Die SNB und das Märchen von der „Geldschöpfung“

Immer und immer wieder leiert die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre alte Platte herunter – sie „lockere ihre Geldpolitik“, versorge uns mit „billigem Geld“. Alle Euros finanziere sie mit „selbst gemachtem“, von ihr „geschöpftem“ Geld.

Wie oft hören wir: „Die SNB schöpft Geld“; oder: „Die SNB schöpft Liquidität“; oder: „Die SNB schöpft überschüssige Liquidität wieder ab“ undsoweiter, undsofort. Das Wort „schöpfen“ ist der „Schöpfungsgeschichte“ entnommen. Der „Schöpfer“  – Gott – „schöpft“ oder erschafft den Erdkreis.

„Schöpfen“ heisst „erschaffen“ – „ins Leben rufen“. Wer „schöpft“ also Geld?

Verehrte Leserinnen und Leser. Sie haben bestimmt eine Banknote in Ihrem Portemonnaie. Angenommen, eine Hunderternote.  Wer hat dafür gearbeitet? Die SNB oder Sie?

Keine Frage: Sie. Also haben Sie diese hundert Franken erschaffen, „geschöpft“  – nicht die SNB.

Die Geldmenge besteht aus den Geldaggregaten M1 bis M3. Wenn Sie ihren Lohn auf ihr Lohnkonto ausbezahlt erhalten, das zur Geldmenge M1 zählt: Wer hat dann dieses Geld erschaffen, „geschöpft“? Ihre Bank oder Sie? Erneut: Sie.

Beispiel: Am 26. Juni 2013 erhielt die Postfinance die Bankenlizenz. An diesem Tag stiegen bei der SNB die „Girokonten inländischer Banken“ schlagartig um 19,4 Milliarden Franken.

Warum? Die Guthaben der Postfinance bei der SNB – bisher unter „Übrige Sichtverbindlichkeiten“ verbucht – wurden auf das Konto „Girokonten inländischer Banken“ umgebucht.

Die Nationalbank meldete zwar, diese 19,4 Milliarden seien vorher unter „Übrige Guthaben“ verbucht gewesen (siehe „Postfinance treibt Giroguthaben nach oben“, NZZ, 1. Juli 2013). Nicht wahr! Die SNB führt gar kein Konto „Übrige Guthaben“.

Die neuesten Zahlen der SNB bestätigen: Die 19,4 Milliarden stammen vom Konto „Übrige Sichtverbindlichkeiten“ (ganz klar Schulden der SNB) und wurden von dort auf das Konto „Girokonten inländischer Banken“ umgebucht. Einmal mehr hat uns unsere Nationalbank falsch informiert. Verbindlichkeiten werden als Vermögen dargestellt. Ärgerlich!.

Was zeigt uns dieser Fall in Bezug auf die „Geldschöpfung“?

Wenn Herr und Frau Schweizer ihre Ersparnisse bei der Postfinance „parkieren“, so meinen sie, ihr Vermögen sei vermeintlich sicher angelegt. Was sie nicht wissen: Die Postfinance ihrerseits legt das Geld von Herr und Frau Schweizer ihrerseits auch an. Zu einem sehr grossen Teil bei der Nationalbank (19,4 Milliarden).

Verbucht wird dieses Geld dann im Konto „Girokonten inländischer Banken“.  Ich frage nochmals: Woher stammt das Geld auf dem Konto „Girokonten inländischer Banken“? Von der SNB  oder von Herr und Frau Schweizer? Klar: Von Herr und Frau Schweizer. Sie haben es erschaffen beziehungsweise „geschöpft“. Nicht die SNB.

Nun zurück zur Euro-Anbindung: Die SNB kauft also nicht Euros mit Geld, das sie geschaffen hat, sondern mit Geld, das Herr und Frau Schweizer „geschöpft“ und gespart haben. Damit will sie den Franken schwächen.

Als im Anschluss an das dubiose „Franken-Rütli“ die Girokonten inländischer Banken bei der SNB innert zweier Wochen auf 200 Milliarden kletterten, meldete der Sprecher der Tagesschau ohne rot zu werden: „Die Nationalbank erhöht die Guthaben bei den Geschäftsbanken” (SF Tagesschau, 17. August 2011).

Korrekt hätte die Meldung lauten sollen: „Die Nationalbank nimmt bei den Schweizer Geschäftsbanken 200 Milliarden Franken Kredit auf, um damit Euros zu kaufen.“ Ein entscheidender Unterschied.

Ähnlich tönte es in einem Bericht der bekannten SF-Wirtschaftsjournalistin Marianne Fassbind in der Tagesschau. Sie behauptete: „Die  Nationalbank  stellt den  Banken Guthaben  zu einem sehr geringen Zins zur Verfügung“ (Hauptausgabe Tagesschau, 10. August 2011). „Damit stellt die Nationalbank den Banken mehr Geld zur Verfügung, praktisch zinslos.“ (SF Tagesschau vom 17. August 2011).

Das würde heissen, dass die SNB auf den Girokonten der Banken, also auf dem Notenbankgeld, Zinsen verlange. Das wären dann Aktivzinsen der SNB. Die Girokonten der Banken bei der SNB sind aber Passiven.

Ein  katastrophaler Fehler. Und niemand in unserem Lande bemerkt diesen Fehler. Auch das SNB-Direktorium nicht. Dabei gefährdet er die wirtschaftliche und politische Zukunft unserer Schweiz.

Immer und immer wieder wird von den Medien der Irrtum kolportiert, die SNB gewähre den Schweizer Banken günstige Kredite mit Geld, das sie selber geschaffen beziehungsweise „geschöpft“ habe. Die Banken könnten dann diese günstigen Kredite an die Wirtschaft weitergeben, was sie aber leider oft nicht täten. Falsch. Stimmt nicht.

Eine andere oft gehörte Formulierung lautet: Die Nationalbank stelle den Banken „billiges Geld“ zur Verfügung. Billig würde heissen, dass die SNB auf dem von ihr emittierten Geld einen tiefen Aktivzins verlange. Abermals falsch.

Umgekehrt: Die Schweizer Wirtschaft „schöpft“ Geld und stellt dieses dann der SNB günstig zur Verfügung. Geld ist und bleibt ein Passivum des Geldemittenten.

Die SNB-Zahlen beweisen: Die SNB gewährt den Banken in der Schweiz keinen einzigen Franken Kredit. Sie investiert praktisch zu hundert Prozent nur noch im Ausland (von den Goldreserven abgesehen).

Deshalb kann die SNB die Zinsen in der Schweiz gar nicht mehr beeinflussen. Die Kontrolle über die Frankenzinsen ist ihr somit vollkommen entglitten. Wie will die SNB ohne Investitionen in der Schweiz die Zinsen in der Schweiz beeinflussen? Sind wir naiv?

In die Kategorie „Ammenmärchen“ gehört auch der sogenannte „Geldschöpfungsmultiplikator“. Die SNB behauptet, wenn sie die Geldmenge beispielsweise um 10‘000 Franken ausdehne, so führe das bei einem Multiplikator von zehn Mal zu einer Vergrösserung der Geldmenge um 100‘000  Franken. Warum?

Gewähre die SNB der Bank A einen Kredit von 10‘000 Franken, so könne Bank A bei einem Reservesatz von 10 Prozent 1‘000 Franken als Reserve zurückbehalten und die restlichen 9‘000 Franken an Bank B ausleihen. Aus 10’000 Franken Kredit würden somit 19‘000 Franken Kredit.

Bank B könne ihrerseits von den 9‘000 Franken wieder 10 Prozent als Reserve zurückbehalten und die übrigen 8‘100 Franken weiter ausleihen undsoweiter. Daraus resultiere letztlich eine Geldmenge von Total 100‘000 Franken, wenn alle zusätzlich gewährten Kredite addiert würden, da 10‘000 plus 9‘000 plus 8‘100 … letztlich 100‘000 ergeben (vergleiche „Volkswirtschaftslehre“, Prof. Dr. Aymo Brunetti, hep, S. 166).

Dass dieser sogenannte Geldschöpfungsmultiplikator nichts anderes als ein weiteres Ammenmärchen ist, zeigen folgende Überlegungen. Erstens: Wenn die SNB die Geldmenge um 10‘000 Franken ausdehnt, so gewährt sie der Bank A nicht einen Kredit von 10‘000 Franken, sondern sie nimmt bei der Bank A einen Kredit von 10‘000 Franken auf.

Zweitens: Selbst wenn die SNB der Bank A einen Kredit von 10‘000 Franken gewährte, so stellte das Fremdkapital der Bank A dar. Bank A könnte deshalb nicht  10 Prozent des Notenbankkredits als Reserve zurückbehalten, da Reserven Eigenkapital und nicht Fremdkapital sind.

Drittens: Ein Vergleich: Angenommen, die Leserin, der Leser sei an ein Geburtstagsfest eingeladen. Der Gastgeber offeriere einen Geburtstagskuchen.  Jede Person schneide sich nun 10 Prozent vom Kuchen ab und reiche den Rest weiter. Frage: Wie viele Kuchen werden am Fest verspeist? Natürlich einer. Gemäss Multiplikator Theorie müssten es aber 10 Kuchen sein! Warum? Weil vom Kuchen immer 10 Prozent abgeschnitten und 90 Prozent weitergereicht werden, bis der Kuchen aufgebraucht ist.

Gemäss Multiplikator-Theorie wären das 1 Kuchen plus 0,9 Kuchen plus 0,81 Kuchen … Gemäss Multiplikator Formel 1/0,1 ergäbe das letztlich 10x (vgl. Brunetti, a.a.O.).

Bei der unsinnigen Multiplikator-Theorie wird fälschlicherweise jenes Kapital addiert, das weitergegeben wird, anstatt jenes Kapital, welches zurückbehalten und investiert wird.

Ein weiteres Beispiel: Angenommen die Leserin, der Leser beziehe am Morgen 10 Franken und kaufe damit Milch. Der Milchmann kaufe mit dem Geld Brot. Der Bäcker kaufe damit Fleisch undsoweiter. Gemäss Multiplikator-Theorie  würde bei jeder Transaktion die Geldmenge steigen. Dabei ist es immer dasselbe Geld, das weitergereicht wird. Die Geldmenge steigt nicht – sie bleibt unverändert.

Generationen von Studenten wurden schon verdorben mit irrigen Definitionen, wie sie beispielsweise im neuesten Lehrbuch von Brunetti zu finden sind.

„Geldschöpfung: Schaffung von Geld, indem die Zentralbank den Geschäftsbanken und schliesslich die Geschäftsbanken weiteren Akteuren Kredite gewähren.“ (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166).

Oder: „Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.“ (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166).

Studenten: Seid kritisch! Ich appelliere an Eure grosse Verantwortung.

Die SNB hat aufgrund der irreführenden Geldtheorie für über 450 Milliarden Franken Devisen gekauft und mit Staatsschulden finanziert. Sie will „unbeschränkt“ weiter Euros kaufen. Die Schulden der SNB sind schon heute höher als jene von Bund, Kantonen und Gemeinden zusammen und drohen, „unbeschränkt“ weiter zu steigen – trotz vom Volk beschlossener Schuldenbremse.

Kann die SNB nun mit „Geldschöpfung“ diese Schulden tilgen? Nein.

Ein Vergleich: Wenn ein Kind zur Welt kommt, wer hat es gezeugt? Vater und Mutter oder der Arzt, der den Geburtsschein ausstellt? Genauso ist eine Banknote lediglich die staatliche Bescheinigung dafür, dass der Besitzer der Banknote ein entsprechendes Vermögen erarbeitet und zugute hat.

Nicht die Zentralbanken oder das Bankensystem „schöpfen“ Geld, sondern die Wirtschaft „schöpft“ Geld. Genauso wie nicht der Arzt Leben schafft, sondern die Eltern, die das Kind gezeugt haben.

Weltweit behaupten die Notenbanken, sie könnten das Wirtschaftswachstum ankurbeln durch Geldmengenwachstum  – einfach Banknoten drucken. Diese Argumentation ist vergleichbar mit der Behauptung, das Bevölkerungswachstum könne vergrössert werden, indem die Ärzte einfach mehr Geburtsscheine ausstellten, unabhängig davon, ob jemand geboren wurde.

SNB-Chef Dr. Thomas Jordan behauptet sogar, im Falle von negativem Eigenkapital der SNB könne diese einfach Banknoten drucken und an die Banken überweisen (vgl. „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“, Prof. Dr. T. Jordan, Vortrag vor der Statistisch-Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, 28. September 2011).

Vergleichbar wäre diese Behauptung mit der absurden Idee, die menschlichen Verluste bei der Schlacht an der Beresina hätte man gutmachen können, indem man für die Gefallenen einfach neue Geburtsurkunden ausstellt und an die Eltern schickt. Absurder geht es nicht mehr.

Genauso absurd ist es, wenn Nationalbank und Bundesrat behaupten, die SNB könne nie illiquid werden – sie könne im Falle von Schulden, Verlusten und negativem Eigenkapital einfach neue Banknoten drucken (vgl. Curia Vista, Antwort des Bundesrates auf die SVP-Motion „Einführung einer Verschuldungslimite für die SNB“, 17. August 2011).

Die SNB kann eben nicht Liquidität schaffen. Ein Wertpapier stellt nur Liquidität aus Sicht des Gläubigers dar – nicht aber aus Sicht des Schuldners.

Konklusion: Nicht die Notenbanken „schöpfen“ Geld. Geld wird durch die Realwirtschaft erschaffen oder „geschöpft“. Geld (unter anderem Banknoten) ist lediglich eine staatlich anerkannte Beweisurkunde für erarbeitetes Vermögen – ähnlich einer Geburtsurkunde.

Banknoten sind quasi eine „Quittung“ für erarbeitetes Vermögen, das beispielsweise  in Form von Gold beim staatlichen Institut „Nationalbank“ hinterlegt wird. „Geschöpft“ durch die Wirtschaft – bescheinigt durch die Notenbank.

Daraus folgt: Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB wird negativ, so müssen die kreditgewährenden Banken und die Postfinance ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben. Konsequenzen: Verluste und eventuell Konkurse bei Banken und Postfinance.

Die Behauptung unserer Nationalbank und unseres Bundesrates, die SNB könne bei Verlusten und negativem Eigenkapital „Geld schöpfen“ und einfach Banknoten drucken, ist eine verhängnisvolle Illusion – genauso wie wenn man für die Gefallenen in einem Krieg einfach neue Geburtsurkunden ausstellen wollte.

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269 Kommentare zu “Die SNB und das Märchen von der „Geldschöpfung“

  1. Wem „gehört“ der SNB? Rothschilds?
    Mann sagt das nur 3 Zentralbanken nicht den Rothschilds „gehören“.
    Der SNB ist doch ein Zentralbank oder?

  2. Nachtrag II (2016)

    „We owe us“

    Ende Mai 2016 schrieb ich auf IP einen Beitrag unter dem Titel „Vollgeld ist Zwangsgeld – staatlich befohlen“.

    Darin ging ich nochmals auf die Geldschöpfung durch die Banken ein. Einen Teil aus diesem Text, möchte ich den Leserinnen und Lesern hier nicht vorenthalten:

    „…Wir müssen uns fragen, wie Geld denn entsteht? Da müssen wir unterscheiden zwischen Buchgeld einer Geschäftsbank sowie Buchgeld und Banknoten einer Zentralbank.

    Fangen wir mit der Geschäftsbank an. Wenn jemand ein Haus baut, so kann er dieses einer Geschäftsbank als Sicherheit übertragen für einen Kredit, den er von der Bank erhält.

    Das geht so: Die Geschäftsbank gewährt dem Hausbauer (Kreditnehmer) einen Kredit in der Höhe eines bestimmten Prozentsatzes des Hauswertes (Hypothekarkredit). Kann der Hausbesitzer die Zinsen nicht bezahlen oder den Kredit nicht zurückzahlen, so hat die Bank das Recht, das Haus zu verkaufen.

    Im Gegenzug zu diesem Kredit, den die Bank dem Hausbesitzer gewährt, gewährt der Hausbesitzer seinerseits der Bank ebenfalls einen Kredit – in umgekehrter Richtung. Dieser Kredit besteht in Form eines Girokontos bei der Bank. Das ist der Kredit des Hausbesitzers an die Bank.

    Der Hausbesitzer hat damit die Möglichkeit, Teile seines Guthabens bei der Bank an jemand anderen zu übertragen, beispielsweise an den Architekten des Hauses. So bezahlt er seine Rechnung beim Architekten. Dieser hat jetzt ein Guthaben bei der Bank, respektive gewährt dieser einen Kredit.

    Geld entsteht also unter anderem durch eine gegenseitige Kreditgewährung zwischen einer Bank und einem Wirtschaftssubjekt. Dabei stellt der Kredit des Wirtschaftssubjekts an die Bank das Geld beziehungsweise Buchgeld oder Giralgeld dar.

    Die Bank of England scheint das langsam zu begreifen. Wenige Monate nach meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ argumentierte auch sie plötzlich, dass Geld bei einer Kreditvergabe durch die Banken neu entsteht. Das war eine Weltsensation.

    Ohne Bank müsste der Hausbauer selber Wertschriften (Obligationen) emittieren, um das Haus zu finanzieren. Das wäre aber sehr unpraktisch: Kaum jemand würde diese akzeptieren, da man nicht weiss, ob der Hausbauer kreditwürdig ist oder nicht. Obligationen eines Hausbesitzers wären kaum geldfähig und damit auch nicht liquide.

    Hier springt nun die Bank ein. Sie schätzt das Haus und den Hausbesitzer ein und gewährt ihm einen entsprechenden Kredit. Da sie viele solcher Kredite gewährt, besitzt sie ein Portfolio von vielen Hypothekarkrediten oder Betriebskrediten. Dagegen emittiert sie Geld; sie finanziert ihr Portfolio mit Krediten von den Hausbesitzern selber.

    „We owe us“, „Wir schulden uns gegenseitig“, könnte man diese Geldschöpfung bezeichnen. Bank (Geldemittentin) und Wirtschaftssubjekt schulden sich gegenseitig. Das ist die neue Geldtheorie.

    Banken schöpfen also nicht „Geld aus dem Nichts“, sondern Geld entsteht durch gegenseitige Kreditgewährung, wobei der Passivkredit der Bank geldfähig ist respektive als Geld benutzt werden kann. Nur der Passivkredit der Bank ist geldfähig – jener des Hausbesitzers kaum.

    Die Verbindlichkeiten einer Bank wie beispielsweise einer Kantonalbank sind viel kreditwürdiger und liquider als Verbindlichkeiten von einzelnen Hausbesitzern. Der Gewinn für die Bank besteht nun in der Zinsmarge. Das ist ihr Geschäft. Dafür leistet sie aber einen hohen wirtschaftlichen Nutzen, …“

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  3. Nachtrag I (Jahr 2016)

    An der GV der SNB für das Jahr 2015 vor drei Tagen in Bern hat sich Bemerkenswertes zugetragen.

    Erstens:

    SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan hat erstmals eingestanden, dass es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB um Verbindlichkeiten der SNB handle. Die SNB ist somit kein „lender of last resort“ bzw. „Kreditgeber der letzten Instanz“, wie sie bisher behauptete, sondern umgekehrt ein Kreditnehmer der letzten Instanz.

    Zweitens:

    Der SNB-Chef hat auch zugegeben, dass die SNB ihre Verbindlichkeiten in Franken nur zurückkaufen kann mit Vermögenswerten aus ihrer Aktivseite. Der Mär, dass die SNB kein Gold oder keine Devisen herausgeben muss gegen Geld wird damit auch vom Notenbankpräsidenten widersprochen.

    Damit widerspricht der SNB-Chef auch seinen eigenen Aussagen im Grundsatzreferat „Braucht die SNB Eigenkapital“, wo er behauptete, Notenbankgeld sei nur gegen Notenbankgeld eintauschbar.
    (übrigens: „Verbindlichkeiten zurückkaufen“ ist dasselbe wie “Schulden zurückzahlen“)

    Drittens:

    Der SNB-Chef hat auch eingestanden, dass es eine nachfrageseitige und eine angebotsseitige Deflation gibt. Auch das ist eine vollkommen neue Erkenntnis in der makroökonomischen Analyse.

    Das SNB-Direktorium hat nun also ganz entscheidende Argumente meiner vielen Beiträge hier auf Inside Paradeplatz übernommen.

    Früher oder später wird die SNB auch zugeben müssen, dass sie bei negativem Eigenkapital Konkurs ist und durch die Steuerzahler rekapitalisiert werden muss.

    Interessant ist, dass ich an der GV der SNB in Bern immer vor einer schweigenden Wand stand, wenn ich die SNB auf ihre diversen Irrtümer aufmerksam machte. Nun, als der SNB-Chef das wiederholt, was ich viele Jahre zuvor schon oft an der GV gesagt habe, bekommt er dafür grossen Applaus.

    So korrekt ist unsere SNB-GV.

    Leider fand es der Notenbankchef auch nicht nötig, darauf hinzuweisen, dass ich damit Recht bekomme in meinen diversen Voten an der GV die Jahre zuvor.

    Seit Markus Lusser hatten die Direktionspräsidenten der SNB in Bern meine Voten regelmässig abgelehnt. Nun übernimmt SNB-Chef Jordan also selber meine Argumentation und erhält dafür Beifall.

    Bravo.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  4. @Leserinnen und Leser

    Sehr verehrte Leserinnen und Leser

    Offenbar wird meine Argumentation, die ich in meinem Beitrag hier und in den Nachträgen geschrieben habe, mehr und mehr übernommen.

    Nach der Bank of England schrieb nun auch der Tagesanzeiger unter dem Titel „Das grosse Missverständnis ums Geld“ (Autor: Markus Diem Meier unter Bezug auf ein neu erschienenes Buch von Mathias Binswanger, 28. September 2015).

