2025 war ein Annus horribilis für Nestlé: Verwaltungsratspräsident Paul Bulcke und CEO Laurent Freixe mussten ihre Posten nach Jahrzehnten beim Nahrungsmittelmulti aus Vevey räumen.
Hintergrund sind Skandale und Corporate Governance-Verfehlungen, explodierende Schulden, Cash-Flow-Probleme, sinkende Marktanteile, bürokratische Strukturen und ein Aktienkurs im Tauchgang.
Vize-Präsident Pablo Isla übernahm in der grössten Krise der Firmengeschichte des Konglomerats mit über 270’000 Mitarbeitenden das Ruder.
Und wie: Der Spanier und starke Mann hinter dem Aufstieg des Modeimperiums Inditex (unter anderem mit der Marke „Zara“) installierte den Chef von Nespresso, Philipp Navratil, als CEO.
Das neue Management-Team vermeldete nur wenige Wochen später eine weltweite Restrukturierung und Entlassung von 16’000 Personen, davon 12’000 in den administrativen Bereichen.
Der Hauptsitz in Vevey dürfte überproportional betroffen sein.
Die komplexe Umsetzung der Reorganisation verschlingt zuerst Milliarden, bevor jährliche Ersparnisse von 3 Milliarden ab 2027 erwartet werden können.
Einen zweiten Pflock schlug Isla im Dezember selbst ein: Ehrenpräsident Peter Brabeck-Letmathe wird in die Wüste geschickt.
Was zuerst als freiwilliges Ausscheiden kommuniziert wurde, entpuppte sich schnell als Zerwürfnis zwischen dem emeritierten und neuen König am Genfersee.
Nun kommt der dritte Streich: Anlässlich der Präsentation der 2025-Zahlen informierte die L’Oréal-Führung in Paris, dass ihre beiden Nestlé-Langzeit Verwaltungsräte, Vizepräsident Paul Bulcke und Béatrice Guillaume-Grabisch, im Frühling zurücktreten.
Noch vor einem Jahr hatten sich beide für eine vierjährige Amtsdauer wiederwählen lassen.
Neu in Verwaltungsrat des Beauty-Giganten aufgenommen werden sollen Pablo Isla „himself“ und Anna Lenz, die Personalchefin bei Nestlé seit über einem Jahr.
Beide vertreten das 20-prozentige Nestlé-Investment in L’Oréal mit einem Wert von zwischen 35 und 40 Milliarden.
Inmitten des gigantischen Konzern-Umbaus kommt Nestlé nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus: Der anhaltende Streit mit den französischen Behörden betreffend Perrier vermindert die Möglichkeiten, das Wassergeschäft als Ganzes zu einem attraktiven Preis zu verkaufen.
Seit Dezember schwelt ein weiterer Skandal bei der Baby-Nahrung: Was für fast einen Monat vor der breiten Öffentlichkeit verschwiegen werden konnte, entwickelte sich zu einer präzendenzlosen Rückrufaktion in rund 60 Ländern und einem Reputations-Fiasko.
Selbst CEO Navratil musste sich in einem Video erklären und entschuldigen. Die Verunsicherung von weltweit Millionen von Eltern und die nun laufenden Verfahren in Frankreich könnten zu einem nachhaltigen Reputationsschaden und markanten Umsatzeinbruch führen.
Dabei braucht Nestlé dringend Einnahmen. Denn Cash ist seit über einem Jahrzehnt das grosse Problem des Konzerns und führte zu einer Verfünffachung der Schulden auf über 60 Milliarden.
Mit diesen wurden Aktienrückkäufe und die jährliche Dividende finanziert. Diese steht nun auch im Fokus der Investoren.
Die grosse Frage: Kann die Dividende auch dieses Jahr erhöht werden? Auf 3 Franken 10 oder gar mehr? Kostenpunkt: Über 8 Milliarden.
Oder sorgt Pablo Isla für den nächsten Bruch mit der Vergangenheit? Als Insider – er sitzt seit 2018 im Verwaltungsrat – und somit Mitverantwortlicher der strategischen und operativen Krise wäre es ein gigantischer Kraftakt. Bei Inditex ist stetiges Dividendenwachstum legendär.



