Gestern Mittwoch, 4. November 2026
Der Bundesrat übernimmt das 21. EU-Sanktionspaket. Laut TASS und Kommersant streicht die Schweiz zugleich Alischer Usmanow und Michail Fridman von der Liste.
Präsident Selenskyj spricht anderthalb Stunden mit Witkoff und Kushner. Die Ukraine bereitet die Dreiergespräche am 10. und 11. November in Abu Dhabi (AE) vor. Kushner nennt laut RIA Nowosti als US-Ziel eine umfassende Sicherheitsarchitektur.
Die frühere Selenskyj-Sprecherin Mendel sieht die Ukraine laut RIA vor der Kapitulation, falls Kiew nicht verhandelt. SBU und Generalstaatsanwaltschaft erheben laut Rossijskaja Gaseta den Vorwurf des Hochverrats gegen sie.
Im Fall «Karthago» entlässt SBU-Chef Poklad zwei hohe Beamte. Laut Ukrainska Pravda nahm das NABU General Serhij Duka fest. Das Antikorruptionsgericht (UA) verpflichtet den Generalstaatsanwalt zu einem Verfahren gegen Arachamija, meldet RIA Nowosti.
Kiew (UA) erlebt laut Kyiv Independent den schwersten Wasserausfall seit Kriegsbeginn. Die Regierung (UA) beschliesst 30'000 Hrywnja pro Monat für Reparaturteams. Am Abend meldet die Luftwaffe Strahldrohnen im Anflug auf Kiew.
Im Gebiet Belgorod (RU) sterben drei Menschen bei einem Drohnenangriff auf einen Kleinbus, laut Gouverneur Schuwajew.
In Komyschuwacha (UA) nennt Selenskyj 40 Tote. Über 30 Menschen liegen womöglich unter den Trümmern. Israel verurteilt den Angriff. Russlands Militär äussert sich laut BBC nicht.
Die EU-Kommission plant laut Politico einen vorsichtigeren Beitrittsfahrplan.
Russland griff in der Nacht mit 310 Drohnen an, 272 wurden laut Luftwaffe abgewehrt. Die Atomkraftwerke drosseln die Leistung.
Weiteres: Selenskyj reist nach Madrid, Norwegen stützt laut Kiew die Luftabwehr. Laut TASS schreibt Bild über einen inoffiziellen Friedensplan der deutschen Botschaft in Moskau von 2024.
Das Verteidigungsministerium (RU) meldet Treffer auf Unterstationen in den Gebieten Kiew und Schytomyr und 709 abgeschossene ukrainische Drohnen. Der Generalstab (UA) meldet zwei getroffene Panzir-Systeme auf der Krim.
Meldungen
Ukraine fing im Oktober laut Euromaidan Press nur 7 Prozent der ballistischen Raketen ab
Die Ukraine fing im Oktober laut Euromaidan Press nur 11 von rund 150 russischen ballistischen Raketen ab, etwa 7 Prozent. Das Medium stützt sich auf die Analysten Fabian Hoffmann und Anastasiia Lapatina. Sie erwarten demnach den schwersten Winter seit Februar 2022. Russland könnte laut Euromaidan Press bis zu 190 ballistische Raketen im Monat abfeuern. Die ukrainischen Patriot-Batterien haben laut dem Bericht praktisch keine Abfangraketen mehr. Eine neue Bestellung von 500 Patriot-Raketen könnte demnach drei Jahre bis zur Lieferung brauchen. Der Militärgeheimdienst HUR (UA) nennt für Oktober Vorräte von bis zu 700 ballistischen Raketen und mehreren Tausend Marschflugkörpern. Russland könne laut HUR monatlich über 200 Raketen und Marschflugkörper herstellen, davon bis zu 110 ballistische. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
Mendel sieht Ukraine laut RIA vor Kapitulation, falls Kiew nicht verhandelt
Die frühere Selenskyj-Sprecherin Julija Mendel sagt laut RIA Nowosti, die Ukraine müsse kapitulieren, wenn Kiew nicht verhandelt. Das habe sie der Berliner Zeitung gesagt. Viele im Westen glaubten fälschlich, die Ukraine könne siegen und Gebiete zurückholen. Der einzig mögliche Sieg sei heute ein realistisches Friedensabkommen. SBU und Generalstaatsanwaltschaft erheben laut Rossijskaja Gaseta seit dem 3. November in Abwesenheit den Vorwurf des Hochverrats gegen sie. Sie begründen das mit Äusserungen, die die Ukraine international diskreditierten. Mendel nennt das laut Rossijskaja Gaseta ein Zeichen von Schwäche Selenskyjs. Eine Stellungnahme Kiews fehlt in den Quellen.