    „Tatsächlich benötigt das Bankensystem weder Notenbankgeld noch Einlagen, um Kredite zu vergeben.“

    Diese Aussage ist identisch mit meinen Ausführungen im Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ zwei Jahre vorher im September 2013 auf Inside Paradeplatz.

    Damals schrieb ich u.a.

    „Es wird der Irrtum kolportiert, die SNB gewähre den Banken Kredite. …Die Banken könnten diese dann der Wirtschaft weitergeben…“ (25.9.2013)

    In den Nachträgen V und VI ging ich dann nochmals explizit auf die Geldschöpfung der Banken und den angeblichem Multiplikator ein, was ich mit zahlreichen Buchungssätzen belegte.

    Ich schrieb u.a.

    „Ein Kredit hat nichts mit einer vorherigen Einzahlung … zu tun…“

    „…es spielt keine Rolle, ob vorher jemand eine Einzahlung bei der Geschäftsbank getätigt hat…“

    „…obige Überlegungen zeigen auch, dass am Anfang der Wertschöpfung keinesfalls eine Zentralbank stehen muss.“

    „Die Notenbank stellt lediglich jenen Teil zur Verfügung, der für Transaktionen in Bargeld notwendig ist.“

    „Die Behauptung von Brunetti in seinem Buch „Volkswirtschaftslehre“ (S. 166), wonach am Anfang jeder Geldschöpfung die Notenbank stehe, entspricht somit nicht der Realität.“

    „Der Betriebskredit an den Unternehmer ist in keiner Weise von der vorgängigen Einzahlung des Sparers abhängig. Der Betriebskredit ist allein davon abhängig, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und über die entsprechenden Sicherheiten verfügt.

    Leider werde ich in diesen Schriften aber nicht zitiert, wie es die Fairness gebieten würden.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  5. Verehrte Leserinnen und Leser

    In der Diskussion zum Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ schrieb ich unter Nachtrag VI:

    „Die Menge an Buchgeld hat sich unabhängig von der Einzahlung des Sparers vergrössert, weil der Unternehmer selber eine Wertschöpfung erbringt. Der Grund für die Kreditvergabe an den Unternehmer liegt nicht in der Spareinlage des Sparers.“

    Die Bank of England hat einige Monate später diese Argumentation in ihrem Quarterly Bulletin im Wesentlichen übernommen.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  6. Sehr verehrte Leserinnen und Leser

    Im Quarterly Bulletin 2014 hat die Bank of England die wesentliche Aussage meiner Nachträge V ff. (multiple Geldschöpfung) übernommen.

    Der Übersichtlichkeit wegen poste ich die wichtigsten Nachträge (III – VI) zu diesem Diskussionsbeitrag nochmals ganz oben.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    Nachtrag III

    Ein oft gehörtes Argument, verbreitet u.a. von SNB-Chef Jordan sowie auch vom Bundesrat, lautet:

    Die SNB kann einfach Banknoten drucken und damit alle ihre Schulden „bedienen“ (zurückzahlen).

    Nein! Kann sie nicht!

    Warum nicht?

    Wenn die SNB auf der Passivseite ihrer Bilanz das Konto „Notenumlauf“ vergrössern möchte, so muss sie – ich betone: muss sie – auf der Aktivseite einen Vermögenswert hereinnehmen und in ihrer Bilanz verbuchen. Nur so bleibt die Bilanz ausgeglichen.

    Angenommen, der Wert des SNB-Vermögens falle unter Wert ihrer Schulden. Würde die SNB nun versuchen, mit neu gedruckten Banknoten den entstandenen Verlust bzw. die alten Schulden ( „Loch im Eigenkapital der SNB“) zu begleichen, so ginge das aus folgendem Grund nicht:

    Um neue Banknoten emittieren zu wollen, müsste die SNB neue Vermögenswerte hereinnehmen und in ihrer Bilanz unter „Vermögen“ verbuchen (Buchungssatz z.B. „Gold an Notenumlauf“ oder „Euro an Notenumlauf“). D.h. die SNB würde für die neu erworbenen Vermögenswerte eine neue Schuld eingehen. Die neu emittierten Banknoten wären dann die Schuldscheine in Bezug auf die neu erworbenen Vermögenswerte (in diesem Fall Gold oder Euro).

    Die „alten“ Schulden der SNB, womit diese die alten (im Wert gefallenen) Vermögenswerte gekauft hatte, wären aber immer noch da – ungedeckt oder nur noch teilweise gedeckt. Die Schuld der SNB insgesamt bliebe somit unverändert bestehen. Der Unterschied wäre einfach der, dass die SNB nun noch eine weitere, neue Geldemission in sich getätigt hätte.

    Daraus folgt: Die Argumentation von Nationalbank und Bundesrat, die SNB könne durch Geld drucken „Liquidität“ schaffen und sämtliche Schulden jederzeit „bedienen“, ist grundfalsch (siehe: Jordan, Vortrag Volkswirtschaftliche Gesellschaft Basel).

    Die Behauptung von SNB und Bundesrates ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    Daraus folgt: Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so ist das ein realer Verlust für die Schweizer Volkswirtschaft (möglicherweise in einem hohen Milliardenbereich).

    Die Behauptung der Nationalbank, sie könne negatives Eigenkapital der SNB einfach wieder ausgleichen durch Druck von neuen Banknoten (Vortrag Jordan) ist eine Illusion.

    Bezahlen werden wir Steuerzahler!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag IV

    Dass auch an unseren Universitäten, Hochschulen und Bankeninstituten vollkommener Unfug gelehrt wird bezüglich der „Geldschöpfung“ zeigt beispielsweise auch ein Interview des Schweizer Fernsehens mit Herrn Prof. Dr. Manuel Ammann, Direktor des Bankeninstituts der Universität St. Gallen.

    Weil die Sprache der SNB in deren Medienmitteilungen „sehr fremd klinge“, wie das Schweizer Fernsehen festhält, habe man Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Manuel Amman dazu befragt, was es heisse, wenn die Nationalbank „mehr Geld auf den Markt werfe“.

    Das Schweizer Fernsehen fragt, was es bedeute, wenn die SNB in ihrem Communiqué schreibe:

    „Die Nationalbank strebt einen raschen Anstieg der Sichtguthaben der Banken bei der SNB
    von derzeit 80 Milliarden auf 120 Milliarden Franken an.“

    Auf die konkrete Frage, was denn „Sichtguthaben“ bedeute, antwortet Prof. Ammann:

    „Das heisst, dass die Schweizerische Nationalbank den Geschäftsbanken, z.B. UBS, CS, und anderen Banken Geld zur Verfügung stellt gegen einen Zins und je mehr Geld sie da zur Verfügung stelle, desto mehr Geld kommt in Umlauf und kann nachher von diesen Banken gebraucht werden um z.B. einem KMU oder einem anderen Firma Kredit zu geben.“

    http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/10/Wirtschaft/SNB-verschaerft-Massnahmen-gegen-Frankenstaerke

    Es ist nun wirklich unglaublich und blamabel, dass ein Professor der Handelshochschule St. Gallen der zudem Direktor des Bankeninstituts ist, behauptet, bei den Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB handle es sich um Geld, welches die SNB den Banken zu einem Zins zur Verfügung stelle.

    Wäre seine Behauptung richtig, so müssten die Guthaben der Banken bei der SNB auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht werden.

    Das sind sie aber nicht! Ich weiss nicht, wie oft ich das wiederholen muss:

    Die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB sind, wie der Name bereits sagt, Guthaben der Banken bei der SNB und nicht umgekehrt. Diese werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Die Banken gewähren der SNB einen Kredit – nicht umgekehrt!

    Die SNB gewährt den Banken in der Schweiz überhaupt keine Kredite – keinen einzigen Franken. Wer das nicht glaubt, der soll doch bitte einmal selber die Bilanz der SNB zumindest „anschauen“.

    http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

    Der „brave und nette“ Professor Ammann mit seinen unzähligen Artikeln in wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften, hat offenbar, wie übrigens der „nette und brave“ Professor Jordan auch, noch nie gewagt, das von ihm als Student auswendig gelernte, einmal zu hinterfragen.

    Zugegeben: Hätten die beiden das gewagt, so sässen sie jetzt auch nicht auf ihren lukrativen
    Sesseln…

    Mit ihren Irrlehren verderben sie aber weiterhin Generationen von Studenten.

    Es braucht nun ja wirklich nicht viel Sachverstand, um zu verstehen, dass Kredite, welche die Notenbank gewährt, nicht auf der Passiv- sondern auf der Aktivseite der SNB-Bilanz zu verbuchen sind.

    Entschuldigung, wenn ich das hier so klar und unmissverständlich formulieren muss. Es geht hier aber nicht um irgendeinen unbedeutende „wissenschaftliche Meinungsverschiedenheit“ unter Oekonomen.

    Nein! Es geht um 450 Milliarden Staatsschulden! Von diesen Schulden behaupten die besagten Professoren, es handle sich um Vermögen der SNB (Aktivkredite). Die SNB habe dieses Vermögen selber durch ihre „Geldschöpfung“ geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Falsch! Die Schweizer Wirtschaft hat dieses Vermögen geschaffen. Die SNB hat es von der Schweizer Wirtschaft ausgeliehen und erhalten in Form von „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB.

    So ist es! Nicht anders!

    Und es ist nun wirklich höchste Zeit, diesen entscheidenden Fehler endlich einmal klarzustellen. Da muss man offensichtlich mit Professoren wie Ammann, Jordan, Baltensperger u.a. einmal Klartext reden.

    Ansonsten verderben sie die Studenten endlos weiter mit ihren Irrlehren und die Schweiz rasselt wegen ihrer unbedarften Nationalbank in ein finanzielles Desaster!

    Mit freundlichen Grüsse

    Marc Meyer

    Nachtrag V

    Im Verlaufe der Kommentare ist am Rande eine Frage aufgetaucht, die ich hier beantworten möchte.

    Es geht um die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung“ durch das Bankensystem, welche m.E. genauso wie die vermeintliche „Geldschöpfung“ durch die Notenbank ins Reich der Fabeln gehört.

    Auslöser war in Nachtrag I (weiter unten) meine Kritik an zwei Filmen, die Reto Lipp in der Sendung ECO vom Schweizer Fernsehen ausstrahlte.

    http://www.srf.ch/player/tv/eco/video/geldschoepfung-1?id=e16bcfca-7968-471c-bc77-f90a1d4d6bb8

    In Film II behauptet Lipp, die Zentralbank (SNB) würde der Wirtschaft bei der angeblichen „Geldschöpfung“ Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Zinssatz (Leitzins) gewähren. Das wäre dann ein Aktivzins der SNB an die Geschäftsbanken.

    In Tat und Wahrheit handelt es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB aber umgekehrt um Kredite, welche das Bankensystem der SNB gewähren. Beweis: Die Giroguthaben der Banken bei der SNB werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Gegen diese meine Kritik an der Geldschöpfung wurden von den Kommentatoren keine Einwände vorgebracht.

    Mehr Verwirrung scheint die angebliche „multiple Geldschöpfung“ durch das Bankensystem zu schaffen. Im Film I von Reto Lipp wird behauptet, wenn z.B. eine Frau CHF 10‘000 auf die Bank in Form von Bargeld bringe, so können die Bank damit einen weiteren Kredit von CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an Handwerker weitergeben. Das sei „Geldschöpfung“. Aus einer Geldmenge von 10‘000 sei nun eine Geldmenge von total 17‘000 entstanden usw.

    Dagegen wende ich ein, dass der Kredit an die Handwerker nichts mit der vorherigen Einzahlung der Frau zu tun habe. Die Gewährung des Kredits an die Handwerker sei unabhängig von der Bareinzahlung durch die Frau.

    Konklusion: Auch die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung „ trifft nicht zu.

    Diese letztere Argumentation möchte ich nachfolgend detailliert aufzeigen. Ich tue das anhand von Kontenführung mit entsprechenden Buchungssätzen. Nur so ist eine exakte Analyse der Zahlungsvorgänge möglich.

    Ich lade also die Leserinnen und Leser ein, mit mir Papier und Bleistift zur Hand zu nehmen: Wir werden alle Buchungen in Bezug auf ein einfaches Beispiel miteinander durchgehen und am Ende die Konten saldieren.

    Resultat: Wir werden sehen, dass es keine „multiple Giralgeldschöpfung“ gibt.

    Beispiel:

    Der Leser / die Leserin wolle ein Haus kaufen im Wert von CHF 500‘000. Dazu nehme sie / er einen Kredit bei Geschäftsbank A auf. Mit diesem Geld kaufe er / sie einem Architekten/Baumeister/ Handwerker das Haus ab. Zudem hinterlege die Geschäftsbank bei der Zentralbank eine Mindestreserve. Zum Schluss wollen Architekt/Baumeister/Handwerker noch einen Teil in Bargeld wechseln. Die Geschäftsbank bezieht dieses von der Notenbank und übergibt es den Bauleuten.

    Um diesen Fall zu lösen benötigen wir 4 Konten (T-Balken). Zudem sind 11 Buchungssätze notwendig.

    Die 4 Konten, die wir führen sind: „Leserin/Leser“ („L/L“), „Geschäftsbank A“ („GBA“), „Notenbank“ („NB“), „Architekt/Baumeister/Handwerker“ („ABH“).

    Erster Geschäftsfall:

    Der Leser / die Leserin nehme bei der Geschäftsbank eine Hypothekarkredit im Betrag von CHF 500‘000 gegen Sicherheit des Hauses auf.

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    1. Hypothekardarlehen / Guthaben von Kunden CHF 500‘000

    (Erklärung: die Bank gewährt ein Hypothekardarlehen und schreibt den Betrag für den Hypothekarkredit dem Konto von „L/L“ gut)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    2. Guthaben bei „GBA“ / Hypothekarkredit CHF 500‘000

    (Erklärung: „L/L“ hat jetzt ein Guthaben auf seinem / ihrem Konto bei Bank A; dafür eine Hypothekarschuld)

    Nächster Geschäftsfall:

    Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus mit Eigenkapital.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“

    Immobilie / Eigenkapital 500‘000

    3. Immobilie / Eigenkapital CHF 500‘000

    (Erklärung: Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus und finanzieren dieses mit eigener Arbeit bzw. Eigenkapital)

    Nächster Geschäftsfall:

    „AHB“ verkaufen das Haus an „L/L“.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“:

    4. Giroguthaben bei „GBA“ / Immobilie 500‘000

    (Erklärung: Anstelle des Hauses besitzen AHB nun ein Guthaben bei Bank A)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    5. Immobilie / Giroguthaben bei „GBA“

    (Erklärung: Die Leserin / der Leser besitzt nun ein Haus; dafür hat er mit dem Guthaben bei Geschäftsbank A bezahlt, dieses Guthaben wurde an „ABH“ überschrieben)

    Nächster Geschäftsfall:

    „GBA“ kommt der Verpflichtung nach, eine Mindestreserve von 4 Prozent bei der Zentralbank zu hinterlegen (4 Prozent Mindestreserve gilt gemäss Schweizer Nationalbankgesetz).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    6. Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000

    (Erklärung: die Geschäftsbank A muss bei der SNB eine Mindestreserve hinterlegen im Betrag von 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für GBA ist das ein „Aktivtausch“. Sie verkauft der „NB“ einen Teil ihres gewährten Kredits; in den USA wären dies sogenannte „mortgage backed securities“, d.h. Aktiven der FED; in der Schweiz investiert die SNB hingegen lediglich rund 0.7 Prozent ihres Vermögens in inländische Kredite).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    7. Hypothekardarlehen („mortgage backed security“) / Giroguthaben von Banken 20‘000

    (Erklärung: die Notenbank hat jetzt ein Investment im Inland in den Immobilienbereich; dagegen kann sie Notenbankgeld emittieren in Form von Giroguthaben der Banken)

    Nächster Geschäftsfall:

    Die Geschäftsbank bezieht bei der Notenbank Banknoten im Betrag von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    8. Kassa / Giroguthaben bei der „NB“ 10‘000

    (Erklärung: Aktivtausch; die Geschäftsbank A tauscht die Hälfte ihres Guthaben bei der Notenbank von Buchgeld, d.h. von Giroguthaben bei „NB“ in Bargeld um. Folge: Die „GBA“ hat nun einen Kassabestand von 10‘000 und einen Buchgeldbestand bei der „NB“ von ebenfalls 10‘000).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    9. Giroguthaben der „GBA“ / Notenumlauf 10‘000

    (Erklärung: Die Notenbank überweist an die „GBA“ Banknoten im Betrag von 10‘000. Dadurch vermindern sich die Guthaben der „GB“ bei der „NB“ um 10‘000)
    Letzter Geschäftsfall:

    „ABH“ beziehen bei der Geschäftsbank Banknoten im Wert von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „ABH“:

    10. Kassa / Giroguthaben bei „GBA“ 10‘000

    (Erklärung: „ABH“ besitzen nun in ihrer Kasse CHF 10‘000; ihr Guthaben bei „GBA“ hat entsprechend abgenommen).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    11. Giroguthaben von Kunden („AHB“) / Kassa 10‘000

    (Erklärung: Die Geschäftsbank hat 10‘000 ihres Bargeldes an die „ABH“ überwiesen; bzw. die haben es am Kontomat bezogen; die Guthaben von Kunden sind entsprechend gefallen)

    Bis hierher haben wir nun sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit dem Kauf des Hauses in Buchungssätzen festgehalten und wir können die entsprechenden Güter- und Geldströme exakt nachvollziehen:

    Architekt, Baumeister und Handwerker haben einen Mehrwert von CHF 500‘000 erschaffen bzw. „geschöpft“.

    Die Geschäftsbank konnte deshalb Buchgeld im Betrag von letztlich CHF 490‘000 emittieren. Die Notenbank emittierte CHF 10‘000 in Form von Bargeld. Das ergibt zusammen eine totale Geldmenge von CHF 500‘000.- (Bargeld und Buchgeld zusammenaddiert).

    Angenommen, eine weitere Leserin / ein Leser möchte nun ebenfalls ein Haus kaufen, beispielsweise zum Wert von CHF 400’00. Diesem Ansinnen steht nichts im Wege, wenn die Architekten, Baumeister und Handwerker ein solches zu diesem Wert bauen.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob vorher irgendjemand eine Einzahlung bei der Geschäftsbank A getätigt hat oder nicht. Es handelt sich um ein vollkommen neues Geschäft.

    Die Buchgeldmenge würde sich entsprechend dem Wert des neuen Bankkredits vergrössern.

    Obige Überlegungen zeigen auch, dass am Anfang der Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft keinesfalls die Zentralbank stehen muss. Nein!

    Es ist Wirtschaft, welche die Wertschöpfung vorantreibt. Die Notenbank stellt lediglich jenen Teil der Geldmenge zur Verfügung, welcher für Transaktionen in Bargeld notwendig ist.

    Die Behauptung im Lehrbuch von Brunetti, wonach am Anfang jeder „Geldschöpfung“ die Notengbank stehe (Brunetti, S. 166) entspricht somit ebenfalls nicht der Realität.

    Bei der Entstehung von Buchgeld durch die Geschäftsbanken verhält sich also gleich, wie bei der Entstehung von Bargeld durch die Notenbank: Die Wirtschaft muss zuerst Vermögen schaffen „Schöpfung“ von Bargeld durch die Notenbank. Erst wenn die Wirtschaft entsprechend Vermögenswerte geschaffen hat, kann die Notenbank resp. das Bankensystem dagegen eine „Quittung“ Geld emittieren.

    Wir sind wieder beim Beispiel mit dem Arzt und der Geburtsurkunde angelangt: Die Eltern zeugen Leben und die Mutter bringt das Kind zur Welt. Der Arzt kann lediglich eine Geburtsurkunde ausstellen. Er kann nicht eine Geburtsurkunde ausstellen, ohne dass ein Kind zur Welt kam. Eine solche wäre wertlos.

    Genauso kann weder die Notenbank noch eine Geschäftsbank einfach Banknoten oder Buchgeld emittieren ohne entsprechend geschaffenes Vermögen durch die Wirtschaft.

    Lassen Sie mich bitte noch eine Kurze Bemerkungen zu den sogenannten „Mindestreserven“ anbringen:

    Der Ausdruck „Mindestreserve“ ist irreführend: Bei „Reserven“ handelt es sich um Eigenkapital: Mindestreserven sind jedoch keineswegs eine Vorschrift bezüglich des Eigenkapitals der Banken. Sie sind lediglich eine Vorschrift, wie viele flüssige Mittel die „GB“ bei der SNB in Form von Banknoten oder Giroguthaben hinterlegen müssen.

    Anstatt des Ausdrucks „Mindestreserven“ wäre der Ausdruck „Minimalanforderungen an die flüssigen Mittel (Liquidität)“ zutreffender.

    Das Nationalbankgesetz legt fest: „Der Mindestreservesatz darf 4 Prozent der kurzfristigen, auf Schweizerfranken lautenden Verbindlichkeiten der Banken nicht überschreiten.“

    Zum Schluss: Anhand obiger Buchungssätze ist ein und für allemal bewiesen, dass es keine sogenannte „multiple Gelschöpfung gibt“.

    Mit freundlichen Grüssen:

    Marc Meyer

    Nachtrag VI

    Auf der Homepage der SNB wird auch das Ammenmärchen der sogenannten „multiplen Geldschöpfung“ erzählt:

    Unter dem Titel: „Die Welt der Nationalbank“

    http://www.snb.ch/d/welt/portrait/banks/4.html

    behauptet die SNB:

    „Banken sammeln Geld von den Sparern und leihen es an Kreditnehmer aus. Durch diese Kreditvermittlung schaffen die Banken neues Geld. Banken sind deshalb «Geldschöpfer».
    Wie das vor sich geht, zeigt ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, ein Sparer zahlt 20’000 Franken in Noten auf sein Konto bei der Bank ein. Die Menge des Geldes, das in der Wirtschaft vorhanden ist, verändert sich durch diese Einlage nicht. Zwar sind die Noten nicht mehr im Umlauf, sondern im Tresor der Bank. Der Sparer erhält dafür aber eine Gutschrift von 20’000 Franken auf seinem Konto.

