Trilogie des Fiatgeldes (II): Das fraktionelle Reservesystem, die Mutter aller Finanzkrisen und die Quelle der Ohnmacht der Notenbanken

Genial aus der Sicht der Banken war, dass sie das fraktionelle Reservesystem in das Zeitalter des FED hinüberretten konnten – sie waren selber erstaunt, dass ihnen dies gelang und der Geniestreich nur von einigen wenigen Senatoren und Beobachtern durchschaut wurde. So konnten sie ihr eigenes Buchgeld weiterhin emittieren und dies einzig und allein mit dem Versprechen, es jederzeit in Bargeld umzutauschen.

Dies mit einer kleinen, sprich fraktionellen Reserve, die für gute Zeiten genügte, in turbulenten Phasen mit grossen Umtauschwünschen des Publikums aber auch in der Zukunft ungenügend war. Genau jener Teil des alten Systems mit seiner inhärenten Instabilität wurde in die Zukunft gerettet, wohl in der insgeheimen Hoffnung, dass das FED alsdann schon einspringen werde, was es dann in den 1930er Jahren – aus welchen Gründen auch immer – doch nicht tat.

Der Staat liess sich unverständlicherweise bloss mit der Emission von Münzen abspeisen; die auch aus Seignorage-Gründen viel interessantere Ausgabe von Noten überliess er dem FED. Das ist übrigens auch in der Schweiz so.

Aus der Sicht der Volkswirtschaftslehre und der Notenbankpolitik war ganz besonders verheerend, dass irgendjemand auf die Idee kam, die Geldmenge liesse sich selbst bei einem fraktionellen Reservesystem durch die Notenbank steuern. Der Geldmultiplikator und die entsprechende Geldschöpfungstheorie schürte die „wissenschaftliche“ Illusion, dass die Notenbanken mittels einer kleinen Erhöhung (Reduktion) der monetären Basis (Noten und Giroguthaben) eine grosse Expansion (Schrumpfung) der Geldmenge erreichen konnten, und dies gemäss einer stabilen Beziehung. Noch bis vor kurzem war diese Theorie auch auf der Homepage der SNB nachzulesen.

Jedenfalls prägte diese Theorie respektive Illusion die Notenbankpolitik über Jahrzehnte. Mittels einer Steuerung der monetären Basis wollten die Notenbanken die Geldmenge so bestimmen, dass die Inflation tief blieb und die Konjunktur nicht allzu grosse Ausschläge (insbesondere gegen unten) zeigte.

Das Resultat war gemessen an der Inflationsrate, insbesondere der 1970er Jahre, absolut unbefriedigend. Der Monetarismus erhob sein Haupt in der Meinung, die keynesianische Geldpolitik sei dafür verantwortlich; es hätte vielmehr einer strikten und restriktiveren Geldpolitik bedurft. Praktisch niemand kam auf die Idee, dass es möglicherweise systemimmanent war, dass die Notenbanken fallieren mussten.

Es gab allerdings bereits 1990 wissenschaftliche Stimmen, die ihre Zweifel äusserten. Finn E. Kydland und Edward C. Prescott („Business Cycles: Real Facts and a Monetary Myth“, Federal Reserve Bank of Minneapolis, Spring 1990) fanden in den realen Daten der Jahre 1954 bis 1989 nichts, was darauf hingedeutet hätte, dass die monetäre Basis (die damalige Geldpolitik also) den Wirtschaftszyklus bestimmte. Im Gegenteil, es war eher so, dass der Zyklus die Geldpolitik prägte.

Sie schlussfolgerten daraus, „that credit arrangements could play a significant role in future business cycle theory.“ (S. 17). Es waren wohl eben doch die Banken, die mit ihrer Geldschöpfung – im Gegensatz zur Geldmultiplikatortheorie – die Geldmenge bestimmten und nicht die Geldpolitik der Notenbanken.

Das ist auch plausibel, wenn man sich vergegenwärtigt, dass das Bankenbuchgeld einen viel höheren Anteil an der Geldmenge M1 ausmacht als das Notenbankgeld. Das ist nichts mehr als gesunder Menschenverstand. Bis heute hat sich allerdings kaum viel verändert, wie selbst der Starökonom der Schweiz feststellt. „Die grössten Schwächen waren, dass die makroökonomischen Modelle den Finanzsektor unzureichend abgebildet haben. Da muss man selbstkritisch sein, da hat die Makroökonomie einen blinden Fleck gehabt.“ (Ernst Fehr, Interview NZZ, 8. September 2017).

Irgendwann liessen die Notenbanken – aus nie offenbarten Gründen – von einer direkten Geldmengensteuerung ab und gingen zu einer Zinsteuerung über. Dass dieser Versuch scheitern musste, war zum Vornherein klar. Denn schon die einfache Preistheorie besagt, dass man entweder den Preis (Zins) oder die Menge bestimmen kann, aber nicht beides zugleich. Wenn die Notenbank den Zins bestimmt, dann legen die Banken die Geldmenge fest.

Trotz angeblich genialer Taylor Regel war es letztlich ein erster Schritt zur totalen Kapitulation der Geldpolitik der Notenbanken. Auch wenn sie dazu noch das Instrument der Mindestreserven in ihren Händen halten, müssen sie letztlich bei gegebenem Zins alle Geldmengenwünsche der Banken befriedigen.

Deshalb hat Pascal Hügli Recht, wenn er darauf hinweist, dass die Geschäftsbanken nur dann beliebig aus dem Nichts schöpfen können, wenn die Notenbank mitmacht. Und das tat und tut sie, wenn sie den Zins und nicht die Menge bestimmt. Trotzdem ist die Kritik an der klassischen Geldschöpfungstheorie angebracht; ganz einfach, weil sie falsch ist und den Tatsachen der effektiven Geldschöpfung durch die Banken in keiner Art und Weise entspricht.

„Most economic theories are wrong. Fortunately, most wrong theories are irrelevant. But some wrong theories are relevant.“ Charles B. Blankart (in „Economic Theories You Should Forget“, Springer International Publishing AG 2017). Leider gehört die klassische Geldschöpfungstheorie nicht zu den Theorien, die in dieser Publikation behandelt wurden.

Die relative Ohnmacht der zinssteuernden Notenbanken hatte sich bereits bei der Inflationsbekämpfung durch Paul Volcker in den 1980er Jahren gezeigt. Die Zinsen mussten auf ein horrendes Niveau (beinahe 20%) angehoben werden, um die inflationäre Kredit- beziehungsweise Geldschöpfung der Banken zu stoppen.

Spätestens hier hätten die Notenbankpolitiker oder ihre Stäbe darauf aufmerksam werden sollen, dass der Kollateralschaden eines solchen Eingriffs in den Preismechanismus in keinem Verhältnis dazu steht, allenfalls am grundlegenden fraktionellen Reservesystem etwas zu ändern. Aber das war und ist ein Tabu.

Nach der Finanzkrise von 2008 war im Gegensatz zur Volcker-Zeit selbst ein Zinsniveau von praktisch Null nicht tief genug, um die Banken dazu zu veranlassen, der Realwirtschaft mehr Kredit respektive Bankengeld zur Verfügung zu stellen. Liquidität war und ist zwar in Hülle und Fülle vorhanden – die Banken zogen (und ziehen) es jedoch vor, die Zusatzliquidität bei der Notenbank zu platzieren oder sie in (Staats-)Obligationen oder anderem anzulegen. Der Liquiditätsimpuls der Notenbanken erreichte die Realwirtschaft so nur am Rande.

Ehrlicherweise sollte man von einem völligen Versagen der zinsgesteuerten Geldpolitik sprechen und die Konsequenzen daraus ziehen, als sich über die müssige Frage aufzuhalten, warum die Inflation ihr Haupt einfach nicht erheben will. Wenn die hohe Liquidität (gemessen an den Giroguthaben der Banken) nicht für zusätzliche Kredite respektive zur Schöpfung von Bankenbuchgeld verwendet wird, bewegt sich in der Realwirtschaft nichts, auch die Inflation nicht.

Die Banken bestimmen diesen an sich relevantesten Teil der Geldpolitik – die Notenbanken ihrerseits schauen dagegen nur ohnmächtig zu, wie ihr Pulver am falschen Ort (Finanzmärkte) verschossen wird. Das angebliche Inflations-Mysterium (Finanz und Wirtschaft, 5. Juli 2017) ist an sich eben doch keines.

Anstatt zuzugeben, dass ihre zinsorientierte Geldpolitik versagt hat, zündeten die verzweifelten (sofern sie dies selbst überhaupt realisiert hatten) Notenbanken mit dem Quantitative Easing eine weitere Stufe in ihrem unbewussten und eh schon verlorenen Kampf gegen das überlegene fraktionelle Reservesystem. Auch die von einigen Notenbanken herbeigewünschte Abschaffung des Bargeldes würde ihnen da kaum helfen, im Gegenteil. Sie könnten zwar den Zins noch tiefer in negative Gefilde drücken; die relevante Geldmenge könnten sie letztlich aber noch weniger bestimmen, weil sie das gesetzliche Zahlungsmittel – zumindest implizit – auch noch den Banken zuschieben würden. Wer hätte wohl das grösste Interesse daran? Wohl kaum bloss die edlen Ritter gegen das schwarze und/oder kriminelle Geld.

