Der nächste Crash kommt – Soll er doch

Eines ist sicher: Der nächste Börsencrash kommt. Was soll man dagegen tun? Sich dagegen abzusichern, hilft nicht viel, da niemand den Zeitpunkt des Crashs vorhersagen kann und Absicherungsgeschäfte teuer sind. Wer ständig auf sie zurückgreift, verliert ohne weiteres die Hälfte seines Angesparten.

Das ist bei den Pensionskassen zu sehen: Sie sind aus gesetzlichen Gründen verpflichtet, sich gegen Abstürze zu sichern. Darum können sie nur 1-2% Rendite an die Versicherten auszahlen, obwohl ihre Anlagen in Aktien, Obligationen und Immobilien 5 bis 8 Prozent abwerfen. Die Differenz bleibt in den Verwaltungskosten und eben den Absicherungsgeschäften, die beide so hoch respektive teuer sind, weil alle sich absichern müssen.

Die Lösung besteht darin, gleichmässig und regelmässig zu investieren. Also nicht viel kaufen, wenn es der Börse gut geht und nichts mehr kaufen oder gar alles verkaufen, wenn es ihr nicht gut geht – wenn schon, dann umgekehrt. Aber noch klüger ist es, sich auf eine Anlagestrategie festzulegen, die man durchziehen kann – und auch weiterhin durchzieht, wenn alle anderen in Panik geraten. Und sich gar nicht um die Kurse zu kümmern, denn die schwanken ohnehin.

Das ist mein Mittel gegen den bevorstehenden Crash: Ich ignoriere ihn, und sobald er gekommen ist, nutze ich ihn. Denn dann sind die Preise im Keller, und man bekommt Aktien, die vorher teuer gewesen sind, für viel weniger Geld. So gesehen freue ich mich beinahe schon darauf.

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13 Kommentare zu “Der nächste Crash kommt – Soll er doch

  1. Erfolg ist so ziemlich das letzte,
    was einem vergeben wird.

    Truman Capote
    * 30. September 1924 † 25. August 1984

  2. Neben dem üblichen Blödsinn hat es dieses Mal auch noch viel Unsinn über Pensionskassen. Sie machen nicht alle systematisch Absicherungsgeschäfte und ihre Performance ist auch wesentlich besser als 1…2%. Aber wieso sollte sich Herr Stern um Tatsachen kümmern, welche seinen sowieso schon schwachen Argumenten widersprechen?

    • Lieber Rax

      Die Pensionskassen machen nicht absichtlich Absicherungsgeschäfte, sondern unabsichtlich. Wenn die Pensionskassen in Schweizer Immobilien investieren, ist das eine Absicherung mit einem hohen Preis, denn die Renditen sind gerade wegen der höheren Stabilität sehr tief. Wenn Pensionskassen Gold und Barmittel halten, ist das eine Absicherung. Wenn sie in Hedge Fonds investieren, tun sie das aus Absicherungsgründen, auch wenn sie es „unkorrelierte Renditen“ nennen. Gerade bei Hedge Fonds sind die Kosten nicht nur hoch, sondern meist exorbitant hoch.

  3. Das wissen alle, und trotzdem klappt es nur immer (im besten Fall) bei natürlichen Personen. Mindestens grosse juristische Personen machen den crash immer von A bis Z mit. Und somit wir alle, mit allen vernichtenden Konsequenzen. Ob wir wollen oder nicht. Es ist einfach ein krankes System. Das schon längst untergegangen wäre, hätten wir es nicht immer künstlich am Leben erhalten. Wieso eigentlich?

    • Liebes Krankes System

      Es ist nicht krank, den Crash mitzumachen. Es ist aber ein Irrglaube zu meinen, man könnte den Crash umgehen. Wer diesem Irrglauben verfällt, hat schlechtere Renditen, weil er dem Markt zu lange fernbleibt.

      Kaum jemand schafft den Einstieg nach einem Crash rechtzeitig. Denken Sie nur schon an heute. Die Aktienmärkte haben korrigiert. Soll man nun einsteigen? Kaum zu sagen. Das weiss man erst, wenn der Aktienmarkt sich wieder erholt hat. Dann ist es aber zu spät.

