Avaloq erleidet Waterloo mit deutscher Apobank

500 Millionen-Umstellung – und nichts geht mehr: So der Befund nach den ersten Tagen. Warum hat Avaloq derart Mühe?

Die deutsche Ärzte- und Apothekerbank, kurz Apobank, wollte alles auf einmal. Ein neues Avaloq-System für die Basis-Geschäfte, ein neues Ebanking für die Kunden, und alles auf einem neuen Computer.

Sprich: Komplett-Neubau mit frischer Hard- und Software. Das ist immer riskant. Die Postfinance wagte einen solchen Neustart, sie setzte auf Tata Systems. Die Raiffeisen machte es ebenso, und zwar mit Avaloq.

Beide hatten grosse Anlaufschwierigkeiten, am Ende schafften sie den Hosenlupf. Das wird vielleicht auch bei der Apobank so sein.

Doch vorerst herrscht dort Chaos, Not und Panik. Viele Kunden berichten seit der Umstellung über das Pfingst-Wochenende, also vor einer Woche, von Funkstille, Mattscheibe, toten Leitungen.

Die Kritik wird zum reissenden Strom. In den Online-Foren verschaffen sich verärgerte Kunden Luft, in Zuschriften berichten sie von fehlenden Daten.

Die Verärgerung unter den 450’000 Kunden ist mit den Händen zu greifen. Die Apobank-Führung versucht zu beschwichtigen. Wir wissen um die Probleme und sind daran, diese zu lösen – so die Botschaft.

Das Problem: You never get a second chance for a first impression. Der Spruch holt die Apobank ein. Und damit deren wichtigste Zulieferin, die Schweizer Bankensoftware-Entwicklerin und Insourcerin Avaloq.

Was macht Don Francisco? (Avaloq)

Das Zürcher Unternehmen in Händen einer englisch-amerikanischen Private-Equity-Firma ist dringend auf Erfolgsgeschichten angewiesen. Schliesslich plant man den Börsengang, um das eigene Investment zu vergolden.

Umso ärgerlicher sind Fehlstarts wie jene bei der Apobank. Mit einer anderen Bank aus Deutschland, der BHF, hatte die Avaloq ein Desaster erlitten. Abbruch der Übung, Streit um Schadenersatz.

Warum gelingt es der grossen Avaloq nicht, Umstellungen auf ihr System von Beginn weg erfolgreich über die Bühne zu bringen?

Das wäre zu viel verlangt, heisst es rasch aus der Branche. IT ist halt kein Kinderspiel, das zeigen allein die enormen Investitionssummen.

Und jeder macht ja selbst Erfahrungen mit Pleiten und Pannen rund um den Computer.

Es mag so sein. Trotzdem fällt auf, wie die Avaloq sich bei wichtigen Bankkunden mit ihrer Software und dem Übernehmen der ganzen Abläufe in günstiges Licht setzt und so Grossaufträge an Land zieht, dann aber Schiffbruch erleidet, wenn die Stunde der Wahrheit gekommen ist.

Viel versprechen, wenig halten? Die Avaloq-Chefs würden dem entgegenhalten, dass die Konkurrenz mit ähnlichen Problemen kämpft.

Temenos ist einer dieser Konkurrenten. Um diese IT-Firma mit Grossstandbein Banken-Kunden ist es jedoch viel ruhiger. Selbst als die Zürcher Julius Bär die geplante Umstellung ihres Schweizer Systems auf Temenos annullierte, gab es wenig Schlagzeilen.

Weil die Medien bei Temenos nicht hinschauen, bei Avaloq aber schon? Das dürfte zu kurz gegriffen sein. Wenn ein IT-Unternehmen wie Avaloq bei der Einführung ihres Systems stets für Unterbrüche sorgt, steckt der Wurm wohl tiefer.