Anna Lenz, mit einem Foto, welches vor 20 Jahren aufgenommen wurde…
Ist die Blume schon verwelkt? Das Schicksal jeder Frau, das Verwelkten 🙁
Schon bei der Gründung von Nestlé war es klar, dass es mit der Firma nichts weder kann.
Das é ist ein Schwindel, der Gründer hat es gewählt, damit niemand merkt, dass er Deutscher ist.
Und die Produkte bleiben dieselben, die Portionen werden kleiner und die Preise steigne.
Nestlé an der Börse: +15 %
Das heisst Frühlingsputz. Mach ich auch jedes Jahr. Aber nicht schon so früh.
Olé?
Endlich wird die unsägliche Münchhausen-Geschichte mit Brabeck, Bulcke&Co. beendet.
Der Tanker wird vom Reeder umgebaut und auf zukunftsträchtigen Kurs gebracht.
Olė!
@Rolf
Moses, sind Sie sicher, dass Sie sich nicht irren? Denn diese Personalchefin benützt sicherlich L’Oreal Produkte seit vielen Jahren.
Denn anscheinend, wenn man die Verkaufszahlen dieser Firma anschaut, wirken diese Schönheitsprodukte enorm.
Uebrigens, wie kann man eine Personalchefin in den Verwaltungsrat der LÔreal schicken, wenn man nur auf 2 Sitze Anrecht hat?
Ist doch ganz einfach: Frau sein genügt vollkommen.
Pablo Isla is one of the great leaders of our time, and let’s be honest, he has one of the world’s greatest mentors. Expect nothing short of greatness. Patience, grasshoppers, patience…
Was soll denn das? Nestlé soll die – nicht strategische – L’Oréal Beteiligung (ein reiner „Windfall Profit“) endlich verkaufen und damit ihre Schulden abbauen.
Wie soll eine Gesellschaft mit 100 Milliarden Schulden und einem Gewinn von 9 Milliarden eine Dividende von 9 Milliarden bezahlen können? Gibt es in Vevey schon Taschenrechner?
Mit Babynahrung, Katzenfutter und Mineralwasser?
@Adam Riese
Ihre Angaben stimmen nicht.
Nestle hat eine Netto Verschuldung von 65 Milliarden Euro.
Der Wert der Loreal Beteiligung ist etwa 42 Milliarden.
Wenn Nestle das gesamte Loreal Aktienpaket verkauft, sieht es nicht mehr dramatisch aus!
Wenn Nestle Firmen wie Callier oder Hirz übernimmt, dann wird sofort boykottiert. Gleiches bei Toblerone (Mondelez), etc
Anstatt gute Zutaten ins Produkt, fliessen die Investitionen in Marketing…
Hr.Isla und Hr. Navratil leisten gute Arbeit um den Tanker wieder auf Kurs zu bringen und sind beide sehr fähige Männer um dieses Ziehl auch zu erreichen. Hr. Isla zeigt dies ja auch mit seiner
längst fälligen Aufräumaktion.
Man kann aber nicht erwarten das dies von heute auf morgen
schon Früchte trägt was andere
Jahrzehnte verbockt haben. Vielleicht sollte man auch die
bisherige Dividenden-Politik von Nestle mal auf die Traktandenliste nehmen bei der nächsten GV. Würde wahrscheinlich auch zusätzlich
helfen.Auch Aktienrückkäufe könnte man evtl. mal zusätzlich ins Gespräch aufnehmen.
Die Dividende bei Nestlé sollte gekürzt oder ganz gestrichen werden.
Viel zu hohe Schulden welche schlicht und einfach keine Dividenden zulässt.
Als neue Führungscrew hat man immer am Anfang die beste Glaubwürdigkeit wenn die Dividende gekürzt oder ganz gestrichen wird.
So kann man ohne Altlasten neu anfangen.
Nestle hat nicht nur mit seinen diversen Produktqualitätsskandalen eine herbe Schlappe erlitten, sondern versetzt mit seinem Frosch der Rainbow-Alliance der Bill und Melinda Gates Foundation (auf diversen Produkten wie z.B. Nespresso Kapseln oder Cailler Schokolade) noch einen weiteren drastischen Schlag ins Gesicht der armen Konsumenten. Prognose: Aktienkurs im freien Fall in den nächsten Jahren, ausser es werde unverzüglich Remedur geschaffen!