«Der einzig mögliche Sieg für die Ukraine ist heute der Abschluss eines realistischen Friedensabkommens»
«Единственно возможная победа для Украины сегодня — это заключение реалистичного мирного соглашения»
Bild: Deutsche Botschaft in Moskau soll 2024 inoffiziellen Ukraine-Friedensplan erarbeitet haben
Die Zeitung Bild schreibt laut TASS, die deutsche Botschaft in Moskau habe 2024 einen inoffiziellen Friedensplan erarbeitet. Er betrifft den Ukraine-Konflikt. Die Roadmap sah vor, Teile der Gebiete fünf Jahre unter UNO-Verwaltung zu stellen. Danach sollte ein Referendum folgen. Genannt werden auch ein Truppenabzug, Sicherheitsgarantien, Gefangenenaustausche und der Wiederaufbau. Verhandelt wurde über das Dokument laut dem Bericht nicht. Eine Bestätigung der Bundesregierung fehlt in den Quellen.
Kushner nennt als US-Ziel bei den Ukraine-Gesprächen eine umfassende Sicherheitsarchitektur
Jared Kushner, Sondergesandter von Präsident Trump, nennt das Ziel der USA bei den Verhandlungen zur Ukraine. Das berichtet RIA Nowosti unter Berufung auf seinen Post auf X. Es gehe nicht nur um ein Ende des Krieges. Die USA wollten eine breitere Sicherheitsarchitektur, damit die Kämpfe danach nie wieder aufflammten. Die USA arbeiteten im Auftrag des Präsidenten mit allen Seiten. Die Dreiergespräche mit Russland und der Ukraine finden am 10. und 11. November in Abu Dhabi (AE) statt.
Krimbrücke: Verkehr laut TASS und RIA vorübergehend eingestellt
Der Verkehr auf der Krimbrücke war vorübergehend eingestellt. Das meldeten TASS und RIA Nowosti. Einen Grund nennen die Quellen nicht. TASS bittet Personen auf der Brücke und in der Kontrollzone, ruhig zu bleiben und den Anweisungen der Verkehrssicherheit zu folgen. Später meldet RIA Nowosti unter Berufung auf einen Betriebskanal, der Verkehr sei wieder aufgenommen. Eine ukrainische Stellungnahme fehlt.
Israel verurteilt den russischen Angriff auf Komyschuwacha (UA)
Das israelische Aussenministerium verurteilt den russischen Angriff auf Komyschuwacha (UA). Das teilt es auf X mit, berichtet Ukrinform. Es spricht von 40 Toten bei dem Angriff. Es entbietet den Familien sein Beileid und wünscht den Verletzten rasche Genesung. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
«Wir verurteilen diesen Angriff und sprechen den Familien der Getöteten unser aufrichtiges Beileid aus.»
«We condemn this attack and extend our heartfelt condolences to the families of those killed.»
