Die Fälligkeit einer 100-Millionen-Anleihe am 3. Juli hängte wie ein Damoklesschwert über der vom Juristen Lorenzo Marazzotta präsidierten Stiftung „See-Spital Horgen“.
Gestern nach Börsenschluss vermeldete dann die Gesundheitseinrichtung in einer ad-hoc-Mitteilung:
Das See-Spital wird die Liegenschaft am Standort Horgen (Gebäude und Grundstück) an die Infracore SA veräussern und gleichzeitig im Rahmen eines langfristigen Mietvertrags zurückmieten.
Ein klassischer „Sale-and-lease-back“ Deal, der die Rückzahlung der Anleihe ermöglicht. So zumindest die Absicht.

Die Kehrseite: Eine radikale Bilanzverkürzung ohne Schulden, aber auch ohne Vermögenswerte wie Boden an bester Lage und einer modernen und jüngst erweiterten Gebäudeinfrastruktur.
Die Stiftung reduziert sich zu einer reinen Betriebsgesellschaft ohne Haus und Sicherheiten.
Inwieweit die Gesundheitsdirektion unter SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli dies für ein Akutspital auf der kantonalen Spitalliste zulässt, muss sich weisen.
Weitere Details zur Transaktion konnten über Nacht keine in Erfahrung gebracht werden.
Was als „Stärkung der finanziellen Basis durch eine langfristige Infrastrukturpartnerschaft mit Infracore“ verkauft wird, ist ein Notverkauf.
Um den Gang in ein Nachlassstundungsverfahren zu vermeiden.
Alle anderen Finanzierungs-Alternativen haben sich für das Prestigespital an der Pfnüselküste mit einem Einzugsgebiet von über 100’000 Einwohnern zerschlagen.
Kein Geld respektive keine Garantien vom Kanton oder den meist sehr vermögenden Gemeinden am Linken Zürichseeufer.
Vor allem keine Refinanzierung über den Kapitalmarkt. Seit dem 170-Millionen Zahlungsausfall durch das Spital Wetzikon vor zwei Jahren ist der Anleihemarkt für Spitäler schweizweit tot.
Zu risikoreich, weiterhin ungenügende Margen, Kantönlidenken, Wildwuchs an Regulierungen, Spitalplanungen und Subventionen.
Und: Nach wie vor zu viele Spitäler. Viel zu viele.
Die systemrelevanten Banken UBS, ZKB und Raiffeisen sowie kleinere Institute wollen sich die Finger bei neuen Finanzierungen im Gesundheitswesen nicht verbrennen.
Die Kreditverantwortlichen würden ab Tag 1 ihre Karriere aufs Spiel setzen.
Ob der Notverkauf und die rechtzeitige Zurückzahlung der Anleihe gelingen, hängt nicht nur von Rickli ab, sondern auch von der Käuferin, der in Fribourg domizilierten Infracore SA.
Diese ist ein Gemeinschaftsunternehmen der in New York gelisteten Medical Properties Trust Inc (MPT) aus Birmingham, Alabama USA, und der an der SIX kotierten Aevis Victoria AG.
MPT ist als Real Estate Investment Trust (REIT) ein globaler Gigant im Gesundheits-Business. 400 Standorte, 39’000 Betten, verteilt auf 3 Kontinenten.
Der Gründer, Edward K. Aldag, sitzt im Verwaltungsrat der Infracore. Präsidiert wird dieser von Martin Gafner, ehemaliger CEO der Valiant Privatbank AG.
Weiteres Verwaltungsratsmitglied ist der Walliser Antoine Hubert, Präsident und als Mitglied einer Aktionärsgruppe Mehrheitsaktionär (rund 75 Prozent) der Aevis Victoria AG.
Die betreibt das Swiss Medical Network: 21 Standorte im Land, in drei Sprachregionen präsent, mit 2’300 Ärzten und 5’000 weiteren Krankenhaus-Mitarbeitern auf der Payroll.
Eine der führenden privaten Spital- und Klinikgruppen in der Schweiz, so die Eigenwerbung.
Daneben führt die Aevis über den Markennamen „Michel Reybier Hospitality“ ein Dutzend Luxushotels.
Darunter einige der besten Häuser in der schönen Alpenrepublik: das Victoria Jungfrau in Interlaken, das „Goldene Ei“ in Davos, das Eden au Lac in Zürich.
