Im Dezember schien es ein kleines Feuer. Dieses hat sich innert Kürze zu einem Flächenbrand ausgeweitet.
Es geht um den Skandal einer neuen Software zur Auszahlung der Arbeitslosen-Gelder. Am 19. Dezember machte das frische System erstmals schlapp.
Jetzt hat es geknallt. Letzte Woche überschlugen sich die Nachrichten, dass Hunderte ohne Job, die dringend aufs Geld angewiesen sind, dieses nicht erhalten.
Schuld ist das Seco in Bern, also das Staatssekretariat für Wirtschaft unter der hoch gelobten Staatssekretärin Helene Budliger.

Ihr Mann für Projekt ASAL, wie die neue Software heisst, hat offensichtlich versagt. Er unterschätzte die Probleme komplett.
Jetzt fliegen ihm Mails aus den Kantonen um die Ohren, wie es sich ein Chefbeamter wohl in seinen wildesten Albträumen nicht ausgemalt hätte.
Die Zuständigen draussen in den Kantonen, die verzweifelte Arbeitslose vertrösten müssen, haben gestern jegliche Zurückhaltung abgelegt.
Sie decken das Seco in Bern mit härtester Kritik ein. In cc nehmen sie die Kollegen aller Kantone.
Die Aufregung ist begreiflich. Menschen, die auf jeden Franken angewiesen sind, kriegen ihr Geld nicht.
Sie, denen man jeweils beim kleinsten Formfehler das Leben schwermacht, trauen ihren Augen nicht.
Wie jene, die den Pfusch für 200 Millionen Franken – so teuer war ASAL – zu verantworten haben, im Wissen um die Probleme in den Weihnachtsurlaub gegangen waren.
Als dann am Dreikönigstag die Affäre explodierte, spielten die Seco-Zuständigen auf Zeit. Sorry, wir haben technische Störungen, wird bald besser.
Leere Worte. Die neue Software taugt nichts.

Die Erfassung eines neuen Arbeitslosen dauerte früher wenige Minuten. Mit ASAL kann der gleiche Prozess eine geschlagene Stunde in Anspruch nehmen.
Die geölte Schweizer Verwaltungsmaschinerie ist abrupt ins Stocken geraten.
„Die ASAL-Schwächen sind viel gravierender als dargestellt“, sagt ein Insider. „Eine Lösung kommt möglicherweise erst im Frühling.“
Die Arbeitsämter müssen auf Handbetrieb umschalten. Manuelle Auszahlungen an die Arbeitslosen. Doch nicht einmal das funktioniert reibungslos, wie folgende Schilderung einer anderen Quelle nahelegt.
„Die Begründung am Telefon lautet jeweils: ‚Kein Systemzugriff‘, ‚Dossier nicht sichtbar‘, ‚keine manuelle Erfassung möglich‘.“
„Und dann heisst es vom RAV: ‚Leider können wir keinen Vorschuss auslösen, weil wir das Dossier im System nicht öffnen können‘.“
ueberall das Gleiche. Das Alte funktioniert und bewährt sich. nein nein, es muss was Neues her. Kostet Geld und funktioniert nicht. Dann Wundenleken und das wars dann.
Leider stimmt diese Feststellung in jeder Hinsicht. Beispiel Steuersoftware Aargau: bisheriges System einwandfrei, übersichtlich, funktionel und zuverlässig. Wurde ersetzt mit Argumentation „Servicezeit ausgelaufen“!!! Neues System: Anmeldung und Registrierung kompliziert, schwierig, unübersichtlich.
Ähnliche Debakel würde es geben bei zentraler Kreankenkasse. Grosssysteme in der IT sind meist extrem träge und komplex.
Gut, dass die öffentlich Hand IT nicht kann, ist nun wirklich nichts Neues.
Ueberall wo die Linken am Ruder sind oder Verantwortung tragen müssen, sind Affären und Verluste an der Tagesordnung. Viel verdienen und wenig leisten- so oft die Devise in den warmen Amtsstuben. Werft die Versager endlich aus ihren Positionen.
Auf den ersten Blick hat man den Eindruck, das hier einiges zu vie an Risiken eingegangen wurde.