Kiew (UA): Luftwaffe meldet Strahldrohnen im Anflug, Explosionen am Abend laut TASS
Die ukrainische Luftwaffe meldet am Abend Drohnen mit Strahlantrieb im Anflug auf Kiew (UA). Um 21 Uhr 36 zog eine entlang des Kiewer Stausees Richtung Wyschhorod und Kiew. Um 22 Uhr 03 hielt eine weitere von Süden auf Tschabany und Kiew zu. Um 23 Uhr 18 meldet die Luftwaffe eine Strahldrohne über dem Stadtteil Swjatoschyn. Um 0 Uhr 23 meldet sie eine weitere über dem Stadtteil Nywky. TASS meldet um 21 Uhr 28 Explosionen in Kiew. RIA Nowosti berichtet um 22 Uhr 06 unter Berufung auf ukrainische Medien von Explosionen. Um 0 Uhr 29 meldet sie erneut Explosionen bei Luftalarm. Die Kiewer Militärverwaltung hebt den Luftalarm um 0 Uhr 44 auf. Angaben zu Schäden oder Opfern fehlen in den Quellen.
Front: Generalstab (UA) zählt 179 Gefechte, DeepState meldet russischen Vorstoss bei Russin Jar (UA)
Der Generalstab (UA) zählt für den 4. November bis 21 Uhr Schweizer Zeit 179 Gefechte. Russland setzte demnach 61 Luftangriffe, 200 Gleitbomben und 4877 Kamikaze-Drohnen ein. Am Abschnitt Pokrowsk meldet der Generalstab mit 16 die meisten Angriffe, darunter bei Dobropillja (UA). Zehn Angriffe waren es bei Kostjantyniwka (UA), neun bei Huljajpole (UA). Laut der ukrainischen OSINT-Karte DeepState rückte Russland bei Russin Jar (UA) vor. Das Verteidigungsministerium (RU) meldet laut TASS 46 abgeschossene ukrainische Drohnen tagsüber. Laut RIA Nowosti zerstörte die Flugabwehr binnen eines Tages 972. Angaben des russischen Verteidigungsministeriums zu Geländegewinnen fehlen in den Quellen.
Selenskyj spricht 90 Minuten mit Witkoff und Kushner über Gespräche in Abu Dhabi (AE)
Präsident Selenskyj hat anderthalb Stunden mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner gesprochen. Das schreibt er auf X. Die Ukraine bereitet Dreiergespräche mit den USA und Russland vor. Sie finden laut TASS und Kyiv Independent am 10. und 11. November in Abu Dhabi (AE) statt. Weitere Themen sind laut Selenskyj Patriot-Abfangraketen und das Drohnenabkommen mit den USA. TASS meldet das Gespräch unter Berufung auf ein Video des Senders TSN.
«Frieden hat keine Alternative, und die Sicherheitsgarantien nach dem Krieg müssen wirklich eisern sein.»
«Peace has no alternative, and postwar security guarantees must be truly cast-iron.»
Kiew (UA): Schwerster Wasserausfall seit Kriegsbeginn laut Kyiv Independent, Versorgung stabilisiert
Der russische Grossangriff vom 3. November hat laut Kyiv Independent in Kiew (UA) den schwersten Wasserausfall seit Kriegsbeginn ausgelöst. Das berichten drei Personen mit Kenntnis, darunter ein Regierungsberater. Viele Bezirke waren demnach über 24 Stunden ohne Wasser. Am Nachmittag des 4. November stabilisierte die städtische Wasserfirma das Netz. Bürgermeister Klitschko meldet laut Kyiv Post stabilen Wasserdruck. Der Netzbetreiber Ukrenergo hob die Notabschaltungen in den meisten Regionen auf. Selenskyj sagt laut Kyiv Post, wiederholte Angriffe und Luftalarme verzögerten die Reparaturen. TASS meldet unter Berufung auf das ukrainische Medium «Strana», Anwohner sperrten Strassen wegen der Stromausfälle.
