Wann werden die Hypozinsen massiv zu steigen beginnen? Und was droht uns dann?

Seit bald 10 Jahren kennen die Hypothekarzinsen in der Schweiz nur eine Richtung: nach Süden. Warum ist das so? Gibt es Gefahren, dass die Zinsen massiv zu steigen beginnen? Wann?

Die wichtigsten Faktoren für die tiefen Zinsen sind der starke Franken und die tiefen Importpreise, welche Inflation und Zinsen tief halten. Aufgrund der starken Nachfrage nach Schweizer Konsum- und Investitionsgütern fliesst viel ausländisches Kapital in unser Land. Dieses grosse Kapitalangebot drückt auf die Franken-Renditen.

Nutzniesser ist die ganze Volkswirtschaft: Die Hausbesitzer profitieren von tiefen Hypozinsen und damit indirekt auch die Bauindustrie. Der gesamte Werkplatz Schweiz wird gestützt aufgrund günstiger Betriebskredite. Das gilt insbesondere auch für die kapitalintensive Tourismusbranche und die Landwirtschaft.

Die Frage lautet: Sinken die Zinsen noch weiter? Wo liegen die grössten Gefahren für einen abrupten Anstieg des Zinsniveaus?

Dass die Nachfrage nach Schweizer Gütern (Investitions- und Konsumgüter) unverhofft abbricht und damit auch der Kapitalzufluss in die Schweiz, ist eher unwahrscheinlich. Wir müssen oder dürfen damit rechnen, dass der Franken stark bleibt, was die Zinsen drückt.

Auch die Rohstoffpreise werden voraussichtlich günstig bleiben. Medienberichten zufolge haben sich in den letzten zehn Jahren die förderbaren Erdölvorkommen verdoppelt.

Wenn wir nicht grössere politische Krisen erleben, können wir davon ausgehen, dass die Preise von der Angebotsseite her tief bleiben. Das wird Inflation und damit Hypothekarzinsen dämpfen.

Jedoch: Die grösste Gefahr für das tiefe Zinsniveau droht vom Bürkliplatz. Warum?

Unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in den vergangenen Jahren ein Devisenportefeuille im Wert von rund 600 Milliarden Franken aufgetürmt. Das sind fast 100’000 Franken pro Schweizer und entspricht in etwa dem Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz. Finanziert hat die SNB ihre/unsere Devisenanlagen mit einer Fremdkapitalquote von rund 90 Prozent.

Sämtliche Währungen haben in Relation zum Franken in den vergangenen Jahrzehnten an Wert eingebüsst. Der US-Dollar ist seit Freigabe der Wechselkurse im Jahre 1973 von über 4.30 Franken zunächst auf fast 70 Rappen gefallen und hat sich in den letzten Jahren wieder gegen einen Franken erholt.

Der Euro notierte im Jahre 2000 bei 1.60. Danach stürzte er zwischenzeitlich unter einen Franken, im Tagesverlauf vom 15. Januar 2015 sogar fast auf 80 Rappen ab. Seither hat er sich auf rund 1.10 erholt.

Der Befund bei den beiden Leitwährungen ist eindeutig. Zwar gab es immer wieder kurzfristige Übertreibungen, die korrigiert wurden. Der langfristige Trend aber zeigt eindeutig und fundamental begründet nach unten.

Warum sollte dieser Jahrzehntetrend nun gebrochen werden? Es gibt keinen triftigen Grund dafür. Seit der Euro bei 1.45 notierte, behauptet die SNB, der Euro sei zu tief, der Franken entsprechend zu hoch bewertet.

Seit Jahren liegt die SNB damit falsch. Sie wird wohl für immer falsch liegen.

Der Markt hat immer Recht – das gilt auch für unsere Nationalbank. Leider haben das die SNB-Bosse noch nicht kapiert.

Wir müssen davon ausgehen, dass Dollar und Euro ihre Tiefst früher oder später testen. Wann das sein wird, weiss niemand.

Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Risiken im SNB-Portefeuille: Da sind die Staatsanleihen maroder Staaten, die bei Verschlechterung der Bonität starke Kursverluste erleiden werden. Auch eine Korrektur an den Aktienmärkten ist für die SNB bedrohlich.

Angenommen, Dollar und Euro würden in den nächsten Jahren rund 30 Prozent absacken. Die Folgen im Portefeuille der Nationalbank wären verheerend.

Bei Devisenanlagen von 600 Milliarden entstünde ein Verlust von rund 180 Milliarden Franken. Das Eigenkapital der SNB beträgt zurzeit knapp 70 Milliarden Franken. Es entstünde also ein negatives Eigenkapital von rund 110 Milliarden Franken.

Alles hängt deshalb von der entscheidenden Frage ab, welche Auswirkungen negatives Eigenkapital der SNB auf die Schweizerfranken-Zinsen hat.

Die Antwort ist einfach.

Erstens: Sobald das Eigenkapital der SNB negativ wird, werden die kreditgebenden Banken ihre Guthaben bei der SNB schnellstmöglich abziehen. Das dürfen sie gemäss Nationalbankgesetz – trotz anderweitiger Behauptungen der SNB. Das Gesetz steht über SNB.

Allerdings wird das nicht mehr vollumfänglich möglich sein, weil die SNB nicht mehr über genügend liquide Mittel verfügt und überschuldet ist. Die SNB kann ja keine Euros drucken, und Franken-Banknoten gehören nicht zu den liquiden Mitteln der SNB. So einfach.

Wollte die SNB ihre Schulden mit selbstgeschaffenen Banknoten abbauen, wie angekündigt, so müsste sie diese zu diesem Zweck ausbuchen. Folge: In unserem Lande würden Banknoten zirkulieren, die in der Bilanz der SNB nicht verbucht sind, quasi frei herumschwirrende Nötli – zu aber Milliarden. Der Zahlungsverkehr würde zusammenbrechen.

Das wären Banknoten ohne Gegenwert. Sozusagen „Blüten“ der SNB. Diese hätten keinen Wert, weil nicht gedeckt respektive gegengebucht. So würde die SNB Inflation und Zinsen, auch Hypozinsen, massivst anheizen. Unsere SNB als Geldfälscherin?

Zweitens: Die Banken müssen ihre Guthaben bei der SNB teilweise abschreiben und dürfen der SNB keine Kredite mehr gewähren. Sollten die internen Bank-Kontrollen versagen, werden letztlich die Bank-Aktionäre nicht tolerieren, dass ihre Banken der insolventen Nationalbank Kredite in zwei- bis dreistelliger Milliardenhöhe hinterherwerfen. Allenfalls werden die Bank-Aktien einbrechen.

Negatives Eigenkapital der SNB kann sogar zu Konkursen der Grossbanken und in einem Dominoeffekt derer Kreditgeber (das sind auch wir, Stichwort 3. Säule) führen.

Drittens: Möglicherweise könnte politischer Druck auf die Gross- und vor allem Kantonalbanken entstehen, der SNB weitere Kredite zu gewähren. Stichwort: Too Big To Fail. Die Banken, allen voran die Kantonalbanken und die Postfinance, müssten also umgekehrt die Nationalbank retten – ein Novum.

Viertens: Die SNB müsste ihre Devisen aufgrund der Risikoprämie über hochverzinsliche Schuldverschreibungen refinanzieren. Das Kapitalangebot in der Schweiz würde knapp. Alle müssten mithelfen, das Devisen-Debakel der SNB mitzutragen.

Fünftens: Vom ansteigenden Zinsniveau wären in erster Linie die Hausbesitzer betroffen mit ihren Hypotheken. Jene mit hohem Hypothekenanteil würden ihre Häuser als erste liquidieren müssen. Es wäre mit einem Einbruch bei den Immobilienpreisen zu rechnen.

Sodann werden die steigenden Zinsen auf Betriebskredite vor allem die KMU schröpfen. Wer bis jetzt zu Unrecht gejammert hat über den starken Franken, der wird jetzt zu Recht jammern über die hohen Zinsen.

Sechstens: Die höheren Zinsen werden die Produktionskosten der Unternehmen stark belasten. Es ist deshalb mit dem Verlust von Arbeitsplätzen zu rechnen – nicht nur bei den Banken.

Siebtens: Zuletzt werden die Steuerzahler zur Ader gelassen. Bund und Kantone werden die Nationalbank rekapitalisieren müssen. Sie haben ja auch von den Gewinnen der SNB profitiert, also müssen sie jetzt deren Verluste mittragen. Logisch, nicht wahr? Alles andere ist Illusion.

Lapidar meint die SNB-Führungsriege am Bürkliplatz immer noch, sie könne bei negativem Eigenkapital der SNB einfach Banknoten drucken:

„Da ein Liquiditätsengpass in eigener Währung unmöglich ist, stellt sogar eine Situation, in der eine Zentralbank negatives Eigenkapital ausweist, für ihre Geschäftspartner kein Problem dar“, meinte SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Vortrag von 2011.

Das ist nach wie vor die offizielle Stellungnahme unserer Nationalbank zu ihren geplanten Massnahmen bei negativem Eigenkapital. Mit diesem Ammenmärchen von der „Geldschöpfung aus dem Nichts“ schlägt sie leichtfertig – ja grobfahrlässig – sämtliche Warnungen in den Wind.

Das Erstaunlichste dabei ist, dass es ihr gelingt, mit diesem lächerlichen Märchen ihre blauäugigen Kontrolleure wie Bankrat, Bundesrat, Parlament und Finma auf sichere Distanz zu halten. Diese hätten bei der SNB schon längst eingreifen müssen.

Oder hat irgendjemand schon einmal gehört, dass die SNB zugegeben habe, dass letztlich die Steuerzahler für die Verluste aufkommen müssen? Oder wird dies die Führungsriege vom Bürkliplatz an der nächsten GV der Notenbank im Casino von Bern zugeben? Wann endlich schenkt die SNB dem Schweizer Volk reinen Wein ein?

Um der oben geschilderten Kausalkette zuvorzukommen, hat die SNB ja als erstes bereits einen Negativzins auf ihren Passivpositionen eingeführt, was die realen Hypothekarzinsen ebenso ansteigen lässt. Das ist aber erst der Anfang.

Der SNB-Chef machte ja bei Einführung der Negativzinsen unmissverständlich klar: „Ich glaube, dass einige Kommentatoren die Strenge der eingeführten Massnahmen noch nicht ganz begriffen haben“, sagt Thomas Jordan. “Sollten die Massnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen, liessen sie sich auch verschärfen.“

Naive Politiker und Medien meinten damals Ende 2014, aufgrund der Negativzinsen würden die Hypothekarzinsen fallen. Aber ich schrieb zu jenem Zeitpunkt in meinem Beitrag „Die SNB wird Banknoten abschaffen müssen“:

„Die Einführung von Negativzinsen führt also nicht zu fallenden Mietzinsen, sondern zu steigenden Hypothekarzinsen.“

Um negatives Eigenkapital zu verhindern, müsste die SNB die Negativzinsen noch viel tiefer drücken. Das würde die Hypozinsen massiv ansteigen lassen. Es käme zudem zu einem Run auf zinslose Banknoten, so dass die SNB im Extremfall sogar die neuen schönen farbigen Nötli wieder einziehen müsste – trotz Werbespots.

