Wer heute das Wort Weltkrieg in den Mund nimmt, gilt schnell als Alarmist. Doch die eigentliche Gefahr liegt nicht im Begriff, sondern in der Beruhigung.
Denn noch ist kein dritter Weltkrieg ausgebrochen. Aber vieles erinnert an die Lage vor 1914: zu viele Krisen gleichzeitig, zu viele Mächte mit verletztem Stolz, zu viel Vertrauen darauf, dass man Eskalation schon irgendwie steuern könne.
Der Erste Weltkrieg begann nicht mit einem fertigen Plan für den Untergang Europas. Er begann mit einer politischen Selbsttäuschung.
Man glaubte, Druck könne begrenzt bleiben, Mobilmachung könne abschrecken, Bündnisse würden stabilisieren und ein regionaler Konflikt lasse sich einhegen.
Am Ende wurde aus einer lokalen Krise ein Flächenbrand.
Genau darin liegt die Parallele zur Gegenwart.
Die Ukraine ist längst mehr als ein Krieg zwischen zwei Nachbarn. Dahinter stehen Russland, der Westen, die NATO und die ständige Frage, wie weit Abschreckung gehen kann, ohne in direkte Konfrontation umzuschlagen.
Im Nahen Osten ist die Lage noch explosiver: Israel, Iran, die USA, dazu Türkei, Golfstaaten und das östliche Mittelmeer.
Auch dort gilt: Was regional aussieht, ist in Wahrheit strategisch international.
Und Taiwan ist ohnehin kein lokaler Streitfall, sondern ein möglicher globaler Schock.
Neu ist, dass jede Krise die andere verändert. Wenn Washington im Nahen Osten gebunden ist, schauen Peking und Moskau genau hin.
China könnte eine solche Ablenkung nutzen, um den Druck auf Taiwan zu erhöhen. Russland weiss umgekehrt, dass jede Aufmerksamkeit, jede Waffe und jedes Luftabwehrsystem, das anderswo gebraucht wird, der Ukraine fehlen.
Genau so wird aus mehreren Konflikten eine gefährliche Kettenreaktion.
Das Muster ist bekannt. Mehrere Krisen laufen parallel, und jede Seite sagt, sie wolle nur Stabilität.
Doch genau das sagten die Mächte vor 1914 auch. Sie nannten es Abschreckung, Gleichgewicht, Glaubwürdigkeit.
In Wahrheit entstand eine Lage, in der niemand mehr als schwach erscheinen wollte und jeder Schritt des einen den nächsten Schritt des anderen erzwang.
Der Kern des Problems ist nicht, dass alle den grossen Krieg wollen. Der Kern ist, dass zu viele glauben, sie könnten die Eskalation kontrollieren.
Das war 1914 die verhängnisvolle Illusion. Und es ist auch heute die gefährlichste Illusion.
Denn Staaten handeln nicht nur nach Vernunft, sondern nach Prestige. Russland will nicht gedemütigt werden. Die USA wollen keine Schwäche zeigen. China betrachtet Taiwan als Frage der historischen Vollendung. Iran und Israel denken in Abschreckung, Vergeltung und Glaubwürdigkeit.
Dazu kommt ein weiterer Punkt, den man aus 1914 kennen sollte: Bündnisse schaffen Sicherheit und zugleich Risiko. Sie sollen abschrecken, können aber Krisen auch vergrössern.
Wenn hinter jedem regionalen Konflikt Schutzmächte, Waffenlieferanten und strategische Interessen stehen, ist der Weg von der lokalen Eskalation zur internationalen Krise kurz.
Natürlich gibt es Unterschiede zu 1914. Atomwaffen bremsen direkte Grosskriege. Die Weltwirtschaft ist enger verflochten. Konflikte laufen heute oft indirekt über Sanktionen, Cyberangriffe, Drohnen und Stellvertreter.
Aber genau das sollte niemand mit Entwarnung verwechseln. Auch vor dem Ersten Weltkrieg glaubten viele, die Vernunft der Moderne werde den grossen Krieg verhindern.
Sie irrten.
Die eigentliche Lehre von 1914 ist deshalb unbequem: Fortschritt schützt nicht vor politischer Dummheit. Und wirtschaftliche Verflechtung schützt nicht vor Machtpolitik.
Wenn mehrere Krisen gleichzeitig laufen, wenn Vertrauen fehlt und wenn jede Seite nur noch auf Härte setzt, kann aus kalkulierter Spannung sehr schnell unkontrollierte Eskalation werden.
Noch ist kein Weltkrieg da. Aber die Logik, die 1914 in die Katastrophe führte, ist wieder erkennbar: ein überhitztes System, zu viele rote Linien, zu wenig Demut vor der Eigendynamik von Macht und Krieg.