Ukraine zahlt Energie- und Wasserarbeitern 30'000 Hrywnja pro Monat für Reparaturen
Die Regierung (UA) beschliesst Zusatzzahlungen für Fachleute, die nach russischen Angriffen kritische Anlagen reparieren. Das schreibt die Gebietsverwaltung Dnipropetrowsk (UA). Betroffen sind Energie, Wasser, Kommunaldienste und die Bahn. Sie erhalten 30'000 Hrywnja Staatshilfe pro Monat, von November bis zum Ende der Heizperiode. Laut dem Post ist das eine direkte Weisung des Präsidenten. Seit August zählt er über 2000 Treffer auf die Infrastruktur. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
Brüssel (BE): Ukraine und Partner beraten Wohlstandsplan und Finanzierung für 2027
Die EU-Kommission hat in Brüssel (BE) Gespräche zum Wiederaufbau der Ukraine geführt. Laut Kommission nahmen die Ukraine, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und die USA teil, dazu NATO und Weltbank. Das Magazin Rapporteur schreibt laut Interfax, die USA seien per Video zugeschaltet gewesen. Umerow, Chef des Auslandsgeheimdienstes (UA), nennt auf Facebook einen Wohlstandsplan für die Ukraine. In einem zweiten Treffen legte die Ukraine nach Umerow ihren Finanzbedarf für 2027 dar. Details nennt er nicht. Am 5. November folgt ein Treffen zu Sicherheitsgarantien. TASS meldet, die Gespräche seien ohne praktische Ergebnisse geblieben.
«Auf dem Treffen wurden keine praktischen Ergebnisse im Hinblick auf eine mögliche Beilegung des Konflikts erzielt»
«No practical results were achieved at the meeting in terms of a possible settlement of the conflict»
Gebiet Belgorod (RU): Drei Tote bei Drohnenangriff auf Kleinbus, laut Gouverneur
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus sind im Gebiet Belgorod (RU) drei Menschen gestorben. Das schreibt Gouverneur Alexander Schuwajew. Es sind ein Mann, eine Frau und ein kleiner Junge, laut Interfax ein Achtjähriger. Der Angriff traf den Bezirk Rakitnoje bei Soldatskoje. Schuwajew nennt ihn gezielt und kündigt Vergeltung an. Am Nachmittag meldete der Krisenstab des Gebiets laut Kommersant bereits drei Tote in den Bezirken Schebekino und Krasnaja Jaruga. Eine ukrainische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
«Man schlug gezielt zu, im Wissen, dass man eine friedliche Familie vernichtet»
«Били прицельно, зная, что уничтожают мирную семью»
Antikorruptionsgericht (UA) verpflichtet Generalstaatsanwalt zu Verfahren gegen Arachamija
Das Antikorruptionsgericht (UA) verpflichtet den amtierenden Generalstaatsanwalt Anton Kowalskyj, ein Verfahren gegen David Arachamija zu eröffnen. Das meldet RIA Nowosti unter Berufung auf das Zentrum zur Bekämpfung der Korruption (CPK). Arachamija führt die Fraktion «Diener des Volkes» im Parlament. Das CPK hatte am 19. Oktober eine mögliche Verteilung von «Umschlägen» an Abgeordnete für Abstimmungen angezeigt. Kowalskyj leitete die Anzeige laut CPK ans NABU weiter. Das NABU habe laut CPK bestätigt, nur der Generalstaatsanwalt könne ein Verfahren gegen einen Abgeordneten eintragen. Das Gericht gab der Beschwerde des CPK gegen diese Untätigkeit statt. Eine Stellungnahme Arachamijas fehlt in den Quellen. Die Unschuldsvermutung gilt.
Norwegen stützt Luftabwehr der Ukraine: Chmara trifft Finanzminister Stoltenberg
Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat Norwegens Finanzminister Jens Stoltenberg getroffen. Das teilt das Verteidigungsministerium (UA) auf X mit. Es ging um die Abwehr russischer ballistischer Raketen und Drohnen mit Strahlantrieb. Mit norwegischer Hilfe baue die Ukraine die Fähigkeiten ihrer F-16 aus. Auch Waffentürme und Abfangdrohnen werden demnach ausgebaut. Besprochen wurden zudem Technologieaustausch und Gemeinschaftsunternehmen. Beträge nennt der Post nicht.