      Hermann Stern

    • Grüezi Herr Stern, danke für Ihr Feedback und generell Ihre Beiträge auf IP. Was ich meine ist, der Kommunismus nach Russischer Art ist zurecht untergegangen. Und man liess ihn zurecht untergehen. Der Kapitalismus nach US Amerikanischer Art oder Angelsächsischer Art, wie Sie wollen, ist (auch schon ein paar Mal) zurecht untergegangen. Zuletzt 2008. Leider liess man ihn nicht untergehen. Man hat ihn künstlich am Leben erhalten. Ist es im US Kapitalismus nicht so, dass das Schwache untergehen soll? Nun sind wir wie immer wieder im genau gleichen Fahrwasser wie vor 2008. Es ist ein ewiger Kreislauf mit den ewig gleich wenigen Gewinnern und den ewig gleichen, sehr vielen Verlierer. In Deutschland hat man mit der Agenda 2010 sogar die unteren 80 Prozent «mir nichts, dir nichts» in die Armut geschickt und die «Schafe» haben das auch noch einfach so mitgemacht. Danke SPD, zur Hölle mit euch. Als ob irgendetwas von diesem Wahnsinn Gott gegeben ist. Wir sollten den Angelsächsischen Kapitalismus endlich untergehen lassen, wenn es wieder soweit ist, wie wir zurecht den Russischen Kommunismus untergehen liessen. In den letzten 6000 Jahren hat sich die Welt immer weitergedreht. Das sollten wir jetzt auch zulassen. Vielleicht könnten wir dann sogar bezüglich Klima das Allerschlimmste noch verhindern.

  4. Sorry, wenn das so einfach wäre, würde kein Anleger jemals auch nur einen Groschen verlieren. Denn die Binsenwahrheit billigst zu kaufen und teuerst zu verkaufen ist so alt wie die Entstehung des Handels überhaupt und die absoluten Höhe- wie Tiefpunkte lassen sich nur in Retrospektive feststellen. Ausserdem gibt es eine grosse Anzahl von Szenarien die in keinster Weise in dieses simplistisches Schema hineinpassen. Wenn jemand aus finanzieller Not heraus verkaufen muss ist nur ein Beispiel. Die Aktie der Fortis Bank war mal für kaum mehr als einen Euro zu haben. Pech für den der kräftig zugegriffen hat ! Wenig später war die Bank pleite ! Zugegeben : falls die Aktie einer Royal Dutch Shell oder einer Glencor mal für einen Euro zu haben wäre, dann zugreifen. Denn wenn solche Giganten den Bach runtergehen sollten, na dann : gut Nacht für die Weltwirtschaft !

  5. Herr Stern,
    wieviel haben Sie im Oktobercrash 2018 verloren ?
    Ich sags Ihnen:
    Bei einigen Werten, die uns hier von Ihnen vorgestellt wurden, ca. 20% und mehr.
    Das macht bei Ihren Fünftausender-Päckchen in der Regel CHF 1.000.- Verlust pro Position.
    Sie sitzen durch willkürliche Zufallseinkäufe auf dicken Verlusten und erzählen jetzt plötzlich, daß Sie das ignorieren wollen.
    Weil man im Crash ja günstig zukaufen kann.
    Beispiel Stahlbereich:
    Der ist abgestürzt.
    Wenn Sie am Montag nachkaufen, können Sie ihre Einstandwerte nur reduzieren, im besten Fall.
    Geht es weiter runter, haben Sie sogar bestehende Verluste ausgeweitet.
    Warten Sie ab, bleiben ihre jetzigen Verluste bestehen.
    Wahrscheinlich ist es, daß ihre letzten 20 Ankäufe auf Höchstkursen stattgefunden haben.
    Das Geld ist weg.
    Ignorieren können Sie dies nur, wenn Sie sich selbst belügen.
    Denn ihre „Strategie“ ist gescheitert.
    Ihre Fünftausender-Päckchen sind dick im Minus.
    Sagt Ihnen das eigentlich keiner, in der Familie oder im Bekanntenkreis ?
    Wollen Sie uns in einem Finanzfachforum weiterhin erklären, wie Börse funktioniert, während ihr Portfolio nicht einmal den Hauch einer Chance hat, jemals Rendite abzuwerfen, in Jahren nicht ?

