Gold durchbricht die 5’000 US-Dollar-Marke pro Unze. Aber auch der Silbermarkt ist in den Fokus der Investoren geraten.
Der Preis für eine Silber-Unze schoss in den letzten Tagen senkrecht über die 100 Dollar-Marke.
Steigende Nachfrage, ein strukturelles Angebotsdefizit und eine angespannte Lage an den Terminmärkten nähren Spekulationen über noch deutlich höhere Preise.
Gleichzeitig erinnern Kritiker an den spektakulären Zusammenbruch des Silberpreises im Jahr 1980.
Doch ein genauer Blick zeigt: Die heutige Situation unterscheidet sich grundlegend von damals.

Ende der 1970er-Jahre versuchten die texanischen Öl-Milliardäre Nelson Bunker Hunt und William Herbert Hunt, den Silbermarkt zu kontrollieren. Über massive Käufe von physischem Silber und Futures häuften sie enorme Long-Positionen an.
Der Preis explodierte bis Januar 1980 auf fast 50 US-Dollar pro Unze. Das entspräche heute etwa 200 Dollar je Unze (inflationsbereinigt).
Der Wendepunkt kam nicht aus dem Markt selbst, sondern von den Börsen. Die COMEX verschärfte die Margin-Anforderungen drastisch und führte Regeländerungen ein, die faktisch nur noch den Abbau bestehender Positionen erlaubten.
Neue, spekulative Käufe waren kaum mehr möglich. In Kombination mit hoher Fremdfinanzierung führte dies zu Zwangsliquidationen – der Silberpreis brach innerhalb kurzer Zeit massiv ein.
Heute sind die Treiber andere. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete der Silbermarkt durchgehend ein Angebotsdefizit.
Die weltweite Minenproduktion liegt bei rund 800 bis 850 Millionen Unzen pro Jahr. Dem gegenüber steht eine Gesamtnachfrage von rund einer Milliarde Unzen.
Besonders die industrielle Nutzung – etwa in Elektronik, Medizintechnik, Waffensysteme und Photovoltaik – sorgt für konstant hohe Nachfrage. Das Defizit wird zwar teilweise durch Recycling ausgeglichen, dennoch wurden in den letzten Jahren erhebliche Mengen aus Lagerbeständen abgebaut.
Diese strukturelle Knappheit unterscheidet die heutige Lage fundamental von der spekulativ getriebenen Preisblase von 1980.
Ein dunkles Kapitel der Silbergeschichte sind nachgewiesene Marktmanipulationen durch Grossbanken. In den vergangenen Jahren deckten US-Behörden systematisches sogenanntes „Spoofing“ auf: Händler platzierten grosse Scheinorders, um Preise gezielt zu beeinflussen.
Besonders prominent ist der Fall JP Morgan. Die Bank musste 2020 rund 920 Millionen US-Dollar Strafe zahlen. Mehrere Händler wurden strafrechtlich verurteilt, teilweise zu Haftstrafen.
Diese Fälle zeigen, dass der Silberpreis in der Vergangenheit nicht immer das Ergebnis eines freien Marktes war – gleichzeitig führten sie zu deutlich schärferer Überwachung der Terminmärkte.
Immer wieder kursieren Gerüchte, einzelne Banken – zuletzt die UBS – hätten Short-Positionen von bis zu fünf Milliarden Unzen Silber aufgebaut. Ein Blick auf die offiziellen Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC zeigt jedoch, dass solche Zahlen mit der Realität nicht vereinbar sind.
An der COMEX entspricht ein Silber-Futures-Kontrakt 5’000 Unzen. Der gesamte offene Bestand („Open Interest“) liegt aktuell bei rund 150’000 Kontrakten. Das entspricht insgesamt etwa 750 Millionen Unzen, die überhaupt offen gehandelt werden – Long und Short zusammen.
Aufgeschlüsselt zeigt sich: Spekulative Marktteilnehmer (Non-Commercials) halten netto rund 160 Millionen Unzen Long, kommerzielle Marktteilnehmer (Produzenten, Händler, Industrie) sind netto mit etwa 270 Millionen Unzen Short positioniert.
Selbst wenn man unterstellen würde, dass eine einzelne Bank sämtliche Short-Positionen der Commercials hielte, käme man nur auf einen Bruchteil der kolportierten fünf Milliarden Unzen.
Eine derart grosse Position existiert schlicht nicht im System – weder netto noch brutto. Das Gerücht ist rechnerisch unmöglich.
Der historische Preissturz von 1980 war das Resultat eines einzigartigen Zusammenspiels aus Marktmanipulation, extremer Hebelwirkung und abrupten Regeländerungen. Heute basiert die Stärke des Silbermarktes primär auf realer Nachfrage und einem mehrjährigen Angebotsdefizit.
