Die MBaer Merchant Bank an bester Zürcher Adresse im Kreis 2 erlebt ihren Wegelin-Moment. Die damalige St.Galler Privatbank wurde von den USA vor 14 Jahren zertrümmert.
Das gleiche Schicksal droht dem Minibänkli von Mike Bär, dem Urenkel des Gründers der Bank Julius Bär.
MBaer „enabled money laundering and illicit finance activities, including by facilitating corruption linked to Russian money laundering and money laundering and terrorist financing“, so die USA.
Ein Torpedo-Abschuss der US-Art. Die Finma ist bei der Bank einmarschiert.
Wenn MBaer vom Dollar-Geschäft abgeschnitten wird, wie das die Amerikaner vorhaben, droht das Aus.
„Eine allfällige Insolvenzgefahr würde die FINMA rasch erkennen und sie könnte Schutzmassnahmen nach Art. 26 BankG kurzfristig erlassen“, so die Behörde auf Anfrage.
Die MBaer kämpft mit allen Mitteln gegen den Untergang. Sie hat die Finma mittels superprovisorischem Antrag vor den Richter gezerrt – und gewonnen.
Das Gericht bremste die Finma aus. Diese wollte die Geschäftsleitung der MBaer entfernen. Jetzt wehrt sich das Management mit den Anwälten von NKF gegen die Finma.
Mike Bär wird mit der Schlacht zum Ritter der traurigen Banking-Gestalt. Er wollte Russen wie Viktor Vekselberg Asyl bieten, als diese in US-Ungnade gefallen waren.
Dabei überschritt er rote Linien, bei denen Uncle Sam keinen Spass versteht. Als Bär ins Visier der Behörden geriet, holte er eine Nachfolgerin als CEO.
Ausgerechnet bei der Sberbank, einer Bank des russischen Regimes. Annett Viehweg war dort hoch oben, vor gut einem Jahr durfte sie in Mike Bärs CEO-Fussstapfen treten, während Bär ins 2. Glied zurückging.
Viehweg hatte eine Vergangenheit. Bei der Deutschen Bank musste sie nach wenigen Monaten den Platz als Russland-Chefin räumen.
Vor knapp 10 Jahren erlebte die Grossbank im nördlichen Nachbarland einen Geldwäsche-Skandal.
Viehweg holte nach ihrer Kür zur MBaer-Chefin alte Sberbank-Kollegen zur Privatbank. Zusammen bauten sie die Risiken mit heiklen Russen-Kunden nicht ab, sondern im Gegenteil aus.
Die Finma traute ihren Augen nicht. Es kam, wie es kommen musste: Die Amerikaner nahmen die MBaer trotz ihrer scheinbaren Irrelevanz ins Visier, die Finma packte ihrerseits den Knüppel aus.
Sie wusste, was es geschlagen hatte – Wegelin leuchtete grell am Gemäuer des Finanzplatzes, fast anderthalb Jahrzehnte später.
Faktisch steht die MBaer unter Finma-Aufsicht, auch wenn sich Mike Bär und Co. noch dagegen wehren.
Die Behörde hat einen Prüfbeamten bei der Bank eingesetzt.
„Dieser überwacht die Einhaltung von Aufsichtsrecht und die vom Gericht angeordneten Massnahmen“, so eine Sprecherin des Watchdogs. „Der Prüfbeauftragte hat Melde- und Reportingpflichten gegenüber der FINMA.“
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Da muss ich mich mehr konzentrieren.
Gier frisst Hirn.
Das mit dem Verkauf der MBaer dürfte sich erledigt haben. Kein halbwegs intelligenter Mensch würde eine Bank kaufen die im Visier der Amis ist.
Obwohl…. ein Banker schon.
wenn man jemand mit einer solchen Vergangenheit als CEO holt muss sich nicht wundern, wenn das genau gleiche wieder passiert… und vor allem wenn man das Gefühl noch hat, cleverer als der Rest der Welt zu sein. MBaer will soon be history
Section 311 des USA PATRIOT Act ist nicht ohne – die Bank ist unverkäuflich
„Wegelin-Moment“ – treffender Ausdruck, LH! Die ganze Entwicklung prägnant zusammengefasst.
Ich weiss, vielleicht eine dumme Frage, aber wie kann USA eine schweizer Bank ins Visier nehmen wenn diese gar nicht in den USA tätig ist ?
Insofern die Bank USD-Transaktionen tätigt, also zB US-Börsengeschäfte und USD-Zahlungen.
Mein Gott, die Bank ist Geschichte
Take the money and run
Nochmals – diese Miesere hat schon viel früher durch ein abgehalftertes UBS -‚Russland Experten‘ Duo – die kein Wort russisch konnten-angefangen! Es war ja kein Geheimnis das damals bei Mbaer für gnadenlose Selbstdarsteller ein warmes Plätzchen zu finden war…Wie heisst es doch so schön: A-Leute ziehen A-Leute an- hahaha…
Jede Partner- und Korrespondenzbank wird per sofort die Kooperation mit MBaer einstellen. Es folgt die Abwicklung und „Stecker ziehen“…
Die kann dann mal weg. Wer braucht schon so ein Bänklein. Die Amis und die Finma sollen denen einfach den Stecker ziehen und gut ist.
Offenbar wurde hier das Vieh auf den falschen Weg geführt.