Bundesrat übernimmt 21. EU-Sanktionspaket, Schweiz streicht Usmanow und Fridman von der Liste
Der Bundesrat schliesst sich dem 21. Sanktionspaket der EU gegen Russland und Belarus an. Das teilt er am 4. November mit. 254 Personen, Unternehmen und Organisationen unterliegen neu einer Vermögenssperre. 41 Unternehmen kommen unter strengere Exportkontrollen. Die Listen gelten ab dem 4. November um 23 Uhr, die Branchenmassnahmen ab dem 5. November. Gestrichen werden sechs Personen und ein Unternehmen. Laut TASS und Kommersant gehören die Geschäftsleute Alischer Usmanow und Michail Fridman dazu. Beide Medien berufen sich auf Daten des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO). Kommersant schreibt, die Sanktionen gegen beide galten seit 2022. Die EU hatte am 22. September mehrere Personen und ein Unternehmen von ihren Listen gestrichen.
«Die Schweiz verzichtet aufgrund einer aussenpolitischen und rechtlichen Güterabwägung zurzeit darauf, zwei russische Staatsangehörige in die Sanktionsliste aufzunehmen.»
Selenskyj reist nach Madrid (ES): Luftabwehr und Rüstungsproduktion im Zentrum
Präsident Selenskyj ist in Madrid (ES) eingetroffen. Das schreibt er auf X. Laut Kyiv Post ist er Gast des Iberoamerika-Gipfels. Am 5. November trifft er laut Kyiv Post Ministerpräsident Sánchez. Spanien bereite weitere Schritte der Unterstützung vor, schreibt Selenskyj.
«Unsere oberste Priorität ist es, die Luftabwehr der Ukraine zu stärken, unsere Menschen zu schützen und die Verteidigungszusammenarbeit und -produktion auszubauen.»
«Our top priority is strengthening Ukraine's air defenses, protecting our people, and expanding defense cooperation and production.»
Selenskyj trifft Pistorius: Mangel an Patriot-Abfangraketen, Lieferung von PAC-2 soll schneller kommen
Präsident Selenskyj hat den deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius getroffen. Das schreibt er auf X. Wegen des chronischen Mangels an Patriot-Abfangraketen sei die Lage bei ballistischen Raketen besonders schwierig. Die Ukraine habe einen grossen Vertrag über deutsche PAC-2-Raketen für die nächsten zwei Jahre und wolle die Lieferungen beschleunigen. Die Teams sollen demnach auch IRIS-T und Munition für F-16 prüfen.
Charkiw (UA): Russische Drohne trifft laut Gebietschef vermutlich eine medizinische Einrichtung
Eine russische Drohne hat laut Gebietschef Oleh Synjehubow den Bezirk Saltiwskyj in Charkiw (UA) getroffen. Nach ersten Angaben traf sie eine medizinische Einrichtung. Die Umstände werden demnach noch geklärt. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
Militärgeheimdienst HUR: Russland hat laut Kyiv Post bis zu 700 ballistische Raketen
Russland verfügte im Oktober über bis zu 700 ballistische Raketen und mehrere tausend Marschflugkörper. Das schätzt der ukrainische Militärgeheimdienst HUR, berichtet die Kyiv Post. Die Rüstungsindustrie könne demnach monatlich über 200 Raketen herstellen, darunter bis zu 110 ballistische. Von den Iskander-M produziere Russland rund 65 pro Monat. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
Ukraine: Atomkraftwerke drosseln Leistung, Sybiha warnt vor Risiko für AKW Chmelnyzkyj
Die ukrainischen Atomkraftwerke müssen wegen der russischen Angriffe auf das Stromnetz ihre Leistung senken. Das teilt das Energieministerium mit, berichtet Ukrinform. Die volle Leistung kehre schrittweise zurück, wenn die Netze repariert seien. Am schwierigsten ist die Lage demnach in Kiew und im Gebiet Kiew, wo wie im Gebiet Charkiw Notabschaltungen gelten. Aussenminister Sybiha schreibt auf X, Russland habe beim jüngsten Grossangriff eine Unterstation getroffen. Sie sei wichtig für den stabilen Betrieb des AKW Chmelnyzkyj. Die Ukraine habe die IAEA informiert und rufe die Partner zu einer klaren Reaktion auf.
