Frauen, Ferrari, Feste: Collardi weg, Bär down

Sonnenkönig schafft Coup mit Abgang zur Pictet – Hinterlässt Chaos ohne Nachfolger, IT, Compliance – Komplize übernimmt.

Boris Collardis Karriereplan geht auf. Mit 43 wird der Chef der Zürcher Julius Bär neuer Partner bei der Genfer Pictet. Dort könnte er bald allein das weltweite Privat Banking verantworten.

Umgekehrt liegt Collardis Julius Bär am Boden. Die Bank hat keine starken internen Nachfolger, ihre neue Informatik ist Flickwerk, das grosse Compliance-Programm massiv in Verzug.

Collardi kümmert das nicht mehr. Sein Timing ist goldig. Er geht auf dem Höchst: Die Bär-Aktie hat seit Januar um einen Viertel zugelegt, der Freitag-Kurs von über 60 Franken ist eindrücklich.

Längerfristig sieht die Bilanz von Collardis CEO-Zeit weniger gut aus. Doch das weiss der scheidende Bär-Chef geschickt zu verdecken.

Der Trick ist ein Window-Dressing vom Feinsten. Collardi schaffte es zuletzt, die Bär-Bank als Neugeld-Magnet darzustellen. Die verwalteten Assets schossen auf 400 Milliarden hoch.

Hinter der glänzenden Fassade öffnen sich Abgründe. Collardi hinterlässt eine Bank, die nicht einbricht, weil es sich um eine Privatbank handelt, bei der aber nichts fertig gebaut ist.

Das ist der wahre Befund nach 9 Jahren Collardi an der Bär-Spitze: Bei den Kunden und Vermögen hat sich die Bank verdoppelt, bei den Baustellen vervielfacht.

Eindrücklich zeigt sich das Problem der Bär-Bank als Krisengebilde bei Collardis Nachfolger. Der heisst Bernhard Hodler, ein 58jähriger, der seit 20 Jahren bei der Bank ist.

Und für Aussenstehende immer noch ein No-name ist. Bernie Who?, fragen sich die Beobachter. Niemand kennt ihn, niemand nahm von ihm Notiz.

Das war ganz nach Collardis Geschmack. Der Mann, der als Jungspund vom IT-Supporter der CS in Singapur zum CEO der grössten Schweizer Privatbank hochgeschossen war, mochte keine Nebenbuhler.

Me, myself and I. Und ein Abgang mit Überraschungs-Knaller, mit viel Profit für sich selbst als Pictet-Partner und einer ungewissen Zukunft für die Julius Bär.

Der Weg zum privaten Glück von Boris und der Misere seiner Bank Bär zeichnete sich letzten Sommer ab. Damals stach Collardi dem einzigen ernsthaften Widersacher das Messer in den Rücken.

Barend Fruithof war kurz zuvor von der CS zur Bär gestossen. Laut einem langjährigen Bär-Manager war Fruithof jener Manager, der Collardi hätte ablösen sollen.

So der Plan von Daniel Sauter, dem Präsidenten des Verwaltungsrats der Bank Bär. Sauter habe Fruithof als Schweiz-Chef in der Bär installiert, um bereit zu sein bei Collardis Abgang.

Dieser hatte sich damals bereits abgezeichnet. In den Medien wurde über Collardis Wechsel zur anderen grossen Genfer Privatbank spekuliert, der Lombard Odier.

Ebenfalls hatte sich Collardi letztes Jahr für das Präsidium der Bankiervereinigung ins Spiel gebracht. Beides klappte nicht.

Klar war aber, dass Collardi bei der Bär Richtung Exit lief. Da war für Präsident Sauter wichtig, einen starken Ersatz bereitzuhaben.

Mit Fruithof ging der Schuss daneben. Der Neue wollte zu viel aufs Mal und brachte die gestandenen Bär-Kundenberater mit den vielen Assets gegen sich auf.

Im Juli letztes Jahr war Schluss. Collardi schoss Fruithof ab. Und Präsident Sauter stand mit leeren Händen da.

Collardi hingegen war happy. Alles lief für ihn. Nun würde er wieder ganz allein bestimmen, wann es für ihn Zeit wäre zum Gehen.

Intern scharte Collardi nach dem Rausschmiss von Fruithof noch mehr Ja-Sager um sich. Den Bereich Schweiz übernahm mit Gian Rossi ein Weggefährte von Collardi, der nie aufbegehrte.

Einzig Yves Robert-Charrue wurde noch eigener Wille und genügend Können attestiert, um als CEO von Collardi zu übernehmen und die Bank in die Zukunft zu führen.

