UBS lädt zur Luxusreise für Journalisten

Grossbank beglückt 8 Medien mit Schanghai-Trip zur Private-Banking-Konferenz – All inclusive – Zuvor Asienmedien in Zürich.

Die Nähe von Grossbanken und Massenmedien erreicht einen neuen Höhepunkt. Anfang Januar nimmt die UBS 8 wichtige Journalisten mit nach Schanghai, wo der Finanzmulti eine Grosskonferenz durchführt.

Der Ausflug wird zum Luxustrip für die Medienschaffenden. Die Konferenz ist nach 2 Tagen vorbei, doch die ganze Reise dauert fast eine Woche.

Alles auf Rechnung der Grossbank. Dort wird betont, dass die Journalisten Economy fliegen würden. Und viele andere Firmen würden ebenfalls solche Medienreisen durchführen.

Zudem habe man den Geladenen offeriert, die Kosten selbst zu tragen. Ein Medium habe das getan.

Mit von der Partie sind mehrere der grossen Zeitungen der Schweiz.

Aus dem Hause Ringier, wo soeben eine kritische Story zu diesem Blog erschien, sind dies Blick, Le Temps und die Handelszeitung.

Letztere gehört zu einem Joint venture von Ringier mit Axel Springer aus Deutschland.

Von Tamedia machen Bilan, Finanz und Wirtschaft und jemand von der grossen neuen Tamedia-Redaktion mit.

Schliesslich haben auch die Basler Zeitung und der Corriere del Ticino die Einladung der UBS angenommen.

Damit sind alle Teile des Alpenlandes vertreten. Von Genf bis Zürich und von Basel bis nach Lugano – die mediale Abdeckung ist vollkommen.

Die NZZ hingegen fehlt. Ausgerechnet das Finanzblatt zeigt sich resistent.

Who cares?, wirft die UBS ein. Wir wollen doch einzig den Journalisten bei ihrer schwierigen und wichtigen Arbeit helfen.

Die grossen Medien, die sich von der Bank verköstigen lassen, dürften ebenfalls wenig Problematisches bei der Liaison finden.

Eine Reise nach China – das tut doch nur unserer Berichterstattung gut.

So einfach ist das nicht. Dass eines der acht mitreisenden Medien kritisch über die UBS und ihre wichtige Offensive im Private Banking in Asien berichten wird, ist eher unwahrscheinlich.

Flüge, Luxushotel, China, Privatgespräche mit höchsten UBS-Managern, sämtliches bezahlt von der Bank.

Das führt eher dazu, dass die Artikel über die Nummer eins des Finanzplatzes in den kommenden Wochen vermutlich angenehm konstruktiv ausfallen werden.

Doch es geht noch weiter. Nach einer solch teuren Einladung wird es für die Journalisten generell schwieriger, in Zukunft hart mit der Bank ins Gericht zu gehen.

Irgendwie fühlt man sich verpflichtet – letztlich etwas gekauft.

Der Tages-Anzeiger widerspricht. Man habe eine interne Regelung für solche Pressereisen. Konkret fliege man am Samstag ab, komme in China am Sonntag Nachmittag an und fliege am Mittwoch gegen Abend von dort zurück.

Neben der Konferenz stehe der Besuch des UBS-Ablegers in Schanghai auf dem Programm. Es handle sich somit um eine reine Arbeits- und keine Plauschreise.

Die UBS spielt gezielt mit ihrer Macht und ihrem Geld. Letzten Herbst lud sie einige der einflussreichsten Medien aus Hong Kong und Singapur zu sich nach Zürich ein.

Für die Journalisten aus Fernost gab es Gratishotel in der City und Sightseeing in der Schweiz – gänzlich berappt vom helvetischen Finanzmulti.

Es ist eine subtilere Form der Einflussnahme. Sie folgt auf den Früchtekorb der Migros und die Plastikuhr der Swatch, wie anno dazumal an den Jahres-Pressekonferenzen in den 1990er Jahren.

Die Medien steuern? Aber doch nicht wir. So die UBS-Verantwortlichen.

Doch sie rufen ganz oben in der NZZ-Konzernleitung an, wenn ihnen eine Recherche nicht passt. Oder sie laden zur Luxusreise ins teure China ein.

Die wichtigen Medien spielen mit. Gleichzeitig beschwören sie bei jeder Gelegenheit ihren wiedererwachten Investigativ-Geist.

Kommentare

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  1. Dieser Artikel hat mich echt wütend gemacht: da zahle ich doch meine Abo-Gebühren und muss mich mit einer Publi-Reportage abspeisen lassen.
    Das ist doch zu viel!

