Bitcoin fiel diese Woche nicht, weil er plötzlich schlecht, unecht oder moralisch fragwürdig geworden wäre.
Diese Erklärungen sind bequem, weil sie nichts erklären. Sie gehören zur ritualisierten Begleitmusik jedes Abschwungs.
Wer sich die Mühe macht, genauer hinzusehen, erkennt ein anderes Bild. Der Rückgang war kein Unfall und kein isoliertes Krypto-Ereignis.
Er war die logische Folge eines Marktes, dem das Vertrauen gleichzeitig von mehreren Seiten entzogen wurde.

Der Ausgangspunkt lag ausserhalb der Krypto-Welt. Die Korrektur begann bei Technologie-Aktien. Die grosse AI-Erzählung, monatelang Treiber steigender Bewertungen, verlor an Überzeugungskraft.
Zu hohe Erwartungen, zu wenig kurzfristige Erträge, ein Übermass an Positionierung. Als die ersten grossen Adressen begannen, Risiko zu reduzieren, kippte die Stimmung rasch.
Der Nasdaq drehte, und mit ihm alles, was als verlängerter Arm des Tech-Sentiments gilt. Bitcoin gehört längst dazu. Nicht ideologisch, sondern faktisch.
Hinzu kam die geldpolitische Grosswetterlage. Die Hoffnung auf eine gezielte Schwächung des Dollars zerschlug sich.
Die klare Botschaft aus Washington lautete: Die Strong-Dollar-Politik bleibt. Für Risikoanlagen ist das eine schlechte Nachricht.
Ein starker Dollar saugt Liquidität ab und erhöht die Opportunitätskosten. Bitcoin, der von Liquidität lebt und nicht von laufenden Erträgen, reagiert darauf empfindlich.
Gleichzeitig wuchs die Unsicherheit über die zukünftige Ausrichtung der US-Geldpolitik. Die Diskussion um Kevin Warsh als mögliche Schlüsselfigur der Federal Reserve verunsicherte die Märkte.
Warsh steht für Disziplin, für wenig Spielraum, für Härte. Nicht unbedingt für einen schwachen Dollar, aber für einen unberechenbaren.
In solchen Phasen flüchtet Kapital nicht in Visionen, sondern in Cash.
Ein weiteres Signal kam aus einem Markt, den viele Krypto-Investoren ignorieren. Silber begann zu fallen.
Nicht spektakulär, aber konsequent. Silber ist ein empfindlicher Seismograph für Konjunkturerwartungen und Risikoappetit.
Wenn Silber nach unten tanzt, ist das selten ein gutes Omen für spekulative Assets. Die Bewegung passte ins Bild eines Marktes, der Risiko abbaut, nicht aufbaut.
Auf der Mikroebene verschärfte sich die Lage zusätzlich. Aus Bitcoin-ETFs floss Kapital ab. Das passive, stetige Kaufinteresse, das den Markt über Monate stabilisiert hatte, verschwand.
Gleichzeitig griff die technische Mechanik. Der Bruch wichtiger Unterstützungen löste Liquidationen gehebelter Positionen aus. Verkäufe erzeugten weitere Verkäufe.
Keine Panik, sondern Automatismus.
Besonders auffällig war das Verhalten bei Ethereum. Der Kurs fiel nicht hektisch, sondern kontrolliert. Zu kontrolliert.
Über Tage hinweg dominierten gleichmässige Verkäufe nahe dem VWAP. Kein Zittern, keine Gegenbewegung.
Als bekannt wurde, dass Vitalik Buterin selbst ETH veräussert hatte, bekam diese Bewegung einen Beigeschmack. Nicht illegal, nicht dramatisch, aber psychologisch wirksam.
Wenn selbst die Architekten Liquidität suchen, hören andere genau hin.
Was diesen Februar stattfand, war kein technischer Defekt und kein moralischer Kollaps. Es war ein Vertrauensreset.
Bitcoin zeigte erneut, was er in Stressphasen ist: kein sicherer Hafen, sondern ein Risiko-Asset mit hoher Sensitivität gegenüber Makro, Liquidität und Positionierung.
Das ist keine Schwäche, sondern eine Eigenschaft.
Der Markt hat nicht über Bitcoin geurteilt. Er hat über Risiko entschieden. Und Risiko war in diesem Moment unerwünscht.
In Zürich weiss man, dass Märkte keine Moral kennen, nur Bilanzen. Wer daraus mehr machen will, erzählt Geschichten. Wer verstehen will, schaut auf Geld, Macht und Timing.
Jeder Gwaggli kauft Cryptos. Im Blick und 20 Minuten gibt es Anlageempfehlungen. Die Influenza in den sozialen Medien empfehlen die Crypto Anlage.
Ein klares Zeichen, dass es bald zum Knall kommt.
สิ่งที่ขึ้นไปสูงย่อมต้องลงมาต่ำ. Altes Thailändisches Sprichwort.
Frei übersetzt: Was hoch geht, muss auch wieder runter kommen.
Gäähn.
Meine Familie mütterlicherseits lebt in einem kleinen Dorf in Italien. Die Leute im Dorf investieren nicht in Aktien. Nicht in Obligationen und auch nicht in Kühe oder Ziegen. Sie investieren in Bitcoins wegen den guten Rendite.
Wenn sogar der Kühe oder Ziegenhirt (no offense, ehrlicher Job. Nicht wie Bänker) in Bitcoins investiert, ist der CRASH nur eine Frage der Zeit.
Wasser ist Nass. Asiaten Essen mehr Reis als Europäer.
Zur ritualisierten Begleitmusik jedes Abschwungs gehört aber auch, dass die Bitcoin Gemeinde dann notorisch darauf hinweist, alles hätte eine Ursache. Was die Börse wiederum tut: Sie rechnet die Performance eines Assets gnadenlos gegen andere auf: Nividia 5 Jahre +1‘264%, Bitcoin +81%. Der Bitcoin wurde in den letzten Jahren faktisch dollarisiert und integriert in das Fiat-Geldsystem. Das läuft seinem ursprünglichen Zweck diametral entgegen. Damit hat er seine Funktion geändert. Wir dürfen gespannt sein, wie das Experiment ausgeht.