Der VR unter Präsident Sauter hat sich nun aber anders entschieden. Statt Robert-Charrue, der eine neue Generation verkörpert, setzt das Obergremium auf Bernhard Hodler, ein Ja-Sager seit 2 Jahrzehnten.

Hodler war lange für die Risiken zuständig und hatte auch die Kreditvergabe unter sich. Bei den Risiken sticht die Julius Bär heute hervor: Fifa, Petrobras, Stoffel, Vincenz-Affäre, you name it. Überall ist Bär vorne dabei.

Bei den Krediten sorgten jene für CEO Collardi für Gesprächsstoff. Collardi konnte sich mit einer zweistelligen Millionen-Hypo der eigenen Bank zwei Rendite-Liegenschaften im Zürcher Kreis 4 unter den Nagel reissen.

Hodler nickte, auch sonst opponierte keiner in der Bär-Hierarchie. Mit Collardi legte man sich nicht an.

Man diente ihm.

Daran änderten auch die sich häufenden Stories aus dem Privatleben nichts. Collardi hatte plötzlich Affären innerhalb der Bank Bär. Mit seiner Frau, mit der er kurz zuvor ein Mädchen adoptierte, kam es zur Scheidung.

Banker mit Pausbäckchen und Trophy-Frau: Boris, Ex Cherin.

Collardis Laune tat dies keinen Abbruch. Der Bär-Chef kurvte weiterhin im Ferrari durch die Hügel von Schindellegi, wo er sein steuergünstiges Zuhause hat.

Leisten kann er sich sowohl die teure Scheidung als auch ein pralles Luxus-Leben. In seiner Zeit von 2009 bis heute zahlten die Bär-Aktionäre ihrem CEO über 50 Millionen.

Im Gegenzug erhielten die Eigentümer eine Finanz-Aktie, die nach oben zeigte. Nun wird sich zeigen, ob die Geschichte auch für sie aufgehen wird oder ob der eine oder andere „Sprengsatz“ bald hochgehen wird.

Am schnellsten könnten sich Abgänge von Bär-Beratern mit viel Kundenvermögen rächen. Naheliegende Adresse dieser Private-Banker wäre … die Genfer Pictet.

Es war Collardi, der stets seine schützende Hand über die Senior-Berater gehalten hatte. Jener, der den umstrittenen Remo Stoffel betreut, konnte bei Collardi einst seinen Bonus erhöhen. Mit diesem war er nicht zufrieden – da half Boris aus.

So funktionierte die Julius Bär unter dem grossen Boris Francesco Jean Collardi. Er allein bestimmte, er allein machte den Ausschlag. Alles und alle drehten sich um den jungen CEO.

Nun ist er weg. Im Ferrari, auf nach Genf.

Kommentare

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  1. Man staunt immer wieder, welchen „Persönlichkeiten“ die Oligarchen dieser Welt ihre geraubten Dukaten anvertrauen.
    „gleich mit gleich“….
    Noch dümmer ist nur das Stimmvieh, welches sich am Nasenring dieser Typen vorführen lässt.

  2. Cleverer Bursche!!!!!! Schnelle Autos leicht Frauen und vieles mehr.
    Abzocker nummer 1 in der Schweiz, die Amerikaner werden in der nächsten Zeit den Burschen in den Sack nehmen.
    So sind leider viele Schweizer Führungskräfte, ops!! ja so ist es.
    Die haben alle OFFSHORE-KONTOS……Prost

  3. Das Kaninchen wird erst noch aus dem Hut gezaubert werden meine Lieben! Schon mal darüber nachgedacht, dass der B.C. nichts ohne Plan und Grund macht? Sonst wäre der ja nicht so weit gekommen.

    Geht Knall auf Fall ohne Vorwarnung, davor noch kurz einen harmlosen Nachfolger als Zwischenlösung installiert, wird TEILHABER bei Pictet auf harmloser Position. Soso. Die Gelder, die er mit mitziehenden Beratern noch abzügeln möge, geschenkt!

    Es geht eher so:
    Pictet bereitet Börsengang vor, Collardi schmückt die Braut aus dem Hintergrund, ende 2018 grosse Ankündigung in Genf, dass man public geht und der Boris CEO wird. Dann tatarata hat man Kapital und geht auf Einkaufstour. Nur diesmal nicht als Angestellter, sondern als TEILHABER der nochmals Hoch3 abcasht. Und dann kommt das Hasi aus dem Hütle und der Collardi übernimmt die mitlerweile etwas rückläufige und Zukunft suchende Bär…

  4. Ich frage mich ob die BJB Mitarbeiter wissen, woher die Erträge aus ihrem Handesfloor stammen.
    Gut möglich das der abrupte Abgang von BC damit zu tun hat, dass der FINMA und der Eidgenössischen Steuerverwaltung der Kragen geplatzt ist.