Das Quantitative Easing ist die de facto Bankrotterklärung der Notenbanken gegenüber dem fraktionellen Reservesystem. „Die Geldpolitik funktioniert über die Beeinflussung der relativen Preise am Finanzmarkt. Eine Zinssenkung hat Auswirkungen auf die Bewertung von Aktiven und so auf Angebot und Nachfrage nach Kredit. Das ist ein zentraler Grund, weshalb die Geldpolitik überhaupt wirkt. Aussergewöhnlich ist derzeit die sehr lange Phase mit extrem expansiver Geldpolitik, wodurch auch die Preise von Vermögenswerten unüblich lange in die gleiche Richtung beeinflusst werden. Das ist bis zu einem bestimmten Grad beabsichtigt, weil die Geldpolitik eine positive Wirkung auf die Wirtschaft erzeugen will.“ (Thomas Jordan, Finanz und Wirtschaft, 2. September 2017)

Es grenzt beinahe schon an Überheblichkeit, wenn die SNB auf ihrer Homepage schreibt: „Das Geld, das wir verwenden, kommt nicht nur von der Nationalbank. Auch die Banken schaffen Geld, indem sie Kredite vergeben – doch nicht unbegrenzt. Letztlich ist die Geldpolitik der Nationalbank entscheidend für das Ausmass der Geldschöpfung.“ (SNB, Stand 10.8.2017)

Diese Aussage widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Der Schwanz wedelt mit dem Hund, wenn die Banken 90% des Geldes herstellen und die SNB bloss 10%.

„Aber gerade in der Wissenschaft, wo es gelegentlich an ihm mangelt und er wenig geachtet ist, wäre es zu begrüssen, wenn der Common Sense eine grössere Rolle spielte.“ (Jared Diamond, NZZ 5. Januar 2017)

Milton Friedman würde sich im Grab drehen, wenn er sich so etwas anhören müsste. Seiner Meinung nach ist es nicht die Aufgabe der Notenbanken, relative Preise zu beeinflussen, sondern die Geldmenge möglichst gut zu steuern, beispielsweise im Sinne seiner 3%-Regel für M1. Sollte dies nicht möglich sein, gilt es, die Ursache anzupacken – und die liegt eindeutig im fraktionellen Reservesystem, in dem die Banken letztlich die „Geldpolitik“ betreiben und nicht die Notenbanken.

Auch deshalb hat sich Friedman für die Einführung des 100%-Geldes ausgesprochen, welches die Banken dazu verpflichtet, ihr Bankenbuchgeld vollständig mit Reserven zu hinterlegen. Der privaten Geldschöpfung ist damit ein Riegel geschoben, so wie es auch die ökonomische Theorie verlangt und selbst liberale Gedankengänge nahelegen. Dass es noch besser geht als mit 100%-Geld, wird der dritte Teil der Trilogie des Fiatgeldes aufzuzeigen versuchen.

Staatliches Geld ist seit jeher verpönt. Einzig die Münzen wurden dem Staat zur Emission überlassen. Die Ausgabe der Noten hat man (wer eigentlich?) ihm nicht gegönnt, sondern der Notenbank übertragen. Auch bei uns in der Schweiz.

Woher stammt dieses Unbehagen mit der staatlichen Geldemission? Warum ist die monetäre Staatsfinanzierung den meisten Notenbanken untersagt? Wenn der Staat schon das Geldmonopol besitzt, dann wäre es doch auch naheliegend, dass er zumindest einen Teil davon zur Finanzierung seines Haushalts oder zumindest von Infrastrukturinvestitionen verwendet. Mit dem Münzgewinn allein kann er keine grossen Stricke zerreissen. Anstatt sich zumindest teilweise monetär zu finanzieren, nimmt der Staat Schulden auf. Warum sollte dies besser sein?

„Wenn unsere Nation eine Dollaranleihe auflegen kann, dann kann sie auch eine Dollarnote in Umlauf bringen. Der wesentliche Bestandteil, der eine Anleihe absichert, tut das auch bei einem Geldschein. Der Unterschied zwischen einer Anleihe und einem Geldschein ist der, dass bei einer Anleihe die Geldmakler den doppelten Betrag der Anleihe kassieren können plus einer zusätzlichen Provision von 20 Prozent, während eine Währung nur diejenigen bezahlt, die direkt einen wie auch immer gearteten nützlichen Betrag leisten. Es ist absurd zu behaupten, unser Land könne 30 Millionen Dollar in Umlauf bringen, nicht aber 30 Millionen Dollar in eigener Währung. Beides sind Zahlungsversprechen, aber eines dieser Versprechen mästet die Wucherer, und das andere hilft dem Volk.“ (Thomas Edison 1921)

Ganz besonders streng mit den staatlichen Finanzierungsgrundsätzen sind die Deutschen. Sie haben nicht locker gelassen, bis die Europäische Zentralbank (EZB) das Verbot der monetären Staatsfinanzierung in ihren Satzungen explizit aufführte. Noch heute üben die deutschen Verfassungsrichter harte Kritik am Anleihekaufprogramm der EZB, weil sie hinter den zugrundeliegenden Beschlüssen einen Verstoss gegen das Verbot der monetären Staatsfinanzierung sehen.

Auf den ersten Blick ist es verständlich, dass gerade die Deutschen auf dieses Thema so sensitiv reagieren. Denn sie mussten in den 1920er Jahren eine Hyperinflation über sich ergehen lassen, die seinesgleichen suchte. In den Hochzeiten der Hyperinflation mussten mehr als 5 Milliarden Reichsmark für einen Laib Brot wahrlich mit dem Karren herbeigeschafft werden. Es war der verheerendste Inflationsfall in der Geschichte der westlichen Welt.

Diese Hyperinflation wird in den volkswirtschaftlichen Lehrbüchern und den Vorlesungen als abschreckendes Beispiel für die staatliche Papiergeldausgabe schlechthin dargestellt. Es war zwar eigentlich nicht der Staat, der das Papiergeld emittierte, sondern die Reichsbank. Sie hatte in der Tat tausende von Druckereien mit dem Gelddrucken beauftragt und später das sogenannte Notgeld sogar den Privaten zum Eigendruck überlassen. War sie aber wirklich nur die ausführende Hand des unersättlichen Staates, der mit seinen Finanzen einfach masslos über alle Stränge gehauen hat, wie es meistens suggeriert wird?

Werfen wir kurz einen Blick auf die Fakten. Erstens war die Reichsbank eine private Bank. Sie war zweitens unabhängig vom Staat, weil es die Siegermächte des ersten Weltkriegs Deutschland so diktierten. Sie hatte drittens einen Generalrat, der aus sieben deutschen und sieben ausländischen Vertretern bestand (Amerika, England, Frankreich, Italien, Belgien, Holland – und sogar die Schweiz war vertreten). Alle Massnahmen und alle Daten der Reichsbank wurden vom Ausland kontrolliert, und zwar so, dass deren Interessen gewahrt blieben. (Hjalmar Schacht, „Magie des Geldes“, kurz HS, S. 222). Alle Vertreter waren angeblich Finanzexperten.

Viertens war der Versailler Vertrag mit seinen Forderungen an Deutschland sozusagen die wirtschaftliche Fortsetzung des ersten Weltkrieges.

„Der Versailler Vertrag ist ein Modell ausgeklügelter Massnahmen zur wirtschaftlichen Zerstörung Deutschlands … Das Reich konnte keinen anderen Weg finden, den Kopf über Wasser zu halten, als die inflationäre Notlösung, Banknoten zu drucken.“ (Hjalmar Schacht, „Die Stabilisierung der Mark“, 1927, zitiert nach Stephen Zarlenga, „Der Mythos vom Geld – die Geschichte der Macht“, 1999, Conzett Verlag Zürich)

Die Reparationsforderungen waren so hoch (einige sprachen vom dreifachen Volksvermögen Deutschlands) und erst noch in Fremdwährungen beziehungsweise in Goldmark zu begleichen, dass es für Deutschland zum vornherein unmöglich war, die Forderungen zu erfüllen. Das wussten fünftens auch die Finanzmarktteilnehmer, für die es offensichtlich war, dass die Reichsmark unter dieser Last zur Schwäche neigen würde.

Sie konnten sich sechstens sogar bei der Reichsbank unter den Augen der ausländischen Generalräte Kredite beschaffen und die Reichsmark leerverkaufen. Ein höchst einträgliches und fast risikoloses Geschäft.

Für beide, denn die Reichsbank konnte für das Gelddrucken aus dem Nichts Zinsen verlangen und sie für ihre privaten Eigentümer in Gewinne ummünzen. Die Leerverkäufer konnten die Reichsmark zu viel tieferen Kursen zurückkaufen, die Kredite mit Zins problemlos zurückzahlen und so noch grössere private Gewinne einfahren.

So erstaunt es nicht, dass die private Reichsbank solche Kredite in grossem Umfange vergab. Wie einträglich das Geschäft für die Leerverkäufer sein musste, zeigt sich daran, dass sich die Abwertung der Reichsmark immer schneller verzehnfachte und schliesslich im November 1923 bei 4,2 Billionen Mark für einen US-Dollar notierte.

