Manchmal wirkt Netflix wie ein schlechter Prophet. Erst Fiktion, dann Realität. Was als brasilianische Mini-Serie begann, steht plötzlich in erschreckender Nähe zur Schweiz.
Die Bilder aus Crans-Montana gingen um die Welt. Und sie weckten eine verstörende Erinnerung. An etwas, das viele bereits gesehen hatten. An „The Endless Night“.
Die Netflix-Serie von 2023 rekonstruiert den Brand im brasilianischen Nachtclub Kiss. 242 Tote. Ausgelöst durch Pyrotechnik, angefacht von brennbarem Schaumstoff, verschärft durch zu enge Fluchtwege.
Ein vertrautes Muster. Gerade deshalb so beunruhigend, weil es kein Drehbuch ist, sondern Realität.
Was „The Endless Night“ so beklemmend macht, ist nicht der Brand selbst. Es ist das Danach. Die Serie seziert, wie aus einem Unglück ein Systemversagen wird.

Wie Zuständigkeiten verschwimmen, wie Verantwortung weitergereicht wird, wie Behörden zögern, relativieren, verschleppen.
Niemand allein schuld. Und genau deshalb alle ein bisschen.
Crans-Montana passt erschreckend gut in dieses Muster. Auch hier galt der Ort als sicher. Abgenommen, bewilligt, kontrolliert.
Auch hier traf Feuer auf eine Umgebung, die dafür nicht gemacht war. Auch hier wurde aus Sekunden eine tödliche Dynamik.
Und auch hier stellt sich die alte Frage neu: Wer hat weggeschaut.
Die Serie zeigt Eltern, die in derselben Nacht ihre Kinder suchen. Sie zeigt Gerichte, die Jahre brauchen. Politiker, die betroffen wirken, solange Kameras laufen.
Und sie zeigt ein System, das lieber verwaltet als Verantwortung übernimmt.
Nach Crans-Montana wirkt „The Endless Night“ nicht mehr wie eine Serie. Sondern wie ein Protokoll. Die Schweizer Variante ist noch jung. Die Ermittlungen laufen. Die Schuldfrage ist offen. Noch.
Aber eines ist bereits klar. Die Parallelen sind kein Zufall. Geschichte wiederholt sich nicht, weil niemand die Filme gesehen hat. Sondern weil niemand aus der Realität lernt.
Die Nacht war lang. Die Aufarbeitung wird länger.
Es ist wichtig anzuerkennen, dass der Brand in Crans-Montana durch eine fachgerechte Anwendung von Werkgeschirr, ggf. auch in Kombination mit einem Werknetz aargauischer Herkunft, definitiv gemindert hätte werden können.
Recht zu leben – das sollte unser großes und leuchtendes Meisterwerk sein! Alle anderen Dinge wie Herrschen, Horten und Häuserbauen sind höchstenfalls Anhängsel und Beiwerk.
Michel de Montaigne
(1533 – 1592), eigentlich Michel Eyquem, Seigneur de Montaigne, französischer Philosoph und Essayist
Mancher zählt viele Jahre und hat doch nur kurze Zeit gelebt.
Michel de Montaigne
(1533 – 1592), eigentlich Michel Eyquem, Seigneur de Montaigne, französischer Philosoph und Essayist
Man kann den Wert eines Lebens nicht nach der Länge messen.
Michel de Montaigne
(1533 – 1592), eigentlich Michel Eyquem, Seigneur de Montaigne, französischer Philosoph und Essayist
Quelle: Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum)
Wieviel Artikel kann man pro Tag über Crans Montana schreiben ohne dabei neues zu vermitteln? Ja die nacht war lang. Aber gebracht hat es heute nix. Recherchen? Interviews? Hintergründe die noch nicht im Blick Ticker liefen?
„Wieviel Artikel kann man pro Tag über Crans Montana schreiben?“
GPT-4 produziert mehrere hundert bis tausend wörter pro Sekunde. Ein durchschnittlicher Zeitungsartikel hat vielleicht 400–800 Wörter.
Rein rechnerisch könnte ein einziger GPT-Instanz also 1–2 Artikel pro Sekunde schreiben, wenn man sie stumpf durcharbeiten lässt – ohne Fact-Checking, ohne Recherche, ohne Stilkorrektur.
Vielleicht sind nicht die Produzenten die doofen sondern die Konsumenten?
Der Kommentar dürfte aus der Hand einer Kommunikationsagentur stammen.
Der Artikel ist schwachsinnig, weil Brasilien nicht mit der Schweiz verglichen werden kann.
Brasilien ist ein korruptes Land.Schweiz liegt auf dem Korruptionsindex auf Platz 5.Brasilien 107. Noch hinter der Ukraine, die in gewissen Kreisen in der Schweiz als ultrakorrupt gilt.
Auch die Justiz unvergleichbar .Las noch nie,dass Urteile in der Schweiz verkauft wurden. Brasilien besitzt ein anderes Rechtssystem mit viel mehr Rekursmöglichkeiten.Der Brand ist vergleichbar.Alles andere ein Märchen. Wehre mich vehement,dass die Schweiz mit Brasilien in den gleichen Topf geworfen wird .Hirnrissig.
Rolf Neff@
Hier ist gar nicht hirnrissiges festzustellen. Ist Ihnen unterdessen noch immer nicht aufgefallen, dass der Gemeindepräsident, Staatsanwältin usw. sich in hoffnungslosen Widersprüchen verzetteln? Merken Sie denn nicht, welche Klüngel-Politik in Crans, ja im ganzen Wallis gang und gäbe ist.
Doch der Vergleich mit Brasilien darf, ja muss man hier machen, den er ist völlig identisch – und das ausgerechnet in einem Vorzeigend wie der Schweiz. Gefällt Ihnen der Vergleich mit einer Bananenrepublik besser, oder ist es eher eine Beleidigung für diese Länder?