Generalstab (UA): Zwei russische Flugabwehrsysteme Panzir auf der Krim getroffen
Ukrainische Truppen haben laut Generalstab zwei Flugabwehrsysteme Panzir auf der besetzten Krim getroffen. Das geschah am 3. November und in der Nacht auf Mittwoch, berichten Ukrainska Pravda und Ukrinform. Getroffen wurden demnach auch eine mobile Feuergruppe und ein Lager bei Bilowodsk im Gebiet Luhansk. Dazu kommt ein Drohnen-Kontrollpunkt bei Wladiwka im Gebiet Saporischschja. Eine russische Stellungnahme dazu fehlt in den Quellen.
Odessa (UA): Russland trifft laut Gebietsverwaltung Lagerhallen und Logistikterminal, zwei Verletzte
Russische Truppen haben laut Gebietsverwaltung Odessa Lagerhallen zur Schuhherstellung in einem Vorort von Odessa (UA) getroffen. Es brachen Brände aus, zwei Autos wurden zerstört. Nach korrigierten Angaben wurden zwei Menschen verletzt, eine 38-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann. Er liegt mit mehreren Verletzungen im Spital. Bei einem weiteren Angriff wurde demnach ein Verteilterminal einer Logistikfirma schwer beschädigt, verletzt wurde dort niemand. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
Wilniansk (UA): Laut Gebietschef Semikin zwei Tote bei russischem Drohnenangriff
Bei einem russischen Drohnenangriff auf Wilniansk im Gebiet Saporischschja (UA) sind eine 52-jährige Frau und ein 63-jähriger Mann getötet worden. Das meldet Gebietschef Mychajlo Semikin, berichtet Ukrinform. Ein 59-Jähriger wurde verletzt. Getroffen wurden ein fünfstöckiges Wohnhaus und Privathäuser. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
Selenskyj verleiht Melania Trump den Orden der Fürstin Olha
Präsident Selenskyj verleiht der First Lady (US) Melania Trump den Orden der Fürstin Olha erster Klasse. Das berichten Ukrainska Pravda, Kyiv Independent und Kyiv Post. Grundlage ist laut Ukrainska Pravda ein Dekret vom 2. November. Geehrt wird sie demnach für humanitäre Hilfe, etwa für deportierte ukrainische Kinder. Über ihre Vermittlung kam laut Ukrainska Pravda die humanitäre Mission im besetzten Oleschky (UA) zustande.
NABU: Operation «Karthago» gegen Beamte von SBU und Polizei, SBU-Beamter drohte mit Waffe
Das Antikorruptionsbüro NABU und die Staatsanwaltschaft SAP decken mit der Operation «Karthago» eine kriminelle Organisation auf. Das teilt das NABU mit, meldet Ukrinform. Sie soll hohe Beamte bestochen haben, damit betrügerische Callcenter ungestört arbeiten konnten. Beteiligt waren laut NABU amtierende hohe Beamte von SBU, Nationalpolizei und Generalstaatsanwaltschaft. Bei einer Durchsuchung drohte laut NABU ein hoher SBU-Beamter mit einer Schusswaffe. Laut Ukrainska Pravda ist es General Serhij Duka, den das NABU später festnahm. Durchsucht wurde unter anderem bei Anton Krawtschuk, Chef der internen Sicherheit des SBU. SBU-Chef Poklad entlässt laut SBU zwei hohe Beamte, die im Fall im Visier der Ermittler stehen. Den gesuchten «Mexikaner» fordert er laut Ukrinform auf, sich zu stellen. Laut Kyiv Post veröffentlichte das NABU Aufnahmen, in denen Mitglieder Angriffe auf den Journalisten Denys Bihus besprechen. Der frühere Generalstaatsanwalt Krawtschenko sagt laut RIA Nowosti, die SBU-Einheiten hätten gegen NABU-Direktor Kriwonos ermittelt. Die Beschuldigten gelten bis zu einem Urteil als unschuldig.