Wer das für Panik hält, hat die eigentliche Lektion des Ersten Weltkriegs nicht verstanden. Die grösste Gefahr beginnt meistens dort, wo alle noch überzeugt sind, dass es schon nicht so weit kommen wird.

Auch die Rhetorik von gewissen deutschen Politikern ist gleich wie 1914
Die Geschichtschreibung wird als Beginn des 3. Weltkriegs den 24.02.2022 festlegen: in 2er-Gruppen addiert = 68, und zwar wie beim Ersten Weltkrieg 28.07.1914 = 68 und beim Zweiten Weltkrieg 01.09.1939 = 68, Zahl des Belial. Welche Zirkel also orchestrieren diese Ereignisse?
genau
Dieser „Weltkrieg“ geht schon seit 2014. Er wurde aber lange nicht heiß, weil Russland sich lange nicht auf die Provokationen der NATO eingelassen hat. Das hat sich 2022 geändert. Leider macht das Russland dermaßen zögerlich, dass dies niemanden in der NATO abschreckt, sondern im Gegenteil noch dazu ermutigt, noch weiter zu gehen. Und hier liegt die eigentliche Gefahr: Das Überschreiten der ultimativen Linie im Glauben daran, Russland werde schon nicht reagieren, weil es schwach sei und sich nicht trauen werde. Man glaubt das aus der Erfahrung der letzten 12 Jahre mit Putin zu wissen.
Wenn ich das lese und immer das Gegenteil von dem, was in diesem Kommentar steht, denke, dann bin ich einverstanden.
Sie sind sonst nicht mit sich selbst einverstanden?
Seit langem wieder mal ein sinnvoller Artikel im IP.
Das Hauptproblem ist wohl, dass sowohl in Moskau wie auch in Washington zwei Egomannen am Ruder sitzen und in diesen Ländern nichts gegen sie unternommen wird. Iran braucht einen Regierungswechsel, USA und Russland aber auch.
Egomannen oder Egofrauen. Ich bin unparteiisch und mag sie alle.
Egofrauen? Ich bin für mehr Frauen in den Verteidigungsministerien. Dann gibt’s keine Kriege mehr, dafür totales Chaos.
Und schon haben wir einen derer, die mit markigen Sprüchen den Krieg als Tarifdurchgabe suchen.
Von Euch gab’s schon vor 1914 ganz viele, und dann in den 30er Jahren gleich noch einmal.
Lieber Journalist Schellenbaum
Nett, aber garantiert falsch. Wieso? Der technische Fortschritt beeinflusst das Denken der Menschen, insbesondere das Handeln!
Technik: 1914 ?
Technik: 2026 !
Nur die Zeiten ändern sich, die Menschen nicht.
Ja genau, wie 1914, die „Schlafwandler“ sind wieder unter uns.
Es braucht einen Weltkrieg, damit die Mächte wieder neu geordnet werden.
Das wäre fein!
Wir haben ja nichts zu befürchten, denn wir sind neutral. Ich hole mir schon mal die Pop Corn.
Ich fand es 1914 – verglichen mit heute – noch echt gemütlich.
Das ist ja alles schön und gut. Aber was macht die Schweiz daraus? Beobachten und hoffen?
abwarte und schlöfele; wie immer
unsere liebe Regierung hat weder einen Plan und schon gar keine Vision.
Wahre Worte spricht der Mann.
Jedoch ist es wohl bereits zu spät und die geopolitische Situation so festgefahren, dass wir unweigerlich auf einen neuen Weltkrieg zusteuern.
Man darf auch niemals vergessen, dass die Menschen wie Du &ich für die (Macht)Regierungen dieser Welt nur politische und militärische Manövriermassen sind. Selbst der Verlust von Millionen Menschenleben zählt relativ wenig und wird bewusst in Kauf genommen, um Ziele zu erreichen oder Gesicht zu wahren.
Wer zündet als Erster die Atombombe?
Ich nicht!
💥💥🔥🔥🔥🔥🔥💥💥
Die Menschen waren sogar so dumm, dass sie schon davor und auch noch danach Atombomben zu „Versuchszwecken“ explodieren liessen. Die Blödheit der Menschheit kennt kaum Grenzen.
Offensichtlich versuchen die grössten, machtgeilen Vollidioten dieser verdummten, egoistischen, kranken Menschnmassen den eigenen Planeten zu zerstören.
1)
Bei allem Respekt für Herr Schellenbaum, aber meiner Meinung nach liegen sie völlig daneben, eigentlich in allem was Sie hier schreiben.
Ihr Artikel ist die Verpackung für die Öffentlichkeit und die Geschichtsbücher in den Schulen, der Inhalt sprich die Wahrheit ist was ganz anderes.