  5. sich kein Verlust für die BJB wie diese es schreiben….. Die BJB ist ausser Rand und Band vor allem was das Compliance anbelangt und im Allgemeinen grössenwahnsinnig … Unter dem Grössenwahn von Herrn Collardi leiden vor allem die einfachen Mitarbeiter. Er selber wird sich wohl mit einem super Abfindungsbonus vertrösten. Schlamassel sind u.a. FIFA, ML-Übernahme, Lava Jato etc

  6. Optisch für Pictet ein schöner Schachzug. Man fragt sich allerdings, wie das im Partner Gremium funktionieren soll. Co Head mit R. Best, aha. Vielleicht ist Collardi etwas müde geworden nach seinem Effort bei Bär und geht deshalb bei Pictet in die Erholungskur. Oder aber, in Genf wird demnächst der Baum durchgeschüttelt, damit das angefaulte Obst runterfällt. Leider werden wir als Leser von IP fortan in Sachen Collardi den Überblick verlieren, da die Tentakeln von LH nicht bis an den Genfersee reichen. Dann also mal au revoir und bonne chance, Boris.

  7. Habe bis heute immer geglaubt, die Bank Pictet sei gut geführt. Mit Collardi als Partner bin ich mir nicht mehr so sicher. Geld verprassen und den Kunden abzocken wird wohl die neue Masche bei Pictet. Schade um das Traditionshaus mit hoch motivierten Mitarbeitern und einem bis jetzt makellosen Ruf. Pictet hätte Besseres verdient.

    • @Onys so makellos ist der Ruf dann doch nicht. Immerhin gehört Pictet zur feinen, kleinen Gruppe der Kategorie 1 Banken im Disput mit den Amerikanern. Sie pflegen einfach ihr Image erfolgreicher als andere.

    • @ Onys Woher haben Sie die Illusion des makellosen Rufs?

      Man ist an der Genfer Avenue des Acacias lediglich super gut vernetzt und beherrscht das Pianospiel der Publizität, was auch nicht ganz wenig kosten dürfte. Aber das Geld ist gut investiert!

      Die kostspieligen mehrmals im Monat erscheinenden Inserate, meist ganzseitig, beispielsweise im Wallstreet Journal oder in den Financial Times, stopfen deren Editoren den Mund. Man wird sich dort 100 mal überlegen, ob man dem Publikum Fakten auftischen soll, die den potenten Dauerinserenten in Genf verärgern und schliesslich vertreiben könnten. Decouvrierende Leserzuschriften landen gewöhnlich im Papierkorb.

      Pictet ist bis ganz oben bestens vernetzt. In Washington war man vor einiger Zeit einigermassen erstaunt, dass sich der dortige Schweizer Botschafter für die Genfer Banquiers aufs glitschige Glatteis der US Gerichte begab, um für die feinen Herren die heissen Kartoffeln aus dem Feuer zu holen.

      Abzocken der Kunden, muss Collardi den Genfer Banquiers sicher nicht erst beibringen! Sie sind gestandene Routiniers!
      Vielleicht kann er dort sogar noch einiges, an ganz besonderer Raffinesse, dazu lernen.

    • Pictet… Gehen die immer noch mit der halben Belegschaft ins Skiweekend nach Zermatt, und alles ist bezahlt?

  8. Zu Pictet passt Collardi bestens ! Viel Lärm um Nichts !

    Grosse Show mit calvinistischer Tradition und angeblicher Super Seriosität. Man streut potentiellen Kunden feinen Sand in die Augen. Anscheinend funktioniert’s. Man sponsert Theater,
    Oper und Calvins Kirche etc. und sitzt in allen Gremien der Rhone-Stadt. Nicht ganz un-eigennützig! So geniesst man Vertrauensvorschuss und eine gewisse Narrenfreiheit bei relevanten Institutionen, aber nicht unbedingt bei Szenenkennern !

    Geprellte Italiener und andere Ausländer werden auch unter Collardi kaum zurück kommen. Pictet investiert ein Vermögen in internationales „Window Dressing“ in der Financial Times und der süffigen Glanzpapier Glamour Presse rund um die Welt. Dazu dürfte Collardis Ferrari vielleicht passen, gleich neben Prada, Armani, Bulgari, LVMH und Wempe.

