Swiss Provinz-Banking: KB-Kapitän spielt doppelt

Peter Fanconi, einst Vontobel-CEO-Kandidat, wird EFG-Präsident – Bleibt zuoberst bei Bündner KB – Interessenkonflikt? Ach was.

Das gibts nur in der Schweiz. Peter Fanconi, Präsident der Bündner Kantonalbank, übernimmt den gleichen Job jetzt auch noch bei der Zürcher Privatbank EFG.

Zwei Mal zuoberst bei einer Schweizer Bank, zwei Mal Einblick in alle heissen Dossiers und Kunden – für das Alpenland mit dem grossen Finanzplatz kein Problem.

Fanconi war erst vor 2 Jahren bei einer weiteren Bank in den Verwaltungsrat gelangt: beim Schweizer Ableger der schlingernden Deutschen Bank.

Dort war Fanconi Vize-Präsident. Man konnte allenfalls argumentieren, dass die globale deutsche Grossbank und die regionale Bündner Staatsbank herzlich wenig Überschneidungen hätten.

Also war für Fanconi und die Finanzmarktaufsicht die Welt mit dem Doppelmandat Graubünden-Deutsche Bank in Ordnung.

Fanconi hätte zufrieden sein können. Doch nun erreichte ihn ein offenbar lukrativeres Angebot, jenes der von einem reichen Griechen kontrollierten EFG.

Und schwups, schmeisst Fanconi den Deutschen den Bettel vor die Füsse, um bei der EFG den Spitzenjob antreten zu können.

Mann von den Bergen – jetzt auch im Unterland (GKB)

Drei Mal Banken – das wäre dann selbst für die Berner Finma zu viel des Guten gewesen. Vor die Wahl gestellt, entschied sich Fanconi gegen die Deutsche Bank und für das neue Mandat bei der EFG.

Null Durchhaltewille, alles für den eigenen Geldbeutel: So macht es den Anschein. In der Finanz und Wirtschaft gab sich Fanconi gestern als besonders verantwortungsbewusster Spitzenbanker.

„Ich bin Ende Oktober aus dem Verwaltungsrat der Deutschen Bank (Suisse) zurückgetreten. Engagements ausserhalb des Finanzbereichs fahre ich auch zurück, beispielsweise bei der Gastronomiekette Not Guilty.“

„GKB (Bündner KB) und BO (Blue Orchard, Fanconis eigenes Finanzvehikel) sind Herzensangelegenheiten. Bei ihnen verbleibe ich nach Rücksprache mit der Finma. Das Risiko für Interessenkonflikte ist gering.“

Wenig Interessenkonflikte? Fakt ist, dass Fanconi bei zwei bekannten, mittelgrossen Schweizer Bank als Präsident die ultimative Macht hat und die letzte Verantwortung für gutes Geschäften trägt.

Beide Banken haben Kunden aus der Schweiz und dem Ausland mit viel Geld auf der hohen Kante. Sie hoffen auf wachsende Einnahmen dank boomendem Private Banking.

Ein vermögender Schweizer oder Deutscher kann Geld und Wertpapiere sowohl bei der Bündner Staatsbank als auch bei der Zürcher EFG haben. Wird dieser Kunde zum Thema, dann müsste Fanconi in den Ausstand treten.

Eigentlich eine unmögliche Situation. Doch die Finma gab schon früher grünes Licht für heikle Doppelrollen. Auch dort ging es um eine ähnliche Konstellation.

Eine hohe operative Vontobel-Managerin wollte ihre Karriere als Verwaltungsrätin fortsetzen. Sie nahm Einsitz im Kontrollgremium der EFG, ein Jahr später wurde sie in den VR der Thurgauer Kantonalbank berufen.

In Frauenfeld hiess es damals aus der KB-Zentrale, dass es „keine Berührungspunkte“ zwischen KB und Privatbank gebe.

Bei der Frau ging es um die Mitgliedschaft in den Verwaltungsräten der beiden Geldhäuser.

Bei Fanconi, der einst ebenfalls weit oben bei der Vontobel war, bis er gegen Zeno Staub den Kürzeren um den CEO-Job gezogen hatte, sprechen wir von zwei Mal Präsidium.

Sprich: Fanconi ist Herrscher in Chur bei der dortigen KB und in Zürich bei der EFG.

Fanconi begann am 1.4.14: Performance GKB (finanzen.ch)

Es kommt aber noch mehr ins Spiel. Sowohl die EFG als auch die Bündner KB haben Aktien, die öffentlich gehandelt werden.

Unter Präsident Fanconi hat sich der Titel der Bündner Bank nicht besonders vorteilhaft entwickelt. Nun hoffen die Aktionäre der EFG unter ihm auf bessere Zeiten.

Magerkost aus Griechenland: EFG-Chart (Google)

Ein Sprecher der Bündner KB findet, es gebe keinerlei Probleme mit dem Doppelmandat seines Präsidenten.