Bei Infracore sass bis letzten Sommer alt-Bundesrätin Ruth Metzler im strategischen Führungsgremium.
Ihr plötzliches Ausscheiden könnte mit der Übernahme des Präsidiums von Swiss Olympic zusammenhängen.
Neu vorgeschlagen für den VR wird Céline Amaudruz, SVP-Nationalrätin aus Genf und unter Präsident Marcel Dettling mit Magdalena Martullo-Blocher und Thomas Matter Vizepräsidentin der Landespartei.
In den Aevis-Unternehmensstrukturen finden sich auch Fulvio Pelli (Ex-FDP-Präsident), Lorenz Hess (Berner Mitte-Nationalrat und „einer der profiliertesten Gesundheitspolitiker der Schweiz“), Daniel Lüscher (Präsident Kantonsspital Aarau) und Angelo Eggli (CEO der Visana-Gruppe).
Schweizer Milizsystem in Reinkultur.
Oder Power-Dauer-Lobbyismus, der jegliche Entschlackung im stets teurer werdenden Gesundheitswesen systematisch verhindert.
Das organisatorisch verschachtelte Trio Infracore, MPT und Aevis ist mit seinem Business-Modell anfällig auf konjunkturelle Schwankungen, regulatorische Veränderungen und politische Entscheidungen.
Wie der Kauf von Boden und Gebäuden in Horgen finanziert wird, geht aus der gestrugen Medienmitteilung nicht hervor.
Die Ausgangslage, wie sie sich Ende 2025 präsentiert, scheint für Infracore jedoch solide zu sein:
Gewinn von 55 Millionen bei einer Marge von 68 Prozent, solide Bilanz mit 690 Millionen an Eigenkapital und Hypo-Schulden von gut einer halben Milliarde.
Das Beispiel Horgen führt kompromisslos vor Augen: Spitalverbünde sind die Zukunft. Auf sich alleine gestellt, wie das Regionalspital Horgen, kann schnell vieles schiefgehen.



Zürich hat mehr Spitäler als die Schweiz Bundesräte hat. Dabei ist der Weg ins Unispital 30 Minuten. Höchstens.
Da wollten sich ein paar Politiker mit Steuergeldern ein Denkmal setzen.
Zürich hat mehr Spitäler als Bundesräte und dein Text mehr Schlagworte als Substanz. Zum Glück sind kurze Wege kein Ersatz für klares Denken.
Ins Unispital will und sollte auch keiner freiwillig. Die dortige Patientenversorgung ist Roulette – für Patienten. Auch wenn es weiterhin viele nicht glauben (wollen), sogar wenn alles schief läuft. Dann wird es auf Schicksal oder andere geschoben oder vertuscht.
So ein dämlicher Kommentar. Bundesräte?? Und ins Unispital wo sich ein Skandal an den nächsten reiht geht kaum einer freiwillig hin.
Lorenzo Marazzotta im Tagesanzeiger vom 25.05.2024: „Für ihn besteht kein Zweifel, dass das See-Spital 2026 am Kapitalmarkt neues Geld wird aufnehmen können, um die aktuelle Anleihe abzulösen.“
Anwalt halt… von Unternehmensführung und Strategie hat diese Berufsgruppe null Ahnung.
Ich bezahle im Schwarzwald nur €19.90 für einen Einlauf und €8.50 für den Schupfnudel-Auflauf. 🤷♂️😉😂
Notverkauf wird zur potentiellen Mietfalle
Verlust der Selbstständigkeit
Keine Lösung sondern Problem aufgeschoben
In der Teppichetage könnte es noch zu Veränderungen kommen.
Geschäftsbericht für 2025 kann man somit vergessen.
Was passiert mit den Leistungsaufträgen?
Wieso hat Gregor Greber nicht zugeschlagen? Kein Geld? 🤣
Der Kanton Zürich hat zuviele Spitäler, vor allem auf der rechten Seeseite und im Züri Oberland.
@Klumpenrisiko,
aha, und Horgen liegt auf der rechten Seeseite?
Nein, habe ich aber auch nicht gesagt, oder?
Am rechten Seeufer hat es genau ein Spital, das gut arbeitet, gut ausgelastet ist und erst kürzlich von allen Trägergemeinden einhellig gestützt worden ist. Noch Fragen?
