Überall hört man nur die Fanfaren und Jubelschreie zur neuen Technologie, die „die Welt verändern“ soll.
Doch was der ganze Spass kostet, davon liest man nur in den Randnotizen. Auch wenn es heute Schlagzeilen in die Medien schaffen, demnach die KI-Blase bald platzen solle, wäre das, wenn überhaupt, nur eine partielle Baisse.
Die künstliche Intelligenz ist auf dem Siegeszug, wie damals die Dampfmaschine oder etwas später die Revolution der mobilen Kommunikation, das Wundergerät von Steve Jobs.
Sich also gegen die KI zu stemmen ist ziemlich dumm, denke ich. Aber die Frage, was es denn kosten wird, die wird meines Erachtens nicht gestellt.
Gut, man weiss, dass KI bereits heute rund 1 Prozent des weltweiten Strombedarfs frisst, Tendenz exponentiell steigend. (Was sagen eigentlich unsere grünen Weltenretter dazu? Stellen die sich auf den Standpunkt, dass der Strom ja eh aus der Steckdose kommt?)
Und man kann erahnen, was mit uns passieren wird, wenn wir aufhören, selbst zu denken und stattdessen das eine Maschine tun lassen.
Wir können uns auch in etwa vorstellen, was passieren wird, wenn wir viele Jobs durch seelenlose Maschinen oder Roboter ausführen lassen.
Welche Menschen werden wir dann sein – und wollen wir dann so sein? Und wie hoch ist der Preis, den wir als Gesellschaft zu bezahlen haben?
Genau hier beginnt meine heutige Kritik. Als vor einigen Wochen Donald Trump im fernen Amerika seine wilde Zollkeule schlug, habe ich die Welt nicht mehr verstanden.
Auch wenn ich nicht so viel von Wirtschaft, Zoll und Handel verstehe, dann ist mir aber immerhin klar, dass Zoll wohl Trumps Probleme nicht lösen wird.
Im Gegenteil, der Zoll schafft uns, insbesondere hier in der Schweiz, neue Probleme. Zollschranken stammen aus dem Mittelalter, und ich denke, es wird einen Grund haben, warum die im Verlaufe der Zeit abgeschafft wurden.
Aber heute fordere ich „Zölle“. Die Sache ist die (und wir sind ja immer noch bei den Kosten von KI): KI ersetzt eben auch sehr viele Arbeitsstellen, ohne dass namhafte neue Stellen in Aussicht stehen würden, die durch KI entstehen würden.
Und da gibt es inzwischen sehr viele Arbeitgeber, die auch ganz offen kommunizieren, dass Stellen in ihren Betrieben „dank“ KI verschwinden würden.
Amazon beispielsweise war so ein Fall, die haben 14’000 Stellen abgebaut.
Rund um den Globus werden jetzt Arbeitnehmende auf die Strasse gestellt oder neue nicht mehr eingestellt (wie die aktuelle Diskussion in der Schweiz zeigt, nachdem viele der Akademiker nach dem Studium gar keine Stelle finden, weil die potentiellen Stellen bereits durch einen Roboter ersetzt wurden).
Nun gut, das ist die logische Folge dieser „goldenen Zukunft“. Ich persönlich finde das weniger „golden“ und ich selbst bin ja notabene auch in einer Branche tätig, in der die KI gerade besonders übel wütet.
Und genau an dieser Stelle müsste die Politik aktiv werden. Es sind Horrorszenarien, die sich da anbahnen oder bereits Realität sind.
Unternehmen reduzieren ihren Personalstamm zum Teil drastisch und lösen die freien Vakanzen mit Robotern, die zumeist nicht mal was kosten (sind wir ehrlich, bereits die Gratis-ChatGPT-Version kann schon sehr viel).
Ohne viel von Ökonomie zu verstehen, kann man auch mit einem kleinen, einfachen Taschenrechner ausrechnen, was die Folge für diese Unternehmen ist: mehr Gewinn.