Unsäglich der Reichtum, der da auf der Seite der Spekulanten geschaffen wurde – unsäglich die Armut, die dem deutschen Volk auferlegt wurde und die es bis heute nicht vergessen hat (aber nicht fähig war, die wahren Gründe zu durchschauen).

Glücklicherweise wurde Hjalmar Schacht, ein ausgebildeter Volkswirt mit langjähriger Bankerfahrung, im Laufe des Jahres 1923 Reichsbankpräsident. Er handelte umgehend und trocknete den Spekulationssumpf hocheffizient und schnell aus. Lassen wir es ihn in seinen Worten erklären:

„Am 22. November 1923 beschloss die Reichsbank, den Dollarkurs auf 4,2 Billionen Mark festzuhalten. … Die Spekulanten aber glaubten nicht, dass die Reichsbank auf die Dauer imstande sein würde, den Kurs zu halten, und kauften Dollar über Dollar auf Termin zu sehr viel höheren Kursen. Gegen Ende November erreichte der Dollar auf dem freien Markt der Kölner Börse einen Kurs von 12 Billionen. Die Spekulation war nicht nur wirtschaftsfeindlich, sondern auch dumm. In den Jahren vorher hatte man derartige Spekulationen betrieben entweder mit Krediten, die die Reichsbank reichlich gab, oder mit Notgeld, das man selber druckte und in Reichsmarknoten umtauschte.“ (HS S. 93)

„Die früher reichlich fliessenden Kredite der Reichsbank wurden nicht mehr gegeben … Es dauerte keine zehn Tage, bis der von der Reichsbank festgesetzte Kurs von 4,2 Billionen wieder erreicht war.“ (HS S. 93).

Schacht führte auch die Bestimmung ein, dass Devisenaufträge von den Banken nur auszuführen seien, wenn die volle Deckung dafür in deutschem Geld bei den Banken hinterlegt wurde. Sie war zwar von verschiedenen Instituten ungeachtet geblieben, aber nach einer Strafaktion durch Schacht auch gegen eine Grossbank doch erfolgreich durchgesetzt worden. (HS S. 95).

„Am 5. April 1924 ging die Verfügung hinaus, dass mit Wirkung vom 7. April keinerlei neuer Kredit gegeben werden würde, dass jede neuere Diskontierung von Wechseln eingestellt werde und Diskontierungen nur noch insoweit stattfinden könnten, als durch Rückzahlung von Krediten der Reichsbank wieder Gelder zuflössen.“ (HS S. 96)

„Nicht nur die Währung, sondern auch der Glaube an die Währung war mit dieser Aktion gerettet. Dieser Glaube stützte sich nicht auf lange Beweisführungen oder Masshalteregeln, er war erzwungen durch die Tat. Der Preisindex des Grosshandels, der im April noch 124 betragen hatte, ging schon im Juni auf 115 zurück.“ (HS S. 96)

„Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt funktionierte der deutsche Devisenmarkt reibungslos und vollständig.“ (HS S. 96) Das war im Juni 1924.

Schacht hatte es geschafft, die Spekulanten in die Wüste zu schicken (wie es die Bank of England auch mit Soros hätte tun sollen) und das deutsche Volk von der grausamen Hyperinflation zu befreien. Letztere war nicht primär die Folge einer masslosen Papiergeldemission durch den Staat, sondern eine solche durch die Reichsbank, die mit ihren privaten Eignern die Spekulationsorgie gegen die eigene Reichsmark zu immensen privaten Gewinnen nutzte und die unvorstellbaren Kosten dem deutschen Volk aufbürdete.

Dass letzteres noch heute die Konsequenzen einer neuerlichen Hyperinflation fürchtet wie der Teufel das Weihwasser, ist verständlich. Unverständlich ist indessen, dass die führenden deutschen Ökonomen bis heute nicht wahr haben wollen, dass es nicht der Staat, sondern primär die private Spekulation war, die die Wirtschaft in den Ruin stürzte.

So hat sich auch die deutsche Bundesbank aus offensichtlich falschen Gründen für ein Verbot monetärer Staatsfinanzierung eingesetzt, wie viele andere Notenbanken auch. Die meisten Ökonomen sind durch das oberflächliche Betrachten der historischen Ereignisse ebenfalls in die Irre geführt worden.

Einer der wenigen Ökonomen, die die monetäre Finanzierung von Staatsdefiziten begrüssten, war ausgerechnet der erzliberale Milton Friedman. (A Monetary and Fiscal Framework for Economic Stability, The American Economic Review, 38, p. 245-264, 1948) Es würde nicht erstaunen, wenn er die Weimarer Hyperinflation viel besser analysiert hätte als alle anderen. Wahrscheinlich ist er auch dem wahren Grund für das Verbot der monetären Staatsfinanzierung auf die Schliche gekommen.

Es liegt nämlich darin, dass die Grossbanken ihr Schuldenmonopol gegenüber dem Staat aufrechterhalten wollten und wollen. Ohne eigene Geldemission war und ist der Staat gezwungen, allfällige Staatsdefizite mit Schulden zu finanzieren. Die entsprechenden Gelder schaffen die Banken aus dem Nichts, verlangen dafür aber einen Zins (der reine Seignorage, also eine Rente ist). Sollte dies nicht genügen, begrüssen sie den Kapitalmarkt und können so an der Platzierung von Anleihen auch wieder gutes Geld verdienen.

Die Banken sind es, die am meisten Interesse an einer Verschuldung der Staaten (und übrigens auch der Privaten) haben, weil sie so ihr kostenlos gebuchtes Fiatgeld mit Zinsen „arbeiten“ lassen können. Das weltweite Verschuldungsproblem ist letztlich von Banken- und nicht von Staatshand initiiert worden. Und wenn es im Bankensystem einmal Probleme geben sollte, wie beispielsweise in der Finanzkrise, dann werden sie mit Staatsschulden aus dem Wege geräumt.

Auf Schulden wohlverstanden, an denen die Banken neuerlich mitverdienen – im Sinne eines Perpetuum mobile sozusagen.

All jenen Puristen, die die Staats- und anderen Schulden zurückfahren wollen, sei ins Tagebuch geschrieben, dass dies ohne deflationären Prozess nicht möglich ist, weil die gesamte Finanz- und Geldwirtschaft in der Zwangsjacke der Banken steckt. Denn der Abbau der Kredite wäre in unserem Geldsystem automatisch mit einer Reduktion des Bankenbuchgeldes und so der gesamten Geldmenge verbunden (es sei denn die Notenbanken würden die monetäre Basis und die ausstehenden Noten explodieren lassen, um die Wirkung auf die Geldmenge zu kompensieren). Wären alle Schulden getilgt, dann gäbe es in der heutigen Wirtschaftsordnung praktisch kein Geld mehr, denn dasselbe ist – wie nun sogar die SNB in ihrem Lexikon schreibt – durch Kredit entstanden. Unser heutiges Geldsystem ist letztlich inhärent schuldengetrieben: Ohne Schuld kein Geld.

Ohne Geld aber wäre die Wirtschaft in einer tiefen Depression – noch tiefer als in den 1930er Jahren. Wer heute massive Schuldenrückzahlungen fordert, propagiert implizit eine Geldpolitik, die die Volkswirtschaften zwingend in den wirtschaftlichen Abgrund führt. Deshalb sitzen die meisten Notenbanken ebenso in der Schuldenfalle wie die Staaten mit ihrer Fiskalpolitik. Ein Entrinnen gibt es für die Geldpolitik (und allenfalls auch die Fiskalpolitik) nur, wenn die Geld- von der Kreditschöpfung getrennt wird.

Vielleicht kann dieser ökonomische Sachverhalt den Schweizer Souverän ebenfalls zur Annahme der anstehenden Vollgeldinitiative bewegen – denn sie stellt diese Trennung in den Vordergrund.

Das Schuldenproblem lässt sich im heutigen Geldsystem wohl einzig und allein durch eine Inflationierung, also einer realen Entwertung der Schulden lösen. Das wissen auch die Notenbanken, und vielleicht haben sie den Boden dazu mit ihrer immensen Liquiditätsschwemme schon ganz bewusst vorbereitet – ohne dem Volk und insbesondere den Rentnern reinen Wein einzuschenken. Grundsätzlich gäbe es allerdings noch eine weitere Variante.

Das absolute „worst case“ Szenario für die Banken wäre, wenn Staat und Notenbank fusionieren würden. An sich gehören beide dem Volk, und der Gedanke wäre so abwegig ja gar nicht. Die japanische Notenbank besitzt bereits 44% der Staatsschulden, und wenn sie so weiterfährt, dann wird sie in einigen Jahren alle Anleihen des Staates in ihrem Portefeuille halten.

Wenn sich die beiden dann – mit oder ohne Volksabstimmung – zu einer Fusion entscheiden, dann werden alle Staatsschulden auf einmal einfach weg sein (ohne dass die Geldmenge zusammenbricht). Dies, weil sich Guthaben und Schulden gegenseitig aufheben.

Was spricht überhaupt gegen eine Fusion? Sicher die Interessen der Banken. Aber was sonst noch? Warum will das FED seine Bilanz überhaupt normalisieren? Warum schreitet es nicht mit den Aufkäufen von Staatsanleihen fort? Nur weil die Banken und die Neoliberalen dagegen sind?

