Die Six wird zum Abwrack-Riesen. Die wichtigste Infrastruktur-Firma des Finanzplatzes dürfte zerlegt werden.
Durch den Kapitän. André Helfenstein, einst CS Schweiz-Chef, nach dem Aus als Überzähliger bei der UBS nicht zum Zuge gekommen.
Jetzt hat Helfenstein seinen Platz gefunden: bei der Six. Dort fackelt der neue VR-Präsident nicht lange. Gestern stellte der Aargauer Finanzchef Daniel Schmucki vor die Tür.
Nach 9 Jahren und einem 1,5-Milliarden-Abschreiber musste Schmucki das Feld räumen.
Sein Abgang ist nur der Auftakt zur Grosssanierung, sagen Insider. Helfenstein würde die ganze Six in den nächsten Monaten auf den Prüfstand legen.
Eine Division soll dabei integral verkauft werden, nämlich jene der Financial Information. Dort konkurrieren die Schweizer mit weltweiten Schwergewichten.
Das wahre Kommando führt nicht Helfenstein. Sondern Sergio Ermotti.
Der UBS-CEO hat es schon lange auf die Six abgesehen. Seine Bank hält nach der CS-Übernahme rund 35 Prozent am Schweizer Börsen- und Daten-Gemeinschaftswerk.
Die übrigen Anteile verteilen sich querbeet auf die vielen Banken im Land.
Ermotti regte bereits in seiner ersten UBS-CEO-Amtszeit an, die Six entweder nach seinem Gusto aufzustellen – oder dann würde seine UBS „Alternativen“ prüfen.
Damals blieb es bei markigen Worten. Doch wie bei Trump, der auch ein zweites Mal in die Hosen steigen durfte, will jetzt offenbar auch der Tessiner Nägel mit Köpfen bei der Six machen.
Dem Grönland Helvetiens.
Auf immer mehr Kaderpositionen sitzen Ex-UBS-Leute. Soeben konnte ein alter UBSler namens Matthias Reif seine Macht ausweiten.
Sein neuer Titel lautet „Head Data, Operations & IT Banking Services“. Bis 2022 war er die Karriereleiter bei der UBS hochgestiegen.
Reif bringe „keinerlei Erfahrung aus der IT oder Data Science“ mit, meint ein Insider, trotzdem dürfe er „den grossen Laden leiten“.
Unzählige weitere UBS-Manager haben bei der Six das Sagen. Eine „UBS-Buddy-Truppe“ kontrolliert zentrale Teile des Six-Zahlungsverkehrs.
Was führt Ermotti via seinen Statthalter Helfenstein im Schilde? Die Zeichen verdichten sich, dass der UBS-Chef seinen Einfluss als Vertreter des dominanten Six-Shareholders jetzt nutzt, um seinen schon lange gehegten Wunsch umzusetzen.
Die Six auf ihr altes Kerngeschäft zu reduzieren: Börsenhandel und Zahlungsverkehr.
Laut einer zweiten Quelle sei der angestrebte Verkauf der Sparte „Financial Information“ schon weit fortgeschritten.
„Es werden bereits exklusive Gespräche mit interessierten Investoren geführt“, so die Auskunftsperson. Unter den möglichen Käufern befänden sich Private Equity-Firmen.
Kommt es zum Deal, wäre dies ein Hammerschlag – für die Six, für ihre Mitarbeiter. Unzählige könnten ihre Stelle verlieren.
Die Firma selber stünde vor dem grossen Strategieknall. Der von CEO Björn Sibbern verkündete Aufbruch zu neuen Ufern würde noch vor dem Auslaufen Schiffbruch erleiden.
Sibbern, der intern vom Leitstern am Himmel sprach, an dem sich die Firma neu ausrichten würde, ginge als endgültiger Versenker des grossen Infrastruktur-Werks in die Geschichte ein.
Ich wusste nicht, dass der der Six so schlecht geht. Schade, dass sie zerschlagen werden muss.
Der Zustand von SIX ist bedenklich genug, wie man als IP-Leser regelmässig wieder zur Kenntnis nehmen musste.
Nun ist halt die Frage, wo der Mehrwert sein soll, wenn die UBS die SIX kaputt macht, dort selber mitmischt oder nach der Zerschlagung der SIX selber mit etwas neuem an den Start geht.
