Tief in den Epstein-Files vergraben liegt ein E-Mail von Sonntag, 19. Oktober 2014. Der Absender ist geschwärzt, Empfänger ist Jeffrey Epstein.
Es geht um eine Stelle bei der Credit Suisse in Zürich: Als „Client Manager Private Banking UHNWI Russia“, also Kundenberater für die Reichsten aus dem Riesenreich.

Die CS hatte es damals auf diese „important and growing“ Klientel abgesehen. Die gesuchte Person würde „some of the most talented Senior Relationship Managers“ unterstützen.
Bei deren „sophisticated UHNWI clients relationships“, so das damalige Jobinserat. „High management attention, excellent networking and development opportunities“ versprach die Aufgabe.
Der Mann oder vermutlich eher die Frau, die Epstein diesen Stellenbeschrieb in ihr Mail einfügte, meinte, die Bank wolle jemanden „who can work straight away“.
Etwas, das offenbar aufgrund fehlender Erfahrung nicht auf sie zutraf. „But i really want this job“, meinte sie.
Sie habe „few people in Credit Suisse Zh who are eager to promote me internally“.

Jetzt brauche es noch mehr. „Lets convince credit suisse Zurich, that i am the right person for the job, my dearest Jeffrey !!“
Der damals bereits ein erstes Mal Verurteilte – Epstein hatte eine Minderjährige zur Prostitution verleitet – könnte ihr ganz einfach helfen.
„Maybe you or you know someone who wants to put 3 million in this bank ? They said if i come with a client, they hire straight away :)“
Zum Job-Profil gehörte das Onboarding neuer Vermögender aus Russland, darunter politisch exponierte Personen oder anderweitig heikle Klienten, um deren spezielle Anlagewünsche zu befriedigen.
„Handling complex account openings (e.g. domiciliary companies, trusts, foundations) for offshore clients and execution of all tasks and processes (e.g. PEP, RRRP) of the life-cycle of a Private Banking account“.
Als Vorgabe nannte die CS „Fluency in English and Russian“. Deutsch wäre ein Vorteil, zudem eine Banklehre „with further education or University degree“.
Ob es zu einer Anstellung kam, ist nicht bekannt. Wenige Monate später explodierte der Fall Russland innerhalb der CS.

Ein internes Ermittlungsteam der Paradeplatz-Bank stürmte in Genf die zuständige Abteilung. Ein Kundenberater hatte grosse Russen und weitere Kunden betrogen.
Der CS-Mann wurde zu Gefängnis verurteilt und nahm sich nach der Haft-Entlassung das Leben. Ein betroffener Kunde, der Ex-Präsident von Georgien Bidsina Iwanischwili, lancierte eine Welle von Klagen gegen die CS.
Iwanischwili bekam auf den Bermudas und in Singapur recht.
Insgesamt mussten ihm die CS und die UBS als CS-Käuferin nach jahrelanger Anwaltsschlacht mit gigantischen Kosten rund eine Milliarde Franken zahlen.
Deutsche Medien berichteten diese Woche über eine „Honigfalle“, die Epstein mithilfe von Russlands Präsident Wladimir Putin aufgestellt haben könnte.
„Die KGB-Honigfalle“, titelte „Bild“. Putin würde über 1’000 Mal in den Epstein-Files namentlich erwähnt.
Dessen viele Nennungen könnten „mit einer Geheimdiensttaktik“ zusammehängen, „die Russlands Dienste perfekt beherrschen“, doppelte der „Stern“ nach.
Putin war vor seinem Aufstieg in den Kreml-Palast ein Agent des russischen Geheimdienstes – zur Zeit des Kalten Kriegs in Dresden in der damaligen DDR.
Ich freue mich auf die Credit-Suisse Netflix Serie. Sie haben wirklich nichts ausgelassen.
Bill Hwang von Archegos war auch so einer, ein heisses Eisen, mit dem keine „normale“ Bank geschäftet. Ausser die CS.
Der Untergang der CS war im Nachhinein voraussehbar.
Gier frisst Hirn. Jeder versucht sich selber zu bereichern und ist sich sleber der Nächste.
Erbärmlicher Job haben die Private Banker. Unterscheidet sie von nichts von einer Strassen Prostituierten an der Langstrasse. Hier sieht man wie das System des Swiss Banking zugrunde geht. Jeder Kunde welcher den Private Banker mit ihrem Geschwätz von Fonds und Strukis und VV Mandaten auf den Leim kriecht ist zu bemitleiden.
Ich finde dies eine Beleidigung für die Strassen-ArbeiterInnen.
Wie heisst es so schön? Banken beschäftigen keine Berater sondern Verkäufer.
Nebenbei noch eine kleine Anmerkung zum Artikel.
Wieso wird dieses Kauderwelsch der Sprachvermischung benutzt? Schreibt entweder einen englischen Artikel, einen deutschen oder sonstigen. Aber bitte, einigt euch auf eine Sprache.
Diese Unsitte der Sprachverhuntzung wird nimmt immer kuriosere Formen an.
Dank der Bonusgier erhielten Kinder von Superreichen Jobs.
Jetzt muss es nur noch die Schwester oder der Bruder sein..
Habe mein Privatkonto (kein Sparkonto) bei der Bauernbank mit sehr bescheidenem Saldo von ein paar hundert Franken, als ausgesteuerter hat man es schwer.
Was wūrden die Medien und ich als Kommentärler heute schreiben, wenn es Epstein j. nie gegeben hätte?
Richtig: dann wäre es halt ein/eine andere…
Ein schönes Wochenende, pp
War vor einem Jahrzehnt auch einmal in einem solchen Team bei der UBS könnte auch so einige Geschichten erzählen..