Vor diesem Hintergrund kann man nur froh sein, dass die SNB den Mindestkurs bei 1.20 zum Euro in letzter Sekunde kappte. Besässen wir heute schon 1 bis 2 Billionen Devisenanlagen, so würde obiges Szenario mit massiv ansteigenden Hypozinsen jeden Moment drohen.

Wir alle sässen bereits jetzt in der zugeschnappten Euro-Falle. Der Abmarsch in die EU und die Einführung des Euro in der Schweiz wären unser einziger Ausweg.

Man kann der SNB nur raten, ihre hochriskanten Devisenanlagen nun umgehend, sprich sofort, abzubauen. Die SNB muss ihren Irrtum nun endlich einsehen.

Es droht zudem die Gefahr, dass unsere Nationalbank früher oder später zu einem bedrohlichen Rechtsfall wird, weil sie behauptet, negatives Eigenkapital stelle für ihre Geschäftspartner kein Problem dar.

Klagen gegen Banken, welche irreführende Versprechungen machten, sind ja nichts Neues. Und die SNB ist davor auch nicht gefeit. Mit über 600 Milliarden Franken Schuld-Krediten, von denen sie vorgaukelt, diese könnten nicht notleidend werden, exponiert sie sich gefährlich – und gefährdet uns alle.

Bezahlen werden wir alle über massiv höhere Zinsen, Inflation, Steuern und verlorene Arbeitsplätze sowie geschädigte Pensionskassen. Das gilt umso mehr dann, wenn die SNB ihre Bilanz noch weiter ausdehnt, wie sie das neuerdings gebetsmühlenartig und in feudalistischer Manier androht.

Und haben sich die SNB-Oberen auch schon einmal Gedanken darüber gemacht, welch negativen Effekt es auf die weltweiten Finanzmärkte hätte, wenn die Schweizerische Nationalbank Überschuldung und Insolvenz anmelden müsste?

Lehman Brothers und die dadurch ausgelöste Finanzkrise wäre gegen diesen losbrechenden Sturm an den Börsen wohl nur ein laues Lüftchen. Den Finanzmärkten wird es voraussichtlich erst dann wie Schuppen von den Augen fallen, dass auch den ganz grossen Zentralbanken wie Fed und EZB der Konkurs droht.

Der Konkurs von Fed und EZB droht dann, wenn diese ihre Bilanzen ebenso irrwitzig mit Schulden aufblähen und in minderwertige Bonität investieren, wie das unsere SNB als schlechtes Beispiel vormacht.

Hat die SNB denn kein Verantwortungsgefühl?

Die Notenbank brüstet sich neuerdings, mit ihren masslosen Devisenanlagen mehr Nutzen als Kosten zu erzielen. Wunschdenken. Eine überschlagsmässige Kosten-Nutzen-Analyse offenbart das Gegenteil.

Der Exportüberschuss der Schweiz ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf fast 35 Milliarden pro Jahr gestiegen. Wenn die „Euro-Schanze“ diesen Export auch nur um 1 bis 2 Milliarden gefördert hat, so ist das bereits sehr grosszügig geschätzt.

Das betrifft aber lediglich den Umsatz. Der zusätzliche Gewinn für die Exporteure läge somit schätzungsweise bei knapp 200 Millionen Franken p.a. oder rund 1 Milliarde in 5 Jahren.

Im Gegensatz dazu hat die SNB seit Beginn der Euro-Stützungskäufe über 50 Milliarden Franken Kursverluste erlitten. Hinzu kommt die ans Ausland verlorene Wertschöpfung.

Resultat: Unter dem Strich hat die SNB also weit über 50 Milliarden Franken Verlust gemacht zulasten der Schweiz. Damit hat sie den Exporteuren einen zusätzlichen Gewinn von maximal einer Milliarde Franken zugeschanzt. Ist das die Aufgabe unserer Nationalbank?

Die Euro-Stützungskäufe der SNB haben die Schweiz bisher also rund 50 Mal mehr gekostet, als sie den Exporteuren genützt haben. Das ist ein miserables Kosten-Nutzen-Verhältnis. Diese irrwitzigen und unnötigen Verluste der SNB gehen zulasten von uns allen.

Hätte die SNB die verlorenen 50 Milliarden Franken wenigstens direkt an die Exporteure ausbezahlt, so wären deren Gewinne in fünf Jahren um 50 Milliarden gestiegen anstatt um eine einzige mickrige Milliarde. Nun labt sich wenigstens das Ausland an den Verlusten unserer Nationalbank.

Und sollten Euro und Dollar um weitere 30 Prozent fallen, werden wir alle über höhere Zinsen, Inflation, Steuern für die Verluste der SNB bluten müssen.

Und das alles einzig und allein verschuldet durch unsere Schweizerische Nationalbank, die in einer Irrlehre gefangen ist und sich leider nach wie vor für unfehlbar hält.

Kommentare

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  1. @Carlos Schenkel

    Sehr geehrter Herr Schenkel

    Sie drrhen sich im Kreis wie alle Vollgeldinitianten.

    Würden Sie meine Texte lesen, so würden sich Ihre Fragen erübrigen.

    Wenn Sie und die SNB behaupten, die SNB könne Geld aus dem Nichts schöpfen, so liegt ein Hauptfehler darin, dass Geld nicht Liquidität der ZB ist, sondern Notenbankgeld ist Passivum der SNB.

    Die SNB kann Geld nur dann auf der Passivseite verbuchen, wenn Sie auf der Aktivseite einen Vermögenswert einbucht – also nicht aus dem Nichts.

    Ihr Beitrag hier ist zudem nicht so wichtig, dass Sie diesen zuoberst platzieren müssen.

    Die Vollgeldinitianten nehmen sich viel zu wichtig.

    Freundliche Grüße

    Marc Meyer

  2. Herr Dr. Meyer, Sie wiederholen immer wieder, es gäbe keine Fiat-Money ohne genaue Herleitung der Aussage. Im SNB-Glossar steht, dass die Geldschöpfung über Bilanz-Verlängerung durch Geschäftsbanken bei der Kredit-Vergabe passiert. Also wie erklären Sie denn Bilanz-Verlängerung anders als Geldschöpfung aus dem Nichts? Welche Buchhaltungs-Vorgehen benützen Sie dazu bei der Erklärung. Woher kommt das Geld, rsp wo sind die Gelder bevor sie vergeben werden – wie genau funktioniert dieser Vorgang – und wohin buchen Sie dies beim nächsten Schritt, bevor Sie der Kreditnehmer benützen kann – und davor? Welche Sicherheit wird von der Bank unterlegt – und woher kommt diese? Wird das Eigenkapital nicht auch fiktiv über mehrere Stationen erzeugt, damit man glauben soll, es bestünde schon, bevor man es grad mit Banken-Produkten erschaffen hat? Multiple Geldschöpfung akzeptiere ich nicht als Erklärung, weil sie schon lange widerlegt ist.

    • Herr Schenkel

      Noch etwas

      In meinem Beitragc“Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ jabe ich als erster die multiple Geldschöpfung widerlegt (ich kenne keinen früheren Text).

      Umd nun kommen Sie und unterstellen mir, ich nähme die multiple Geldschöpfung, um IIhr abstruses Geschreibsel zu widerlegen.

      Das ist ärgerlich und mühssm

      Bitte stehlen Sie nicht meine kostbare Zeit mit Ihren Verdrehungen.

      MfG

    • @Peter Keller

      Bei Einführung det Negativzinsen habe ich ja sofort gewarnt vor Abschaffung Von Banknoten. Also bin ich gegen Abschaffung.

      MfG

    • Super, das finde ich gut.

      Die EZB schreitet leider in grossen Schritten voran.
      Am Schluss belässt man vllt. noch den 1 Euro-Schein um nicht die diversen Verfassungen und/oder Gesetze der Euroländer zu verletzen.

  3. Nachtrag I

    GV der SNB in Bern

    An der letzten GV der SNB für das Geschäftsjahr 2015 vor drei Tagen in Bern hat sich Bemerkenswertes zugetragen.

    Erstens:

    SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan hat erstmals eingestanden, dass es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB um Verbindlichkeiten der SNB handle. Die SNB ist somit kein „lender of last resort“ bzw. „Kreditgeber der letzten Instanz“, wie sie bisher behauptete, sondern umgekehrt ein Kreditnehmer der letzten Instanz.

    Zweitens:

    Der SNB-Chef hat auch zugegeben, dass die SNB ihre Verbindlichkeiten in Franken nur zurückkaufen kann mit Vermögenswerten aus ihrer Aktivseite. Der Mär, dass die SNB kein Gold oder keine Devisen herausgeben muss gegen Geld wird damit auch vom Notenbankpräsidenten widersprochen.

    Damit widerspricht der SNB-Chef auch seinen eigenen Aussagen im Grundsatzreferat „Braucht die SNB Eigenkapital“, wo er behauptete, Notenbankgeld sei nur gegen Notenbankgeld eintauschbar.
    (übrigens: „Verbindlichkeiten zurückkaufen“ ist dasselbe wie “Schulden zurückzahlen“)

    Drittens:

    Der SNB-Chef hat auch eingestanden, dass es eine nachfrageseitige und eine angebotsseitige Deflation gibt. Auch das ist eine vollkommen neue Erkenntnis in der makroökonomischen Analyse.

    Das SNB-Direktorium hat nun also ganz entscheidende Argumente meiner vielen Beiträge hier auf Inside Paradeplatz übernommen.

    Früher oder später wird die SNB auch zugeben müssen, dass sie bei negativem Eigenkapital Konkurs ist und durch die Steuerzahler rekapitalisiert werden muss.

    Interessant ist, dass ich an der GV der SNB in Bern immer vor einer schweigenden Wand stand, wenn ich die SNB auf ihre diversen Irrtümer aufmerksam machte. Nun, als der SNB-Chef das wiederholt, was ich viele Jahre zuvor schon oft an der GV gesagt habe, bekommt er dafür grossen Applaus.

    So korrekt ist unsere SNB-GV.

    Leider fand es der Notenbankchef auch nicht nötig, darauf hinzuweisen, dass ich damit Recht bekomme in meinen diversen Voten an der GV die Jahre zuvor.

    Seit Markus Lusser hatten die Direktionspräsidenten der SNB in Bern meine Voten regelmässig abgelehnt. Nun übernimmt SNB-Chef Jordan also selber meine Argumentation und erhält dafür Beifall.

    Bravo.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Guten Tag Herr Dr. Meyer,

      Ich beglückwünsche Sie zu dieser Genugtuung:)

      Jetzt muss Herr Jordan nur noch einsehen, dass der Notenumlauf nichts in der Bilanz verloren hat und Banknoten im Besitz der SNB zu deren Vermögen gehören.

    • @Peter Keller

      Danke.

      Jedoch:

      Banknoten sind immer Passiven.

      MfG

    • Nein, von der Geschäftsbank emittierte Banknoten – die gegen die richtige Währung des jeweiligen Landes umgetauscht werden können (z.B. in Hongkong), sind die einzigen welche als Passiven verbucht werden müssten.

      Von der Nationalbank emittierte Geldscheine sind ein Wertträger und haben in den Passiven nichts verloren.

