Geschäft brummt, aber PWC verlängert Kurzarbeit

Obwohl die Aufträge wieder ins Haus flattern, hält Nr. 1 der Berater und Revisoren an Kurzarbeit fest. Staat: Bitte zahlen.

Die Partner der grossen Beratungsfirmen und Anwaltskanzleien nennen sich gerne Unternehmer. Gute Zeiten: Wir verdienen viel. Schlechte Zeiten: Wir bluten zuerst.

PWC sieht das differenziert. Als Covid die Schweiz lähmte, rannten die Partner der grössten und erfolgreichsten Beratungs- und Revisionsfirmen im Land zum Staat. We want Kurzarbeit.

Sicher ist sicher, sagten sich die PWC-Chefs, könnte ja sein, dass unser Geschäft lange blutet. Nun aber zeigt sich, dass die Umsätze wieder anziehen. Es gibt viel zu tun.

Also fertig mit Kurzarbeit? Nicht so schnell. In einzelnen Bereichen haben die Zuständigen ihre Mitarbeiter soeben darüber ins Bild gesetzt, dass sie die bezahlte Arbeit durch den Staat verlängern wollen.

Vorerst bis Herbst. Danach schaut man weiter. Ein Sprecher von PWC sagte auf Anfrage:

„Der aktuelle Geschäftsverlauf von PwC Schweiz ist positiver als erwartet. Bei PwC Schweiz sind aktuell nur noch einzelne Kollegen im ADV Deals-Bereich (voraussichtlich bis Ende September) und im TLS Legal-Bereich (voraussichtlich bis Ende Oktober) in Kurzarbeit.“

Liebe Leute, macht weiter Pause (IP)

In einem Mail bat der Chef des PWC-Rechtsbereichs Anfang Woche um Zustimmung seiner Crew. Diese sei nötig, damit der Staat das Geld spreche.

Wer für sich keine Kurzarbeit wünsche, der würde wie alle anderen seinen Lohn erhalten, müsse aber statt reduziert voll arbeiten.

Damit dürfte klar sein, dass die überwiegende Mehrheit sich für die Option Freizeit bei Voll-Gehalt aussprechen dürfte. PWC erhöht die 80 Prozent Kurzarbeit-Entschädigung auf 100 Prozent Lohn – aus dem eigenen Beutel.

Firmen wie Adecco, Richemont oder das Medienhaus Nau gerieten in die Schlagzeilen, weil sie Kurzarbeitsgelder bezogen, ihre Mitarbeiter aber trotzdem viel mehr mehr arbeiteten.

Bei Nau untersucht nun gar laut der „Republik“, einem Online-Magazin, die zuständige Behörde. Wie sieht das bei der PWC aus? Wenn’s doch wieder läuft, wer erledigt dann die Arbeit, die durch Kurzarbeit liegenbleibt?

„Die vorhandene Arbeit wird entsprechend aufgeteilt; es bleiben keine relevanten Arbeiten liegen“, meinte der Sprecher der Beraterin.

Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert. *

  1. Den ganzen Legal und Compliance Bereich sollte man permanent vom Staat zahlen lassen. Am besten als Schadensersatz. Denn der Staat verursacht diesen Mist und ist der einzige, der davon profitiert.

  2. Hier steht’s zum Nachlesen:
    https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19820159/index.html#a33

    Ein Arbeitsausfall ist nicht anrechenbar:

    a.
    ……… oder durch Umstände verursacht wird, die zum normalen Betriebsrisiko des Arbeitgebers gehören;
    b.
    wenn er branchen-, berufs- oder betriebsüblich ist oder durch saisonale Beschäftigungsschwankungen verursacht wird;

    Was ist das Geschäftsmodell einer Beratungs-Firma? Ressourcen für Kundenprojekte vorrätig zu halten (aka Bench).

  3. Früher hatten Versicherungsberater, neuer Banker ein sehr schlechtes Image bekommen.

    Nun die die Big 4 daran, ihr Image noch tiefer als das der Versicherungsberater oder Banker zu legen.

