Der nächste Goldrausch geht zu Ende
Warum das Platzen der KI-Blase unausweichlich – und sogar gesund – ist.
Wenn sich der Nebel über San Francisco lichtet und die Sonne langsam durch die graue Decke bricht, wirkt das wie ein Symbol für diese Stadt.
Kaum irgendwo sonst wechseln Euphorie und Ernüchterung so schnell wie hier.
Nach Covid galt San Francisco als gescheitert: Firmen zogen weg, Einwohner ebenfalls. Steuerlast, explodierende Mieten, eine ideologisch links geprägte Stadtpolitik.
Das Narrativ vom Niedergang schien geschrieben.
Dann kam der 30. November 2022. Der „ChatGPT Moment“.
Innerhalb weniger Monate verwandelte sich Resignation in Goldgräberstimmung. Über 340 KI-Start-ups allein in San Francisco, mehr als tausend im restlichen Silicon Valley wurden in den letzen drei Jahren gegründet.
Strassenzüge, die zuvor von Leerstand und Drogenszene geprägt waren, wurden zu Hotspots neuer Büros, hipper Cafés und ambitionierter Nerds.
Der nächste Goldrausch hatte begonnen. Doch wer die Geschichte kennt, weiss: Auf jeden (Gold)Rausch folgt die Ernüchterung.
Die Parallelen zum Ende der 1990ern sind frappierend. Damals befeuerte das World Wide Web die Fantasie der Investoren.
Suchmaschinen schossen wie Pilze aus dem Boden: Excite, AltaVista, Lycos, Yahoo. Heute erinnert sich kaum noch jemand daran.
Die wahren Gewinner waren nicht die unzähligen Start-ups, sondern die Infrastruktur-Anbieter. Cisco lieferte die Router, die das Internet möglich machten – und war Ende 1999 kaum lieferfähig.
Heute heisst dieser Infrastruktur-Gewinner Nvidia, deren Chips letztes Jahr kaum zu bekommen waren.
Nvidia-Chips sind das neue Öl. Milliarden fliessen in Rechenzentren, Allianzen und Beteiligungen. OpenAI, Anthropic, Google, Microsoft – die Summen erreichen historische Dimensionen.
Dreistellige Milliardenbeträge für Beteiligungen und Infrastruktur sind keine Ausnahme mehr.
Solche Kapitalströme sind kein Zeichen von Stabilität. Sie sind typisch für die Endphase eines Booms.
Hinzu kommt eine Entwicklung, über die kaum jemand spricht: Der technologische Fortschritt verlangsamt sich.
Nach den grossen Durchbrüchen 2023 und 2024 blieb der nächste Quantensprung aus. Neue Modellgenerationen sind besser, aber nicht revolutionär. Die Leistungszuwächse sind inkrementell, nicht disruptiv.
Das erinnert fatal an das Jahr 2000. Auch damals wurde nach wie vor weiter investiert, als gäbe es kein Morgen, obwohl sich bereits eine Abkühlung abzeichnete und kritische Stimmen laut wurden.
Im März 2000 erreichte der Nasdaq fast 5’000 Punkte. Wenige Monate später platzte die Dotcom-Blase. Sechzehn Jahre dauerte es, bis der Index wieder auf diesem Niveau stand.
Bewertungen wie von Open AI (ChatGPT) von über 700 Milliarden Dollar bei gleichzeitig Milliarden-Verlusten (allein minus 8 Milliarde Dollar in 2025 nach minus 5 Milliarden Dollar 2024) lassen sich nicht dauerhaft mit „Zukunftspotenzial“ erklären.
Wenn Geschäftsmodelle keine klaren Profitpfade zeigen und gleichzeitig die Infrastrukturkosten explodieren, ist die Korrektur nur eine Frage der Zeit.
Das bedeutet nicht, dass KI verschwindet. Im Gegenteil. Wie das Internet wird auch KI bleiben – aber in konsolidierter Form.
Viele der heutigen Start-ups werden nicht überleben. Manche exzellenten Start-Ups werden im Strudel mitgerissen. Das ist die harte Realität technologischer Zyklen.