      Bitte lernen Sie doch mal was Geld ist.
      Danke

    • @Peter Keller

      also warum schreiben Sie das nicht Herrn Jordan? Schreiben Sie ihm, das Notenbankgeld der SNB habe nichts auf der Passivseite der SNB-Bilanz zu suchen.

      Und posten Sie seine Antwort dann hier.

      mfG

    • Hallo Hr. Keller,

      Sie schreiben:
      „Von der Nationalbank emittierte Geldscheine sind ein Wertträger und haben in den Passiven nichts verloren.“

      Perfekt, die Geldscheine sind Franken (Papier-Franken) und damit „echtes Geld“. Geld findet man niemals auf einer Passivseite einer Bilanz, dort findet man Geld-SCHULDEN.

      Metall-Franken sind auch echtes Geld, auch die findet man niemals auf einer Passivseite einer Bilanz.

      Geld wird immer auf einer Aktivseite einer Bilanz gezeigt.
      Ein „Passiv-Geld“ ist völlig ausgeschlossen.

      Sie schreiben:
      „Nein, von der Geschäftsbank emittierte Banknoten – die gegen die richtige Währung des jeweiligen Landes umgetauscht werden können (z.B. in Hongkong), sind die einzigen welche als Passiven verbucht werden müssten.“

      Das finde ich interessant, geben die Geschäftsbanken in Hongkong noch Banknoten aus? Falls ja, dann müssen sie natürlich einen Notenumlauf ausweisen.

      Diese Banknoten wären aber (wie alle Banknoten) kein Geld, sondern Schuldscheine, für die man von den Banken Geld fordern könnte („richtige Währung“ schrieben Sie).

      Ein „Notenumlauf“ in der Bilanz der SNB ist völlig fehl am Platze, weil die SNB gar keine Banknoten emittiert.

      Die Schulden, die die SNB unter „Notenumlauf“ ausweist, sind in Wahrheit Schulden beim Staat.
      Die SNB schuldet dem Staat die Rückzahlung der Geldscheine, die sie ausgezahlt hat.

      Die Geldscheine, also die Franken-Scheine, sind Staatspapiergeld. Der wahre Emittent ist der Staat Schweiz, die SNB ist schon die „zweite Station“.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Schreiben Sie doch einmal einen eigenen Beitrag unter Ihrem persönlichen Namen, anstatt Ihre Verwirrungen ständig in meinen Blogs zu posten.

      Aber dazu sind Sie offensichtlich zu feige.

      mfG

    • Herr Jordan weiss das.

      Aber er will seine Karriere weiterführen und nicht zerstören…

  4. Wenn Jordan seine Devisenspekulationen wertneutral über die Zeit retten will und gleichzeitig der USD fällt (aufgrund der miserablen wirtschaftlichen Entwicklung in den USA), dann kann eigentlich nur der Euro massiv gegenüber dem CHF entwertet werden, mithilfe der bekannten Deviseneingriffe der SNB bis hin zur Wiedereinführung der Obergrenze EUR/CHF 1,20.
    Bevor die SNB in einem künftigen Quartal wieder Verluste im 25 Mrd CHF Bereich einräumen muß, wird sie die Flucht nach vorne antreten und dann weiter die Bilanz aufblähen.
    Wir kennen doch unsere Pappenheimer, die Zentralbanker, bevor die ein Versagen zugeben, verdoppeln die doch eher den Einsatz.
    Da ist dann so wie beim Roulette auf einfache Farben: verliert man einmal auf schwarz, setzt man im nächsten Coup den doppelten Betrag wieder auf schwarz und so fort bis einmal wieder schwarz fällt.
    Casinogänger wissen, daß man beim sieben „ROT“ bereits den 120-fachen Kapitalbedarf der ersten Setzung benötigt.
    Und der wird vom Casino bereits als Einsatz nicht mehr zugelassen.
    Was dann ?
    Die SNB als Bauernopfer zur Sanierung anderer Zentralbanken ?
    Möglich wärs.

    • @Louis Trenker

      Danke

      Ja die SNB liegt falsch und will es nicht einsehen. Da droht die Gefahr, dass sie versuchen, den Einstandspreis ihrer eingekauften Euros zu drücken, was aber sehr schwer sein wird. Sie hat ja schon bei über 1.40 für über 200 Milliarden Franken Euros gekauft.

      Zudem besteht bei weiteren Zukäufen von Euros die Gefahr, dass der Euro noch weiter fällt.

      Und das alles wird bestimmt von einem SNB-Direktorium, das die Grundlage seines Tuns immer noch vollständig nicht begriffen hat.

      Aber es scheint lernfähig – ganz langsam. Siehe letzte GV.

      mfG

    • Addendum

      SNB Chef Thomas Jordan hat an der letzten GV vor drei Tagen immerhin erstmals eingeräumt dass

      A) Notenbankgeld eine Verbindlichkeit der SNB ist

      B) Die SNB bei einer Verminderung der Geldmenge mit realen Vermögenswerten aus ihrem ermögen bezahlen muss

      C) Dass zwischen nachfrageseitiger und angebotseitiger Deflation zu unterscheiden ist.

      Das Direktorium der SNB liest also doch meine Artikel auf Inside Paradeplatz.

      Irgendeinmal wird die SNB auch zugeben müssen, dass sie Konkurs gehen kann und rekapitalisiert werde muss beinegativem Eigenkapital.

      Aber wieviel Schaden muss bis dahin noch entstehen?

    • @Günther

      FIAT-Geld gibt es nicht – dieses würde bei Emission durch die ZB aus deren Bilanz ausgebucht. = Falschgeld.

      Giralgeld wird bei Emission auf der Passivseite der ZB -Bilanz verbucht und hat demzufolge einen Gegenwert.

      mfG

  5. Werte Herren
    @Dr. Meyer
    „Sämtliche Notenbanken verbuchen das von ihnen emittierte Geld auf der Passivseite ihrer Bilanz und hat somit einen realen Gegenwert.“
    Die mittierte Baumwollschnipsel vielleicht, man sehe das an Anteil Geldumlauf aktuell in Schweden, wo ein Bargeld-Verbot kurz bevor steht. Aber doch nicht die aberbillionen virtuellen Schulden. Man nehme Japan als Beispiel. Legt man die Verschuldung um ist der Yen x-mal mausetot. Es hängt alles am Damoklesschwert der Zentralbenken und sobald das Vertrauen schwinden wird, gnade uns „was auch immer Gott sein mag“.

    @Dr. Ott
    Die Unze Gold $1900 zu aktuell $1100.
    Diese Unze wird eine Unze bleiben, auch in 1000 Jahren. Das drumherum spekuliert wird, ist nicht natürlich aber künstlich, von Menschenhand gemacht. Ob sie nun billig oder teuer ist, ist wie die Sicht vom Kichturm (Vogelperspektive zu jener des gemeinen Bürgers).

  6. https://de.wikipedia.org/wiki/Assignat

    Denkt jemand die doppelte Buchhaltung besteht erst seit 60 Jahren? Man kann sich ja mal damit befassen wie früher das verbucht wurde, auch nicht anders als heute. Sei das bei der SNB, den Zentralbanken von Brasilien, Argentinien, Zimbabwe oder vor ein paar hundert Jahren in Frankreich.
    Hunderte Beispiele, immer dasselbe. Es unterscheidet sich eher was damit auf der „Assetseite „gekauft“ wurde. In vielen Fällen wurden die Assets enteignet, beziehungsweise man wurde gezwungen es zu einem fixen Preis verkaufen. (Oftmals Immobilien, immer Gold, manchmal Getreide, etc). Diese Preise lagen dann immer dramatisch unter dem korrekt (Schwarz)marktpreis. Das wurde schon im Ostblock mit den wertvoll produzierten Rohwaren so gemacht, Zimbabwe dasselbe, etc etc. Ob ne Zentralbank nun besser überbewertete Techaktien, Gold, Immobilien, Schulden von konkursiten Staaten bzw deren Geld, etc kauft kann man sich selbst ausmalen.
    Weshalb braucht es eigentlich ne Zentralbank?
    Ist ein sozialistisches Projekt zwecks Manipulation des freien Marktes bei Zinsen, Aktien, Rohstoffen, Devisen. (Alles) In einer freien Wirtschaft würde sich sofort das am Besten geeignete Geld durchsetzen, ohne Dekret des Staates. Der USD/CHF hat sich ja auch als beste Währung etabliert. (Weil von 1914 bis 1945 alle Anderen inflationiert wurden und der CHF/USD goldgedeckt blieb, trotz Abwertungen 1933 resp. 1937.)

    • @havenstein

      Eine Währing hat nur dann einen Wert, wenn sie auf derxPassivseite des Geldemittenten verbucht wird und demzufolge einen Gegenwert auf der Aktivseite hat.

      MfG

    • @Dr. Meyer,

      Natürlich haben Sie recht. Die Frage ist eben was die Assetseite wirklich wert ist. Bis 2008 konnte man beim FED ausschliesslich Treasuries belehnen lassen (über die heute Situation reden wir mal eh nicht.) Schlussendlich ist der Wert von Staatsanleihen gesichert mit dem Steuersubstrat. Wieviel Steuern kann/will jedoch eine Regierung für Debtserving/Rückzahlung ins Ausland erheben? Das hat ein natürliches Limit.
      Ist wie wenn mir ein Junkie 1 Mia CHF schuldet. Ich habe das als Asset korrekt in meiner Bilanz, etc. Ist jedoch nichts wert, da es physikalisch unmöglich ist diese Schuld jemals zu begleichen. (Ausser mit einem neuen Schuldschein welcher den Alten ablöst, etc…)

  7. Herr Keller,

    stellen Sie doch mal die Buchungssätze für den gestrigen Absturz der apple-Aktie aus der Sicht der SNB auf.
    Im August 2015 kaufte die SNB diesen Titel für 468 Millionen USD.
    Einstandspreis: USD 124,80
    Heute steht apple unter USD 100.-, macht für den einen Deal einen Verlust von 100 Millionen USD in 8 Monaten.
    Im übrigen werden apple-Titel für weitere 988 Millionen Dollar gehalten, die gänzlich oberhalb von USD 100.- pro Aktie eingekauft worden sind.
    Was haben diese Geschäfte in der Bilanz der SNB verloren ?
    Das Mandat ist die Geldwertstabilität innerhalb der Schweiz, keine Spekulationen mit Tech-Aktien in den USA.
    Wie werden diese Verluste gebucht ?
    Kauft die SNB nicht tatsächlich diese Titel mit dem eingelagerten Giro-Guthaben der Kantonalbanken ?
    Inwiefern ist die SNB zu einer Zweckentfemdung Ihr überlassener Sichtguthaben berechtigt (Gesetzeslage ? )
    Gruß
    Besorgter Schweizerbürger

    • Richtig, ein Kauf von ausländischen Aktien sollte im aktuellen Geldregime untersagt sein.

      Nur mit vollständiger Geldschöpfung aus dem Nichts bei der SNB im Staatsbesitz macht so ein Kauf Sinn.

      Wenn schon ein fragwürdiges sozialistisches System, dann wenigstens zu Gunsten der allgemeinen Bevölkerung.

