Eine Analyse der militärischen Situation im Iran nach Beginn des US-Israel-Angriffs ist anspruchsvoll. Dies aus mehreren Gründen:
Erstens sind wir einer intensiven Propaganda ausgesetzt. Diese ist zumindest in den traditionellen Medien im Westen einseitig zugunsten der US-Israel-Allianz.
Auch Experten lassen sich durch Propaganda beeinflussen. Dies war schon während dem „12-Tage-Krieg“ von letztem Sommer zu beobachten, wo die hiesige mediale Berichtserstattung kaum einen Bezug hatte zu den tatsächlichen Ereignissen.
Zweitens werden Kriege nicht mit spektakulären Explosionen und einzelnen Angriffen gewonnen, sondern in der Logistik, der Industrie und in der Durchhaltefähigkeit der Parteien.
Gerade der Zustand der Logistik ist von aussen sehr schwierig zu beurteilen. Trotzdem kann man nach den bisherigen Ereignissen erste Aussagen machen.
Bis jetzt sehe ich eine Reihe von fatalen Fehleinschätzungen der angreifenden Allianz. Deren Aussichten sind ungünstig.
Jeder erfolgreiche Krieg braucht eine klar umrissene Zielsetzung, getreu dem Prinzip, dass Krieg nur die Fortsetzung von Politik mit anderen Mitteln ist.
Diese war und ist kaum erkennbar. Noch während den Verhandlungen kurz vor dem Angriff der Allianz war selbst für freundliche Beobachter unklar, was eigentlich die Ziele der USA sind (Financial Times).
Auch seit Beginn des Kriegs haben sich die Aussagen der amerikanischen Exponenten permanent verändert. Im Kern scheint es vor allem um einen so genannten „Regime Change“ zu gehen, das heisst, eine grundlegende Veränderung in der politischen Führung des Irans.
„Regime Change“ ist sehr schwierig zu erreichen; er kann entweder mit dem Einsatz von Bodentruppen oder einem inneren Aufstand erreicht werden.
Umgekehrt hat das angegriffene Iran keine offensiven Ziele formuliert.
Die Allianz kann ihre Ziele also nur erreichen, wenn sie den Krieg gewinnt, während der Iran bereits gewinnt, wenn er den Krieg nicht verliert.
Die Zeit spielt für den Iran.
Vorgesehen war, dass der Angriff vom 28. Februar zu einem raschen Zusammenbruch Irans und einem innenpolitischen Umsturz im Land führen würde. Dies erklärt, warum in einer ersten Phase der geistliche Führer, Ali Chamenei, gezielt angegriffen und auch getötet wurde.
Die Überlegung war, dass dies – zusammen mit der Tötung von weiteren zivilen und militärischen Schlüsselpersonen – ein Vakuum schafft, das innenpolitischen Gegnern einen Aufstand ermöglicht.
Diese Sicht verkannte die Realität, weil die US-Israel-Allianz Chamenei als traditionellen politischen Führer einschätzte und nicht als religiösen.
In der schiitischen Theologie spielt die Rolle des Märtyrers eine zentrale Rolle (Kerbela, Iman Hussein). Bereits vor dem Angriff formulierte Chamenei, dass er mit seinem Tod rechne und nicht bereit sei, sich vor einem Angriff in einem Bunker zu verstecken.
Zudem formulierte er Nachfolgelösungen. Er forderte auch alle anderen Schlüsselpersonen auf, geordnete Nachfolgelösungen und Stellvertretungen sicherzustellen.
Chamenei war bereits 86 Jahre alt und gemäss zahlreichen Berichten in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Sein offenbar bewusst in Kauf genommener Tod war somit auf einer spirituell-politischen Ebene keine Niederlage, sondern ein Sieg.
Es ist derzeit keinerlei Aktivität einer organisierten Opposition sichtbar, vielmehr gibt es unzählige Berichte und Videobeweise über umfangreiche Demonstrationen zur Unterstützung der Regierung.
Der „erfolgreiche“ Angriff auf das geistige Oberhaupt scheint somit das Regime, zumindest kurzfristig, gestärkt zu haben.
Die zweite Fehleinschätzung liegt darin, dass die Allianz offensichtlich die Fähigkeiten Irans zu präzisen Langstrecken-Angriffen deutlich unterschätzt hat.
Die iranischen Drohnen- und Raketenangriffe sind sowohl in Bezug auf Qualität als auch Quantität beeindruckend.
Bereits wurden zahlreiche, sehr wertvolle amerikanische IRS-Systeme (Radaranlagen wie die AN / FPS-132 in Katar oder die AN / TPY-2 in den UAE) nachweislich beschädigt oder zerstört.
Zielgerichtete Angriffe bis auf Zypern wurden gemeldet. Die Vermutung ist, dass der Iran bei der Zielfindung Zugang zu den russischen und chinesischen Satelliten-Systemen hat (GLONASS / BaiDou).
Offensichtlich hat der Iran auch seit dem Kurzkrieg von Juni 2025 enorme Fortschritte bei den IRS-Ketten erreicht. Es ist, Stand heute, auch nicht erkennbar, dass die Intensität oder Präzision der iranischen Angriffe abnimmt.
Das dritte Problem ist, dass die iranische Fliegerabwehr weiterhin aktiv und organisiert ist. Die Allianz setzt daher weiterhin auf Stand-off-Angriffe.