Kommt es nun noch schlimmer, als es eh schon ist?
Verkäufe und Abbau, das einzig Richtige für diese marode Bude. Zieht der Ex CS Mann das durch, wäre einer der wenigen CSler, die was taugen.
SIX & UBS. Passt wie die Faust auf das Auge 😉
Loomit hat zwei o…
Fox kann man auch mit zwei 🔘🔘 schreiben!
Ich frage mich ernsthaft: Wer will die kaufen?
Wo bitte ist denn der Wert dieser und auch etlicher anderer Aktivitäten der SIX? Mit Verlaub, so sehr ich für Unabhängigkeit und Eigeninitiative bin, aber das was mir als professionellen Trader und Investor die SIX hier liefern kann, ist minimal. Freundlich ausgedrückt!
Die UBS – WEF – WHO – Crands Montana -zerschlägt die Schweiz.
Wer soll die kaufen? Gute Frage. Ein Mitbewerber, der an den Marktanteilen und Kunden interessiert ist! Dann migriert er alle Services auf seine eigenen Produkte und erhöht die Preise. So läuft das Spiel.
Was stimmt mit dir nicht?
Ist die Six so etwas wie die Altersresidenz für ehemalige CS und UBSler? Und jeder darf es nochmals probieren.
Eine Krabbelgruppe mit Sandkasten für CS und UBSler.
Ja, und wer es dort auch nicht bringt, darf noch bis zur Mumifizierung in der ZKB höckle.
Was will die UBS auch mit ner Autovermietung? Weg damit!
Hä??? Echt jetzt???
Die UBS und ihre Führungsspitze haben jahrelang bewiesen, dass sie Six nicht können. Und wir Aktionäre/Innen lassen jetzt genau diese Leute fröhlich und gutbezahlt weiterwursteln.
Schön blöd.
„Zerlegung…?“ Das ist doch schon längst Strategie der UBS, und wird schon seit Jahren umgesetzt, auch bekannt als „Asset-stripping“. Man erinnere sich an die Verkäufe der Eurex und Stoxx Anteile, sowie das Kartengeschäft. SIX könnte ihre Kerndienstleistungen problemlos dem Finanzplatz als Gemeinschaftswerk bieten, wenn man die BME verkauft, das CCP Geschäft dicht macht, und sich auf die Schweiz konzentriert. Aber das braucht Leute mit Vision, Strategie, und Charakter, allesamt fehlend bei den Banken, allen voran die UBS, die das quasi monopolgeschäft für sich nehmen will, zum Nachteil des F
„Financial Information?“ Sorry. Aber wer den Teil kauft muss Banker sein.
Die SIX zerstückeln und ab ins Finance Brockenhaus. Es gibt immer Nostalgiker auf der Suche nach Erinnerungen.
Buchempfehlung „Nieten in Nadelstreifen“ ISBN-10 3426771365 CHF 6.50 auf Amazon
Die SIX Group als Monopolist macht bloss das Nötigste. Eine lethargische Gruppe mit schlechter Selbstwahrnehmung.
Beispiel: Der aufgeschaltete ETF-Explorer eine totale Zumutung. Eine geographische Eingrenzung der ETF-Suche gibt es auch jetzt nicht. Unbrauchbar, seit Jahren.
Gutes Beispiel, das zeigt, wie bei der SIX Group gearbeitet wird. Der wichtige ETF-Explorer funktioniert seit Jahren nicht kundenfreundlich. Ein ETF nach geographischer Ausprägung zu finden, ist nicht vorgesehen. Bloss Suche via ISIN, Management Style,Asset class,Product Provider und Trading Currency geht.
Suche ich einen Welt-ETF, suche ich einen Schweiz-ETF oder einen Commodity-ETF, es funktioniert einfach nicht.
André Helfenstein sollte dieser phlegmatischen Truppe zwei Wochen Zeit geben, um dieses bedeutsame Tool endlich kundentüchtig zu machen.
Ha ha stimmt. Habe es auch mit dem Explorer versucht, aber immer gescheitert. Bin jetzt bei Interactive Brokers.
aus dem News Archiv der SIX:
2008
Die Schweizer Börse, Telekurs und die SIS Group schliessen sich zu SIX zusammen. Das Unternehmen deckt damit die Geschäftsfelder Wertschriftenhandel, Börsentransaktionen, Finanzinformationen und Zahlungsverkehr ab.