    Das Geld untätig im Tresor liegen zu lassen bringt der Bank nichts ein. Warum soll sie es nicht gegen Zinsen ausleihen? Ein Unternehmer braucht Geld für eine Computeranlage. Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut. Hat sich die Geldmenge dadurch verändert?

    Der Sparer hat noch immer 20’000 Franken auf seinem Konto. Der Unternehmer verfügt als Kreditnehmer über 16’000 Franken. Die Geldmenge hat also um 16’000 Franken zugenommen. Wenn nun der Unternehmer mit den 16’000 Franken Computer kauft und der Computerhändler den erhaltenen Barbetrag bei seiner Bank einbezahlt, wird diese wiederum einen Teil davon als Kredit ausleihen. Dies führt abermals zu einem Anstieg der Geldmenge; die Geldschöpfung geht weiter.“

    Überprüft man die Behauptung der SNB mit einigen einfachen Buchungssätzen, so wird sofort klar, dass unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) offensichtlich nicht im Geringsten versteht, wovon sie spricht:

    1. Transaktion:

    Der Sparer bringt 20‘000 Franken Bargeld auf die Bank. Der betreffende Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Kassa / Guthaben von Kunden 20‘000

    Erklärung: Die Bank besitzt jetzt in ihrer Kasse (Tresor) 20‘000 Franken. Diese werden in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Kassa“ verbucht.

    Zugleich ist die Bank jetzt dem Kunden 20‘000 Franken schuldig. Bzw. der Kunde hat bei der Bank ein Guthaben von 20‘000 Franken. Diese Schuld der Bank gegenüber dem Kunden wird auf der Passivseite in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Guthaben von Kunden“ verbucht.

    2. Transaktion

    Ein Unternehmer benötigt von derselben Bank einen Kredit für eine Computeranlage im Wert von 16‘000 Franken. Er füllt ein entsprechendes Kreditgesuch aus und erhält den Kredit aufgrund seiner guten Sicherheiten (z.B. Grundpfand, Debitorenbestände, Wertschriften usw.). Die Bank schreibt ihm den gewünschten Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Betriebskredit / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung 1: Die Bank investiert jetzt also in Form von Fremdkapital in das Unternehmen und überweist dem Unternehmer dafür eine Gutschrift von 16‘000 Franken. Dazu benötigt die Bank Sicherheiten des Unternehmers. Die Bank besitzt jetzt eine Investition (Betriebskredit, Aktivseite ihrer Bilanz).

    Dem Unternehmer wird dafür eine Gutschrift auf dessen Konto bei der Bank überwiesen (Guthaben von Kunden, Passivseite der Bank-Bilanz).

    Erklärung 2: Der Betriebskredit an den Unternehmer ist in keiner Weise von der vorgängigen Einzahlung des Sparers abhängig. Der Betriebskredit an den Unternehmer ist einzig und allein davon abhängig, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und über entsprechende Sicherheiten verfügt.

    Benötigt der Unternehmer beispielsweise 25‘000 Franken für die Computeranlage, so kann er auch diesen Betrag von der Bank erhalten, wenn er kreditwürdig ist und die Sicherheiten bringt.

    Die vorgängige Einzahlung des Sparers hat nichts – aber auch gar rein nichts – damit zu tun, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und den Kredit erhält oder nicht.

    Es handelt sich um zwei vollkommen verschiedene Geschäfte. Die 20‘000 Franken des Sparers dienen in keiner Weise als Sicherheit für den Kredit an den Unternehmer.

    Zu behaupten, die Einlage des Sparers habe zu einer Ausweitung der Geldmenge von 20‘000 auf 36‘000 Franken geführt, weil erst dadurch dem Unternehmer ein Darlehen von 16‘000 Franken gewährt werden könne, ist barer Unsinn.

    Dass der Unternehmer auch 25‘000 Franken erhielte bei entsprechenden Sicherheiten beweist, dass die beiden Geschäfte völlig unabhängig sind voneinander.

    Der Unternehmer „schöpft“ mit seinen Unternehmern reale Werte. Deshalb erhält er einen Kredit und die Geldmenge vergrössert sich entsprechend.

    Auch hier gilt: Die Realwirtschaft muss reale Werte erarbeiten, damit das Bankensystem dagegen Geld emittieren kann.

    3. Transaktion:

    Der Unternehmer bezahlt nun dem Computerhändler den Computer im Betrag von 16‘000 Franken in bar. Dazu muss der Unternehmer zuerst bei der Bank 16‘000 Franken in Banknoten bar beziehen.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:
    Guthaben von Kunden / Kasse 16‘000

    Erklärung: Die Bank nimmt jetzt also 16‘000 Franken in Banknoten aus dem Tresor und übergibt diese ihrem Kunden, dem Unternehmer.

    Deshalb wird der Kontobestand „Kassa“ bei der Bank um 16‘000 kleiner. Sie besitzt jetzt noch 4‘000 Franken in Form von Banknoten (Saldo).

    Gleichzeitig vermindert sich das Guthaben des Unternehmers bei der Bank um 16‘000, da dieser den entsprechenden Betrag in Banknoten bezogen hat.

    Der Unternehmer ist jetzt nicht mehr Gläubiger gegenüber der Bank, sondern gegenüber der SNB. (Eine Banknote ist ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.)

    Hätte der Unternehmer einen Kredit von 25‘000 Franken erhalten und wollte diesen Betrag bar beziehen, so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen.

    Dadurch erhielte sie genügend Bargeld für die Auszahlung (20‘000 + 5‘000 = 25‘000).

    4. Transaktion:

    Der Computerhändler bringt die 16‘000 Franken Bargeld wieder auf die Bank (dieselbe Bank wie jene des Unternehmers).

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    Kassa / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung: Die Bank legt den Betrag wieder in den Tresor. Im Konto der Bank befinden sich wieder die 20‘000 Franken in Banknoten.

    Die anfängliche Bareinzahlung von 20‘000 Franken hat sich also nicht „multipliziert“ wie im „Ammenmärchen“ von der „multiplen Geldschöpfung“ behauptet.

    Die Menge an Buchgeld hat sich unabhängig von der Einzahlung des Sparers vergrössert, weil der Unternehmer selber eine Wertschöpfung erbringt. Der Grund für die Kreditvergabe an den Unternehmer liegt nicht in der Spareinlage des Sparers.

    Konklusion: Diese einfachen Buchungssätze widerlegen die sogenannte „multiple Geldschöpfung“ auf einfachste Weise.

    Und hält man sich vor Augen, dass diese angebliche „multiple Geldschöpfung“ seit Jahrzehnten von den Zentralbanken und Wirtschaftswissenschaftern weltweit behauptet und von den Medien unbedarft kolportiert wird, so ist das einfach nur noch eine Blamage für die Zentralbanken und die Wirtschaftswissenschafter.

    Ich bitte Herrn Jean Studer, Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, dass er seinen Einfluss bei der SNB geltend macht und solche Fehlinformationen der SNB unterbindet.

    Jean Studer trägt die Verantwortung der SNB gegenüber der Schweizer Öffentlichkeit!

    Zumindest sollte er eine Gegendarstellung z.B. auf der Seite „iconomix“ ermöglichen. Es geht nicht an, dass die SNB solche Irrtümer verbreitet und damit Generationen von Studenten und Politiker irreführt und verdirbt.

    Gravierend ist, dass die SNB nicht nur unglaubliche Irrlehren verbreitet, sondern dass sie sich zudem auch noch anmasst, jede Gegendarstellung nach Möglichkeit mit Repression zu unterbinden!

    Die Schulden der SNB (Staatsschulden) betragen mittlerweile 450 Milliarden Franken! Diese Akkumulation von Schulden war nur möglich, weil die SNB bezüglich der angeblichen „Geldschöpfung“ gravierende Irrlehren verbreitet. Dazu gehört auch die angebliche „multiple Geldschöpfung durch das Bankensystem“.

    Dieses Ammenmärchen der „multiplen Geldschöpfung“ suggeriert, dass eine Geldemission der SNB das Volksvermögen um ein Vielfaches erhöhe! Das wäre attraktiv – ist in Tat und Wahrheit aber eine gravierende Irreführung! Das Gegenteil ist wahr: Die SNB schafft mit ihrer Geldemission Schulden – Staatsschulden.

    Marc Meyer

    Hinweis zu Nachtrag VI

    Bitte lassen Sie mich noch ganz kurz einen Hinweis geben zu Nachtrag VI, um die Fehlargumentation der SNB besser zu verdeutlichen:

    Der entscheidende fehlerhafte Satz auf der home page der SNB ist folgender:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    Dieser Satz hat keine Logik und ist buchhalterisch nicht umzusetzen!

    Wenn die Bank 20’000 Franken in Banknoten in ihrem Tresor hält, so liegt das Geld dort nicht “untätig” oder “brach”, wie die SNB behauptet.

    Wenn jemand eine Banknote hält, so gewährt er oder sie der SNB einen Kredit in der Höhe des Banknotenbetrages. Eine Banknote ist nichts anderes als ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.

    Die Banknoten im Tresor der Bank sind also ein Kredit der Bank an die SNB. Diese kauft damit in der heutigen Zeit Euros, welche wiederum hauptsächlich in Staatsanleihen von europäischen Staaten investiert werden. Damit unterstützt die SNB die Wirtschaft in der Eurozone.

    Die 20’000 Franken in Banknoten liegen also keineswegs brach. Die Bank erhält wohl keinen Zins – aber sie sind trotzdem eine Investition – eine unrentable für die Bank.

    Wenn also der Sparer 20’000 Franken auf die Bank bringt, so tauscht er seinen Kredit an die SNB in einen Kredit an die Bank. Behält die Bank die Banknoten, so ist sie es nun, welche der SNB einen Kredit gewährt.

    Solange die Bank die Banknoten behält, gewährt sie das Kapital, das sie vom Sparer erhalten hat, der SNB und kann dieses Kapital nicht gleichzeitig auch noch dem Unternehmer gewähren.

    Entweder oder: Entweder die Bank gewährt der SNB ein Darlehen (in Form von Banknoten und behält diese) oder sie gewährt dieses Kapital dem Unternehmer, gibt diesem ein Darlehen (und übergibt dem Unternehmer die Banknoten).Jetzt gewährt der Unternehmer der SNB einen Kredit.

    Dasselbe Kapital kann die Bank nicht zweimal ausleihen.

    Gewährt die Bank dem Unternehmer einen Kredit in Form von Buchgeld, so behält sie die Banknoten im Tresor und schreibt dem Unternehmer ein Guthaben auf dessen Konto bei der Bank gut (gegen Investition eines Betriebskredites).

    Die SNB begeht nun den Fehler, dass sie davon ausgeht, dass die Bank das Kapital des Sparers gleich zweimal ausleiht: Einmal an die SNB in Form von Banknoten (die sie behält) und gleichzeitig auch dem Unternehmer in Form von Buchgeld. Das geht nicht.

    Deshalb kommt die SNB zum falschen Resultat der “multiplen Geldschöpfung”. Sie addiert unkorrekterweise Banknoten und Buchgeldbetrag. Das ist falsch, weil sie dem Unternehmer die Banknoten übergeben muss, wenn sie das Kapital des Sparers dem Unternehmer “weiterreichen” will. Sie kann das Kapital des Sparers nicht der SNB ausleihen und zugleich dem Unternehmer.

    Oder einfach ausgedrückt: Man kann einen Kuchen nicht gleichzeitig zweimal an verschiedene Leute verschenken oder verkaufen.

    Oder man kann einen Kuchen nicht behalten und trotzdem verschenken. Geht nicht.

    Der Satz:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    ergibt keinen Sinn.

    Dieser Satz ist buchhalterisch nicht nachvollziehbar – nicht möglich.

    Marc Meyer

  7. @Leserinnen und Leser

    Dass Geldschöpfung aus dem Nichts eine Illusion ist, begreifen immer mehr und mehr Menschen.

    Aber die Medien gehen dieser Tatsache immer noch aus dem Weg. Es ist mir nicht möglich, diese Zusammenhänge in anderern Zeitungen oder Zeitschriften zur Sprache zu bringen.

    Inside Paradeplatz ist das einzige Medium, wo die Geldtheorie unserer Nationalbank hinterfragt werden kann.

    Dieses Medium hat aber den Nachteil, dass man Kommentare unter Pseudonymen und falschen Namen posten kann.

    Das führt dazu, dass freche und beleidigende Kommentare immer wieder versuchen, diese Diskussion hier zuzumüllen.

    Das gilt beispielsweise für den nachfolgenden Kommentator „Thomas Haldimann“, der auf IP schon monatelang unter anderen Namen (vermutlich „Der Praktiker“ und andere) die Diskussion zuzumüllen versucht.

    Er ist extrem beleidigend, vergleicht mich mit einen „Strassenköter“ bringt mich mit „Paranoja“ in Verbindung und kopiert erwiesenermassen Text aus anderen Blogs, da ihm selber nichts mehr einfällt.

    Es macht stark den Eindruck, dass er irgendwoher bezahlt wird.

    Er macht hier auch Reklame für Blogs von beispielsweise Franz Hörmann, einem Professor aus Wien, der Bilanzen als Betrug darstellt usw.. Gemäss Medienberichten war er vorübergehend suspendiert wegen Leugnen des Holocaustes.

    Letztlich ist die Nationalbank mitverantwortlich an dieser Diskussion hier, weil sie jede offene Diskussion in den Medien unterbindet und nur auf diesem anonymen Blog die SNB hinterfragt werden kann.

    Warum ist in den übrigen Medien eine Hinterfragung der Geldtheorie der SNB nicht möglich?

    Warum schreiben hier praktisch allen Kommentatoren anonym?

    Warum haben viele Kommentatoren Angst vor unserer Nationalbank?

    Ich bitte also die Leserinnen und Leser, diese Störmanöver zu übergehen und die wichtigen Passagen zu studieren.

    Ganz besonders empfehle ich, die Nachträge zu lesen. Beispielsweise wurde der Nachtrag V von der Bank of England übernommen.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  8. @Marc Mayer, Dr.

    Sie schreiben in Ihrem Erguss:

    „Auch hier gilt: Die Realwirtschaft muss reale Werte erarbeiten, damit das Bankensystem dagegen Geld emittieren kann.“

    Die Zentralbank druckt Zahlungsmittel, damit die vorhandenen Werte für den notwendigen Handel genutzt werden können. Sie wissen ja, welch eine geniale Erfindung Geld ist. Ohne Geld müssten die Menschen Naturalien tauschen, es wäre ein Rückfall in die Steinzeit.

    Um die Menschen zu beeindrucken und sich selbst einen Anspruch von Wissenschaftlichkeit und Glaubwürdigkeit zu geben, kommen Sie mit Ihrem Fetisch der doppelten Buchhaltung und wollen damit Ihre Thesen „beweisen“.

    Ihr großer Fetisch, die doppelte Buchführung, ist kein Naturgesetz in Mathematik gegossen, sondern ein unwissenschaftliches Werkzeug, um Menschen zu betrügen.

    Nehmen Sie dazu Stellung:

    http://www.antibilanz.info/

    Mit Giralgeld werden mehr als 90 Prozent aller Zahlungsvorgänge abgewickelt. Damit ist die SNB mit ihrem gesetzlichen Zahlungsmittel, das „Franken“ genannt wird, in die Bedeutungslosigkeit verdrängt worden.

    Das glauben Sie nicht ?

    Dann lassen Sie es sich durch einen Fachmann erklären:
    http://www.horstseiffert.de/tefg/images/dokumente/kooperative-Geldschoepfung.pdf

    Besonders delikat ist der Teil des PDFs, wo Herr Seiffert den Buchhaltungs-Zombies beweist, wie die Banken die Menschen betrügen, denn Sie sind hier bekanntlich einer der krampfhaft versucht, die Buchhaltung als eine „Wissenschaft“ zu präsentieren, obwohl die doppelte Buchhaltung und Bilanzierung von Anfang an Betrug sind, völlig unwissenschaftlich, ein Hütchenspiel aus dem Mittelalter.

    Nun verstehen Sie, wie die Banken ihre Paläste „bezahlen“.
    Mit nicht vorhandenem Geld, mit ihrer selbstgeschaffenen Giralgeld-Währung.

    Zum Abschluss ein winziges Zitat aus der Webseite von Horst Seiffert:

    „Die Bankpaläste, die aus Sicht der Bank zum größten Teil mit aus dem Nichts geschöpften Giralgeld erworben wurden, werden in der Bilanz so dargestellt, als würden sie noch vollständig bezahlt werden. Nicht zurückgezahlte Kredite werden in der Bilanz als Verlust ausgewiesen, obwohl sich die Kreditausfälle zwischen den Banken zum großen Teil kompensieren. Ähnlich verhält es sich mit den Zinsaufwendungen, die an die Sparer gezahlt werden. Diese sind durch den Kompensationseffekt zwischen den Banken wesentlich geringer, als in der Bilanz dargestellt.

    Quelle:
    http://www.horstseiffert.de/tefg/

    Wenn Sie zu einer sachlichen Diskussion bereit sind, können Sie gerne damit beginnen.
    Grüsse
    Haldimann

    • @Thomas Haldimann

      Sie sind derjenige, der überführt ist, dass er einfach Textpassagen aus anderen Blogs kopiert. Sie betreiben Plagiat, weil Ihnen selber nichts mehr einfällt. Darf ich Sie bitten, die Gesprächsrunde zu meinen Text hier zu verlassen.

  9. Sehr verehrte Leserinnen und Leser

    Im Quarterly Bulletin 2014 hat die Bank of England die wesentliche Aussage meiner Nachträge V ff. (multiple Geldschöpfung) übernommen.

    Der Übersichtlichkeit wegen poste ich die wichtigsten Nachträge (III – VI) zu diesem Diskussionsbeitrag nochmals ganz oben.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    Nachtrag III

    Ein oft gehörtes Argument, verbreitet u.a. von SNB-Chef Jordan sowie auch vom Bundesrat, lautet:

    Die SNB kann einfach Banknoten drucken und damit alle ihre Schulden „bedienen“ (zurückzahlen).

    Nein! Kann sie nicht!

    Warum nicht?

    Wenn die SNB auf der Passivseite ihrer Bilanz das Konto „Notenumlauf“ vergrössern möchte, so muss sie – ich betone: muss sie – auf der Aktivseite einen Vermögenswert hereinnehmen und in ihrer Bilanz verbuchen. Nur so bleibt die Bilanz ausgeglichen.

    Angenommen, der Wert des SNB-Vermögens falle unter Wert ihrer Schulden. Würde die SNB nun versuchen, mit neu gedruckten Banknoten den entstandenen Verlust bzw. die alten Schulden ( „Loch im Eigenkapital der SNB“) zu begleichen, so ginge das aus folgendem Grund nicht:

    Um neue Banknoten emittieren zu wollen, müsste die SNB neue Vermögenswerte hereinnehmen und in ihrer Bilanz unter „Vermögen“ verbuchen (Buchungssatz z.B. „Gold an Notenumlauf“ oder „Euro an Notenumlauf“). D.h. die SNB würde für die neu erworbenen Vermögenswerte eine neue Schuld eingehen. Die neu emittierten Banknoten wären dann die Schuldscheine in Bezug auf die neu erworbenen Vermögenswerte (in diesem Fall Gold oder Euro).

    Die „alten“ Schulden der SNB, womit diese die alten (im Wert gefallenen) Vermögenswerte gekauft hatte, wären aber immer noch da – ungedeckt oder nur noch teilweise gedeckt. Die Schuld der SNB insgesamt bliebe somit unverändert bestehen. Der Unterschied wäre einfach der, dass die SNB nun noch eine weitere, neue Geldemission in sich getätigt hätte.

    Daraus folgt: Die Argumentation von Nationalbank und Bundesrat, die SNB könne durch Geld drucken „Liquidität“ schaffen und sämtliche Schulden jederzeit „bedienen“, ist grundfalsch (siehe: Jordan, Vortrag Volkswirtschaftliche Gesellschaft Basel).

    Die Behauptung von SNB und Bundesrates ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    Daraus folgt: Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so ist das ein realer Verlust für die Schweizer Volkswirtschaft (möglicherweise in einem hohen Milliardenbereich).

    Die Behauptung der Nationalbank, sie könne negatives Eigenkapital der SNB einfach wieder ausgleichen durch Druck von neuen Banknoten (Vortrag Jordan) ist eine Illusion.

    Bezahlen werden wir Steuerzahler!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag IV

    Dass auch an unseren Universitäten, Hochschulen und Bankeninstituten vollkommener Unfug gelehrt wird bezüglich der „Geldschöpfung“ zeigt beispielsweise auch ein Interview des Schweizer Fernsehens mit Herrn Prof. Dr. Manuel Ammann, Direktor des Bankeninstituts der Universität St. Gallen.

    Weil die Sprache der SNB in deren Medienmitteilungen „sehr fremd klinge“, wie das Schweizer Fernsehen festhält, habe man Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Manuel Amman dazu befragt, was es heisse, wenn die Nationalbank „mehr Geld auf den Markt werfe“.

