Die Strasse von Hormuz ist das Bindeglied zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.
Nach einer guten Woche Krieg kristallisiert sich der Ort als der zentrale Faktor im Iran-Krieg heraus.
Ein Blick auf die Karte zeigt das Problem: Eine geschwungene Meeresenge, an der engsten Stelle keine 40 Kilometer breit.
Versehen mit zahlreichen kleineren und grösseren Inseln und Untiefen.

Insbesondere die VAE, Bahrain, Katar, Kuwait sowie Teile Iraks und Saudi-Arabiens wickeln ihre Logistik über die Strasse von Hormus ab.
Durch diese Meeresenge erfolgten 2025 etwa 20 Prozent der weltweiten Exporte von Liquefied Natural Gas (LNG, verflüssigtes Erdgas) sowie 25 Prozent jener des Erdöls.
Zudem ist die Region eine wichtige Quelle von verschiedenen wichtigen Düngemitteln (Harnstoffe, Ammoniak, Phosphat-Dünger, Schwefel).
Der weltweite Anteil an diesen Exporten liegt bei 25 Prozent, bei Schwefel sogar bei 40 Prozent.
Das sind Massengüter, die wirtschaftlich ausschliesslich per Schiff transportiert werden können.
Darüber hinaus werden 20 Prozent der weltweiten Aluminium-Exporte über die Strasse abgewickelt sowie 25 Prozent der Petrochemikale und Polymere.
Die Abhängigkeit von diesen Exporten ist bei vielen Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern sehr hoch.
Japan bezieht 90 oder mehr Prozent ihres Erdöls von diesen Staaten, Brasilien und Indien sind für ihre Landwirtschaft angewiesen auf die Düngemittel-Importe.
Gleichzeitig ist die „Strait of Hormuz“ zentral für die Versorgung der Staaten am Arabischen Golf mit Konsumgütern und Lebensmitteln.
Die Länder konzentrieren sich in der internationalen Arbeitsteilung auf Energieproduktion, Schwerindustrie, Logistik und teilweise Tourismus.
Eine nennenswerte Lebensmittelproduktion oder Leichtindustrie existiert nicht.
Nach dem Angriff der US-israelischen Allianz am Samstag vor einer Woche hat der Iran die Meerenge geschlossen und mehrere Öltanker angegriffen.
Der Vorgang sollte für niemanden eine Überraschung darstellen: Der Iran hat im Vorfeld des Angriffs eine solche Reaktion in Aussicht gestellt.
Das Problem ist jetzt ein mehrfaches.
Erstens fehlen Erdöl und LNG auf dem Weltmarkt. Das führt bei den asiatischen (Japan, Indien, Südkorea und China) und europäischen Abnehmern zu enormen wirtschaftlichen Verwerfungen.
Auch Staaten, die nicht direkt auf Importe aus der Region angewiesen sind wie die USA, leiden indirekt durch die steigenden Preise für Energie, Dünger und Basisindustriegüter.
Zweitens fehlen den Golfstaaten die Einnahmen, zudem kommt es zu Versorgungsproblemen.
Die Lage für die Golfstaaten ist nahezu aussichtslos. Der Bedarf an Lebensmitteln der Vereinigten Arabischen Emirate ist realistischerweise nur per Schiff zu decken.
Verschärfend kommt der Zusammenbruch der zivilen Fracht-Luftfahrt in den Staaten dazu.
Es gibt auch zahlreiche indirekte Effekte. Russland ist weiterhin – was von der EU gerne verschwiegen wird – für die europäischen Staaten ein zentraler Lieferant von LNG.
Offensichtlich sollen russische Energie-Exporte jetzt zu asiatischen Kunden umgeleitet werden, die dringend auf diese Lieferungen angewiesen sind. Dies würde die Krise in Westeuropa weiter verschärfen.
Bereits haben mehrere Golfstaaten die Produktion von Erdöl und Erdgas gedrosselt oder sogar vollständig eingestellt, da sie nicht über die benötigten Lagerkapazitäten verfügen oder Anlagen beschädigt wurden (Kuwait, Katar).
Hier besteht das reale Risiko von langfristigen Produktionskürzungen – eine Erdgas- und Erdöl-Produktion lässt sich nicht einfach an- und abschalten.
Die USA sind vor diesem Hintergrund gezwungen, innerhalb sehr kurzer Frist dafür zu sorgen, dass die Strasse von Hormus wieder befahrbar und der sichere Ex- und Import per Schiff wieder möglich wird.
Wenn dies nicht erfolgt, dann drohen enorme gesellschaftliche und politische Umwälzungen in den Golfstaaten und bei ihren Handelspartnern.
Bereits jetzt ist Bahrain innenpolitisch destabilisiert und das Herrscherhaus um Scheich Hamad bin Isa Al Chalifa kämpft politisch ums Überleben.