  9. 😀 endlich wieder mal ein Tag, wo sich alle Verlierer im Bankgeschäft zu Wort melden dürfen. Allerdings haben die meisten hier einfach keine Ahnung.
    BC hat einen grossartigen Job gemacht bei JB. Selbstverständlich, und auch zu Recht, hat er dabei auch anständig verdient. Was sind den 50 Mio für 13 Jahre harte Arbeit, davon fast 10 als CEO, verglichen mit den Salären bei den beiden Grossbanken oder US-amerikanischen Banken? Eine schweizerische marktgerechte durchschnittliche Entlöhnung. Niemand muss sich dabei aufregen.
    Sein Privatleben geht uns alle einen Scheissdreck an. Es hat uns egal zu sein, ob er einige Ferraris oder einige Freundinnen hat.
    Der neue CEO Bernhard Hodler wird ebenfalls einen sehr guten Job machen, einfach anders als Boris. BH hat ein sehr bodenständiges und bescheidenes Auftreten ohne alle „Starallüren“. Und er versteht was von Risiken, was kein schlechtes Asset ist in diesem Job und vor allem im heutigen regulatorischen Umfeld. Also: was soll die Aufregung? Alles ist ok und normal. Es ist nur ein Jobwechsel.

  10. Ist eigentlich ziemlich egal das er geht, der jb wird das nicht viel ausmachen. Es ist aber ziemlich kritisch wenn sie als nachfolger ausgewaelt haben. Jemand ohne fuehrungs erfahrung denn niemand kennt kann eine solche bank nicht gut leiten. Ich hoffe der offiziele CEO wird nicht Hodler sondern jemand der denn druck schon kennt und damit gut auskommt. Denke an denn momentanen CFO, Enkelmann.

  11. Beim Schürzenjäger in Bern sind wohl die Relationen ein bisschen durcheinander:

    Der „grosse Fisch“ BC wird scheinbar diskret auf eine 7monatige Reise (via Bern?) nach Genf geschickt, wo er möglicherweise nie ankommt mit seinen interessanten Kunden (1MDB, Fifa, Stoffel, PV etc.)

    A. Waespi und Hans Ziegler hingegen wurden lautstark pressewirksam verurteilt wegen Bagatellen.

    (Auch die grossen CS-Thunfische stinken munter seit 2 Jahren in Bern vor sich hin.)

    • Jöööö, gut aufgepasst und ab und zu etwas rausgeschrieben aus IP, damit Du ja nichts vergisst? Ziegler gehört bestraft! Der St. Sanierer der halben Schweiz! Wie dumm muss er denn sein, nur den feien Anruch von Selbstbegünstigung aufkommen zu lassen? Und ihn wirfst Du in den gleichen Topf mit Collardi?
      Und dann ein Versuch mit geistiger Ueberlegenheit mit Link von CS und Thunfisch? Und die Bezeichnung Schürzenjäger? Was hat alles mit allem zu tun? Du bist der oberfrustrierte Verlierer! Das ist, was hängen bleibt!

  12. Konkurrenz Verbot oder Sperre zum Uebertritt von mindestens zwei Jahren zu direkten Mitbewerbern offensichtlich kein Thema auf Stufe VR der Julius Bär. Collardi wird mit seinem Wechsel zu Pictet Milliarden von Kundengeldern „mitnehmen“…Beispiele dafür gibt es zuhauf.

  13. Trophy – Frau: etwa gleich alt, best ausgebildet, in gleicher Branche. Etwas komische Definition von LH. Eben vielleicht sind sie eben deshalb nicht mehr Mann und Frau!

    • Wenn man die Biografie von BC so oberflächlich anschaut, könnte man gar meinen, er habe seinen Erfolg dem Einfluss seiner Ex-Frau zu verdanken. Dann wird sich jetzt ja zeigen, wie nachhaltig dieser Einfluss ist, oder ob er an neuer Wirkungsstätte ohne sie abstürzt.

  14. Kein Mitarbeiter geschweige ein Kunde vermisst irgend welche CEO’s der Finanzindustrie. Die obersten 10 % der Banken leben wie die Maden im Speck und leisten keinen Franken an Wertschöpfung; gesponsort wird die Hirarchie mit Einkommen ab 500 000 indem die Frontleute ihre billigen Leibknechte sind und Kundedepots mit Strukies und Derivative anspitzen müssen, damit die Löhne von Collardi, Varnhold usw finanziert werden. Die Zufriedenheit der Kunden ist sekundär, die Performance der zentralisierten verwalteten Vermögen ist auch als sehr mässig einzustufen.

  15. Hört doch auf mit dem Collardi-Bashing. Er hat den Aktienkurs von Julius Baer in seiner Amtszeit fast verdoppelt.

    Daran können sich andere ein Beispiel nehmen, insbesondere CS (Aktienkurs halbiert) und UBS (Aktienkurs hat sich nie richtig erholt seit dem Beinahekollaps).

    Alle drei operieren im gleichen Private Banking-Markt !

    • Und was genau hat der Aktienkurs mit der *WAHREN* Performance zu tun?

      Glauben Sie tatsächlich an die „efficient market hypothesis“?

