Neue Billig-Bank: Blutbad bei CS in Heimat Schweiz

Projekt einer Digital-Bank wird Tausende von Jobs kosten – Grund: Bau einer modernen Informatik auf der grünen Wiese.

Die Meldung der neuen CS Direct Bank ging diese Woche weitgehend unter. Dabei hat sie es in sich. Es könnte zum Stellencrash kommen.

Big time. Unter dem Radarschirm blieb insbesondere, dass die CS für ihre kleinen und mittleren Kunden – das sind viele, nämlich eine ganze Million – eine komplett neue Bank baut.

Neue Bank? Und wie. Erstmals wagt es die Nummer 2 der Schweiz nach Jahrzehnten wieder, ein Informatiksystem zu bauen. Von Grund auf. Auf der grünen Wiese.

Das ist nichts weniger als eine Revolution. Damit will die CS den neuen Gegnern wie Revolut und N26 die Stirn bieten.

Jetzt wird auch klar, warum der Chef der revolutionären CS Digital Bank kein Banker ist, sondern ein Informatiker.

Mario Crameri heisst der Manager, er kommt aus der IT, kennt sich mehr mit Code als mit Krediten aus.

Genau der Richtige für Operation Billig-Bank. Crameri macht sich mit 500 Leuten ans Werk. Nur 500 Leute, und das für 1 Million Privatkunden und mehrere Zehntausend Geschäftskunden. Wohl die meisten KMUs.

Eine richtige, grosse Retailbank. Praktisch nur im Computer.

Job-Abgrund lauert hinter PR-Headline (CS)

Ob die Übung gelingt und die CS damit den neuen Wilden die Stirn bieten kann, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass die digitale CS „Direct Bank“ für den Rest des Multis weit reichende Folgen haben wird.

Es kommt zum Stellenabbau, und zwar in der Schweiz. Die vielen Tausend Leute, welche immer noch bei der CS auf der Payroll sind, müssen die Kündigung oder Frühpensionierung fürchten.

Der Bau einer komplett eigenen Computerlösung, losgelöst vom Uralt-System mit den vielen Tücken, den langen Änderungszeiten und den trägen Abläufen, birgt für die CS eine Chance.

Sie könnte in der Schweiz an Schlagkraft im Markt zulegen. „Heuschrecke“ Ruedi Bohli lancierte seinen Angriff auf die CS nicht zuletzt mit der Idee einer völlig neu gebauten Informatik, mit mehr Leistung zu tieferen Kosten.

Es ist aber auch so etwas wie die letzte Chance. Die CS hat wie die UBS bis jetzt keine Gegenmassnahme zum Vorstoss der neuen Digital-Banken ergriffen.

Nur Twint, aber da befindet sich der Abwehrring vor dem Zusammenbruch – auch wenn Twint bei Jungen ankommt und das Hoffnung macht für die Zukunft.

Die CS versucht als erstes Schwergewicht des Finanzplatzes, eine eigene Revolut oder N26 zu bauen. Sie lässt sich das laut Communique von dieser Woche Hunderte von Millionen Franken kosten.

Das viele Geld will sie dann in der Schweiz, bei ihrem Schweizer Personal, wieder einsparen. Dort beschäftigt die Bank immer noch rund einen Drittel der weltweiten Belegschaft – rund 17’000 Leute.

Die Lage ist unschön. Wird die CS Direct Bank im Geschäft ein Erfolg, dann kann die CS in der Schweiz zur Jobaxt greifen.

Sie braucht die Heerscharen von Bankern in den vielen Hinterzimmern und Fluren schlicht nicht mehr. Der Computer erledigt die Arbeit.

Zurück bleiben die Berater für die vermögenden Kunden. Diese verkörpern neben den Tradern in Amerika die neue Elitetruppe innerhalb des Konzerns.

Der breite Rest aber, die Tausenden von „Krampfern“ im Maschinenraum des CS-Tankers, sind dann nicht mehr nötig. Die grosse Modernisierung und Digitalisierung unter dem schön klingenden Titel einer eigenen Digital Bank wird harte Opfer fordern.

„Wie öffentlich angekündigt wird Credit Suisse in das Geschäft mit Kunden in der Schweiz investieren und dabei neue Kundenberater anstellen“, heisst es bei der CS auf die Frage nach dem neuen Computer. „Gleichzeitig hat Kostendisziplin wie bereits heute unverändert hohe Priorität.“

Kommentare

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  1. Da spricht einer, der an den Storch glaubt!