  8. Sehr geehrte Herren

    Sehen Sie es weniger eng, wie Herr Dr. Meyer.
    Es geht ja nicht darum wie das „Meerwasser“ heisst: FIAT-Geld, Giralgeld, Bitcoin, USD oder Teuro. Meinetwegen kann man auch den Yen und den Rinminbi, auch den zimbabweschen oder venezolanischen Dollar hinzunehmen, auch den rumänischen Leu.

    Es ist alles Luftgeld. Dieses wird sich früher oder später in solche auflösen. Ja, und dann?

    Darum komme ich auf die eingangs gestellte Frage zurück!
    Was meint die Volkspartei dazu.?
    Antwort: NICHTS – Einzelne unter ihnen profitieren davon, dass ihre Gewinne auf Kosten der Staatsschulden generiert werden. Jetzt, jetzt ist Herr Maurer Finanzminister im Bundesrat. Jetzt muss er Mal zeigen wo der Hammer hängt. Und wenn er dazu als solcher nicht imstande ist. Ja, dann ist auch deren Verlogenheit offensichtlich und offensichtlich, dass es ihnen nicht um die Idee Schweiz sondern ihr Hemd geht, dass ihnen näher als die Hose ist.

    • @Günther

      Sie vermischen und verwechseln hier einiges.

      Zudem:

      Keine der von Ihnen benannten Währungen ist aus den Bilanzen ihrer Zentralbanken ausgebucht.

      Deshalb handelt es sich nicht um FIAT-Geld.

      Sämtliche Notenbanken verbuchen das von ihnen emittierte Geld auf der Passivseite ihrer Bilanz und hat somit einen realen Gegenwert.

      mfG

    • @ Günther

      Auch Ihr Hinweis auf angebliches „Luftgeld“ ist sinnentleert

      Selbst Gold als angeblich werthaltiges, stabiles Geld war die letzten 5 Jahre partiell Luftgeld:

      Die Unze kostete damals 1.922 USD u. letzten Dezember nur noch 1.050. Differenz = Luft.

      Also, es ist völlig egal, was als Geld verwendet wird. Jegliches Medium schwankt selber im Wert/Preis.

      Was ist denn daran so schwer ?

    • Dr. Jürgen Ott,

      Die Frage ist eben was sich wirklich im Wert verändert. Weil ein nomineller Betrag aufgedruckt ist, meint jeder dieser sei stabil, da er nominell immer gleich ist. Aber evtl. zeigt ein schwankender Goldpreis auch ob das aufgedruckte Geld an Kaufkraft gewinnt/verliert? Und wie sie korrekt sagen, wenn das nominelle Geld an Gold(oder sonstwas) gebunden ist, meint man das sei immer gleich und alles darin gemessen schwankt. Wenn man nur das Eine gegen das Andere anschaut wird man wohl nie herausfinden ob jetzt das Eine gestiegen oder das Andere gesunken ist. Wenn nun ein grosser Basket von Dingen (Aktien, Immobilien, Gold, Essen, Benzin) sich homogen gegen etwas verändert, kann man wohl daraus schliessen, dass Vorallem das „Etwas“ sich verändert. Ob jetzt aber das „Etwas“ gesunken oder aber der Basket gestiegen ist, bleibt eigentlich ewig ein Geheimnis, oder eher ausschlaggebend ist der Betrachtungspunkt. Wenn jemand auf dem Kirchtum sitzt, ist derjenige weit oben oder ich weit unten? Allgemein wird man sagen er sei weit oben, da die Allgemeinheit sich am Boden befindet. Die Vögel mögen das aber unterschiedlich beurteilen…

  9. @Peter Keller

    Nochmals: Es gibt kein FIAT Geld.

    Wikipegia lügt nicht, dort hat einer etwas geschrieben, wovon er nichts versteht.

    Schade, dass die Geldpolitik der SNB nur Wikipedia-Niveauu hat.

    MfG

    • Aha, ja klar…

      Wie üblich haben Sie dafür keine schlüssigen Argumente.

      An der Uni würde der Professor sagen, es handelt sich um einen hoffnungslosen Fall.

      Vielleicht sprechen Sie mal mit meinem Kollegen Herr ao. Prof. Hörmann.
      Der hat vielleicht die Geduld Sie in die Realität zurückzuführen.

      Ich habe damit meine Hoffnung aufgegeben, erlaube mir aber trotzdem auf künftig auf zu arge Fehler hinzuweisen.

    • @ Peter Keller

      Warum nicht auch anders herum: Alles Geld ist Fiat.

      Sobald eine Regierung irgendetwas (Gold, Papier, selbst Franken vs. Euro..) mit einer Zahl versieht, die sich -infolge von Märkten praktisch ständig- von deren Tauschwert unterscheidet, wird daraus „Fiat“-Geld.

      Insofern ist das ein sinnentleerter Begriff.

      Unabhängig davon kann ich Dr. Meyer’s Argumentation nachvollziehen. Sie doch eigentlich auch, nicht wahr ?

    • @Peter Keller

      Leider kein fachliches Argument dabei.

      Und Hörmann habe ich gegoogelt.

      mfG

    • @Dr. Jürgen Otto, Herrliberg

      Lieber Herr Dr Ott

      Danke

      Ich denke auch der Peter Keller, „Freund von Franz Hörmann‘ will einfsch nicht verstehen.

      Freundliche Grüße

      Marc Meyer

    • Guten Tag Herr Dr. Ott(o);),

      Genau wie Sie sagen: alles Geld ist Fiat.

      Sie mögen den Gedankengang von Herr Dr. Meyer nachvollziehen, aber trotzdem sind sie da völlig anderer Meinung.

      Herr Dr. Meyer sagt es gibt kein Fiat-Geld.
      Also das Gegenteil von Ihrer und meiner Aussage.

      Herr Dr. Meyer begründet dies weil es die ZBs als Fremdkapital verbuchen.

      Mir ist es sowas von egal wie etwas bei einer Firma verbucht wird, relevant ist, was die Werthaltigkeit des Geldes ist, oder eben der innere Wert.

      Und um das nachzuvollziehen vergleicht man doch bitte einfach mal den Kaufkraftverlust jeglicher Währung seit es im entsprechenden Land das aktuelle Zentralbanksystem gibt…

  10. Aber Herr Dr. Meyer,

    Sie müssen nicht gleich schreien.

    Es ist erstaunlich wie emotional man ein einziges Wort wie Fiatgeld aufnehmen kann.

    Sie sagen es gibt kein Fiatgeld.
    Lügt dann Wikipedia?

    „Im 20. Jahrhundert wurden Fiatwährungen im Zuge der Kredittheorie innerhalb von Mindestreserve-Systemen mit Vergabe von Kreditgeld die Regel.“ – Quelle Wikipedia

    Auch folgendes sollten Sie wieder man repetieren, da Sie es anscheinend andauernd ignorieren:
    „US-Präsident Franklin D. Roosevelt entband die US-Zentralbank von der Verpflichtung, von Bürgern eingereichte US-Dollarnoten in Goldmünzen einzulösen. Privater Goldbesitz im Wert von mehr als 100 US-Dollar wurde von ihm 1933 als illegal erklärt und mit bis zu zehn Jahren Gefängnis sowie Beschlagnahme des Goldes bestraft (siehe Goldverbot). 1944 wurde das Bretton-Woods-System eingeführt. Mit dem Nixon-Schock endete die unilaterale, fixe Eintauschbarkeit von US-Dollar in Gold, wodurch das Bretton-Woods-System 1973 zusammenbrach, nachdem die Vereinigten Staaten der eingegangenen Verpflichtung, von Mitgliedsstaaten eingereichte US-Dollars in Gold einzulösen, nicht mehr nachkamen.“ – Quelle Wikipedia

    Ebenso aus dem Finanzlexikon (.de):
    „Buchgeld, Papiergeld oder Scheidemünzen sind deshalb eigentlich als Fiat Money zu bezeichnen, vorausgesetzt sie sind nicht in voller Höhe zum vollen Nennwert in Kurantgeld einzutauschen.“

    Aber wenn es Ihnen mehr genehm ist, kann ich den Begriff einfach in Giralgeld anpassen.
    An der Sachlage ändert sich dadurch Nichts.
    Die Währungen haben keinen inneren Wert.

    Sie sollten sich langsam von Ihrer dogmatischen Denkweise lösen und sich der Logik zuwenden.

    • @havenstein

      Danke

      Geld wird auf der Passivseite des Geldemittenten verbucht und hat demzufolge einen Gegenwert auf der Sktivseite d.h. einen inneren Wert.

      MfG

    • Herr Meyer,

      Goodwill wird auch auf der Aktivseite verbucht…

      Ist davon 100% innerer Wert?

      Buchhaltung ist auch dafür da die Leute zu täuschen.
      Haben Sie dies noch nie bemerkt?
      Enron, Swissair, Worldcom etc.?

  11. ES GIBT KEIN FIAT-GELD!

    @Peter Keller

    Sehr geehrter Herr Keller

    Sie schreiben, „FIAT-Geld“ habe keinen Wert.

    Auch da gebe ich Ihnen Recht. Nur: Es gibt gar kein „FIAT-Geld“.

    FIAT-Geld würde bedeuten, dass eine Notenbank Geld – eben FIAT-Geld – drucken kann und damit etwas bezahlen oder eine Schuld abbauen kann.

    Im ersten Fall wäre das ein Aktivtausch (FIAT-Geld gegen ein anderes Aktivum) und im zweiten Fall wäre das eine Verkürzung von Aktiv- und Passivseite. D.h. das FIAT-Geld würde dazu benützt, die Schulden abzubauen.

    Fiat-Geld und Schuld würden beide miteinander ausgebucht. Es gäbe somit gar keinen Notenumlauf in der Bilanz der Notenbank.

    Wie auch immer – FIAT-Geld wäre in jedem Fall ein Aktivum des Geldemittenten.

    Es gibt aber keine Zentralbank in irgendeiner zivilisierten Industrienation, welche Geld auf der Aktivaseite ihrer Bilanz verbucht.

    Geld wird immer – ich wiederhole – immer auf der Passivseite der Zentralbank verbucht.

    Daraus folgt zwingendermassen:

    Es gibt kein FIAT-Geld.

    freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  12. @Peter Keller

    Sehr geehrter Herr Keller

    Sie schreiben, „FIAT-Geld“ habe keinen Wert.

    Auch da gebe ich Ihnen Recht. Nur: Es gibt gar kein „FIAT-Geld“.

    FIAT-Geld würde bedeuten, dass eine Notenbank Geld – eben FIAT-Geld – drucken kann und damit etwas bezahlen oder eine Schuld abbauen kann.

    Im ersten Fall wäre das ein Aktivtausch (FIAT-Geld gegen ein anderes Aktivum) und im zweiten Fall wäre das eine Verkürzung von Aktiv- und Passivseite. D.h. das FIAT-Geld würde dazu benützt, die Schulden abzubauen.

    Fiat-Geld und Schuld würden beide miteinander ausgebucht. Es gäbe somit gar keinen Notenumlauf in der Bilanz der Notenbank.

    Wie auch immer – FIAT-Geld wäre in jedem Fall ein Aktivum des Geldemittenten.