      Das tun doch mittlerweile nicht einmal mehr die Akademiker – zumindest die schläueren.

      Merke:
      In theory, there is no difference between practice and theory. But in practice, there is!

    • Sehe ich auch so.

      Etwas merkwürdig ist der Abgang per sofort aber schon. Die Bank hätte mit Robert-Charrue auch gleich den definitiven Nachfolger präsentieren können.

  16. Das gute Ende für Zürich: das eigenwillige Trampelkind mit einer pathologischen Egostörung ist fort und weg. Und auch in dieser causa: selber Schuld die Aktionäre. Wann begreifen diese endlich, dass sie zwischen Show und seriösen Taten unterscheiden sollen? Leichtgläubig hängen diese immer noch an den Lippen der CEO’s und horchen gespannt was diese von sich geben.
    Wohlverstanden, es ist nun wirklich bekannt, dass insbesondere die Banken viel an Seriosität und Vertrauen eingebüsst haben – selbstverschuldet. Dies betrifft nicht die grosse Masse der MA’s welche täglich ihren Job machen. Diese haben auch die Möglichkeit des „legalisierten Diebstahls“ nicht…

  17. Kenne Bernhard Hodler nicht. Aber die Beförderung eines 58-Jährigen zum CEO deutet daraufhin, dass sich der VR unter Zugzwang eine Übergangslösung installiert hat, den man bei Gelegenheit sozialverträglich entsorgen – will heissen, frühpensionieren – kann.

    Und zu Barend Fruithof kann ich nur sagen: Ein grosses Ego allein reicht für einen solchen Job (eigentlich) nicht.

  18. Dass der Chief Risk übernimmt, spricht Bände. Aufräumen heisst wohl das Hauptziel. Danach ist der Weg frei für eine neue Ära unter einer moralisch und ethisch einwandfreien Führung.

    • Ich finde das sehr gut. Es kommt eine grosse Krise auf uns zu. Risiko Management wird in der Zukunft extrem wichtig sein !

  19. Herr Lässig sollte mal den Ausdruck „ad interim“ nachschlagen. Bernhard Hodler ist nur eine Übergangslösung, bis ein Nachfolger gefunden ist. Die Pressemitteilung von JB ist ja nun wirklich in einfachem Deutsch verfasst.

  20. Ganz offensichtlicher Fall von „Du gehst oder du und die Bank haben Straf- und/oder Enforcementverfahren am Hals“.

    Das Pictet-Theater ist ein reine Face-safer story. Mitte 2018 wird nichts passieren und gegen Ende 2018 werden sich dann ein paar Leute fragen, ja, wollte der Boris eigentlich nicht mal zur Pictet? Ein paar Monate später wird es alsdann unter ferner liefen eine Newsmeldung geben, dass die Pictet und der Boris sich nicht „auf die Anstellungsbedingungen“ einigen konnten und es daher zu keiner Zusammenarbeit kommt.

    So oder so: Pictet? Cmon. Das ist ja wie wenn der Sergio die UBS verlassen würde, um CEO der Bank Cler zu werden. Man trennt sich ja nicht übers Wochenende von einem CEO, weil er einen AAA-Job gemacht hat, sondern weil es brennt unter dem Dach.

    Der Boris wird’s jetzt ganz einfach wie der Hildebrand machen: Er wird versuchen, Francoise Bettencourt (oder ähnlich) zu heiraten, damit er sich mittels seiner self-induced smartness sagen kann, dass er noch ein kleines bisschen relevant ist in seinem Leben. Und vor allem, damit er für Geld nicht mehr arbeiten muss. Genau so wie seit dem Tag, als er damals vor langer Zeit den Alex Widmer kennengelernt hat. Get rich AND die trying.

    • Cmon, Ray (ist Dalio Dein Vorbild?). Halt ein ganz Grosser …
      Anstelle Face-safing (das kriegst Du mit Selfies hin) better shut it!
      Und vergiss Deine Anglizismen!

    • Schöne Analyse, gefällt mir.

      Wahrscheinlich wird die Geschichte von BC genauso enden wie die von PV.
      Im Moment hat die FINMA keine freien Ressourcen wegen PV, aber wenn dieses Kapitel abgeschlossen ist beginnt eine neue Untersuchung bei Bär und BC.

      Wie auch immer, mit seinem Weggang von Bär ist der erste Schritt in Richtung Enforcement getan.

    • Erinnert z.B. an den seinerzeitigen diskreten Rücktritt des Chefs IB und GL-Mitglieds bei Vontobel, zunächst angeblich wegen «gesundheitlicher Probleme», dann angeblich wegen einer «privaten Steuersache».