    Warum? Weil die ganze Digitalisierung bis jetzt in die Hosen ging und darauf basierend will man weiter machen? Dinge wie automatische … funktionieren überhaupt nicht! Also, womit soll man also automatisieren? Und mit welcher Erfahrung? Aus Null etwas aufzubauen – ehrlich gesagt – da traue ich diesen Schönwetterfröschen nicht zu. Crameri soll sich mal die besten der besten Top-Inder holen und es mal versuchen.
    Ohne an Hokuspokus zu glauben wird er dann diese mehrere Hundert MIO CH in den Sand setzen!

  2. Und wie gedenkt die CS den Kunden, die im laufe der Zeit von Kleinvieh zum Nicht-mehr-so-kleinen Kunden werden danach zu erkähren dass sie jetz die überteuerten Leistungen der Grosskundenbürokraten brauchen?

    „Ich mache mein Banking/Anlageentscheide/Wasauchimmer seit 20 Jahren selber, da brauche ich jetzt keinen geschniegelten Verkäufer der mir reinredet!“

  3. Ein Projekt „CS Direct Bank“ wird nur gelingen wenn:

    Die Einheit vollständig von der CS unabhängig ist, d. h. möglichst wenig Berührungspunkte mit der CS hat. Grundsätzlich ist eine Segmentierung der Kunden ein Todesurteil für jede Bank. Auch der „kleinste“ Kunde möchte eine perfekte, ehrliche Beratung für seine Bedürfnisse haben wollen. Ob das kostengünstig mit einer voll digitalen Bank gelingen kann, muss offen bleiben.
    Das Vorhaben kann nur gelingen, wenn die besten Spezialisten eine solche Bank implementieren. Ob die CS derartige Leute gewinnen kann, muss ebenfalls offen bleiben
    Am Ende des Tages wird das Preis/-Leistungsverhältnis den Ausschlag geben. Dabei wird die Qualität ausschlaggebend sein. Es gibt zuviele halbbatzige digitale Banken die früher oder später wieder verschwinden werden.
    Der anvisierte Kunde einer derartigen Bank ist jung, urban, bestens ausgebildet, kostenbewusst und lässt sich kein X für ein U vormachen.
    Ich habe grösste Zweifel ob die CS das schafft, intelektuell, finanziell, imagemässig. Ich denke da an die kolossalen Flops der CS wie z. B. digipigi, etc.

    • Schon zu oft kamen vollmundige Ankündigungen gefolgt von einem ehrgeizigen (überfrachteten) Umsetzungsplan in dem dann alle Requirements integriert wurden. Dann wurde eine Ausschreibung gemacht und der Billigste genommen. Und voila, es kam zu Zeitverzögerungen, Kostenexplosion und frustrierten Mitarbeitern. Die Kunden sind inzwischen zu einer anderen Bank gegangen…

  4. Und wieder befeuert Luki den Stellenabbau bei der CS und schürt mit seinen irrwitzig übertriebenen, kriegerisch angelehnten Adjektiven (Blutbad, Gemetzel, Kahlschlag, ..) die angst bei den Mitarbeitern. Was soll das? Es reicht langsam!

  5. 100 Leute? Das startet schon übel. Normalerweise baut man eine Infrastruktur mit einem kleine Trupp auf. Macht Last tests etcetera. Bevor man da rangeht definiert man noch den Core Technologie Stack. Kenne diesen Super Mario nicht, gebe Ihm trotzdem ein paar Tips: Microservice, Erlang Otp ev. Elixir fuer den Core. Bloss kein Cobol, Pl1 etc. Sonst bei Avaloq mal nachfragen. Die setzten glaub nach dem Raiffeisenbank Desaster nun auch auf einen Microservice Ansatz. Schließlich muss das Ding skalieren. Viel Kraft Mario.

  6. Falls der Artikel stimmt, ist das die erste gute CS Nachricht in 10 Jahren.
    Um die Belegschaft muss man nicht trauern.
    Jeder einzelne bekommt im Vergleich zur Leistung viel Geld und der Kunde die hohen Gebühren.
    500 Mann sollten reichen, um eine einfache online Bank zu bauen und zu betreiben.
    Andere Produkte können auch via API Banking angebunden werden.
    Ob CS das Können hat – auf der grünen Wiese etwas fruchtbares zu erschaffen bleibt abzuwarten.

  7. Die letzte CS-Initiative dieser Art war „Digital Private Banking“, welche bekanntlich im Chaos und ohne grosse Resultate geendet hat.

    Erstaunlich viele der DPB-Mittäter sind immer noch bei der CS beschäftigt.