Zudem ist die Terminmarkt-Positionierung breit verteilt und transparent. Es gibt keine einzelne Partei mit einer marktbeherrschenden Position, wie es bei den Hunt-Brüdern der Fall war. Das reduziert das Risiko eines regulatorisch ausgelösten Kettenkollapses erheblich.
Es bedeutet nicht, dass Silber nicht volatil bleibt. Rückschläge sind jederzeit möglich. Ein Einbruch nach dem Muster von 1980 erscheint jedoch aus heutiger Sicht deutlich weniger wahrscheinlich.
Statt einer Spekulationsblase steht der Markt aktuell vor allem vor einer strukturellen Herausforderung: zu wenig Silber für eine Welt mit wachsendem industriellem Bedarf.
Ein weiterer Indikator, der oft für relative Bewertungen herangezogen wird, ist das Gold/Silber-Ratio. Es gibt an, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um den Wert einer Unze Gold zu entsprechen (Goldpreis geteilt in Silberpreis).
Stand Anfang 2026 liegt das Ratio bei etwa 50:1 bis 52:1 – das heisst, eine Unze Gold kostet aktuell rund 50 bis 52 Unzen Silber. Über die letzten Jahrzehnte lag der langfristige Durchschnitt grob zwischen 60:1 und 65:1.
Historische Extreme reichten von Tiefstständen um 15:1 (1980 oder in vorindustrieller Zeit) bis mehr als 100:1 in Krisenphasen.
Traditionell wird argumentiert, dass ein Ratio deutlich über dem historischen Durchschnitt ein Zeichen dafür ist, dass Silber im Vergleich zu Gold unterbewertet ist – und umgekehrt. Bei einem Ratio von 50:1 bis 60:1 ist Silber nach historischer Betrachtung noch immer relativ günstig.
Ein Blick auf das Förderverhältnis in den Minen verstärkt diesen Eindruck. Silber wird deutlich häufiger gefördert als Gold.
Historisch lag das Verhältnis der geförderten Menge – gemessen in Gewicht – bei etwa 10 bis 11 zu 1 (rund zehnmal mehr Silber als Gold). In monetären oder preisgewichteten Verhältnissen würde ein Verhältnis von etwa 8:1 bis 15:1 am Markt vermutet, wenn beide Metalle entsprechend ihrer geologischen Häufigkeit bewertet wären.
Das aktuelle Ratio liegt somit deutlich darüber. Diese „historische Norm“ spiegelt die fundamentalen Unterschiede zwischen den Metallen wider: Silber ist nicht nur ein Edelmetall, sondern zunehmend ein Industrie-Metall mit wachsender Nachfrage – etwa in Elektronik, Photovoltaik oder Medizintechnik.
Ein hohes Gold/Silber-Ratio kann daher auch Ausdruck struktureller Marktbedingungen sein, nicht nur von Unterbewertung.
Im Prinzip müsste ein solcher Chart alleine schon eine Warnung sein. Allerdings ist die Situation beim Silber heute tatsächlich ganz anders als in vergleichbaren Phasen aus Sicht des Preises. This time is really dofferent, auch wenn eigentlich sämtliche Alarmglocken klingeln müssten. China ist ein ganz zentraler Treiber des derzeitigen Nachfrageüberhanges. Den Rest beschreibt der Artikel ganz hervorragend. Vielleicht noch nebenbei bemerkt: Silber selber wird nicht gezielt gefördert. Es ist vielmehr ein Nebenprodukt. Das erklärt auch das permanente Unterangebot.
Halbeinverstanden, Silber hin oder her, das Dahinter sollte 3/4 des Artikels einnehmen. Mir scheint China nach Maduro wütend. Das ist, nebenbei ein moderner Krieg ohne Waffen.
Ein „Force Majeure“ Szenario durchzuspielen wär aus meiner Sicht angebrachter und realistischer als von nicht existenten Silberminen zu sprechen. So liefert der Artikel mehr Verwirrung als Klarheit.
Übrigens, Betrachtet man den Silberkurs in einer Graden Linie, dann sieht man, (für euch old Money Banker’s, mit viel Phantasie) den Wertzerfall der Fiatwährungen/Vertrauen.
Und wo wird Basel III erwähnt?
Verify: sie sagen es weiter unten besser: Gold steigt, weil Vertrauen sinkt. So einfach ist das. Ähnliches konnten wir 1971 beobachten: Die Nachkriegsordnung begann eigentlich schon 1971 mit dem Ende von Bretton Woods zu zerfallen. Trump 2.0 beschleunigt diesen Prozess massiv: Die politische Verlässlichkeit der USA nimmt ab, Prioritäten verschieben sich und Europa wird strategisch marginalisiert. Mit Grönland wurde ausserdem die Möglichkeit eines NATO-internen Konfliktes skizziert. Das ist historisch ein absolutes Novum, auch wenn Spannungen innerhalb der NATO nichts Neues sind.