  4. PWC und andere Berater haben ja das Modell der Jahresarbeitszeit, wohl meist noch Vertrauensarbeitszeit. Daher ist es mehr als stossend, was hier abgeht. Und der Kanton genehmigt es wohl noch brav und zahlt. PWC et al: Baut doch endlich Expats ab. Dann habt ihr weniger Kosten und die Infrastruktur wird wieder entlastet.

  5. Es scheint, dass der Grundsatz „gleiches Recht für Alle“ auch hier sehr stark gedehnt wird. Kurzarbeitsentschädigung gibt es nur für Mitarbeiter in nicht „arbeitgeberähnlicher Stellung. Partner in einer Struktur wie PWC sind aber letztlich Arbeitgeber als leitende Angestellte. Somit hätten sie gar keinen Anspruch. Tausende kleine Einmann-AG‘ s resp. GmbH‘ s haben nur für April und Mai Geld erhalten, seit Juni nichts mehr. Ob sie auch Löhne von 500‘000 erzielen, wohl kaum. Welcher Politiker hat den Mut für sie einzustehen?

  6. So muss man es machen, damit die variablen Boni für die gierigen Partner eingefahren werden können.

  7. August bis Oktober sind JEDES Jahr lau. Ausserdem ist es unglaubwürdig dass PWC überhaupt irgendwelche Ausfälle hatte wegen Corona. Eher umgekehrt. Da fliesst das staatliche Geld direkt in die Schatulle der Partner

  8. Im Dienstleistungssektor gibt es leider sehr viele Unternehmen, welche sich ihr Ergebnis mit Kurzarbeitsgeldern aufbessern. Der Staat hat dies so eingerichtet. Am Ende des Monats wird jeweils der Kurzarbeitsprozentsatz ermittelt. Jede Minute, welche ein Mitarbeiter nicht verrechenbar einem Projekt belastet, wird als Kurzarbeit abgerechnet, wie wenn die Mitarbeiter sonst 100% verrechenbar wären. In verschiedenen Branchen wird offen darüber gesprochen, dass ein „Unternehmer“ ja dumm sei, der die offerierten Staatsgelder nicht abholt.
    Schön zu sehen, dass es aber auch diverse Unternehmen gibt, die den Ehrgeiz haben, die aktuellen Herausforderungen ohne Kurzarbeitsgelder zu meistern. Diese werden letztlich gestärkt und fitter sein, weil sie über Mitarbeiter mit eigenem Unternehmergeist verfügen statt über Mitarbeiter, welche ihr Auskommen dem Staat zu verdanken haben.

  9. Ich verstehe die Aufregung nicht. Genau so läuft es seit Jahrzehnten und überall. Gewinne privatisieren und Verluste sozialisieren.

    Steuern, 2. Säule, überall wo es um Geld geht. Man hat permanent interne oder externe Experten und Berater, die sich diese Gesetzte anschauen und nach Schwachstellen, Hintertürchen und Möglichkeiten durchforsten. Dann setzt man es um oder sucht Politiker (die man meist bei den immer gleichen Parteien findet) um dieses Projekt anzustossen. Änderung des Gesetzten.

    Die Änderung sollte zuerst einmal einfach nur marginal sein oder so harmlos wie möglich klingen. Am besten beides. Damit niemand merkt um was es überhaupt geht, bis es zu spät ist. Bundesrat Merz oder Villiger, zwei ganz grosse Meister auf diesem Fach (Manipulation).

  10. wir finanzieren hier unsere eigenen henker…wohl bekomm’s

    the big four atlantik snakes and the brainblund 7 cheesy twarfs

    • die europäische zentralbank regiert europa
      und unsere blackrock snb…uns eidgenossen

  11. Bundesbern wollte es ja genau so! Schaut euch doch einfach mal an, welche Loby welche Mandate besitzt?

    Bern hat noch nie wirklich funktioniert! In den heutigen Zeiten verschleudert sie auf idiotischte Weise Steuergelder, die der Nachgeneration fehlt!