  8. Eine sogenannte “Challenger Bank” – komplett digital und Cloud-basiert parallel aufzubauen, ist eine bereits existierende Strategie im angelsächsischen Raum, und funktioniert. Cost/Income ratio auf den traditionellen Retailprodukten wie CC, Spar- und Transaktionskonti, Konsumkredite, und Hypotheken auf einfachen Assets wie Stockwerkeigentum etc. verbessert sich um 80/85%. Die Angelsachsen bauen dies jedoch nicht selber, sondern kaufen die “pipes” ein, und bilden nur noch das Frontend selber, respektive die “user experience”, also was die Marke CS ausmachen würde. Alles andere ist Commodity; das rechnet sich nie und nimmer, alles selber zu bauen. Warum soll ich bei der CS für BasisbankingDL später ein x-Faches bezahlen, wenn bei Revolut etc for free oder für einen Sparbatzen? Wegen dem Brand? Nicht wirklich; CS steht inzwischen für alles was entgegen dem Verständnis von good business conduct oder einen Werte im allgemeinen steht. Millionen von Boni für die Executives für einen mediocren Job. Warum das noch weiter finanzieren wenn es Alternativen gibt? Aus Gewohnheit, ja… Schweizer sind ja prinzipiell relativ faul wenn es um “Change” geht. Das machen sich die Firmen wie die Großbanken gerne zu Nutzen. Meine Empfehlung: alles was Zahlungsverkehr angeht zu Digitaler Bank wie Zak, Swissquote etc, und bei Hypotheken einfach das günstigste Geld Suchen. Vermögensverwaltungen unter 1 Million: RoboAdvisor. Dann bleibt euch am meisten. Cheers .

    • Sie sagen es ganz am Schluss, viele Konten, um unverschämte Gebühren zu umgehen. Nutze selbst Swissquote, Revolut, DEGIRO, VIAC und bezahle meine Cumulus Kreditkarte mit Daten. Die unverschämten Gebühren für die Debitkarte der Regionalbank, muss ich künftig wohl mit einem Neon Konto umgehen. Chancen für die CS? Ja aber schnell und richtig.

    • wieso sind die gebühren bei den banken so ein problem für euch, aber ein netflix, spotify abo und ein iphone zum überrissenen preis kaufen und sonst alles gratis haben wollen, wo kommen wir da hin.

  9. Finde ich als Kunde ein tolles Projekt-dann fallen auch alle Gebühren weg!

    Als Good Citizen: wir müssen über das bedingungslose Grundeinkommen JETZT ernsthaft nachdenken – es kommen 10‘000nde Arbeitswillige auf uns zu, für die es keine Arbeit mehr gibt.

    Wink mit dem Zaunpfahl an unsere arbeitsame und selbstlose Classe Politique in cozy Berne😉

    • Mit dem Grundeinkommen wird man nicht mal die Fixkosten zahlen können. Am besten ist es sich ins Ausland abzusetzen und die letzten paar Jahre Lebensjahre noch zu geniessen.

  10. Die Richtung ist sicher die richtige nur bedingt das eine neue CS Strategie, denn die CS hat sich noch lange nicht von „OneBank“ gelöst, sie steckt vielmehr irgendwo zwischen autonomen Bankeinheiten und einer integrierten Bank und wenn man jetzt einfach eine neue „Digital Bank“ baut und dadurch das HOST System ablöst, was passiert mit dem Rest ?
    Die CS hat KEINE klare Strategie und somit eine schwache Ausgangslage um mit so einem Projekt nachhaltig erfolgreicher zu sein. Sie hat es auch verpasst in den letzten Jahren klare Vortschritte zu machen, nicht in der IT aber z.B. auch nicht im Zahlungsverkehr, da wird zwar fortlaufend reorganisiert und rumgewurstelt aber niemand macht einen klaren Schnitt.
    Neben ihrem Grosssystem hat die CS eine Vielzahl von anderen IT Systemen, die miteinander (global) verlinkt sind mit entsprechenden Abhängigkeiten. Es gibt nur schon einige hundert Software-Applikationen mit CRM Funktionalität und niemand bei der CS hat einenm genauen Überblick (auf das IT Inventar ist kein Verlass und es ist auch nicht adäquat dafür).
    Ein neues „Core Banking Sytem“ für die Retail-Kunden setzt voraus, dass die Bank bestehende Prozesse und Abläufe radikal anpasst und bestehende Abhängigkeiten massiv entflechtet sonst wir die Aufgabe viel zu komplex. Stellt sich auch die Frage der regulatorischen Verpflichtungen, die die CS schon heute praktisch nicht einhalten kann (es schaut einfach niemand genau hin).
    Somit ist es mit einer neuen „Digitale CH Bank“ nicht getan, weil alle Bankeiheiten tangiert werden und das neue Setup auch kosteneffizient sein soll, sprich die IT Kosten in Zukunft nicht deutlich höher sind, weil es noch mehr Parallel-Systeme gibt.
    Das wird sicher eine spannende (und lukrative) Zeit für alle involvierten Consulting-Firmen mit ungewissem Ausgang …