      Jahre später wurde (mit dem Münchner Prozess gegen Uli Hoeness) aufgrund der UBG der wahre Grund ersichtlich. Und die Finma kooperierte wunderbar im Interesse der CH-Bank und der Amigos. Alles konnte (bisher) unter dem Deckel gehalten werden, um den «makellosen Ruf des CH-Finanzplatzes» zu wahren ….
      (Ironie off)

    • Man trennt sich ja nicht übers Wochenende von einem CEO, weil er einen AAA-Job gemacht hat, sondern weil es brennt unter dem Dach.

      …..und das tut es noch an anderen Orten in dieser Branche!

  21. Der Abgang gleich mehr demjenigen eines „Bachelors“ von 3+ als eines Banken-CEOs.

    Nicht gerade vertrauendsfördernd.

    Oder er wird von jemandem gejagt. Finma?

  22. …und jetzt wird der bis heute von Bär mit „Goldmengen“ jenseits jeglicher Vernunft überschüttete Boris dann gnadenlos Berater und Kundenvermögen von der Bär zur Pictet klauen. – Soviel zum Thema Loyalität zum Arbeitgeber bzw. „SinnlosCEOvergolder“. Korrupt, aber nur in der echten Korruption würde solcher Verrat (schmerzhafte) Konsequenzen haben. – Von den kleinen Mitarbeitern Loyalität einfordern, aber selber die grösste D.. sein?! – Tolle, verkehrte Welt!

  23. Der „Frauen&Ferrari-Collardi“ passt eigentlich garnicht zum diskreten Sauber-Image von Pictet! Aber wenn‘s ums Geld geht, dann kennt auch Pictet keine Scham mehr, man erhofft sich doch nur dass Collardi ein paar Dutzend Millarden und ein paar Leute aus der Bär Führungscrew zu Pictet rüberzieht. Money rules! Welch ein Armutszeugnis für Pictet..

  24. Mit seinem anspruchsvollen Ziel in der IT ohne zwingende Notwendigkeit einen riesigen Wandel zu vollziehen, hat er sich voll in die Nesseln gesetzt. Es gibt einfach kein Softwarepaket, die das geleistet hätte, was man wollte. Trotzdem hatte er sich dazu immer wieder weit aus dem Fenster gelehnt. Das ist in meinen Augen die Notbremse, um aus dieser Zwickmühle zu entkommen. Und der Aktienkurs ist gerade auch nicht schlecht, so das die Abfindung diese Niederlage wohl ziemlich wett machen dürfte.

  25. Collardi: Boris

    Es ist doch nichts als schick;
    deshalb geht er nun zu Pick!
    Zurich wird ihn nicht vermissen:
    weil er hat in Genf angebissen?

    Ist doch besser als Berufsverbot;
    Collardi isst mal anderes Brot !
    Die Finma-Spuren bleiben zwar;
    nur dies krümmt doch kein Haar?

    Fazit dieser neuesten Geschicht:
    Der Letzte löscht dann das Licht,
    Zu vieles bleibt für immer dunkel;
    was kümmert Boris das Gemunkel!

  26. Der Abgang von BC ist für BJB ganz sicher ein Verlust, für Pictet ein Gewinn. Man kann es drehen und wenden wie man will: BC hat aus einer verschlafenen Bank einen richtigen „Player“ im Private Banking gemacht. Die Zahlen, insbesondere in Asien, sprechen für sich. Nur wenige glaubten an ihn, als er CEO wurde – er hat aber, im Gegensatz zu anderen CEOs, geliefert!

  27. Niemand wird ihn vermissen. Aber dann kommt ein neuer Johnny, der das Rad zum 1000 Mal neu erfindet und nach 3 bis 5 Jahren ist auch dieser wieder weg. So läuft es in der Bankenwelt. No commitment. Nur kurzfristige Abzocke.

    • „No commitment. Nur kurzfristige Abzocke.“
      Genau so läuft es in diesem Gewerbe der Selbstdarsteller.

      Unsere Lehre aus solchen Vorgaben: Investitionen in Finanzaktien sind ein klarer „no go“. Wir mästen doch nicht diese Wichtigtuer GmbH.

  28. Ich stell da mal eine Hypothese zur Diskussion, nämlich, dass die Schweiz wirtschaftlich ihre Grosse Zeit gleich nach der Gründung des Bundesstaates 1848 hatte, diese bis ca. 1930 andauerte, danach war Flaute und man lebte von der Substanz. Das klappte, weil nach 1945 die Schweiz unbeschädigt war, während anderswo in der Welt die Wirtschaft am Boden lag und wieder aufgebaut werden musste, was einen Boom auslöste, von dem auch die Schweizer Wirtschaft profitierte.
    Seit 1945 haben wir also vor allem Manager, welche das vorhandene managen, aber keine Unternehmer sind. Kurz, es wird das vorhandene Substrat verbraucht und gemolken, bis nichts mehr da ist, aber Neues geschaffen wird nicht.
    Collardi und Bär scheinen mir ein Beleg für diese Hypothese zu sein.

