Die Schreckensnachrichten aus der Walliser Nobel- und Sporthochburg sind kaum zu fassen. In Sekunden verwandeln sich Neujahrsfeierlichkeiten in einen blanken Horror mit über 40 Toten und über 100 teils Schwerverletzten.
Die Gedanken sind bei den Betroffenen und deren Angehörigen und Freunden.
Und bei den unzähligen Rettungskräften und Freiwilligen, die in den Minuten und Stunden nach dem Undenkbaren sich für die Vermeidung von noch Schlimmeren eingesetzt haben.
Die lokalen und nationalen Notfall- und Rettungsdispositiva, inklusive das rasche Hochfahren von ausserordentlichen Spitalkapazitätenscheinen für Schwerstverletzte, scheinen gegriffen zu haben.
Das spricht für die Schweiz und seine Kantone bei der Umsetzung von Katastrophenszenarien im realen Ernstfall.
Und ein solcher ist eingetreten. Wie er periodisch für das Extremszenario eines Flugzeugabsturzes im Siedlungsgebiet geübt wird.
Denn wie bei der Flugzeugkollision von Überlingen im 2002 hat Murphy‘s Law in seiner tödlichen Brutalität zugeschlagen: Alles, was schiefgehen kann, geht schief.
Die eben begonnenen Untersuchungen werden hoffentlich die Kaskade von Ereignissen schonungslos an den Tag legen:
Gebäudeinfrastruktur inklusive Fluchtwege, Materialen im Interieur, die eigentlichen Geschehnisse bis zum Desaster, allfälliges menschliches Versagen respektive Fehlverhalten, Lösch- und Alamierungsvorichtungen.
Und die vergangenen periodischen Kontrollen durch die Gebäudeversicherung beziehungsweise Selbstkontrollen des Etablissements inklusive Brandfallinstruktionen für Mitarbeitende.
Bei Crashs in der Aviatik werden nationale und internationale Flugsicherheitsstellen jeweils im Eiltempo eingesetzt.
Auch wenn vorerst nur „nicht abschliessende Erkenntnisse“ vorliegen, werden national oder gar weltweit Empfehlungen im Sinne der Vorsorge abgegeben und rigoros umgesetzt.
Wie beispielsweise im Nachgang zu den beiden nach dem Start sich ähnlich verlaufenden Abstürzen von Boeing 737-Max 8 Flugzeugen in Indonesien (2018) und Äthiopien (2019).
Dies führte zum Grounding des entsprechenden Flugzeug-Typs, was wiederum deren Herstellerfirma Boeing fast in den Bankrott trieb.
Die kantonalen Sicherheitsdirektoren und Gebäudeversicherungen sind nun ohne Verzug gefordert. Nicht nur im Wallis.
Die Kombination von einer Ansammlung von Menschen, brennbarem Material, dem Entfachen von Funken und Feuer und verfügbarer Fluchtwege sind bei jeder Location neu zu prüfen.
Dazu kommt die Schulung des Personals, die Alarmierung sowie die Handhabung zum Löschen.
Ausgehend von den „Learnings“ aus Crans müsste in der Schweiz und weltweit ein Ruck durch die Event- und Gastrobranche gehen. Und zwar rasch.
Die traditionell umsatzschwachen Monate im 1. Quartal bieten sich bei jedem einzelnen Lokal an, über die eigenen Bücher zu gehen.
Hier stehen der Bundesrat und die kantonalen Verantwortlichen in einer nicht verhandelbaren Pflicht, auch gegenüber ausländischen Regierungen und Behörden.
Crans-Montana ist eine andere Dimension und könnte überall passieren.
Eine solche Tragödie ist trotz ihrer unbeschreiblichen Traurigkeit auch eine Chance, die Welt und das Zusammensein von Menschen sicherer zu gestalten.
Im Rückblick brauchte es auch das Drama im Brüsseler Heysel-Stadium im Mai 1985, um Stadioninfrastrukturen, Zugangskontrollen und Verhaltenskodex der Fans radikal zu verbessern, um Fussballspiele sicherer zu machen.
Denn die Magie von Festen gehört zum Mensch-Sein. Nicht nur an Silvester.
Eigentlich hätte ich von dem Autor eine tiefe Entschuldig für seinen vorherigen Beitrag erwartet.
Jetzt spielt er wieder den Oberlehrer.
Oberlehrer? Oberlafferi!
Wir freuen uns über die grandiosen und professionellen Auftritte unseres Bundespräsidenten Guy Parmelin beim Krisenstab des tragischen Unglücks von Crans Montana. Hier hat sich wieder einmal bewiesen dass man mit Ruhe und Vertrauen in das Volk wahre Wunder leisten kann. Unsere Partei steht voll hinter dem Guy!
L i n k e B a z i l l e !
Was war das „wahre Wunder“ von Crans Montana“, die Worthülsen von Parmelin und anderen, dem ausweichen von kritischen Fragen zB, nach den Notausgängen, Pläne bei der Gemeinde vorhanden/Anzahl zugelassene Gäste. Parmelin war sichtlich betroffen aber eben ausser den üblichen Beileidsbekundungen und Verweis auf die weiteren Untersuchungen nichts!