  11. Warum braucht die Credit Suisse für Digital Banking eine grüne Wiese mit unabsehbaren Kosten über x Jahre und fraglichem Erfolg ? Ich befürchte dass hier das Ende des Swiss Banking eingeleitet wird. Seit Jahren versenken die europäischen Banken Milliarden CHF/ € für dezentrale harakiri Projekte die nur in der Theorie funktionieren. Die aktuellen IT Systeme werden deshalb immer wieder an die Wand gefahren, weil kontinuierlich das wichtige Banking Know How abgebaut wurde. Das eigentliche Problem wurde bisher nicht angegangen. Es gibt tausende von MDRs die mit ihren Gehältern > 1,5 Mill. CHF/€ keinen adequaten Value für die Banken darstellen.

  12. Was 500 Mitarbeiter für 1 Million Kunden? Revolut hat 650 Mitarbeiter für 5 Millionen Kunden……nicht sehr effizient

    • Revolut schreibt nur Verlust, seit Beginn weg. Kein guter Vergleich. Revolut ist faktisch tot!

    • Revolut hat sich genau aus diesem Grund mit der Nullreaktion auf diese Betrugsfälle selber das Genick gebrochen. Es gab wohl schlichtweg keine Mitarbeiter die etwas hätten tun können, damit die Kunden nicht im Regen stehen gelassen werden.

    • @Insider
      Revolut hat im 2017 zwar 17 Mio. Pfund Verlust gemacht, aber das ist normal, für eine Firma die sehr schnell weltweit viele Kunden akquiriert (5 Mio. in 4 Jahren). Bei Revolut stehen die Investoren Schlange. Von tot zu schreiben ist völliger Blödsinn.
      Siehe bspw. Uber, macht Milliardenverluste und hat eine Marktkapitalisierung von 55 Mrd. Dollar.

  13. Ach, das glaubt doch sowieso niemand.
    Ein neues IT System? Von Grund auf?

    Jeder der die CS kennt, weiss dass dies kaum umsetzbar ist, ohne gleich die ganze IT Global umzukrämpeln.

    Was ist mit der Single Client View Initiative, welche seit Jahren der FINMA versprochen wurde? Soll da die Direct Bank nicht angeschlossen werden?

    Und sobald man die neue Direct Bank an eines der bestehenden Systeme anschliesst, ist sie genauso wenig eigenständig wie stabil, da all diese Initiativen wie SCV auf der alten, veralteten IT aufgebaut ist……

  14. Wenn dabei die Heerscharen von Managing Directors abgeschüttelt werden, dann ist es ein Schritt in die richtige Richtung.

  15. Mutig und richtig für die Bank und die Schweiz. Die CS wird das schaffen, es ist nicht zu spät. Alte Systeme sind unterdessen so schwerfällig, meist auf alten Technologien auf und ausgebaut. Sie funktionieren, kosten aber im Unterhalt immer mehr. Dazu können neue Kundenwünsche kaum angepasst werden oder dann in einer zu langen Zeitspanne. Schlankes interdisziplinäres Team (Produktmanager, UX Designer, Entwickler und IT Architekten, agile Entwicklung, nicht die letzten 5% der Wünsche, welche 90% der Kosten aus Aachen, umsetzten. Und ein Tipp eines Wirtschaftsinformatikers, out-side IN Ansatz berücksichtigen, was heisst Kunden einbinden, FRÜH!!!. Lasst sie auch testen, testen, testen. Viel Erfolg

  16. Das wäre dann wohl das 1. IT Grossprojekt, welches finanziell und zeitlich gem. Plan umgesetzt wird. Wetten, dass es anders kommt?

  17. Die CS scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Man braucht übrigens auch keine Immobilien für Filialen mehr – nur noch Data Center. Bei Revolut und N24 stellt man allerdings fest, dass diese nicht nur in ihren Heimatländern Kunden haben, sondern international ausgelegt sind. Ob das die CS auch so macht werden wir sehen. Nur für den Schweizer Markt sehe ich allerdings keine Zukunft für die Lösung.

  18. Wie steht’s mit Swissquote in diesem Powerplay?

    Gibts es Verlautbarungen über Chancen gegenüber dieser neuen Konkurrenz?

    • Swissquote macht mir keinen guten Eindruck mehr. Die Grafiken zB. auf dem iPhone sind voller Fehler und werden und werden nicht verbessert, trotz Reklamation. Banalste mobile Erweiterungen (zB eine detaillierte Intradayansicht für mehr als die letzten 6 Tage eines Titels; oder eine Aufzeichnung gestellter Kurse von Optionen) fehlen schon seit Jahren. Sobald die Handelsvolumina anziehen, sinken die Reaktionszeiten ins Bodenlose. Da ist die Luft seit ca 2015/16 so ziemlich draussen.