Schnell mal die Bilanz optimieren 😉
Gesundheitswesen privatwirtschaftlich im freien Wettbewerb betreiben. Fertig Kantönli Planwirtschaft und raus mit der ganzen Politikerkaste aus den Verwaltungsräten. Dann funktioniert es wieder.
Fertig mit diesen ganzen sozialistischen Experimenten. Dann noch das BVG System frei gestalten und die alten Schweizer müssen nicht mehr zu Loomit nach Thailand auswandern sobald sie ausgesteuert sind.
Und einmal jährlich ein gratis Einlauf für jeden Stadtzürcher. 🤭😂
Wer das heutige System ernsthaft als „Planwirtschaft“ bezeichnet, zeigt vor allem eines: dass er entweder nicht weiss, wie echte Planwirtschaft funktioniert oder dass ihm ein griffiges Feindbild wichtiger ist als die Realität.
@Max. Lieber Max, ich arbeite seit 25 Jahren mit und im Schweizer Gesundheitswesen. Es gibt keinen Bereich der mehr reguliert, verplant, überwacht, verpolitisiert, lobbyiert und vermurkst ist als genau das.
Deswegen kann man dort auch unendlich gut verdienen ohne wesentlich etwas leisten zu müssen. Vielen Dank an die Prämienzahler.
Quelle Blick Artikel 25.2.25:
Einbruchwelle in St. Gallen – bei Marcel Palfner (53) kamen die Langfinger gleich zweimal
„Wer an der Grenze wohnt, ist den Einbrechern ausgeliefert“
Einbrüche an der Landesgrenze im Kanton St. Gallen sind auf dem Vormarsch. „Unternehmer“ Marcel Palfner (53) aus Rüthi SG ist ein Schaden von 20’000 Franken entstanden. Er fühlt sich an der Grenze nicht mehr wohl.
@MarcelPalfner,
aha, also,
i) Du hast ein KMU – gut.
ii) Du verdienst gut – auch gut.
iii) Aber du leistet nichts sondern lieferst nur Verbrauchmaterial für Zahnärzte – schlecht
iv) und du beutest das Schweizer Gesundheitswesen aus – sehr schlecht.
Hallo Fans, noch einen Tag, dann bin ich definitiv ausgesteuert!
Wer kann helfen?
den Ukrainischen Pass beantragen!
Ich könnte gerne ein Schoggihäsli von letzten Ostern anbieten. 🤭😂
Welche Fans?
Spannend. Eine Operation am Offenen Herz. Freue mich schon auf die Beerdigungsfeier.
Dauerbaustelle Gesundheitswesen. Hat da eigentlich noch einer den Überblick? Von Wetzikon nach Horgen war der Weg also kürzer, als gedacht. Im Unispital hängt der Haussegen ebenfalls schon lange schief: Führungsprobleme à Gogo, Umbau in der Dauerschleife, etc. Von aussen betrachtet, ist der Gesundheitsbereich vom Kanton Zürich ein einziges Gewurstel. Und übergeordnet findet man kaum qualifiziertes Personal und die Kosten laufen schweizweit aus dem Ruder. Von einem Ende ist nicht abzusehen.
Nennen Sie mir irgend einen Politiker in Zürich oder Bern, der/die den „Überblick“ hat. Im besten Fall machen sie Pflästerlipolitik und lösen Mini-Probleme.
Das Zürcher Gesundheitswesen ist Sache des Kantons und damit von SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli.
Dieser Notverkauf des Seespitals Horgen wird zur katastrophalen Mietfalle, denn privatwirtschaftliche Träger sind keine Problem-Lösung.
Was passiert mit den Leistungsaufträgen an das Seespital?
Guter Artikel Luki. Aber die wirkliche Frage lautet, warum hast du vor Flims Laax die Hosen voll?
Wer die Kurs- und Volumen-Entwicklung der Bonds analysiert, muss von Insidertransaktionen ausgehen.
Finma?
Warum geben sie diesem 3. Liga Journalisten ihre Platform?
Lausig geschriebene Artikel ohne Lösungsvorschläge. Er zeigt auf die Falschen. Politik, Banken und institutionelle Investoren sind das Problem
Das ist die institutionalisierte Korruption der Schweiz.
Die Schweiz wäscht weisser und alle glauben an das Gute in der Alpenrepublik.