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Kommentare

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  1. 27.07.2020
    Bei einer solchen institutionalisierten Inkompetenz ist
    sogar eine Grattlerbank wie beispielsweise die Postbank noch besser: Da steht der subalterne Abscnittsbevollmächtige jeden Tag mit vorschriftsmäßig sorgenvollen Gesicht in der Filiale und versucht zumindest weiterzuhelfen.
    Quintessenz: Raus aus einem solchen System

  2. Wo Hauser draufsteht ist auch Hauser drinne, bei Avaloq, bei Zurich, bei UBS – alles Hauser – die Experten..

  3. Ich bin Apobank Kundin. Seid Pfingsten funktioniert die Mobilversion nicht, der Support ist nicht zu erreichen und die Möglichkeit, mit Paypal zu bezahlen ist auch dahin. Auch für „Kleinkunden“ heutzutage ein Unding!

  4. „Standardsoftware“ kann nicht funktionieren im komplexen Bankingumfeld. Punkt. Das ist das Problem und nicht die Implementierung.

  5. Die Apobank ist für den Apothekenbereich in Deutschland für Apotheken systemrelevant. Ein Grossteil der Abrechnungen der Apothekenrechenzentren mit den Krankenkassen wird über diese Bank abgewickelt. Die Überweisungen und Auszahlungen der Rechenzentren über die Apobank sind teils nicht ausgeführt worden. Die eigene Kontoführung klappt nicht, sieht nach Beta-Version aus, das nicht funktionierende Überweisungsmodul hat die Voreinstellung CHF und nicht EUR, bei Kontoauszügen sieht man entweder keine Nachkommastellen oder eine oder zwei, Nuller werden alle weggelassen. Buchungen erfolgen sowieso meist nicht mehr, d.h. selbst die wenigen funktionierenden Elemente sind unsicher und fehlerbehaftet. Ein SuperGAU, Schweizerfirmen waren früher zuverlässiger.

  6. Ich bin Apo-Bank-Kunde und habe keine Probleme mit dem Online-Banking. Einmal funktionierte die EC-Kartenzahlung nicht, das war’s. Allerdings hatte ich alle Terminsachen vor dem Pfingstwochenende erledigt

  7. Ich wuerde mir als avaloq chef schon mal überlegen auf ein distributed system a la microservices zu wechseln. Dabei aber ganz klar auf Erlang zu setzen. Nicht auf Java, dotNet oder solchen grümpel. Erlang ist nach wie vor das system wenn man distributed, resilient, hochverfügbar und performant sein will. 90% aller router, switches im internet basieren auf Erlang. Sagt an sich alles.

    • Na klar, gute Idee. Es gibt ja auch soviele Erlang-Profis auf dem Markt und vor allem im Bankenumfeld 😉

  8. Zu „Die Verärgerung unter den 450’000 Kunden“:

    Richtig! Denn darunter ist ja KEINER (!), der nicht betroffen ist!
    Mal sehen, wie viele Kunden weggehen…

    P.S.: Das Bild von Don Francesco ist ja super!!! Ich habe Tränen gelacht – der erinnert mich an einen anderen Don, aus Italien. 😀 :-)))

  9. Aus meinen Erfahrungen im Umfeld von Avaloqimplementierungen kann ich sagen, dass KEIN einziges Großprojekt in den letzten 5-10 Jahren wirklich erfolgreich verlief. Die Software ist veraltet und eigentlich nicht mehr konkurrenzfähig. Die Implementierungspartner sind überteuert und verfügen nicht über die technische Kompetenz einer kompletten e2e Integration. Aber kassieren Millionen ohne wirkliches Risiko. Aber mal ehrlich, du kannst einen 55jährigen Feldhockey-Spieler auch nicht in die 1. Mannschaft des SC Bern integrieren. Zu alt, und nicht ganz die richtige Erfahrung. Egal wie gut der Coach ist. Dazu kommt noch das Banken in Zukunft bestens funktionierende Informatikbetriebe sein müssen; die Zeiten von NZZ lesen bis 11 Uhr, dann in den Zeughauskeller und ne Flasche Rotwein trinken gehen sind definitiv vorbei. Will ich als CEO mich dann dem Risiko aussetzen, ne mangelhafte Kernbankensoftware zu haben; nur weil sie “schweizerisch” ist? Avaloq ist ein Zombie… würde ich mir nie ins Haus lassen…