    • @Nico Nanu

      Ist mir auch aufgefallen, dass bei Swissquote qualitativ kaum mehr etwas Sinnvolles für den Kunden angepackt wird.

      Die bedeutsame Börse Nasdaq OMX in Stockholm gibts auch immer noch nicht real time.

  19. Nun so falsch lag man in einem Leserbrief nicht daneben. Die Frage ist nur, ob sich in der kleinen Schweiz eine solche Investition überhaupt auszahlt.
    Wie gesagt, wenn man ein wenig die Geschichte der CS kennt, war die zu Unrecht heruntergemachte Volksbank der beste Einkauf, denn die Kreditanstalt in den letzten Jahrzehnten getätigt hat, besser als White, Welt, sogar besser als First Boston und bestimmt kein Desaster wie Donaldson, Lufin and Jeanrette. Die Volksbank erweiterte erheblich das Mengengeschäft der CS in gewinnträchtiger Weise und erlaube die Verluste zu decken, die der hochgelobte Lukas Mühlemann und der vergötterte Brady in den USA verursachten. Die Informatik der Volksbank war sogar besser.
    Wenn die CS ihr Mengengeschäft auf diese Weise zu führen gedenkt, mit einem massiven Personal-Abbau in der Schweiz, vergisst sie die sozialen Folgen. All diese entlassenen Leute haben Anhang und Freunde. Kein gute Reputation, um so etwas neues zu beginnen. Junge Leute haben auch Eltern und Kollegen, die älter sind. Und schauen die anderen einfach zu? Wie reagiert die Post? Man kann natürlich diese durch CS freundliche Politiker knebeln, aber geht dies auch mit dem Verlust von Hunderten von
    Arbeitsplätzen und der damit verbundener Auswechslung des Personals durch
    billigere Leute mit weniger Ausbildung (kann sein, man holt Polen mit wenig Deutsch oder sonst irgendwelche Leute aus dem Balkan!).
    Lassen die Kantonalbank und die Raiffeisenbanken einfach zu, dass ihr Mengen- und KMU-Geschäft einfach davon schwimmt?
    Kommt noch das gegenwärtig politische im großen Rahmen dazu. Die Amerikaner wollen für das mobile Schwarzgeld weltweit, welches überwiegend aus $ besteht, der allein selig machende Hafen für dieses zu sein. Ein Zwischenwirt mögen sie nicht mehr, sie wollen den ganzen Profit in der Kette. Sie werden nicht mal den Engländern große Stücke daraus als Anteil erlauben, was diese als Chance als Konsequenz des BREXIT wahrnehmen wollen. Was bleibt der CS als Strategie? Die Existenz als billigster Jakob unter den Zwischenwirten des Schwarz-Geldes zugunsten der US Institutionen für die ULTRA-Reichen außerhalb der USA? Mit einem Cost-Income Ration von 95 %?
    Die ganze Strategie schmeckt nach nicht vollständig gebackenen McKinsey
    Vorschlägen, die unfähig sind, um die Ecken zu denken und Entwicklungen
    vorauszuahnen.

  20. Ich bin grundsätzlich kein Befürworter der Credit Suisse, A B E R:
    Dieser Schritt ist gut bis sehr gut. Die Informatiksysteme der Grossbanken sind riesige Legacy Probleme, die nicht mehr an die heutige Konkurrenz angepasst oder ergänzt werden können. Es kommt somit nur ein Projekt auf der grünen Wiese in Frage. Stellenabbau kann natürlich eine Folge davon sein, aber in einem liberalen Arbeitsmarkt muss diese Option für einen Arbeitgeber gewährt sein, wenn es mittel- bis langfristig neue und bestehende Arbeitsplätze schaffen bzw. sichern will. Die Asiaten sind uns Meilen voraus. Eine simple Entscheidung eines Anbieters, wie z.B. Tencent oder Alibaba, den Zahlungsverkehr (oder das Banking im Allgemeinen) in Europa aufmischen zu wollen, kann innert kürzester Zeit umgesetzt werden. Umso mehr ist es wichtig, solche Projekte so schnell wie möglich voranzutreiben. Ich kann der CS ausnahmsweise zu diesem Schritt nur gratulieren und hoffe bald eine besser laufende Bank aufzufinden. Alte MA werden bestimmt eine Chance haben sich darin neu erfinden zu können.

  21. In meinen Augen die strategisch völlig korrekte Richtung – bleiben wir mal gespannt, wie erfolgreich das Vorhaben ist. Der Neubau einer Bank ist alles andere als trivial.

