Ernst Tanner gilt als Riesen-Nummer der Schweizer Wirtschaft. Jetzt droht er, sein eigenes Werk, die Lindt&Sprüngli, in eine lange Krise zu stürzen.
Das machen die Aussagen des VR-Präsidenten des Schoggi-Primus in der heutigen NZZ am Sonntag klar.
Tanner lässt keinerlei Erkenntnis für die katastrophale Lage erkennen, in welche er das Unternehmen in den letzten Jahren gesteuert hat.
Es fehlt an allem: moderner Finanzsteuerung, hungrigem Kader-Nachwuchs, kompetentem Verwaltungsrat, zupackender Stimmung.

Stattdessen: Ein 80-jähriger Über-Vater, der allein auf der Brücke des Lindt-Tankers steht und von einer baldigen goldenen Zukunft für den Multi fantasiert.
Die kommt nicht. Jedenfalls noch lange nicht. Vielmehr stehen der Zürcher Firma mehrere Quartale bevor, in denen sie noch stärker vom Sturm durchgeschüttelt wird.
Zweimal mussten Tanner und seine Lindt-Topshots das Umsatz-Wachstum nach unten korrigieren, die Aktie kollabierte.
Grund: Die Konsumenten liessen die Lindor-Kugeln und Schoggi-Hasen links liegen. Viel zu teuer.
Tanner hatte die Kakao-Erhöhungen einfach auf die Ladenpreise umgelegt.
„Sie haben ein sehr erfahrenes Management“, so die NZZ. „Wie konnte man die Zahlungsbereitschaft der Kunden derart falsch einschätzen?“
„Diese Frage kann ich nicht abschliessend beantworten“, antwortet Tanner. „Wir führen weltweit 25 selbständige Ländergesellschaften.“
„Jeder Länderchef leitet das Geschäft eigenverantwortlich – auch bei der Preisgestaltung. Die beispiellosen Sprünge beim Kakaopreis waren für alle Neuland.“
In diesen Sätzen kommt die ganze Problematik zum Vorschein. Tanner und Co. steuern die Lindt&Sprüngli im Blindflug: Ein Multi ohne zentrale Kontroll- und Steuerprozesse.
Das führt dazu, dass jede Lindt-Tochter draussen in der Welt selber fürs Währungsrisiko zuständig ist.
Ein Hedging, wie das die Konkurrenz längst nutzt, sucht man im Headquarter in Kilchberg am Zürichsee vergebens.
Der dramatische Kurs-Crash an der Börse von rund 40 Prozent dürfte das Nachwuchs-Problem verschärfen.
Die Top-Leute auf 2. und 3. Hierarchiestufe sitzen auf Optionen, die wertlos verfallen dürften.
Sind die goldenen Fesseln erst einmal gesprengt, geht die Suche nach neuen Karrierechancen schnell los.
„Wir verfügen intern über hervorragende Leute“, findet derweil Capt’n Tanner.
Warum dann keinen neuen CEO, sondern den „alten“ Dieter Weisskopf, ein Langzeit-Buddy von Tanner, der diese Woche per sofort in die Bresche gesprungen ist?
„Wir haben uns (…) entschieden, auch extern zu suchen. Eine offene Suche liegt auch im Interesse der internen Kandidaten: Wer sich durchsetzt, hat sich gegen den gesamten Markt behauptet.“
Nur der Beste ist gut genug. Der muss sich dann allerdings einem unterordnen: Tanner.
„Es gibt 65-Jährige, die wie 90 wirken, und 80-Jährige, die geistig und körperlich topfit sind“, führt der Lindt-Präsident aus zum Punkt, ob er sich nicht langsam den Rücktritt überlege.
„Zu diesen zähle ich mich. Wenn der Verwaltungsrat zu dem Schluss käme, dass ich keinen Mehrwert mehr leiste, würde ich sofort gehen – aber nicht bloss wegen meines Alters.“
Im Obergremium hat Tanner seit Jahr und Tag seine Kopfnicker und „Freunde“ platziert – darunter viele, die wenig vom Geschäft verstehen.
Einzige Ausnahme: Ricarda Demarmels.
Die HSG-Absolventin ist seit 2023 operative Emmi-Chefin, sie kennt die globale Food-Industrie, kann als frühere Finanzleiterin die Zahlen „lesen“.
Demarmels nahm im Frühling Platz im Lindt&Sprüngli-VR. Wie hat sie sich zum Entscheid von dieser Woche gestellt, dass der CEO sowie der Deutschland-Chef die zentralen Schuldigen am Desaster sind?
Und nicht Ernst Tanner und sein alt-neuer CEO Dieter Weisskopf, als Tanners Vize im VR die klare Nummer 2 des Konzerns?
„Demarmels wäre die die Einzige, die Tanner ablösen und die Firma schnell sanieren könnte“, ist ein Insider überzeugt.
Will die Managerin das? Wäre sie bereit für eines des riskantesten Unterfangen der jüngeren Wirtschaftsgeschichte des Alpenlandes?
Der Lindt-Kreuzer ist in viel gefährlicherem Gewässer unterwegs, als dies Tanner mit seinen NZZ-Aussagen weismachen will.
„Die Probleme beschränken sich im Wesentlichen auf Deutschland, unseren zweitwichtigsten Markt“, sagt Tanner.
„Der dortige Länderchef hat die Marktsituation falsch beurteilt. Deshalb haben wir den Führungswechsel vorgenommen.“
Deutschland-Boss raus, jetzt wird alles wieder gut?
Nein. Die Lager der deutschen Retailer sind vollgestopft mit unverkäuflicher Schoggi aus dem Hause Tanner, die schnell altert.
Zudem sind die Käufer weg; wegen Tanners happigen Preisaufschlägen versuchten sie ihr Glück mit süssen Versuchungen anderer Herstellter.