@ Victor Brunner: Sie geisseln den Falschen. In erster Linie sind die lokalen und kantonalen Stellen verantwortlich.
auch wenn Herr und Frau Schweizer es immer noch nicht wahrhaben wollen.
Die Schweiz hat solidarisch und gemeinschaftlich vollkommen versagt.
Man könnte es nun einfach nur Politikern und Beamten in die Schuhe schieben, doch ein Fisch kann auch von unten her das Stinken anfangen!
Bei dir s t i n k t es im O b e r t ü b c h e n aber gewaltig!
Er könnte. Die Tatsache ist aber anders. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Die Schwanzflossen geben nichts her. Haben Sie eine Ahnung von Fischen?
@ Crans hat die Dimension eines Meteoriten!: Bitte um exakte Erläuterung Ihrer vorgetragenen Beschuldigungen statt nur leere Worthülsen.
Auch Alex Gantner springt noch auf den „Katastrophenzug“ auf, sein Wochenende ist gerettet! Da hat Schälli noch konstruktiveres!
Eine solche Katastrophe könnte jederzeit wieder passieren. Es braucht insbesondere doofe Partygänget, geldgierige Clubbesitzer, die es mit der Sicherheit nicht so ernst nehmen und Besmte, die lieber im Büro sitzen oder nach einem Gläschen Fendant nicht mehr an die Decke sehen.
Murphy‘s law nennt man das auf Neudeutsch.
Das nennt man Schlamperei. Die Verantwortlichen haben den Tod von 40 Personen zu verantworten.
Die PK gestern war ein PR Desaster und beschämend. Alle wollten sich zeigen und keiner hatte etwas Relevantes zu sagen. Der Polizeichef konnte nicht einmal das Einsatzprotokoll zitieren. Parmelin hätte besser seinen Slot zur Neujahrsansprache im Fernsehen dafür genutzt. Jetzt sollte jedem in der Schweiz bewusst werden, dass die Behörden und Politiker nicht zum Schutz der Menschen tätig sind, schon gar nicht im Wallis. Filz und Korruption an der Tagesordnung. Hauptsache der Rubel rollt. Den Preis dafür zahlen die Opfer und Angehörigen, die Rettungskräfte, Ärzte und Pfleger
Aber der Staat…! Wir bezahlen doch Steuern!?
Eigenverantwortung funktioniert nie! Außerdem gibt es feuerpolizeiliche Vorschriften, die auch im Wallis gelten.
Genau Freiheit heisst obligatorisch oder verboten. Der Vollkaskobürger kann froh sein darf er noch eigenverantwortlich Luft atmen
Eigenverantwortung funktioniert, wenn sie im eigenen Interesse liegt. Es braucht jetzt sehr klare Entscheidungen von Behörden und Justiz, um ganz deutlich zu zeigen „So nicht!“ und was ggf. die Konsequenzen für falsches Verhalten sind. Ökonomischer Ruin, Gefängnis, etc.
ja, ein wirklich trauriges Kapitel in der ehemals Schweizer Geschichte. Es tut mir aufrichtig leid für unser kleines südliches Bundesland. Jetzt heisst es die Geschichtsbücher zu schliessen, abzuhaken und nach vorne in eine prosperierende Zukunft zu blicken.
Was wahr wahr, was kommt kommt!
Christdemokratisch schreiten wir voran.
Haben den Bierrausch noch nicht ausgeschlafen…
zumindest haben die Deutschen keine 150 Jugendlichen auf dem Gewissen!
Das kleine Bundesland Schweiz hat touristisch abgetankt.
Wie nahe manchmal Freund und Leid beisammen sind hat sich gestern wiedereinmal gezeigt, das ist ohne Worte eine Tragödie.
Aber nun wieder 50 zusätzliche Gesetze und 150 Beamte einzustellen die KMUs kontrollieren für etwas was erstmalig passiert ist, ist typisch Schweiz und am Schluss der Grund warum gar niemand mehr wirtschaften kann in diesem Land.
Unfälle und Schicksalschläge passieren, Sie lassen sich nicht verhindern, das nächste mal
Ist es wieder etwas ganz anderes.
Ich will das unglück nicht Kleinreden, aber die Schweiz ist schon völlig überreguliert….
Jede der grossen Brandkatastrophen in Nachtclubs hatte die Ursache „abbrennen von Pyrotechnik“. Es gehört daher ein absolutes Verbot von offenen Flammen und Pyrotechnik verhängt.
Selbstverständlich. Aber die Mehrheit hier empfindet es als Einschränkung der persönlichen Freiheit, siehe Gantners Post vor ein paar Tagen.
40 Tote später scheint der unbedingte Wille zur Verteidigung der Freiheit etwas abgekühlt zu sein. Stattdessen der immerselbe Schrei querbeet nach Konsequenzen, Kontrollen, Verurteilung und Schuldigen.