Es geht um die Weltherrschaft, Kontrolle über die Ressourcen, Handelswege, das Bankensystem und die Geldschöpfung.
Ich verweise auf die Heartland-Theorie von Halford Mackinder, und auf das Buch (The Great Chessboard) vom ehemaligen US Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski.
=> Teil 2
2)
George Friedman hat es in dieser Rede zusammengefasst, die Hintergründe u.a. für den 1.+2. WK und was heute vor sich geht https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc
Des Weiteren die ganzen Berichte der Rand Corporation und des Council on foreign Relations.
=> Teil 3
3)
Zitat: Russland weiss umgekehrt, dass jede Aufmerksamkeit, jede Waffe und jedes Luftabwehrsystem, das anderswo gebraucht wird, der Ukraine fehlen.
Die UA wird in der Mitte von einem großen Fluss Dnjepr geteilt. Alles was in die UA an Waffen geliefert wird,kommt zunächst in PL & RO an, und wird dann über 1.500km per Zug oder Lkw nach Osten an die Front geschafft. Die RUS haben Luftüberlegenheit seit Beginn der SMO, und hätten die Brücken über den Dnjepr jeder Zeit in die Luft jagen können und den Nachschub stoppen. Sie haben es bis heute nicht getan.
Was sagt uns das ?
Erhellen Sie uns
Nur die USA und China können einen Weltkrieg verhindern. Das grosse Problem: Israel.
Israel wird vom Iran, zurecht, heftig angegriffen. Bald ist der Iron Dome still. Dann kommt die Verzweiflungstat, die kleine A-Bombe. Wenn Trump diese nicht verhindert, wird es unangenehm für die Welt. Israel wird die volle Eskalation wollen, um die Welt der Elite-Zionisten nicht einbrechen zu lassen.
Wenn wir also einen grossen Krieg starten, wird der wegen Israel gestartet werden. Israel ist so oder so heute schon fast Geschichte.
Neue Entwicklung: gestern wurde der Richter, der Netanyahu wegen Korruption angeklagt hatte, tot aufgefunden. Israelis behaupten, es sei ein Unfall gewesen. Jaa, klar.
Jetzt muss Netanyahu nicht mehr eskalieren und kann die Wahlen verlieren. Die Frage ist, welchen Befehl gibt Bibi jetzt seinem Untertanen Trump?
Ich liebe Schwurbler
Für 14 Milliarden Euro nutzloses Kriegsgerät produzieren, das nicht mehr Alteisenwert hat und im schlimmsten Fall ein Vielfaches an weiterem Schrott, plus Tote,Verletzte und Umweltschäden produziert.
(awp) «Rheinmetall will im laufenden Jahr weiter kräftig wachsen. Angesichts der Aufrüstung der Nato-Staaten peilt Deutschlands grösster Rüstungskonzern 2026 ein Umsatzwachstum von 40 bis 45 Prozent auf 14 bis 14,5 Milliarden Euro an, wie das im Dax notierte Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte.»
Na und, was sollen sie den sonst machen?
Nur eine Konfliktpartei will die Weltherrschaft (Unipolare Welt), die anderen können sich ein multipolaren Welt vorstellen.
Leider steht die Schweiz auf Seiten der Gierigen.
Bald werden auch Schweizer in den Schützengräben sein und Schutz vor Drohnen suchen.
Sehr geehretr Herr Schellenberg vielen Dank für ihre Recherchen. Wahrscheinlich sind sie doppelt so jung wie ich (Zahlen…) aber sie xchreiben (auch herr René Zeyer Betreiber von http://www.zackbum eine Medienseite mit jeden Tag (JEDEN) Tag neue Artikel über Kuba liechtenstein und auch nzz (20stunden.ch 🙂 ) ich finde es gutr das auch junge Leute wie sie sachen aufdecken (halt mutig fremdwort für LGBTq+“* 🙂 bitte weiter so Hans Gerhard
Mister Schellenberg for president of the USA:-)
Wie kann es sein, dass fast überall die WAFFEN DONNERN, Russland praktisch vor der Tür der EU steht, der Nahe Osten BRENNT, in Deutschland angeblich WIRTSCHAFTSKRISE herrscht, PERSONALABBAU überall, weltweit fast überall ZÖLLE erhoben werden, die Strasse von HORMUS angeblich BLOCKIERT und vermint ist – und DIE BÖRSE kennt trotzdem nur eine Richtung: NACH OBEN… Ja sogar fast täglich neue ALLZEITHOCHS…?????? Wie ist das möglich? Wann kommt endlich die wirtschaftliche Realität an der Börse an?!?
Ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt.
Apropos, mir fehlt noch ein Pensionierten-Kommentar dass die Linken und Grünen schuld sind und uns die Neutralität schützen wird 😉 .