Und sind derart auf den Geschmack gekommen, dass Billig-Tafeln und -Hasen der LindtKonkurrenten ihrem Gaumen ebenso schmecken.
Einzige Lösung wäre, sofort einen Grossabschreiber insbesondere bei der Lindt in Deutschland vorzunehmen. Alles auf null, was seit Monaten in den Lagern der Retail-Partner verdorrt, um dann bei Zero neu anzufangen.
Es wäre ein Schock: Giga-Verlust bei Lindt&Sprüngli – never heard of. Genau deshalb ist eine solche Brutalo-Restrukturierung für Tanner und seine jahrzehntelangen Mitstreiter unvorstellbar.
Statt das Leck zu stopfen und das Schiff zurück auf Kurs bringen, malen sie die Lage weiter schön und hoffen darauf, dass der Wind dann schon dreht.
Auch wenn sie vermutlich selbst wissen, dass die Chance dafür immer kleiner wird. Der Preis ist hoch: Für Zürich, die Investoren und die Mitarbeiter. Ein Traditions-Unternehmen droht, ernsthaft Schaden zu nehmen.
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Immer diese alten Typen, die einfach nicht sehen wollen, dass sie die Welt nicht mehr verstehen. Der Mann hat vieles richtig gemacht in seiner Karriere, aber jetzt ists doch nur noch peinlich. Die Lindtschoggi sind verstaubt und sehen aus wie ein Geschenk der Grosseltern – aber nun 50% teurer.
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Es sind ja auch vielfach Geschenke durch Grosseltern. Ein gutes Produkt.
Das Problem ist der Preis, da hat man es übertrieben.
Und jetzt wird mit -50% Sale gegengesteuert (was die Marke entwertet). Besser den Preis dauerhaft um 20-30% anpassen und mit dem Handel sprechen, wie man mit dem Bestand umgehen will (Rückvergütung, Listing-Gebühren, Marketing-Beiträge usw.).
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Sagt einer von der Generation, die bei Temu, Amazon & Co. einkauft.
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Der Alte kann sein Baby nicht loslassen.
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Sie haben versucht, die Marge in Prozent konstant zu halten. Ein Anfängerfehler.
Das führt bei höheren Kosten zu enormen Aufschläge, wenn der Handel das Gleiche auch noch macht.
Gleichzeitig haben die Konsumenten Probleme. Logische Konsequenz: Absatzeinbruch.
Der smarte Weg: Man schlägt maximal den Kostenanstieg nominal auf (nimmt also in % Margenrückgang in Kauf) und verhandelt gleichzeitig mit dem Handel über den Endpreis.
So gewinnt man in solchen Märkten Marktanteile.
Jetzt steuern sie mit Aktionen gegen (bei uns im Coop ist jedes Lindt-Produkt in sale). Das zerstört die Marke
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viele alte sind nicht mehr das, was sie früher waren.
sie sind einfach nicht mit der zeit gegangen.
man sollte ab 60 an neue generationen das geschäft
übergeben. ohne wenn und aber.
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Widerliche Palmfett Schoggi
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besser Eigenmarken von Migros, Aldi und Lidl
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Es kommt Lindt bald billiger, die überteuerten Goldhasen gar nicht erst zu produzieren und zu bewerben.
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Ernstli Tanner sollte schnellstens abtreten. Mit 😯 Jahren ist er
zu alt für den Job. Und der alte und neue CEO Weisskopf ist mit 71
Jahren auch zu alt. Und in seinem Verwaltungsrat sitzen auch praktisch
nur Leute über 7O. Seinen Markenbotschafter Federer kennen die jungen
Leute auch nicht mehr….
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Und was schlägst Du vor?
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@RUDI.. im Lindt Verwaltungsrat sieht man fast nur gute Freunde
vom Ernst Tanner. Fachwissen ist da mit Ausnahme der Emmi
Chefin relativ wenig vorhanden.
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Lindt ist weltweit ausgestellt wie Läderach.
Sooo schnell hauts die Bude nicht aus den Schuhen.
Der Aktienkurs war sowieso Fantasie getrieben.
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Läderach scheiterte am sektierenden Patron, L&S an der Geldgier des Patrons.
Die Schweiz sollte sich auf Dinge fokussieren, welche auch in der Schweiz wachsen. Soweit mit bekannt ist, wächst bei uns kein Kakao.
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Der Herr Tanner sollte mal die Schokolade der Konkurrenz probieren. Die hat mächtig aufgeholt und kann den Kakao offenbar deutlich billiger kaufen.
Die Lindorkugeln sind zu süss, ich habe schon lange auf belgische Gaufrais umgestellt.
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Die Zeit für Nestle und Lindt, die „Junkfood“-Produkte zu „Premium-Preisen“ dem Kunden „andrehen“, scheint abgelaufen zu sein.
Gesunde Ernährung wird wohl mehr präferiert.
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Lindt gehört nicht in einen Aldi oder Lidl…neben Chinaschrott und Gammelfleisch.
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Wie meistens, wenn es schief geht, das Schiff wegen Missmanagement in die falsche Richtung steuerte, bleibt der Captain on board. „Der Captain geht als letzter“; nur, beim Schiff gehts um Menschenleben, beim Schoggiriesen um den Börsenkurs!
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Zucker mit (Palm)Fette sind einfach out. Heute lebt man gesund und kauft weniger Süsskram. Einzig die dunke Schockolade (80%) hat Chancen da seinen Platz zu finden.
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Der Tanner, der sich (in Relation zur Bilanzsumme der Firma) höhere Boni auszahlen liess als jeder Banken- oder Pharmakapitän, hat schon lange das Gespür verloren – jetzt kommt halt die längstens fällige Quittung.