Wer bleibt?
Die Infrastruktur wird bleiben. Nvidia wird bedeutend bleiben – allerdings vermutlich zu deutlich niedrigeren Bewertungen.
Google hat mit der Integration eigener Modelle (Gemini) in seine Suchmaschine eine strategisch stabile Position geschaffen. Genauso wie Meta (Facebook) mit der plattformübergreifender Integration.
Microsoft ist tief im Ökosystem mit CoPilot verankert, aber mehr schlecht als recht. Derzeit erlebt das Unternehmen sein Windows 11 Waterloo-Moment.
Apple könnte – wie so oft – als stiller Gewinner hervorgehen. Mit seiner Hardware-Integration, seiner Plattformkontrolle und seiner Geduld besitzt das Unternehmen ideale Voraussetzungen, um KI nicht als Hype, sondern als Feature zu monetarisieren.
Open AI, Anthropic und andere Anbieter werden nach dem Zusammenbruch ihrer Bewertungen zu Übernahmekandidaten, oder sie werden ganz verschwinden.
Und vielleicht entsteht gerade jetzt, unter dem Radar wie damals 1998, das nächste Google – ein Unternehmen, das heute noch niemand kennt.
Der erste Goldrausch Kaliforniens begann 1848 – ausgelöst von einem Schweizer Einwanderer, Johann August Sutter.
Dank ihm verwandelte sich ein verschlafenes Dorf San Francisco in eine Stadt der Hoffnung, des Reichtums – und der Wette auf die Zukunft.
Jeder Goldrausch produziert Gewinner, wie 1853 die bis heute weltbekannte Firma Levi Strauss &Co, die Arbeitskleidung (Jeans) für Goldgräber produziert hat.
Das Platzen der KI-Blase wird kein Scheitern sein. Es wird eine Reifung sein. Eine Marktbereinigung, die aus überzogenen Erwartungen tragfähige Geschäftsmodelle filtert.
Innovation entsteht nicht aus Euphorie allein. Sie entsteht aus Substanz. Genau deshalb wäre das Ende dieses Goldrauschs kein Drama, sondern ein notwendiger Schritt in die nächste Phase technologischer Entwicklung.

Die KI ist halt nicht intelligent, sondern nur sehr belesen.
KI macht die Banker noch überflüssiger als sie jetzt schon sind.
Hören Sie auf, den Namen meines Vaters in den Dreck zu ziehen. Danke.
Interessanter Artikel – bezweifle stark das Anthropic verschwinden wird.
„Was hoch kommt, kommt wieder runter“. Alte Psychische Weisheit 😉
Manchmal zerplatzt es aber auch schon, weit oben bevor es noch runter fällt – gibt’s öfters als man denkt & hört/liest.
Alte Psychische Weisheit? Wohl eher physikalische..
Was füer en huende Schmarre … aber immerhin Balsam für KI-gefrustete Seelen.
Es geht nicht nur um KI, seien wir ehrlich. Unser ganzes Leben ist mit Technologie verbunden: Computer, Telefone usw.
Die neue Generation ist in dieser technologischen Welt aufgewachsen und kennt nichts anderes. Daher werden diese Unternehmen in Zukunft aufgrund ihrer Umsätze und/oder ihres Börsenwerts überleben
und noch stärker werden! Vergessen Sie die Blase ein für alle Mal und kritisieren Sie die sozialen
(Kulturellen vor allem)Probleme und die lächerlichen Politiker, die wirklich die Angst der Gesellschaft sind!
Die Kaffeesatz Propheten nehmen hier überhand.
Jawohl, denn auch im ganz grossen AI Money-& Tec Development Jungle gilt wie immer u. überall:
der knallharte Kapitaldarwinismus und die alte Gier als Voll-Lockmittel.
FYI: Die meisten „AI Invest Experten“, kennen AI jedoch maximal mal vom Namen, Logo & von den Aktienkurs her.
Selbst: 0 Ahnung von der Technologie, den underlaying specs & Features, den diversen Process-Impacts resp Skalierbarkeiten u. Potential bei andere Industrien etc.