Die einen wohl aus Gewinnsucht; die anderen aus ideologischen Gründen.

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38 Kommentare zu “Trilogie des Fiatgeldes (II): Das fraktionelle Reservesystem, die Mutter aller Finanzkrisen und die Quelle der Ohnmacht der Notenbanken

  1. Herr Zenger
    Ich habe ein Einkommen von ca. 20000 Franken im Monat und ein Barvermögen von 100000.
    Jetzt kauf ich mir ein Haus für 500000.
    Auf der Aktivseite meiner Bilanz habe ich nun 100000 und auf der Passivseite 400000. Hinzu kommt das derzeit geschätzte Vermögen von zusätzlichen 400000, welches im Haus investiert ist.
    Habe ich nun mein Vermögen um die 400000 erweitert, ist die Geldmenge nun um 400000 gestiegen?
    Ja, die Geldmenge ist zwar um die 400000 gestiegen, denn mein Hausverkäufer hat dieses Geld jetzt auf seinem Konto. Bin ich nun um 400000 reicher geworden?
    Nein, ich habe mein Geld um 400000 gezengert. Denn Zenger zengert das Geld und macht es damit zu vollgezengertem Geld.
    Zengernde Grüsse zengert Ihnen der Geldproduzent, denn Zenger x 100 = 100 Zenger.

  2. Christoph Zänger schrieb:
    Wären alle Schulden getilgt, dann gäbe es in der heutigen Wirtschaftsordnung praktisch kein Geld mehr, denn dasselbe ist – wie nun sogar die SNB in ihrem Lexikon schreibt – durch Kredit entstanden. 

    Wären alle Schulden getilgt, dann gäbe es sogar überhaupt kein Geld mehr! Geld kann nämlich nur durch Kredit entstehen. Allerdings muss da strikt zwischen Geld und Zahlungsmittel unterschieden werden.

    Würde man jedem Bürger jeweils zehn mal 100 Franken Scheine geben, dann hat jeder Zahlungsmittel im Betrag von 1000 Franken, aber niemand hat (zu diesem Zeitpunkt) Geld. Erst wenn der Eine bei einem Anderen etwas bezahlt, entsteht Geld.

    Aktueller Bestand minus Ausgangsbestand = tatsächlicher Saldo. So lautet die Formel für den tatsächlichen Saldo des Kreditsystems „Umlaufendes Geld“.

    ……………………………………………………
    Am Anfang:
    1000.- minus 1000.- = 0,00 also kein Geld und keine Schulden
    ………………………………………………………
    Aktueller Bestand = 500.- Ausgangsbestand = 1000.-
    500.- minus 1000.- = – 500.-
    ……………………………………………………..
    ist der aktuelle Bestand nach dem Zahlungsvorgang kleiner als der Ausgangsbestand hat der betreffende Beteiligte Schulden. (hier Schulden im Betrag von 500.- ).

    Wenn Zahlungsmittel an eine Gruppe von Wirtschaftenden ausgeteilt wird, dann ist das nichts anderes als ein (impliziter) Kredit.

    Nur: Wer ist hier der Gläubiger und wer ist der Schuldner im Kreditsystem namens „Umlaufendes Geld“?

    Die Gläubiger sind alle diejenigen Beteiligten, deren aktueller Bestand grösser als der Ausgangsbestand ist. Und die Schuldner sind diejenigen, deren aktueller Bestand kleiner als der Ausgangsbestand ist. Das verteilte Zahlungsmittel ist also nichts anderes als ein Kreditrahmen, der jederzeit (zinsfrei) in Anspruch genommen werden kann.

    Das heisst, man kann mit dinglichem Zahlungsmittel einen negativen Saldo darstellen. Und man benötigt hierfür sicher keine Antimaterie. 😉

    Wenn man das begriffen hat, dann kann man auch erkennen, dass die Finanzierung des Staates durch eigene, staatliche Zahlungsmittel-Schöpfung einen wichtigen nützlichen Nebeneffekt hat: Die Bildung des zinsfreien Kreditsystems „Umlaufendes Geld“. Es geht hierbei also um ZWEI Kreditsysteme: 1. die zinsfreie Finanzierung der Staatsaufgaben UND 2. die zinsfreie Finanzierung der „Kurzen Wirtschaft“.

    Und es gibt sogar noch einen positiven Nebeneffekt: Durch die Anwesenheit des „Umlaufenden Geldes“ ist es möglich, dass die Wirtschaft auch ohne ständigem Wachstum stabil bleibt. Denn vorher, hingen die Gewinne der Unternehmen von deren laufenden Neuinvestitionen ab. Mit dem Umlaufenden Geld, das durch autonome Staatsfinanzierung entstand, können nun auch noch dann Gewinne erzielt werden, wenn die Investitionen der privaten Wirtschaft der Folgeperiode kleiner als die der vorausgegangenen ausfallen. Nimmt der Betroffene den ausgegebenen Betrag wieder ein, ist der implizite Kredit wieder getilgt.

    • Und ich, mit meinem bescheidenen Geiste, dache immer, man kann insgesamt gar nicht mehr Schulden haben als Vermögen. Immerhin hat derjenige der mir Geld geliehen hat ja ein Guthaben, genau in der Höhe meiner Schulden. Wie also kann es mehr Schulden geben als Vermögen? Genau, nur dann wenn das Vermögen weniger hoch bewertet wird als die Schulden. Ist normalerweise ein Steuertrick, funktioniert aber auch und bei Konkursen um den Gewinn umzuverteilen.

  3. Das Ganze einmal anders betrachtet:
    (versuche mich kurz zu fassen)
    Da haben wir also die Hauptakteure: viele Geschäftsbanken, eine Zentralbank und den Staat mit all seinen Gebietskörperschaften.

    Das Thema Vollgel lassen wir vorerst einmal beiseite.

    Das Publikum einer Geschäftsbank verhält sich wie eine Volkswirtschaft. Und da es viele solcher Geschäftsbanken gibt, gibt es auch viele (kleine) Volkswirtschaften, die untereinander in einem wirtschaftlichen (Austausch-)Verhältnis stehen.

    Die Aufgabe des Clearings zwischen den Geschäftsbanken übernimmt die ZB.

    Die Geschäftsbanken schaffen Kredite. Es gibt dabei drei Kreditkategorien: Produktionskredite um die Produktion vom Rohstoff über die Zwischenproduktion bis hin zum Endprodukt finanzieren müssen. Dann gibt es Kredite, die den Erwerb der jeweiligen Endprodukte finanzieren und als Drittes noch solche Kredite, mit welchen der Erwerb von Objekten finanziert wird, die nichts oder nichts mehr mit er Produktionssphäre zu tun haben.

    Es gibt kein Verleihen von Geld, immer geht es um reale Vorleistung. Sei es in Form von Arbeitsergebnissen, Produkten oder z.B Immobilien. Hier ist Geld nur so etwas wie ein Eisenbahnbillet: Mit einer Fahrkarte alleine kann man nicht reisen, dazu ist halt auch noch ein Zug notwendig. Wenn wir eine Fahrkarte kaufen, kaufen wir natürlich die Zugreise und nicht das Stück Pappe. Und so ist es auch bei einem Kredit. Es geht nicht um kreditiertes Geld, sondern um das, was man damit erwirbt.

    Wenn wir von einem fraktionellen Geldsystem reden, geht es eigentlich um ein fraktales Kreditsystem: Auf Geschäftsbankenebene werden Kredite innerhalb der jeweiligen Geschäftsbank geschaffen und auf Zentralbankebene werden Kredite innerhalb eines Bankensystems geschaffen.

    Wenn wir den Weg des Geldes untersuchen, kommen wir nur unnötig durcheinander. Es ist sinnvoller den Weg der Schulden zu verfolgen, denn diese wandern ja mit den Gütern und mit dem Zeitpfeil. Jetzt könnte man meinen, dass Geld genau in die Gegenrichtung bewegt wird. Das tut es aber nur vermeintlich, denn auch Geld kann nicht von der Zukunft in Richtung Gegenwart oder Vergangenheit wandern. Tatsächlich entsteht, besteht und vergeht es immer nur.

    Wie auch immer, „Geldschöpfung“ ist irrelevant, entscheidend ist die Schuldenschöpfung bei der Schaffung von Krediten. Die Vorstellung einer „Reserve“ ist Unsinn.

    Nehmen wir ein Beispiel: Eine Geschäftsbank schafft einen Kredit, damit Kunde A ein Gut von Kunde B kaufen kann. Dabei fliessen Schulden von B zur Bank und von der Bank zu A. Wie kann man das verstehen? Dadurch, dass B Schulden an A gibt, entstehen bei B negative Schulden, also ein Gegenverrechnungs-Guthaben (=Geschäftsbankengeld).

    Nehmen wir nun an, dass A ein Kunde der Bank X ist und B ein Kunde der Bank Y. Nehmen wir weiterhin an, dass via ZB verrechnet wird:

    Dann fliessen Schulden von B zu Bank Y, von Bank Y zur ZB und von der ZB zur BankX und von dort zu A. A hat nun Verbindlichkeiten gegenüber Bank X und B hat nun GB-Geld, also negative Schulden gegenüber der der Bank Y. (dass B u.U. sein Guthaben in ZB-Geld haben will, lasse ich der Einfachheit weg).