    Das Schweizer Fernsehen fragt, was es bedeute, wenn die SNB in ihrem Communiqué schreibe:

    „Die Nationalbank strebt einen raschen Anstieg der Sichtguthaben der Banken bei der SNB
    von derzeit 80 Milliarden auf 120 Milliarden Franken an.“

    Auf die konkrete Frage, was denn „Sichtguthaben“ bedeute, antwortet Prof. Ammann:

    „Das heisst, dass die Schweizerische Nationalbank den Geschäftsbanken, z.B. UBS, CS, und anderen Banken Geld zur Verfügung stellt gegen einen Zins und je mehr Geld sie da zur Verfügung stelle, desto mehr Geld kommt in Umlauf und kann nachher von diesen Banken gebraucht werden um z.B. einem KMU oder einem anderen Firma Kredit zu geben.“

    http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/10/Wirtschaft/SNB-verschaerft-Massnahmen-gegen-Frankenstaerke

    Es ist nun wirklich unglaublich und blamabel, dass ein Professor der Handelshochschule St. Gallen der zudem Direktor des Bankeninstituts ist, behauptet, bei den Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB handle es sich um Geld, welches die SNB den Banken zu einem Zins zur Verfügung stelle.

    Wäre seine Behauptung richtig, so müssten die Guthaben der Banken bei der SNB auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht werden.

    Das sind sie aber nicht! Ich weiss nicht, wie oft ich das wiederholen muss:

    Die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB sind, wie der Name bereits sagt, Guthaben der Banken bei der SNB und nicht umgekehrt. Diese werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Die Banken gewähren der SNB einen Kredit – nicht umgekehrt!

    Die SNB gewährt den Banken in der Schweiz überhaupt keine Kredite – keinen einzigen Franken. Wer das nicht glaubt, der soll doch bitte einmal selber die Bilanz der SNB zumindest „anschauen“.

    http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

    Der „brave und nette“ Professor Ammann mit seinen unzähligen Artikeln in wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften, hat offenbar, wie übrigens der „nette und brave“ Professor Jordan auch, noch nie gewagt, das von ihm als Student auswendig gelernte, einmal zu hinterfragen.

    Zugegeben: Hätten die beiden das gewagt, so sässen sie jetzt auch nicht auf ihren lukrativen
    Sesseln…

    Mit ihren Irrlehren verderben sie aber weiterhin Generationen von Studenten.

    Es braucht nun ja wirklich nicht viel Sachverstand, um zu verstehen, dass Kredite, welche die Notenbank gewährt, nicht auf der Passiv- sondern auf der Aktivseite der SNB-Bilanz zu verbuchen sind.

    Entschuldigung, wenn ich das hier so klar und unmissverständlich formulieren muss. Es geht hier aber nicht um irgendeinen unbedeutende „wissenschaftliche Meinungsverschiedenheit“ unter Oekonomen.

    Nein! Es geht um 450 Milliarden Staatsschulden! Von diesen Schulden behaupten die besagten Professoren, es handle sich um Vermögen der SNB (Aktivkredite). Die SNB habe dieses Vermögen selber durch ihre „Geldschöpfung“ geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Falsch! Die Schweizer Wirtschaft hat dieses Vermögen geschaffen. Die SNB hat es von der Schweizer Wirtschaft ausgeliehen und erhalten in Form von „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB.

    So ist es! Nicht anders!

    Und es ist nun wirklich höchste Zeit, diesen entscheidenden Fehler endlich einmal klarzustellen. Da muss man offensichtlich mit Professoren wie Ammann, Jordan, Baltensperger u.a. einmal Klartext reden.

    Ansonsten verderben sie die Studenten endlos weiter mit ihren Irrlehren und die Schweiz rasselt wegen ihrer unbedarften Nationalbank in ein finanzielles Desaster!

    Mit freundlichen Grüsse

    Marc Meyer

    Nachtrag V

    Im Verlaufe der Kommentare ist am Rande eine Frage aufgetaucht, die ich hier beantworten möchte.

    Es geht um die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung“ durch das Bankensystem, welche m.E. genauso wie die vermeintliche „Geldschöpfung“ durch die Notenbank ins Reich der Fabeln gehört.

    Auslöser war in Nachtrag I (weiter unten) meine Kritik an zwei Filmen, die Reto Lipp in der Sendung ECO vom Schweizer Fernsehen ausstrahlte.

    http://www.srf.ch/player/tv/eco/video/geldschoepfung-1?id=e16bcfca-7968-471c-bc77-f90a1d4d6bb8

    In Film II behauptet Lipp, die Zentralbank (SNB) würde der Wirtschaft bei der angeblichen „Geldschöpfung“ Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Zinssatz (Leitzins) gewähren. Das wäre dann ein Aktivzins der SNB an die Geschäftsbanken.

    In Tat und Wahrheit handelt es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB aber umgekehrt um Kredite, welche das Bankensystem der SNB gewähren. Beweis: Die Giroguthaben der Banken bei der SNB werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Gegen diese meine Kritik an der Geldschöpfung wurden von den Kommentatoren keine Einwände vorgebracht.

    Mehr Verwirrung scheint die angebliche „multiple Geldschöpfung“ durch das Bankensystem zu schaffen. Im Film I von Reto Lipp wird behauptet, wenn z.B. eine Frau CHF 10‘000 auf die Bank in Form von Bargeld bringe, so können die Bank damit einen weiteren Kredit von CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an Handwerker weitergeben. Das sei „Geldschöpfung“. Aus einer Geldmenge von 10‘000 sei nun eine Geldmenge von total 17‘000 entstanden usw.

    Dagegen wende ich ein, dass der Kredit an die Handwerker nichts mit der vorherigen Einzahlung der Frau zu tun habe. Die Gewährung des Kredits an die Handwerker sei unabhängig von der Bareinzahlung durch die Frau.

    Konklusion: Auch die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung „ trifft nicht zu.

    Diese letztere Argumentation möchte ich nachfolgend detailliert aufzeigen. Ich tue das anhand von Kontenführung mit entsprechenden Buchungssätzen. Nur so ist eine exakte Analyse der Zahlungsvorgänge möglich.

    Ich lade also die Leserinnen und Leser ein, mit mir Papier und Bleistift zur Hand zu nehmen: Wir werden alle Buchungen in Bezug auf ein einfaches Beispiel miteinander durchgehen und am Ende die Konten saldieren.

    Resultat: Wir werden sehen, dass es keine „multiple Giralgeldschöpfung“ gibt.

    Beispiel:

    Der Leser / die Leserin wolle ein Haus kaufen im Wert von CHF 500‘000. Dazu nehme sie / er einen Kredit bei Geschäftsbank A auf. Mit diesem Geld kaufe er / sie einem Architekten/Baumeister/ Handwerker das Haus ab. Zudem hinterlege die Geschäftsbank bei der Zentralbank eine Mindestreserve. Zum Schluss wollen Architekt/Baumeister/Handwerker noch einen Teil in Bargeld wechseln. Die Geschäftsbank bezieht dieses von der Notenbank und übergibt es den Bauleuten.

    Um diesen Fall zu lösen benötigen wir 4 Konten (T-Balken). Zudem sind 11 Buchungssätze notwendig.

    Die 4 Konten, die wir führen sind: „Leserin/Leser“ („L/L“), „Geschäftsbank A“ („GBA“), „Notenbank“ („NB“), „Architekt/Baumeister/Handwerker“ („ABH“).

    Erster Geschäftsfall:

    Der Leser / die Leserin nehme bei der Geschäftsbank eine Hypothekarkredit im Betrag von CHF 500‘000 gegen Sicherheit des Hauses auf.

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    1. Hypothekardarlehen / Guthaben von Kunden CHF 500‘000

    (Erklärung: die Bank gewährt ein Hypothekardarlehen und schreibt den Betrag für den Hypothekarkredit dem Konto von „L/L“ gut)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    2. Guthaben bei „GBA“ / Hypothekarkredit CHF 500‘000

    (Erklärung: „L/L“ hat jetzt ein Guthaben auf seinem / ihrem Konto bei Bank A; dafür eine Hypothekarschuld)

    Nächster Geschäftsfall:

    Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus mit Eigenkapital.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“

    Immobilie / Eigenkapital 500‘000

    3. Immobilie / Eigenkapital CHF 500‘000

    (Erklärung: Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus und finanzieren dieses mit eigener Arbeit bzw. Eigenkapital)

    Nächster Geschäftsfall:

    „AHB“ verkaufen das Haus an „L/L“.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“:

    4. Giroguthaben bei „GBA“ / Immobilie 500‘000

    (Erklärung: Anstelle des Hauses besitzen AHB nun ein Guthaben bei Bank A)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    5. Immobilie / Giroguthaben bei „GBA“

    (Erklärung: Die Leserin / der Leser besitzt nun ein Haus; dafür hat er mit dem Guthaben bei Geschäftsbank A bezahlt, dieses Guthaben wurde an „ABH“ überschrieben)

    Nächster Geschäftsfall:

    „GBA“ kommt der Verpflichtung nach, eine Mindestreserve von 4 Prozent bei der Zentralbank zu hinterlegen (4 Prozent Mindestreserve gilt gemäss Schweizer Nationalbankgesetz).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    6. Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000

    (Erklärung: die Geschäftsbank A muss bei der SNB eine Mindestreserve hinterlegen im Betrag von 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für GBA ist das ein „Aktivtausch“. Sie verkauft der „NB“ einen Teil ihres gewährten Kredits; in den USA wären dies sogenannte „mortgage backed securities“, d.h. Aktiven der FED; in der Schweiz investiert die SNB hingegen lediglich rund 0.7 Prozent ihres Vermögens in inländische Kredite).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    7. Hypothekardarlehen („mortgage backed security“) / Giroguthaben von Banken 20‘000

    (Erklärung: die Notenbank hat jetzt ein Investment im Inland in den Immobilienbereich; dagegen kann sie Notenbankgeld emittieren in Form von Giroguthaben der Banken)

    Nächster Geschäftsfall:

    Die Geschäftsbank bezieht bei der Notenbank Banknoten im Betrag von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    8. Kassa / Giroguthaben bei der „NB“ 10‘000

    (Erklärung: Aktivtausch; die Geschäftsbank A tauscht die Hälfte ihres Guthaben bei der Notenbank von Buchgeld, d.h. von Giroguthaben bei „NB“ in Bargeld um. Folge: Die „GBA“ hat nun einen Kassabestand von 10‘000 und einen Buchgeldbestand bei der „NB“ von ebenfalls 10‘000).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    9. Giroguthaben der „GBA“ / Notenumlauf 10‘000

    (Erklärung: Die Notenbank überweist an die „GBA“ Banknoten im Betrag von 10‘000. Dadurch vermindern sich die Guthaben der „GB“ bei der „NB“ um 10‘000)
    Letzter Geschäftsfall:

    „ABH“ beziehen bei der Geschäftsbank Banknoten im Wert von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „ABH“:

    10. Kassa / Giroguthaben bei „GBA“ 10‘000

    (Erklärung: „ABH“ besitzen nun in ihrer Kasse CHF 10‘000; ihr Guthaben bei „GBA“ hat entsprechend abgenommen).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    11. Giroguthaben von Kunden („AHB“) / Kassa 10‘000

    (Erklärung: Die Geschäftsbank hat 10‘000 ihres Bargeldes an die „ABH“ überwiesen; bzw. die haben es am Kontomat bezogen; die Guthaben von Kunden sind entsprechend gefallen)

    Bis hierher haben wir nun sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit dem Kauf des Hauses in Buchungssätzen festgehalten und wir können die entsprechenden Güter- und Geldströme exakt nachvollziehen:

    Architekt, Baumeister und Handwerker haben einen Mehrwert von CHF 500‘000 erschaffen bzw. „geschöpft“.

    Die Geschäftsbank konnte deshalb Buchgeld im Betrag von letztlich CHF 490‘000 emittieren. Die Notenbank emittierte CHF 10‘000 in Form von Bargeld. Das ergibt zusammen eine totale Geldmenge von CHF 500‘000.- (Bargeld und Buchgeld zusammenaddiert).

    Angenommen, eine weitere Leserin / ein Leser möchte nun ebenfalls ein Haus kaufen, beispielsweise zum Wert von CHF 400’00. Diesem Ansinnen steht nichts im Wege, wenn die Architekten, Baumeister und Handwerker ein solches zu diesem Wert bauen.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob vorher irgendjemand eine Einzahlung bei der Geschäftsbank A getätigt hat oder nicht. Es handelt sich um ein vollkommen neues Geschäft.

    Die Buchgeldmenge würde sich entsprechend dem Wert des neuen Bankkredits vergrössern.

    Obige Überlegungen zeigen auch, dass am Anfang der Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft keinesfalls die Zentralbank stehen muss. Nein!

    Es ist Wirtschaft, welche die Wertschöpfung vorantreibt. Die Notenbank stellt lediglich jenen Teil der Geldmenge zur Verfügung, welcher für Transaktionen in Bargeld notwendig ist.

    Die Behauptung im Lehrbuch von Brunetti, wonach am Anfang jeder „Geldschöpfung“ die Notengbank stehe (Brunetti, S. 166) entspricht somit ebenfalls nicht der Realität.

    Bei der Entstehung von Buchgeld durch die Geschäftsbanken verhält sich also gleich, wie bei der Entstehung von Bargeld durch die Notenbank: Die Wirtschaft muss zuerst Vermögen schaffen „Schöpfung“ von Bargeld durch die Notenbank. Erst wenn die Wirtschaft entsprechend Vermögenswerte geschaffen hat, kann die Notenbank resp. das Bankensystem dagegen eine „Quittung“ Geld emittieren.

    Wir sind wieder beim Beispiel mit dem Arzt und der Geburtsurkunde angelangt: Die Eltern zeugen Leben und die Mutter bringt das Kind zur Welt. Der Arzt kann lediglich eine Geburtsurkunde ausstellen. Er kann nicht eine Geburtsurkunde ausstellen, ohne dass ein Kind zur Welt kam. Eine solche wäre wertlos.

    Genauso kann weder die Notenbank noch eine Geschäftsbank einfach Banknoten oder Buchgeld emittieren ohne entsprechend geschaffenes Vermögen durch die Wirtschaft.

    Lassen Sie mich bitte noch eine Kurze Bemerkungen zu den sogenannten „Mindestreserven“ anbringen:

    Der Ausdruck „Mindestreserve“ ist irreführend: Bei „Reserven“ handelt es sich um Eigenkapital: Mindestreserven sind jedoch keineswegs eine Vorschrift bezüglich des Eigenkapitals der Banken. Sie sind lediglich eine Vorschrift, wie viele flüssige Mittel die „GB“ bei der SNB in Form von Banknoten oder Giroguthaben hinterlegen müssen.

    Anstatt des Ausdrucks „Mindestreserven“ wäre der Ausdruck „Minimalanforderungen an die flüssigen Mittel (Liquidität)“ zutreffender.

    Das Nationalbankgesetz legt fest: „Der Mindestreservesatz darf 4 Prozent der kurzfristigen, auf Schweizerfranken lautenden Verbindlichkeiten der Banken nicht überschreiten.“

    Zum Schluss: Anhand obiger Buchungssätze ist ein und für allemal bewiesen, dass es keine sogenannte „multiple Gelschöpfung gibt“.

    Mit freundlichen Grüssen:

    Marc Meyer

    Nachtrag VI

    Auf der Homepage der SNB wird auch das Ammenmärchen der sogenannten „multiplen Geldschöpfung“ erzählt:

    Unter dem Titel: „Die Welt der Nationalbank“

    http://www.snb.ch/d/welt/portrait/banks/4.html

    behauptet die SNB:

    „Banken sammeln Geld von den Sparern und leihen es an Kreditnehmer aus. Durch diese Kreditvermittlung schaffen die Banken neues Geld. Banken sind deshalb «Geldschöpfer».
    Wie das vor sich geht, zeigt ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, ein Sparer zahlt 20’000 Franken in Noten auf sein Konto bei der Bank ein. Die Menge des Geldes, das in der Wirtschaft vorhanden ist, verändert sich durch diese Einlage nicht. Zwar sind die Noten nicht mehr im Umlauf, sondern im Tresor der Bank. Der Sparer erhält dafür aber eine Gutschrift von 20’000 Franken auf seinem Konto.

    Das Geld untätig im Tresor liegen zu lassen bringt der Bank nichts ein. Warum soll sie es nicht gegen Zinsen ausleihen? Ein Unternehmer braucht Geld für eine Computeranlage. Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut. Hat sich die Geldmenge dadurch verändert?

    Der Sparer hat noch immer 20’000 Franken auf seinem Konto. Der Unternehmer verfügt als Kreditnehmer über 16’000 Franken. Die Geldmenge hat also um 16’000 Franken zugenommen. Wenn nun der Unternehmer mit den 16’000 Franken Computer kauft und der Computerhändler den erhaltenen Barbetrag bei seiner Bank einbezahlt, wird diese wiederum einen Teil davon als Kredit ausleihen. Dies führt abermals zu einem Anstieg der Geldmenge; die Geldschöpfung geht weiter.“

    Überprüft man die Behauptung der SNB mit einigen einfachen Buchungssätzen, so wird sofort klar, dass unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) offensichtlich nicht im Geringsten versteht, wovon sie spricht:

    1. Transaktion:

    Der Sparer bringt 20‘000 Franken Bargeld auf die Bank. Der betreffende Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Kassa / Guthaben von Kunden 20‘000

    Erklärung: Die Bank besitzt jetzt in ihrer Kasse (Tresor) 20‘000 Franken. Diese werden in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Kassa“ verbucht.

    Zugleich ist die Bank jetzt dem Kunden 20‘000 Franken schuldig. Bzw. der Kunde hat bei der Bank ein Guthaben von 20‘000 Franken. Diese Schuld der Bank gegenüber dem Kunden wird auf der Passivseite in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Guthaben von Kunden“ verbucht.

    2. Transaktion

    Ein Unternehmer benötigt von derselben Bank einen Kredit für eine Computeranlage im Wert von 16‘000 Franken. Er füllt ein entsprechendes Kreditgesuch aus und erhält den Kredit aufgrund seiner guten Sicherheiten (z.B. Grundpfand, Debitorenbestände, Wertschriften usw.). Die Bank schreibt ihm den gewünschten Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Betriebskredit / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung 1: Die Bank investiert jetzt also in Form von Fremdkapital in das Unternehmen und überweist dem Unternehmer dafür eine Gutschrift von 16‘000 Franken. Dazu benötigt die Bank Sicherheiten des Unternehmers. Die Bank besitzt jetzt eine Investition (Betriebskredit, Aktivseite ihrer Bilanz).

    Dem Unternehmer wird dafür eine Gutschrift auf dessen Konto bei der Bank überwiesen (Guthaben von Kunden, Passivseite der Bank-Bilanz).

    Erklärung 2: Der Betriebskredit an den Unternehmer ist in keiner Weise von der vorgängigen Einzahlung des Sparers abhängig. Der Betriebskredit an den Unternehmer ist einzig und allein davon abhängig, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und über entsprechende Sicherheiten verfügt.

    Benötigt der Unternehmer beispielsweise 25‘000 Franken für die Computeranlage, so kann er auch diesen Betrag von der Bank erhalten, wenn er kreditwürdig ist und die Sicherheiten bringt.

    Die vorgängige Einzahlung des Sparers hat nichts – aber auch gar rein nichts – damit zu tun, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und den Kredit erhält oder nicht.

    Es handelt sich um zwei vollkommen verschiedene Geschäfte. Die 20‘000 Franken des Sparers dienen in keiner Weise als Sicherheit für den Kredit an den Unternehmer.

    Zu behaupten, die Einlage des Sparers habe zu einer Ausweitung der Geldmenge von 20‘000 auf 36‘000 Franken geführt, weil erst dadurch dem Unternehmer ein Darlehen von 16‘000 Franken gewährt werden könne, ist barer Unsinn.

    Dass der Unternehmer auch 25‘000 Franken erhielte bei entsprechenden Sicherheiten beweist, dass die beiden Geschäfte völlig unabhängig sind voneinander.

    Der Unternehmer „schöpft“ mit seinen Unternehmern reale Werte. Deshalb erhält er einen Kredit und die Geldmenge vergrössert sich entsprechend.

    Auch hier gilt: Die Realwirtschaft muss reale Werte erarbeiten, damit das Bankensystem dagegen Geld emittieren kann.

    3. Transaktion:

    Der Unternehmer bezahlt nun dem Computerhändler den Computer im Betrag von 16‘000 Franken in bar. Dazu muss der Unternehmer zuerst bei der Bank 16‘000 Franken in Banknoten bar beziehen.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:
    Guthaben von Kunden / Kasse 16‘000

    Erklärung: Die Bank nimmt jetzt also 16‘000 Franken in Banknoten aus dem Tresor und übergibt diese ihrem Kunden, dem Unternehmer.

    Deshalb wird der Kontobestand „Kassa“ bei der Bank um 16‘000 kleiner. Sie besitzt jetzt noch 4‘000 Franken in Form von Banknoten (Saldo).

    Gleichzeitig vermindert sich das Guthaben des Unternehmers bei der Bank um 16‘000, da dieser den entsprechenden Betrag in Banknoten bezogen hat.

    Der Unternehmer ist jetzt nicht mehr Gläubiger gegenüber der Bank, sondern gegenüber der SNB. (Eine Banknote ist ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.)

    Hätte der Unternehmer einen Kredit von 25‘000 Franken erhalten und wollte diesen Betrag bar beziehen, so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen.

    Dadurch erhielte sie genügend Bargeld für die Auszahlung (20‘000 + 5‘000 = 25‘000).

    4. Transaktion:

    Der Computerhändler bringt die 16‘000 Franken Bargeld wieder auf die Bank (dieselbe Bank wie jene des Unternehmers).

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    Kassa / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung: Die Bank legt den Betrag wieder in den Tresor. Im Konto der Bank befinden sich wieder die 20‘000 Franken in Banknoten.

    Die anfängliche Bareinzahlung von 20‘000 Franken hat sich also nicht „multipliziert“ wie im „Ammenmärchen“ von der „multiplen Geldschöpfung“ behauptet.