    Es gibt aber keine Zentralbank in irgendeiner zivilisierten Industrienation, welche Geld auf der Aktivaseite ihrer Bilanz verbucht.

    Geld wird immer – ich wiederhole – immer auf der Passivseite der Zentralbank verbucht.

    Daraus folgt zwingendermassen:

    Es gibt kein FIAT-Geld.

    freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  13. Ach ja ich wollte noch folgenden Punkt ansprechen, der üblicherweise einfach ignoriert wird.

    Die Bestandteile des Zinses!

    Wenn man sagt die Hypozinsen werden oder können steigen, muss man differenzieren.

    Ein Teil ist der Risikofreie Zinssatz.
    Ein zweiter Teil ist das Entgelt für das Ausfallrisiko des Kreditnehmers.
    Ein dritter Teil sind dann für die Kosten der Bank inkl. Gewinnmarge.

    Wenn man eine Währungsreform für die nächsten Jahre ausschliesst, muss man gleichzeitig einen Anstieg des risikofreien Zinssatzes ausschliessen.

    Somit wäre ein Anstieg der Hypozinsen primär auf den zweiten und sekundär auf den dritten Teil zurückzuführen.

    • @Peter Keller

      Guten Abend Herr Keller

      Endlich bin ich einmal einverstanden mit Ihnen:

      Der Grund für einen Hypozinsanstieg, verschuldet durch die SNB, wäre tatsächlich das Ausfallrisiko der Schweizerischen Nationalbank.

      Unsere Nationalbank meint aber, es gäbe bei ihr kein Ausfallrisiko, weil sie einfach „Liquidität aus dem Nichts“ schöpfen können.

      Das ist falsch.

      Auch die SNB hat ein Ausfallrisiko.

      Ich bin erleichtert, dass wir jetzt einmal gleicher Ansicht sind.

      Schönen Abend

      Marc Meyer

  14. Sehr geehrter Herr Doktor Meyer,

    vielen Dank für diesen und auch Ihre bisherigen interessanten Artikel.

    Ich stimme allen Ihren Argumenten soweit zu. Jedoch befürchte ich,
    dass letztendlich die SNB doch am längerem Hebel ist und mit Hilfe
    des Bundesrats ihre Bilanz im Fall der Fälle dann doch entsprechend
    aufpolieren darf.

    Denn wenn eine solche ökonomische Krise zu erwarten ist wie sie
    bei der Pleite der SNB droht wird sich kein Bundesrat einem Gesetz
    oder Anordnung widersetzen bei dem der SNB erlaubt wird einige
    100 Mrd. auf der Soll-Seite einfach hinzuzuaddieren.

    Dass Gesetze im ökonomischen Notfall angepasst werden haben wir
    ja schon beim Bankgeheimnis gesehen. Um ein weltweites Chaos
    zu verhindern werden sich sicher auch andere Nationalbanken gerne
    bereiterklären auf den Zug mitaufzuspringen und das Gleiche zu tun.
    Somit ist auch hier keine Gegenwehr zu erwarten.

    Auch vermute ich, dass weder die SNB noch der Bundesrat
    nachträglich juristisch belangt werden können. Dies ist beim
    Bankgeheimnis schon nicht geschehen und es wird sich schon
    ein geeignetes Notstandsgesetz finden lassen um die Entscheidung
    zu legitimieren.

    Natürlich würde dadurch die Inflation angekurbelt und der CHF an
    Wert verlieren, aber das ist ja genau das was die SNB plant.

    Viele Grüsse
    Thorsten Besch

    • @Thorsten Besch

      Sehr geehrter Herr Besch

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Wie soll das geschehen, dass die SNB auf ihrer Aktivseite einfach etwas addieren darf?

      Kein Gesetz der Schweiz kann das Gesetz der Doppelten Buchhaltung aushebeln.

      Der Bund müsste Staatsschulden in die Bilanz der SNB einbuchen. Wir alle gäben damit der SNB ein Guthaben geschenkt.

      Es müsste eine Megaemission des Bundes sein, welche dann die Staatsverschuldung entsprechend anhebt. Diese Megaemission würde dann der SNB übertragen – bzw. in deren Portefeuille gelegt bzw. würde ihr geschenkt. Das Zinsniveau würde dadurch massiv steigen, ergo auch die Hypozinsen. Der Verlust für die Schweiz wäre da – so oder so.

      Nicht mehr die SNB hätte die Schulden, dafür der Staat. Das Problem bliebe innerhalb der Schweiz.

      Die SNB bekäme dadurch ein Guthaben am Schweizer Staat, bzw. beim Steuerzahler. Damit bleibt es dabei – letztlich zahlt der Steuerzahler; einfach durch eine noch höhere Staatsschuld.

      Gesamtwirtschaftlich würde sich dadurch für die Schweiz nichts ändern. Eine Währungsreform könnte dadurch möglicherweise hinausgezögert werden.

      Damit wären die Devisen aber immer noch nicht verkauft und in einigen Jahren wären wir wieder gleich weit – einfach mit noch höheren Schulden der SNB.

      Das widerspräche zudem der Bundesverfassung, wonach der Staat seine Schulden nicht mehr ausdehnen darf.

      Nein – die SNB muss jetzt einfach ihre Devisen verkaufen und zwar sofort!

      Das Resultat wäre in jedem Fall höhere Inflation und höhere Zinsen und langfristig. Diese würden genau so hoch steigen, um die Verluste der SNB zu egalisieren. Da es zu Übertreibungen am Markt und zu Gewinnmitnahmen käme, würde der Markt sogar überschiessen.

      Nachmals Danken und freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  15. @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

    Danke.

    Ja es ist wirklich dümmlich, zu behaupten, die SNB könne aus Meerwasser Geld schöpfen, wie das hier behauptet wird.

    Die SNB kann nur Vermögenswerte gegen reale Werte wie beispielsweise Gold, Dollar, Euro etc. schöpfen. Fällt der Wert dieser Vermögenswerte, so fällt auch der Wert des Geldes.

    Am Dümmlichsten jedoch ist, zu behaupten, die SNB könne „Geld aus dem Nichts“ schaffen, wie das unserer SNB-Direktorium tut.

    Zitat SNB-Direktorium:

    „Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.“

    „… hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. „

    (siehe Referat von SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan vor der Statistischen Volkswirtschaft Basel, Braucht die Nationalbank Eigenkapital? S. 5, 6)

    Auf dieser Irrlehre basiert die Rechtfertigung der SNB für die Devisenkäufe der SNB.

    Und alle Verantwortlichen fallen auf die unvernünftige Irrlehre unserer Nationalbank herein.

    Gott sei Dank gibt es noch „Inside Paradeplatz“, diesen „Speakers Corner“ am Paradeplatz, wo man auf die Irrtümer des „Establishments“ aufmerksam machen darf.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • ..und was noch Dümmlicher ist, ist die ‚Politik‘ der EZB:

      Die EZB kauft den Banken ihre Schrottpapiere, also ausfallgefährdete oder bereits ausgefallenen Kredite + Staatsanleihen ab. Welche die natürlich los haben wollen, klar.

      Damit schafft die EZB aber dennoch kein neues, ZUSÄTZLICHES ‚Meerwasser‘, sprich Geld, sondern ersetzt den Bankern nur deren Verluste, maW sie rettet den Bankern schlicht deren A####. Ansonsten hat da keiner was davon, schon gar nicht das Volk.

      Während dann unsere SNB den Euro mit retten hilft, indem sie die Unmengen angefallener EZB-Euros mit aufklaubt, um ihn ja nicht völlig ins Bodenlose fallen zu lassen, weil natürlich ein ebenso schwacher Franken unserer Exportindustrie schon hilft – genauso wie der dann aber unserer Asset-Management-Industrie auch schadet. Das ist also reine, zentralistische Strukturpolitik.

      Und nichts, NICHTS davon hat die Wirtschaft bislang abgehalten, in die nächste zyklische Weltrezession zu schlittern – die bis Anfang 2020 dauert. Und nichts davon hat die nächste Bankenkrise davon abgehalten, gerade wieder auszubrechen, s. italien. Banken, Deutsche, etc.

      Dh, die ganzen Zentralbank-‚Politiken‘ sind somit rein für den Misthaufen – da gehören sie hin. Und die Verantwortlichen mE vor Gericht gezerrt. Was das Volk aber schon noch besorgen wird, keine Bange.

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Sehr geehrter Herr Doktor Ott

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Ja es ist wirklich so, dass die EZB (und auch die FED), Kreditwaschanlagen sind (siehe meinen Beitrag „Zentralbanken, gigantische Kreditwaschanlagen“, IP).

      Das funktioniert so:

      Die Banken legen ihr Kapital nicht mehr in Staatsanleihen bonitätsmässig minderwertiger Staaten an.

      Nein – sie legen ihr Kapital bei der EZB an.

      Nun ist es die EZB ihrerseits, die das Kapital der Banken in die Wertschriften bonitätsmässig minderwertiger Staaten investiert.

      Was ist der Zweck dieses Umwegs? Klar: Die Banken haben nun die Steuerzahler zwischengeschaltet, welche für die Banken eine nochmalige Sicherheit darstellen.

      Das Volk wird die Schulden der Zentralbank bezahlen müssen. (Nix „Geld aus dem Nichts“).

      Zudem kommen Staaten, die an den Kapitalmärkten einen hohen Zins bezahlen müssten, auf diese Weise zu günstigerem Kapital, weil die EZB garantiert ihre Anleihen aufkauft.

      Die Bonität des Zentralbankgeldes wird dadurch verwässert. Das alles geht zulasten der Steuerzahler der EU, welche letztlich für die Schulden der EZB garantieren.

      Die SNB ihrerseits investiert ebenfalls in bonitätsmässig minderwertige Anleihen von EU-Staaten. Die Schweizerinnen und Schweizer unterstützen so die verschuldeten EU-Staaten wie Griechenland.

      Verkauft wird das dem Volk unter dem Deckmantel „Ankurbelung der Exportindustrie“. Und diese ist so einfältig und meint tatsächlich, mit den Investitionen der SNB in marode europäische Staaten würde die Schweizer Exportindustrie angekurbelt.

      Zu Ihrem Punkt „gehören vors Gericht gezerrt“, möchte ich folgendes sagen:

      Was bringt es, darauf zu hoffen, dass die Verantwortlichen einmal hinter Schloss und Riegel kommen. Das bringt doch gar nichts – und die Schulden der SNB bzw. unsere Schulden sind trotzdem noch da.

      Aber es ist schon bedenklich, dass jemand, der Steuern hinterzieht, ins Gefängnis kommt, und jemand der Steuergelder im millionenfachen Ausmass grobfahrlässig verschleudert, wie beispielsweise unsere SNB, nie im Geringsten zur Rechenschaft gezogen wird.

      Aber man weiss ja insbesondere auch seit dem Fall Swissair: „Dummheit kann nicht bestraft werden“.

      Und zu behaupten, die SNB könne „Geld aus dem Nichts“ schaffen und damit „unbeschränkt“ Euros kaufen und sämtliche Schulden bezahlen ist nun einmal einfach Dummheit – sorry liebes SNB-Direktorium.