    Also habe ich „meine“ Tageszeitung darauf angesprochen und um eine kurze Begründung gebeten.
    Und nun sieht die Angelegenheit mindestens in einem Fall halt völlig anders aus. Und nun zweifle ich aber an der Seriosität des IP-Artikels: dieser Artikel scheint ja in – für mich wesentlichen Punkten – falsch zu sein.

    Lieber Herr Hässig: also so geht’s nun auch nicht! Mit solchen inkorrekten Berichten leidet Ihre Glaubwürdigung und IP wird nur noch (aber immerhin) zur Gerüchteküche … gefährlich, gefährlich.

  2. Wenn ich von einem Kunden so eingeladen werde, habe ich und meistens auch der Kunde nachher ein internes Problem. Sind diese Banken und Medienhäuser nicht zertifiziert? Ist ja klar, die UBS ist der Kunde der Werbung bezahlt, damit die Medien schöne Berichte schreiben. Das Beispiel ist so dreist, es zeigt wie abgehoben diese Menschen sind.

  3. Als geladener Gast muss man einfach mal wieder sagen, wo blieb die Recherche LH? Die Konferenz ist 5 Tage, einige ’sub-conferences‘, zB Hedge Funds, sind nur 2 Tage davon. Eigentlich kann man das ganze relativ einfach im Internet finden auch wenn man keine Emaileinladung erhaelt: https://www.ubs.com/microsites/ib-conferences/apac/greater-china-conference-2018-investor/en/overview/2018-overview.html

    Wie kann man sie so ernst nehmen?

    Monday, 8 – Friday, 12 January 2018

    Pudong Shangri-La Hotel (gibt bessere…)
    33 Fu Cheng Road, Pudong
    Shanghai, China

  4. Einfach erschreckend und schockierend. Es ist doch nicht das gleiche, wenn ich als Zulieferer aus der Realindustrie meinen Kunden mit Ausflügen auf die Schweizer Berge und abends mit organisierten Prostituierten (er denkt er habe sie aufgerissen) gefügig mache. Medienunternehmen sollten sich solche Reisen nie zahlen lassen!!!!

  5. Um es mal festzuhalten das ist kein Problem der Banken sondern der Medien. Diese leben so im Bankenrausch, das sie nicht gemerkt haben das sie sich schon längst korrumpieren haben. Völlig korrumpiert vom Geld der Finanzwirtschaft filtert hier die Medienlanschaft Bankengeschäfte als unvermeindliche Begleiter der heutigen Zeit. Während jedem Normalbürger klar ist, das wir das Zentrum sind dass gewaschen wird, ist der Staat daran mit Mini – Verjährungsfrsten und Geringstrafen dieses Gewerbe zu fördern.

  6. Das ganze zeigt ja nur die elende Situation der Werbe Medien. Sie schwafeln ständig von einer unabhängigen Kraft, jedoch sind sie nichts anderes als Knechte der grössten Inserenten wie UBS, auch ohne bezahlte Vergnügungsreisen. Bei den Grossbanken kommt noch eine Spezialsituation hinzu, weil sie ja fast als einzige den Journis einen Job bieten bis zur Pensionierung.

  7. ist hier jemand HÄSSIG weil er nicht mitgehen durfte und keine Einladung bekam?! Inside Paradeplatz ist ja sooooo wertvoll und super unabhängig und objektiv.

    • Ich glaube bei den Grossbanken würde ein Pressemitarbeiter, der Herrn Hässig zur Teilnahme an einem solchen Event überreden könnte (oder zur Entgegennahme eines anderen „Geschenks“), gleich direkt vom CEO persönlich zum MD befördert…

  8. Wer bis dato noch nicht gewusst hat, dass Journalisten und noch mehr die Verwalter grösserer Pensionskassen regelmässig von Banken zu Pleasuretrips und „Skiweekends“, z.B. in St. Moritz in besten Hotels bei üppiger Verpflegung und abendlichen Trinkgelagen, mit ehemaligen Weltcupfahrern als Skilehrer oder exclusiven Städteflügen mit „supponierten Seminarien“ in exclusiven Hotels oder Resorts, ohne Kosten für die Teilnehmer, eingeladen werden, ist entweder blind oder schwerhörig. Es wird gesalbt bis zum geht nicht mehr!