    • @Der Seher, Sie scheinen aber nicht viel Erfahrung zu haben, die Finnova hat Anfang 2017 ein neues Zahlungssystem (inkl. ISO 20022) für die ZKB in einem Rechenzentrum der Swisscom installiert. Die Produktionsaufnahme lief ohne jeglichen Pubs und das neue System war drei mal schneller als Vertraglich vereinbart. Es ist leider nur so das es kaum einer mitbekommt, wenn alles gut läuft, aber der Aufschrei ist gross wenn es nicht klappt.

    • Ist doch schön wenn etwas von Anfang funktioniert, nicht? Wenn ich mich selber lese hatte ich nicht von Finnova sondern von Avaloq gesprochen – sind doch immer noch zwei verschiedene Unternehmen oder? Zudem ist ein Kernbankensystem, welches neben Zahlungsverkehr auch noch Kredit, Anlagen, KYC, etc. kann, doch nochmals eine Gewichtsklasse höher.

  10. Wolfgang
    Dass eine Umstellung der Hard- und Software Schwierigkeiten mit sich bringt ist nicht überraschend. Dass die Unterstützung der Apobank für Ihre Kunden de facto nicht statt findet ist skandalös. Ich kann seit dem 2.6.. telefonisch weder in der Zentrale in Düsseldorf noch in der Filiale in München irgendjemandem erreichen. Man hört auf allen Anschlüssen dieselbe Ansage. Auf der Website wird von vorübergehenden Störungen berichtet. Ab einer gewissen Dauer von Abläufen ist das Stadium der Inkompetenz erreicht. Das trifft sowohl auf die Bank als auch auf die von ihr beauftragte Firma zu.

  11. Folgende Hauptfehler werden meist begangen:
    1. Unzureichende Anforderungsdefinitionen
    2. Mangelhafte Systemspezifikationen
    3. Mangelhaftes Testmanagement
    4. Unzureichendes Projektmanagement
    5. Kunde glaubt den Verkäuferaussagen ungeprüft

  12. Leider kann man die negative Erfahrungen bestätigen,Zugang ist etwas unübersichtlich,Zugang über star Money funktioniert gar nicht mehr, Hilfestellung Fehlanzeige,man kann nur auf Verbesserung hoffen

  13. Die ersten Gründe für das jetzige Geschehen habe sind schon genannt.
    1. Fehlerhafte Testfälle die auf Druck von Oben als Fehlerfrei gewertet wurden.
    2. Über 300 Workarounds für nicht vorhandene oder fehlerhafte Funktionalitäten.
    3. Beim letzten Testlauf hat die Migration nicht im vorgegebenen Zeitrahmen gelegen.
    4. Nachträgliche Änderungen nach Abnahmetest.
    5. Überarbeitete Mitarbeiter, die trotz Corona und Tests noch dem Tagesbetrieb abarbeiten mussten. Dieses nur mit Verletzung der Arbeitszeitregeln möglich war.
    6. Mundtot machen von Mitarbeitern mit Kündigung oder Versetzung, die die Probleme angesprochen haben.
    7. Ständiger Wechsel der verantwortlichen Berater über alle Bereiche des Projektes.
    8. Berater, die nur im Projekt waren, weil sie mit jemanden Golf spielen, der jemanden kennt.
    9. Eine Go-Life-Planung die bei Mitarbeitern nicht angekommen ist.