  22. Die obige Story ist schlichtweg eine Utopie! Wie Mini-Röcke für Frauen in Saudi Arabien.

    Big-Bang-Umstellungen sind hoch riskant. Ausserdem wurde Hansbeat Loacker damals zurückgepfiffen, als er etwas neu schreiben wollte. War dem Management offenbar zu teuer resp. bonusschmällernd.

    Die CS schob ihre Altlasten nach Indien, statt diese „technischen Schulden“ abzubauen.

    Liest man das Buch „DevOps for Dummies“, so sind CS & Co so ziemlich das Gegenteil eines agilen, unbürokratischen IT-Unternehmens, welche Deployments in die Produktion auch mehrmals täglich fertigbringt.

    Im obigen Buch steht: „hire the best“. Nirgends steht: „do offshoring“.

    Bei CS & Co muss man mit DevOps & Co gar nicht erst kommen. Sofort fühlt sich jemand bedroht, und man hat viele Gegner, und seinen Job los.

    Fazit: Von dieser Trump-esken Ankündigung ist gar nichts zu halten. Die CS bleibt unverbesserlich und träge.

    • Hören Sie mir bitte mit DevOps auf. Das ist auch nur eine „geniale“ Erfindung von Managern die keine Ahnung von IT haben und darauf abziehlt die Opperation Kosten einzusparen um diesen Teil auch noch den Entwicklern aufzubürden.
      Genausogut können Sie gleich dem Business ein paar Programmierkurse schenken damit diese die Software gleich selber machen können und es BizOps nennen…

    • @T. von Roll:

      Was Sie schildern, ist wie man DevOps NICHT machen soll. DevOps = der Entwickler macht noch Ops (ebenfalls: Full Stack = der Entwickler macht noch Front End) sind versuchte Sparmassnahmen und eine Milchmädchenrechnung. Wenn der Entwickler 1 Stunde Ops macht, kann er in dieser Zeit nicht Dev machen. Hat auch niemand verstanden …

      Eine der Ideen von DevOps ist die künstliche Wand zwischen Dev und Ops aufzuheben. Allerdings muss man fragen, wer diese eingeführt hat. Die Entwickler sicher nicht.

      Scrum wird in der Schweiz ebenfalls falsch betrieben, und zwar militärisch. Daily Meeting = Antrittsverlesen. Besonders, wenn der Scrum Master im Militär „weitergemacht“ hat.

      Daily Meetings sind dazu da, um Missverständnisse auf 24 Stunden zu begrenzen. Und die Funktionen von Teammitgliedern kennenzulernen.

      Natürlich muss man alles kritisch sehen, was sich in keiner Zeile Code widerspiegelt. Dem Code sieht man nicht an, welche Managementmethode dahinter stand.

      Im Buch „DevOps for Dummies“ stehen Dinge, die auch ausserhalb von DevOps nützlich sind.

      Wer kein Gehirn hat soll auch nicht Docker einsetzen. A fool with a tool is still a fool. Aber in Meetings macht es immer einen guten Eindruck, wenn man Docker als Stichwort einbringt. 😉

  23. Ich bin mit Revolut sehr zu frieden. Einfach, sicher, Top Umwechlungskurse. Bin gespannt, was die CS auf die Beine stellen kann.

  24. Also bis das System fehlerfrei läuft werden noch viele Jahre vergehen, in welchen die CS-Angestellten noch keine Kündigung fürchten müssen. Also mal Ball flach halten und nicht übertreiben….

  25. Stellencrash:
    Die Technische Entwicklung in Kombination und verstärkt durch weitere längst laufende Wirtschaftliche Verwerfungen wird noch umfangreichere ,,Blutbäder,, an der Beschäftigungsfront hinterlassen.
    Immer deutlicher zeichnet sich ein Flächendeckender
    Zusammenbruch der Weltwirtschaft ab. Mal abwarten
    wann das grosse Ding reif ist.
    Wenn das grosse Ding noch längere Zeit ausbleibt, nun wer möchte das nicht, das negative kommt ja jeweils
    immer viel zu früh.
    Wenn die Sache weiter läuft, und die ganze Digitalisierung sich weiter entwikelt dann haben insbesondere die Chinesen mit ihrer sicher rigieden Bevölkerungspolitik einen weiteren Trumpf in der Hand.
    Logo auch die werden von der sog. Überalterung nicht verschont, der Unterschied zu den USA und Europa.
    In China wachsen die Jungen in die Digitalisierte Arbeitswelt die deutlich weniger Arbeitskräfte benötigt, das gleicht sich sehr gut aus weniger Bedarf,jedoch auch ein entsprechend kleineres Angebot, Verfügbarkeit.
    Das heisst nüchtern und (Entschuldigung knallhart ausgedrückt.) Die Chinesen müssen nur für die Alten die Überalterung aufkommen und die durchfüttern. Die USA und die Europäer mit ihrer supperschlauen Bevölkerungspolitik auch noch für ein Heer an Jungen
    die der Arbeitsmarkt nicht mehr produktiev aufnehmen kann.Ob da letztlich die Ganze Menschheit mit dieser
    ganzen Digital und Automatisierungstechnick und der längst verschlafenen synchronen Anpassung einer Reihe
    div. weiterer Faktoren und Entwicklungen eine einmalige Chance, längst dumm und dämlich verbraten hat??? Grins, Denke aus dem Mittelalter, Technik und ihre Möglichkeiten der Zeit und Zukunft,hmmmmm, passt irgendwie nicht soooo recht zusammen.
    Auf jeden Fall sollte Sonnenklar sein, Ideologiepampe
    ( vormals Religion.)und Geseusel haben noch nie, handfeste Probleme gelöst und aus der Welt geschafft.