    • Der Pensionskassensumpf ist der grösste der Schweiz. Null Leistung, null Risiko, aber fette Gewinne auf Kosten von jedem Angestellten. Jeder Affe könnte das gleiche. Dieser Korruptionssumpf muss endlich zerstört werden. Herr Hässig lassen Sie bitte nicht locker!

  9. Das ist genau der Grund, weshalb ich diese Blätter meide und nur die NZZ lese. Es gibt den Tatbestand der aktiven und passiven Bestechung. Beides ist verwerflich. Ich habe auch kein Konto bei der UBS.

    • Gratuliere, damit lesen Sie gerade die abhängigste und einseitigste Zeitung von allen. Provokativ gefragt; steht dort auch mal die Wahrheit drin? Stichwort Swissair Grounding

    • Ja aber Bitteeee!!! Die NZZ ist und schreibt völlig nach den Geldgebern der Finanzindustrie. Reine Schreibknechte. Einfach zum Erbrechen!!!!

  10. Geht ja ins gleiche Horn wie die versteckte Parteien- und Politikerfinanzierung durch Verbände und Grosskonzerne, insbesondere durch Banken. Wäre auch mal ein Fass mit stinkender Korruptionsbrühe das man öffnen sollte.

  11. Also das gibt es in allen Branchen. Autoindustrien laden überall hin in business class, luxus Hotels, kleine Ausflüge während den Reisen, Geschenke aller Arten und einiges mehr. Seit Jahren. Möchte fast sagen, das haben die Banken von den Industriellen gelernt.

    • Da haben Sie völlig recht. Früher haben wir als Zulieferer das auch mit den Kunden gemacht. Heute ist das mit zertifizierten Unternehmen nur noch in kleinem Rahmen möglich. Die UBS und andere Grosskonzerne zahlen über die Werbung und andere Kanäle die Medien. Also ist es besonders heikel, wenn sich die Medien (als Zulieferer) solche Vergnügungsreisen zahlen lassen. Stossend im Extrem, dass Ringier im Verwaltungsrat der Banken sitzt.

  12. Jeder der den Blick, die Handelszeitung oder die Bilanz liest, merkt das seit einiger Zeit wie in früheren Zeiten ein immenser Schutzschirm über die Banken aufgespannt wird. Das Wording geht immer in die positive Richtung, alles kritische wird heute versteckt, weggelassen oder wenn es nicht anders geht als Neidkultur abgetan. Bin sicher das nicht nur Verwaltungsratsmandate dahinterstecken sondern verborgene Handfeste Privatinteressen von der obersten Ringier Führung. Unbedingt weiter nachbohren Herr Hässig.

  13. Also in der Realindustrie (Auto, Mascinen, Elektro) funktioniert das heute so, dass man vor dem Besuch eines Werkes im Ausland vor dem Besuch abmacht, wer was zahlt. Üblich ist das der Kunde der uns besucht den Flug und das Hotel zahlt, die Verpflegung und Spezialdinge zahlt der Zulieferer. Organisiert wird alles vom besuchten Zulieferer. Das war natürlich vor 20 Jahren noch so wie im Beispiel, alles inbegriffen, auch die Frauen am Abend. Es gibt heute immer einen Grund für solche Besuche, beispielsweise Erstaudit, Wiederholaudit, Preisverhandlungen, grössere Projekte usw. Im vorliegenden Fall müsste man sich über dem Grund der Reise einig sein, im Moment erscheint sie als reine PR Aktion von vorgestern. Sind die Journis Kunden oder Lieferanten? Gibt es nachher einen sauberen und distanzierten Bericht? Können die das?

  14. Bitte nennen Sie noch die Namen der eingeladenen Journalisten, damit wir deren künftigen Artikel bezüglich Unabhängigkeit überprüfen können.

  15. Es geht Herrn Ringier doch nicht um Entrüstung um die Behandlung der Banken, sondern dass Lukas Hässig auch seine Geschäfte kritisch begutachtet.
    Lassen wir doch mal 2017 Revue passieren:
    1) Beziehung zwischen Ringier und UBS (sichtbar in der anbiedernden Berichterstattung zur UBS, sogar ein lausiges Kinderlager wird als News verkauft!)
    https://insideparadeplatz.ch/2017/06/13/ubs-gaehwiler-neu-bei-blick-mutter-oberfilz/
    https://insideparadeplatz.ch/2017/12/01/ubs-und-blick-das-power-duo-fuer-banker-glamour/
    2) Schleichwerbung für Ernst & Young und Marcel Stalder (Product Placement scheint zum Kerngeschäft von Ringier zu werden)
    https://insideparadeplatz.ch/2017/08/04/der-strippenzieher-von-ernst-young/
    Das findet natürlich ein Ringier nicht so lustig. Darum meine Bitte an Lukas Hässig für 2018: Schauen Sie noch genauer bei Ringier hin. Der Herr scheint etwas zu verbergen zu haben, wenn er schon bei einigen kleinen Beiträgen nervös wird und wild um sich schlägt. Vielleicht wird er nach Vasella und Vincenz der Dritte „Big-Shot“, den Sie durch ihre Recherche zu Fall bringen können?