  14. Warum Avaloq derart Mühe hat ?

    Einerseits sind die guten Leute weg und andererseits stammt die Architektur aus den neunziger Jahren (ORACLE SQL*Plus).

    Ausserdem ist die Glaubwürdigkeit des Chairman sagen wir mal angeschlagen.

    • Also diesen Punkt teile ich nicht!

      Oracle ist soooo schlecht nicht!
      Es gibt im Bankenbereich auch Unternehmen, die mit DB2 (und sogar mit DB1 und Cobol) arbeiten.

    • @Der Programmierer, der Eintrag in Wikipedia ist völlig veraltet, die Version 9 ist schon lange überholt. Oracle ist mit seinen Release Nummern nach der Version 12c (c=cloud) auf Jahreszahlen gegangen. Sein 2018 wird jedes Jahr ein neues Release herausgebracht, aktuell ist die Version 2019. Die Sprache PL/SQL wird ständig weiterentwickelt und enthält heute Funktionalitäten, die in der Version 9 nicht drin waren. Die Probleme von Avaloq haben definitiv nichts mit der Oracle Plattform zu tun.

    • Oracle ist eine mittlere Katastrophe im Vergleich zu fast allem anderen. Komplex, überladen, schlechte Performance und darüber hinaus noch teuer.

    • Ihr erzählt ja alle Müll.
      Die miese Architektur von Avaloq hat doch überhaupt nichts mit der Oracleversion zu tun. Klar wird Oracle immer erneuert.

      Deshalb ist die Architektur von Avq trotzdem veraltet. nur 1 Bsp.: immer noch keine konsequente Trennung zwischen Daten, Funktion, Präsentation (3Tier). Dabei wäre selbst das nicht mal was Neues.

      Avq. ist am Ende.

    • Die Programmiersprache PL/SQL ist sicher in die Jahre gekommen, etwas „verbose“, neue/junge Leute dafür zu begeistern…naja. Aber die Programmiersprache ist kaum das grosse Problem.

      Architektur eher. Monolithen wohin man schaut, dann nicht mehr reaktionsfähig, time-to-market unterirdisch weil Testzyklen episch. Monolith eben, klassisch „historisch gewachsene Systeme“ aber hey, alle in guter Gesellschaft: ob Adcubum, Finnova, Profidata, Expersoft, Axenta usw. usf. D.h. ja, problematische „Architekturpatterns“ die man v.a. legacy Architekturen zuschreiben würde helfen sicher nicht im „business development“, aber das alleinige unlösbare Problem sind sie auch nicht.

      I.d.R. ist ein SW Produkt das Abbild der Organisation, die es baut und eine Organisation als sein System von Menschen ist besser oder schlechter geführt, hat kulturell eine bessere oder schlechtere Ausgangslage etc.

      Die Organisation und die Leute die sie (nicht) führen sind das Element mit dem grössten Hebeleffekt auf das Resultat einer Organisation.

    • Hmmm… Ich denke, die apoBANK hat jetzt ein Lock-In-Problem.

      Wohin sollen sie wechseln? Zu Agree21 der Fiducia/GAD? Das würde ca. 4 Jahre dauern.
      Zurück zu Bank 21? Das System wird nicht mehr weiterentwickelt.

  15. Im Gegensatz zu Avaloq ist Temenos eine öffentlich kotierte Firma. Man kann also davon ausgehen, dass jeder „Fliegenschiss“ in die Medienwelt gelangt.

  16. Wer die Architekten der Software persönlich kennt, der wundert sich nicht über diese grandiosen Katastrophen, welche hier zuverlässig abgeliefert werden. Grosskotziges Auftreten, eingebildete Pseudokompetenz, unfähig in der Anwendung moderner und klassischer Delivery-Modelle, selbst für den Oracle-Stack völlig veraltete Architektur, keinerlei Testkompetenz. So konnte man vor 20 Jahren Software entwickeln und bis vor 10 Jahren ausliefern. Heute geht das nicht mehr.

