Die heutigen KI-Modelle versprechen vieles: höhere Produktivität, automatisierte Routineaufgaben und sogar eine Zukunft, in der Menschen in vielen Bereichen überflüssig werden.
In der Presse wird dieses Mantra ständig wiederholt: Achtung, Ihr Job ist in Gefahr.
Der neueste Vorwurf lautet sogar, KI sei schuld daran, dass junge Akademiker keinen Job mehr finden.
Abgesehen von der allgemeinen Wirtschaftslage liegt das Problem meiner Meinung nach eher in der Überakademisierung der Gesellschaft – ein Trend, der sich seit den 1980er-Jahren stetig verstärkt hat.
Das Resultat: immer mehr Hochschul- und Universitätsabgänger, die vor allem theoretisch ausgebildet sind, aber oft kaum praktische Fähigkeiten mitbringen.
Zurück zum Thema KI und Arbeitsplatzverlust. Tatsächlich wurden bereits massenweise Stellen gestrichen. Einige Beispiele zeigen, wie komplex die Realität ist.
Das Logistikunternehmen DPD ersetzte einen Grossteil seines Kundensupports durch KI-Chatbots. Das Feedback zur Qualität der Antworten war dann so schlecht, dass DPD diese Entscheidung teilweise rückgängig machen musste.
Apropos: Vor zwei Monaten hat mich der Chatbot von Revolut zur Weissglut getrieben. Für Standardanfragen funktioniert der Dienst hervorragend. Sobald aber eine Frage etwas komplexer wird oder Kontext benötigt, stösst die KI an ihre Grenzen.
Nach fünf Minuten gab ich auf und verlangte einen echten Mitarbeiter. Überraschung: Mein Problem wurde sofort verstanden – und zehn Minuten später war es gelöst.
Auch Salesforce, einer der führenden CRM-Anbieter, strich im vergangenen Jahr über 4’000 Supportstellen und ersetzte sie durch KI-Systeme – nur um später diesen Schritt rückgängig zu machen.
Microsoft wiederum entliess 2025 rund 6’000 Mitarbeiter. Offiziell hatte das nichts mit KI zu tun, gleichzeitig wurden jedoch verstärkt KI-gestützte Tools eingeführt.
Laut CEO Satya Nadella werden mittlerweile etwa 30 Prozent des Codes bei Microsoft von KI generiert.
Das Ergebnis? Ein äusserst holpriger Start von Windows 11 sowie mehrere darauffolgende desaströse Updates.
In Entwicklerkreisen kursiert mittlerweile sogar der spöttische Begriff „Microslop“. Slop, umgangssprachlich so viel wie „Müll“ bedeutet.
Diese Beispiele zeigen vor allem zwei fundmentale, aber falsche Annahmen: Erstens, dass KI Menschen vollständig ersetzen kann. Zweitens, dass KI die Produktivität massiv steigert, so dass weniger Mitarbeiter benötigt werden.
KI wird in letzter Zeit nicht zuletzt auch als Vorwand genutzt, um massenhaft Mitarbeiter zu entlassen.
Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigt beispielsweise, dass aktuelle KI-Agenten weniger als drei Prozent der Aufgaben in bestimmten Benchmarks lösen können.
Das klingt zunächst dramatisch schlecht. Doch man muss berücksichtigen, was Menschen unter einer „Lösung“ verstehen: Kontext, Zusammenhänge, Erfahrung, Vollständigkeit, Qualität, Faktenprüfung.
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(“Ohh, doch nicht so schlau.”, Source: https://arxiv.org/html/2510.26787v1)
Ein kleines Beispiel aus dem Alltag. Ich nutze fast täglich KI, um Protokolle aus Videocalls, Telefonaten oder Meetings zu erstellen. Hand aufs Herz: Wer schreibt schon gerne Protokolle?
Trotzdem muss ich die Ergebnisse immer überprüfen. Nicht selten fehlen Details, Bedeutungen werden verändert oder – im schlimmsten Fall – es werden schlicht Fakten erfunden. Der ultimative Horror für jedes Protokoll.
Doch wie steht es eigentlich um die technologische Grundlage dieser Systeme mit Blick auf unsere Jobs, die wegfallen können?
Der aktuelle Stand der KI – insbesondere bei Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Grok – basiert auf statistischen Modellen, den sogenannten Transformern.
Google veröffentlichte bereits 2017 eine grundlegende Forschungsarbeit dazu, nachdem das Unternehmen seit 2012 intensiv an dieser Technologie gearbeitet hatte.
Diese Modelle sind – und das muss man klar sagen – extrem leistungsfähige Interpreter, nicht mehr, nicht weniger.
