Die höchste Summe stammt von einem Anonymous: 1’000 Franken. Viele andere spendeten ebenfalls, so Hermann Lei, bekannt aus Hildebrand-Gate, oder Radio-Urstimme Christoph Schwegler.
Sie und bald 200 weitere stehen einer Journalistin der kämpferischen Sorte zur Seite: Michèle Binswanger.
Die bittet um mindestens 20’000 Franken Unterstützung. Gestern Abend lag der Pegel bei gut 9’000 Franken, 24 Stunden später sind schon über 25’000 Franken zugesichert.
Mission geglückt. Worum geht’s?

Die Redaktorin des Tages-Anzeigers hat es mit einer Widersacherin zu tun, die nicht locker lässt. Jolanda Spiess-Hegglin, die Ex-Alternativ-Grüne aus Zug, die an der Landammannfeier vor 11 Jahren unfreiwillig Schlagzeilen schrieb.
Binswanger verfasste ein Buch zum Fall, bei dem sich zwei Erwachsene in einer Nacht näher gekommen waren.
Mit Folgen für die Protagonisten: Er musste kurz ins Gefängnis, sie fand sich im Boulevard-Stahlhagel.
Es folgten Prozesse. Ringier war chancenlos und muss Spiess-Hegglin je nach weiterem Verlauf viel Geld zahlen.
Bei Buch-Autorin Binswanger gehts inzwischen auch ans Eingemachte.
„Die Zuger Landammann-Affäre“ lautete der Titel Ihres Werks von 2023, herausgegeben im Eigenverlag.
Der Absatz war eindrücklich; Binswanger kam kaum nach mit Nachdrucken.
Das Vorhaben hat sich für die Autorin trotzdem nicht bezahlt gemacht – im wahrsten Wortsinn.
Spiess-Hegglin prozessiert nämlich in Basel gegen das Buch respektive Binswanger. „Eingeklagt sind 196 Textstellen wegen Persönlichkeitsverletzung“, schreibt die Journalistin.
„Stand: Entscheid vor Zivilgericht steht an“, so Binswanger weiter auf Gofundme, wo Unterstützer ihr helfen können.
Schon vor dem Buch hatte Spiess-Hegglin Strafanzeige gegen Binswanger eingereicht – „wegen eines Tweets aus dem Jahr 2020“, wie die Journalistin auf der Spendeseite festhält.

„Verurteilt vor zwei Instanzen, hängig vor Bundesgericht“, protokolliert Binswanger zu diesem Teil der ausufernden Rechtsschlacht.
Dann gebe es noch ein „Strafverfahren in Solothurn wegen achtfacher Verleumdung“, wegen „7 Minuten eines Podcasts, in dem ich über ein Buch spreche, das Kritik an Netzcourage und Jolanda Spiess-Hegglin“ übe.
„Stand: In 1. Instanz freigesprochen. Staatsanwaltschaft und Privatklägerin haben Berufung angemeldet.“
Sie würde das Geld ihrer Unterstützer brauchen für: „Anwalt, Gerichtskosten, Berufungsverhandlung“ und „weitere juristische Schritte“, verspricht die Redaktorin.
Die sieht sich in diesem Fight allein, während im Fall der Spiess-Hegglin-Stories aus dem Hause Ringier das Verlagshaus die Rechnungen zahlt.
„Seit fünf Jahren verfolgt mich die ehemalige Zuger Politikerin und Aktivistin Jolanda Spiess-Hegglin mit Anzeigen und Prozessen“, verschafft sich Binswanger Luft.
„Es ist eine gezielte Kampagne gegen mich, die mich als Journalistin fertig machen soll. Aber es geht dabei auch um die Presse- und Meinungsfreiheit.“
Und wer hat angefangen?!
Von aussen wirkt es auf mich als hätte Michèle Binswanger einen ziemlichen Geltungsdrang.
Was für ein Spiess-iger Kommentar. Kommt möglicherweise direkt aus Zug.
Vergiss es. Sie wehrt sich nur für uns alle. Presse- und Meinungsfreiheit steht auf dem Spiel. Ich finde Frau Binswanger macht einen super guten Job für uns.
Spiess-Hegglin. Wer sie nur anschaut, wird verklagt.
Meine Sympathien gehen voll zu Frau Binswanger, obwohl der Tagi beileibe nicht mein Lieblingsblatt ist.
So wird die Meinungs- und Pressefreiheit zur Farce.
Die Landamannfeier, ich lache noch heute darüber, sowas kannst du nicht erfinden. Am meisten amüsierte mich, das Foto mit den beiden wo sie ihr Weinglas hält und lächelnd in die Kamera schaut und er nebendran.
Weinselige Verbindung über die Parteigrenzen hinweg. Das ist gelebte Konkordanz!
Ja klar, das war lustig.
Aber vielleicht müsste Frau Binswanger einfach mal ihren Seelenfrieden finden und abschliessen? Ihre sonstigen Reportagen finde ich nämlich gut, zum Beispiel über den Platzspitz oder Tschanun.
Zug: Steuern und Niveau tief.
Ich habe gespendet. Leider muss Frau Binswanger die Kosten ihrer Verteidigung selbst übernehmen während Spiess-Hegglin sicher durch Steuergelder finanzierte NGOs unterstützt wird. Eine weitere Sauerei. Allen NGOs sollte endlich der Geldhahn zugedreht werden.
Das Buch ist klasse geschrieben. Pflichtlektüre. Auch in den Schulen.
Als Klein-Markus segeln ging, war das Rütli ohne Chrütli.
Eigentlich wollte ich etwas zu Prinzessinnen und grünen Fröschen schreiben. Aber ich lasse es lieber, sonst verklagt sie Lukas Hässig auch noch.
In diesem Fall ist die Prinzessin auf der Erbse die Grüne.
Netzcourage aber selber ohne jegliche Courage! Zeigt auf, wie tief ein Mensch fallen kann. Ihr ganzes Leben besteht nur noch aus Prozessen gegen irgendwelche Kritiker. Wie armselig ist den so was😪🖖
Die spiessige Jolanda macht ihrem Namen alle Ehre.