  12. Die Umsatzeinbussen bei den Revisionshonoraren (welche in den Vorjahren vereinbart wurden) – möchte ich sehen!!

    Zumal bei allen Grosskunden die Dokumente digital / online zur Verfügung stehen und Honorare via Offerten bereits im Vorjahr vereinbart wurden.

    PWC mit Homeoffice überfordert?

    Gruss an Compliance und HR von PWC

  13. Schaut mal in der Gastro Szene um. Wer da alles Kurzarbeit angibt und trotzdem wird 100% gearbeitet. Geld ist für Patrons. Und das nicht beim 5 Mann Betrieb.

  14. Unfassbar und ein absoluter Skandal, was hier die PwC macht – auch wenn man bedenkt, dass ein durchschnittliches Partner-Salaer um die CHF 500,000 beträgt!
    Diese hochgradig unethische Angelegenheit kostet Staubli hoffentlich noch den Kopf!

  15. Vermutlich werden die nun einfach konsequent jede nicht abrechenbare Stunde auf Kurzarbeit buchen.
    Motto: 65% Abrechenbarkeit (ziemlich tpyisch)? 35% auf Kurzarbeit.
    Pause zwischen 2 Projekten von 1 Woche? Projekt startet etwas später als geplant?
    Rentabler kann eine Beratungsfirma gar nicht ausgestalten.
    Das Kurzarbeitsregime muss sofort wieder zurückgeführt werden auf das alte Modell. Und es braucht drakonische, exemplarische Strafen (inklusive Gefängnis!) für Leute, die die Kurzarbeit nun ausgenutzt haben!

  16. Wer bei solchen Salären und flexibler Arbeit 80% Lohn „von sich aus“ auf 100% erhöht, hat Fragwürdiges im Sinne. Bewusst oder unbewusst.
    Ohnehin sollten nur gezielte Wirtschaftszweige Möglichkeit haben Kurzarbeit anzumelden. Wer „Wachstum“ (falls überhaupt) im Schlepptau generiert sollte nur in absoluter finanzieller Notlage, Nahe dem Konkurs, Kurzarbeit anmelden können.

  17. Es ist nicht verwunderlich, dass die Pandemie instrumentalisiert und ausgenutzt wird. Die PwC Konkurrenz begründet beispielsweise ihre Entlassungen damit.

  18. Siehe Beitrag von Herr Stölker: Wer wundert sich bei dieser verluderten Politik in diesem Land. Wer hat schon den Mut, die Kompetenz in Bern solche Sauereien abzustellen und den selbstherrlichen CEO`s den Tarif durchzugeben. Lieber pressen sie den Steuerzahler bis zum letzten Tropfen aus.

  19. Die Grossen könnens machen, die haben HR Abteilungen die sich um solche Administrativdinge kümmern können und jeden Satz kennen, den die Arbeitsämter hören wollen. Der KMU hat fast keine Chance beim Bescheissen, er darf aber den Missbrauch der Grossen mitfinanzieren. Die Politik pennt!

    Eine PWC hat definitiv keine Kurzarbeit nötig, bei dem Kontrollwahn, der heute schon staatlich vorgeschrieben ist, geht denen die Arbeit definitiv nie aus!

  20. Der Witz des Jahres neben der Kurzarbeit der qualitätslosen Medien der Schweiz! Exportierende Industriefirmen darben und das lokale Gewerbe, aber sicher nicht die Beraterkaste von PWC etc.
    Es wäre ein Affrot gegenüber Steuerzahlern, KMU und Gwerblern, sowie Selbständigen, wenn hier Kurzarbeit gesprochen würde.

  21. Schmarotzer überall.
    Wieso muss der Steuerzahler den PWC-Partnern ihren Gewinnanteil sichern?
    Ab sofort PWC auf die Liste nehmen, die zukünftig nie einen Auftrag erhalten werden.