1. Wahl des Datums ist problematisch. Eine Migration in der Weihnachtszeit und vor den Zahlungen am Monatsende zu machen, ohne die entsprechenden Maßnahmen zur Abfederung der Risiken;
2. Wahl des Prozess. Der Ersatz des bestehenden Systems ohne Möglichkeit eines Rollbacks, schreit förmlich nach Problemen;
3. Das Risikomanagement scheint im Projekt komplett zu fehlen, oder nicht ernst genommen worden zu sein.
4. Das Steering Committee scheint abwesend gewesen zu sein und hat das alles durchgewunken.
..jeder Schritt wurde lt. HERMES dokumentiert – da braucht es Lenkungs- bzw Steuerungsgremien nicht mehr –
spart ca. 350 Vollzeitstellen 👉👉
Ohhhh – sorry, max 30 Stellen – denn es sind ja immer die gleichen
Nasen, welche NULL Ahnung von Effizienz und Projekten haben 🙈🙈
ABER überall mitreden wollen.
Die 1000ende entlassenen UBS/CS Angestellten haben ja jahrelang abartig verdient. Gespart. Und sind zum Glück auf die RAV Almosen nicht angewiesen.
Finden werden die garantiert nie mehr etwas.
Unglaublich ! Immer wieder werden aber-Millionen verbrannt bei den Staatsbetrieben. Wie werden diese Projekte aufgegleist, geführt und abgeschlossen? Im jetzigen Fall, wie wurde getestet, wenn überhaupt getestet wurde ?!
Ich dachte, die Projekte werden sauber ausgeschrieben (Anforderungen, Termine), dann fällt die Wahl auf fähige Partner, die schon bewiesen haben, dass sie das können. Warum endet immer alles im Debakel ? Sowohl bei den Staatsbetrieben als auch bei den Externen sind einen nur Leute beteiligt, die sich mit Titeln und Erfahrung nur so brüsten.
Große Softwareprojekte sind komplex. Da kann schonmal was schiefgehen.
Ich bin sicher, das kommt alles wieder ins Lot.
Als FDP Grossrat, dipl. Betriebsökonom (mit Softwarekentnissen) und Immobilienbewirtschafter möchte ich vermerken, dass es falsch wäre nun aufgrund von objektiv gesehen kleinen Unterbrechungen wieder auf eine manuelle Erfassung zu wechseln.
Im Zuge der Digitalisierung ist es unausweichlich repetitive Aufgaben mit dem Computer zu bewältigen und unnötiges Papier zu sparen.
Allerdings müsste man auch hier, die Entwicklung von Software an externe, spezialisierte Unternehmer delegieren, die auch besser wissen was gebraucht wird und in einem konkurrierenden Marktumfeld den besten Preis garantieren.
..Da sind wohl einige (mehr!!!) bei den Kursen des(der) RAV gewesen, welche als IT Vorbereitung und -Weiterbildung aufgeleist wurden.
Ich dachte wir hätten Fachkräftemangel und Vollbeschäftigung. Daher können kaum viele auf das Arbeitslosengeld warten.
Es ist schlimm, wenn Arbeitslose Menschen ihre Taggelder nicht bekommen.
Die stehen eh schon unter Druck. Der Digitalisierungswahn fordert erneut seinen Tribut.
Schafft Euch endlich ein paar Karteikästen an. Ordnet alles alphabetisch ein (wenn ihr das noch könnt). Dann einen Wiedervorlage ordner und es passt. Die Besuche und Bewerbungen kann man mit Lochkarten kontrollieren oder mit Stempeln (davon kommt ja alles).
Taschenrechner könnt ihr wohl auch bedienen? Gut. Dann alles am 20ten zur Bankfiliale bringen, die machen dann alles weitere.
Aber vergesst IT. Das kostet uns jedes Jahr hunderte Millionen Franken an Steuergelder für nix.
Also DREIUNDDREISSIG 33 (!) Monate, vom März 2024 Abstimmung, bis Dezember 2026 Auszahlung, brauchen unsere Super Beamten zur Umsetzung der 13. AHV an die Rentner.
Dachte immer, das sei einfach die übliche politische Verschleppung wenn es bei Auszahlungen zu Gunsten der Bürger geht.
Mir ahnt nun Böses; die brauchen WIRKLICH fast drei Jahre und ob es klappen wird bis fast in einem Jahr, ist mehr als fraglich.
Trost? Die jährlichen 6 SFr. Milliarden an Cassis-Buddy Selinski klappen reibungslos innert weniger Wochen, auch ohne Abstimmung.
Beamten sind oft Arbeitslose, die gut entlöhnt werden.
Mal halblang, selbst wenn das System funktioniert, heisst dies noch lange nicht dass Geld vom RAV / ALK kommt.
So ein Mist! Ich hätte ASAL doch nicht meine Oma programmieren lassen sollen.