    Die Menge an Buchgeld hat sich unabhängig von der Einzahlung des Sparers vergrössert, weil der Unternehmer selber eine Wertschöpfung erbringt. Der Grund für die Kreditvergabe an den Unternehmer liegt nicht in der Spareinlage des Sparers.

    Konklusion: Diese einfachen Buchungssätze widerlegen die sogenannte „multiple Geldschöpfung“ auf einfachste Weise.

    Und hält man sich vor Augen, dass diese angebliche „multiple Geldschöpfung“ seit Jahrzehnten von den Zentralbanken und Wirtschaftswissenschaftern weltweit behauptet und von den Medien unbedarft kolportiert wird, so ist das einfach nur noch eine Blamage für die Zentralbanken und die Wirtschaftswissenschafter.

    Ich bitte Herrn Jean Studer, Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, dass er seinen Einfluss bei der SNB geltend macht und solche Fehlinformationen der SNB unterbindet.

    Jean Studer trägt die Verantwortung der SNB gegenüber der Schweizer Öffentlichkeit!

    Zumindest sollte er eine Gegendarstellung z.B. auf der Seite „iconomix“ ermöglichen. Es geht nicht an, dass die SNB solche Irrtümer verbreitet und damit Generationen von Studenten und Politiker irreführt und verdirbt.

    Gravierend ist, dass die SNB nicht nur unglaubliche Irrlehren verbreitet, sondern dass sie sich zudem auch noch anmasst, jede Gegendarstellung nach Möglichkeit mit Repression zu unterbinden!

    Die Schulden der SNB (Staatsschulden) betragen mittlerweile 450 Milliarden Franken! Diese Akkumulation von Schulden war nur möglich, weil die SNB bezüglich der angeblichen „Geldschöpfung“ gravierende Irrlehren verbreitet. Dazu gehört auch die angebliche „multiple Geldschöpfung durch das Bankensystem“.

    Dieses Ammenmärchen der „multiplen Geldschöpfung“ suggeriert, dass eine Geldemission der SNB das Volksvermögen um ein Vielfaches erhöhe! Das wäre attraktiv – ist in Tat und Wahrheit aber eine gravierende Irreführung! Das Gegenteil ist wahr: Die SNB schafft mit ihrer Geldemission Schulden – Staatsschulden.

    Marc Meyer

    Hinweis zu Nachtrag VI

    Bitte lassen Sie mich noch ganz kurz einen Hinweis geben zu Nachtrag VI, um die Fehlargumentation der SNB besser zu verdeutlichen:

    Der entscheidende fehlerhafte Satz auf der home page der SNB ist folgender:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    Dieser Satz hat keine Logik und ist buchhalterisch nicht umzusetzen!

    Wenn die Bank 20’000 Franken in Banknoten in ihrem Tresor hält, so liegt das Geld dort nicht “untätig” oder “brach”, wie die SNB behauptet.

    Wenn jemand eine Banknote hält, so gewährt er oder sie der SNB einen Kredit in der Höhe des Banknotenbetrages. Eine Banknote ist nichts anderes als ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.

    Die Banknoten im Tresor der Bank sind also ein Kredit der Bank an die SNB. Diese kauft damit in der heutigen Zeit Euros, welche wiederum hauptsächlich in Staatsanleihen von europäischen Staaten investiert werden. Damit unterstützt die SNB die Wirtschaft in der Eurozone.

    Die 20’000 Franken in Banknoten liegen also keineswegs brach. Die Bank erhält wohl keinen Zins – aber sie sind trotzdem eine Investition – eine unrentable für die Bank.

    Wenn also der Sparer 20’000 Franken auf die Bank bringt, so tauscht er seinen Kredit an die SNB in einen Kredit an die Bank. Behält die Bank die Banknoten, so ist sie es nun, welche der SNB einen Kredit gewährt.

    Solange die Bank die Banknoten behält, gewährt sie das Kapital, das sie vom Sparer erhalten hat, der SNB und kann dieses Kapital nicht gleichzeitig auch noch dem Unternehmer gewähren.

    Entweder oder: Entweder die Bank gewährt der SNB ein Darlehen (in Form von Banknoten und behält diese) oder sie gewährt dieses Kapital dem Unternehmer, gibt diesem ein Darlehen (und übergibt dem Unternehmer die Banknoten).Jetzt gewährt der Unternehmer der SNB einen Kredit.

    Dasselbe Kapital kann die Bank nicht zweimal ausleihen.

    Gewährt die Bank dem Unternehmer einen Kredit in Form von Buchgeld, so behält sie die Banknoten im Tresor und schreibt dem Unternehmer ein Guthaben auf dessen Konto bei der Bank gut (gegen Investition eines Betriebskredites).

    Die SNB begeht nun den Fehler, dass sie davon ausgeht, dass die Bank das Kapital des Sparers gleich zweimal ausleiht: Einmal an die SNB in Form von Banknoten (die sie behält) und gleichzeitig auch dem Unternehmer in Form von Buchgeld. Das geht nicht.

    Deshalb kommt die SNB zum falschen Resultat der “multiplen Geldschöpfung”. Sie addiert unkorrekterweise Banknoten und Buchgeldbetrag. Das ist falsch, weil sie dem Unternehmer die Banknoten übergeben muss, wenn sie das Kapital des Sparers dem Unternehmer “weiterreichen” will. Sie kann das Kapital des Sparers nicht der SNB ausleihen und zugleich dem Unternehmer.

    Oder einfach ausgedrückt: Man kann einen Kuchen nicht gleichzeitig zweimal an verschiedene Leute verschenken oder verkaufen.

    Oder man kann einen Kuchen nicht behalten und trotzdem verschenken. Geht nicht.

    Der Satz:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    ergibt keinen Sinn.

    Dieser Satz ist buchhalterisch nicht nachvollziehbar – nicht möglich.

    Marc Meyer

  10. @Marc Meyer, Dr.,

    Im Prinzip schöpft die SNB kein Geld aus dem Nichts, mit einer Ausnahme, die ich gleich beschreiben werde.

    Zuerst der am meisten übliche Weg, wie neues SNB-Geld erzeugt wird: Eine Bank benötigt SNB-Guthaben. Die Bank übernimmt die Initiative, nicht die SNB.

    Am Anfang steht eine Bank, welche Geld benötigt.
    Geld = Zentralbank-Sichtguthaben, welches jederzeit in bar vom SNB-Konto der Bank abgehoben werden kann.

    Also: Sicherheit an die SNB verpfänden oder verkaufen —> Einräumung von SNB-Sichtguthaben —-> Lieferung von Banknoten und Münzen auf Anforderung der Bank —> die Bank kann dann die Banknoten und Münzen an die Nichtbanken auszahlen.

    Wenn Geld (SNB-Sichtguthaben der Bank oder Banknoten und Münzen) vorhanden ist, kam es fast immer durch die Verpfändung oder den Kauf eines Wertpapiers an die SNB in die Welt.

    Jede Banknote und jede Münze wird also von der SNB „geschöpft“ , wenn dafür ein „Wert“ bei der SNB hinterlegt ist. Insofern gibt es keine „Geldschöpfung aus dem Nichts“.

    Schauen wir uns kurz noch die anderen Möglichkeiten an, wie die SNB neues Notenbank-Geld in die Welt bringt:

    1. Sie kauft Devisen von Banken oder von einer ausländischen Zentralbank. Der Exporteur Marc Meyer hat Autos in die USA verkauft und wurde mit Dollars bezahlt. Mit Dollars kann er sich in der Schweiz nichts kaufen, er braucht Franken. Er geht zur Bank und verkauft der Bank die Dollars gegen Franken. Die Banken machen das gerne, denn sie verdienen an den Gebühren.

    Die Bank wiederum kann auch nicht allzuviel mit den Dollars anfangen, deshalb verkauft sie diese an die SNB. Woher bekommt die SNB die für den Kauf benötigten Franken ?

    Was denken Sie ?

    Sie erinnern sich an den großen Streit , wo die SNB Milliarden von neuen Franken druckte und damit Euros (und Dollars) kaufte ? Ganz bestimmt, oder?

    Das ist das Unheimliche an Zentralbanken. Sie können ihre eigene Währung drucken und damit Fremdwährungen kaufen und damit den Wechselkurs der eigenen Währung zur Fremdwährung manipulieren.

    Dumm gelaufen für die SNB, denn der Euro wurde immer schwächer durch den Unsinn, den Politiker und die EZB mit dem Euro so alles anstellen … und die SNB mußte immer mehr und immer noch mehr Franken drucken und damit Euros kaufen, um den Franken künstlich zu drücken. Dann kam die Einsicht und die Angst bei der SNB und zack, wurde entschieden, den Wechselkurs nicht mehr zu manipulieren. Der Franken schoss innerhalb von Minuten um 20 Prozent nach oben und die schlaue SNB hatte ja Milliarden Euros in ihrem Tresor. Diese Euros im Tresor der SNB verloren innerhalb von Minuten 20 Prozent an Wert gegenüber dem Franken. Man fragt sich, und da bin ich für einmal ganz bei Ihnen, was das für Leute sind, welche die Zentralbanken und die SNB steuern.

    2. Die SNB kauft Aktien oder Immobilien oder Gold.
    Raten Sie mal, woher die SNB das nötige GELD für die Käufe nimmt.

    Richtig. Sie braucht sich von niemandem Geld dafür beschaffen, denn sie hat das Privileg, Geld einfach zu drucken. Wie praktisch.

    Dies bedeutet, daß die SNB jederzeit den Markt mit frisch gedrucktem Geld fluten kann, wenn sie das so entscheidet. Sie braucht nur Verkäufer von Gold, Aktien oder sonstigen Vermögenswerten zu finden … und an solchen Verkäufern gibt es keinen Mangel in unserer Welt.

    Sie, @Marc Meyer, Dr. erinnern sich an meinen Exkurs über Geld als Schuldschein ? Sie haben dort sofort erkannt, wie wichtig die Bonität des Schuldners ist. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß der Schuldner die zugesagte Leistung auch erbringen wird ?

    Beim Schuldgeldsystem entsteht über die Jahre und Jahrzehnte automatisch und unvermeidbar das Problem, daß es nicht mehr genügend gute Schuldner gibt. Denn dadurch, daß die Geldansprüche (Geldvermögen) immer mehr steigen, müssen auch die Schulden immer mehr steigen. Da werden zwangsläufig die guten Pfänder zur Mangelware. Alle guten Schuldner haben bereits ihre Vermögenswerte verpfändet und können keine neuen Kredite mehr bekommen, es wird aber dringend frisches Geld benötigt, das aber nur durch Kredite im Schuldgeldsystem in die Welt kommt.

    Mit welchem Trick kriegen das die Zentralbanken (SNB bei uns) und die Banken hin, daß trotz dem Mangel an guten Schuldnern neue Kredite vergeben werden ?

    Richtig: Man senkt einfach die Anforderungen an die Sicherheiten.
    Am Ende stehen Schuldpapiere von Staaten, welche soviel wie Klopapier wert sind und dieser Schrott wird von der SNB monetisiert.
    Dadurch kommt es zu schwersten Verwerfungen und Krisen.

    Eine neue Zentralbank oder Monetative in einem Vollgeldsystem muß vom Volk kontrolliert werden. Das Volk muß die Führung wählen und wenn diese Mist baut, muß sie dafür belangt werden. Die Führung muß haften, sie muß abwählbar sein und für kriminelle Akte hinter Gitter kommen.

    Freundliche Grüsse und Alles Gute
    Haldimann

  11. Sehr verehrte Leserinnen und Leser

    Da es in den vergangenen Monaten immer wieder Kommentare gab, möchte ich meine diversen Nachträge (10) der Übersichtlichkeit wegen hier ganz oben nochmals posten.

    Diese Anträge wurden z.T. bereits im September 2013 geschrieben. In ihrer Publikation im April 2014 wiederholte Bank of England grundlegenden Aussagen dieses Beitrags.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    Nachtrag I

    Gestern Abend bin ich noch auf einen Beitrag des Schweizer Fernsehens gestossen, in dem die „Geldschöpfung“ erklärt werden soll. Der Beitrag stammt vom Wirtschaftsmagazin ECO von Reto Lipp, notabene Wirtschaftsjournalist des Jahres 2011.

    Der besagte Beitrag wurde am 19.12. 2012 ausgestrahlt. Er besteht aus zwei Kurzfilmen (Google: „Geldschöpfung ECO“).

    Bei der Ansicht beider Filme standen mir „die Haare zu Berge“. Dermassen unqualifiziert und unüberlegt sind sie. Übrigens wird auf der Homepage der SNB „iconomix“ sogar Reklame für diese beiden irreführenden Filme gemacht.

    Film 1

    Der grundsätzliche Fehler beginnt damit, dass am Anfang des vermeintlichen „Geldschöpfungsprozesses“ von „Bargeld“ die Rede ist. Am Ende des Prozesses jedoch von „Bargeld“ plus „Buchgeld“.

    Analysieren wir den Film:

    Eine Frau bezahle CHF 10‘000 in Bargeld (Banknoten) auf ihr Konto bei einer Bank ein. Nun gebe die Bank CHF 7‘000 davon an einen Handwerker weiter. Dieser kaufe damit eine Maschine und der Verkäufer der Maschine bringe die CHF 7‘000 wieder auf eine Bank. Derselbe Prozess geschehe noch einmal. Nun würden CHF 4‘000 an eine Studentin ausgeliehen. Der Film schliesst: „So hätten die Banken aus CHF 10‘000 Bargeld zusätzlich CHF 11‘000 Buchgeld „geschöpft“. Zusammen gäbe es nun CHF 21‘000.- (sogenannte „Geldschöpfung“).

    Wenn jemand auf einer Bank CHF 10‘000 in Bargeld anlegt, so hat das in der Bilanz der Bank zur Folge, dass auf der Aktivseite der Bilanzposten „Kassa“ um CHF 10‘000.- steigt. Gleichzeitig steigt auch der Passivposten „Spareinlagen von Kunden.“ Die Bilanz der Bank verlängert sich damit um CHF 10‘000.-.

    Nun geht der Film weiter: Die Bank leihe von den CHF 10‘000 der Frau einen Teil von CHF 7‘000 an die Handwerker in Form von Buchgeld aus. Wie bitte? Die Frau hat Bargeld einbezahlt und jetzt leihe die Bank CHF 7‘000 davon in Form von Buchgeld weiter aus?

    Wenn die Bank einen Kredit in Form von CHF 7‘000 ausleiht, so wird ein solcher Kredit auf der Aktivseite der Bilanz unter dem Konto „Aktivdarlehen“ gewährt. Die Aktivseite der Bilanz der Bank verlängere sich angeblich schon hier um CHF 10‘000 auf CHF 17‘000-. (Kassa plus Aktivdarlehen). Und die Passivseite? Diese müsste sich auch verlängern um CHF 7‘000.-.

    Wenn aber niemand zusätzliche CHF 7‘000 auf sein Konto bei der Bank in Form von Buchgeld einbezahlt, so kann die Bank auch nicht CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an die Handwerker ausleihen.

    Hätte die Frau zusätzlich zu ihrer Einlage von CHF 10‘000 in Bargeld noch CHF 7‘000 in Form von Buchgeld einbezahlt, so könnte die Bank CHF 7‘000 in Form von Buchgeld ausleihen.

    Da aber die Bank nur Bargeld von ihrer Kundin erhielt, kann sie auch nur Bargeld an die Handwerker ausleihen.

    In diesem Fall sehen wir, dass es gar keine Gelschöpfung gibt: Die Bank erhält CHF 10‘000 in Form von Banknoten von der Frau (zehn Tausendernoten). Die Bank leiht sieben Tausendernoten an die Handwerker aus. Diese bezahlen damit die Maschine und der Verkäufer bringt die sieben Tausendernoten wieder auf die Bank. Resultat: Die Bank oder das Bankensystem (bei zwei Banken) besitzen insgesamt immer noch lediglich zehn Tausendernoten.

    Nun gewähre die Bank der Studentin einen Kredit von CHF 4‘000.- Resultat: Die Banken besitzen jetzt 6 Tausendernoten und die Studentin vier Tausendernoten. Das ergibt insgesamt immer noch 10 Tausendernoten.

    Konklusion: Die sogenannte „Geldschöpfung“ ist und bleibt ein Märchen!

    Ich bitte Herrn Reto Lipp, in einer neuen Sendung „ECO“ seinen Fehler im besagten Film richtigzustellen!

    Ich bitte auch Herrn Studer, Präsident des Bankrates der SNB, dafür besorgt zu sein, dass auf der Home page unserer Schweizerischen Nationalbank (insbesondere „iconomix“) nicht solche Irrtümer verbreitet werden! Und ich bitte ihn auch, dass die Nationalbank das Schweizer Fernsehen inskünftig korrekt informiert, so dass dort nicht immer und immer wieder Falschmeldungen bezüglich der Schweizerischen Nationalbank verbreitet werden.

    Film 2

    Noch katastrophaler!

    Dieser Film fängt wie folgt an: Eine Geschäftsbank könne die grosse Nachfrage nach Krediten durch die Kunden nicht mehr befriedigen. Deshalb gehe sie zur Nationalbank und leihe sich dort Geld aus. Sie erhalte von der Zentralbank einen Kredit. Dafür müsse die Bank der Zentralbank einen Zins bezahlen, den sogenannten Leitzins.

    Bereits in diesen ersten Aussagen des Films befinden sich gravierende Irrtümer:

    Wenn die Geschäftsbanken von der Zentralbank einen Kredit aufnehmen, so handelt es sich dabei um ein Aktivdarlehen der Zentralbank (SNB) bzw. um ein Passivdarlehen der Geschäftsbanken.

    In der Bilanz der SNB werden die Giroguthaben der Banken jedoch umgekehrt auf der Passivseite verbucht. Und in den Bilanzen der Geschäftsbanken werden ihre Guthaben bei der SNB nicht auf der Passivseite verbucht, sondern umgekehrt auf der Aktivseite!

    Unsere Nationalbank informiert uns via das Schweizer Fernsehen vollkommen falsch.

    Es ist nicht so, dass die Kunden der Banken viel Kredit wollen und die SNB dieses „Geld“ zur Verfügung stellte. Nein! Umgekehrt! Die Kunden der Banken (u.a. auch ausländische) legen ihr Geld bei Schweizer Banken (und PostFinance) an, teilweise sogar zu Negativzinsen oder zumindest zu sehr tiefen Zinsen (das ist billiges Geld). Die Banken legen nun ihrerseits dieses Geld bei der SNB an. Diese kauft damit Euros.

    D.h. die SNB nimmt Kapital in der Schweiz auf und exportiert dieses ins Ausland, verbunden mit einem unglaublich waghalsigen Wechselkursrisiko!

    Die Fehler im Film gehen aber noch weiter: Es wird behauptet, die SNB verlange von den Banken einen Zins, den Leitzins.

    Auch das ist vollkommen falsch: Die Banken müssen auf ihren Einlagen bei der SNB keine Zinsen bezahlen; genauso wenig wie Herr und Frau Schweizer Zins bezahlen müssen wenn sie ihr Geld auf die Bank bringen.

    Absurd wird es, wenn im Film sogar behauptet wird, die Banken müssten für ihre Einlagen Wertpapiere bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen. Das wäre vergleichbar mit der Behauptung, Herr und Frau Schweizer müssten Wertpapiere bei den Banken als Sicherheit hinterlegen, wenn sie dort ihr Geld anlegen. Unsinn!

    Noch nicht fertig:

    Im Film wird dann noch behauptet, durch diese Kreditvergaben an die Banken würde die Zentralbank die Geldmenge erhöhen.

    Unsere Nationalbank meint also tatsächlich, wenn sie bei den Schweizer Banken Kredit aufnehme, so würde sie diesen einen Kredit gewähren. Unglaublich! Stümperhaft!

    Würde die Schweizerische Nationalbank den Schweizer Banken tatsächlich günstige Kredite gewähren („lender of last resort“), wie sie das gemäss Bundesverfassung und Nationalbankgesetz tun müsste, so wären diese auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Dort sehen wir aber, dass die SNB keinen einzigen Franken günstigen Kredit an die Schweizer Banken ausleiht!

    Die SNB leiht das Geld, das sie der Schweiz günstig ausleihen sollte, einzig und allein den ausländischen Staaten aus – allen voran Europa und USA! Das ist ein Unding! Zumal dieser massive Kapitalexport von über 400 Milliarden Franken zulasten der Schweiz geht und ein unglaubliches Währungsrisiko in sich birgt!

    Ich fordere die verantwortliche Bundesrätin, Frau Eveline Widmer-Schlumpf (Vorsteherin EFD), den verantwortlichen Bundesrat, Herrn Johann Schneider Ammann (Vorsteher WBF) sowie den Präsidenten des Bankrats der Schweizerischen Nationalbank, Herrn Jean Studer, auf:

    „Misten“ sie die Irrtümer im „Laden“ „Schweizerische Nationalbank“ endlich aus!

    Handeln Sie! Bevor es zu spät ist!

    Wenn der Euro bei 1.20 nach unten ausbricht gibt es kaum mehr ein Zurück.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag II

    Eine Möglichkeit für ein terminologisches Missverständnis könnte entstehen, indem man sich auf den Standpunkt stellt und sagt: Die SNB druckt die Banknoten, also schafft oder erschafft oder „schöpft“ sie Banknoten bzw. „die SNB schöpft Geld“.

    Dagegen wäre nichts einzuwenden. Aber aufgepasst: Die Notenbank „schöpft“ einzig und allein den „Schuldschein“ Banknote (den „Mantel“). Die SNB „schöpft“ nicht das Vermögen, welches dem Schuldschein erst den Wert gibt. Die SNB schafft nicht den „inneren Wert“ des Schuldscheins „Banknote“ (Geld).