„Es ergeben sich keinerlei Interessenskonflikte. EFG ist nicht in Graubünden aktiv und Peter Fanconi ist nicht operativ tätig.

„Das veranschlagte Arbeitspensum wird neben den Mandaten bei der Graubündner Kantonalbank und BlueOrchard gut zu managen sein. 
Entsprechend ergeben sich keine Änderungen für die GKB.“

Kommentare

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  1. Betold Brecht

    Ich kann gar nicht soviel fressen,
    wie ich kotzen möchte…!

    Heil dir* Helvetia…

    *Druckfehler…

    Heil dich Helvetia…

    Heil dir hoffnungslose korrupte Bananen-Republik !!!

    the absolutly NoGo…

  2. Der ‚Pete‘. Immer wichtig unterwegs. Die grosse Leere hatte er schon als Berater und Provinz-Hedge Fund ‚Manager‘. Es ist schon erstaunlich wie erfolgreich sich die Erfolglosen im Zürcher Sumpf hocharbeiten und halten können. Das Netzwerk hält.

  3. Peter Fanconi. Ein traumhafter Traumwandler im Swiss Private Banking. Ein Traumlauf, wie ein rauschender Hollywood-Run auf dem Rummelplatz. Alles supergut gemacht. Überall mit Lächeln dabei – nirgends mit einem Lächeln raus. Old School, heisst der Cheque stimmt, die Leistung wird eloquent „argumentiert“. NB: wer PF einstellt verliert oder gewinnt nix, also auch gut gemacht. Das Auslaufmodell der Bänkerträume.

  4. Albin Kistler, zur GKB gehörend, ist aber sehr wohl in Zürich tätig. 100m von der EFG entfernt!

    Zitat Falconi: Albin Kistler hilft der Bank, die Wachstumsgrenzen des Heimmarktes zu überwinden, das Anlagegeschäft auszubauen und damit die Abhängigkeit vom Zinsdifferenzgeschäft zu reduzieren.

  5. Faktisch sind es sogar 3 (!) Institute. Korrekterweise muss man noch den sehr großen Zürcher Vermögensverwalter ak dazuzählen welchen die Graubündner KB auch beherrscht.

  6. Von einem Präsidenten erwarte ich, dass er auch Kunden in das Institut bringt und zwar ALLE und nicht triagiert. Das Herz eines Präsidenten kann nicht für zwei Banken schlagen.

    Vom Typ her passt er ganz und gar nicht in die Bünder-KB.

    Hätte ich dort was zu sagen, ich würde ihn unverzüglich rausschmeissen!

    • Habe ich da vielleicht was verpasst?
      Sorry, seit wann akquiriert der Verwaltungsrat Kunden und mischt im Tagesgeschäft mit?

  7. Die Bündner KB ist Mehrheitsaktionärin der
    Privatbank Bellerive Zürich.
    Zwischen Bellerive und EFG können sich durchaus Interessenskonflikte ergeben.
    Das Bündner Kantonsparlament muss Fanconi unter die Lupe nehmen.

    • Bündner hä was ?
      Bündner KB ? alles klar !
      2000 Jahre Seitenstrasse äh Römerweg.
      …oder lesen sie die Verpackungsbeilage.

      Träumer…Underländer
      üsches khantonsparlament mues gar nünt…!

  8. Wo ist eigentlich die Finma? Im Dauerwinterschlaf! Eine total unnuetze Organisation mit Heiligenschein und verteilten “Gefaelligkeiten” auf alle Seiten, jedoch ohne Zaehne, wo es noetig waere. Ein Fall Fanconi duerfte es einfach nicht geben!

    • @ Remigius Deppeler

      Die FinMaf ist in Beeeeern !
      Warum dürfte es den Falconi einfach nicht geben.Er ist doch zusammen mit dem Ex-Raffeisenbänkler sowiso immer im Bündnerland auf der Hochwildjagd !
      Weisst Du, die Schweiz ist eben dem Abarten-Schutz-Abkommen beigetreten !

  9. Die EFG und die GKB teilen sich jetzt also den kostspieligen “Wanderpreis” Fanconi, wobei ich den Vntobel-Leuten nur gratulieren kann, dass sie Zeno Staub dem unsteten, zumeist erfolglosen und unloyalen “Grosskotz” Fanconi vorgezogen haben.

  10. Einmal mehr ein Trauerspiel was die FINMA hier aufführt. Schon das Bundesverwaltungsgericht geisselte die FINMA, dass sie eine Organisation auf die Beine gestellt hat, die in keiner Weise die verfassungs- und gesetzesmässige Garantie des Rechtes auf ein gerechtes Verfahren respektiert. Auf Deutsch: Die FINMA macht, was sie will und das in einem Rechtsstaat. Es ist höchste Zeit, dass diesen Prinzen die Macht genommen wird!