Was ist aus Davos geworden? Dort, wo einst der junge Genfer Professor Klaus Schwab der Welt den Frieden bringen wollte, wird jetzt der gefährlichste Zirkus der Welt aufgebaut.
Wenn Klaus Schwab gescheitert ist und nur zum erfolgreichsten Partyveranstalter der Welt wurde, hat er doch den „Davos Man“ auf die Erde gebracht.
Jenen smarten Topmanager, der sich die Weltwirtschaft untertan macht, der mit der Globalisierung reich wird.
Der Menschheit wurden grosse Versprechen gemacht, eine Welt des Überflusses und des Reichtums als Ziel für alle vorgegeben.
Als die Weltmedien merkten, dass aus Davos meist wenig mehr als hohle Worte kamen, begann das Licht des WEF immer schwächer zu leuchten. Der Versuch, Klaus Schwab zu verdrängen, scheiterte.
Bis Larry Fink, der Gründer und CEO des 14’000 Milliarden US-Dollar-Konzerns Blackrock die Zügel in die Hand nahm und Donald Trump davon überzeugte, er müsse genau in diesem Jahr in die Schweiz nach Davos kommen.
Das war die Rettung des alten WEF durch die Gründung des neuen WEF durch Larry Fink und André Hoffmann, den Roche-Erben und neuen Vertreter der Schweiz an der Spitze des WEF.
Ging es Jahrzehnte um Frieden und Zusammenarbeit, wurde das WEF nun zum grössten und, wie sich zeigt, gefährlichsten Zirkus der Welt umgebaut.
Attraktion Nr. 1: Das grösste, lebende Raubtier der Welt, US-Präsident Donald Trump. Er holte den Panama-Kanal zurück in die USA, wogegen die panamesische Regierung sich nicht zu wehren wagte, war sie doch von Washington eingesetzt worden.
Er meldete seinen Anspruch auf Kanada als 51. Bundesstaat der USA an. Die Kanadier warten jetzt, wann sie an der Reihe sind.
Vor dem Morgengrauen fiel er über Venezuela her, holte dort Präsident Maduro und dessen Frau aus dem Bett und brachte sie in eines der berüchtigsten Gefängnisse New Yorks, wo sie seither auf das Urteil warten.
Das Grossraubtier Trump verlangt jetzt die grösste Insel der Welt, Grönland, für sich. Was schert es ihn, dass diese seinem NATO-Partner Dänemark gehört?
Er braucht, wie aus Venezuela das Öl, die Bodenschätze Grönlands, um seine Schulden, die Staatsschulden der USA, zu finanzieren.
Mit Donald Trump kamen Dutzende anderer Raubtiere aller Grössen aus 70 Staaten der Welt. 3’000 Gäste fasst die Arena von Davos. Das ist weniger als ein Zehntel der Besucher des antiken römischen Kolosseums.
In Rom ging es 500 Jahre darum, das römische Volk und das römische Reich mit grausamen Spielern zu fesseln.
Davos ist zum Zirkus der Politiker mit den Superreichen der Welt geworden. Hier geht es darum, die Welt aufzuteilen und sich nahrhafte Teile zu sichern.
Fünf Tage dauert die grosse Show.
Am Montag, einen Tag vor Beginn, hat sich der chinesische Vizepremier He Lifeng die Zusage von über 60 CEOs aus aller Welt gesichert, mit ihnen über Investitionen in China zu sprechen.
Die Tür dorthin ist wieder weit offen, weil Trump im April nach China kommen will, um die Geschäfte zwischen den beiden Supermächten in Schwung zu bringen.
Auch Martin Pfister, VBS-Chef, flog schon am Vortag ein, um sein 5’000 Mann starkes Korps zu ermuntern, die kommenden Ereignisse perfekt abzusichern. Vor den SRF-Kameras sagte er: „Wir bieten der Welt eine Plattform.“
Wieso das? Wer ist wir? Ist das WEF nun ein Staatsanlass, wo vier Bundesräte die Raubtiere mit Komplimenten füttern?
Oder bleibt das WEF eine private Stiftung, wo eine bessere Welt für die Reichen geschaffen werden soll?
Als oberster Zirkusdirektor gab sich der unglaubliche Larry Fink, Gründer von Blackrock, in den angelsächsischen Medien zu erkennen. Für Schweizer Medien hatte er bisher noch keine Zeit.
Er sagte: „Ich sprach unglaublich viele Menschen an, sie müssten nach Davos kommen. Und sie kamen.“
Natürlich handelt es sich nur um die allerhöchsten „Business leaders“, Präsidenten und CEOs, auch solche, die bisher noch nie nach Davos kamen.
850 solcher „Leaders“ sind mit ihren Privatflugzeugen in die Schweiz geflogen oder werden noch erwartet. Mit 1’000 zusätzlichen Landungen rechnet man am Flughafen Zürich, der auch den ehemaligen Militärflugplatz Dübendorf mit integriert hat.
Eine grössere Party mit Gästen dieses Kalibers hat ein amerikanischer Unternehmer noch nie gegeben. Davos macht es möglich.