Merke: Es spielt keine Rolle, ob zusammen oder getrennt. Finde gutes Management, dann kommt (und bleibt) gutes Personal. Dafür braucht’s kein MBA.
Putin will die Krim, Trump Grönland, Ermotti die Six und ich will wieder nach Hause ins Bett …
Die UBS kann es nicht wirklich mit der SIX (übrigens schreib man alles in GROSSBUCHSTABEN): zuerst wurde die sehr profitable Payment Sparte an Worldline verkauft (anstatt Bargeld wurde dummerweise Aktien dafür genommen) und jetzt die ebenfalls sehr profitable SIX Financial Information. Warum? macht keine sinn. Lieber soll der Irrweg alles nach Polen und Indien auszulagern überdacht werden – dies hat bisher nicht wirklich etwas eingespart. Alle Grossen gehen aus Indien raus!
Ohne Worldline haben die doch kaum noch Zahlungsverkehr. bLink und Twint sind ein Witz, für den man sich international schämen muss.
Im Rest Europas gibt es längst SEPA von IBAN zu IBAN als Sofortüberweisung gratis. Währenddessen wollen Schweizer Banken für SIX Instant Payment Gebühren von fünf Stutz und mehr …
SEPA-Lastschrift ist auch praktischer als Schweizer E- oder QR-Rechnung.
Ja, dann geh doch zurück in den Rest von Europa, wenn dort alles besser ist und erfreu Dich an SEPA. LSV gibt es hier auch. Und keine Brüsselüberregulierung.
Genau das ist das Problem der SIX. Will die SIX neue Produkte/Dienstleistungen einführen, stellen sich ihre Aktionäre – insbesondere die UBS – quer, weil sie befürchten, dass ihnen die SIX ihr Geschäft streitig macht.
Die Schweizer Börse wird bald die Nasdaq übernehmen, dann braucht es keine SIX mehr.
Der VR hat versagt. Thomas W., Andy K., usw. Und jetzt kommt die Abrissbirne von der CS. Typisches Muster des Finanzplatzes Schweiz.
Scale up for success, und Financial Information soll verkauft werden, genau mein Humor.
Wer kauft denn sowas?
Jetzt wird das Tafelsilber der SIX verschleudert.
Man hätte diesen Manager Volldeppen der SIX früher auf die Finger schauen müssen.
Dass Berufsarmeen Alterskasernen für Veteranen im Inventar haben, ist bekannt. Dass aber Banken ein Auffanglager für gescheiterte Banken-Manager sich leisten, wusste ich nicht. Ich war immer der Meinung, dass solche der Allgemeinheit überlassen würden.
Ich würde die UBS verschenken. Die kennen ja nicht mal Ihr eigenes Kerngeschäft, geschweige die SIX oder deren eingesetzten Technologie 😂😂😂
Ein Haufen überbewertete Managerlis😂😂😂😂😂😂
Alle Transaktionen vom Kauf der spanischen Börse, bis zum Verkauf der SIX Payment Services, alles wurde vom Verwaltungsrat und UBS/Ermotti als grösster Aktionär der SIX abgesegnet, bzw. sogar imitiert.
Jetzt steht Ermotti mit strafendem Zeigefinger da und zeigt auf andere, für etwas war er selbst gewollt und bewilligt hat. Der Typ wird so was von überschätzt.
sind schwierig, wenn man sie nicht beherrscht… Sie meinen vermutlich „initiiert“, nicht „imitiert“…
natürlich heisst das initiiert – Autokorrektur – ich setze auf die Intelligenz der Lesen :-).
@Fremdwörter
Kann doch passieren „Mensch Fremdwort“. Sie sind ein sehr strenger Lehrkörper.
Daniel Meier folgert richtig, danke.
Das ist genau der Punkt, am Ursprung des Niedergangs von Westeuropa. In immer mehr Firmen sind Leute an der Spitze, die nicht wissen, was diese Firma herstellt. (HSG)! Genauso ist es in der Politik, da sind Menschen in Positionen, von nichts eine Ahnung, aber berechtigt, neue komische Gesetzte auf den Weg zu bringen.
Mit Westeuropa geht es bergab, Osteuropa hat uns nicht nur eingeholt, sondern überholt. Und das schlimmste ist, das es einfach so weiter geht.