    Wenn wir von „Geldmenge“ reden, geht es eigentlich um die Summe der negativen Schulden gegenüber der ZB oder gegenüber den Geschäftsbanken.

    Bringen wir nun den Staat ins Spiel. Der Staat erfüllt auf der einen Seite seine öffentlichen Aufgaben und erhebt auf der anderen Seite Steuern. D.h. die Schulden entstehen hier bei den Lieferanten oder den Beschäftigten des Staates gehen von dort zum Staat und von dort zu den Steuerpflichtigen. Über das Marktgeschehen kommen dann die Schulden wieder zu den genannten Lieferanten und Staatsbeschäftigten zurück, wo sie neutralisiert werden.

    Kommen wir zum Vollgeldsystem:
    Vorher hatten wir ein Verhältnis:
    A-BankX-B
    und im Falle der Überweisung an eine andere Bank:
    A- BankX – ZB – BankY -B

    In einem Vollgeldsystem ist immer auch die ZB (als „Monetative“) im Spiel, so dass die erste Anordnung so ausfällt:

    A -BankX – ZB – BankX -B
    Hier verlaufen also die Schulden von Kunde B zur BankX von dort zur ZB und von dort weder zur BankX um dann bei Kunde A zu landen.

    Da kann man sich nun Fragen, wo da der Vorteil liegt. Aber egal.

    Kommen wir zurück zum Staat:
    Was spricht eigentlich dagegen, wenn der Staat seine Aufgaben finanziert, indem er eigenes Geld emittiert? Das wäre dann so: Der Staat bezahlt seine Lieferanten und Beschäftigte mit „Taxgeld“. Taxgeld wären dann negative Schulden gegenüber dem Staat. Der Staat emittiert auf der einen Seite Taxgeld und zieht es wieder durch Steuererhebung ein. So wie es oben als Schuldenlauf dargestellt wurde.

    Wenn nun der Staat die Steuern zeitversetzt einzieht, dann bleibt immer eine Taxgeldmenge im Umlauf. Entsprechend steht dann ein Passivum beim Staat. Immer wenn so ein Zahlungsmittel im Umlauf bleibt, kann dieses ein unbemerktes Kreditsystem innerhalb der Anwender bilden. Die Leute meinen es wäre ein Tauschmittel, tatsächlich ist es aber ein Kreditmittel oder genauer gesagt ein Kreditmedium um einen Tausch vorfinanzieren zu können.

    Hier kann man auch erkennen, dass es eine „lange Wirtschaft“ und eine „kurze Wirtschaft“ gibt. Die „lange Wirtschaft“ entsteht durch lange Produktionsketten mit vielen Etappen und die „kurze Wirtschaft“ mit sehr kurzen Produktionszeiten. Die lange Wirtschaft muss durch kollateralpflichtige Geschäftsbanken-Kredite finanziert werden und die kurze Wirtschaft kann bereits durch „Umlaufendes Geld“ zinsfrei finanziert werden.

    Der Witz ist nun, dass wenn immer genügend Taxgeld im Umlauf bleibt, man sich die ZB ersparen kann. Die Geschäftsbanken können dann mit Taxgeld untereinander verrechnen. Und alle Guthaben bei den Geschäftsbanken wären dann Forderungen auf Taxgeld.

    Dieses System wäre überhaupt kein Problem, im Gegenteil damit könnte man sogar kontrazyklisch operieren: Immer wenn die Privatwirtschaft deflationär wird kann der Staat investieren, worauf die Privatwirtschaft wieder mehr investiert, weil die Tilgaussichten besser geworden sind. und wenn die Privatwirtschaft inflationäre Tendenzen zeigt, kann der Staat seine Investitionen herunterfahren oder die Steuern erhöhen.

    Damit hätten wir ein Modell, das eine Wirtschaft ermöglicht, die auch ohne ständigem Wachstum auskommen kann.
    Für die kleinen Geschäftsbanken hätte das auch manche Vorteile. Nur für die grossen Finanzinstitute ergeben sich dadurch erhebliche Nachteile. Die ganze Profiterzielung durch verzinsliche Staatsverschuldung (weltweit) fiele dann weg. und das werden sich die betreffenden Kreise wohl leider kaum bieten lassen. Finanztechnisch wäre das Problem gelöst aber eben nicht machttechnisch.

    Manchmal denke ich, man sollte die Analyse und Problemlösungen der volkswirtschaftlichen Vorgänge statt den Ökonomen lieber den Gas-Wasser-Heizungs-Installateuren überlassen. Da käme am Ende vielleicht mehr dabei heraus. 😉

    Grüsse, enrico

  4. Ein paar Fragen können auf weitere Hintergründe (die eigentlich nicht sichtbar sind) hinweisen:

    – warum ist der Sitz der BIZ exterritorial – also nicht unter Schweizer Rechtsprechung? und was ist sonst noch so exterritorial?

    – wenn Geldschöpfung so was profanes ist, warum muss es neutrale Standorte geben?

    – inwiefern spielt die Fiktionstheorie eine Rolle?

    – Warum findet man im Internet dabei fälschlicherweise fast nur den Hinweis auf die juristische, aber nicht auf die natürliche Person?

    – was meinte Martin Schulz mit seiner Bemerkung „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“?

    – kann es ein Insider gewesen sein? => Kollateral => mehr Wertpapiere => mehr „Geld“?

    – warum müssen „die Pferde saufen“ (warum braucht es immer mehr Geldwachstum)?

    – warum sind Scheidungen offenbar so kompliziert? (also nicht nur mental sondern auch verwaltungstechnisch)?

    – warum wollen viele Staaten das rechtliche Konstrukt Ehe ausweiten?

    – könnte die erwünschte Bargeldabschaffung u.a. mit Haftung zu tun haben?

  5. „that credit arrangements could play a significant role in future business cycle theory.“

    Ja, das ist so korrekt und wurde von Ray Dalio sehr schön visualisiert: http://www.economicprinciples.org/de/index.html.

    It’s the credit cycle, stupid.

    Dalio plädierte 2016 für Helikoptergeld: https://www.reuters.com/article/us-funds-bridgewater-dalio/bridgewaters-dalio-helicopter-money-might-help-u-s-economy-idUSKCN0VR0EH

    Das ist letztlich nichts anderes als der Vorschlag von Milton Friedman, den er 1948 in dem von Zenger erwähnten Paper gemacht hat. Damit hatte sich auch Randall Wray 2002 befasst: https://papers.ssrn.com/sol3/Delivery.cfm/SSRN_ID1010174_code55043.pdf?abstractid=1010174&mirid=1

    Mein Vorschlag geht in eine ähnliche Richtung und führt sukzessive zu einem 100 % Reservesystem: https://zinsfehler.com/2016/09/25/ein-geldpolitisches-manifest-fuer-europa/. In eine ähnliche Richtung gehen die Autoren Jürg Müller und Jonathan McMillan mit ihrem Buch „Das Ende der Banken“: http://www.batz.ch/2018/02/banken-abschaffen/.

    LG Michael Stöcker

  6. Als einem Nicht-Fachmann, der ich bin, sind einige Sätze schon eingefahren. Zum Beispiel: „Wären alle Schulden getilgt, dann gäbe es in der heutigen Wirtschaftsordnung praktisch kein Geld mehr, ….“
    Diesen Satz vergleiche ich mit der Tatsache, dass fast in allen Staaten der EU (und USA) die Schulden laufend und zum Teil stark am Steigen sind, auch zum Beispiel im Lande Valencia und in Spanien, das ja als Musterknabe der EU gilt und das stärkste Wachstum hat. Aber, so sagt man, die Schulden stiegen ja nicht so schnell wie das Wachstum, und damit sei alles OK und im Butter! Im Butter? Tja, die Schulden sind konkret, aber das Wachstum? An den Teuerungsindex glaube ich schon lange nicht mehr.
    Mein XMV (xunde Mänscheverstand) sagt mir, dass hier etwas nicht stimmen kann, dass „das System“ in eine Sackgasse läuft, aus der es kein Entrinnen geben wird.
    Und jetzt werden die Fachleute kommen und mir sagen, solche Fragen seien eben dem Volk nicht vermittelbar (O-Ton Merkel vor dem Deutschen Bundestag).

    • Der Rückbauer

      Weil Geld nur aus dem Nichts, wie denn sonst, mittels Bankkreditvergaben und Bankinvestitionen geschöpft wird, ist es nur logisch, dass im Umkehrschluss, kein Geld mehr vorhanden wäre. Ohne Geld keine Wirtschaft, also wird immer ein Schuldenstock bleiben. Bsp. Hypotheken in der Schweiz.
      Um Krisen inszeniert auf Knopfdruck , wie 2007, und Interessenkollusionen zu vermeiden, ist eine klare Trennung zwischen Geldschöpfung = Zentralbank und Verwaltung = Geschäftsbanken zwingend notwendig. Siehe meine Beschreibungen in diesem Blog!

      Das Vollgeld ist richtig aber nicht wie es die Initianten wollen!