Gold und Silber Gurus
Jetzt sind plötzlich fast alle Gurus; sogar ein Treuhändler. Vermutlich ein Zuschauer ohne 1 Gramm Position.
Meine Empfehlung: mindestens die Hälfte der Position verkaufen wenn die Gold/Silber Story prominent auf der Frontseite des Blick erscheint!
Zuerst muss Donald Trump verschwinden. Und dann noch der ganze Rest der Nachkriegsordnung, worunter leider auch die NATO fällt. Überhaupt muss sich zuerst eine neue, wenigstens einigermassen stabile Weltordnung am Horizont abzeichnen. Davon kann keine Rede sein = Gold und Silber werden weiter steigen! Die Zentralbanken sind nachweislich die grössten Käufer von Gold. Die verkaufen uns also das Fiat-Geldsystem als stabil und verkaufen es gleichzeitig hinterrücks, um es gegen Gold einzutauschen. Das sind überprüfbare Fakten und keine Verschwörungstheorien.
Gute Idee, doch wohin mit dem Erlös?
Geld verdunstet und alle anderen Anlagen (nicht Edelmetalle) werden je nach erwartetem Szenario böse bluten.
Beides: Gold und Silber sind spekulativ in die Höhe getrieben. Man kann dies auch mit Schweinebäuchen und Tulpenzwiebeln machen, auch Rohrzucker war schon gut dafür. Es gibt zumindest bei Silber eine konstante Nachfrage aus der Industrie, die nun aber laufend substituiert wird. Hohe Kosten treiben Innovation.
Hohe Liquidität an den Märkten sorgt dafür, dass sich das Geld das nächste Opfer sucht. Wie hoch sind diese spekulativen Einsätze aber auch fremdfinanziert, gehebelt oder in Strukkis eingebaut?
Sell befor you have to.
Finde den Fehler im englischen Satz.
Lass es einfach, wenn Du’s nicht fehlerlos kannst.
@Seklehrer: Sell before you have to. Ist ein abgewandeltes Zitat von Jack Welch, musst Du nicht kennen. Nun das e ging mir da beim tippen verloren. Kann passieren. Bin natürlich nicht fehlerfrei so wie ein Seklehrer. Häng Dich rein, dann findest Du auch noch Kommafehler. Musst Du nicht unterrichten? Ah nee. Schon wieder Ferien.
„Ich bin kein einziges Mal gescheitert, ich habe lediglich 1000 Wege entdeckt, die keine Glühbirne zum Leuchten bringen“ Zitat Thomas Alfa Edison.
Wenn wir nur noch das tun, was wir zu 100% fehlerfrei können. Dann würden wir noch heute in einer Höhle sitzen und keinesfalls versuchen Feuer zu machen.
An Menschen wie Dir scheitert die Bildung. Fehler sind ein wesentlicher Bestandteil vom Lernprozess und deshalb nichts Schlechtes. Hätte, sollte, müsste ein Seklehrer wissen.
Selten so viel Unsinn von einem „Zucker“ gelesen.
Was soll ein Gold/Silber-Ratio aussagen? NICHTS, weil es keinen Zusammenhang zwischen diesen beiden Metallen gibt. Wieso nicht ein Stahl/Silber-Ratio oder ein Kupfer/Silber-Ratio …
Silberminen werden mit einem Timelag ihre Produktion erhöhen, wie immer.
Fazit: Die Blase kann sich vielleicht noch weiter aufbauen, doch irgendwann platz jede Blase.
Langfristig entsprechen die Preissteigerungen bei Metallen tendenziell schlicht einer Inflationsrate!
Das Problem ist nur dass es kaum reine Silberminen gibt. Das Meiste Silber fällt als Nebenprodukt der Gold / Kupfer / Blei-Förderung an. Und BigMiningCo wird nicht die xy-Förderung nur wegen der Nebenprodukte hochfahren…
Als Bitcoiner fehlt mir hier der Blick aufs Ganze. Erneut. Schade, über den Artikel reden zu müssen, als über s’eigentliche Thema. Die grösste Nachfrage ist die, nach Vertrauen. Gold und Silber lieferten die Wertspeicher Funktion, die der in sich zusammenbrechende Fiat (langsam aber sich auch US Doller Markt) nicht mehr haben. Früher sicheres Geld, ist heut riskanter. Bis zur Titelseite, also keine Notwendigkeit nachzudenken wo das Geld nach dem Nächsten Vertrauensverlust hin geht..? Old Money, weiss ich gut, vertraut in Krisen auch kein Bitcoin. BTC Ist ein Intelligenz und ein Ego Test. 1
„Dieses Mal ist alles anders.“
Einer der gefährlichsten Sätze an der Börse.
