Man stelle sich das vor: Einst sassen sie im fahlen Schein des Lagerfeuers, die Knie schmutzig, die Ideale rein.
Gregory Nöthiger FDP, und Dominik Haupt, SP, planten als Pfadi-Leiter gemeinsam Übungen, organisierten Sommerlager und schmetterten im Duett „Das alte Haus von Rocky Docky“, während sie versuchten, einen Haufen Wölflinge im Zaum zu halten.
Wer hätte damals gedacht, dass aus dem Hand in hand gestalteten Samstagnachmittag ein knallharter Clinch um die Sitze im Zürcher Gemeinderat werden würde?
An diesem Wochenende kandidieren die Zwei im Zürcher Wahlkreis 1 und 2 gegeneinander – ein Plot, wie ihn sich kein Drehbuchautor am Paradeplatz schöner hätte ausdenken können.
Die Biografien der beiden Enge-Gewächse lesen sich wie das „Who is Who“ der Zürcher Gegensätze, ein politisches Yin und Yang.
Auf der einen Seite Gregory Nöthiger, der auf der FDP-Liste 2 von Platz 5 aus für den bürgerlichen Aufbruch in der City in die Schlacht zieht.
Der Mann liebt alles, was Lärm macht: Er ist Hobby-Pilot, leidenschaftlicher Autofahrer und arbeitet bei Thomas Borer im Bereich Public Affairs als Geschäftsführer.
Nöthigers Wahlversprechen ist so klar wie eine Bergsee-Landung: Weniger Vorschriften, mehr Freiheit für das Gewerbe und ein Zürich, das die individuelle Mobilität zelebriert, statt sie zu schikanieren.
Auf der anderen Seite steht Dominik Haupt auf Platz 4 der SP-Liste 1. Der Sozialdemokrat vertritt das genaue Gegenteil und gibt für manchen SUV-Fahrer das personifizierte schlechte Gewissen.
Klimaschutz, autofreies Zürich und Engagement im „Circle of Young Humanitarians“.
Haupts Programm? Bezahlbarer Wohnraum durch die Stadt, Investitionen in den öV und eine Stadt, in der das Laste-Rad Vorrang vor dem Porsche hat.
Business Developer für nachhaltige Mobilität gegen Public-Affairs-Profi: Doch bevor man glaubt, die beiden würden sich im Niederdorf duellieren, kommt der typisch zürcherische Twist.
Die ehemaligen Lager-Organisatoren sind gemeinsame Gründer des „Zum Hirschen Social Club“. Man pflegt trotz – oder gerade wegen – der maximalen inhaltlichen Distanz die freundschaftliche Nähe.
Das führt zu herrlich süffisanten Szenen auf Instagram. Wenn Haupt ein Wahlkampf-Foto postet, lässt Nöthiger den trockenen Kommentar stehen: „Typ auf dem Foto gut, Partei nicht gut.“
Es ist diese spezielle Mischung aus Rivalität und alter Verbundenheit, die das politische Zürich irgendwie sympathisch macht.
Am Ende des Tages bleibt die Hoffnung, dass die Debatten im Gemeinderat ebenso strukturiert ablaufen wie ihre früheren Pfadi-Übungen.


Schweizer Jugenderziehung beim Pfadi …
Ja, aus den Knechten sind tolle Herrscher geworden in Helvetia.
Das Schmieden am Lagerfeuer hat die Schweiz reich gemacht!
Wenn du schon versuchst, geistreich zu klingen, wäre ein Funken Verstand hilfreicher als all dein Rauch. Aber gut – nicht jeder Funke wird zu einer Flamme.
Dein Kommentar klingt wie ein Satz, der gerne Bedeutung hätte, aber unterwegs die Substanz verloren hat.
Da fehlt nur noch der Vergleich zu Don Camillo und Peppone…
Wer bei Borer ein- und ausgeht ist eh nur ein Schwätzer!
Was für ein Skandal.
Für Politik interessieren sich in der CH zwischen 30-40% der Bevölkerung.
Für Lokalpolitik noch ein Drittel davon.
Ein Journalist der leere Seiten mit Buchstaben füllt.
Brotlose Kunst für den Parlamentarier.
Kein Mehrwert für den Bürger.
Ziel: Berufspolitiker?