    Insofern kann man also sagen: Die SNB „schöpft“ Geld in Form eines Schuldscheins und die Wirtschaft (Herr und Frau Schweizer) „schöpfen“ das Vermögen, welches dem Schuldschein dessen (inneren) Wert verleiht.

    Bis hierher hätte ich also keinen Einwand, mich einverstanden zu erklären mit der Aussage: „Die SNB schöpf Geld“.

    Man kann also sagen: Die Wirtschaft (Herr und Frau Schweizer) „schöpfen“ die Aktivseite der Notenbankbilanz (das Vermögen) und die SNB „schöpft“ die Passivseite der Notenbankbilanz (die Schulden). Sie tut das, indem sie jenen Investoren ein Guthaben „gutschreibt“, die bei ihr Vermögen (in Form von Gold, Euros usw.) hinterlegen.

    Ganz entschieden widerspreche ich aber der Argumentation der Nationalbank und des Bundesrates:

    Diese behaupten, die SNB könne „Liquidität“ schöpfen und erschaffen und damit jede Schuld „bedienen“ (Vortrag SNB-Chef Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel; Antwort des Bundesrates auf die SVP-Motion, Verschuldungslimite für die SNB, curia vista).

    Warum ist diese Argumentation von SNB und Bundesrat falsch?

    Erstens

    Geld wird dabei fälschlicherweise als Vermögen der SNB interpretiert anstatt als Schuld.

    Ja nachdem wie „liquide“ ein Vermögenswert ist, desto schneller kann damit eine Schuld „bedient“ oder beglichen werden. Bei „liquiden Mitteln“ handelt es sich somit immer, ich wiederhole: immer um Vermögen in einer Bilanz. Liquide Mittel werden links oben in der Bilanz, d.h. auf der Aktivseite verbucht.

    Wenn jetzt SNB und Bundesrat behaupten, die SNB könne „unbeschränkt“ Banknoten drucken und schaffe damit „Liquidität“ womit die SNB ihre eigenen Schulden „bedienen“ oder abbauen könne, so ist das grundfalsch.

    Es ist falsch, weil die SNB durch Drucken von Banknoten nicht Vermögen schaffen kann, sondern umgekehrt Schulden. Beweis: Der Notenumlauf wird folgerichtig auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Der Notenumlauf der SNB kann niemals mit dem Konto Kassa eines privaten Marktteilnehmers verglichen werden. Bei einem privaten Marktteilnehmer gehören Banknoten zum liquiden Vermögen und werden Folge dessen links oben in der Bilanz verbucht.

    Bei der SNB hingegen stellt der Notenumlauf eine Schuld dar und wird Folge dessen auf der rechten Seite verbucht.

    Konklusion: Durch Drucken von Banknoten kann die SNB keine eigene Liquidität (Vermögen) schaffen, womit sie eigene Schulden begleichen könnte. Beim Drucken von Banknoten nimmt die SNB bereits geschaffenes (geschöpftes) Vermögen in ihrer Bilanz auf gegen Ausstellung eines Schuldscheins (Banknote).

    Durch Drucken von Banknoten „schöpft“ die Notenbank eben kein Vermögen, sondern nur Schulden.

    Zweitens

    SNB-Chef Thomas Jordan behauptet, die SNB könne nie illiquide werden, weil sie durch Drucken von Banknoten „unbeschränkt“ „Liquidität“ schaffen („schöpfen“) könne. Deshalb könne sie jede Verbindlichkeit jederzeit „bedienen“. Er interpretiert dabei den Notenumlauf fälschlicherweise als Vermögen der SNB, anstatt als Schulden.

    Eine Schuld bedienen (Wortwahl Jordan) heisst, sie zu verkleinern. Die Passivseite des Schuldners wird dadurch verkürzt. Wenn die SNB aber Banknoten druckt, so verkleinert sie ihre Schulden nicht, sondern sie vergrössert ihre Schulden. Beweis: Die Passivseite der SNB-Bilanz wird verlängert, wenn der Notenumlauf steigt.

    Würde die SNB Banknoten drucken und den Banken übergeben anstelle ihrer Giroguthaben bei der SNB, so würde der Buchungssatz lauten: „Giroguthaben der Banken“ an „Notenumlauf“. Das wäre nichts anderes als ein Passivtausch. Die Schuld würde damit keineswegs „bedient“ oder verringert. Die Länge der Passivseite bliebe unverändert.

    Wollte die SNB die Giroguthaben der Banken, d.h. also ihre Schulden verringern, so müsste sie den Banken als Gegenleistung einen „liquiden Vermögenswert“ von ihrer Aktivseite übergeben (Gold, Euros usw.) Das ist die „Liquidität“ der SNB – nicht Banknoten. Aktiv- und Passivseite der SNB-Bilanz würden dadurch verkürzt.

    Wenn aber das Vermögen der SNB unter Wert ihrer Schulden fällt, so besitzt die SNB nicht mehr genügend Vermögen, um sämtliche ihre Schulden begleichen zu können. Das Drucken von Noten bringt sie dann auch nicht weiter, weil Banknoten eben nicht Vermögen der SNB darstellen.

    Die SNB ist jetzt „illiquide“ bzw. insolvent, weil sie nicht mehr genügend Liquidität auf ihrer Aktivseite besitzt.

    Und jetzt sind wir wieder beim Vergleich mit den „Geburtsurkunden“: Wenn die SNB Banknoten emittiert gegen einen Vermögenswert und dieser Vermögenswert „geht unter“, so sind die ausstehenden Banknoten wertlos. Die SNB kann jetzt nicht einfach neue Schuldscheine (Banknoten) drucken und meinen, damit sei das Problem gelöst.

    Genauso wie nach einem Krieg: Da kann die Regierung nicht einfach neue Geburtsurkunden für die Gefallenen ausstellen und meinen, das Problem sei gelöst.

    Es geht hier nicht um Wortklauberei. Es geht mittlerweile um Staatsschulden der SNB von über 450 Milliarden Franken (!), von denen die SNB behauptet, sie, die SNB, hätte dieses Vermögen geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Die Wirtschaft hat es geschaffen und der SNB anvertraut.

    Deshalb hat die SNB dieses sicher und zum Wohle der Schweiz anzulegen – nicht wie im Casino den gesamten Betrag im Ausland gegen den Schweizer Franken und zu wetten.

    Den Franken schwächen heisst, dem Franken schaden; und dem Franken schaden heisst, der Schweiz zu schaden.

    Fällt das Eigenkapital der SNB in den Minusbereich, so sind ihre Schulden nicht mehr gedeckt. Das wäre dasselbe, wie wenn die SNB einfach Banknoten druckte, ohne Gegenwert.

    Gestern wurde bekannt, dass der Orell Füssli Banknoten im Wert von 1.8 Millionen während des Drucks gestohlen wurden. Das ist ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1.8 Millionen. Interpool wurde eingeschaltet.

    Bei den unglaublichen Devisenkäufen der SNB geht es um mehrere hundert Milliarden Franken! Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so steigt
    der volkswirtschaftliche Schaden, verursacht durch unsere Nationalbank, in einem hohen Milliardenbereich!

    Es würde sich also lohnen dass sich die SNB endlich einmal Gedanken dazu macht, was „Geldschöpfung“ eigentlich bedeutet, anstatt immer nur zu behaupten, sie könne „Liquidität“ sprich Vermögen schaffen.

    Nein, die SNB hat dreistellige Milliardenbeträge Schulden – das sind Staatsschulden – unsere Schulden!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag III

    Ein oft gehörtes Argument, verbreitet u.a. von SNB-Chef Jordan sowie auch vom Bundesrat, lautet:

    Die SNB kann einfach Banknoten drucken und damit alle ihre Schulden „bedienen“ (zurückzahlen).

    Nein! Kann sie nicht!

    Warum nicht?

    Wenn die SNB auf der Passivseite ihrer Bilanz das Konto „Notenumlauf“ vergrössern möchte, so muss sie – ich betone: muss sie – auf der Aktivseite einen Vermögenswert hereinnehmen und in ihrer Bilanz verbuchen. Nur so bleibt die Bilanz ausgeglichen.

    Angenommen, der Wert des SNB-Vermögens falle unter Wert ihrer Schulden. Würde die SNB nun versuchen, mit neu gedruckten Banknoten den entstandenen Verlust bzw. die alten Schulden ( „Loch im Eigenkapital der SNB“) zu begleichen, so ginge das aus folgendem Grund nicht:

    Um neue Banknoten emittieren zu wollen, müsste die SNB neue Vermögenswerte hereinnehmen und in ihrer Bilanz unter „Vermögen“ verbuchen (Buchungssatz z.B. „Gold an Notenumlauf“ oder „Euro an Notenumlauf“). D.h. die SNB würde für die neu erworbenen Vermögenswerte eine neue Schuld eingehen. Die neu emittierten Banknoten wären dann die Schuldscheine in Bezug auf die neu erworbenen Vermögenswerte (in diesem Fall Gold oder Euro).

    Die „alten“ Schulden der SNB, womit diese die alten (im Wert gefallenen) Vermögenswerte gekauft hatte, wären aber immer noch da – ungedeckt oder nur noch teilweise gedeckt. Die Schuld der SNB insgesamt bliebe somit unverändert bestehen. Der Unterschied wäre einfach der, dass die SNB nun noch eine weitere, neue Geldemission in sich getätigt hätte.

    Daraus folgt: Die Argumentation von Nationalbank und Bundesrat, die SNB könne durch Geld drucken „Liquidität“ schaffen und sämtliche Schulden jederzeit „bedienen“, ist grundfalsch (siehe: Jordan, Vortrag Volkswirtschaftliche Gesellschaft Basel).

    Die Behauptung von SNB und Bundesrates ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    Daraus folgt: Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so ist das ein realer Verlust für die Schweizer Volkswirtschaft (möglicherweise in einem hohen Milliardenbereich).

    Die Behauptung der Nationalbank, sie könne negatives Eigenkapital der SNB einfach wieder ausgleichen durch Druck von neuen Banknoten (Vortrag Jordan) ist eine Illusion.

    Bezahlen werden wir Steuerzahler!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag IV

    Dass auch an unseren Universitäten, Hochschulen und Bankeninstituten vollkommener Unfug gelehrt wird bezüglich der „Geldschöpfung“ zeigt beispielsweise auch ein Interview des Schweizer Fernsehens mit Herrn Prof. Dr. Manuel Ammann, Direktor des Bankeninstituts der Universität St. Gallen.

    Weil die Sprache der SNB in deren Medienmitteilungen „sehr fremd klinge“, wie das Schweizer Fernsehen festhält, habe man Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Manuel Amman dazu befragt, was es heisse, wenn die Nationalbank „mehr Geld auf den Markt werfe“.

    Das Schweizer Fernsehen fragt, was es bedeute, wenn die SNB in ihrem Communiqué schreibe:

    „Die Nationalbank strebt einen raschen Anstieg der Sichtguthaben der Banken bei der SNB
    von derzeit 80 Milliarden auf 120 Milliarden Franken an.“

    Auf die konkrete Frage, was denn „Sichtguthaben“ bedeute, antwortet Prof. Ammann:

    „Das heisst, dass die Schweizerische Nationalbank den Geschäftsbanken, z.B. UBS, CS, und anderen Banken Geld zur Verfügung stellt gegen einen Zins und je mehr Geld sie da zur Verfügung stelle, desto mehr Geld kommt in Umlauf und kann nachher von diesen Banken gebraucht werden um z.B. einem KMU oder einem anderen Firma Kredit zu geben.“

    http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/10/Wirtschaft/SNB-verschaerft-Massnahmen-gegen-Frankenstaerke

    Es ist nun wirklich unglaublich und blamabel, dass ein Professor der Handelshochschule St. Gallen der zudem Direktor des Bankeninstituts ist, behauptet, bei den Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB handle es sich um Geld, welches die SNB den Banken zu einem Zins zur Verfügung stelle.

    Wäre seine Behauptung richtig, so müssten die Guthaben der Banken bei der SNB auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht werden.

    Das sind sie aber nicht! Ich weiss nicht, wie oft ich das wiederholen muss:

    Die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB sind, wie der Name bereits sagt, Guthaben der Banken bei der SNB und nicht umgekehrt. Diese werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Die Banken gewähren der SNB einen Kredit – nicht umgekehrt!

    Die SNB gewährt den Banken in der Schweiz überhaupt keine Kredite – keinen einzigen Franken. Wer das nicht glaubt, der soll doch bitte einmal selber die Bilanz der SNB zumindest „anschauen“.

    http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

    Der „brave und nette“ Professor Ammann mit seinen unzähligen Artikeln in wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften, hat offenbar, wie übrigens der „nette und brave“ Professor Jordan auch, noch nie gewagt, das von ihm als Student auswendig gelernte, einmal zu hinterfragen.

    Zugegeben: Hätten die beiden das gewagt, so sässen sie jetzt auch nicht auf ihren lukrativen
    Sesseln…

    Mit ihren Irrlehren verderben sie aber weiterhin Generationen von Studenten.

    Es braucht nun ja wirklich nicht viel Sachverstand, um zu verstehen, dass Kredite, welche die Notenbank gewährt, nicht auf der Passiv- sondern auf der Aktivseite der SNB-Bilanz zu verbuchen sind.

    Entschuldigung, wenn ich das hier so klar und unmissverständlich formulieren muss. Es geht hier aber nicht um irgendeinen unbedeutende „wissenschaftliche Meinungsverschiedenheit“ unter Oekonomen.

    Nein! Es geht um 450 Milliarden Staatsschulden! Von diesen Schulden behaupten die besagten Professoren, es handle sich um Vermögen der SNB (Aktivkredite). Die SNB habe dieses Vermögen selber durch ihre „Geldschöpfung“ geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Falsch! Die Schweizer Wirtschaft hat dieses Vermögen geschaffen. Die SNB hat es von der Schweizer Wirtschaft ausgeliehen und erhalten in Form von „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB.

    So ist es! Nicht anders!

    Und es ist nun wirklich höchste Zeit, diesen entscheidenden Fehler endlich einmal klarzustellen. Da muss man offensichtlich mit Professoren wie Ammann, Jordan, Baltensperger u.a. einmal Klartext reden.

    Ansonsten verderben sie die Studenten endlos weiter mit ihren Irrlehren und die Schweiz rasselt wegen ihrer unbedarften Nationalbank in ein finanzielles Desaster!

    Mit freundlichen Grüsse

    Marc Meyer

    Nachtrag V

    Im Verlaufe der Kommentare ist am Rande eine Frage aufgetaucht, die ich hier beantworten möchte.

    Es geht um die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung“ durch das Bankensystem, welche m.E. genauso wie die vermeintliche „Geldschöpfung“ durch die Notenbank ins Reich der Fabeln gehört.

    Auslöser war in Nachtrag I (weiter unten) meine Kritik an zwei Filmen, die Reto Lipp in der Sendung ECO vom Schweizer Fernsehen ausstrahlte.

    http://www.srf.ch/player/tv/eco/video/geldschoepfung-1?id=e16bcfca-7968-471c-bc77-f90a1d4d6bb8

    In Film II behauptet Lipp, die Zentralbank (SNB) würde der Wirtschaft bei der angeblichen „Geldschöpfung“ Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Zinssatz (Leitzins) gewähren. Das wäre dann ein Aktivzins der SNB an die Geschäftsbanken.

    In Tat und Wahrheit handelt es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB aber umgekehrt um Kredite, welche das Bankensystem der SNB gewähren. Beweis: Die Giroguthaben der Banken bei der SNB werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Gegen diese meine Kritik an der Geldschöpfung wurden von den Kommentatoren keine Einwände vorgebracht.

    Mehr Verwirrung scheint die angebliche „multiple Geldschöpfung“ durch das Bankensystem zu schaffen. Im Film I von Reto Lipp wird behauptet, wenn z.B. eine Frau CHF 10‘000 auf die Bank in Form von Bargeld bringe, so können die Bank damit einen weiteren Kredit von CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an Handwerker weitergeben. Das sei „Geldschöpfung“. Aus einer Geldmenge von 10‘000 sei nun eine Geldmenge von total 17‘000 entstanden usw.

    Dagegen wende ich ein, dass der Kredit an die Handwerker nichts mit der vorherigen Einzahlung der Frau zu tun habe. Die Gewährung des Kredits an die Handwerker sei unabhängig von der Bareinzahlung durch die Frau.

    Konklusion: Auch die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung „ trifft nicht zu.

    Diese letztere Argumentation möchte ich nachfolgend detailliert aufzeigen. Ich tue das anhand von Kontenführung mit entsprechenden Buchungssätzen. Nur so ist eine exakte Analyse der Zahlungsvorgänge möglich.

    Ich lade also die Leserinnen und Leser ein, mit mir Papier und Bleistift zur Hand zu nehmen: Wir werden alle Buchungen in Bezug auf ein einfaches Beispiel miteinander durchgehen und am Ende die Konten saldieren.

    Resultat: Wir werden sehen, dass es keine „multiple Giralgeldschöpfung“ gibt.

    Beispiel:

    Der Leser / die Leserin wolle ein Haus kaufen im Wert von CHF 500‘000. Dazu nehme sie / er einen Kredit bei Geschäftsbank A auf. Mit diesem Geld kaufe er / sie einem Architekten/Baumeister/ Handwerker das Haus ab. Zudem hinterlege die Geschäftsbank bei der Zentralbank eine Mindestreserve. Zum Schluss wollen Architekt/Baumeister/Handwerker noch einen Teil in Bargeld wechseln. Die Geschäftsbank bezieht dieses von der Notenbank und übergibt es den Bauleuten.

    Um diesen Fall zu lösen benötigen wir 4 Konten (T-Balken). Zudem sind 11 Buchungssätze notwendig.

    Die 4 Konten, die wir führen sind: „Leserin/Leser“ („L/L“), „Geschäftsbank A“ („GBA“), „Notenbank“ („NB“), „Architekt/Baumeister/Handwerker“ („ABH“).

    Erster Geschäftsfall:

    Der Leser / die Leserin nehme bei der Geschäftsbank eine Hypothekarkredit im Betrag von CHF 500‘000 gegen Sicherheit des Hauses auf.

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    1. Hypothekardarlehen / Guthaben von Kunden CHF 500‘000

    (Erklärung: die Bank gewährt ein Hypothekardarlehen und schreibt den Betrag für den Hypothekarkredit dem Konto von „L/L“ gut)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    2. Guthaben bei „GBA“ / Hypothekarkredit CHF 500‘000

    (Erklärung: „L/L“ hat jetzt ein Guthaben auf seinem / ihrem Konto bei Bank A; dafür eine Hypothekarschuld)

    Nächster Geschäftsfall:

    Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus mit Eigenkapital.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“

    Immobilie / Eigenkapital 500‘000

    3. Immobilie / Eigenkapital CHF 500‘000

    (Erklärung: Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus und finanzieren dieses mit eigener Arbeit bzw. Eigenkapital)

    Nächster Geschäftsfall:

    „AHB“ verkaufen das Haus an „L/L“.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“:

    4. Giroguthaben bei „GBA“ / Immobilie 500‘000

    (Erklärung: Anstelle des Hauses besitzen AHB nun ein Guthaben bei Bank A)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    5. Immobilie / Giroguthaben bei „GBA“

    (Erklärung: Die Leserin / der Leser besitzt nun ein Haus; dafür hat er mit dem Guthaben bei Geschäftsbank A bezahlt, dieses Guthaben wurde an „ABH“ überschrieben)

    Nächster Geschäftsfall:

    „GBA“ kommt der Verpflichtung nach, eine Mindestreserve von 4 Prozent bei der Zentralbank zu hinterlegen (4 Prozent Mindestreserve gilt gemäss Schweizer Nationalbankgesetz).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    6. Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000

    (Erklärung: die Geschäftsbank A muss bei der SNB eine Mindestreserve hinterlegen im Betrag von 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für GBA ist das ein „Aktivtausch“. Sie verkauft der „NB“ einen Teil ihres gewährten Kredits; in den USA wären dies sogenannte „mortgage backed securities“, d.h. Aktiven der FED; in der Schweiz investiert die SNB hingegen lediglich rund 0.7 Prozent ihres Vermögens in inländische Kredite).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    7. Hypothekardarlehen („mortgage backed security“) / Giroguthaben von Banken 20‘000

    (Erklärung: die Notenbank hat jetzt ein Investment im Inland in den Immobilienbereich; dagegen kann sie Notenbankgeld emittieren in Form von Giroguthaben der Banken)

    Nächster Geschäftsfall:

    Die Geschäftsbank bezieht bei der Notenbank Banknoten im Betrag von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    8. Kassa / Giroguthaben bei der „NB“ 10‘000

    (Erklärung: Aktivtausch; die Geschäftsbank A tauscht die Hälfte ihres Guthaben bei der Notenbank von Buchgeld, d.h. von Giroguthaben bei „NB“ in Bargeld um. Folge: Die „GBA“ hat nun einen Kassabestand von 10‘000 und einen Buchgeldbestand bei der „NB“ von ebenfalls 10‘000).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    9. Giroguthaben der „GBA“ / Notenumlauf 10‘000

    (Erklärung: Die Notenbank überweist an die „GBA“ Banknoten im Betrag von 10‘000. Dadurch vermindern sich die Guthaben der „GB“ bei der „NB“ um 10‘000)
    Letzter Geschäftsfall:

    „ABH“ beziehen bei der Geschäftsbank Banknoten im Wert von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „ABH“:

    10. Kassa / Giroguthaben bei „GBA“ 10‘000

    (Erklärung: „ABH“ besitzen nun in ihrer Kasse CHF 10‘000; ihr Guthaben bei „GBA“ hat entsprechend abgenommen).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    11. Giroguthaben von Kunden („AHB“) / Kassa 10‘000

    (Erklärung: Die Geschäftsbank hat 10‘000 ihres Bargeldes an die „ABH“ überwiesen; bzw. die haben es am Kontomat bezogen; die Guthaben von Kunden sind entsprechend gefallen)

    Bis hierher haben wir nun sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit dem Kauf des Hauses in Buchungssätzen festgehalten und wir können die entsprechenden Güter- und Geldströme exakt nachvollziehen:

    Architekt, Baumeister und Handwerker haben einen Mehrwert von CHF 500‘000 erschaffen bzw. „geschöpft“.

