Zum Dolder Grand ist’s nicht weit, das eigene Schwimmbad („Zutritt nur für Berechtigte“) liegt gar vor der Haustür.
Und vom Balkon aus blickt man runter auf Tout Zürich. Willkommen im schönen Witikon, am Rande des Zürichberg-Villenquartiers.
Hier lebt auch Richard „Richie“ Wolff. Der frühere Stadtrat hat im aufstrebenden Quartier mit seiner Frau eine grosse Eigentumswohnung erworben.
Nicht weit weg wohnen die wirklich Reichen der Limmatstadt, zum Tennisplatz sind’s ein paar Gehminuten.

Die Alternative Liste (AL) soll Schwierigkeiten gehabt haben, überhaupt Kandidaten für den Zürichberg und das Seefeld, die Wahlkreise 7 und 8, zu finden.
Jetzt geht „Richie“ nochmals ins Rennen – er kandidiert am 8. März für den Gemeinderat, also die Legislative.
Das Durchschnittsalter der fünf Kandidaten auf der AL-Liste 7+8 liegt bei 63 Jahren, Wolff feiert im August seinen 69.
Wolff gehörte bis 2022 zur Stadtzürcher Exekutive. Dort war er 9 Jahre lang für die Polizei zuständig.
Auf seiner Homepage kämpf er für bezahlbare Familienwohnungen. „Es darf kein Luxus sein, in Zürich zu wohnen“, so der Ultralinke.
Viel habe er erreicht, meint Wolff. Ganz aktuell ist die Seite allerdings nicht: „Seit 2018 bin ich Vorsteher“, steht dort.
Wer durch seine Wohngegend läuft, nimmt ihm sofort ab, was er „Positives erwirkt und erreicht“ hat: Mehr Ruhe auf den Strassen, mehr Grünflächen, mehr Bäume, mehr Lebensqualität.
Den Besitzern der Eigentums-Wohnungen steht ein eigenes Schwimmbad zur Verfügung. Hunde not welcome.
Was die unberührte Natur ringsum angeht, scheint die Diskrepanz zwischen Forderung und Wolffs Selbstverwirklichung noch grösser zu sein als bei einem AL-Gspänli unten in der Altstadt.
Kein Widerspruch, findet Wolff auf Anfrage. Er und seine Partei setzen sich für Menschen mit geringem Einkommen ein.
„Meine Frau und ich sind dank unseres Einkommens nicht auf kostengünstigen Wohnraum angewiesen, deshalb beanspruchen wir ihn auch nicht.“

Zürich ist nur noch peinlich.
🏆Spannend! Gibt’s aktuell auch was Interessantes auf der Welt ausser der zentralwichtigen ZH QuartiersPolitik? Deren Meinungen & Ambitionen? Fahren dann die 13 jährigen nicht mehr mit 250 Sachen und 500PS hier rum? ausserhalb des Quartiers/Reviers ? Welcher Quartier Politiker löst endlich dieses Problem politisch? Wann ca.?
„schönen Witikon“🤣. Wohl noch nie in Witikon gewesen. Zürich“s Schlieren Ghetto.
Ich würde ihn wählen.Scheint mir ein ehrlicher Mensch zu sein.
Ob Penthouse-Badran oder Moritz Leuenberger, Richi Wolf oder der Asienreisende Weihermuth. Fehlt noch Halbe-Kiste-Levrat in der Aufzählung. Wenn es um die eigene Wohlfahrt geht, sind sie in ihrem Kleingeist genau gleich wie ein Gates, ein Bezos, ein Zuckerberg, ein Trump, einfach immer sozial zu sich selber.
Diese Moralprüfung ist absurd. Wer politisch „Gutes“ will, soll bitte arm bleiben, sonst ist er unglaubwürdig?
Da kann einer Krebs, Welthunger und das Klima heilen – aber kauft er sich ein anständiges Haus, ist er sofort ein Heuchler.
Wieso schleicht denn der Frenkel nicht bei den Milliardären und Multimillionären der SVP und FDP Spitze ums Haus? Die geben sich ja auch immer Bodenständig und führen sich am Parteianlass im Sennenkutteli so auf, als würden sie sich für den kleinen Mann einsetzen.
Kann mir das jemand erklären?
Etwas nicht beanspruchen, was man ohnehin nicht braucht, und schon ist man ein Cüpli-Sozialist.