    • Das ist so nicht richtig:

      https://www.avenir-suisse.ch/files/2013/09/bip_wachstum_600.jpg

      Entsprechend auch die hohe Börsenbewertung sowie Konzentration internationaler Spitzenunternehmen trotz geringer Einwohnerzahl:

      https://www.fuw.ch/wp-content/uploads/2017/04/tab_sxx_smi_mg1.jpg

      Für die Branche „Swiss Banking“ allein mag die Aussage für die letzten 10 Jahre richtig sein, da man sich zu lange auf die wegen dem Bankkundengeheimnis möglichen hohen Erträge verlassen hatte und deshalb heute in großen Teilen nicht mehr zukunftsfähig ist.

      Zuvor war „Swiss Banking“ seit Jahrzehnten hochrentable Wachstumsbranche. Deshalb auch die einstmals hohe Anzahl von Privatbanken, da Skalenerträge damals nicht so bedeutend waren:

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42929264.html

    • @Olivier Fehr: Und wozu sind die Aktionäre überhaupt vorhanden? Nach Ihrer Darstellung hat Herr Collardi nicht Mehrwert für die Bank geschaffen, sondern sich selbst bedient. Und die Verantwortung der Revisionsstelle berücksichten wir für einmal auch nicht. Ist es tatsächlich so einfach?

    • Fundierter Kommentar, jedoch war Colardi beim Bär nicht nur Verwalter, die Zahl der Angestellten stieg von 1000 auf über 5000, die internationale Präsenz wurde massiv ausgedehnt, die Bären stehen besser da als je zuvor. Ergo darf man ihm schon den Manager und Macher attestieren.

    • Lieber Hr. Fehr
      Ihre Hypothese muss ich widerlegen.
      Sie denken ein wenig zu kurz, oder Sie sprechen NUR die Banken an:
      – Die Pilatus-Werke bauen in Stans Flugzeuge und haben sogar einen Businessjet entwickelt – aus eigenen Mitteln
      – Die Stadler-Rail Bussnang baut Verkehrssysteme und verkauft diese weltweit
      – Nestle als ein globaler Player wächst weiter und fertigt zB Nespresso-Kapseln in der Schweiz
      – SWATCH fertigt Uhren in der Schweiz und verkauft diese weltweit
      – Die Baubranche boomt seit vielen Jahren
      – etc. etc. etc.
      Sehr viele Manager sind HERVORRAGENDE Unternehmer. Bankenbranche ausgenommen.
      5 Mio Arbeitsplätze schaffen täglich Wohlstand.

    • Bitte mal nachdenken:
      Der Schweiz ging es gut, weil Gelder ins Land flossen und die Auslandsverschuldung gegen Null ging.
      Dann kam die Aufnahme in den IWF, der Abtransport der Goldreserven und die Auslandsverschuldung.
      Letztendlich war der Finanzkrieg der VSA gegen die Schweiz nur eine konsequente Fortführung der Auflösung als sicherer Hafen für die Weltfinanz.

      Fraglich nur, warum der BIZ immer noch in Basel sitzt. Oder gehört der gar nicht zur Schweiz? Man hört da ja was in der Art.

      Was jetzt gerade läuft ist halt ein Aufdecken der Helfershelfer und Profiteure. Würde die Schweiz weiter als sicherer Hafen genutzt, würde das alles noch weiter Jahrzehnte so laufen.