  16. Lukas Hässig erweckt den Eindruck, es Händle sich um eine fast einwöchige Luxusreise. Hier ein paar Fakten: Die Pressereise dauert 5 Tage, davon ist unser Journalist exakt 3 Tage und 7 Stunden im Land. Davon sind 2 Tage einer grossen Chinakonferenz gewidmet, 1 Tag dem Besuch der Wealth-Management-Einheit der UBS in Schanghai. Von Leasure keine Spur. Wir finden, es sei legitim, am diesem Programm teilzunehmen, da es keinen Sinn macht, einen weltweit tätigen Konzern wie die UBS nur innerhalb des Schweizer Territoriums zu begleiten. Leider wurden wir von Lukas Hässig dazu nicht befragt, dann hätten wir ihm das gerne erklärt.

    • Wenigstens stehen Sie mit Ihrem Namen hin. Dafür Gratulation.
      Es spricht auch nichts dagegen, dass Sie die UBS auch dorthin begleiten. Aber Sie, beziehungsweise Ihre Redaktion, sollte dafür schon selber bezahlen: Flug, Hotel und Essen.
      Und nach der Rückkehr erwarte ich als Leser einen bissigen, kritischen und kenntnisreichen Artikel. Am besten orientieren Sie sich dabei an den Artikeln von Herrn Hässig im Tagi.

    • Die Podiumsdiskussion damals von Josef Ackermann ist in der Zürich Versicherung, pardon Zurich Insurance, heute noch ein Thema. Die Diskussion HÄTTE an und für sich ein Vorzeigejournalist des Tages-Anzeiger leiten sollen. Die NZZ Journalistin in den Zuschauerrängen war von der ungebremsten Ackermann „One Man Show“ hin und weg. Das Zurich Insurance Fussvolk bis mittleres Kader ist heute noch entsetzt und die Top Manager lachen heute noch über diese Peinlichkeit. Dabei waren die Top Manager der grossen, weiten Zurich Welt damals allesamt in Miami dabei, als Joe Ackermann Martin Senn und Co. vorführte und total zur Schnecke machte. Sind Sie sicher dass Sie diese Peinlichkeit hier Lukas Hässig tatsächlich hätten erklären können?

    • Leisure plenty enough – und Peter Burkhardt merkt es leider nicht einmal………
      Die UBS mit seinem desolaten Reputationsproblem muss ganz anders behandelt werden, als etwa eine Einladung für einen Besuch einer Schoggifabrik der Lindt & Sprüngli.

      Sensibilität wo, werter Peter Burkhardt?

    • Burkhardt, warum bezahlt der Tagi als „unabhängige“ Zeitung die Reise nicht selbst? Der Konzern hat ja guten Gewinn gemacht und das Geld ist vorhanden. Die Journalisten können problemlos über die weltweit tätige UBS berichten, aber eben unabhängig. Wenn die UBS bezahlt erwartet sie auch etwas, nämlich „UBS-objektive“ Berichterstattung. Journalisten sind keine Übermenschen, auch sie sind anfällig für Korruption. Beispiel: die Autobesprechungen. Da dürfen Journalisten einen Tag rumfahren und geben bei den technischen, Treibstoffverbrauch, immer noch die Werksangaben ein, obwohl jeder weiss dass diese getürkt sind! Bestes Beispiel für korrumpierte Journalisten!

    • @Peter Burkhardt, auch ich will Ihnen zuerst einmal gratulieren das Sie sich an der Diskussion beteiligen. Ich bin mir einfach nicht sicher, dass Sie nachher noch objektiv berichten können. Die „NZZ“ war noch nie objektiv, ist auch nicht ihr Auftrag. Den „Blick“ haben wir ja schon verloren. Und wenn die „no Billag“ Initiative angenommen wird von Wählern, die gar nicht kapieren das es nicht um Billag und nicht um SRG geht, ist das Fernsehen auch verloren. George Clooney aus dem Tessin hat zwar nicht ganz dieses „wuchtige“ (..) Auftreten wie Joe Ackermann, diese Leute können aber alle extrem auf dicke Hose machen, sind alles geborene super Blender.