LLMs „halluzinieren“ ständig, erzeugen also falsche oder erfundene Informationen. Durch verschiedene Methoden konnte dieses Problem deutlich reduziert werden, verschwunden ist es nicht.
Von Superintelligenz oder gar Allgemeiner Künstlicher Intelligenz (AGI) sind wir soweit entfernt wie die Demokratische Republik Kongo von ihrer ersten Mondlandung.
Die KI wird Menschen auf absehbare Zeit nicht ersetzen; aber sie wird die Art und Weise, wie wir arbeiten, fundamental verändern.
Was heisst das für Mitarbeiter und für CEOs oder CTOs? Die derzeit verbreitete Angst – insbesondere das allgegenwärtige FOMO („Fear of Missing Out“) – muss man nicht blind kaufen.
Unternehmen sollten nicht wahllos Geld in KI-Projekte werfen, nur um auch ein Teil des Trends zu sein oder aus Angst, etwas zu verpassen.
Statt dessen braucht es einen überlegten Ansatz. Erfahrene Mitarbeiter, die ihre Branche, Kunden, Prozesse und Lieferketten verstehen, sollten prüfen, wo KI tatsächlich Mehrwert schafft.
Ohne erfahrene Mitarbeiter kann die Produktivität sogar ins Negative kippen.
Genauso sollten Mitarbeiter selbst herausfinden: Wo liegen die Grenzen? Wo kann KI tatsächlich die eigene Produktivität steigern? Wie sieht es mit der Qualität aus? Was kann man automatisieren, und wie gut ist diese?
Denn wir stehen erst am Anfang einer technologischen Revolution. Die eigentliche Entwicklung beginnt meist nach dem Hype.
Einer der Bereiche, in denen der Mensch in der nächsten Dekade tatsächlich ersetzt werden könnte, ist die Industrieproduktion.
Mit verbesserten KI-Modellen, kombiniert mit Fortschritten in Feinmechanik, Robotik und Sensorik, könnten in der Automobilproduktion humanoide Roboter zahlreiche Schritte von Menschen übernehmen.
Auch hier gilt: Solche Entwicklungen brauchen Zeit – oft Jahrzehnte – und entstehen zunächst in sehr spezifischen Anwendungsfeldern.
Technologische Revolutionen passieren eben selten über Nacht. Das hat man bei Computern und beim Internet gesehen. KI wird mittelfristig vor allem eines sein: ein nützliches Werkzeug für den Menschen.
Wenn Ihnen jemand begegnet und behauptet, wir würden in drei Jahren alle durch KI ersetzt, können Sie sich entspannt zurücklehnen und mit einem Klassiker antworten: „Du Dreamer, du“.
Der Kluge macht eine Arbeit die nicht durch KI ersetzbar ist. Astronaut, Erfinder, Zirkus-Clown.
KI macht bald 5/4 der Banker überflüssig. Die Restlichen können dafür bis zur Pensionierungen auf ihrem Sessel kleben.
oder man betreibt eine Bar in Pattaya
Fünf Viertel?
Bundesrat auch die größte
Pfeife wird wieder gewählt.
Haben wir schon genug Beispiele in der Schweiz!!
was nützt KI im Banking wenn nur Dein Pattayamünz dorthin fliesst.
Was ist eigentlich der Plural von Loomit!? Lüümiter? Lümiten? Lümmel?
Die Frage aller Fragen, Werden wir jetzt alles zu Griechen?
Ja wir pressen jetzt oliven ÖL und machen Salaki und lästern ohne Ahnung über LLMs
Nun ja, die KI wird zur Herausforderung für die Gesellschaft! Die Grundsatzfrage stellt sich – will man es mit Menschen zu tun haben oder mit einem seelenlosen Irgenetwas?
Der unterschied zum Kongo und Griechenland ist marginal lieber Autor
KI ist wie geschaffen für standardisierte Arbeisprozesse. Dabei spielt auch die Geschwindigkeit der generierten Resultate eine entscheidende Rolle. Zeit ist Geld und wir sind erst am Anfang.
werden alle arbeitslos? nicht alle, aber viele. sehr viele.
Servicequalität von dpd unterboten? Respect.
Es müssen ja nicht alle arbeitslos werden. Schon bei 25% Arbeitslosigkeit kollabieren unsere Sozialwerke.
KI sofort im Bundeshaus einsetzen
bekommen wir jedes Jahr Steuern
zurück erstattet !!
Nicht wie jetzt unsere 7 Nieten
mit Null Vorkenntnissen nur
Milliarden vom Steuerzahler
verbrauchen für Schrott und
Ukraine !!