      Den Zahler-Mythos entschlüsseln würde den Paradigma Wechsel vom Führungsinstrument Unterdrückung mittels Existenzkampf und Armut hin zur Begrenzung der Begehrlichkeit bedeuten.
      Der Zahler Mythos ist auch in der Verfassung verankert. Warum wohl?
      Die Beteiligung am Gemeinwohl nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, verleugnet den Konsument oder Nutzer als einzigen Zahler! Warum man demnach die Abwicklung des Wirtschaftsleistung nicht direkt zwischen Wirtschaft und Staat abrechnet und dafür eine völlig unsinnige Aufteilung auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer, vornimmt, kann ich nur als Betrug werten. Die Bildung negiert dieses Paradoxon! Warum wohl?

  7. Lustigerweise sind die eigentlich einfachsten Fragen im Geldsystem recht schwer zu beantworten:

    Wer schuldet eigentlich wem was?
    Wer emittiert was? Und mit welchem Hintergrund?

    • Peter Keller

      Bei der Geldschöpfung kann keine Verbindlichkeit entstehen, nur die Verpflichtung, dass das Guthaben auch auf eine andere Bank übertragen werden kann.

      Die meisten von den Ökonomen, verstehen das Geldsystem nicht, verwendeten Begriffe stehen nicht im Einklang mit dem Geldsystem!

      Nicht so einfach!

    • @Genossenschafter

      Nun das Wort Guthaben weist ja darauf hin, dass man was zugute hat.

      Das bringt die abstrakte Frage von wem?
      In unserer globalisierten Welt können wir von allen Ecken Ländern von natürlichen und juristischen Personen Leistungen und Güter beziehen wenn wir mit dem Geld (indirekt mit Währungsumtausch) „bezahlen“.

      Somit ist auf erstem Blick beim Leistungserbringer keine Schuld. Aber warum soll er eine Leistung im Austausch von etwas erbringen das er bei niemanden einfordern kann?

      Sind Sie sicher, dass es keine Schuld (oder Haftung) gibt?

      Wie ich hier oft geschrieben habe, hat die SNB keine Pflicht uns als normalen Bürgern etwas anderes als Banknoten und Münzen gegen das Geld einzutauschen.

      Aber so einfach kann es doch nicht sein, oder?

      Ein paar Fragen können auf weitere Hintergründe (die eigentlich nicht sichtbar sind) hinweisen:

      – warum ist der Sitz der BIZ exterritorial – also nicht unter Schweizer Rechtsprechung? und was ist sonst noch so exterritorial?
      – wenn Geldschöpfung so was profanes ist, warum muss es neutrale Standorte geben?
      – inwiefern spielt die Fiktionstheorie eine Rolle?
      – Warum findet man im Internet dabei fälschlicherweise fast nur den Hinweis auf die juristische, aber nicht auf die natürliche Person?
      – was meinte Martin Schulz mit seiner Bemerkung „Was die Flüchtlinge uns bringen, ist wertvoller als Gold“?
      – kann es ein Insider gewesen sein? => Kollateral => mehr Wertpapiere => mehr „Geld“?
      – warum müssen „die Pferde saufen“ (warum braucht es immer mehr Geldwachstum)?
      – warum sind Scheidungen offenbar so kompliziert? (also nicht nur mental sondern auch verwaltungstechnisch)?
      – warum wollen viele Staaten das rechtliche Konstrukt Ehe ausweiten?
      – könnte die erwünschte Bargeldabschaffung u.a. mit Haftung zu tun haben?

  8. Langer Rede kurzer Sinn, die Kredite werden alle durch die Zentralbank (Staat) gewährt. Am Tag der Einführung des Vollgeldes gehen alle Bankkredite ohne Prüfung und unbesehen in vollem Ausmass an die ZB. Die Guthaben bei den Banken gehören alle den Privaten, somit sind wir am Punkt: Alle Schulden verstaatlicht, alles Vermögen privatisiert. Und was genau ist er Sinn dieser Sache?

    • Karl Kritik

      Nein eben nicht. Zuerst müssen die Dossiers auf die Produktivkraft geprüft und die notwendigen Abschreibungen gemacht werden. Die Verrechnung mit den Eigenmittel ist klar. Ein höherer Bedarf wird als Negative Geldmenge verbucht.
      Eine Haftung der Bürger kann gar nicht entstehen, weil es sich um Zentralbankgeld handelt! Zirkuliert ewig!

      Eine korrekte Geld- und Bankensystemreform:
      Die klare Trennung von Geldschöpfung = Zentralbank und Verwaltung = Geschäftsbank, würde zusätzlich die Interessenkollusionen und Liquidität- und Eigenmittelspiele beenden!

      Das Vollgeld ist ein Murks! NEIN um die Türe für obige Reform offen zu halten?

  9. Tja Herr Zenger…………….

    Was er sollte, das kann der Staat gar nicht mehr leisten.
    Denn seit er faktisch nur noch Soziale….. besser gesagt Linkspolitik betreibt, braucht der Staat das Geld wie der Drogensüchtige den nächsten Schuss.

    Er gibt immer mehr aus als er hat, baut kaum iemals seine Schulden ab, sonder vererbt sie den späteren Generationen, und bleibt also au die Banken und das jetzige System angewiesen.

    Das solche Staaten das Finanzsystem endlich auf gesunde Füssen stellen, es gesetzlich regulieren, gewissen Exzesse ein für alle mal verbieten, darauf können wir lange warten.
    Darum ist es zur Vollgeld Initiative gekommen.

    Nun ja, meiner Meinung nach werden wir damit fortfahren bis es Crasht, dabei wird gerade der wenig Besitzende seinen kleinen Teil Auch noch verlieren, zB. seine Pension. Erst dann kommt dann hoffentlich die Eruption die alles wegspült und zwar auch ein für alle mal.
    Die Kreise die uns jetzt noch belächeln weil wir Arbeiten, wehe ……………..

  10. Interessant……………
    Auch wenn ich einiges mehrmals durchlesen musste um es abwägen zu können.

    Das es immer noch Kommentatoren gibt die glauben ein ZB könne nicht Pleite gehen…….
    Die Ökonomie lässt sich niemals längerfristig betrügen, denn dazu bräuchten wir einen neuen Menschen, aber das schafften Sozis und Kommunisten nicht mal im Ansatz.

    Der Eigennutz des Menschen übersteht alles, kann nicht unterdrückt werden.

  11. So langfädig leider, daß man aufhört, zu lesen. Keine Zwischenüberschriften, keine klaren Absätze. Es wird gesprungen. Von FED zu Reichsbank usw.

    Hinterher weiß man nicht mehr, sondern weniger, sofern man überhaupt bis zum Schluß liest.

    • Sie tun so als wäre die Geldschöpfung schon immer in den Händen von Geschäftsbanken gelegen!
      Können Sie sich vorstellen das Geldschöpfung auch einmal funktioniert hat, bevor es überhaupt so ein Unding wie die doppelte Buchhaltung gegeben hat…?

  12. Herr Christoph Zenger

    Das Vollgeld ist nicht die Lösung, Ihrer Aufzählungen, weil man von Kundenguthaben keine Kredite gewähren kann!
    Betrug für den Stimmenfang?

    Gratulation zu der kurzen Zeitreise der Geldschöpfung aus dem Nichts, wie denn sonst, welche schon seit mehr als 4000 Jahren (Mesopotamien) existiert. In der heutigen Form, seit ca. 200 Jahren (Bank of England).

    Dr. Marc Meyer spielt sich als Zampano des Geldsystems auf, ohne es jedoch verstehen zu können.

    Das Reservesystem welches immer erwähnt wird, ist die Geldschöpfung der Zentralbank mit ihren Kunden den Geschäftsbanken mittels Geld- und Offenmarktgeschäften (sollte verboten sein). Diese Manöveriermasse (keine Durchlässigkeit = nur Bargeld) wird zur Begrenzung der Transportfähigkeit der von den GB geschöpften Buchgeldes und somit der Einschränkung der bankübergreifenden Auswirkung einer Kreditvergabe. Diese gesetzliche Liquidität können von Banken, welche mit diesen Eigengeschäfte der ZB nicht direkt „begrüsst“ werden, nur mittels Kundenakquisition bei diesen Banken, anteilig „abwerben“!

    Eine reine unsinnige Spielform!