    • Liebe Mackie Messer

      Ich habe mein Portfolio angeschaut. Es ist 5% tiefer als was ich eingelegt habe.

      Auch ich würde gerne Verluste umgehen. Leider ist das unmöglich.

      Wenn Sie mein oder Ihr Portfolio über eine längere Zeit verfolgen, dann werden Sie viele Fälle finden, wo Sie zuerst einen Verlust gemacht haben und später einen Gewinn und umgekehrt. Das ist die Natur der Börse.

      Sie sagen, dass es wahrscheinlich sei, dass meine letzten 20 Ankäufe auf Höchstkursen gekauft wurden. Wenn Sie diese Aussage mit Sicherheit tun können, müssen Sie nicht mehr arbeiten, denn wenn Sie wissen, wann ein Kauf zu Höchstkursen stattfindet, dann wissen Sie auch, wann er zu Tiefstkursen erfolgt. Sie können also ganz einfach die Aktien zu Tiefstkursen kaufen und zu Höchstkursen verkaufen.

      Ich zweifle an, dass Sie diese Beurteilungen mit Zuverlässigkeit fällen können, denn sonst würden wir uns hier nicht unterhalten.

    • Man kann bei Einzelwerten vor dem Erwerb mit einer Trendfolgestrategie wie der 200-Tage-Linien-Strategie prüfen, ob ein Aufwärtstrend vorliegt und nur solche Werte kaufen.

      Sodann wenigstens monatlich prüfen, ob der Aufwärtstrend weiter anhält und falls nicht, jene Werte verkaufen.

      Ferner regelmäßig eine große Auswahl interessanter Werte auf einen Trend hin überprüfen und diese kaufen, falls sich ein Trend neu herausbildet.

      Bei Indizes bzw. ETF´s ist diese Strategie wegen der geringeren Volatilität der Indizes noch besser anzuwenden.

      Das ist jetzt nicht so viel (Kontroll-)Arbeit, daß diese ein privater Investor nicht leisten könnte. Bei den Charts von boerse.de ist die 200-Tage-Linie immer mit dabei bzw. es gibt eine Ansicht mit den Charts aller Einzelwerte eines Index:

      https://www.boerse.de/charts/SMI-Aktien/CH0009980894

  6. Der „Crash“ beginnt wohl an einem Zeitpunkt, den man erst exakt in der Rückschau festellen kann.

    Bärenmärkte erstrecken sich meist über Zeiträume von über einem Jahr, so daß man mit einer Trendfolgestrategie einen großen Teil der Verluste, speziell die verheerenden, großen Verluste zum Ende des Bärenmarktes hin sicher vermeiden kann:

    https://korvingco.files.wordpress.com/2015/11/bull-and-bear-markets.jpg

    Üblicherweise ergeben sich in den ersten 2/3 der Zeitdauer eines Bärenmarktes 1/3 des Gesamtverlustes und die katastrophalen 2/3 des gesamten Verlustes im letzten 1/3 der Gesamtdauer.

    Der Mehrgewinn zur normalen Marktrendite ergibt sich aus dieser Verlustvermeidung.

    Insofern kann man schon wesentlich mehr tun als nur schicksalsergeben „kaufen-und-halten“.

    Außerdem hilft die Trendfolgestrategie bei einer Investition in Einzelwerte jene Verliereraktien auszusondern die sinken, obwohl der Gesamtmarkt steigt.

    Aktuelle Beispiele dazu sind die Aktien von General Electric seit 2017 oder Continental seit 2018.

  7. Bargeld in der Tasche
    und gleichzeitig die Absicht zu haben,
    bei niedrigen Kursen in die Börse einzusteigen,
    ist dasselbe Vergnügen,
    wie hungrig zu sein
    und sich auf dem Weg ins Restaurant zu befinden.

    André Kostolany
    * 9. Februar 1906 † 14. September 1999