Fazit: Viele einäugige & blinde Sternguckers & Bubble Troubles da draussen im big AI money Orbit.
🏆Investieren tue ich excl. nur noch in:
– mein Sofa & Co.
– mind. 2x Raclette/Woche
– gesunden Schlaf & viel ruhige Zeit
– Tage ohne Bankers&Profitstresser
– bequeme Finken (heizbar/Balcony)
– frisch & guter Kaffee 7/24/365
– intelligente Weiterbildung/Science/AI
– Viele Tage & Wochen ohne SRF !
– Keine Fondue-Politic Arenas mehr!
– Intelligenter Gedankenaustausch
– Zeit für Menschen mit (eff) Substanz
Passt alles & tut der Seele richtig, richtig gut. Ergo: vollste Kauf Empfehlung✌️
Du hast IP in Deiner Aufstellung vergessen!
Gute Zusammenstellung. Aber wo finden Sie noch Menschen mit Substanz?
🏆💐Re: „IP vergessen“
Danke für den absolut berechtigten Hinweis. IP ist soweit +|- ein guter Channel.
Aber: nee, nix vergessen -s. Punkt 7:
= IP läuft bei mir deshalb auch
unter „intelligente Weiterbildung“ (logisch, nicht immer ganz alles. Q: was macht eigentlich diese, wie hiess sie noch? EllXXL oder sowas Boutique? Hab schon lange nix mehr darüber auf Bloomy etc gesehen? Egal. Welt dreht ja noch.
Janis Leontidis:
„Und vielleicht entsteht gerade jetzt, unter dem Radar wie damals 1998, das nächste Google – ein Unternehmen, das heute noch niemand kennt.“
Ja.
Barter ohne Barternachteile macht die Währungen, die Währungsdrucker und die Schuldenmacher obsolet.
also 12 Eier gegen 1x IP lesen?
Heureka !
Wenn 2 Dinge gleichwertig, zu 100% seelenlos reagieren, kalkulieren und kreativ modulieren können, incl. gut schnabulieren ….dann kommt DIE Schlüssel-Frage (Kundensicht):
Wo genau ist da noch ein Unterschied zwischen einem Banker und einer noch schneller kalkulierenden, nüchternen, faktischen AI Antwort ???
Einfache Aufgabe ✌️Total: 0 Unterschied. USP: AI weiss viel mehr und ist auch viel, viel schneller.
Aber hier die Gegenfrage wer geht den heute noch zur persönlichen Finanzberatung bei der Bank?
Zum Investieren doch eigentlich keiner. Für Hypotheken vielleicht aber da ist es eher ein Kundencheck für die Bank.
KI ist nicht aufzuhalten, leider!
Der AI-Boom geht gerade erst los, die Bewertungen sind günstig, nur den alten Software-Firmen gehts jetzt an den Kragen. Microsoft, SAP, Oracle usw.
Kein „boom“ wird schneller enden als dieser mit den geklauten Daten. Denn dieser „boom“ verteilt die übrig gebliebenen 50% in Windeseile dahin wo die anderen 50% schon sind. Nennt sich Agenda 2030.
Apple verlässt sich jetzt vollständig auf Gemini, irgendwie scheint das dem Autor entgangen zu sein???!!!!
Wir warten alle auf das Platzen der Blase aber es platzt nicht…
KI ist schon lange überbewertet. Ob Blase oder nicht spielt keine Rolle. Dass die Märkte abschmieren kann sich die aktuelle US Regierung derzeit nicht leisten, deshalb wird es mindestens vorerst auch nicht passieren.
die llm-ki-modelle zeigen alle ein ungewöhnliches phänomen: ganz neu zeigen sie super resultate, nach ein paar wochen werden sie aber schleichend schlechter. aber darüber reden will keiner der firmen, zu heikel das thema.
Ab da habe ich aufgehört zu lesen.
Ein Quantensprung ist die kleinstmögliche Veränderung, die es physikalisch gibt.
Wer das Wort verwendet ist entweder sehr intelligent (im richtigen Kontext) oder ein absoluter Tubel.