See-Spital gehört jetzt Genolier. Das ist moderne Sklaverei. Die sind an allem interessiert, nur nicht an Medizin!
Aha, wie Bethanien? Dann gibt es ja sozusagen nur noch zwei big player auf dem Markt. Wobei Zollikerberg noch unabhängig ist.
Dieser Prozess erinnert mich an unsere swissair. Bruggiser verkaufte die Flugzeuge um diese danach zu überhöhten Preise zu leasen. Am Schluss verkaufte er die PC, um ein bisschen Geld vor dem Untergang in der Kasse zu haben.
Wo Angelo Eggli dabei ist wirds spannend. Wie sagt man so schön. Wo Rauch ist , ist auch meistens noch Feuer. Also mal genauer hinschauen.
Behütet euch im Kanton Zürich von SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz aus Genf.
Sie ist VR-Präsidentin der Groupe Minoteries. Als Aktionär kenne ich deren Versagen zur genüge. Vor 10 Jahren lag der Aktien-Kurs der Groupe Minoteries um CHF 350, heute um CHF 230.
Mit etwas Alkohol um But geht es besser.
https://insideparadeplatz.ch/2016/12/27/besoffene-ubs-direktorin-geniesst-spezialschutz/
Der Börsenkurs ist nicht auf Versagen der VRP zurückzuführen, sondern auf Aktionäre, welche ihren Anlagehorizont überschätzten und zuviel, zulange und zu teuer gekauft hatten. Das liess den Kurs vor langer Zeit sich verfünffachen (100-500). Jetzt korrigiert er das und unterschiesst. Angebot und Nachfrage stabilisieren sich nun aber. Operativ ist die Firma gut unterwegs in einem extrem schwierigen Markt. EK steigt Jahr für Jahr und liegt nun 50% über dem Börsenkurs. Cashflow gut, und bringt eine Dividende von 5% p.a. Habe schon viel schlimmeres gesehen, oder wenig besseres.
Metzger war schon bei vielem dabei, wie auch die Bank Reyl in Genf, oder?
Im Kanton Zürich gibt es enorme Überkapazitäten in den Spitälern.
Die Leute merken davon wenig, weil die Spitäler mit unnötigen (oft genug schädlichen) Operationen, verlängerten Aufenthaltszeiten (ebenfalls ungesund) und oft genug Fehlcodierungen versuchen, sich über Wasser zu halten.
Aber in den Zahlen sieht man es.
Was es braucht: Endlich einen Abbau der Überkapazitäten. Angefangen mit der Schliessung eines der Zürcher Grossspitäler (vermutlich Triemli). Dann natürlich entweder Männedorf, Uster oder Wetzikon.
Und Horgen muss in einen Verbund mit Lachen SZ, wenn man Einsiedeln schliesst. Dann und nur dann kann sich Horgen halten.
Hier ist die Gesundheitsdirektion gefragt. Wie sollen das die lokalen Politiker selber schaffen?
Der 26×6 buttom up Kleingeist Föderalismus der guten, alten CH Tage kommt jetzt in die Nacht & Nebel resp. Sale & Lease back Phase. Geografisch abgrenzend , planerisch kleingeistig dafuer grosszuegig zu Lasten der allg. Gesundheitskosten gebaut, stehen sie jetzt nun alle da, als Immobilien Schuldenhaufen. Next steps nun via Immo Recycling Markt. Die grossen Schulden umschulden und dann kleingeistig weiter ohne Substanz mit neu abgepackten Kosten für VR/Mgmt, Medtec Equipment, Insurances, Hygiene, Maintenance, Schulungen, Admin, etc. In 26 heterogen gefuehrten Kantonen, das selbe Drama…..
Was läuft da gerade ab in der „Hinterstube“?
Kommt SVP-Regierungsrätin Natalie Rickli ihren „Pflichten für den Kanton Zürich“ nach oder lässt sie sich von SVP-Nationalrätin Céline Amaudruz aus Genf „einlullen“?
Von 30 Minuten ins Uni reden, ja dann sparen wir uns doch Helikopter, so dringend muss man doch niemanden transportiert werden ob das jetzt 15/30 oder 60 Minuten dauert ist doch egal….
Das sind die selben trottel die dann mötzlen wenn ein paar unterwegs sterben, das die Schweiz eine Bananenrepublik sei….einfach Lächerlich