    Die Geschäftsbank konnte deshalb Buchgeld im Betrag von letztlich CHF 490‘000 emittieren. Die Notenbank emittierte CHF 10‘000 in Form von Bargeld. Das ergibt zusammen eine totale Geldmenge von CHF 500‘000.- (Bargeld und Buchgeld zusammenaddiert).

    Angenommen, eine weitere Leserin / ein Leser möchte nun ebenfalls ein Haus kaufen, beispielsweise zum Wert von CHF 400’00. Diesem Ansinnen steht nichts im Wege, wenn die Architekten, Baumeister und Handwerker ein solches zu diesem Wert bauen.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob vorher irgendjemand eine Einzahlung bei der Geschäftsbank A getätigt hat oder nicht. Es handelt sich um ein vollkommen neues Geschäft.

    Die Buchgeldmenge würde sich entsprechend dem Wert des neuen Bankkredits vergrössern.

    Obige Überlegungen zeigen auch, dass am Anfang der Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft keinesfalls die Zentralbank stehen muss. Nein!

    Es ist Wirtschaft, welche die Wertschöpfung vorantreibt. Die Notenbank stellt lediglich jenen Teil der Geldmenge zur Verfügung, welcher für Transaktionen in Bargeld notwendig ist.

    Die Behauptung im Lehrbuch von Brunetti, wonach am Anfang jeder „Geldschöpfung“ die Notengbank stehe (Brunetti, S. 166) entspricht somit ebenfalls nicht der Realität.

    Bei der Entstehung von Buchgeld durch die Geschäftsbanken verhält sich also gleich, wie bei der Entstehung von Bargeld durch die Notenbank: Die Wirtschaft muss zuerst Vermögen schaffen „Schöpfung“ von Bargeld durch die Notenbank. Erst wenn die Wirtschaft entsprechend Vermögenswerte geschaffen hat, kann die Notenbank resp. das Bankensystem dagegen eine „Quittung“ Geld emittieren.

    Wir sind wieder beim Beispiel mit dem Arzt und der Geburtsurkunde angelangt: Die Eltern zeugen Leben und die Mutter bringt das Kind zur Welt. Der Arzt kann lediglich eine Geburtsurkunde ausstellen. Er kann nicht eine Geburtsurkunde ausstellen, ohne dass ein Kind zur Welt kam. Eine solche wäre wertlos.

    Genauso kann weder die Notenbank noch eine Geschäftsbank einfach Banknoten oder Buchgeld emittieren ohne entsprechend geschaffenes Vermögen durch die Wirtschaft.

    Lassen Sie mich bitte noch eine Kurze Bemerkungen zu den sogenannten „Mindestreserven“ anbringen:

    Der Ausdruck „Mindestreserve“ ist irreführend: Bei „Reserven“ handelt es sich um Eigenkapital: Mindestreserven sind jedoch keineswegs eine Vorschrift bezüglich des Eigenkapitals der Banken. Sie sind lediglich eine Vorschrift, wie viele flüssige Mittel die „GB“ bei der SNB in Form von Banknoten oder Giroguthaben hinterlegen müssen.

    Anstatt des Ausdrucks „Mindestreserven“ wäre der Ausdruck „Minimalanforderungen an die flüssigen Mittel (Liquidität)“ zutreffender.

    Das Nationalbankgesetz legt fest: „Der Mindestreservesatz darf 4 Prozent der kurzfristigen, auf Schweizerfranken lautenden Verbindlichkeiten der Banken nicht überschreiten.“

    Zum Schluss: Anhand obiger Buchungssätze ist ein und für allemal bewiesen, dass es keine sogenannte „multiple Gelschöpfung gibt“.

    Mit freundlichen Grüssen:

    Marc Meyer

    Nachtrag VI

    Auf der Homepage der SNB wird auch das Ammenmärchen der sogenannten „multiplen Geldschöpfung“ erzählt:

    Unter dem Titel: „Die Welt der Nationalbank“

    http://www.snb.ch/d/welt/portrait/banks/4.html

    behauptet die SNB:

    „Banken sammeln Geld von den Sparern und leihen es an Kreditnehmer aus. Durch diese Kreditvermittlung schaffen die Banken neues Geld. Banken sind deshalb «Geldschöpfer».
    Wie das vor sich geht, zeigt ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, ein Sparer zahlt 20’000 Franken in Noten auf sein Konto bei der Bank ein. Die Menge des Geldes, das in der Wirtschaft vorhanden ist, verändert sich durch diese Einlage nicht. Zwar sind die Noten nicht mehr im Umlauf, sondern im Tresor der Bank. Der Sparer erhält dafür aber eine Gutschrift von 20’000 Franken auf seinem Konto.

    Das Geld untätig im Tresor liegen zu lassen bringt der Bank nichts ein. Warum soll sie es nicht gegen Zinsen ausleihen? Ein Unternehmer braucht Geld für eine Computeranlage. Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut. Hat sich die Geldmenge dadurch verändert?

    Der Sparer hat noch immer 20’000 Franken auf seinem Konto. Der Unternehmer verfügt als Kreditnehmer über 16’000 Franken. Die Geldmenge hat also um 16’000 Franken zugenommen. Wenn nun der Unternehmer mit den 16’000 Franken Computer kauft und der Computerhändler den erhaltenen Barbetrag bei seiner Bank einbezahlt, wird diese wiederum einen Teil davon als Kredit ausleihen. Dies führt abermals zu einem Anstieg der Geldmenge; die Geldschöpfung geht weiter.“

    Überprüft man die Behauptung der SNB mit einigen einfachen Buchungssätzen, so wird sofort klar, dass unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) offensichtlich nicht im Geringsten versteht, wovon sie spricht:

    1. Transaktion:

    Der Sparer bringt 20‘000 Franken Bargeld auf die Bank. Der betreffende Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Kassa / Guthaben von Kunden 20‘000

    Erklärung: Die Bank besitzt jetzt in ihrer Kasse (Tresor) 20‘000 Franken. Diese werden in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Kassa“ verbucht.

    Zugleich ist die Bank jetzt dem Kunden 20‘000 Franken schuldig. Bzw. der Kunde hat bei der Bank ein Guthaben von 20‘000 Franken. Diese Schuld der Bank gegenüber dem Kunden wird auf der Passivseite in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Guthaben von Kunden“ verbucht.

    2. Transaktion

    Ein Unternehmer benötigt von derselben Bank einen Kredit für eine Computeranlage im Wert von 16‘000 Franken. Er füllt ein entsprechendes Kreditgesuch aus und erhält den Kredit aufgrund seiner guten Sicherheiten (z.B. Grundpfand, Debitorenbestände, Wertschriften usw.). Die Bank schreibt ihm den gewünschten Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Betriebskredit / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung 1: Die Bank investiert jetzt also in Form von Fremdkapital in das Unternehmen und überweist dem Unternehmer dafür eine Gutschrift von 16‘000 Franken. Dazu benötigt die Bank Sicherheiten des Unternehmers. Die Bank besitzt jetzt eine Investition (Betriebskredit, Aktivseite ihrer Bilanz).

    Dem Unternehmer wird dafür eine Gutschrift auf dessen Konto bei der Bank überwiesen (Guthaben von Kunden, Passivseite der Bank-Bilanz).

    Erklärung 2: Der Betriebskredit an den Unternehmer ist in keiner Weise von der vorgängigen Einzahlung des Sparers abhängig. Der Betriebskredit an den Unternehmer ist einzig und allein davon abhängig, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und über entsprechende Sicherheiten verfügt.

    Benötigt der Unternehmer beispielsweise 25‘000 Franken für die Computeranlage, so kann er auch diesen Betrag von der Bank erhalten, wenn er kreditwürdig ist und die Sicherheiten bringt.

    Die vorgängige Einzahlung des Sparers hat nichts – aber auch gar rein nichts – damit zu tun, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und den Kredit erhält oder nicht.

    Es handelt sich um zwei vollkommen verschiedene Geschäfte. Die 20‘000 Franken des Sparers dienen in keiner Weise als Sicherheit für den Kredit an den Unternehmer.

    Zu behaupten, die Einlage des Sparers habe zu einer Ausweitung der Geldmenge von 20‘000 auf 36‘000 Franken geführt, weil erst dadurch dem Unternehmer ein Darlehen von 16‘000 Franken gewährt werden könne, ist barer Unsinn.

    Dass der Unternehmer auch 25‘000 Franken erhielte bei entsprechenden Sicherheiten beweist, dass die beiden Geschäfte völlig unabhängig sind voneinander.

    Der Unternehmer „schöpft“ mit seinen Unternehmern reale Werte. Deshalb erhält er einen Kredit und die Geldmenge vergrössert sich entsprechend.

    Auch hier gilt: Die Realwirtschaft muss reale Werte erarbeiten, damit das Bankensystem dagegen Geld emittieren kann.

    3. Transaktion:

    Der Unternehmer bezahlt nun dem Computerhändler den Computer im Betrag von 16‘000 Franken in bar. Dazu muss der Unternehmer zuerst bei der Bank 16‘000 Franken in Banknoten bar beziehen.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:
    Guthaben von Kunden / Kasse 16‘000

    Erklärung: Die Bank nimmt jetzt also 16‘000 Franken in Banknoten aus dem Tresor und übergibt diese ihrem Kunden, dem Unternehmer.

    Deshalb wird der Kontobestand „Kassa“ bei der Bank um 16‘000 kleiner. Sie besitzt jetzt noch 4‘000 Franken in Form von Banknoten (Saldo).

    Gleichzeitig vermindert sich das Guthaben des Unternehmers bei der Bank um 16‘000, da dieser den entsprechenden Betrag in Banknoten bezogen hat.

    Der Unternehmer ist jetzt nicht mehr Gläubiger gegenüber der Bank, sondern gegenüber der SNB. (Eine Banknote ist ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.)

    Hätte der Unternehmer einen Kredit von 25‘000 Franken erhalten und wollte diesen Betrag bar beziehen, so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen.

    Dadurch erhielte sie genügend Bargeld für die Auszahlung (20‘000 + 5‘000 = 25‘000).

    4. Transaktion:

    Der Computerhändler bringt die 16‘000 Franken Bargeld wieder auf die Bank (dieselbe Bank wie jene des Unternehmers).

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    Kassa / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung: Die Bank legt den Betrag wieder in den Tresor. Im Konto der Bank befinden sich wieder die 20‘000 Franken in Banknoten.

    Die anfängliche Bareinzahlung von 20‘000 Franken hat sich also nicht „multipliziert“ wie im „Ammenmärchen“ von der „multiplen Geldschöpfung“ behauptet.

    Die Menge an Buchgeld hat sich unabhängig von der Einzahlung des Sparers vergrössert, weil der Unternehmer selber eine Wertschöpfung erbringt. Der Grund für die Kreditvergabe an den Unternehmer liegt nicht in der Spareinlage des Sparers.

    Konklusion: Diese einfachen Buchungssätze widerlegen die sogenannte „multiple Geldschöpfung“ auf einfachste Weise.

    Und hält man sich vor Augen, dass diese angebliche „multiple Geldschöpfung“ seit Jahrzehnten von den Zentralbanken und Wirtschaftswissenschaftern weltweit behauptet und von den Medien unbedarft kolportiert wird, so ist das einfach nur noch eine Blamage für die Zentralbanken und die Wirtschaftswissenschafter.

    Ich bitte Herrn Jean Studer, Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, dass er seinen Einfluss bei der SNB geltend macht und solche Fehlinformationen der SNB unterbindet.

    Jean Studer trägt die Verantwortung der SNB gegenüber der Schweizer Öffentlichkeit!

    Zumindest sollte er eine Gegendarstellung z.B. auf der Seite „iconomix“ ermöglichen. Es geht nicht an, dass die SNB solche Irrtümer verbreitet und damit Generationen von Studenten und Politiker irreführt und verdirbt.

    Gravierend ist, dass die SNB nicht nur unglaubliche Irrlehren verbreitet, sondern dass sie sich zudem auch noch anmasst, jede Gegendarstellung nach Möglichkeit mit Repression zu unterbinden!

    Die Schulden der SNB (Staatsschulden) betragen mittlerweile 450 Milliarden Franken! Diese Akkumulation von Schulden war nur möglich, weil die SNB bezüglich der angeblichen „Geldschöpfung“ gravierende Irrlehren verbreitet. Dazu gehört auch die angebliche „multiple Geldschöpfung durch das Bankensystem“.

    Dieses Ammenmärchen der „multiplen Geldschöpfung“ suggeriert, dass eine Geldemission der SNB das Volksvermögen um ein Vielfaches erhöhe! Das wäre attraktiv – ist in Tat und Wahrheit aber eine gravierende Irreführung! Das Gegenteil ist wahr: Die SNB schafft mit ihrer Geldemission Schulden – Staatsschulden.

    Marc Meyer

    Hinweis zu Nachtrag VI

    Bitte lassen Sie mich noch ganz kurz einen Hinweis geben zu Nachtrag VI, um die Fehlargumentation der SNB besser zu verdeutlichen:

    Der entscheidende fehlerhafte Satz auf der home page der SNB ist folgender:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    Dieser Satz hat keine Logik und ist buchhalterisch nicht umzusetzen!

    Wenn die Bank 20’000 Franken in Banknoten in ihrem Tresor hält, so liegt das Geld dort nicht “untätig” oder “brach”, wie die SNB behauptet.

    Wenn jemand eine Banknote hält, so gewährt er oder sie der SNB einen Kredit in der Höhe des Banknotenbetrages. Eine Banknote ist nichts anderes als ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.

    Die Banknoten im Tresor der Bank sind also ein Kredit der Bank an die SNB. Diese kauft damit in der heutigen Zeit Euros, welche wiederum hauptsächlich in Staatsanleihen von europäischen Staaten investiert werden. Damit unterstützt die SNB die Wirtschaft in der Eurozone.

    Die 20’000 Franken in Banknoten liegen also keineswegs brach. Die Bank erhält wohl keinen Zins – aber sie sind trotzdem eine Investition – eine unrentable für die Bank.

    Wenn also der Sparer 20’000 Franken auf die Bank bringt, so tauscht er seinen Kredit an die SNB in einen Kredit an die Bank. Behält die Bank die Banknoten, so ist sie es nun, welche der SNB einen Kredit gewährt.

    Solange die Bank die Banknoten behält, gewährt sie das Kapital, das sie vom Sparer erhalten hat, der SNB und kann dieses Kapital nicht gleichzeitig auch noch dem Unternehmer gewähren.

    Entweder oder: Entweder die Bank gewährt der SNB ein Darlehen (in Form von Banknoten und behält diese) oder sie gewährt dieses Kapital dem Unternehmer, gibt diesem ein Darlehen (und übergibt dem Unternehmer die Banknoten).Jetzt gewährt der Unternehmer der SNB einen Kredit.

    Dasselbe Kapital kann die Bank nicht zweimal ausleihen.

    Gewährt die Bank dem Unternehmer einen Kredit in Form von Buchgeld, so behält sie die Banknoten im Tresor und schreibt dem Unternehmer ein Guthaben auf dessen Konto bei der Bank gut (gegen Investition eines Betriebskredites).

    Die SNB begeht nun den Fehler, dass sie davon ausgeht, dass die Bank das Kapital des Sparers gleich zweimal ausleiht: Einmal an die SNB in Form von Banknoten (die sie behält) und gleichzeitig auch dem Unternehmer in Form von Buchgeld. Das geht nicht.

    Deshalb kommt die SNB zum falschen Resultat der “multiplen Geldschöpfung”. Sie addiert unkorrekterweise Banknoten und Buchgeldbetrag. Das ist falsch, weil sie dem Unternehmer die Banknoten übergeben muss, wenn sie das Kapital des Sparers dem Unternehmer “weiterreichen” will. Sie kann das Kapital des Sparers nicht der SNB ausleihen und zugleich dem Unternehmer.

    Oder einfach ausgedrückt: Man kann einen Kuchen nicht gleichzeitig zweimal an verschiedene Leute verschenken oder verkaufen.

    Oder man kann einen Kuchen nicht behalten und trotzdem verschenken. Geht nicht.

    Der Satz:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    ergibt keinen Sinn.

    Dieser Satz ist buchhalterisch nicht nachvollziehbar – nicht möglich.

    Marc Meyer

    Nachtrag VII: “Was ist Geld?”

    Verehrte Leserinnen, verehrte Leser,

    Die Diskussion im Beitrag:

    “Vollgeld-Initiative: Lachnummer mit Emil” (Inside Paradeplatz, 18. März, 2014)

    zeigt einmal mehr, dass gravierende Missverstände bestehen, was eine Geldemission anbelangt.

    Die Vollgeld-Initiative basiert auf solchen Missverständnissen.

    Ich habe in meinem obigen Text das Beispiel einer Geldemission gezeigt bei der Vergabe eines Hypothekarkredites.

    Der entscheidende Fehler in der heutigen Geldtheorie ist der, dass Geld nicht – ich wiederhole – nicht ein Kredit der Geldemittenten an die Wirtschaft ist, sondern im Gegenteil eine Kreditaufnahme – eine Schuld – des Geldemittenten bei der Wirtschaft.

    Diesem Fehler sitzen auch die Initianten der Vollgeld-Initiative auf. Sie meinen, Geld sei ein Kredit der SNB an die Wirtschaft.

    In meinem Beitrag “Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung” habe ich mit Buchungssätzen versucht, Ordnung in die Geldtheorie zu bringen.

    Geldtheorie kann nur verstanden werden, wenn man die doppelte Buchhaltung versteht.

    Behauptungen wie:

    “Die SNB schöpft Geld oder Liquidität aus dem Nichts”

    widersprechen der fundamentalsten Regel der doppelten Buchhaltung.

    Könnte die SNB tatsächlich Liquidität aus dem Nichts herstellen, so lautete der entsprechend Buchungssatz in der Bilanz der SNB:

    “Liquide Mittel an Nichts”

    Das wäre ein einseitiger Buchungssatz.

    Diesen Buchungssatz gibt es aber nicht – und wird es nie geben. Er widerspricht der fundamentalsten Regel der Rechnungslegung.

    Ich vertrete hier also nicht meine “eigene Geldtheorie”.

    Nein! Ich vertrete die Doppelte Buchhaltung. Diese ist Jahrtausende alt.

    Bitte lassen Sie mich hier noch auf eine andere Art zeigen, was Geld effektiv ist und wie es entsteht:

    Dazu ein Beispiel:

    Angenommen, Sie kaufen ein Auto. Dieses koste 20’000 Franken.

    Es wäre nun denkbar, dass Sie Aktien besitzen von einem Unternehmen xy, welche im Moment bei 20 Franken notieren.

    Ebenfalls wäre es denkbar, dass Sie mit dem Autoverkäufer übereinkommen, das Auto mit der Übergabe von tausend Aktien des Unternehmens xy zu bezahlen.

    Das wäre nicht verboten. Sie dürften das tun, solange der Garagist damit einverstanden ist.

    Der Garagist könnte nun beispielsweise ein Mittagessen von 20 Franken bezahlen mit der Übergabe einer Aktie an den Wirt, solange dieser auch damit einverstanden ist usw.

    Das Problem bei Aktien als Tauschmedium wäre nun aber, dass der Kurs der Aktien ständig schwankt. Man müsste immer wieder neu abklären, wie hoch die Aktie notiert und wie hoch damit deren Kaufkraft ist.

    Und nun das Entscheidende:

    Jeder der die Aktie besitzt, der ist ein Investor (!) in Eigenkapital des Unternehmens xy.

    Um den Kursschwankungen der Aktie auszuweichen, könnte man Obligationen der betreffenden Unternehmung xy als Tauschmedium einsetzen.

    Das Problem hier wäre, dass deren Stückelung zu gross und deshalb unpraktisch ist.

    Trotzdem: Bei entsprechenden Beträgen wäre auch eine Bezahlung mit Obligationen denkbar.

    Und wieder ist entscheidend:

    Jeder, der die Obligation als Tauschmedium hält, der besitzt eine entsprechende Investition (!) in Fremdkapital des betreffenden Unternehmens.

    Gehen wir nun noch den letzten Schritt:

    Um die Bonität des Tauschmediums Geld zu gewährleisten und um praktische, kleine Stückelungen zu besitzen, wurden Zentralbanken gegründet.

    Sie emittieren Banknoten. Das sind Obligationen der Zentralbank (Siehe auch “Geld – eine Obligation der Notenbank”, Dissertation, Marc Meyer, Wenkenverlag, Riehen)

    Wer also eine Banknote besitzt, der besitzt eine Obligation der Schweizerischen Nationalbank. Er ist somit ein Investor in Fremdkapital der SNB.

    Bezahlt er mit der Banknote, so ist der neue Besitzer der Banknote nun der neue Investor in Obligationen der Nationalbank usw.

    Geld – d.h. Banknoten oder Notenbankgeld – ist somit keinesfalls ein Kredit der SNB an die Wirtschaft, wie in der heutigen Geldtheorie behauptet wird.

    Nein! Geld ist umgekehrt eine Investition von Marktteilnehmern in Fremdkapital der SNB!

    Diese Investition wird gehandelt und als Tauschmedium ständig weitergegeben.

    Das ist Geld.