    Hier beweist sich wieder einmal, dass wer sich auf Lorbeeren ausruht, diese am falschen Körperteil trägt. Harte und teure Arbeiter wurden von Ökonomen durch viele billige Ressourcen ersetzt, und nun merkt man, dass fünf Ostblöckler und zehn Inder keinen ETH-Informatiker ersetzen können. Und dass ein luscher skandinavischer Doktortitel einem Dr. sc. ETH doch nicht ebenbürtig ist.

    Der tiefe Fall ist tragisch, doch dem Hochmut der letzten 10-15 Jahre geschuldet. Aber das ist der Preis, den man für das Aushöhlen der Firma, das Auspressen der Substanz, das Rausekeln der Leistungsträger, das Einstellen zweiklassiger Ware bezahlt.

    • Die Grundarchitektur von Avaloq wurde vor über 20 Jahren fast ausschliesslich von ETH Leuten erstellt. Und sie war schon damals nicht mehr zeitgemäss. Wenn man mit Ronald oder Franz darüber diskutieren wollte, wurde man schnell abgespeist…

    • Im Management als CMO amtete P,der von Technik etwa gleichviel Ahnung hat wie eine Kuh vom Tangotanz.Aber verkaufen konnte…faules Ei…

  17. Das ist das typische IT Modell der Standardsoftware. Es ist leider erfolgreich auf Kosten der Kunden. Und solange mein Bankkonkurrent denselben Kostenposten hat, habe ich als Bank keinen Wettbererbsnachteil. Und weil wir alle beim Launch durch die Höhe gingen, bildet sich eine Art Stockholmsyndrom und ich bin stolz dass wir das Kosten-Unicorn zusammen gestemmt haben. Das ist sehr sehr bedenklich.

  18. Avaloq. Ein aufgebohrtes Ebnerprodukt. Auf einem überdimensionalen Wertschriftenprogramm als Bais ein komplettes Banksystem darum zu bauen ist sehr, sehr schwiegig. Ein aus Sicht des Software Engineering fast ein no Go. Das System ist seit dem Entwicklunsbegin fas 30 Jahre alt.
    Was mich persoenlich stoert, ist die Tasache, dass nun irgendwelche „Investoren“ diese Bude besitzen, und nur den schnellen und grossen Reibach im Auge haben. Das wird sich auch bein Unterhalt dieses System bemerkbar machten, der exorbitant sein wird.
    Hochglanzprospekte ersetzt leider nicht bankingwissen gepaart mit der Kunst der Softwareentwicklung

    • Und sie sind natürlich in der ersten Reihe mit dabei, haben wohl aber den Einführungsprospekt mangels Grammatik nicht so ganz verstanden? Muss einfach leicht grinsen, wenn ich die besserwisserischen Kommentare lese, die wohl nicht mal wissen wie man Avaloq schreibt, geschweige das System überhaupt mal in Funktion erlebt haben.

    • Falsch lieber Supermario –
      Habe die Entwicklung genau verfolgt. War 1997 – 2014 bei diversen Migrationen von Bankapplikationen entweder in der Projektsteuerung oder in der Gesamt- Projektleitung als dipl. Software Engineer mit höherer Bankfachausbildung, verantwortlich für das Bank-Prozess- und das DB-Management.

      no further comment

  19. Da hat ja Lukas Hässig schon lange darauf gewartet, dass er so einen Fake- Kommentar schreiben kann. Wie ein alter Schäferhung hat er sich in diesen Knochen verbissen.

  20. Ich kann den Bericht nur bestätigen.
    Ich hab selber versucht damit zu arbeiten, zudem eine finanzielle Katastrophe.

  21. Postfinance mit der indischen Tata Gruppe?! – Pfui! Ich dachte die Postfinance sei ein schweizerisches Unternehmen, das auch bei schweizerischen Anbietern einkauft!