    • Du meine Güte. Was für eine „Hypothese“! Da wird ein Zusammenhang mit dem 20. Jahrhundert hergestellt! Inzwischen sind schon fast mehr als drei GENERATIONEN vergangen und Sie postulieren, dass der Managertypus immer noch derselbe ist. Anhand zwei kleiner Sesselheinis! Sie sind auch nur frustriert, weil Sie im Geschichtsunterricht nur knapp genügend gewesen sind und deswegen ihren Geschichtslehrer abgrundtief verachteten. Aber „who cares?“, wenn man seine selbstgebastelten Hypothesen heutzutage im liberalen Internet verbreiten und so sein Selbstwertgefühl aufpolieren kann. Natürlich ist diese Idee nur ein Nachgeplapper von Herrn Stöhlker, der aber auch in JEDEM seiner jammernden Artikel den Abgesang der Schweiz hochbeschwört. Es werden sich also ein paar Schnarchnasen finden, die den Hirnerguss lesen, weil sie keine Lust haben am Montag zu arbeiten und deswegen auf IP rumhängen wie ungebildete Jugendliche an einem Samstagabend am Provinzbahnhof.
      Und natürlich werden die Leute zustimmen und applaudieren: „Ja, das stimmt. Scho trurig“ – Schon ist das Ego wieder gestärkt und die fiesen Noten vom Geschichtslehrer vergessen – für zumindest ein paar Tage, bis wieder die Alpträume über die Schulzeit anfangen. Aber hey, darunter leider wir alle doch. Ich habe im Mathematikunterricht mal so stark geschnäuzt, dass der Lehrerin die Formeln weggeblasen sind. Ui, da war sie hässig. Seit dem darf ich nicht näher als zehn Meter zu einer mathematischen Formel ran. Klingt einfach, ist es aber nicht. Ich durfte deswegen einmal nicht nach Bali. Voll bekackt, ich wollte dort das Abfallproblem ein bisschen verschärfen. Aber die haben ja jetzt andere Probleme, mit diesem Agung. Diese Ascheschicht ist schon übel, hoffentlich wird diese nicht zu uns gewindet, denn meine Katze hat eine Stauballergie.
      Aaaanyway, ich glaube ich bin abgeschweift. Olivier, wir haben alle unter unsere Schulzeit zu leiden. Wir müssen einfach ein gutes Ventil finden, um damit umzugehen: Sei dies auf IP Hypothesen aufstellen oder einer Katze die Stauballergie austreiben.
      Und vergesst nicht: JA zur Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar – Ueli zählt auf euch!

    • @Lucy. Weil eine solche Aussage absoluter Schwachsinn ist. Daher geht er aus den FINMA Fitichen, nach Genf? Ist dort die AMF zuständig?

    • Vielleicht bleibt er ja auf dem Weg nach Genf in Bern hängen mit seinen Kunden (Fifa, 1MDB, R. Stoffel, PV etc. etc).

      Sieben Monate sind eine lange Zeit.

  29. Wow, was für ein Start in die Woche. Und jetzt gibts weltweit auch noch gratis Werbung für Pictet. Das nenne ich mal einen Coup. Bernhard Hodler , ja genau – wer? – wäre für Bär eher gefährlich. Es braucht einen „Sonnenkönig“ an der Spitze aber auch Fruithof wäre nicht der richtige gewesen. Er wäre ganz schnell abgehoben, wie ich ihn privat kenne. Jetzt könnten sie ja den Osi Grübel für den Übergang einstellen, wenn er noch etwas Energie hat.

  30. Gut für Boris, schade (schlecht) für JB.
    Ohne die Weitsicht und die courage von Collardi würde es die (unabhängige) Bär von heute gar nicht mehr geben.

    • Hahaaa. Courage, ja vielleicht. Zumindest die Courage sich in Grau- und Dunkelzonen zu bewegen. Aber Weitsicht? Höchstens für die eigene Karriere. Der Kurs der Bär steht weit oben, korrekt. Aber zu welchem Preis BC diesen erkauft hat, sehen die Anleger nicht.

    • @Sprechstunde

      Zum einen ganz einfach, sehen Sie sich mal die Liste der potentialen Skandale an, die auf die Bank zugekommen sind und noch zukommen könnten. BC war daran nicht unbeteilgt. Auch andere Glanzleistungen wie z.B. seine beharrliche Verweigerung Rücklagen für den Steuerstreit mit den USA zu bilden sprechen nicht gerade für ihn. Am allerwenigsten all die Zukäuft, die er getätigt hat. Vom GAM bis Merrill Lynch. Sie schreiben, er habe die Stellenzahl von Bär verfünffacht. Korrekt. Aber nur auf dem Papier. Denn mit jeder Akquise sind auch Hunderte Stellen gestrichen worden.

  31. Na denn, viel Spass, Pictet! Dieser Transfer wird Euch noch viel kosten.
    Und die Geschichte zu Fruithof: WTF hätte ihn, den dauergehypten Bluffer, zum Bär CEO prädestiniert?

  32. Es gibt auf der Welt zwei Arten,
    Karriere zu machen:
    Entweder durch eigene Strebsamkeit
    oder durch den Schwachsinn anderer.

    Jean de La Bruyère
    * 16. August 1645 † 10. Mai 1696

    • Wenn Sie mit Strebsamkeit Speichellecken und Ar…kriecherei meinen, haben Sie bei BC den Nagel voll auf den Kopf getroffen.

    • @Mike:

      Frage: Meinen Sie damit, es könnte im Fall von BC kein exklusives Oder („entweder – oder“) wie bei Jean de La Bruyère sein, sondern ein logisches Oder („entweder das eine oder das andere oder beides“)?

    • @A.K. Demiker
      Inklusives ODER. BC versteht sich bestens auf beides. Sonst wäre er nicht dorthin gekommen, wo er jetzt ist.