      Es ist doch Dummheit oder?

      Wissen Sie, liebes SNB-Direktorium, ständig ignorieren, wie Sie das tun bringt’s auch nicht. Einmal müssen Sie alle den Tatsachen in die Augen schauen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

      P.S. Herr Dr. Ott: Mit den Wellen von Armstrong kann ich übrigens nichts – aber auch gar nichts anfangen. Die Zukunft kann m.E. nicht aus der Vergangenheit abgeleitet werden.

      Die komplizierteste Extrapolation nützt da nichts.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  16. @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

    Danke.

    Ja es ist wirklich dümmlich, zu behaupten, die SNB könne aus Meerwasser Geld schöpfen, wie das hier behauptet wird.

    Die SNB kann nur Vermögenswerte gegen reale Werte wie beispielsweise Gold, Dollar, Euro etc. schöpfen. Fällt der Wert dieser Vermögenswerte, so fällt auch der Wert des Geldes.

    Am Dümmlichsten jedoch ist, zu behaupten, die SNB könne „Geld aus dem Nichts“ schaffen, wie das unserer SNB-Direktorium tut.

    Zitat SNB-Direktorium:

    „Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann.“

    „… hat die SNB zudem von Gesetzes wegen das Recht, ausstehende Forderungen mit der Schöpfung von Franken sozusagen „aus dem Nichts“ zu begleichen. „

    (siehe Referat von SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan vor der Statistischen Volkswirtschaft Basel, Braucht die Nationalbank Eigenkapital? S. 5, 6)

    Auf dieser Irrlehre basiert die Rechtfertigung der SNB für die Devisenkäufe der SNB.

    Und alle Verantwortlichen fallen auf die unvernünftige Irrlehre unserer Nationalbank herein.

    Gott sei Dank gibt es noch „Inside Paradeplatz“, diesen „Speakers Corner“, wo man auf die Irrtümer des „Establishments“ aufmerksam machen darf.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  17. Die SNB macht ja eigentlich nur das globale Spiel mit.
    Muss sie auch als Befehlsempfängerin und Anhängsel der Elite.

    Die grössten Gläubiger der Welt sind logischerweise die grössten Kreditgeber.

    Nun sind diese aufgeklärt und wissen, dass das Giralgeld – und auch Geldscheine – einen inneren Wert von 0 hat.

    Ebenfalls bekannt ist ihnen, dass exponentielles Wachstum der Natur widerspricht und folglich zwangsläufig! früher oder später in sich zusammenbrechen wird.

    Den Zeitpunkt kann man glücklicherweise selbst bestimmen da man Vertreter an den entscheidenden Schalthebeln platziert hat (BIZ, Zentralbanken, Geschäftsbanken, Finanzaufsichten, Politik & Medien. Justiz ist für das irrelevant).

    Wenn man dieses Wissen im Gegensatz zur Bevölkerung schon hat, nutzt man dieses natürlich aus und zieht sie über den Tisch.

    Was muss denn das Ziel sein wenn man weiss, dass das Giralgeld massiv entwerten wird?

    Man muss irgendwie zu Realwerten kommen.

    Anstatt auf die Rückzahlung des wertlosen Geldes zu hoffen, ergreift man sich an Sachwerten.
    Wie kann man das?

    Mit vorher vertraglich vereinbarten Pfändungen (Stichwort Hypotheken oder Betriebskredite mit Sach-Sicherheiten) und schlichtes Aufkaufen zu Tiefstpreisen nachdem man denn Kollaps verursacht hat.

    Je mehr Schulden, desto mehr pfändbare Vermögen.
    Deshalb gaben und geben Banken teilweise Kredite selbst wenn sie wissen, dass der Schuldner nicht zurückzahlen kann.
    Man krallt sich dann einfach das Eigenheim.

    Dazu gehört auch, dass die Vermögenswerte der Staaten in den letzten 30 Jahren privatisiert wurden.
    Staaten zu bepfänden ist nicht wirklich praktizierbar. Private Firmen jedoch schon…

    Was meinen Sie warum in Griechenland so massiv privatisiert wurde?
    Sale and lease back. Und wenn der Staat pleite geht und nicht mehr bezahlt, geht auch der mit Bankkrediten beladene Sachwerteigentümer pleite und kann seine realen Vermögenswerte der Bank überschreiben.

    Das verrückte ist ja, selbst wenn die SNB souverän wäre, muss man ihr nicht mal die Order geben in diesem Schuldenaufblassystem mitzuspielen. Sie sind quasi gezwungen wenn die eingesetzten Fed-, ECB-, BoE-, BoJ-Chefs etc. alle das selbe tun…

    Es ist ein globales Kartell welches grundsätzlich mit jahrzehntelangen Plänen arbeitet.
    Daneben gibt es noch langfristigere Pläne.

    Der kommende Kollaps ist also gewollt und auch systemimmanent.
    Diejenigen welche dies verstehen, werden profitieren und Andere welche sich der Realität verweigern werden finanziell bitter bezahlen.

    • @Peter Keller

      Guten Morgen

      Danke

      Bin nicht ganz einverstanden: Der innere Wert von Geldscheinen und Giroguthaben der Banken bei der SNB ist nicht gleich Null, wie sie schreiben, sondern entspricht dem Vermögen der SNB.

      Deshalb muss die SNB zu diesem Sorge tragen und nicht an den Devisenmärkten verspielen.

      mfG

    • Guten Tag Herr Dr. Meyer,

      Nun bin ich wieder zurück aus dem Land mit mehr Foodstamp Empfängern als der Exportweltmeister Arbeitskräfte hat.

      Bezüglich Ihres Hinweises muss man ja folgendes anmerken:

      Sie haben insofern Recht, dass man die Währungsreserven der SNB in gewisser Weise als Sicherheit ansehen kann.

      Nur liegt hier ein wesentlicher Punkt der grossen globalen Täuschung.
      Was ist denn der innere Wert dieser „Sicherheiten“?

      Also wenn man sagt der innere Wert des CHF sind die USD, EUR etc., dann muss man ja auch bemerken, dass der innere Wert des USD dann der EUR, CHF etc. sind und der Wert des EUR der des USD, CHF etc.

      Wie sie sehen wird einfach ein Zirkelbezug erstellt.
      Wenn man nun erkennt, dass die Einzelkomponenten der ZB-Vermögen keinen inneren Wert haben, dann ist einem klar, dass alle Währungen natürlich keinen inneren Wert haben.

    • @Peter Keller

      Danke

      Die EZB investiert nicht in der Schweiz und nicht in den USA. Die FED investiert auch nur in den USA und hat keine Franken.

      MfG

    • Guten Tag Herr Dr. Meyer,

      Danke für Ihre Antwort.
      Diese ist so nicht ganz korrekt und ändert Nichts an der Tatsache, dass alle Fiatwährungen wertlos sind.

      Die EZB schreibt auf ihrer eigenen Homepage, dass sie Währungsreserven in USD, JPY hat…

    • @Peter Keller

      Wieviel Prozent des Gesamtportefeilles legen EZB und FED in Devisen an?

      MfG

  18. Besonders prekär könnte die Lage werden, und die Eskalation der Ereignisse wie von Herrn Dr. Meyer beschrieben, entscheidend beschleunigt werden, wenn aufgrund der mangelnden recovery in den USA und weltweit (IWF-Prognosen weiter rückläufig) der USD (wie schon so oft) zum Abschuss freigegeben wird.
    Woran soll denn die US-Wirtschaft gesunden, und die vielfach angekündigten Zinsschritte eingeleitet werden können (man spricht von 2 Zinsschritten in diesem Jahr), wenn nicht durch eine Verbilligung der US-Devise ?
    Die Folge wäre eine desaströse Aufwertung des SFr. und eine kapitale
    Entwertung des Devisenvermögens der SNB.
    Wenn doch dem Jordan die Aufrechterhaltung des EUR/CHF-Wechselkurs zu 1,20 zu teuer war (15. Januar 2015), wieviel will er bei allgemein verordneter Dollarabwertung in die Abschwächung des SFr. gegen den USD investieren ?
    Man sprach davon, daß im Januar 2015 die Verteidigung der 1,20-Demarkationslinie rund 50 Milliarden verschlungen hätte.
    In einem Monat, eben jener Zeitraum vom 15.12.2014 bis zum 15. Januar 2015, war ein exorbitanter Aufwand zur Kontrolle des Franken-Pegs ausgegeben worden.
    Wenn ihm die Hände gebunden sein sollten aufgrund der Tagesvolumina des Marktes ( täglich allein 50 Mrd. Devisenhandel im schweizer Franken ), würde er hilflos mitansehen müssen, wie sein Portfolio zusammenschmilzt wie Speiseeis in der Juli-Sonne.
    Machen wir uns nichts vor, entweder gibt die USA die recovery Story auf und geben sich mit den Resultaten der US-Wirtschaft mittelfristig zufrieden, was mit das Ende der USD-Zinsphantasie wäre, oder Sie basteln weiter an der Legende eines überbordernden US-Arbeitsmarktes und werten den USD kurzfristig stark ab, um ihre letzte Chance zu nutzen, den Schein zu wahren.
    Beide Szenarien stärken den Franken: ohne steigende US-Zinsen schrumpft die Zinsdifferenz, es entsteht derselbe Aufwertungsdruck wie beim Fallen der US-Währung gegenüber Euro und dem übrigen Währungskorb.
    Der Fall des Brexit ist auch eher CHF-bullish, sodaß die SNB nach vernünftiger Prognose in jedem Fall Abschreibungen auf Ihre Devisenbestände vornehmen muß, und das können gut und gerne 20% des Gesamtportfolios betragen.
    Bei 600 Milliarden sind das 120 Milliarden Verlust (siehe Originalbeitrag!), allerdings wäre das worst case und implementiert neben dem Rückgang des Dollars auch einen solchen des Euro sowie globale Aktienschwäche.
    Mit anderen Worten: die SNB ist zum grössten Hedgefond der Welt verkommen.
    Und das mitten in der Schweiz, und quasi halbstaatlich !
    Kein Politiker hinterfragt die Strategie der SNB, kein Volksentscheid, keine öffentliche Diskussion.
    Eigentlich unglaublich, daß jeder Bordstein, der 5cm zu hoch ist, zurückgebaut werden muß, aber die Zentralbank der Schweiz mit dem Volksvermögen ins Casino spaziert.

    • @Vito Corleone

      Sehr geehrter Herr Corleone

      Besten Dank für Ihren Beitrag.

      Leider ist es genau so, wie Sie schreiben. Der Dollar ist auf seinem Langzeit-Trend nach unten und der Euro auch – einmal etwas schneller, dann wieder etwas langsamer.

      Und unsere Nationalbank hat die Illusion, sie könnte dagegenhalten. Die SNB gegen die ganze Welt! Das ist ja lachhaft!

      Kern Ihrer Rechtfertigung ist das Märchen, das Herr Jordan erzählt: Eine Notenbank könne nicht illiquide werden und alle Schulden mit selbst geschöpfter Liquidität (= wäre Eigenkapital der SNB), immer bezahlen.

      Ergo könne die SNB „unbeschränkt“ Euros kaufen, wie SNB-Chef Jordan jahrelang behauptete.