    • Sie VERKAUFT Ihre Produkte ja auch an Nicht-Schweizer, z. B. Immigranten.

      Wo ist jetzt das Problem?
      Globalisierung nicht verstanden?

  22. Eine super IT-Lösung entwickeln ist das eine. Das andere ist die Migration von den alten Systemen auf die neue Lösung. Die Migration muss von Anfang an im Fokus der Projektarbeit stehen. Wenn man erst fünf Minuten vor dem Neustart über die Migration nachdenkt, geht es sicher schief.

    • Genau so ist es, lieber Geiger. Die Migration ist das Alpha und Omega. Avaloq läuft z.B. bei Pictet seit Jahren sauber und produktiv, weil die Bank von Anfang an kompetente, eigene Projektspezialisten auf Migration, Anpassung und Implementation angesetzt hatte. Wenn der Kunde einfach auf den Software-Lieferanten wartet oder das Zepter an externe Konsulenten abgibt, geht die Sache mit Sicherheit schief.

  23. Gründe? Veraltete Technologie, verbaut in einer Art und Weise die schon zu Urzeiten verpönt war. Kombiniert mit einem unfähigen Management auf allen Ebenen, wie überall. Zudem Wunschvorstellungen beim Kunden, die beim Verkauf nicht im Zaum gehalten wurden, dann in den Verträgen landeten und schliesslich entgegen den Empfehlungen der Ingenieure durchgepeitscht wurden. Wie immer in der IT.

    Doch es läuft wie es immer läuft in solchen Fällen. Die Realität widersetzt sich hartnäckig den Plänen und holt die vermeintlichen „Götter“ auf den Boden zurück.

    Das als „unvermeidliche“ IT Realität zu verklären hilft uns nicht weiter. Abhilfe: Setzt fähige, erfahrene Ingenieure an die Projektspitze, die wissen wie man Software baut, weil sie es selbst können. Entlässt die überbezahlten Theorie-Futzis und BWLer. Die können sowas nicht.

  24. Jetzt kommen all die Schlauerle wieder aus ihrem Verschlag, die man gerade einen PC vernünftig ein- und ausschalten können und meinen, sie hätten ein profundes Wissen, was Gross-IT angeht. Das beginnt mit der Verteufelung beim HOST und endet mit der Beurteilung von der vermeintlichen Unfähigkeit von Avaloq.
    Ich bin seit über 30 Jahren im HOST Umfeld tätig. Und was man Avaloq vorwerfen kann ist, das sie immer mit einem BigBang ein komplettes System ablösen wollen.
    Aber diese abzulösende Systeme sind meist über lange jahre gewachsene Systeme mit zahlreichen Sonderfunktionen bis hin zu vollkommen undokumentierten Egenschaften. Sowas mit einem BigBang ablösen zu wollen ähnelt einem Himmelfahrtskommando – vor allem, wenn die eigene Software scheinbar nicht ganz so stabil läuft.
    Besser wäre es, erst einmal die Module von Avaloq stabil zu machen , klein anzufangen und dann successive zu erweitern.

    • Sonderfunktionen????
      Ich möchte einfach nur wieder Überweisungen tätigen wollen.
      Überweisungen werden mal dokumentiert und mal wie nicht.Kreditkontensind gar nicht zugänglich,Sondertilgung schon gar nicht!
      Also bitte nicht bagatellisieren!!!

    • Das ist eine völlige Katastrophe. Es funktionieren nicht mal Umsatzexporte.
      Und in den Konfigurationseingabefeldern für das Konto sehe ich Validierungstexte für Beträge. Gebe ich bspw. kein Konto ein erhalte ich eine Fehlermeldung „Bitte Betrag eingeben.“ – da wurde gar nicht getestet.
      Das ist alles fahrlässig.

      Ich vermute diese Bank geht vielleicht über dieses Experiment pleite. Zumindest werden alle Kunden, die die Wahl haben, weil sie keine Finanzierung über die Apobank laufen haben, definitiv einen Wechsel der Bank in Betracht ziehen.