  22. Der Staat schenkt dem Unternehmer Geld für Kurzarbeit, also setzt der clevere, ungenierte, gierige Unternehmer viele seiner AngestellteN auf prozentuale Kurzarbeit und bezahlt lediglich deren monatliche Sozialabgaben, obwohl unternehmerisch gesehen, Kurzarbeit eigentlich gar nicht mehr notwendig wäre. Insbesondere die Home Office Mitarbeiter unter 80-100% Kurzarbeit, die fleissig 100% weiterarbeiten, können sie gar nie überprüfen. Milliarden die hier in private Taschen der Unternehmer umgeleitet werden. Mittlerweile kann das Abzocker-Spiel sogar bis August 2021 weitergeführt werden. Erneut fliesst viel, viel Knete in die Taschen von wem? …., richtig! Und wer bezahlt danach wieder? …, auch korrekt! Überrascht? Nicht wirklich, oder? Faust in den Sack oder Faust in die Luft? Oder Kopf in den Sand 🙂 TGIF

  23. Was für eine primitive Staats-Abzocke von PWC, unfassbar. Wenn ein Restaurant oder Hotel vor der Insolvenz sowas macht ist es OK – aber was PWC hier abzieht ist unterste Schublade.

    • Das ist nicht nur PWC…das ist unser „schlechtes System“ (=unfähige, lobbyierende Politiker, die sowieso nur immer für ihre Taschen politisieren) mit unseren „guten Gesetzen“. Es ist halt immer noch so, jedes Volk bekommt die Politiker, die es verdient (unser Schweizer geht es ja im Vergleich, mit welchem Volk auch immer, extrem gut!).

  24. Wieder einmal ein „Nichts-Artikel“. Wie es Herr Hässig selbst sagt, die Kurzarbeit wird in „einzelnen Bereichen“ weitergeführt. Macht doch Sinn, oder, wenn es diesen „einzelnen Bereichen“ noch nicht besser geht in Sachen Auftragslage? Was ist denn daran falsch, Herr Hässig? Danke für Ihre Antwort im Voraus!

    • Ich hoffe als Steuerzahler gerne, dass die Behörden im Falle wie PWC genau hinschauen werden nachdem der IP Artikel nun hier publiziert ist – PWC ist in der Tat eine Partnership, die Partner sahnen am Ende des Geschäftsjahres dann ab. Im weiteren dürfte für PWC der Reputationsschaden beträchtlich sein. Daher ist dieser IP-Beitrag schon wichtig, Unternehmen welche die Kurzarbeitsbestimmungen nicht einhalten, gehören nun mal an den Internet-Pranger – dies ist die Sprache die in der Teppichetage verstanden wird.

    • @enigmabear: PWC ist ja nicht die einzige Zürcher Revisionsgesellschaft, welche – ausgerechnet in der Hochsaison der Revisionen, dem 2. Quartal – Kurzarbeit eingeführt hat. Das ist unglaubwürdig; der Verdacht der Staatsgeldabzocke ist dringend. Ueli Maurer hat ja versprochen, dass er das Thema genau verfolgen werde, und im Fall der PWC kann damit gerechnet werden, dass wieder einmal der alt-Rdf Bat Kdt Maurer Ulrich zum Gegenschlag ausholt, möglichst nachts oder im Morgengrauen beim ersten Büchsenlicht.

  25. Kurzarbeit bei PWC, die vom Staat bezahlt wird, ist eine bodenlose Frechheit. Was genau konnte nicht in der Coronakrise gemacht werden? Buchprüfung? Hier sollte der Staat besser kontrollieren und PWC sollte sich schämen, auf Kosten der Steuerzahler Gewinne einzustreichen.

    • Wissen Sie Herr Müller, PwC führt nicht nur Buchprüfungen durch. Sie bieten auch andere Dienstleistungen an…einfach damit Sie das nun auch wissen.

    • @Sen Hubert: Ja, zum Beispiel Beratung. Für diese nehmen andere Videokonferenzsoftware.