Die 7 Bundesratten können sich seit Corona nicht mehr auf der Strasse sehen lassen ohne Bodyguards.
Was für ein Verlust.
Wir machen den grossen Fehler, dass wir KI an ihrem Istzustand messen, aber KI wird sich exponentiell weiterentwickeln. Da muss man kein Prophet sein, um zu sehen, wohin das führt.
Hervorragender Kommentar! Die KI ist ein Hype, der deutlich überbewertet wird. Für standardisierte Prozesse taugt sie, falls sie noch verbessert wird, jedoch nicht für nicht standardisierte Prozesse. Zudem würden ja alle Firmen, die auf die KI hören, die gleichen Massnahmen treffen, wobei schlussendlich kein Unterschied mehr zur Konkurrenz vorhanden wäre. Die KI kann gleichwohl bei Aufgaben Vorteile bieten, die keine Kreativität erfordern, wie bei der Erstellung eines Zugfahrplanes oder beim Management der Starts und Landungen in einem Flughafen. Nividia hingegen ist deutlich überbewertet.
Wer sich vor KI fürchten muss, der sollte längst aussortiert und „auf die Strasse geschmissen“(IP-Speech) worden sein, wegen Unzulänglichkeit.
Für mich ein Fest, wie die Halbbatzigen stranden…
KI kann auch IP besser btw.
Das Beste an der KI ist, sie nervt sich nicht, wenn man immer wieder etwas fragt und sie wird nicht frech. Noch.
Genau. Diese stoische Ruhe und Freundlichkeit finde ich auch grossartig von ChatGPT. Da getraut man sich zu fragen. Vielleicht färbt diese fast schon buddhistisch ruhige Art von ChatGPT mit der Zeit auch auf die Menschen ab. Wir schauen uns das von der KI ab. Das wäre schön.
Die AI haben wir alle zusammen mit unserem Wissen, Geld und Aufbauprofiten erbaut. Nun ist sie da, vermehrt und entwickelt sich voellig unsichtbar und exponentiell in alle Bereiche des Alltags & Business. ALLE Prozesse werden somit dynamisiert und damit konsequenterweise alle Organisationen, welche an die neuen Prozesse mit AI & Robotic,Sensoric etc
noch notwendig sein werden. Politisch und juristisch lenkt jeder Staat jetzt den Speed selbst (Re: 3 Jahre mal weitetschlafen). Wer nicht rennt, verpennt. Auch ganze Staaten. Deutschland hat’s jetzt ziemlich kappiert u. debattiert. Speed is key!
Ich nutze ChatGPT täglich und erledige lästige Arbeiten dadurch viel schneller und bin viel entspannter. Vor allem programmieren kann ChatGPT sehr schnell und sauber, wenn man selber programmieren kann und weiss, was man von der KI will. Da spare ich Stunden. Aber Texte und Grafik kann sie nicht, das merkt man sofort und es fehlt das Menschliche, lustige, herausragende. Ich habe keine Angst mehr vor KI. Sie wird uns nicht ersetzen sondern uns lästige Arbeiten abnehmen. Wie jede Maschine, die wir erfunden haben.
Spannend ist KI vor allem in der Verwaltung. Das sind hauptsächlich standardisierte nichtkreative Aufgaben. Man kann den Staat dank KI um die Hälfte verkleinern. Aber von der Seite Staat hört man betreffend KI gar nichts.
Ich nutze künstliche Intelligenz täglich für die Arbeit. Grosso modo lässt sich sagen, dass sie ganz hervorragend komplexe Datensätze strukturiert, Informationen moderiert und einordnet. Von künstlicher Intelligenz zu erwarten, dass sie selbstständig denkt, ist falsch. Sie kann hervorragend Routinedenken ersetzen aber Urteilsdenken ist immer noch menschlich. Dank künstlicher Intelligenz kann ich wesentlich schneller und vor allem bessere Entscheidungen fällen. KI strukturiert den Entscheidungsprozess. Aber die Entscheidung selbst fälle ich dann als Mensch.
„Das Resultat: immer mehr Hochschul- und Universitätsabgänger, die vor allem theoretisch ausgebildet sind, aber oft kaum praktische Fähigkeiten mitbringen.“
Sehe ich auch so.
Darum sind ja die Handwerker diejenigen, die KI entwickelt haben und in der Forschung die Innovation vorantreiben.
Denken ist auch Arbeit und eine theoretische Ausbildung gehört auch dazu, wenn man ein Auto fahren will.
„Hochschul- und Universitätsabgänger“
Ein Universitätabgänger ist ein Hochschulabgänger. Warum diese Redundanz? Gedankenloses Nachplappern! Soviel zu Praxiserfahrung des Autors.