Andreas Berger will die Swiss Re rasch zum Darling der Investoren machen. Das ist ihm anfänglich gelungen.
Jetzt zeigt sich, wie. Unter Bergers Befehlen entliessen die zuständigen Chefs im letzten Jahr unzählige Mitarbeiter.
Darunter viele Spezialisten mit langer Zeit beim Schweizer Rückversicherer.
Als Grund für den Rausschmiss hiess es, man müsse sparen und baue das Unternehmen um.
Nun wird bekannt, dass Anderes dahintersteckt: kurzfristige Gewinn-Optimierung.
Jene Stellen, die durch die Kündigung der Inhaber abgebaut wurden, tauchen in den Job-Portalen wieder auf.
Beispielsweise jene eines „Product Unterwriter Casualty“ innerhalb der SwissRe-Division CorSo, wo der Finanzmulti vom Zürcher Mythenquai Firmen Versicherungslösungen anpreist.
Und so die Erstversicherer wie die Zurich oder die Axa als wichtigste Kunden bedrängt.
Man suche jemanden mit „extensive expertise across the various Market Units and Sub-Market Units“ im asiatischen Raum.
Der frühere Zuständige, der die Swiss Re nach vielen Jahren verlassen musste, brachte die Anforderungen mit.
Jetzt muss das Unternehmen nicht nur einen geeigneten Ersatz finden, sondern diesen auch noch auf Swiss Re-Kurs bringen.
Bis der neue Mann oder die neue Frau mit allem vertraut ist, dauert es Monate.
Neue Zusatzkosten, die den Gewinn durch die Kündigung und den damit verbundenen Personal-Kosten-Abbau mehr als aufwiegen dürften.
Die nicht gekündigten Mitarbeiter würden dem Treiben mit wachsendem Argwohn beiwohnen, sagt ein Kritiker. „Der Frust steigt, die Produktivität sinkt.“
Wo kein Hire&Fire verfolgt würde, sei ganz oben im Bereich CorSo. Die Spitzen würden vielleicht ausgewechselt, doch sie erhielten ein neues Plätzchen innerhalb der Swiss Re-Konzerns.
Zudem gäben sich die externen Berater die Klinke in die Hand. Auch das würde ins Geld gehen und die Kostenersparnis durch die Entlassungen zunichte machen.


Geld muss rauskommen. Immer weniger ist Manager drin wo Manager draufsteht. (Mogelpackungen)!!
Mir wurde auch gekündigt. Habe mich angeblich nicht mehr mit den neuen Technologien wie Internetz usw. befasst und nicht weitergebildet. Dabei schreibe ich täglich regelmässig hier auf IP. Meinen Job macht jetzt ein junger Deutscher – noch dazu ein Ungeimpfter!
Das geht nur wegen dieser unsäglichen Personenfreizügigkeit, die uns der BR mit der Lüge untergejubelt hat – es kommen nur etwa 8000, gekommen sind 100’000 pro Jahr, auch wegen der Skrupellosikeit der Firmen.
Wir wissen wie wir für die Bilaterale III (schon die Bezeichnung ist eine Lüge) abzustimmen haben.
Swiss Re wird wohl nicht der einzige Arbeitgeber sein, der so vorgeht. Die Jungen sind ja nicht auf den Kopf gefallen und kriegen das natürlich mit. Und dann wundert man sich, weshalb die GenZ-ler auf Loyalität pfeifen und stattdessen Lohn, Work-Life-Balance und anderes optimieren, was ihnen persönlich etwas bringt. Die Jungen sind nicht einfach so unloyal und arbeitsscheu, sondern das ist eine logische Folge des Systems der Alten, in welchem Mitarbeiter nichts weiter als Positionen in Excel-Sheets sind, welche „gemanagt“ werden, um den eigenen Bonus zu optimieren.
Swiss Re Aktien Anleger/innen verloren den „Glauben“ an Andreas Berger und verkauften ihre Aktien.
Der Aktienkurs verlor im 2026 bis gestern minus -5.5%.
Ja, hat was. Ich würde diesbezüglich aber nicht nervös werden. Was mich eher nervös werden lässt, ist die steigende Arbeitslosigkeit in der Schweiz (und ich spreche von der ILO-/Eurostat-Zahl, die wesentlich höher bzw. über 5% und vergleichbar mit der umliegenden EU-Ländern ist. Der jeweils publizierte SECO-Wert zählt u.a. nur registrierte Arbeitslose und liegt deutlich tiefer. Wir Schweizer sind einfach Schönredner par excellence.
Es wäre nicht überraschend wenn die hierfür verantwortlichen Manager auf der politischen Schiene ein höheres Rentenalter fordern. Warum sind die Psychiater überlastet? U.a. weil wir sehr viel schlechte ManagerInnen haben. Verantwortungslose, sozial inkompetente Kosten- TechnokratInnen. Der verantwortungsvolle Patron hat wohl bald ausgedient.
Sicherlich. Das Prinzip möglichst wenig einzahlen zu müssen, und die Auszahlung zu verzögern dient vor allem den Firmen, vor allem den großen. Die ersetzen ältere und teurere Arbeitnehmer mit jüngeren, die weniger verdienen, also auch weniger an die Vorsorgeinrichtungen einzahlen. Ab fünfzig entlässt man die Leute und fordert Anhebung des Pensionsalter bis 75.
Julius Bär macht das seit Jahren, den Erfolg sieht man. Manager haben keine Ahnung. Peinlich.
Banker und Versicherer wurden in den letzten 30 Jahren im Lohn vergoldet und mit Boni gepudert. Diese Zeiten sind vorbei. Die Cost Income Ratio, grauenhaft.
Solange weiterhin solche Löhne bezahlt werden, schauen die Aktionäre in die Röhre und die Kunden ungläubig auf ihre Gebührenabrechnungen.
Das sich dies nun langsam ändert ist positiv zu bewerten. Und für die Standhaften. Auch ihr seit ersetzbar.
Die Geschichte wiederholt sich. Dasselbe Trauerspiel geht in der UBS seit Jahren ab.
Das ist nun wirklich nichts Neues. Alte und somit leider meist teure Mitarbeitende raus und junge (oftmals EU-Bürger mit leicht tieferen Lohnansprüchen) rein. Kommt ebenso bei anderen Versicherern, Banken, Pharma etc. vor. Finanziell lohnt es sich durchaus. Ethisch…naja. Dennoch: SwissRe ist ein solider Wert und angenehmer Dividendenzahler.
Das ist tragisch was in diesem Saftladen passiert, jedoch muss man relativieren und sagen dieser Underwriter war ein absoluter Underperformer.
Es grüsst täglich euer Adam mit Glatze und Headset
Tja jahrelang genügte es der Regenbogenfahne zu huldigen. Nun ist wieder Leistung gefragt. Damit haben offensichtlich so einige ihre Mühe.
Habe viel Mitleid geerntet, als ich die Swiss Re für einen Job beim Bund verliess. Jobsicherheit vs. doppelte Lohn- und Nebenleistungen, jeder muss ab einem gewissen Alter wählen.