    Ein zukunftstaugliche Reform muss eine klare Trennung zwischen Geldschöpfung einerseits und Verwaltung andererseits beinhalten (Raster):
    1. Zentralbank = Geldschöpfung mittels Kreditvergaben (Eigengeschäfte und AG Form verboten)
    2. Geschäftsbanken = Verwaltung der Geldschöpfung
    3. Staat in Sonderstellung Abdeckung des Gemeinwohlbudgets schulden- und zinsfrei. Keine Privatanleihen erlaubt!
    4. Regional- und Lokalwährungen sind möglich

  13. Zenger
    Sie sprechen von „fraktionellem Reservesystem“. Einem Begriff, den Sie, zumindest indirekt, der amerikanischen Propaganda „fractional reserve system“ ungeprüft nachplappern.
    Gemäss Vollgeldinitianten ist das Bankensystem fraktional, weshalb es abgeschafft gehöre und nur noch das zur Ausleihung vorgesehene und den Banken geliehene Geld „ausgeliehen“ werden dürfe.
    Ihrem Gedankengang folgend, wird also der Bank Geld geliehen. Diese darf dieses dann weiter ausleihen. Nun erhält also ein anderer als der Darleiher das Geld. Dieser hat nun eine Schuld und gibt dieses Geld aus, worauf ein anderer wiederum dieses Geld besitzt und zur Bank bringt. Jetzt haben also zwei verschiedene Personen Anspruch auf dasselbe Geld. Wir sind aufgrund Ihrer seltsamen Logik, welche jeglichen Buchhaltungskenntnissen entbehrt, also wieder an demselben Punkt angelangt…
    Wieso sprechen Sie nicht auch bei den Versicherungen von fraktionellem Versicherungswesen? Da zahlt jemand mittels Einmaleinlage eine Lebensversicherung ein. Die Versicherung wiederum begibt mit diesem Geld einen Hypothekarkredit, worauf der Hauskäufer das Geld dem Hausverkäufer bezahlt. Dieser kauft sich wiederum mit diesem Geld per Einmaleinlage eine Lebensversicherung. Die Versicherung schuldet nun dasselbe Geld zwei verschiedenen Personen als Lebensversicherung. Soll die SNB nun also auch noch das Versicherungsgeschäft übernehmen, denn die Versicherungen haben niemals so viel Geld in der Kasse wie sie aus den Lebensversicherungen schulden. Dasselbe gilt natürlich mutatis mutandis für beinahe alle Unternehmen: keines hat so viel Geld in der Kasse wie es als Fremdkapital schuldet.
    Ich vermute mal sehr, dass Herr Dr. Meyer recht hat, dass die Vollgeldidee kommunistisch ist. Alle Macht der Zentralbank.

    • Realist

      Vollgeld ist richtig aber nicht wie es die Reform vorsieht. Aus Kundenguthaben können keine Kredite vergeben werden, weil die Gelschöpfung genau umgekehrt funktioniert. Diese Betrugslehrmeinung darf die Fakultät Ökonomie immer noch ungestraft, dozieren. Marc Meyer ist Ökonom. Einzig Prof. M. Binswanger beschreibt das Geldsystem einigermassen richtig!
      Damit verbunden ist der Zahler-Mythos, welcher das Führungsinstrument Unterdrückung mittels Existenzkampf und Armut, erst ermöglicht. Sich an das eigene Denkvermögen erinnern, nicht einfach Meinungen kopieren, könnte helfen?

      Die Banken verleihen kein Geld, sie gewähren Kredite! Es findet keine Abbuchung der Kundenguthaben statt. Einzig im Treuhandverhältnis, verleiht der Private an einen bestimmten Kreditnehmer Geld. Es findet eine Passivgeldumlage statt.

      Das heutige Bankensystem funktioniert eigentlich als Treuhandderivat, weil das Guthaben aus der Gelschöpfung, nicht auf Geheiss der Bank zum Schuldner zurückfliesst.

      Mit der Bewertung Zentralbank als Gelschöpfer = Kommunismus, kann ich mich nicht anschliessen. Heute bestehen einfältige Regulative (Liquidität und Eigenmittel), welche Krisen auf Knopfdruck, sie 2007, jederzeit ermöglichen.
      Die klare Trennung von Geldschöpfung und Verwaltung ist das Gebot der Stunde. Wobei Eigengeschäfte und AG Form für die ZB wegen Interessenkollusion, verboten sind.

      Dr. Marc Meyer, meint als Geldzampano, dass die Geschäftsbanken, ihr Saldo bei der Zentralbank beeinflussen könnten. Systemisch gar nicht möglich! Die ZB schöpft mit den GB, die Spielform Liquidität als Manöveriermasse für den bankübergreifenden Zahlungsverkehr! Auch meint er, das Volk hafte für die Geldschöpfung der Zentralbank, obwohl dies gesetzlich klar völlig anders definiert ist. Die ZB kann systemimmanent nicht Pleite gehen.
      Die Staatsschulden (Währungshoheit)negativ bewerten, wie es die einfältigen Ökonomen und Regierende tun, ist ungefähr so, wie wenn man das Wasservorkommen als zu nass, bezeichnen würde!

    • Bender
      Sie gehen weder auf meine Stellungnahme ein noch widerlegen Sie sie, weshalb ich keine Veranlassung sehe, auf Ihr Geschreibsel einzugehen.

    • @Bender
      „Die ZB kann systemimmanent nicht Pleite gehen.“
      Erklären Sie mir, warum Griechenland pleite gehen kann.

    • @Georg Bender

      Sie haben offenbar ein „Marc Meyer Problem“ wie andere auch.

      Weshalb ist mir egal.

      Ich klinke mich jetzt aus dieser wirren Diskussion hier aus. Ich habe Gescheiteres zu tun.

      Sie können sich also beruhigen und Sätze ohne Ausrufezeichen mehr schreiben.

      Schönen Abend

      Marc Meyer

    • Realist

      Kein Geschreibsel, sondern die Beschreibung des Geldsystems. Es würde sich sicher lohnen es begreifen zu wollen?

      Vollgeld NEIN, um die Türe für eine zukunftstaugliche Reform offen zu halten!
      Um Interessenkollusionen und Delkredererisiko zu vermeiden, bin ich für eine klare Trennung zwischen Geldschöpfung und Verwaltung (siehe meine Antwort an Zenger vom 1.04.18). Eine klare Verbesserung zum heutigen Risikosystem auf Knopfdruck!

      Das Vollgeld gibt vor, dass man aus Kundenguthaben (Einlagen gibt es nicht, woher auch) Kredite gewähren könne. Ungefähr so, wie wenn man leben kann bevor man geboren wurde. Diese Betrugslehrmeinung dürfen die Ökonomen nach wie vor, ungestraft an den Unis dozieren! Stimmenfang!

      Das Versicherungsgeschäft dient der Absicherung. Wie alles im Leben, gibt es für gar nichts eine Sicherheit. 2007 musste die grösste Versicherungsgesellschaft vom Staat gerettet werden, weil der Dominoeffekt hätte auch das Bankensystem in Mitleidengeschaft gezogen. Es gibt für alles eine Lösung! Es ist alles nu rein Spiel!

      Unterschied Banken- zum Versicherungssystem:
      Das Geschäftsbankensystem übernimmt eindeutig inbezug auf die Geldschöpfung ein Treuhandderivat.
      Aus der Geldschöpfung kann eigentlich keine Verbindlichkeit entstehen, sondern nur die Verpflichtung, den Zahlungsverkehr zu sichern. Ökonomen verstehen das Geldsystem nicht, darum sind die meisten Begriffe falsch, weil sie nicht im Einklang mit dem Geldsystem stehen.
      Die Zentralbank kann systemimmanent und von Gesetzes wegen nicht Pleite gehen. Damit wird die Verpflichtung im Gesamten erfüllt. Wenn einzelne Geschäftsbanken zu wenig Liquidität besorgen können, oder der erlittene Verlust höher ist als die Eigenmittel, spricht man von Zahlungsunfähigkeit. Somit kann man Krisen auf Knopfdruck inszenieren. Der Ausgleich, mit Interbankkrediten wird gestoppt. 2007 der Hauptgrund der Krise!

    • Herr Dr. Marc Meyer

      Ich habe mit Ihnen als Mensch doch kein Problem. Nur in Ihrer Geldsystem-Phantasiewelt fühle ich mich nicht wohl!

    • Genossenschafter
      Es ändert sich nichts, wenn Sie Ihr Geschreibsel unter anderem Pseudonym wiederholen.

    • Hallo Christoph Zenger
      Ist es möglich, dass Sie auf meine Argumente eingehen, ohne dass Sie sich selbst widersprechen? Wohl kaum! Darum gehen Sie nicht auf die Diskussion ein, sondern behaupten einfach irgendwelchen Blödsinn.
      Es tut mir sehr, sehr leid, dass ich Sie nicht mehr ernst nehmen kann, weil Sie nicht gewillt sind, auf eine Diskussion einzugehen, die Ihre haltlose Theorie zweifellos entblössen würde.

    • Hallo Christoph Zenger
      Wo bleiben Sie? Sind Ihnen Ihre obskuren Argumente ausgegangen?
      Darf ich Sie höflichst anfragen, wem Sie sich andienen und von wem Sie für Ihren Schrott bezahlt werden?

    • Sehr geehrter Herr Realist
      Aus zeitlichen Gründen kann ich die Kommentare zu meinen Artikeln leider nur sporadisch lesen. An sich widerstrebt es mir auch, auf anonyme Kommentare zu antworten, insbesondere dann, wenn sie die üblichen Höflichkeitsformen nicht gerade hochhalten.
      In Ihrem Fall muss ich jedoch eine Ausnahme machen. Ihre Argumentation liefert eine vortreffliche Beschreibung einer Vollgeldbank, die das ihr anvertraute Geld in der Tat nur einmal ausleihen kann. Diesem Vorbild entspricht etwa die Ersparniskasse Affoltern im Emmental, die mehr als 100% ihrer Kredite durch Spargelder gedeckt weiss (NZZ 31. März 2018, S.31). Das ist de facto eine Vollgeldbank, wie wir Vollgeldler sie uns wünschen.
      Ihre Beschreibung trifft aber leider für andere Banken und unser heutiges Geldsystem nicht zu.