Logisch, denn die Personalkosten gehören in vielen Unternehmen und Branchen zu den Top-3-Aufwänden.
Diese Gelder werden frei und werden durch eine Lösung ersetzt, die nichts oder nur sehr wenig kostet.
Firmeninhaber und Aktionäre dürften sich freuen. Und die Gesellschaft, also Sie und ich?
Wir gehören zu denen, die (noch) nicht durch die KI ersetzt wurden, ergo brav monatlich in die Arbeitslosenversicherung einzahlen, um unsere Mitmenschen, die dem skalpellhaften Kahlschlag durch KI bereits zum Opfer gefallen sind, zu unterstützen.
Eine Notiz am Rande: Auch in Hollywood brodelt es. Nachdem die Drehbuchschreiber kalte Füsse bekommen haben (ja, ChatGPT kann wohl auch Drehbücher schreiben), herrscht nun Wirbel bei den Stars.
Gerade macht ein neuer Hollywoodstar namens Tilly Norwood auf sich aufmerksam. Tilly ist ein Avatar, erfunden und „konstruiert“ von Eline van der Velden.
Die Geschichte liest sich wie so oft unglaublich: Van der Velden sei auf der niederländischen Karibikinsel Curacao aufgewachsen, siedelte in die Heimat Niederlande über, dann mit 14 Jahre nach Grossbritannien (um Schauspiel zu studieren), machte so schnell, schnell einen Master in Physik, um abermals in die Niederlande zurückzusiedeln, um als Komikerin und Schauspielerin Fuss zu fassen.
Mitte zwanzig die nächste Umsiedlung, diesmal soll es Amerika sein, produzierte eine Serie für BBC und gründete mit 27 ihre eigene Produktionsfirma.
Die Frau ist keine 30 und hat schon mehr erlebt als 100 Normalbürger zusammen im ganzen Leben nicht erleben.
Ich weiss nicht, wenn ich solche Vitas lese, dann kommt mir das ganze enorm „gschpässig“ (um nicht zu sagen unglaubwürdig) vor.
Nun gut, jetzt kommt die Krönung: Van der Velden erfindet Tilly Norwood, die jetzt den Schauspielern das Leben schwer machen soll.
Im Interview in der „Weltwoche“ beteuert van der Felden, dass sie nicht Jobs killen, sondern neue schaffen werde.
Nur: Auf den drei endlos langen, ermüdenden, ja gar langweiligen Interviewseiten habe ich keinen einzigen Ansatz gelesen, wie sie denn Jobs schaffen möchte. Im Gegenteil, mir ist aufgefallen, wie sie über ihre Schöpfung „Tilly“ spricht.
Mir sind dabei die Objektophilen (Menschen, die sich zu Gegenständen hingezogen fühlen, das geht so weit, dass Menschen beispielsweise die Chinesiche Mauer geheiratet haben) in den Sinn gekommen.
Van der Velden scheint mir nahe an dieser psychischen Krankheit entlang zu schlittern. Sind wir angekommen in der Zeit von „Clockwork orange“?
Zurück zu den Kosten: Sind wir mal ehrlich, so geht das doch nicht. Der Gesetzgeber müsste hier aktiv werden. Und für jeden entlassenen Arbeitnehmer, der durch KI ersetzt wurde, ein „Kopfgeld“ verlangen.
Das heisst, die Unternehmen müssten per entlassenem Arbeitnehmer einen bestimmten Prozentsatz mehr Steuern bezahlen.
So könnte das Gleichgewicht hergestellt werden, und die Wunderknaben aus der Welt der KI wären gefordert, nicht nur gloriosen Kahlschlag zu produzieren, sondern auch Lösungen zu erarbeiten, um die werktätige Bevölkerung zu schützen.
Ich überlege gerade, ob ich meinen Artikel ins Englische übersetzen und ihn an Donald Trump oder Tilly Norwood schicken soll. Ich wäre extrem gespannt, was die dazu sagen würden.