André Hoffmann, mit über 20 Roche-Milliarden Franken einer der reichsten Schweizer, ist bisher neben Fink nicht zur Geltung gekommen.
Der smarte Amerikaner spielt den lieber Französisch sprechenden zurückhaltenden Basler glatt an die Wand. Das ist das neue WEF, ein bisher unbekanntes WEF.
Am Mittwoch fliegt Donald Trump mit einem Gefolge ein, wie es einem römischen oder deutschen Kaiser angemessen war.
Trump hat im Vorfeld geschrieben, er wolle kein Friedensfürst mehr sein, da man ihm in Norwegen den Friedensnobelpreis verweigert habe. Jetzt bringe er den Krieg, sofern man sich seinen Forderungen verweigert.
Macron (F), Starmer (UK) und Merz (D) haben beschlossen, den Fehdehandschuh aufzunehmen und Trumps neuen Zöllen eigene Zölle auf US-Waren entgegen zu schleudern.
In Davos soll Frieden zwischen Europa und den USA geschlossen oder der gegenseitige Handelskrieg erklärt werden.
In Davos soll eine kleine Gruppe reicher Staatspräsidenten in den „Gaza Club“ aufgenommen werden. Trump will von jedem eine Billion US-Dollar (850 Milliarden Franken), um Gaza wieder aufzubauen.
Die Israelis sind darob so wenig begeistert wie die Palästinenser.
Es geht beim Davoser Zirkus nicht um friedliche Diskussionen, wie angesagt, sondern um „The survival oft the Richest“, wie Bloomberg geschrieben hat.
Diese sehen sich durch eine unkontrollierbare Kanonenboot-Diplomatie der USA, durch den Techno-Feudalismus der kalifornischen AI-Milliardäre und den MAGA-Marxismus nach Trump’scher Art gefährdet.
Die kleinen Raubtiere wollen das grosse Raubtier bändigen, damit sie keinen oder nur wenig Schaden nehmen.
Eine solche Show hat die Schweiz noch nie erlebt. Olympiaden sind nichts dagegen. Dort geht es nur um Sport und Geld, in Davos geht es um alles.
Trump über Grönland, in seinem Brief an den norwegischen Premier: “Es gibt keine schriftlichen Aufzeichnungen[wer der Besitzer Grönlands ist], nur die Tatsache, dass dort vor Hunderten von Jahren ein Boot [aus Dänemark]anlegte, aber auch wir hatten Boote, die dort anlegten.
Ich hoffe, dass die Schweizer Delegation genügend Goldbarren und Rolex dabei hat…
Jedenfalls haben sie für uns Milliarden gespart damit.
Donald denkt wie sein Onkel Dagobert aus den Lustigen Taschenbüchern nur an sich (= an sein Geld).
USA first.
Recht hat der Donald.
Die Schweiz sollte auch nur an sich denken. Und Trump sobald er gelandet ist, wieder abschieben.
Ich glaube kaum, dass Europa sich Trump entgegen stellt. Merz wollte mal Flagge zeigen und hat 15 Soldaten nach Grönland geschickt. Erschrocken ob dem eigenen Mut, hat er sie nach zwei Tagen wieder heim geholt.
Eine Erkundungsmission von 15 Soldaten der Bundeswehr endete am Sonntag. Gut möglich das längerfristig Nato Truppen stationiert werden auf Dänische Stützpunkte.
Mit der Entsendung von Detachementen, ging es nicht darum Trump die Stirn zu bieten sondern um die Vorbereitung (Rekognoszierung) einer längst geplanten NATO-Übung.
Schreckliche Party. Hoffentlich wird dieser Anlass das letzte Mal in Davos stattfinden, jetzt wo Schwab nicht mehr der Veranstalter und Gastgeber ist.
Gute Analyse!
Dem kann ich diesmal beipflichten!
Wie schafft es Stöhlker seine Beiträge an der IP-Zensur vorbei zu steuern? Meine Kommentare bleiben meist daran hängen (Wartet auf Freigabe).
Nichtsdestotrotz: Wenn Trump den Nebel über Kloten sieht, wird er seine Maschine durchstarten und zurück ins sonnige Florida fliegen lassen. So hoffe ich, zumindest. Lorbeeren kann er für sich sowieso keine abholen, sind sie doch als invasive Neophyten in der Schweiz verboten sofern unsere Bundesräte am WEF dies auch wissen.
Entweder stellen sich die hiesigen Kommentatoren bzw “Experten” dumm oder sie sind dumm. Die 8 Europäischen Länder die eine lachhafte Militärexpedition nach Grönland geschickt haben, demonstrierten einmal mehr ihre monumentale Hilfslosigkeit. Eine Katastrophale Kommunikationsübung! Was man nicht verstehen will ist dass NATO, ein Kaleidoskop von 27 Nationen, längst eine Non-Valeur darstellt. Wäre es nicht so hätte Putin wahrscheinlich schon mal die Ukraine nicht angegriffen. Dass Amerika die NATO und Europa längst abgeschrieben hat dürfte auch klar sein.