NABU schliesst laut Ukrinform Ermittlungen im Korruptionsfall «Midas» um Energoatom ab
Das Antikorruptionsbüro NABU und die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft SAP haben die Ermittlungen im Fall «Midas» abgeschlossen. Das teilt das NABU mit, berichten Ukrinform und TASS. Es geht um eine kriminelle Organisation, die Einfluss auf Staatsbetriebe wie Energoatom nehmen wollte. Ihre Mitglieder verlangten laut NABU von Vertragspartnern 10 bis 15 Prozent des Auftragswerts. Ein eigenes Büro wusch demnach das Geld. Von 2020 bis 2025 flossen dorthin über 111 Millionen Dollar und 12 Millionen Euro. Die Beschuldigten gelten bis zu einem Urteil als unschuldig.
Verteidigungsministerium (RU) meldet laut Interfax 709 abgeschossene ukrainische Drohnen in der Nacht
Die russische Flugabwehr fing in der Nacht auf Mittwoch 709 ukrainische Drohnen ab. Das meldet das Verteidigungsministerium (RU) laut Interfax. Darunter waren demnach auch Drohnen über dem Gebiet Moskau. Weitere wurden über elf Gebieten, der Region Krasnodar, Adygeja, der Krim und zwei Meeren abgefangen. Über dem Gebiet Belgorod (RU) waren es laut Rossijskaja Gaseta binnen eines Tages 149 Drohnen. In Belgorod und im Kreis Rakitnoje wurden laut Gouverneur Alexander Schuwajew sechs Menschen verletzt, darunter drei Kinder. Über dem Gebiet Kursk (RU) wurden binnen eines Tages laut Gouverneur Alexander Chinschtein 135 Drohnen abgeschossen, ohne Schäden oder Verletzte. Über dem Gebiet Rjasan (RU) wurden laut Gouverneur Pawel Malkow zehn Drohnen abgeschossen, in Rjasan wurde ein Mensch verletzt. Eine ukrainische Stellungnahme dazu fehlt in den Quellen.
Luftwaffe: Russland greift in der Nacht mit 310 Drohnen an, 272 abgewehrt
Russland griff die Ukraine in der Nacht auf Mittwoch laut Luftwaffe mit 310 Drohnen an, 81 davon mit Strahlantrieb. Abgeschossen oder unterdrückt wurden demnach bis 8 Uhr 272, über 20 waren noch in der Luft. Treffer gab es an 19 Orten, Trümmer fielen an 15 Orten. Im Gebiet Odessa (UA) wurden laut Kyiv Post Energie- und Hafenanlagen beschädigt. Im Gebiet Kirowohrad (UA) griffen Drohnen laut Gebietschef Andrij Rajkowytsch die Energieinfrastruktur an, verletzt wurde niemand. Im Gebiet Ternopil (UA) beschädigte laut Gebietschef Taras Pastuch eine Drohne eine Energieanlage. Das Verteidigungsministerium (RU) meldet laut TASS 709 abgeschossene ukrainische Drohnen über Russland.
Verteidigungsministerium (RU) meldet laut Interfax Treffer auf Unterstationen in den Gebieten Kiew und Schytomyr
Russische Drohnen trafen laut Verteidigungsministerium (RU) in der Nacht Energieanlagen in den Gebieten Kiew und Schytomyr (UA). Das meldet Interfax. Genannt werden die Unterstationen Nalywajkiwka mit 750 Kilovolt und Tschyschiwka mit 110 Kilovolt. Zudem sei laut TASS ein Frachter acht Kilometer vor Odessa (UA) getroffen worden. Er habe demnach Militärgüter für die Ukraine geladen. Eine ukrainische Stellungnahme dazu fehlt in den Quellen.