    • „Davon sind 2 Tage einer grossen Chinakonferenz gewidmet, 1 Tag dem Besuch der Wealth-Management-Einheit der UBS in Schanghai. Von Leasure keine Spur.“

      Schon interessant wie man sowas ohne Skrupel in die Tasten hauen kann.

      Oder wollen Sie die Leute hier verhöhnen?

  17. also, wenn man mir offeriert, meine Spesen selber zu bezahlen, sage ich natürlich – en Face einer UBS – auch NEIN.
    Das gleiche Spielchen wird von den Banken ja auch mit den subventionierten Universitäts-Professur -Pöstchen betrieben. Die Professoren, die solche Mandate annehmen, werden wohl NIE eine Negativ-Studie über eine Bank erstellen.
    Wieso die Hand beissen die mich füttert??

    • Sehe ich auch als ein offensichtliches Kapitel von gelebter Korruption und natürlich auch von Staatssubvention. Den Hauptteil dieser Professor Abteilungen zahlt aber trotzdem der Steuerzahler. Einfach widerlich.

  18. Früher waren solche Behandlungen für Finanzanalysten gang und gäbe.

    Die Behandlung von Journalisten auf diese Art verrät bloss, dass die von der eigenen Strategie nicht überzeugt ist. Ansonsten wäre sie nicht darauf angewiesen, gute Presse zu kaufen.

    Vielleicht wird sie ja dann schon bald von einem Player übernommen, der ein Idee hat, wie die Zukunft von Finanzinstituten aussehen wird.

  19. Danke für den Link Herr Hässig zur Ringier Story. Da habe ich endlich mal was vernünftiges auf der dieser Seite gefunden was es auch wert ist zu lesen. Sie haben sich diese Grube selbst ausgehoben mit Ihrer Anti UBS Schlacht während der Finanzkrise.

    • Ja, es war auch richtig so, da der Schaden für die Welt und insbesondere der Schweiz, dass die Banken vor- und während der Finanzkrise verursacht haben, ist immens und wird auch noch sehr lange dauern…. als spätfolge mit anderen Name… Es ist Zeit, dass wir die Wahrheit in die Augen schauen und wenn jemanden / Istitution etwas gut macht, dann Loben sonst Tadeln… es gehört zu besten Corporate Governance und auch zur funktionierende Demokratie Instrumentarium, auch wenn nicht etwas direkt gegen Personen oder Verantwörtlichen hat.
      Ehrlichkeit, Integrität und Direktheit gehört zum höchsten Menschliche Dasein… aber viele sind eben Nichts! Anstatt dessen Haben sie….

  20. Die Journalisten duerften diese Reise eigentlich nicht annehmen. Waere in der Analystenbranche tabu (CFA code). Richtig entschieden NZZ.

  21. Danke für die Hinweise.

    Nun gilt es aber nicht (wieder) zu jammern … Kündigen des Abos erscheint mir ein deutlich erfolgsversprechender Schritt zu sein.
    Aber zuerst bei der jeweiligen Redaktion nachfragen …

  22. Nicht alle Medien sollten hinsichtlich mangelnder Unabhängigkeit über einen Kamm geschoren werden. Wie schrieb doch selbst Lukas Hässig jüngst über die F&W: „Die Finanzzeitung fährt seit Jahren einen kritischen Kurs, was die Sicherheit der beiden grossen Banken in der Schweiz angeht. Ihre journalistischen Aushängeschilder erhielten dafür Pressepreise. UBS-Chef Ermotti hatte sich wiederholt enerviert gezeigt über diese Berichterstattung.“
    https://insideparadeplatz.ch/2017/04/05/ubs-storniert-alle-inserate-bei-finanzwirtschaft/

  23. Lukas, mit ein bisschen Kopfrechnen kommt man schnell auf fast eine Woche: Ein Tag Hinflug, ein Tag Rückflug, zwei Tage Konferenz und vielleicht noch einen Tag sonstige Themen – was genau ist Luxus daran?

  24. Erwarte, dass jeder Artikel dieser eingeladenen Journis klar gekennzeichnet wird mit dem Zusatz „Reise nach Schanghai wurde vollumfänglich finanziert durch die UBS“.

    Müsste allerdings bereits im Lead des Artikels stehen, damit der mündigen Leserschaft ganz klaren Wein eingeschänkt wird……..