      Wenn Sie 10 Tausendernoten auf Ihr Bankkontokorrent einzahlen, dann kann die Bank daraus im Extremfall Kredite von 400‘000 (!) CHF sprechen. Warum? Weil sie bloss eine Mindestreserve von 2.5% halten muss (2.5% von 400‘000 sind Ihre 10‘000! Das ist das Fraktionelle und nicht irgendeine amerikanische Propaganda. So etwas können weder die Versicherungen, noch irgendein anderes Unternehmen. Auch Sie als Realist nicht). Die Bank hat damit 390‘000 Giral- oder Bankengeld geschaffen – einzig und allein mit dem Versprechen, dass sie es bei Bedarf in richtiges Geld (Münzen und Noten) umtauscht. Die Bank hat natürlich dann Pech, wenn Sie Ihr Geld in einem Monat schon wieder beziehen (Sie hätten es, weil es ein Kontokorrent ist, bereits am nächsten Tag schon wieder beziehen können!). Was macht sie dann? Ja, sie holt es von einem anderen „Realisten“. Und wenn zu viele „Realisten“ ihr Geld wollen, dann muss die Bank Konkurs anmelden bzw. sie wird vom Staat bzw. der der SNB gerettet oder die FINMA saniert sie mit den Geldern der „Pechvogel-Realisten“. An diesem Beispiel sehen Sie wie vernünftig es ist, wenn man die Banken eigenes Geld buchen lässt, das einem vagen Versprechen entspricht, es jederzeit (!) in richtiges Geld umzutauschen.

      Natürlich sind die 400‘000 CHF ein Extremwert. Bei einer kleinen Bank fliesst ihr Giralgeld praktisch vollständig ab, so dass sie – wie die erwähnte Ersparniskasse Affoltern – nur Ihre 10‘000 weiterleihen kann. Je grösser indessen die Bank, umso wahrscheinlicher ist es, dass ein Teil der gesprochenen Kreditgelder wieder bei ihr landet und sie so entsprechend Giralgeld schöpfen kann. Das Bankensystem als Ganzes wird mit Ihren 10‘000 CHF wohl in die Nähe des theoretischen Wertes von 400‘ bzw. 390‘000 kommen. Vor diesem Hintergrund sollte auch klar sein, warum kleine Banken von der Vollgeldinitiative kaum betroffen sein werden. Die Ersparniskasse Affoltern würde möglicherweise sogar profitieren.

      Die Bank hätte sich mit Ihren 10‘000 CHF aber „auch selbst einen Kredit geben“ und einen Hedgefonds im Werte von 400‘000 kaufen können. Bereits bei einem Verlust von 2.5% wäre Ihr Geld weg gewesen. Mit den Subprime-Anlagen der UBS gings noch viel stärker ins Minus, weshalb die Bank – quasi übers Wochenende – gerettet werden musste.

      Vielleicht war es im Jahre 2008 wirklich so, dass die CS CHF 250 Mio. bei ganz besonders betuchten „Realisten“ einsammelte und darauf basierend „Investoren“ einen Kredit von 10 Milliarden (!) sprach, welcher in Aktien der CS „investiert“ wurde. Demnach hätte sich die CS grösstenteils selbst an den Haaren zum Finanzkrisen-Sumpf hinaus gezogen. (https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/cs/risikoreiche-geschaefte-der-credit-suisse-mit-katar/story/18978186; https://insideparadeplatz.ch/2017/06/06/credit-qatar-steht-auf-falscher-seite/). Das kann keine Versicherung und auch kein anderes Unternehmen!

      Lieber Realist, ich glaube, dass auch Sie bei einer vertieften Analyse des bankmässigen Geldschöpfungsprozesses zum Schluss kommen werden, am 10. Juni dem unseriösen Bankgebaren mit einem JA an der Urne etwas Einhalt zu gebieten.

    • Christoph Zenger

      Sie schreiben: „Ihre Argumentation liefert eine vortreffliche Beschreibung einer Vollgeldbank, die das ihr anvertraute Geld in der Tat nur einmal ausleihen kann. Diesem Vorbild entspricht etwa die Ersparniskasse Affoltern im Emmental, die mehr als 100% ihrer Kredite durch Spargelder gedeckt weiss“

      Sie machen mich glücklich! Die UBS hatte Ende 2017 knapp 320 Mia. ausstehende Kredite, denen rund 409 Mia. Kundenguthaben gegenüberstanden, also mehr als 100 %.

      Offenbar ist die UBS nach Ihrer Definition eine Vollgeldbank und die Vollgeldler produzieren einen Sturm im Wasserglas?

      Könnte es sein, dass Sie in Buchhaltung nicht sattelfest sind?

      Hinweis: Buchhaltung üben, üben, üben und nochmals üben! Es ist ja nicht ganz auszuschliessen, dass Sie sie doch noch einmal verstehen.

      Höflichste Empfehlung

      Realist

    • Christoph Zenger

      Oh Schreck, jetzt ist auch die CS eine Vollgeldbank: Krediten von 283 Mia. stehen Ende 2017 Kundeneinlagen von 362 Mia. gegenüber. :-)))

      Mit laut lachenden Grüssen

      Realist

    • Christoph Zenger

      So, jetzt mache ich mir sogar noch die Mühe, Ihnen eine Eselsleiter anzubieten, sodass es sogar der Dümmste versteht, was in einer Bank abläuft.

      Kredit kommt von Glauben (lat. credere = glauben), Gläubiger. Eine Bank gibt jemandem Kredit, wenn sie glaubt, dass die betreffende Person resp. Firma das Geld zurückzahlt und sie wird damit zum Kreditor (kaufmännisch), also der Gläubigerin des Kreditnehmers.
      Die Bank leiht also nicht Kundengelder aus, sondern sie kreditiert den Schuldner. Sie bucht also: Kredit an Guthaben Kunde (oder Kredit an Guthaben Kunde bei einer anderen Bank) – und niemals Kredit an Kasse. (Falls der Kunde das Geld bar beziehen möchte, so bucht die Bank in einem zweiten Schritt Guthaben Kunde an Kasse.)

      Anders ausgedrückt und einfach erklärt: Sie kaufen ein Haus. Da Sie das Geld nicht haben, müssen Sie sich verschulden. Da Ihnen der Hausverkäufer nicht traut und sein Geld sofort will, gehen Sie zur Bank und fragen einen Kredit nach. Statt dass Sie nun buchen Haus an Guthaben Hausverkäufer, buchen Sie Haus an Hypothekarkredit. Die Bank bucht Hypothekarkredit an Guthaben Hausverkäufer. Die Bank ist also Mittlerin zwischen Ihnen und dem Hausverkäufer, sodass der Hausverkäufer sofort über das Geld, das Sie in unserem Beispiel nicht haben, verfügen kann.

      Wenn nun der Hausverkäufer sein Guthaben, sprich Geld, benötigt oder eine andere Hausbank hat, zieht er das Geld ab. Die Bank bucht je nach dem: Guthaben Hausverkäufer an Bargeld oder Guthaben Hausverkäufer an Guthaben Hausbank des Hausverkäufers zu Gunsten des Hausverkäufers.

      Ach, ist Ihnen das zu kompliziert? Dann empfehle ich Ihnen einen anderen Job zu suchen, damit Sie Ihre Kunden nicht ins Unglück stürzen.

      Mit absolut höflichster Empfehlung

      Realist

    • Christoph Zenger

      Klar, jetzt habe ich die Möglichkeit, dass der Hausverkäufer sein Konto bei einer anderen Bank hat, vergessen. Dann bucht die Bank einfach: Kredit an Hauskäufer an Guthaben Hausbank des Hausverkäufers.

      Und nicht vergessen: Üben, üben, üben!

      Alles klar?

      Herzlichste Grüsse

      Realist

    • Lieber Christoph Zenger

      Sie schreiben:
      „Aus zeitlichen Gründen kann ich die Kommentare zu meinen Artikeln leider nur sporadisch lesen. An sich widerstrebt es mir auch, auf anonyme Kommentare zu antworten, insbesondere dann, wenn sie die üblichen Höflichkeitsformen nicht gerade hochhalten.“

      Zufälligerweise weiss ich, dass die Beitragsschreiben auf IP die Kommentare zeitnah erhalten bevor sie überhaupt freigeschaltet werden. Könnte es sein, dass Sie auf meine Kommentare keine angemessene Antwort mehr wissen geschweige denn, sie zu widerlegen vermögen?

      Es tut mir ausserordentlich leid, wenn ich Sie ins Mark getroffen habe. Allerdings habe ich Ihnen vor vielen Monaten bereits ein persönliches und keineswegs anonymes Mail via Kontaktformular geschrieben und Sie auf Ihre Denkfehler hingewiesen, welches ich allerdings nie beantwortet bekam. Möglich, dass es nie weitergeleitet wurde. Dann allerdings sollten Sie die internen Strukturen von Covasys hinterfragen. Vielleicht mache ich selbst ja hier einen Denkfehler?

      Mit absolut freundlichen Grüssen

      Ihr lachender Realist

    • Uiuiui, Christph Zenger

      Nichts mehr zu antworten?
      Ziemlich tragisch, finden Sie nicht auch?

      Freundliche Grüsse

      Realist

    • @Realist: Ihre impertinente Arroganz und Asozialität wird nur noch durch gänzlich fehlenden Stil und Anstand übertroffen. Kein Wunder will niemand mit Ihnen „diskutieren“.