Der jüngste Rebound an den Märkten war kaum mehr als ein technisches Aufbäumen nach dem Ausverkauf. Zu wenig Volumen, zu viel Hoffnung.
Kaum hatten sich die Märkte am Freitag an einer zaghaften Erholung festgehalten, kam aus New York der kalte Gegenwind.
Goldmans Trading-Desk blickte nüchtern auf die Mechanik hinter den Kursbewegungen. Und die verheisst nichts Gutes.
Im Zentrum stehen die berüchtigten CTAs, systematische Trendfolger, gesteuert von Algorithmen, denen weder Unternehmenszahlen noch Notenbankrhetorik etwas bedeuten.
Sie kaufen, wenn es steigt, und verkaufen gnadenlos, wenn es fällt.
Laut Goldman hat der S&P 500 bereits jene Schwelle unterschritten, bei der diese Maschinen auf Verkauf schalten.
Bleibt der Markt schwach oder rutscht weiter ab, könnten allein in dieser Woche rund 33 Milliarden Dollar aus US-Aktien abgezogen werden.
Fällt der Index zusätzlich unter die mittelfristige Marke um 6’707 Punkte, drohen in den kommenden Wochen Abflüsse von bis zu 80 Milliarden Dollar.
Das ist kein Rauschen. Das ist ein Mechanismus.
Goldmans hauseigener „Panic Index“, eine Mischung aus Volatilität, Optionspreisen und Positionierung, ist auf 9,22 hochgeschossen.
Historisch ein Wert, der für maximalen Stress steht.
Liquidität trocknet aus, Positionen sind einseitig, die Nervosität greifbar. In einem solchen Umfeld reicht ein kleiner Impuls, um überproportionale Bewegungen auszulösen.
Und es bleibt nicht bei Aktien. Bitcoin steht bereits unter Druck und hat die Marke von 60’000 Dollar gerissen.
Goldman warnt explizit vor weiterem Abgabedruck, sollte sich das Risk-off-Sentiment verschärfen.
Krypto ist kein Paralleluniversum, sondern Teil desselben spekulativen Gefüges. Wenn gehebelte Positionen liquidiert werden, trifft es alles.
Auch Gold und Silber sind nicht immun. In echten Liquiditätskrisen wird verkauft, was sich verkaufen lässt. Selbst vermeintlich sichere Häfen geraten unter Druck, wenn Margin Calls bedient werden müssen.
Erst später kommt die Erholung. Wer glaubt, Edelmetalle stiegen linear, hat die letzten Krisen nicht verstanden.
Der Blick nach China verstärkt das Unbehagen. Peking stockt seine Goldreserven seit über einem Jahr auf und baut gleichzeitig Devisenreserven aus, während man sich schrittweise vom Dollar emanzipiert.
Offiziell heisst das Risikomanagement. Inoffiziell ist es geopolitische Absicherung gegen ein zunehmend erratisches US-Finanzsystem mit explodierenden Defiziten, Handelskonflikten und einer Federal Reserve, die zwischen Inflationsbekämpfung und Marktstabilisierung laviert.
In den sozialen Medien überschlagen sich die Reaktionen.
Von Warnungen vor einem weiteren Billionen-Abverkauf bis zu gewohnt zynischen Hinweisen, man solle bei Goldman weniger auf Worte als auf Positionen achten.
Der Einwand ist berechtigt. Dieselbe Bank, die 2008 toxische Hypothekenpapiere verkaufte, während sie intern dagegen wettete, wird kaum aus Nächstenliebe warnen.
Die KI-Euphorie beginnt zu bröckeln, Software-Aktien geraten unter Druck. Das billige Geld kommt nicht zurück.
Die Party ist vorbei, der Kater setzt ein.
Was bleibt dem Privatanleger? Ruhe bewahren, keine Heldentaten. Nicht gegen den Trend handeln, Hebel meiden, Liquidität respektieren.
Wer langfristig denkt, kann in Schwächephasen Positionen aufbauen. Wer glaubt, Algorithmen austricksen zu können, wird lernen, wie gnadenlos moderne Märkte funktionieren.
Goldmans Warnung ist keine Prophezeiung, sondern ein Hinweis auf die innere Logik des Systems.
Der Abverkauf ist kein Unfall, sondern Teil eines überdehnten Zyklus, aufgeblasen durch Jahre der Nullzinsen und monetären Experimente.
Die Luft entweicht. Langsam oder abrupt, das ist offen. Sicher ist nur eines: Der Tintenfisch weiss, wie man schwimmt, wenn es stürmt.
Der Verlust für die Krypto-Anhänger muss wirklich hart sein..
Der Trick der Banken ist, das Gegenteil von dem was man selber macht den Leuten empfehlen.
Die Banker sind keine Berater, sondern überbezahlte Verkäufer die nur auf ihren Bonus aus sind.
Ja es sind heute nur noch Verkäufer aber mit dem grossen Unterschied, dass die allermeisten nicht mal mehr wissen was sie eigentlich verkaufen.
ich weiss nicht wo das problem sein soll, meine value aktien steigen und steigen.
Die Welt flüchtet in Sicherheit. Seit 12 Monaten führen performancemässig Dividenden im S&P 500. Growth und Momentum stehen hinten an. Das ist ein Regimewechsel. Und ebenfalls seit Jahren ein klassisches Muster: Wenn das eine sinkt, steigt das andere. Der Dow Jones hat nicht zufällig die 50,000 Punkte überschritten. Unter der Swiss Performance Index steht nahe All Time High.