um Himmels Willen soll eine Kantonalbank Administrationsoftware verkaufen?
Das hat nichts mit Bankgeschäft zu tun. Mir ist ein Rätsel, wie FINMA derlei Geschäftstätigkeit einer beaufsichtigten Finanzinstitution bewilligen kann.
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@Max
Ich vermute, dass die Software vielleicht mit den BL Bankprodukten verknüpft werden könnte. Es geht ja um Rechnungserstellung und Buchhaltung. Vielleicht soll da eine Schnittstelle zwischen der Numarics und BL Software geschaffen werden.Aber dafür kenne ich die Numarics Produkte nicht gut genug, um das beurteilen zu können. Zumindest im Artikel tönt das ganze aber auch dubios, wenn die wesentlichen Leute künden und dann direkt eine ähnliche Firma nochmal aufbauen. Das tönt nach schnell Geld abgreifen.
Wieviele Kunden hatte Numarics vor der Übernahme? Das ist ja nicht ganz unwesentlich.
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Man darf gespannt sein auf die Weiterentwicklung dieses Abenteuers! Im Grundsatz darf schon davon ausgegangen werden, dass die Verantwortlichen der BL Kantonalbank, Eigner / Bankratspräsident / CEO und GL, dieses Unterfangen der Fusion mit Numarics gründlich geprüft haben und somit wissen was Sache ist. Schlussendlich möchte/sollte man ja keine Gelder verschenken bei einer Bank. Sollte sich aber herausstellen, dass es sich lediglich um eine Nebelpetarde gehandelt hat, so müssten Konsequenzen eigentlich unumgänglich sein. So wie dies gerade in der deutschen Politik auch geschieht. Immerhin zeigen die meisten Verlierer Grösse und ziehen sich von Ihren Ämtern zurück. We’ll see 😉
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Was macht eigentlich der Öko-Botschafter SEVEN? Zürich-Berlin, first class mit CO2-neutralem Champagner über den Wolken? So geht Banking mit Impact, gället sie.
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@Frage für Luisa
Was kostet eigentlich das 49EUR-Ticket?
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Wenn der Clown die Krone trägt, wird er nicht König, sondern der Hof wird ein Zirkus.
Wo die einen eine Sw-Lösung sehen und Geld riechen, haben die anderen Wissen verbaut. Quizfrage: wer ist in der besseren Position?
Es sollte eigentlich hinreichend bekannt sein, wie man Verträge bei derartigen Übernahmen oder Fusionen ausgestaltet.
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Der Kanton Baselland hat auch sein VBS: Basellandschaftliche Kantonalbank.
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vermutlich viel warme Luft und schöne Powerpoints auf englisch. Ab und zu ein Stück eingekaufte Software.
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Narrenfreiheit BLKB/Radicant? Mit Steuergeldern BL kann man sich ganze Königreiche der Absurdität leisten. Zwischenzeitlich gibt es bereits fünf (5) Radicant-Einträge im Handelsregister. Politik? Bis auf die SVP schauen alle weg.
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Gute Deals sind immer eine Win/Win Situation. Manchmal halt gleich doppelt für den Einen.
Narrenfreiheit BLKB/Radicant? Mit Steuergeldern BL kann man sich ganze Königreiche der Absurdität leisten. Zwischenzeitlich gibt es bereits fünf (5) Radicant-Einträge…
Gute Deals sind immer eine Win/Win Situation. Manchmal halt gleich doppelt für den Einen.
Der Kanton Baselland hat auch sein VBS: Basellandschaftliche Kantonalbank.