      Wie kann man sowas machen? Was macht der Aufsichtsrat?

    • BigBang ist mit Abstand die sicherste und kostengünstigste Variante bei der Erneuerung eines Kernbankensystems. Und auch wenn es vielen hier weh tut – es liegt defacto nie am Kernbanksystem sondern fast immer am Test- und Migrationsansatz. Das Problem sind Berater die nicht wissen wo die Erfolgsfaktoren und Risken bei der Umstellung sind.

  25. Nur wer in solchen Projekten schon mal mitgearbeitet hat, kann das nachvollziehen. Business und IT sind zwei eigene, getrennte Welten. Gegenseitiges Verständnis ist kaum vorhanden, die Motivation der internen IT (speziell, wenn ausgelagert in einem Billiglohnland) ist gering. Obendrauf kommt dann noch der Implementationspartner, der noch weniger Überblick hat. E2E Prozesskenntnisse und Wissen um die involvierten Systeme mit den Hunderten von Schnittstellen fehlen grösstenteils. In Deutschland kommt noch erschwerend hinzu, dass jeder Mückenschiss vom Regulator und vom Betriebsrat abgesegnet werden muss. Kein Wunder also, dass dies im Fiasko endet.

  26. Avaloq hat ein eklatantes Gap zwischen Verkauf und Delivery. Das war schon immer so. Ich glaube nicht, dass die Software längerfristig bestehen kann. Das gleiche gilt wohl für die ganze Avaloq.

  27. Avaloq ist das Letzte was es gibt. Da lobe ich mir Temenos und bin überzeugt von der Aktie. Bin kein Schrotthändler.

  28. Wer ist denn da der Berater – ich hörte, die gleiche Firma, die bereits bei dem Waterloo BHF unterstützt hat? ZEB? Korrekt?

    Es ist nicht immer nur Avaloq, aber im Gespann sind zeb und Avaloq anscheinend noch gefährlicher für ein CoreBankingProjekt!!

    • Eben!

      Das ist immer wieder die Krux, gleiches erlebte man in den Nuller-Jahren, als man mit SAP die neue Welt entdecken wollte.

      Der Fehler ist immer wieder zwischen dem KundenInstut und dem Hersteller.
      Die Apo Bank (und andere) haben nicht die Kapazitäten solch eine Implementierung zu stemmen, weder qualitativ, noch quantitativ und kulturell schon gleich gar nicht. Und die Avaloq stellt nicht die Resourcen diese Implementierung zu schaffen. Das will auch die Kundenbank nicht … Hier sind immer wieder vielfältige Interessen dem Desasters Vater.

      Dann kommen da die komischen Beraterfirmen ins Spiel, deren einziges Interesse Tagessätze sind, und das so viel wie möglich.

      Man könnte sich ein Beispiel am Bau des Gotthard Basistunnels nehmen, in der Realität allerdings ist es immer wieder der Berliner Flughafen.

      Zu dem Zeitpunkt, wenn die ersten Budgets überlaufen, die ersten Termine und Qualitäten brechen, muss die Führung handeln. Das tut sie meist nicht; wie ein Händler, der seien Stop löscht.

  29. Das Ziel „Eroberung Deutschland“ ist mit dieser erneuten Pleite endgültig aussichtslos.
    Die Frage ist nur noch: Wieviel ist Avaloq eigentlich noch Wert?

    • Wie hoch der Wert ist…2 mal nichts…soviel bezahlt man für eine veraltete PL/SQL-Klische…

  30. Zu mir meinte der Avaloq-Fernandez: IP nervt, der hat keine Ahnung wie es läuft…..

    Zeitgleich sagt mir allerdings ein Implementierer der ersten Stunde: Horror, wie schlecht Avaloq läuft aber die Firmen setzen trotzdem darauf.