      Die SNB betrachtet Geld als Eigenkapital anstatt als Fremdkapital der SNB und will ihren Fehler nicht einsehen. Das ist der entscheidende Irrtum der SNB.

      Wir haben es mit einer unbelehrbaren, irrwitzigen Nationalbank zu tun – und alle schauen weg – bis der Tag von negativem Eigenkapital der SNB da sein wird. Und dann wird es zu spät sein.

      Ich frage mich, wie verantwortungslos man als SNB-Direktorium sein muss – ich frage mich, wie blind man als SNB-Bankrat oder als Parlament sein muss, um den Irrtum unserer Nationalbank nicht als solchen zu erkennen.

      Wie viel Verluste muss die SNB noch zu Lasten des Volkes einfahren, bis man erkennt, dass unsere Nationalbank sich komplett verrannt hat?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  19. Herr Meyer, Sie empfehle in einem der Kommentare: „In der Schweiz tiefe Zinsen langfristig anbinden.“ Haben sie schon mal das Kleingedruckte der Kreditverträge gelesen? Die Banken nehmen sich das Recht heraus Kreditverträge aus einer Vielzahl schwammig beschriebener Gründe zu künden. Glauben Sie wirklich, solch ein Vertrag ist im Fall der Fälle noch das Papier wert auf dem er steht?

    • @Alaon Surlemur

      Im „Fall der Fälle“ d.h. bei negativem Eigenkapital der SNB dürfte vieles anders werden.

      MfG

  20. Sorry, aber eine Katze ist kein Hund, und das Schweizer Notenbureau aka SNB ist KEINE Bank. Ihre Bilanz ist völlig irrelevant.
    Wer am Meer sitzt, kann beliebig viele Gutscheine für Wasser erstellen, und bei Bedarf honorieren, indem er Meerwasser in Flaschen abfüllt und gegen die Gutscheine tauscht.

    Weniger Bilanzdenken, Alarmismus und mehr GMV könnte helfen…

    • @Thomas Ernst

      Guten Morgen.

      Danke.

      Sie argumentieren analog des SNB Direktoriums..

      Ist es gesunder Menschenverstand, wenn die SNB 600 Mrd im Ausland investiert und meint, damit die Schweizer Wirtschaft anzukurbeln?

      Ist es GMV wenn die SNB über 50 Mrd Volksvermögen verliert, um den Exporteuren minimale zusätzliche Gewinne von ein paar Millionen zu ermöglichen?

      Ist es GMV, Banknoten gegen Meerwasser zu emittieren?

      Ich bevorzuge reale Vermögenswert in der Schweiz.

      Und ubrigens: Buchhaltung IST gesunder Menschenverstand.

      freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Das dümmliche Beispiel des Herrn Ernst hat nur einen Haken:

      Von dem Meerwasser kann keiner sich was kaufen; selbst saufen kann man es nicht.

      Während die Banken, denen unsere SNB die Euros ihrer Kunden gegen Ausgabe von Giralgeld-Schulden abknöpfte, damit immerhin traden konnten (selbst wenn sie es als excess reserves wieder bei ihr parkieren mussten – anstatt es als billige Kredite in die Wirtschaft weiter geleitet zu haben).

      Um sich Milliardenboni einzusacken, so lange das gut ging bzw. im Verlustfall nach dem Steuerzahler um Hilfe zu gieren. Was demnächst übrigens wieder kommt..

  21. Herr Dr. Meyer, Vielen herzlichen Dank für den Artikel welcher die Umstände gut und verständlich zusammenfasst. Die grosse Frage für mich ist, wie man sich persönlich von den SNB Exzessen schützen kann?

    Soll man sich aus den hart erarbeiteten Fränkli Sachwerte kaufen? So z.B. Gold oder Silber und dieses im privaten Tresor bunkern?
    Oder ins Eigenheim investieren und sich jetzt mit langlaufenden Hypokrediten finanzieren lassen?

    Sehe aber das Risiko, dass wenn die Inflation anziehen und die Zinsen wiedererwarten stark anziehen sollten, die Sachwerte, insbesondere die Edelmatalle, stark an Wert verlieren würden.
    Sachwerte bunkern und auf den Systemkollaps warten, könnte Jahre dauern.

    Was ist Ihre Einschätzung?
    Freundliche Grüsse

    • @Thomas Mächler

      In der Schweiz tiefe Zinsen langfristig anbinden.

      Nahrungsmittelaktien langfristig

      Gold oszilliert labgfristig um die Produktionskosten

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  22. Danke Herr Dr. Meyer für den grossen Überblick.

    In Ihrem letzten Punkt werden wir beide uns aber wohl nie einig: Sie glauben immer noch an das Gute im Menschen, selbst bei den SNB-Verwantwortlichen.. ;-))

    Doch nach wie vor – Zentralbanken sind Firmen, die ihren Eignern gehorchen: Banken + Regierungen.

    Das ganze Gezetere um deren ‚Unabhängigkeit‘ ist daher mE reiner Bullshit. Denn entsprechend agieren sie doch:

    – Negativzinsen begünstigen die Schuldner; der grösste Schuldner im Lande ist immer die Regierung.

    – Bargeldverbot verhindert in Zukunft jeglichen bank-run.

    – Zudem werden alle relevanten Weltwährungen auf Ri. 1:1 getrimmt (USD, Euro, CHF, selbst der Yen, wenn man die vielen Nullen streicht).
    Was mE alleine der US-Regierung dient. Schliesslich ist der grösste WK-Treiber (u. da widerspreche ich Patrick) ja internationale Kapitalströme; der Export macht allenfalls so rd. 10% aus. Und die USA haben keine Exportindustrie mehr, also machen sie neue auf Kapitalimport, s. Panama Papers.

    Das Problem ist nur, dass
    – Wechselkursfixierungen immer gescheitert sind, verbunden mit immensen Enteignungskosten, und
    – Negativzinsen die Älteren u. deren Sparvermögen über kurz oder lang zugunsten der Schuldner (= grossteils Regierungen) ausradieren.

    Womit wir wir zu Werner Wolfer’s und danach zu Louis D’Avignon’s Szenario kämen..

    Denn ganz ehrlich – einfach beheben kann man die Misere nicht mehr, der Karren scheint mir schon viel zu tief im Dreck. Und die nächste Bankenkrise ist bereits um die Ecke. Also müssen wir wohl erst crashen, damit die Mehrheit aufwacht u. nach Reformen schreit.

    Die alles entscheidende Frage dürfte dann sein – was dann kommt: Repressive oder (klassisch) liberale Reformen ?

    Denn das Volk scheint mir über dem Punkt in den meisten Ländern zur Zeit recht gespalten.

    Was ReGIERungen/Zentralbanken hingegen bevorzugten, scheint mir zumindest völlig offenkundig.

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Sehr geehrter Herr Doktor Ott

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Sie haben vollkommen Recht: Ich glaube immer noch an das Gute im Menschen.

      Ich denke: Es gibt Gutes und Schlechtes auf unserer Erde – aber die Welt lebt vom Guten.

      Auch bezüglich der SNB-Verantwortlichen glaube ich immer noch ans Gute. Allerdings wird mein Glaube doch hart auf die Probe gestellt. Es ist mir schlicht nicht möglich, einzusehen, weshalb die SNB ihre Fehler nicht eingestehen will.

      Es ist ganz offensichtlich so, dass die Geldtheorie einen unreparierbaren Sprung hat – Notenbankgeld wird als liquides Mittel also liquides Vermögen (Aktivum) der SNB betrachtet anstatt als Schuld (Passivum) der SNB.

      Die Behauptung von SNB-Chef Jordan, wonach die SNB bei negativem Eigenkapital einfach Banknoten drucken und damit ihre Schulden begleichen kann ist eine schlimme Illusion.

      Trotzdem versuchen die SNB und ihr nahestehende Professoren, ihren Irrtum zu verschleiern. Das hat die Schweiz bisher schon viel gekostet.

      Punkto Negativzinsen bin ich mit Ihnen einverstanden. Die grösste Schuldnerin in unserem Lande ist unsere Nationalbank.

      Dass ein Bargeldverbot möglicherweise droht, habe ich schon unmittelbar bei Einführung der Negativzinsen hier geschrieben (siehe IP: „SNB wird Banknoten abschaffen müssen“).

      Diese wird aber nicht einen Bankenrun verhindern. Die Geschäftsbanken werden ihre Guthaben bei der SNB abziehen wollen, sobald negatives Eigenkapital droht. Auch das wäre ein Run aufs Notenbankgeld.

      Ja – die SNB hat den Karren mit ihren masslosen Devisenbeständen tief in den Sumpf gefahren. Ist mir unklar, wie sie da wieder herauskommen kann.

      Die SNB spielt einfach auf Zeit und hofft, der Euro würde auf wundersame Weise wieder einmal steigen und alles sei nur ein böser Traum gewesen.

      Die SNB wird bei negativem Eigenkapital hart durchgschüttelt werden – und unsere Wirtschaft auch.

      Das Volk hat in Sachen Zentralbanken und insbesondere SNB noch gar nicht richtig kapiert, wo die Gefahr liegt.

      Nur einige wenige Kommentatoren hier auf Inside Paradeplatz haben begriffen, worum es geht.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  23. Herr Dr. Meyer, weiter so. Die Zentralbankenwelt ist total bekloppt und wird die Welt in ein grosses Desaster stürzen. Beim gegenwärtigen „Mexican Stand-Off“, der herrscht, warten wir nur noch auf den ersten Schuss.
    So, ich gehe jetzt einmal mit „Negativem Eigenkapital“ (entspricht bei Pferden etwa dem „schwarzen Schimmel“…) meine neue Firma gründen. Zahle das Negative Eigenkapital natürlich voll ein. – Mal sehen, was die Leute beim Handelsregister dazu sagen… Irre? Ja.

    • @Numerus Claunus

      Danke.

      Ja eine richtig gute Clown-Nummer:

      Aufs Handelsregisteramt gehen und eine Unternehmung gründen mit negativem Eigenkapital und sich das Geld auszahlen lassen.

      Der Staat hätte eine Freude daran.

      Bei seiner SNB jedoch soll negatives Eigenkapital problemlos möglich sein.

      mfG

  24. Die Schweiz steht unter dem Zinsdiktat der EURO-Zone und diese wiederum unter der Fuchtel der FED.
    Diese Beiden sind weit davon entfernt auch nur an Zinserhöhungen denken zu können.
    Der Wendepunkt wird kommen, wenn die Hauptgläubiger der USA, dh China und Saudi-Arabien den Reservestatus des USD in Frage stellen!
    Davon, scheint mir, sind wir immer noch weit entfernt (wenn auch Ungarn seine erste Renminbi-Anleihe angekündigt hat).

    • @Werner Wolfer

      Sehr geehrter Herr Wolfer

      Danke.

      Die SNB hat sich das Problem mit ihren masslosen Devisenanlagen doch selber eingebrockt.

      Sie hat sich unter Phillip Hildebrand und Thomas Jordan verspekuliert und will das ungeschehen machen. Dadurch gerät sie immer tiefer in den Sumpf.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  25. @Industrie Heini

    Finden Sie es korrekt, dass die SNB Verluste von über 50 Milliarden zulasten von uns allen erleidet, uncden Exporteuren einen zusätzlichen Gewinn von 1 Mrd zu ermöglichen?