Dies benötigt sehr teure und seltene Waffensysteme. Trotz der risikoaversen Vorgehensweise haben die USA am Sonntag über Kuwait drei moderne F-15E verloren.
Die tatsächlichen Umstände dieser Verluste sind unklar, viele der kolportierten Erklärungen sind aber wenig glaubwürdig.
Auch die Navy der USA ist risikoavers positioniert. Die Carrier Strike Groups sind hinter mehreren Linien von Fliegerabwehr und dem physischen Hindernis des Hadschar-Gebirges in Oman stationiert.
Dies ist angesichts der hohen Verwundbarkeit vor allem der Träger gegen A2/AD-Waffen taktisch notwendig, aber es erhöht die Kosten von Einsätzen.
Die Allianz war offenbar nur für einen sehr kurzen Krieg gedacht.
In gut informierten alternativen Medien häufen sich Berichte über Defizite in der Verfügbarkeit von Abfangraketen (THADD- und Patriot Pac 2/3-Abfangraketen) und von Präzisionsmunition (The Duran / Daniel Davis Deep Dive / Armchair Warlord).
Es zeigt sich somit das identische Bild wie während dem 12-tägigen Krieg vor 9 Monaten. Damals war Israel schon nach wenigen Tagen gezwungen, via USA um einen Waffenstillstand zu bitten – eine Tatsache, die in hiesigen Medien verschwiegen wird.
Es ist noch zu früh, um das Ende des Konflikts zu prophezeien.
Wenn aber der Iran innenpolitisch stabil bleibt und seine eigenen Angriffe auf dem heutigen Niveau aufrecht erhalten kann, dann dürfte die Lage für die Allianz in spätestens zwei Wochen äusserst schwierig werden.
Bereits sind die Stresszeichen unübersehbar – von den politischen und wirtschaftlichen Problemen der Golfstaaten (vor allem Bahrain) bis zur erratischen Verhaltensweise von amerikanischen Politikern (Trump, Rubio).
Guten Abend,
Völliger Blödsinn was Sie da schreiben, die USA und Israel haben jetzt schon Iran PLATT gemacht. Es wird für die sogenannte Regierung von KORRUPTEN Mulllllahhhs ungemütlich!
ach Du heilige Maria und Josef.
Wenn das Schweizer Militärfachleute sind, dann fliehe ich bei der ersten Drohne die uns aus RUS erreicht nach Bella Italia. Ciao tutti.
Als Medienkonsument leidet man an Desinformation.
Israel hat eine andere Armee als unser trümmlige Bourbaki-Haufen.
Pfister muss bei uns radikal beim Kader ausmisten und vehement militärisch aufrüsten, sonst sind wir schon am ersten Tag vernichtet !!
Dafür ist Pfister nicht der geeignete Mann. Er ist doch der Obermullah seiner Mullahs und, zeitlebens ein Glückssucher.
Fakt ist, dass ca. 10 % der Bevölkerung direkt für die Regierung arbeiten. Dazu kommt, dass schätzungsweise, 60-80 Prozent der Bevölkerung direkt oder indirekt abhängig von ihnen ist. Die Mullahs erwirtschaften ca. 50 % des BIPs. Die Revolutionsgarden kontrollieren die Schattenwirtschaft, und generieren so Zusatzeinkommen. 150000 bis 200000 (Geistliche) kontrollieren die Bürger. Dieses Netz kann nicht mit Bomben zerstört werden. Bodentruppen müssen rein, sonst wird das nichts. (Trump will daführ arme Kurden reinschicken) wenn nötig. Mein Befürchtung ist, dass das nicht gut kommt. Hoffe aber..
Da ich keinen Zugang zu den genannten alternativen Medien habe, bin ich froh, dass mir HD Läppli wieder mal eine fundierte Übersicht der Weltlage verschafft.
Dieser Post kann nur von einem Städter kommen lol
Gute Kurzanalyse.
Sehr gut super TOP,ich hoffe sehr das das geschrieben eintrifft ich fallte meine Hände und das zur Wahrheit wird, diese Jahrhundert Terroristen ihr abendmal bekommen endgültig und für immer AMEN
Kommt auf IP euren Geopolit-Schwachsinn lesen, nachdem er tief beeindruckt war von der Analyse-Fähigkeit eines KJS.
Tut gut, auch mal was anderes als den verlogenen medialen Einheitsbrei zu lesen. Fühlt sich Russland bedroht und geht gegen die Ukraine vor, liest man von „Angriffskrieg“. Macht Israel und der depperte Trump das Gleiche mit Iran, wird von „Präventivschlag“ gesprochen. Ich hoffe irgendwie, dass die arroganten Israeli, die seit Jahrzehnten einfach machen, was sie wollen, richtig eins aufs Maul kriegen von den Iranern.
🥱
So wie 1 Kerzelein in Crans Montana, die ganze Schweizer Justiz und Politik ins Chaos manövriert hat, so ist das jetzt auch mit dem 1 Angriff und den vielen, grossen Drohnen, welche rund um den Iran in alle Nachbarsstaaten hinaus fliegen & funken. Die globale Unsicherheit ist schon erreicht. NATO wegen der Türkei auf Stand by. Die logistischen Probleme kommen jetzt halt supply chain & kostenmässig noch oben drauf. Da müssen sich auch alle Optimisten mal ganz gut anschnallen.