Richtig: Die Statistik zeigt, dass dieser Satz implodierenden Blasen vorhergeht.
Die Lage wurde durch die Besteuerung des Silbers ernster. Die Idee Geld mit Mehrwertsteuer zu belegen ist nicht zielführend, nun kommt die Reaktion.
Gold ist Geld, Silber ist Geld. Alles Andere ist Kredit.
… deshalb kaufen die Leute Silberunzen, Panda, Lunar, Koala etc. Das sind Münzen.
Tja, in den 60ern waren meine Gegner, die Erzschurken, noch so reich, dass sie sich mit Gold eingedeckt haben.
Heute haben sie leider etwas an relativem Vermögen eingebüsst. Ich muss mich jetzt mit Leichtgewichten wie Silberfinger herumärgern.
Ich vermisse die alte Zeit!
Ein anderer Blickwinkel auf den Silberpreis. Der Preis von der Edelmetalle zeigt im Moment eher wie klein das Vertrauen in die Fiat-Währungen und Börsenbewertung ist. 1928 gab es ein paar sehr prominente Investoren, die den Börsencrash voraussahen und sehr reich wurden. Ein Teil der Strategie war, dass sie ihre Aktien abstiessen und in Edelmetalle investierten. Wenn man noch bedenkt, dass es ca. 100 Mal mehr Papiersilber als physisches Silber gibt, ist es wahrscheinlicher, dass der Preis in nächster Zeit eher auf 20’000.- CHF pro Kilo steigt, als auf 200.- fällt.
@Meier: Ein Grossteil des Papiersilbers und Papiergolds wird bei einem Crash einfach nur zum Konkurs der Gegenpartei führen. Da wird nix geliefert. Und in der Folge ist dieser Effekt überschaubar.
Beu Silber USD 20.000 wird Kupfer, Blei etc in den Minen zum Nebenprodukt.
Tendenziell geht die Masse bei einem Börsencrash in Cash. Sei es um Schulden zu tilgen, durch Notverkäufe oder um danach einfach billiger nachkaufen zu können. Es crashen ja die Börsenkurse und nicht das Cash.
Meine Renditen bei Gold und Silber sind absolut traumhaft, weit über eine Million allein im letten Jahr. Ich habe in ETFs in allen Zeitzonen investiert und kann dadurch jederzeit reagieren.
Beitrag ist von einem Finanzer geschrieben und blendet komplett aus, dass lt. Handelsblatt Silber primär aus Nachfrage für die Solarindustrie getrieben ist: 30 % gehen in Panels. Hoher Silberpreis veranlasst grössten chinesischen Panelhersteller bereits zu Substitution in neue Materialien und Anwendung neuer Technologien mit geringem Silberanteil. Nachfragerückgang sei absehbar! Die Börse wird antizipieren und der Silberpreis dürfte Peak erreicht haben.
haben mehrere Milliarden Shortpositionen in den Edelmetallen!
Dies führt in der jetzigen Situation bei zerfallenden Währungen dazu dass die Edelmetallpreise zusätzlich angeheizt werden, und diese Banken ihre riesigen Short-Positionen nur noch mit immer höheren Verlusten eindecken können. Sie sitzen regelrecht in der Falle, und jeden Tag, indem die Preise höher notieren, werden die Verluste noch riesiger. Die Lage ist umgekehrt wie 1980. Diesmal bluten nicht zwei Hunt-Brüder, sondern die Banken selbst. Kippen sie könnte das gesamte Finanzsystem kippen, samt USD. Alles hängt nur an dünnen Fäden.
Silber ist eine überschussware, jeder Preis über 8 USD die Unze ist massiv überbewertet, die Frage ist wann der Kollaps kommt und nicht ob.
Die Hunt-Hype war eine richtige Hype. Aber die heutige Hype ist eben keine richtige Hype. Jede neue Hype ist keine richtige Hype, bis sich bei der nächsten herausstellt, dass es eben doch eine Hype war.
La hausse amène la hausse.
Und solange genug „la-mi-au-mit“-Gierige das denken, wird das Silber steigen.
Vor ein paar Tagen habe ich meine fünf Kilo-Silberbarren verkauft, die ich in der Hunt-hausse 1980 (!) spektulativ gekauft hatte. Mein Kursgewinn beträgt brutto ca. 3% p.a. Brutto! Anteilige Safekosten nicht gerechnet. Mit Aktien hätte ich mehr Geld gemacht.