  25. Ringier: diese Firma ist in zahllose Interessenkonflikte verstrickt: UBS, Promi-/ Vermarktungsdeals, Quasi-Publireportagen, Gratis-Werbung für verbundene Firmen, billige Meinungsmachung gegen NoBillag zum Erhalt der Werbeallianz mit der SRG usw.
    Und jetzt entblödet sich Michael Ringier nicht, auch noch auf die einzige unabhängige journalistische Stimme der Schweiz einzuprügeln und den Journalistenpreis zu neiden.
    Ich hoffe immer noch auf eine Pleite von Ringier in 2018 und einen dicken Abschreiber für die UBS.
    Übrigens haben wir in der Firma gerade heute beschlossen, das „Bilanz“-Abo nicht zu verlängern.

    • Woher glauben Sie denn weiss Herr Hässig von der Einladung? Reisen, fressen, saufen auf Kosten der UBS, netter Versuch?

    • Das wurde bereits mehrmals probiert. Lukas‘ Markenzeichen ist es, nicht auf solch plumpe Avancen einzugehen.

    • Ich glaub gewisse Banker (überfordert von der eigenen Rolle) würden L.Hässig noch so gerne jeden Wunsch erfüllen, wenn das eine unkritisch-anbiedernde Begleitung im Stil von Blick-UBS nach sich ziehen würde: Eine stille Beteiligung an IP? Sofort. Ein AllInclusive Urlaub von 3 Monaten im Burj Al Arab? Aber gerne. Eine Dauerkarte im Globe? Aber sicher doch, durch die Compliance kriegen wir das schon durch.
      Ich ziehe den Hut vor Lukas Hässig, dass er sich offensichtlich nicht kaufen lässt!
      Und Ringier. Ja, das war mal ein gutes Medienhaus. Heute haben die jede Selbstachtung verloren. Sogar Kampagnen gegen NoBillag werden gefahren, nur um eine lausige Werbeallianz und ein paar Promivermarktungsverträge zu retten. Jämmerlich.

  26. Ihr seid doch alles Verschwörungstheoretiker, die sich auf IP austoben (Zitat M. Ringier, unabhängigster aller objektiven Medienmogule…)

    Der Begriff „Verschwörungstheoretiker“ wird so betrachtet immer mehr zu einem Kompliment.

    Doch zurück zur Sache, gibt es wirklich Leute, die daran glauben, dass zwei VR-Pöschtelis beim Blick mit UBS-Mannen besetzt werden und das keinen Einfluss auf die redaktionellen Ausscheidun… eh Erzeugnisse hat? Sind das die gleichen Leute, die daran glauben, dass es in der Schweiz keine Korruption gibt und der Osterhase existiert?

    • Keinesfalls, und Ihr Kommentar zu Verschwörungstheoretiker einfach Spitze!
      Ja, auch ich fasse dies mittlerweile als Kompliment auf.

    • Die Schweiz ist weiss: hier hat viel geschneit…
      Wann kommen die ersten Artikeln, dass die UBS und Banking gut für die Gesundheit ist?
      Wann, dass Banking eigentlich eine philanthropische Istitutionen sind? Or

      „Learn, live, hope.“
      A. Jolie

  27. Ich bin gespannt, ob sich der Verfasser der FuW-Kolumne „Lieber Investor!“, bisher alles andere als ein Grossbanken-Fan, sich durch dieses Reisli umstimmen (kaufen) liess. Mein Bauchgefühl sagt NEIN.

    • Ich hoffe sehr, dass Ihr Bauchgefühl Sie nicht täuscht. Zuversichtlich bin ich nicht gerade wenn ich zufälligerweise frei und unbeschwert Begriffe wie „Swiss Propaganda Matrix“ und „Council on Foreign Relations CFR“ in die Suchmaschine eintippe und mir staunend zu Gemüte führe, welche Medien-Eigentümer, Chefredaktuere und sog. Top-Journalisten in welche Strukturen integriert sind…

  28. Und Bundesrat JSA ist nicht dabei? Dabei ist er doch ein überzeugter Chinafreund. Dabei kommt mir in den Sinn, dass Herr J.-C. Juncker das gewünschte Rahmenabkommen als Freundschaftsvertrag bezeichnet hat. Was das wohl heissen mag? Unterschiedlich, je nach Sichtweise.

  29. Was soll das? Ist doch klar, wie’s läuft. In der Autobranche war das schon immer so: Schön schreiben, ein Jahr gratis fahren. Deshalb gibt’s so viele Porschetests. Kleinwagen sind nicht interessant. Und ein schönes Sackgeld nicht vergessen, um Puppen tanzen und Korken knallen zu lassen.
    Wie war das schon mit der Lügenpresse?