Pyrotechnik ist in Innenräumen grundsätzlich verboten, aber was nützen Verbote, wenn sie nicht durchgesetzt bzw. kontrolliert werden?
Noch vor ein paar Tagen wettert er gegen den Kontroll- und Verbotsstaat, und jetzt der übliche blindwütige Ruf nach sofortigen Kontrollen und Verboten.
Typischer Stammtischliberaler.
Man muss nicht alles kontrollieren und verbieten. Aber dort wo es Sinn macht, dort muss man kontrollieren und verbieten. Für feuerpolizeiliche Sicherheitsmassnahmen gilt das ohne jeden Zweifel.
ist (leider) nach diesem tragischen Vorfall zwingend angesagt.
Hätte schon das Servicepersonal die Musik abgestellt und die gaffende Jugendliche mit gezücktem Smartphone aufgefordert, das Lokal sofort zu verlassen, und eventuell vorsichtshalber noch ein paar Scheiben eingeschlagen, um die Evakuierung zu beschleunigen, dann hätten allenfalls einzelne Leute etwas Rauch inhaliert.
Ein solches Ereignis darf nicht wiedervorkommen, aber es ist auch nicht das Gelbe vom Ei, unzählige eigentlich unnötige Vorschriften jetzt durchzuboxen. Die Politiker werden es aber trotzdem tun.
Ja, die Schnelligkeit und Effizienz der Rettungsmassnahmen spricht für die Schweiz. Was aber nicht für die Schweiz und insbesondere das Wallis spricht, ist, dass so eine Feuerkatastrophe passieren konnte. Nach allgemeiner Annahme gibt es nach Umbauten von öffentlichen Orten eine feuerpolizeiliche Begutachtung und Abnahme. Da stellen sich Fragen, dringend !
Ich verstehe eh nicht wie man gleich drei Lokale haben kann, um nur schon in einem davon an Sicherheit und Brandschutz zu sparen.
Meist ist es die Kumulation von plötzlich in Relation stehender Einzelschwachpunkte, die zur Katastrophe führen. Dies zeigen schon die bislang in Frage gestellten Problempunkte. Letztlich aber steht immer der Mensch im Mittelpunkt der Verantwortung.
Schweizer sind dazu erzogen zu denken, dass in der Schweiz alles am Besten ist. Sollte es nicht so sein, wie in der Schweiz kann es nicht gut sein. Deshalb langsam unbezahlbare KK Prämien, kein Arbeitnehmerschutz (insbesondere bei älteren Arbeitnehmern) etc.
Betr. „Die lokalen und nationalen Notfall- und Rettungsdispositiva, inklusive das rasche Hochfahren von ausserordentlichen Spitalkapazitätenscheinen für Schwerstverletzte, scheinen gegriffen zu haben.“:
Sehr gut Herr Gantner, schreiben Sie das auch den Hinterbliebenen. Die werden sich unendlich getröstet fühlen.
Aber Herr Gantner. Das würde ja mehr Staat bedeuten. Das können sie doch als (ehemaliger) FDPler nicht ernsthaft fordern. Ihre Kollegen gehen bei der aktuellen Revision genau in die andere Richtung. Weniger strenge Vorschriften kontrolliert in Eigenverantwortung oder durch vom Betreiber bezahlte Experten.
Aus der Tragödie beim Heyselstadion wurden tatsächlich die Lehren gezogen. Ganz anders bei Überlingen: Seit damals ist Skyguide regelmässig wegen Skandalen in den Medien präsent, weil es irgendwelche betrieblichen Probleme gibt, weil das Geld immer wieder nicht gereicht hat und weil es ein staatlicher Selbstbedienungsladen par excellence ist, bei dem Amigo-Kultur fest in der DNA verankert ist.
Da wir im Land der Kuscheljustiz sind, wo Täter verhätschelt und Opfer verhöhnt werden, sehe ich rabenschwarz für einen wirklichen Kulturwandel.
Mein Beileid gilt den Angehörigen und hat Priorität.
Dennoch – warum sollte Crans Montana ein weltweiter Weckruf sein? Die Weckrufe gabs schon zig-fach mit schnell abbrennender (meist Polyurethan-Dämmschutz-)Deckenhölle:
– Station Night Club Rhode Island 2003
– Kiss Nightclub Rio Grande do Sul 2013
– Santika Club Bangkok 2009
– Mountain B Nightclub Thailand 2022
– Lame Horse Nightclub Perm Russland 2009
– Cromanon Nightclub Buenos Aires 2004
Die Liste liesse sich wohl beliebig verlängern. Bei jedem der genannten Unglücke schauten die Behörden dem Treiben zu, die Kontrollen waren zu lasch.
Wann wird endlich der Ruf nach Verboten erhört? Der beste Beweis ist die Straßenverkehrsordnung. Es hat lange gebraucht, bis sie eingeführt wurde – vor einigen Jahren.
Seit damals gibt es keine Unfälle mehr und keine Übertretungen.
Ja genau, seit Drogen verboten sind gibt es auch keine Konsumenten mehr. Alpenromantik pur