Ich bin mir nicht sicher, ob der Autor die heutigen Fähigkeiten und das Potential von KI in einem echten produktiven Arbeitskontext richtig einschätzen kann, wenn „die kostenlose Version von Chat GPT schon viel kann“, aber im Kern stimme ich dem Beitrag zu und würde weiter gehen: wenn man von sehr hoher AI Durchdringung ausgeht (was zu beweisen ist), sollten AI Agenten vielleicht Steuern zahlen, und so die verdrängten Menschen finanzieren?
Der Gesetzgeber müsste von jedem Arbeitnehmer, der sich nicht weiterentwickelt, eine Trägheitsabgabe einziehen.
Das wäre die Lösung, die Schweiz aus der Lethargie zu zwingen – dem ist nichts hinzuzufügen!
Besten Dank für Ihre Überlegungen und interessanten Zeilen. Seit ca. 100 Jahren fürchten sich die Menschen vor Robotern, „Elektronengehirnen“, usw. welche ihnen die Arbeit wegnehmen oder gar die Welt vernichten. Wenn man aber prüfen würde, was sich seit Einführung des E-Mails verändert hat, würde man sehen: es braucht nicht weniger Arbeiter, sondern z.T. andere Qualifikationen. Chefs und MA sind tagtäglich von überflüssigen Mails gestresst. Manche Leute versuchen, Konflikte per Mail zu lösen. Aber wer leistet sich heute noch eine Sekretärin bzw. einen Assistenten?
Höhere Preise für gedrosselte Leistungen.
Es ist die Illusion, das Rad können noch zurückgedreht werden, während die Wirklichkeit keine Arbeitsplätze für die Menschen mehr vorsieht. Daher auch die Verdummung der Gesellschaft, der Genderwahn, die sinnlosen Kriege und die Umformung des Mannes zur Frau und umgekehrt. Beschäftigungstherapie, mehr nicht, oder was können die westlichen Gesellschaften noch besser als der Rest der Welt ? Der Traum geht zu Ende, etwas Neues steht vor der Tür.
Angst ist ein sehr destruktiver Ratgeber. Wieso? Er schränkt die Wahrnehmung sehr stark ein und hemmt.
Stimmt: KI entlarvt Blabla und ersetzt es gnadenlos; insbesondere das von Medien-„Schaffenden“
Nein! Arbeiten, welche von Maschinen erledigt werden können, sollen auch an Maschinen delegiert werden. Damit steigt unser aller Wohlstand. Zur Verdeutlichung: Schaltet man sämtliche Verkehrsampeln in der Schweiz aus, so werden tausende von Stellen für die Verkehrsregelung geschaffen. Obwohl mehr Beschäftigte, sinkt unser Wohlstand, weil die Kosten für den Verkehr drastisch steigen würden.
Ein positiver Aspekt der KI ist, dass Handwerksberufe an Bedeutung gewinnen werden und Handwerker wieder stolz auf ihre Tätigkeit sein können.
Bereits werden KI Anwendungen gehakt und infiltriert! Dies ist unsere Rettung. Wollen wir unsere (in der Schweiz kaum vorhandenen) Abwehrraketen von gehakter KI steuern lassen? Oder die Finanztransaktionen der Banken? Wird KI bald zum Rohrkrepierer?
KI kann tatsächlich zum Problem werden, wenn ich auch das Wegfallen von Stellen nicht dazu zähle. Politiker sollten daher vorausschauend handeln.
– KI muss jedermann zugänglich sein/bleiben. Geschaffen wurde KI mit unser aller Daten, daher gehört sie auch uns! Es darf daraus keine neue Klassengesellschaft (mit und ohne Zugang zu KI) entstehen.
– Der KI das gezieltem „lügen“ beibringen, muss unter Androhung von Höchststrafen verboten werden.
– ….
@M. Presta: Danke
KI kann auch unsere Politiker und Staatsangestellten ersetzen. Wenn die Staatsausgaben sinken, profitieren wir alle von niedrigeren Steuern. Hier wäre der Hebel am Besten angesetzt.