    • Kann mir vorstellen das es mindestens in allen Nischenmärkten extrem verbreitet ist, da es wenige Produzenten gibt und diese die einzigen Inserenten sind. Sehr auffällig auch in der Musikbranche (Hardware).

  30. Eine unabhängige Presse gibt es nicht

    «Es gibt so etwas wie eine unabhängige Presse zu dieser Zeit der Weltgeschichte in Amerika nicht. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt keinen einzigen unter Ihnen, der seine ehrliche Meinung zu schreiben wagt, und wenn Sie es täten, wissen Sie vorher, daß sie niemals gedruckt erschiene.

    Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten. Andere von Ihnen kriegen ähnliche Gehälter für ähnliche Dinge, und einer von Ihnen, der so naiv wäre, ehrliche Meinungen zu schreiben, stünde auf der Straße und suchte sich eine andere Arbeit. Wenn ich es duldete, daß meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe der Zeitung erscheint, wäre meine Anstellung in weniger als 24 Stunden beendet. Oder, durchaus möglich, ich wäre tot.

    Das Geschäft eines Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, dreist zu lügen, zu verfälschen, zu verleumden, zu Füßen des Mammons zu kriechen und sein Land und seine Rasse für sein täglich Brot zu verkaufen. Sie wissen das, und ich weiß das. Was für ein Unsinn ist das, die unabhängige Presse zu loben! Wir sind Werkzeuge und Vasallen reicher Männer hinter den Kulissen. Wir sind die Hampelmänner; sie ziehen an den Fäden und wir tanzen. Unsere Fähigkeiten, unsere Möglichkeiten und unser Leben sind alle Eigentum anderer Leute. Wir sind intellektuelle Prostituierte, Huren. Mehr nicht.»

    Das Bekenntnis von John Swinton, dem ehemaligen Herausgeber der New York Times

  31. Auf diese Art und Weise erkauft sich die UBS das „freie Medienwesen“ und nimmt damit direkt Einfluss auf die diversen Journalisten; Reislijournalismus. Aber wen kümmert es und was sagen die Aktionäre der UBS dazu?
    Die Geschäftsleitung hat den Boden unter den Füssen schon seit einiger Zeit verloren.

    • …gibt ja auch nichts negatives über die UBS zu berichten, ist sie doch die „most admired bank“ … ah Moment mal, das ist doch schon die CS….UBS war „You & Us“ oder so 😉
      Eines muss man den Banken mit ihren lustigen Claims lassen, sie haben durchaus Humor wenn es um die Veräppelung der Öffentlichkeit geht, muss ein Riesengaudi sein in diesen Marketing/PR Abteilungen zu arbeiten.

    • Kaum, Medienhäuser und ihre Zeilenschreiber dürfen alles kritisieren oder fertig machen, BLICK. Selber sind sie intransparent, korruptionsanfällig, Reisli, gehen untereinander mit Samthandschuhen an. Da will der TA einen Bericht über die Frau von Guyer, NZZ Chefredaktor bringen, ein Anruf von Guyer auf die Redaktion und der Bericht wird „eingestampft“. Der Eingriff in die redaktionelle Arbeit wird natürlich nicht thematisiert. Die grössten Feinde der freien Presse sind die Verlagshäuser von Ringier und TA Media!

    • schon noch schade, das mit dem Bericht über Ehefrau Guyer … Das hätte mich interessiert. Denn im NZZ-Laden dampft’s manchmal gewaltig. habe ich gehört.
      Mindestens hat man der UBS-Reise widerstanden (oder wurde nicht eingeladen?)

  32. Interessant, ich nenne das ganz einfach Bestechung und frage mich, wo die Compliance der Grossbank bleibt!
    Wenn ich von einem „Kunden“ oder „Lieferanten“ so eingeladen werde, habe ich ein Problem und werde entlassen, vor Gericht gezehrt und womöglich gebüsst.
    Man vergesse nicht, die Banken sind die Kunden der Zeitungen und umgekehrt.
    Also wo bleibt hier die Finma?

    Für den kleinen Bürger haben sich die Bankspesen in den letzten 12 Monaten mehrheitlich verdoppelt und die Gegenleistung ist mehr als nur lau um nicht zu sagen schlechter geworden.
    Danke liebe Finma, danke liebe unfähige Grossbanken.