  26. Ich dachte auch. Nur 500 Mitarbeiter für 1 Mio Privatkunden und rund 60’000 Firmenkunden ist sehr, sehr wenig. Es wird zukünftig praktisch alles über den Computer und allenfalls noch ein Callcenter laufen. Ein persönlicher Ansprechpartner und eine persönliche Beratung sind mit so wenig Mitarbeiter schlicht unmöglich. Die Frage wird also sein, bei welcher Vermögenshöhe zieht die CS den Strich zur neuen Bank.

  27. Es wird viel einfacher sein.
    CS wird ein online Bank wie Revolut übernehmen, alle Konti migrieren und alle retail Mitarbeiter entlassen.

    • Und Alle, die in einem gewissen Alter sind und nicht im Internet „bankern“, vielfach auch etwas auf der „Seite“ haben, wechseln dann zu Raiffeisen“ oder zu den Kantonalbanken. Die Internet Kunden werden das Volumen nie kompensieren können.

  28. Nachvollziehbar. Das aktuelle Modell wird mittelfristig nicht mehr funktionieren. Ich sehe aber mehrere Probleme:
    – Mario Crameri ist der falsche. Er ist ein Sesselkleber der schon mehrere, grössere Projekte selbst unter einfachsten Bedingungen mit höchster Effizienz an die Wand gefahren hat. Innovation kann man von ihm nicht erwarten
    – Die aktuellen Directors und insbesondere MD’s sind für eine solche auf Schlankheit und Digitalisierung optimierte Organisation nicht geeignet. Aber genau diese werden die Axt wohl aufgrund Seilschaften überleben
    – Die CS ist ein Moloch und bei den Jungen unten durch. Für die angepeilte Zielkunden ist die Bank zu wenig „Hip“. Millionen Boni, Massenentlassungen, Finanzierung von Umweltsündern, ewige Rechtsstreitigkeiten etc. Darauf reagieren junge Semester deren Work / Life Balance und ein erfülltes Leben wieder wichtiger ist als bei der Chrampfer Generation, sensibel darauf.
    -Die Lösung kommt allgemein zu spät. Früher waren Banken Innovationstreiber, insbesondere in der Informatik. Die CS ist nun 10 – 15 Jahre im Rückstand. Wenn die Lösung marktreif ist, sieht die aktuelle Lage bereits wieder anders aus.
    -Das Wissen ist nicht vorhanden um solche Lösungen zu entwickeln. Die CS ist kein attraktiver Arbeitgeber für Personen mit den erforderlichen Skills. Dann kommen wieder Indien und McKinsey ins Spiel und wir wissen ja wie das endet…

    Also Kurz: zu spät, falsche Firma und falsches Personal

  29. Revolut und N26 sind heute genau genommen eigentlich keine richtigen Banken sondern eher Kreditkartenanbieter/-issuer. Praktisch ihre ganze Value Proposition dreht sich noch ums zahlen und direkt angelagerte Prozesse (der Börsenhandel ist ja noch WIP). Die CS muss deshalbkeine Direct Bank bauen, sondern einfach nur eine neue Kreditkartentochter anstelle der Swisscard…

  30. Wie sagte Bill Gates schon 1985: Banking is essential, banks are not!
    Die technische Revolution nimmt seinen Lauf

  31. Die Banken tragen zu viel Speck mit sich herum. Es ist Zeit für ein qualitatives personelles Schrumpfen. Man muss sich auf die Talente fokussieren, die diskreten Füssehochlagerer kann man guten Gewissens entbehren.

  32. Das Vorhaben der CS nennt sich Transformation. Und endlich geht auch mal eine serbelnde Grossbank dieses Vorhaben an.
    Es ist richtig dies zu tun, da für den normalen Retailkunden voll-digitale Prozesse reichen und die Produkte dort eher simpel sind.
    An der Transformation gibt es nichts zu kritisieren. Es ist der CS Erfolg zu wünschen.
    CS-lers: Schaut euch WeChat, N26, Revolut, PayPal an und macht eine einfach zu nutzende und hoch automatisierte Bank mit einem Ecosystem.