Die anderen Golfstaaten sind bisher innenpolitisch stabil. Dies kann sich ändern, wenn die logistischen und wirtschaftlichen Probleme den gewohnten Lebensstandard deutlich senken.
Gleichzeitig ist ein politischer und militärischer Zusammenbruch des Irans zum jetzigen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich.
Der Iran ist militärisch weiterhin sehr aktiv, und die Allianz hat es bisher nicht geschafft, die iranische Fliegerabwehr auszuschalten.
Welche Möglichkeiten haben die USA, um die Strasse von Hormus für den Warenverkehr zu öffnen?
Letztlich bestehen nur drei Möglichkeiten: Konvois, eine Land-Invasion oder Diplomatie.
Konvois bedeuten, dass zivile Schiffe von Fregatten und Zerstörern begleitet werden, die mögliche Angriffe durch Drohnen, Torpedos oder Lenkwaffen abwehren.
Die USA verfügen zwar über zahlreiche Schiffe in der Region, doch befinden sich diese in sicherer Entfernung im arabischen Meer, geschützt durch Fliegerabwehr und das Sindschar-Gebirge des Omans.
Die Schiffe müssten somit ihre Position verlassen und unter Feuer die Strasse durchqueren, um anschliessend die Tanker zu begleiten.
Im viel einfacheren Raum des Roten Meers haben die USA im Konflikt mit den Houtis bereits versucht, Konvois zu bilden. Die Versuche waren nicht erfolgreich.
Wie dies bei einem deutlich organisierteren und gefährlicheren Gegner und in einem viel anspruchsvolleren Umfeld erfolgreiche sein soll, ist schwer vorstellbar.
Die Lage wird erschwert durch die erheblichen Zerstörungen im Stützpunkt der amerikanischen Flotte in Bahrain, die durch chinesische Satellitenfotos gut dokumentiert sind.
Dies bedeutet, dass die Zerstörer respektive Fregatten realisitischerweise durch Versorgungsschiffe begleitet werden müssten, die deutlich verwundbarer sind.
Eine derartige Vorgehensweise ist angesichts der gegnerischen Waffen aktuell kaum realistisch. Und selbst wenn die USA ihre Eskorten ohne Verluste in den arabischen Golf verschieben könnten:
Der Konvoi mit den Öltankern wäre deutlich langsamer und sehr verwundbar gegen Angriffe. Die Strasse von Hormus ist derartig eng, dass der Iran die Schiffe sogar direkt mit Rohrartillerie angreifen könnte.
Öl- und LNG-Tanker sind nicht so leicht angreifbar, wie man sich das vielleicht vorstellt. Und doch, es sind zivile Schiffe, deren Steuerung und Maschinenräume nicht gegen Beschuss gesichert sind.
Zudem kann die Allianz den zivilen Seemännern nicht zumuten, Blockade-Brecher zu spielen. Die Wahrscheinlichkeit ist somit hoch, dass ein solches Vorgehen in einem Debakel enden würde.
Die zweite Variante wäre die Sicherung der gesamten Strasse von Hormus durch Bodentruppen, also letztlich eine Invasion der Nordküste der Meerenge.
Eine amphibische Offensive muss gross sein, um das Gelände tatsächlich zu sichern. Es handelt sich um eine Küstenlinie von 500 Kilometern, hinzu kommt die Insel Qeshm mit etwa 1’500 Quadratkilometern.
Operativ wäre noch eine erhebliche Pufferzone notwendig. Dies ist topographisch sehr anspruchsvoll, da die Nordküste der Meerenge vom Zagros-Gebirge geprägt ist.
Für einen derartigen Angriff wäre eine Landstreitkraft von 100’000 Personen nötig, gebildet aus amerikanischen Soldaten, da kaum mit lokaler Unterstützung zu rechnen ist.
Die USA verfügen derzeit nicht über diese Streitkräfte in der Region, ebensowenig haben sie das benötigte Material (Landungsboote, schweres Material).
Eine Bodeninvasion und Besetzung eines Teils des Irans ist deutlich anspruchsvoller, als es die Operationen im Irak oder in Afghanistan waren.
Der Iran ist überwiegend gebirgig, verfügt über eine Bevölkerung von über 90 Millionen Menschen und ist grösser als Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen.
Auch fragt sich, ob der politische Wille da ist für einen solchen Schritt. Der Iran-Krieg ist bereits jetzt in den USA wenig populär; die Zustimmungsraten für den Angriff liegen je nach Institut zwischen 27 (Reuters/Ipsos) und 41 Prozent (NBC).
Die Unterstützung für den Einsatz von Bodentruppen dürfte nochmals deutlich niedriger liegen.
Der dritte Ansatz wäre eine sofortige Einstellung der Angriffe auf den Iran und ein Friedensschluss oder zumindest ein dauerhafter Waffenstillstand.
Nur ist völlig unklar, ob der Iran dazu Hand reichen würde, insbesondere nach den Erfahrungen seit dem Sommer 2025.