    MfG

    • @ Meyer: aus welchem Daumen haben Sie sich solch paradiesische Gewinnzahlen herausgesogen? Nehmen Sie in typisches CH Industrieunternehmen und dessen cashflow in Relation zu den betriebswirtschaftlich notwendingen Abschreibungen und dann, siehe die Zeitangabe dieses gigs, guet Nacht.

    • @Industrie Heini

      guten Morgen

      Danke

      Also genau. Die Gewinne der Exporteure sind noch kleiner, welche die SNB ihnen durch die 600 Mrd Devisenkäufe zusätzlich zuschanzen konnte.

      Das verdeutlich umsomehr, dass die Stützungskäufe der SNB keinen Sinn machen.

      Denn Tatsache ist: Die Hilfe für die Exdporteure durch die SNB hat uns alle weit über 50 Milliarden gekosten. Wofür?

      Direktzahlungen an die Exporteure wären sinnvoller gewesen.

      Das ist herausgeworfenes Geld, wie auch aus IhrenZeilen hervorgeht.

      mfg

    • @Albert Augustin

      Sorry

      Aber es geht um 600 Mrd Staatsschulden.

      3x mehr als Schulden von Bund Kantonen und Gemeinden.

      Da sollte man sich halt mal 10 Minuten Zeit nehmen.

      Immer noch besser als mit Irrigen Schlagworten wie „Geld aus dem Nichts“ mit der SNB in den Abgrund.

      MfG

  26. Heutzutage muss ich mich immer wieder für den starken Franken wehren. Früher waren wir stolz darauf die stärkste Währung der Welt zu haben. Die empirische Evidenz spricht doch ganz eindeutig für eine starke Währung. Diese ergibt sich ja automatisch über ein hoher Zahlungsbilanzüberschuss. Mit andern Worten: Aufgrund des hohen Exportüberschusses, dank der nach wie vor erfolgreichen Exportindustrie, ist der Franken stark. Wer einen schwachen Franken möchte, müsste sich dementsprechend eine weniger erfolgreiche Exportindustrie wünschen. Schwache Währung und grosse Aussenbilanzüberschüsse schliessen sich gegenseitig aus. Ausser die Währung wird manipuliert, also künstlich geschwächt. Das lässt sich aber nicht gratis machen, siehe SNB-Geldpolitik. Ja, eine starke Währung zwingt die Exportunternehmen zu hoher Produktivität. Wie wir sehen, gelang dies ihnen im letzten halben Jahrhundert hervorragend. Der starke Franken ist nicht nur das Ergebnis einer äusserst erfolgreichen Exportindustrie, sondern hat durch die hohe Kaufkraft zu Wohlstand im Lande geführt. Schwache Währung und weniger Wohlstand, das wünsche ich mir nicht für die Schweiz.

  27. Der Szenarien sind viele, die Konsequenzen wie üblich beim Bürger. Abwertung, Währungsschnitt, Bargeldverbot, Verbot von physischem Gold, in dieser Überraschungskiste werden wir die Lösung präsentiert bekommen. Wir wissen, oder ahnen zumindest dass es übel enden wird, aber wir haben ja andere Topthemen, wie neue 50 Fr Note und ähnlichen Mist.

    • Muss man nicht verbieten da es eh keiner mehr besitzt im westen. Futures werden cash settled dann ist die erwerbsmoeglichkeit sofort weg. Man kann handelsbestimmungen einfuehren um sicherzustellen dass es nur ueber die richtigen kanaele fliesst. (Zum staat)
      Wurde im ostblock auch so gemacht.
      Zugegebenermassen laeuft es natuerlich auf das verbot hinaus…
      Zkb etf und co kann man ganz legal aufloesen und bar abgelten. Die stimmrechte liegen bei der zkb.

    • @Louis D’Avignon

      Danken.

      Einverstanden. Die SNB lenkt vom zentralen Problem ab. Diese ist;:

      Sie ist für hunderte Milliarden Franken Schulden eingegangen und hat behauptet, sie könne einfach Banknoten drucken, um ihre Schulden zu begleichen.

      Das ist nun eindeutig widerlegt.

      Die Steuerzahler werden die Schulden der SNB bezahlen müssen. Die SNB schiebt das Problem ständig vor sich hin und hofft, dass irgendeinmal der Euro wieder mächtig ansteigt und alles nur ein schlimmer Traum war.

      Aber irgendeinmal wird sie von der Realität eingeholt werden. Bis dahin lenkt sie vom Problem ab.

      mfG

  28. Ach der liebe Dr. Marc Meyer mit immer dem gleichen Bullshit aus seiner geschützten Werkstatt. Bewerben Sie sich einmal bei einem Exportbetrieb im Investitionsgüterbereich und kommen Sie erst zurück, wenn Sie rund um die Welt (leider gibt es Panam 1 und 2 nicht mehr) alle deren Kunden abgeklopft haben. Sie würden Ihre Kugelkopfmaschine für solches Geschreibsel nicht mehr ans 220V Netz anschliessen.

    • @Industrie Heini

      Besten Dank für Ihren Kommentar

      Ihre Wortwahl offenbart einiges über ihre Person.

      Leider vermisse ich ein fachliches Argument – finde stattdessen nur grossmundige Polemik.

      Haben Sie nicht die Fähigkeit, fachlich auf meine Argumentation einzugehen?

      Bedenklich ist: Unsere Nationalbank lässt sich von Typen wie Sie beindrucken und macht hunderte Milliarden Schulden basierend auf einer undifferenzierten Argumentation wie der Ihrigen.

      Übrigens: Wenn Sie in Ihrem Betrieb heute noch mit Kugelkopfmaschine arbeiten begreife ich schon, dass Sie Mühe haben im internationalen Wettbewerb.

      Aber muss die SNB hunderte Milliarden opfern, um solche stehengebliebene Hinterwäldler Betriebe über Wasser zu halten?

      mfg

    • @Industrie Heini

      Aus Ihrem Kommentar geht leider nicht hervor, was Ihr Standpunkt ist. Tatsache ist aber, dass die Schweizer Exportindustrie mit der SNB-Manipulation des Frankens massiv subventioniert wird. Dabei hätte es diese im Allgemeinen (Ausnahmen gibt es immer) gar nicht nötig. Der hohe Handelsbilanzüberschuss der Schweiz spricht Bände.

  29. Das Problem der alten Industrieländer international und nicht nur der Schweiz ist doch seit längerem, daß von institutionalisierter Seite (Politik und Notenbank) über Markt- und Preismanipulationen versucht wird, einen status quo aufrecht zu erhalten, den es offensichtlich schon seit geraumer Zeit nicht mehr durch normales Wirtschaften geben kann.

    Fragt sich eben nur, wie lange sich das noch in der aktuellen Form fortführen läßt und wer die zukünftigen Verluste trägt, wenn die Bemühungen scheitern sollten.

    • @Count von Count

      Danke.

      Richtig.

      Hätte man den Strukturwandel in der Schweiz immer verhindert, wie das die SNB will (aber nicht ihre Aufgabe ist) so wären wir immer noch ein armes Bauernvolk.

      mfG

  30. Das ist alles völlig falsch.Die SNB kann sich ausruhen, muss ihre CHF-Verpflichtungen nicht bezahlen, das ist Sache der Geschäftsbanken, der Wirtschaft, der Privatleute, wieviel dereinst ein Franken wert ist, am Markt. Die SNB ist nicht gezwungen, Franken gegen EUR zu kaufen. Sie kann die Währung auch verfallen lassen…

    Ein Franken ist nichts anderes als die Summe seiner Deckunsgwerte: eigentlich ein Fondszertifikat, das 50% in EUR, 30% in USD angelegt ist. So gesehen nichts gutes…

  31. Günther

    Was meint die SP dazu? Diese Frage scheint mir treffender. Die SP wollte ja den Mindestkurs unbedingt bei 1.20 halten.

    • @Lollipop

      Danke – ja richtig.

      Die SP wollte ja sogar einen Mindestkurs von 1.30 – 1.40.

      Diese Partei hat überhaupt kein wirtschaftliches Verständnis.

      Aber die behaupten z.B: „Die SNB kann den Franken unendlich schwächen“ (SNB-Bankrat Daniel Lampard)

      Die SNB könne Banknoten drucken, bis den Ausländern die Ohren wackeln (SP-Bodenmann in der NZZ).

      Wären die Genossen klug, so würden sie fordern, dass die SNB 600 Milliarden in der Schweiz investiert, um die Schweizer Wirtschaft anzukurbeln.

      mfG

    • @Lollipop

      Sorry

      SP versteht nicht Nichts von Wirtschaft, aber leider nicht sehr viel.

      Bezüglich SNB machen die einen groben Denkfehler: „Geld aus dem Nichts“

      Dieses Märchen bitte vergessen jetzt liebe Genossen.

      mfG

  32. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    danke für diesen sehr guten Artikel. Weil in den vergangenen 110 Jahren des Bestehens der Schweizerischen Nationalbank noch nie etwas derart Schlimmes geschehen ist, wiegt man sich möglicherweise in falscher Sicherheit, übt sich in Selbstüberschätzung und glaubt, mit Stützungskäufen massgebliche positive Veränderungen erzielen zu können. Zu wenige Leute schauen sich wie Sie die Fundamentals an, sondern denken auf eine unschuldige Art und Weise, mit der künstlichen Schwächung des Frankens etwas Gutes zu tun. Die SNB lässt sich meines Erachtens viel zu stark emotional statt rational leiten. Sie ist in der Welt und mit den anderen Banken bestens vernetzt, hat beste Beziehungen–das könnte sie fehlleiten; doch die tiefen wirtschaftlichen Zusammenhänge knallhart abzuwägen, interessiert sie dabei eher weniger.

    Hoffen wir nur, dass in der nächsten Zeit von der EU-Seite her eine Art Warnschuss kommt, welcher die SNB zu einem rechtzeitigen Umdenken bewegt. Ich denke nicht, dass sie aus einem Gefühl der Unfehlbarkeit heraus agiert. Sie kann ihre Meinung durchaus schnell ändern.

    Mit freundlichen Grüssen,

    A. Fritsche

    • @A. Fritsche

      Sher geehrter Herr Fritsche

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Ja es ist so, dass die SNB uns da eine ganz schlimme Suppe eingebrockt hat. Mir ist immer noch nicht klar, wie wir da wieder herauskommen. Die masslosen Devisenbestände der SNB sind da und die SNB kauft zu anstatt abzubauen.

      Dass die EU die SNB zur Vernunft bringt, denke ich hingegen nicht. Mario Draghi meint auch, die EZB schaffe bei Geldschöpfung Vermögen anstatt Schulden und bläht ihre Bilanz masslos aus – allerdings nicht so irrwitzig wie unsere SNB.

      Freundiche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Günther

      Ich weiss nicht.

      Ich denke, dass die Partei diesbezüglich gespalten sein könnte, da einige SVPler als Unternehmer vom Mindestkurs möglicherweise profitiert haben.

      mfG