Wenn ein Startup wie Simulands in der „Bilanz“ als leuchtendes Beispiel für Innovation, Unternehmergeist und selbstfinanzierten Idealismus dargestellt wird, lohnt sich ein zweiter Blick.
Nicht auf das, was gesagt wird, sondern auf das, was verschwiegen wird.
Simulands ist kein unbeschriebenes Blatt. Es ist die Fortsetzung eines Netzwerks, das am Universitätsspital Zürich (USZ) unter der Führung von Francesco Maisano in die Kritik geraten war.

Maisano war Chef der Herzchirurgie am USZ, das er im Sommer 2020 nach einer Untersuchung durch eine externe Anwaltskanzlei verliess.
Die Ermittlungen initiiert hatte der hier Schreibende. Im Zentrum stand ein Medizinalprodukt: das CardioBand, das Maisano zunächst als Durchbruch „verkaufte“.
Am Ende verschwand es vollständig vom Markt. Die Zertifizierung wurde dem CardioBand entzogen.
Patienten waren zu Schaden gekommen, Gerichte in den USA hatten die Markttauglichkeit in Frage gestellt.
Aus diesem Umfeld heraus entsteht jetzt das neue „Leuchtturmprojekt“ namens Simulands, das es aktuell in die Startup-Rubrik der „Bilanz“ schaffte.
Die zentrale operative Figur: Andrea Guidotti. Kein unbeschriebenes Blatt, sondern die rechte Hand Maisanos in der Phase, als das CardioBand am USZ für Furore sorgte.
Maisano, Guidotti und Co. traten auf als Visionäre, die mit dem CardioBand die Herzchirurgie vorantreiben wollten. Das Vorhaben endete in einem Scherbenhaufen.
Die Simulands, mit der Chirurgen Operationen üben können, gehörte dazu. Deren Geschichte beginnt 2019.
Damals präsentierte Maisano auf einem Kongress in Israel Simulands-Produkte – unter seinem eigenen Namen. Zu diesem Zeitpunkt war die Firma im Zuger Handelsregister registriert.
2021 verschwand sie aus der Schweiz und landete in der italienischen Alfieri-Stiftung; dort, wohin es auch Maisano nach seinem Abgang am USZ und seinem Wechsel nach Mailand zog.
Die Simulands wurde in Norditalien zu einem zentralen Projekt von Maisano bei dessen beruflichem Neustart; die Trainingsfirma spielte an Kongressen eine wichtige Rolle.
2023 kehrte das Unternehmen in die Schweiz zurück. Die Firma wurde dafür reaktiviert, Maisanos Mann Guidotti trat erneut als deren Geschäftsführer auf.
Gleichzeitig begann ein aggressives Investment-Raising. Geldgeber warfen rund 10 Millionen Franken auf.
Wie beim ersten Anlauf tauchte erneut der Spruch von „Feedback von tausend Ärzten“ auf. Die Verantwortlichen lockten mit grossen Reichweiten und Validierungen.
Simulands – eine Plattform für Ausbildung, zum Fortschritt in der Herzchirurgie, so das Versprechen.
Wie sah die Realität aus?
Unter Maisanos Leitung wurde bis 2020 kein einziger Facharzt vollständig ausgebildet. Dafür florierten hochpreisige Kurse, angepriesen als Weiterbildung.
Effektiv handelte es sich um Events, die über Stiftungsstrukturen finanziert waren und in Szene-Lokalen stattfanden.
Das Networking stand im Zentrum, nicht die Ausbildung. Hinzu kamen Kongresse, bei denen die Teilnehmerzahlen oft besser klangen, als sie tatsächlich waren.
Viel Schall und Rauch.
Das Produkt basiert in wesentlichen Teilen auf Entwicklungen aus einer Zusammenarbeit mit der ETH Zürich. Zahlreiche Publikationen und Projekte zeigen, dass die Hochschule viel Anteil an den grundlegenden Simulations-Technologien hatte.
Es handelt sich somit nicht um eine isolierte Startup-Innovation, sondern um Know-how, das massgeblich aus öffentlich finanzierter Forschung hervorgegangen war.
Wie genau diese Technologie in private Strukturen überführt wurde, ist bis heute unklar. Ebenso weiss man nicht, ob Maisano weiter mit der Simulands verbunden ist.
Medizinische Simulation geht ins Geld. sie ist technologisch anspruchsvoll, etablierte Anbieter beackern seit langem den Markt.
Die Hardware wird schnell alt, die Software erfordert ständige Weiterentwicklung. Skalierung ist deutlich komplexer, als es Investoren-Präsentationen suggerieren.
Das hält die Simulands-Protagonisten nicht davon ab, Visionen an die Wand zu zaubern – mit glänzendem Marketing und einer (Pseudo-)Innovation.
Gut möglich, streben sie einen baldigen Trade-Sale an.
Während hart arbeitende Startups regulatorische Anforderungen erfüllen, Daten offenlegen und sich in mühsamer Arbeit Vertrauen erarbeiten, kapern andere Konstrukte die ganze Aufmerksamkeit und das verfügbare Kapital durch eine gut klingende Geschichte.
Damit verdrängen sie oft jene, die tatsächlich Neues entwickeln.
Trifft das auf die Simulands zu?
Sicher ist, das Unternehmen war schon einmal da, verschwand dann von der Bildfläche, ist zurückgekehrt – und hat bereits 10 Millionen aufgetrieben. Obendrauf gabs eine Hochglanz-Story.



Jeder Tag steht ein „geschneiter“ Investor auf.
Alte thailändische Weisheit.
Wie wenn der Moretti wieder eine neue Bar eröffnen würde.
Oder dessen mittlerweile häufig genannte „Ziehsohn“
Wen wundert es?? Wenn es keine Konsequenzen gibt für Übeltäter, sondern nur Massnahmen das es zukünftig besser gehen würde, ist es doch klar, das die weiterhin machen was sie wollen. Im Gegentril, das amüsiert die doch sogar
Immerhin lässt man diese Typen nicht mehr auf Patienten los, und wenn welche so bescheuert sind in so etwas statt in tatsächliche Innovationen zu investieren, kann man denen nicht helfen oder es gibt Gründe, und einen Blöden der das anschliessend komplett übernimmt wird man schon wieder finden, eine Hand „wäscht“ die andere.