Damals stimmte der Iran auf Bitte von Israel, das sich damals militärisch verkalkuliert hatte, einem solchen Schritt zu. Auch verhandelte der Iran mit der Allianz nach deren Überraschungsangriff vor 9 Tagen zunächst weiter.
Für einen raschen Waffenstillstand spricht, dass die asiatischen Staaten Iran zum Einlenken bewegen würden..
Denkbar wäre auch ein teilweiser Friedensschluss, der die Öffnung der Strasse von Hormus ermöglicht.
Dann aber müssten die Staaten am Persischen Golf (Kuwait, Bahrain, VAE, Katar und Irak) dafür sorgen, dass die USA ihre Militärbasen in der Region nicht mehr nutzen könnten.
Ein erheblicher Prestigeverlust der Allianz wäre die Folge, es käme zu einem geopolitischen Erdbeben.
Eine kleine Wahrscheinlichkeit für einen raschen politischen und militärischen Zusammenbruch des Irans besteht weiterhin.
Allerdings gibt es aktuell keine Anzeichen dafür, und je länger der Krieg dauert, desto weniger spricht dafür.
Sowohl in Washington als auch in Jerusalem ist es Zeit, sich Gedanken zu machen, wie man das selbst geschaffene Problem zeitnah zu lösen gedenkt.
Propaganda und unprofessionelles Triumphgeheul (Hegseth, Trump), das im Widerspruch zu allen verfügbaren Zahlen und Satellitenmaterial steht, helfen nicht weiter.
Insbesondere die Staaten, die direkt auf Importe aus der Region angewiesen sind, dürften alles dafür unternehmen, dass der Krieg schnell endet – oder zumindest die Strasse von Hormus rasch wieder frei schiffbar wird.
Danke für die Analyse.
Offensichtlich hat Nett an Jahu den Trampel in der Hand
(ob das wohl mit der honeytrap von J E zusammenhängt? kein anderer dienst der welt wäre schlau genug für so etwas, und jetzt wollen sie es dem K gb unterschieben … )
Also wird wahrscheinlich das geschehen was bibi will.
wi schäll see
Wir werden noch lange von Öl und Gas abhängig sein. Es geht darum, diese Abhängigkeit zu reduzieren. Je schneller desto besser. Auch, damit wir nicht erpressbar sind. …. dann, wenn die Amis den Grossteil der weltweiten Ölmärkte kontrollieren!
Kann ich nur zustimmmen!
Der evil clown bürgt für Chaos. Wahrscheinlich weiss er selber nicht, was er im Iran erreichen will… und schon gar nicht, wie er es denn hinbekommen kann. Wr hat sich in seiner grenzenlosen Arroganz und Dummheit von Netabjahu in diesen Krieg hineinziehen lassen. Die Golfstaaten, die eigentlich seine Verbündeten wären, hat er wie die Europäer vor den Kopf gestossen. Der evil clown wird global zum einsamen clown werden…und damit die USA in den Abgrund reissen. Selbst die USA brauchen Verbündete, die sie alle verlieren werden.
haben sich gewaltig verzockt. Und jetzt subito Reparationsschäden durch USA , Israel, BlackRock ..
vollumfänglich bezahlen.
„Was auch immer du tust, tue es klug und bedenke das Ende“ (- besonders bei Kriegshandlungen)
HD? Mit HD Läppli zusammen gedient?
Eine klassische Militär Seilschaft.
Waterloo, I was defeated, you won the war
Waterloo, promise to love you forevermore
Waterloo, couldn’t escape if I wanted to
Waterloo, knowing my fate is to be with you
Woah, woah, woah, woah, Waterloo, finally facing my Waterloo
(ich kann leider aus beruflichen Gründen nicht mit meinem wirklichen Namen publizieren)
Da hat sich der Trumpel vom Benjamin wohl in eine Sackgasse führen lassen. Geschieht ihm Recht. Nur dumm, dass die ganze Welt darunter leiden muss.
Warten wir’s einfach mal ab…
Endlich mal ein Artikel auf IP von jemandem, der mit dem Metier über das er schreibt zumindest mal Berührungen hatte. Im Gegensatz zu dem Crash-Artikel von LH weiter unten.
Wie gehts nun weiter an den Börsen? Aus meinem Rohölfuture bin ich ja, wie unten im Crash-Artikel kommentiert, bei 110 raus und meine Shorts habe ich auch glatt gestellt. Was sagen den unsere selbsternannten Finanzmarkt-Experten? Ihr Helden legt los, Eure Expertise ist gefragt! Habt ihr überhaupt einen Plan? Ich schon …..
Glauben Sie eigentlich alles, was Sie hier schreiben? Traumwelt, oder?
Dream on, Witz. Never change a winning team.
⛳️Da hat sich wohl jemand selbst mit seinen windig-elastischen Cowboy Stries schachmatt gestellt. Und vorgaengig noch die gesamte Welt & die vielen Golf Partners mit ins Chaos manoevriert. A hole in one !