Dabei hat sie ihr Diplom in Visual Basic doch schon vor 40 Jahren gemacht.
alle zum rav schicken. aber zuerst raus-schmeissen.
es könnte aber auch an der mangelnden Deckung der RAV-Konten liegen! Man hört zuweilen, dass die Staatskonten bei den Kantonalbanken im Dispo leicht überhöht sind!
Es wirklich kaum zu glauben.
JEDES IT Projekt versenken sie in Bern ! Jedes KMU hat eine höhere Kompetenz als diese Amateure im BIT.
– Budget um ein x-faches nicht eingehalten
– Timeine um Jahre oder eine Dekade verpasst
– Gelieferte Qualität unterirdisch
Frage: Wann wird der Direktor BIT und die Gesamte BIT Geschäftsleitung endlich entlassen ?
Hat man beim Seco vielleicht zu wenig internationale Fachkräfte importiert? Die Schweiz ist eigentlich bekannt für saubere Arbeit, heute muss man froh sein wenn ihnen die „Fachkräfte“ in einer der vier Landessprache antworten.
Leider lassen sich die verantworlichen Chefs oft von den IT-Experten um die Finger wickeln – die Chefs sagen dann, dass sie von IT nichts verstehen. Das Eigenleben der IT-Experten ist hinläglich bekannt!
Vielleicht gehen so einige Fachkräfte zurück in den grossen Kanton. Dort funktioniert das Sozialsystem noch, wenn auch sonst nicht viel.
Danke für den gelungenen Witz zum Start in den Tag!! 😂🤣😂
„Die geölte Schweizer Verwaltungsmaschinerie…“
🤣🤣🤣
Zitat: ,,Sie, denen man jeweils beim kleinsten Formfehler das Leben schwermacht“
Meiner Erfahrung nach ist das in der CH generell so, … mal mehr oder weniger freundlich durch die zuständige Person vermittelt, … wenn es aber ein Polizist ist selbst wegen einer Lapalie, dann immer in SS Gestapo Manier.
Ausnahmen bestätigen die Regel.
Die IT-Leute beim Bund sind nicht lösungsorientiert, sondern Evidenzenorientiert. Ja keine Fehler machen, dafür gemäss Hermes Vorgehensmodell alles und jedes zerreden und viele Mails an alle. So kommt es, wie es kommen muss.
Kann ich nur bestätigen. Habe mehrere Banken und Versichungen bei Grossprojekten begleitet und ihnen erfolgreich geholfen die Qualität zu erhöhen und die Risiken zu optimieren.
Projekte beim Bund habe ich immer abgelehnt, da Bürokratie und Politik wichtiger war als ein lösungsorientiertes Handeln und Verantwortung zu übernehmen.
Ich habe noch nie ein IT Projekt in der Schweiz gesehen das auf Anhieb funktioniert.
Sei es beim Militär, AHV, Banken, Versicherungen usw…
In Sache IT, ist die CH ein driteswelt Land.
Beamte haben keine Fachkenntnisse
es kommt noch viel besser in der
Schweiz !! Bald wird jede
Bananenrepublik lachen über die
Schweiz.Soviel dumme Leute gibt
es dort nicht.
Jetzt schreien wieder alle. Dabei ist seit Jahren bekannt, dass der Bund keinen Schimmer von IT hat. Wieso soll es nach dem VBS im SECO nun anders sein?
Können die Mahnungen und
Betreibungen auch gleich ins
RAV schicken.Die Beamten Sie ins
neue System gleich einbuchen !!
Die haben Mitte Februar noch
kein Geld.
Ich fordere umgehend Konsequenzen für die überbezahlten Sesselfurzer beim Seco, die von 09 bis 1700 arbeiten und dann mitten in einer Email den Compi ausschalten, weil es halt Zeit zum heimgehen ist.
Beamten sind in einer geschützten Werkstatt. Das muss aufhören.
Als direkt Betroffener kann ich zur Zeit gar nicht ausmalen, wieviele Mahnungen ich noch wegen unbezahlter Rechnungen bekommen werde.
Auf der anderen Seite: Wehe, wenn man beim Ausfüllen der Formulare nur ein Komma vergisst, erhält man die Auszahlung erst, wenn das korrigiert ist. Ein Riesen Seldwylawahnsinn in der Bananenrepublik CH
So läuft das halt in Bern. So etwas war abzusehen. Ich erinnere an das Debakel mit der Steuerbehörde vor ein paar Jahren.