  33. Ein Highlight für diese 8 Journalisten, die sonst hier sitzen und wenig erleben. Berichtet der Journalist kritisch über die UBS, wird er künftig nicht mehr eingeladen. Bei der Bilanz gibt es auch einen, der solche Reisen im Monatsrythmus annimmt. Je weiter weg und grösser der Konzern, desto lieber sagt er zu. Wenn die Einladung exklusiv genug ist – nimmt er offenbar sofort an. Verfolgen kann sein Tun online. Fotos von Top Hotels, exklusiven Dinnern, Besuch Firmenzentrale und ein paar Shots von der Gegend. Wenig bis nichts spannendes über die Firma selbst. Das nennt man heute Qualitätsjournalismus, wenn ich mich nicht irre.

    • Ach die Bilanz! Das Deppenmagazin mit den in den Artikeln hochgehypten Durchschnittsfiguren, von denen die meisten problemlos jederzeit ersetzt werden könnten? – Dann gibt es da noch Schütz-Günstlinge, die regelmässig eine Gratis-Hofberichterstattung mit Lobhudelei erhalten, wie dieser Kern (ehem. Richemont, jetzt Breitling). – Mann-oh-Mann. Kann man schlicht nicht ernst nehmen, diese Illustrierte.

    • BILANZ ist ein Fall für sich. Wäre die optische Aufmachung und die gestelzten Worte von Schütz im Editorial nicht wäre das Heft das Glanz-und-Gloria der Printmedien mit dem jährlichen Neidbarometer. Viel People wenig Fakten, wenig Recherche, für 16.50 pro Ausgabe eher peinlich. Will sich mit der Kumpanei mit Admeira über Wasser halten, obwohl Admeira ein Fall für die Kartellbehörden ist! Was hat der Chefredaktor Schütz mit dutschen Banker gemeinsam? Sie verkaufen sich hervorragend!

  34. Hr. LH, Sie hätten schreiben sollen: „Alles auf Kosten der Kunden, finanziert durch UBS-Gebühren und Null- bis Negativzinsen“ (anstatt: alles auf Rechnung der Grossbank).

  35. Toll für die Journies – Gratis Reise ins Reich der Mitte.
    Shanghai ist eine Reise wert, jedesmal eindrücklich, jedesmal was Neues (alter BUND vs. neue Wolkenkratzer, getrennt durch den Fluss Huangpu). Ich war schon 2mal dort – auf eigene Kosten.
    Dem verstaubten Laden UBS nützt das allerdings nichts – da hilft nur ein neues Mgmt.

  36. Alles schon dagewesen……

    wir erinnern: Die Erb-Gruppe lud jedes Jahr ihre Banker zu extensiven Segel-Turns samt Zubehör ein. Alles bezahlt durch den Gross-Schuldner und spätere Mega-Pleitier.

    Was Erb Recht war muss auch UBS billig sein. Die „Journis“ aus der Ringier – Gruppe könnten alleine schon zwei Dutzend Mitreisende stellen, was der Zusammenarbeit nicht abträglich wäre ?

    Umgekehrte Vor(aus)zeichen?

    • Erb war ein Multi-Imperium mit Cashflow-Perlen – bis sie sich mit Finanzgeschäften und einer dt. Baufirma verspekuliert hatten, was in einer „kreativen“ und fatalen Buchführung endete.
      Da ist die UBS schon ein hochwertigeres Kaliber.

  37. dieser Artikel sagt eigentlich mehr aus über die Journalisten, bzw. die Chefredaktionen dieser Medienhäuser, als über die UBS. „Unabhängigkeit der Medien“ ist ein schönes Schlagwort, wenn man sich selbst nicht daran messen lassen muss. Der UBS kann man zugutehalten, dass man es ja einfach mal probieren kann.

  38. Die grossen Medienhäuser Ringier und TA Media sind doch längst auf dem Kriechgang vor den beiden Grossbanken. Kritischer Journalismus in minimalsten Dosen, am besten gar nicht. Besonders eng verzahnt Ringier und UBS. Für den BLICK werden die Artikel wahrscheinlich von der UBS am Paradeplatz redigiert!

    • Was heisst denn da redigiert? Die Artikel werden am Paradeplatz und an der Bahnhofstrasse 45 geschrieben inkl. Themenwahl, denn die Leute vom Blick sind mittlerweile viel zu fest damit beschäftigt, zusammen mit ihren Kollegen vom StaatsRundFunk auf der Admeira Plattform Bätzeli zu verdienen. Verkaufen verkaufen verkaufen, das ist die heutige Devise, da kann man doch nebenbei nicht noch Journalismus betreiben…