In der Politik haben wir im Moment noch die Möglichkeit, das zu korrigieren.
Wie lange noch?
Chancen schwinden weil Koryphäen fehlen.
Nö, @Trauerspiel.
Nicht weil Koryphäen fehlen, sondern weil die Managementklasse ein unter sich geschlossener Seilzug von Nichtskönnern ist, die sich gegenseitig die Jobs zuschanzen und sich gegen Fachleute abschotten (sonst könnte ja die Unfähigkeit ans Licht kommen).
Diese Kaste hat das Peterprinzip perfektioniert und an die Spitze getrieben:
Das Peter-Prinzip oder Die Hierarchie der Unfähigen
ISBN 978-3-499-61351-7
Die SIX Group war (und ist) eine Fehlkonstruktion. Sie entstand im Jahr 2008 aus der Fusion von SWX Group, SIS Group und Telekurs Group. Sie erbringt im Wesentlichen die folgenden technischen Dienstleistungen für die Banken und andere Finanzdienstleister: (1) Wertschriftenhandel Schweiz und Spanien, (2) Wertschriftenabwicklung, (3) Wertschriftenverwahrung, (4) Zahlungsverkehr, (5) Finanzinformationen. Diese Funktionen wurden vor 2008 von verschiedenen spezialisierten Gemeinschaftswerken der Banken erbracht. Weshalb die Zusammenlegung sinnvoll sein sollte, war nie wirklich klar.
Die Zusammenlegung öffnete neue Spielfelder für selbstverliebte Bastler.
Die Zerlegung der SIX ist defacto eine Rückabwicklung der misratenen Fusion von damals. Wobei auch diese Rückabwicklung verkorkst ist. Ausser gigantischer Spesen, ist nix gewesen.
Ich werde meine Konti bei der UBS jetzt doch auflösen. Die Bank gefällt mir allg. nicht mehr. Zu gross, zu schwerfällig, zu Ermotti lastig, zu grosse Chance, dass sie von Amerikanern übernommen wird.
Ja, ich werde wechseln. Ermotti gefällt mir als CEO und künftiger VR einfach nicht.
@BRAVO Als Chance „möglicher Fall, Wahrscheinlichkeit, Glücksfall“ wird in der Umgangssprache eine günstige Gelegenheit für oder Aussicht auf einen Erfolg oder Glück bezeichnet. Sie meinen wohl eher „die Gefahr“.
Für uns Aktionäre dürfte hingegen der Verkauf an eine US-Grossbank zur Chance werden.
Jetzt braucht es wirkliche Finanzfachleute. Habe an Patricia Leari als neue CFO gedacht, wäre doch was !
😀
Klar, S. Ermotti hat keine anderen Probleme als die SIX. Dagegen sind die Integration von CS und die neuen Kapitalvorschriften nur Peanuts, das erledigt er noch vor dem Frühstück.
One has to choose his battles …
Die Governance der Six war aufgrund der Interessenkonflikte von VR Mitgliedern seit Jahrzehnten geprägt durch Optimierungen für die Banken und nicht für das Gemeinschaftswerk. Dass vom einstigen Backbone und Vorzeigeunternehmen wenig übrig bleibt, erstaunt nicht.
Der Verkauf von Financial Information läuft, das ist keine Spekulation.
Nur weiterwursteln und das Problem löst sich von selbst.
Achtung! LeoVest als Vermögensverealter ist das Auffangbecken von ehemaligen Berater der Finaport. Mit eigenen Buchungszentren in Miami, Dubai, Hong Kong, Andorra und Mauritius?
„Die Six auf ihr altes Kerngeschäft zu reduzieren: Börsenhandel und Zahlungsverkehr“ …
Vielleicht müsste man dem Autor auf die Sprünge helfen, Börsendaten war das ursprüngliche Kerngeschäft der SIX (Telekurs AG). Die SIX wurde ja nur gegründet (Zusammenlegung der Telekurs, Börse und der SIS), um die Börse bei ihrem Übergang vom Verein zu einem Unternehmen vor Übernahmen zu schützen.
Und mit Zahlungsverkehr hat die SIX seit dem Verkauf der Payment-Sparte auch nicht mehr viel zu tun. Und das Grüpplein Banking Services sucht krampfhaft nach Aufgaben.