  33. Es ist nicht das erste Mal, dass die CS Grosses ankündigt und dann alles auf halber Strecke versandet.

    Für solche Dinge braucht es Kontinuität in Personal und Strategie. Hier liegen aber die Fundamentalprobleme der CS. Ob es diesmal anders ist? Ich kenne Crameri als guten Netzwerker und Taktiker, ob er solche „Kisten“ entwickeln kann, wird spannend sein zu beobachten.

  34. Endlich! Ein erster Lichtblick im Swiss Banking.
    5 und mehr Jahre auf diese Initiative einer der beiden CH-Grossbanken gewartet.
    5 und mehr Jahre wussten die Angestellten, dass sowas kommen würde.
    5 und mehr Jahre Zeit gehabt, die Karriere in Eigeninitiative neu auszurichten.
    5 und mehr Jahre überdurchschnittlich hohe Total Comp kassiert.
    Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

    • Ich glaube, viele Angestellte „erleben“ schon diese Ankündigung nicht, weil sie vorher entlassen wurden. Besonders in der IT.

  35. Ein richtiger Schritt. Jetzt muss es nur gelingen innert nützlicher Frist. – Vorsicht vor indischen Programmier-Dilettanten!

  36. Nun ich finde den Ansatz gut. Das Onlinebanking der CS wurde in den letzten 2 Jahren nur noch zerstört und ist als Kunde zu gebrauchen. Alle das man nicht alle Transaktionsprozesse auf einem Bildsxirn hat und von Anbieter Seite Bsp. eBill springen Lust ein Graus. Auch diese unsägliche Kommunikation mit KuBe nur via Telefon nervt schon. Als wäre das sicherer als eine E-Mail oder die Kommunikation wenn man direkt in der App drin ist. Ich wil auch keine physische Post mehr sondern alles online erledigen. Als Digital Nomad ist es schwer immer eine Korrespondenz in Real und schnell zu Verfügung zu haben. Für etwas was man online bestätigen kann. Doch die Frage hier ist, hat der neue da auch schon seine Finger im Spiel gehabt, dann habe ich kein gutes Gefühl. Wenn nicht hört auf die Kunden und ich freu mich auf eine neue Erfahrung.

  37. DER richtige Schritt in die Zukunft.
    Und sogleich werden neue Stellen geschaffen.
    Endlich ein Lichtblick im Swiss Banking.

  38. Der sicherste Weg eine Informatikĺösung in den Sand zu setzen: Beginne mit 100 mal so vielen Leuten wie absolut notwendig, um anzufangen.

    Ich kann heute hier und jetzt garantieren dass diese Plattform nie zum fliegen kommt. Super Marios Leistung in Ehren, aber er hat schon länger keinen Code mehr gesehen geschweige denn geschrieben.

    Lieber Mario, Gratistipp: Such Dir 5 Top Informatiker mit aktuellen (!) Kenntnissen in moderner Software Entwicklung in der Cloud, schmeiss den ganzen Java und JAP Mist raus. Dann lass dieses kleine Team die Basics entwickeln – Registrierung, Kontoführung, Zahlungsabwicklung, Internet und Mobile. Mit den richtigen Tools steht der MVP in 3 Monaten. Danach kannst Du das Team ausbauen.

  39. Mit dem alten Host wäre das Vorhaben schon mit der Idee gescheitert. Absolut richtige Entscheidung ein neues System zu bauen. Wenn sie es clever machen und nicht nur auf den CS-Bauchnabel schauen, könnte das eine spannende Lösung werden. Aber… das ist wohl Wunschdenken.

    • Tja, lieber Bankomat, mit der Plattform hat das ganze nichts zu tun. Ein Mainframe ist so ziemlich das modernste an Technologie, was man haben kann. Und für Verbrechen, welche vor 30-40 Jahre gemacht wurden kann er nichts dafür.
      Achja, aber diese Programme laufen wenigstens auch heute noch…

  40. Die Konkurrenz dürfte es freuen. Das wird denen viele Neukunden bescheren und erst noch das Angebot an guten Mitarbeitern erhöhen. Und die CS macht sich nun auch noch daran, ihr Tafelsilber zu zerschlagen. Verspricht nichts Gutes für den Aktienkurs.

  41. Mit einer Digitalbank auch für kleine KMU, kann die CS weitere 50 Filialen schliessen, Filialen mit 5 MA wie in Wattwil sind lachhaft, die guten domizilierten KMU’s im Appenzell können genauso gut von St. Gallen oder Wil betreut werden.