Gebiet Saporischschja (UA): Laut Gebietsverwaltung zwei Tote bei 857 Angriffen binnen eines Tages
Bei russischen Angriffen auf Saporischschja (UA) und den umliegenden Bezirk starben laut Gebietsverwaltung zwei Menschen, drei wurden verletzt. Binnen eines Tages griffen die russischen Truppen demnach 51 Orte im Gebiet 857-mal an. Darunter waren 22 Luftangriffe, auch auf Komyschuwacha, und 654 Drohnen, meist FPV-Drohnen. In Dnipro (UA) wurden laut Gebietsverwaltung bei einem Angriff auf ein Unternehmen zwei Männer verletzt, es brach ein Brand aus. Eine russische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
Krim (UA, besetzt): Stromeinschränkungen laut Interfax nach Netzausfall ausserhalb der Halbinsel
Nach einem Unfall im Stromnetz ausserhalb der Krim (UA, von Russland besetzt) gelten auf der Halbinsel Einschränkungen der Stromversorgung. Das meldet laut Interfax Oleg Krjutschkow, Berater des von Russland eingesetzten Krim-Chefs. Die Reparaturen laufen demnach. Kertsch ist laut Charter 97 ganz ohne Strom, Charter 97 beruft sich auf einen lokalen Telegram-Kanal. Zuvor meldete Sewastopols Gouverneur Raswoschajew laut Charter 97 ukrainische Angriffe auf Energieanlagen ausserhalb der Stadt. Eine ukrainische Stellungnahme fehlt in den Quellen.
EU-Kommission plant laut Politico vorsichtigeren Beitrittsfahrplan für die Ukraine
Die EU-Kommission plant laut Politico einen vorsichtigeren Fahrplan für die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine. Ein Beitrittsdatum nennt das Dokument demnach nicht. Kiew müsse die Reformen beim Rechtsstaat dringend und deutlich beschleunigen. Erst danach könnten Verhandlungen in einzelnen Bereichen vorläufig abgeschlossen werden. Für 2027 sieht der Fahrplan laut Politico Fortschritte in sieben Bereichen vor, bei Moldau in über 20. Die Beitrittsgesuche der beiden Länder könnten damit entkoppelt werden. Am Mittwoch nennt die Kommission die Ukraine in ihrem Jahresbericht laut Kyiv Independent eine Spitzenreiterin. Das gilt demnach auch für Moldau, Montenegro und Albanien. Das Aussenministerium (UA) schreibt auf X, die Kommission bestätige die Bedingungen für die Öffnung aller übrigen Cluster als erfüllt. Die Beitrittsreife habe sich in neun Kapiteln verbessert. Laut RIA Nowosti nennt der Bericht den Zehn-Punkte-Plan zum Rechtsstaat vom Dezember 2025 grösstenteils unerfüllt. Zudem habe die Ukraine kein Gesetz verabschiedet, das die Korruptionsbekämpfung wesentlich voranbringe.
Adygeisk (RU): Drohne trifft laut Interfax Logistikzentrum von Ozon, Brand ohne Verletzte
Eine Drohne trifft laut Interfax das Logistikzentrum des Onlinehändlers Ozon in Adygeisk (RU). Es brach ein Brand aus. Die Mitarbeitenden wurden laut Ozon evakuiert, vorläufig gibt es keine Verletzten. Ein Teil der Bestellungen wird demnach storniert. Eine ukrainische Stellungnahme dazu fehlt in den Quellen.
Trump hält Russland und Ukraine laut Financial Times für bereit zu einem Abkommen
Präsident Trump hält Russland und die Ukraine laut Interfax für bereit, ein Abkommen zu schliessen. Beide Seiten seien so weit zu sagen: «Schliessen wir ein Abkommen», sagte er der Financial Times. Die ukrainischen Unterhändler teilen den Optimismus laut Financial Times nicht. Die Gespräche der Ukraine, der USA und Russlands finden demnach am 10. und 11. November in Abu Dhabi statt. Russlands Delegation führt Wladimir Medinski.
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