    Ich hoffe, mit diesem Beitrag einen weiteren Schritt zur Klärung “Was ist Geld?” geleistet zu haben.

    Nachtrag VIII

    Im Zusammenhang mit der Diksussion um die Vollgeldinitiative (IP Beitrag: “Vollgeldinitiative – Lachnummer mit Emil”) schrieb ich folgende Antwort auf einen Kommentar, die ich hier auch noch “posten” möchte:

    Für Elise

    Wenn ein Kunde Banknoten im Wert von 1‘000 Franken auf die Bank bringt, so lautet der Buchungssatz aus Sicht des Kunden:

    Bank an Kasse 1‘000

    D.h. der Kunde investiert jetzt nicht mehr in Fremdkapital der Notenbank, sondern in Fremdkapital der betreffenden Geschäftsbank.

    Aus Sicht der Bank lautet der Buchungssatz:

    Kasse / Guthaben von Kunden 1‘000

    Die Bank ist jetzt gegenüber dem Kunden Schuldnerin und gegenüber der SNB Gläubigerin.

    Kommt jetzt ein neuer Kunde auf die Bank und will einen Kleinkredit von CHF 1‘000 so lautet der Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    Aktivkredit an Kunde an Giroguthaben von Kunden 1‘000

    D.h. die Bank verbucht auf ihrer Aktivseite den gewährten Kleinkredit und schreibt dem Kunden den Betrag auf dessen Konto gut.

    Sie sehen: Ihr Argumentation, der Kunde zwei erhalte das Kapital von Kunde eins stimmt nicht.

    Kunde zwei erhält den Kredit auch, wenn nicht vorgängig ein anderer Kunde CHF 1‘000 einbezahlt hat.

    Hier liegt ein katastrophaler Fehler in der Wirtschaftswissenschaft, der gelehrt wird.

    Die Initianten der Vollgeld-Initiative sind diesem Fehler aufgesessen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marc Meyer

    Nachtrag IX

    Das Märchen von der Fristentransformation

    In der Volkswirtschaftslehre wird gelehrt, Banken dienten als Intermediäre zwischen Gläubigern und Schuldnern.

    Beispiel: Die Sparer bringen ihr Geld auf die Bank und legen es dort kurzfristig auf Girokonti an. Mit diesen Geldern könnten nun die Banken ihrerseits längerfristige Kredite gewähren wie z.B. ein Hypothekarkredit.

    So wird u.a. eine positive Steigung der Renditekurve begründet. Aus statistischen Überlegungen wüssten die Banken, dass nie alle Girokonti gleichzeitig abgehoben würden. Deshalb könnten sie diese kurzfristigen Gelder langfristig zu einem höheren Zinssatz ausleihen.

    Auch hier handelt es sich um eine oberflächliche, zuwenig durchdachte Theorie:

    Wenn eine Bank beispielsweise einen Hypothekarkredit gewähren will, so hängt dieser keineswegs davon ab, ob zuvor Sparer ihr Geld bei dieser Bank angelegt haben, so dass diese es weiterverleihen kann.

    Der Hypothekarkredit hängt einzig und allein von der Bonität des Hausbauers und dem Wert des Hauses ab. Entsprechen diese den Anforderungen der Bank, so gewährt sie diesen Kredit und es entsteht Buchgeld, vollkommen unabhängig von allfälligen Spareinlagen anderer Kunden.

    Der Buchungssatz zur Gewährung eines Hypothekarkredits lautet:

    Gewährtes Hypothekardarlehen an Girokonto des Hausbesitzers

    So entsteht neues Buchgeld.

    Für nähere Details lesen Sie bitte die Nachträge V ff. wo die Entstehung von Geld anhand von verschiedenen Buchungssätzen erklärt wird.

    Nachtrag X

    Am 15. Januar 2015 hat die SNB nun also den Mindestkurs aufgegeben. Begründung: Sie hätte allein im Januar 2015 für 100 Milliarden Franken Euros kaufen müssen, um den Euro Kurs bei 1.20 halten zu können.

    Das beweist, dass die SNB nicht “unbeschränkt Geld schöpfen” kann, wie sie nun jahrelang behauptet hat. Denn könnte die SNB “unbeschränkt Geld schöpfen”, so wären auch 100 Milliarden kein Problem – denn unendlich ist unendlich grösser als 100 Milliarden.

    Die Tatsache, dass die SNB ihr Unterfangen aufgegeben hat, beweist, dass dieses unmöglich war.

    Die SNB kaufte ihre Euros bisher, indem sie ihre Konti bei den Banken masslos überzog und den Banken hunderte Milliarden “gutschreiben” musste.

    Kein Land und kein Unternehmen kann sich unendlich verschulden. Das gilt auch für unsere Nationalbank, die ihre Euros mit Fremdkapital gekauft hat und nicht mit “selbst geschöpftem (erschaffenem) Geld”, wie sie behauptet.

    Die Illusion des “Geldschöpfens aus dem Nichts” hat die SNB – hat uns – einen hohen zweistelligen Betrag gekostet.

    Wann sieht und gesteht die SNB ihren Irrtum endlich ein?

    Wie viele Milliarden muss die SNB und damit die Schweiz noch verlieren, bevor sie das “Märchen von der Geldschöpfung aus dem Nichts” als solches erkennt?

    • Nachtrag XI

      Verehrte Leserinnen und Leser

      Über anderhalb Jahre nach meinem Gastbeitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ publizierte Herr Dr. Jürgen Ott einen Artikel über die Vollgeld-Initiative in der Schweiz.

      Dabei schrieb ich einen Kommentar, der für die Leserinnen und Leser des Beitrags „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ ebenfalls von Interesse sein könnte.

      Ich erlaube mir deshalb, diesen Beitrag als Nachtrag XI hier zu posten.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

      @Dr. Otmar Pregetter

      Sehr geehrter Herr Doktor Pregetter
      …..
      Der fachliche Kern Ihres Kommentars ist ihre Argumentation, wonach ein Geldemittent z.B. ein Hochhaus oder ein Auto kaufen könne und dieses dann mit “Geld aus dem Nichts” bezahle.

      Ihre Argumentation ist identisch mit jener von SNB-Chef Prof. Dr. Jordan. Er argumentiert auch, die Schweizerische Nationalbank könne “Geld aus dem Nichts” schaffen, indem sie beispielsweise ihr Haus am Bürkliplatz durch einen Maler streichen lassen würde und mit “Geld aus dem Nichts bezahle”.

      Es scheint, dass solche Beispiele der letzte Halm sind, an welchen sich die Zentralbanker dieser Welt mit ihrer Irrlehre vom “Geld aus dem Nichts” klammern.

      Ich will Ihnen Ihren Überlegungsfehler und den der Zentralbanker hier nochmals erklären:

      Erstens:

      Zuerst einmal muss gesagt werden, dass es nicht das typische Beispiel einer Geldemission ist. Typischerweise – und von der Bundesverfassung vorgegeben – muss eine Zentralbank zum Nutzen der gesamten Volkswirtschaft investieren. D.h. eine Zentralbank kauft entweder Gold, dessen Wert rel. sicher ist und emittiert dagegen Notenbankgeld.

      Oder eine Zentralbank kauft Wertschriften und emittiert dagegen Notenbankgeld. Oder sie kauft Devisen und emittiert dagegen Notenbankgeld.

      Natürlich ist es auch denkbar, dass eine Notenbank ein Immobilienportefeuille aufbaut und dagegen Notenbankgeld emittiert.

      Würden Sie aber Ihr Geld bei einer Bank anlegen, welche ausschliesslich in eigene Autos für ihre Mitarbeiter investiert. Jeder Mitarbeiter bekommt dann eins, zwei oder drei Autos zu herumfahren.

      Was wären diese Autos nach zehn Jahren wert? Und wieviel wäre dann ihr Geld bei dieser Bank noch wert, wenn diese Konkurs gegangen ist, weil sie nur in Fahrzeuge zum herumfahren investiert hätte?

      Ihr Geld wäre nichts mehr wert.

      Genauso wäre das Notenbankgeld einer Zentralbank nach einigen Jahren nichts mehr wert, wenn diese nur in Autos investierte.

      Ähnlich wäre auch der Fall, wenn die Zentralbank nur in eigene Hochhäuser investiert und darin nichts gearbeitet wird. Der Landpreis wäre zumindest erhalten. Aber es ist nicht die Aufgabe einer Zentralbank in eigene Immobilien zu investieren und darin nichts zu arbeiten.

      Eine Zentralbank hat die Aufgabe, ein allseits anerkanntes Zahlungsmittel bereitzustellen.

      Sie tut das typischerweise, indem sie Wertschriften kauft und dagegen Notenbankgeld emittiert. Dabei muss sie einen positiven Zinsensaldo erwirtschaften. Selbstverständlich hat sie auch Kosten: Zinsaufwand, Löhne, Immobilenaufwand, Fahrzeugaufwand usw.

      Die Kosten für die Autos der Zentralbank und der Immobilienaufwand der Zentralbank werden mit dem Zinsertrag erwirtschaftet. Was dann noch übrig bleibt ist der Gewinn der Nationalbank bzw. deren “Seigniorage”.

      Das Geld, das emittiert wird bei einem Immobilienaufwand oder bei einem Fahrzeugaufwand (Ihr Beispiel) hat nur deshalb einen Wert, weil die Zentralbank insgesamt eine “Seigniorage” erwirtschaftet, die dafür garantiert, dass der Wert des Vermögens der Zentralbank insgesamt nicht unter den Wert ihrer Schulden – der ausstehenden Notenbankgeldmenge – fällt.

      Würde eine Notenbank aber nur in Malerarbeiten und Benzin für Autos investieren, ohne zu arbeiten, so wäre das Notenbankgeld dieser Zentralbank bald nichts mehr wert.

      Zweitens:

      “Geld aus dem Nichts” wäre genauso nichtig, wie einen Geburtsschein auszustellen ohne Geburt eines Kindes.

      Drittens:

      Würde die Notenbank “Geld aus dem Nichts” emittieren, so wären diesbezüglich zwei Buchungen möglich:

      “Liquide Mittel an Nichts”

      Oder

      “Nichts an Notenbankgeld”.

      Die Zentralbanken begehen in ihrer Argumentation zwei Fehler: Erstens behaupten sie, Notenbankgeld sei “Liquidität”. Damit könnten sie alle Schulden der Zentralbank bezahlen. Das ist falsch:

      Das wäre der Buchungssatz

      Liquide Mittel an Nichts.

      Das ist falsch. Unmöglich.

      Da muss die Buchhaltung keineswegs neu erfunden werden. Im Gegenteil: Die Doppelte Buchhaltung offenbart den Fehler der Zentralbanken.

      Der zweite Fehler liegt darin, dass die Zentralbanken übersehen, dass beide Seiten der Bilanz bei einer Geldemission gleichviel zunehmen. D.h. es gibt nicht “Geld aus dem Nichts”. Das wäre auf der einen Seite ein positiver Betrag und auf der anderen eine Null. Unmöglich.

      Die Bilanz würde “hinken”.

      Viertens:

      Wenn eine Notenbank ein Auto für den eigenen Fahrzeugpark kaufen muss und dieses mit eigenem Notenbankgeld “bezahlt”, so ist die Schuld der Zentralbank damit nicht beglichen. Sie ist immer noch offen.

      Ein Vergleich:

      Wenn Sie ein Auto für sich kaufen und bar bezahlen, so stellt das in Ihrer persönlichen Bilanz ein Aktivtausch dar:

      Fahrzeug an Kasse

      Ihre eigene Bilanz bleibt unverändert gleich lang.

      Wenn Sie hingegen ein Auto auf Kredit kaufen, so lautet der Buchungssatz:

      Fahrzeug an Fremdkapital

      In diesem Fall wird ihre persönliche Bilanz verlängert.

      Diese beiden Fälle sind grundverschieden voneinander:

      Im ersten Fall kaufen und bezahlen sie das Auto mit Ihrem Vermögen.

      Im zweiten Fall kaufen Sie das Auto und gehen eine entsprechende Schuld ein.

      Genauso ist das im Fall der Zentralbank: Sie kauft ein Auto und geht eine Schuld ein.

      Da sie die beste Schuldnerin im Lande ist oder sein sollte, kann diese Schuld der Zentralbank als Geld verwendet werden. D.h. der Autoverkäufer kann sein Guthaben bei der Zentralbank einem anderen Marktteilnehmer übereignen, von dem er etwas kauft.

      Der andere Marktteilnehmer ist jetzt Gläubiger der Zentralbank. Diese hat jetzt eine offene Schuld bei ihm.

      Das funktioniert aber nur, solange die ZB die beste Schuldnerin im Lande ist. Fällt der Wert des Vermögens der Zentralbank unter den Wert ihrer Schulden, so sind diese nicht mehr zu 100 Prozent gedeckt. Das von ihr emittierte Geld verliert deshalb an Wert.

      Fünftens:

      Wenn also SNB-Chef Prof. Jordan argumentiert, die Nationalbank könne ihre eigenen Schulden bezahlen indem Sie Notenbankgeld drucke, so belegt das, dass er Notenbankgeld fälschlicherweise zu den Liquiden Mitteln der SNB zählt. Er betrachtet damit Notenbankgeld als Zahlungsmittel der Zentralbank. Das ist falsch.

      Nur ein Aktivum kann ein Zahlungsmittel sein. Notenbankgeld ist aber ein Passivum des Geldemittenten. Er betrachtet Notenbankgeld also als Vermögen der Zentralbank anstatt als Schuld derselben.

      Er ist nicht der einzige Notenbankpräsident, der diesen Fehler begeht. Dr. Weidmann von der Bundesbank begeht offensichtlich denselben Irrtum.

      Bedenklich, wenn man an die Tragweite des Euros denkt.

      Sie selber Herr Doktor Pregetter haben ja den Artikel der Bank of England hier hervorgehoben. Diese hat das übernommen, was ich bereits seit 20 Jahren sage:

      Notenbankgeld ist eben nicht Vermögen des Geldemittenten, sondern eine Schuld.

      Unter dem Titel: „Money creation in a modern economy“ schreibt jetzt auch die BoE:

      „So they are a liability of the bank, not an asset that could be lent out.“

      Eine Schuld kann nur bezahlt werden mit einem “Asset”, d.h. mit Vermögen – nicht mit einer zusätzlichen Schuld.

      Konklusion:

      Es gibt kein Geld aus dem Nichts.

      Geld benötigt immer eine Gegenbuchung in Form eines realen Wertes.

      Am besten merken Sie sich das mit dem Beispiel:

      Ein Geburtsschein hat nur eine Bedeutung, wenn ein Kind geboren wurde.

      Ein Geburtsschein ohne Kind wäre wertlos – genauso wie Geld aus dem Nichts wertlos wäre.

      Und auf die Vollgeld-Initiative bedeutet diese Schlussfolgerung zweierlei:

      a) Geldschöpfung per se führt nicht zu einem Gewinn des Geldemittenten, da das emittierte Notenbankgeld nicht Vermögen des Geldemittenten darstellt, sondern eine Schuld.

      b) Der Geldemittent muss bei einer Geldemission einen Vermögenswert in seiner Bilanz aufnehmen. D.h. die Bank, welche Geld emittiert, muss auch den Kredit sprechen und auf ihr Buch nehmen. Daraus folgt: Bei Annahme der Vollgeld-Initiative dürfte nur noch die SNB Hypothekarkredite gewähren. Das wäre Kommunismus pur.

      Ich habe diese Zusammenhänge in meinen beiden Beiträgen

      “Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung”

      Und

      “Vollgeld-Initiative – Lachnummer mit Emil”

      aufgezeigt.

      Und zum Schluss noch eine Frage: Es haben sich hier Professoren aus Deutschland und Oestereich zum Worte gemeldet. Sie wollen Vollgeld in der Schweiz. Warum starten Sie diesen Versuch nicht zuerst in Deutschland und in Oesterreich?

      Da würde mich eine Antwort sehr interessieren.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  12. Korrigenda:

    @IT_Daniela

    Entschuldigung – da ist mir beim Kommentar an IT_Daniela, gleich unten, wirklich beim Einstieg eine unglückliche Argumentation passiert.

    Ich möchte diesen Kommentar deshalb nochmals kurz verbessert schreiben:

    Nehmen wir an, Kunde A bringe 100’000 Franken in Form von Banknoten auf die Bank

    Buchung aus Sicht der Bank:

    Kasse / Girokonto Kunde A CHF 100’000

    Nun möchte Kunde B einen Hypothekarkredit von CHF 100’000 aufnehmen. Dieser Kredit wird im gewährt, wenn er kreditwürdig ist und der Wert des Hauses entsprechend höher ist.

    Die Gewährung dieses zweiten Kredits hat nichts mit der Einzahlung von Kunde A zu tun. Die Bank schafft neues Geld. Sie leiht dem Kunden B nicht das Geld von Kunde A aus.

    Ob Kunde B diesen Kredit erhält, hat nichts mit der vorherigen Einzahlung von Kunde A zu tun. Kunde B erhält nicht das Geld von Kunde A.

    Die Bank schafft gegenüber Kunde B neues Geld – nicht aus dem Nichts, sondern gegen die Sicherheit des Hauses.

    Das Geld von Kunde A, die Banknoten, ist jetzt ein Kredit der Bank an die SNB, solange die Bank das Geld in der Kasse hält.

    Die SNB behauptet, eine Bank leihe das Kapital, das sie von Kunde A erhalten habe an Kunde B weiter aus. Das ist falsch.

    Warum?

    Es entsteht neues Geld. Nicht aus dem Nichts, sondern gegen Sicherheit des Hauses.

    So – ich hoffe, es ist jetzt klarer geworden.

    Detaillierte Buchungssätze finden Sie im Beitrag: “Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung”.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  13. Nachtrag:

    In einem späteren Diskussionsbeitrag (Vollgeld = Vollidiotie, verfasst von Dr. Jürgen Ott, Herrliberg) kam es erneut zur Beanstandung, dass die SNB auf ihrer Home Page falsche Angaben zur angeblichen Geldschöpfung verbreite.

    Ich habe deshalb einen Kommentar geschrieben, den ich hier auch veröffentlichen möchte:

    @IT_Daniela

    Nur der Schuldner und niemals der Gläubiger kann Geld weiter ausleihen!

    „Die Banken verleihen Spargelder an Kreditnehmer“ ist nicht Mythos, sondern Humbug. Bzw. es muss klar definiert werde, wer wem einen Kredit gewährt.

    Angenommen, Kunde A geht auf die Bank und möchte einen Hypothekarkredit für sein Haus von CHF 100’000.-.

    Buchungssatz (aus Sicht der Bank):

    Gewährtes Hypothekardarlehen / Giroguthaben Kunde A CHF 100’000

    Nun wolle Kunde B ebenfalls ein Haus bauen und beantrage bei der gleichen Bank auch einen Kredit in selber Höhe.

    Neuer Buchungssatz (aus Sicht der Bank):

    Gewährtes Hypothekardarlehen / Girokonto Kunde B CHF 100’000

    Dieser zweite Kredit hat nun rein gar nichts zu tun mit dem ersten Kredit. Der zweite Kredit wird gewährt in Abhängigkeit von der Bonität von Kunde B. Die Bank emittiert Neugeld, das nicht von Kunde A stammt.

    Die Bank kann unmöglich dem Kunden B das Geld ausleihen, das sie vom Kunden A erhalten hat.

    Warum nicht?

    Weil jedem Aktivum nur ein entsprechendes Passivum gegenübersteht und umgekehrt. Die Bank kann nicht einen Kredit zweimal ausbezahlen, ansonsten das eine gegenüber der Aktivseite doppelte Verlängerung wäre.

    Ein Kredit kann nicht über die Passivseite „weitergereicht“ werden. Er muss über die Aktivseite weitergereicht werden.

    Nur ein Schuldner kann einen Kredit „weiterreichen“ bzw. „weiter gewähren“. Ein Gläubiger kann das nicht, weil er einen bereits gewährten Kredit nicht ein zweites Mal nochmals gewähren kann.

    Ein Neues Beispiel:

    Angenommen, Kunde C wolle einen Kleinkredit von CHF 10’000.- den er aufgrund seiner Bonität auch erhalte.

    Die Bank bucht:

    Gewährter Kleinkredit / Girokonto Kunde C CHF 10’000.-

    Der Kunde verbucht:

    Giroguthaben bei Bank / aufgenommener Kleinkredit CHF 10’000.-

    Im Gegensatz zur Bank kann nun dieser Kunde seine zehntausend Franken Bargeld weiter ausleihen.

    Er kann z.B. seinem Sohn das Geld leihen für den Aufbau eines Unternehmens.

    Der Buchungssatz aus Sicht des Kunden C lautet nun:

    Gewährtes Darlehen an Sohn / Girokonto Bank CHF 10’000

    Die Bank bucht:

    Girokonto Kunde C / Girokonto Sohn von Kunde C CHF 10’000

    Ich fasse zusammen:

    Allein der Schuldner gegenüber der Bank, kann den von der Bank erhaltenen Kredit weiter ausleihen.

    Die Bank selber kann den Kredit nicht ausleihen, weil sie ihn ja schon einmal gewährt hat.

    Und nun zur Nationalbank (SNB):

    Die Banken (Pensionskassen / Versicherungen) gewähren der SNB einen Kredit in Form von Giroguthaben, sie sie dort besitzen. Dieses Geld kann die SNB weiter an die EZB ausleihen.

    Unsere Sparguthaben, die wir also bei den Banken anlegen, gewähren diese weiter an die SNB, weil sie uns gegenüber Schuldner sind. Die SNB gewährt das Kapital, das sie über die Giroguthaben der Banken erhält, weiter z.B. an die EZB, weil die SNB Schuldnerin gegenüber den Banken ist.

    Devisenanlagen (Guthaben bei EZB) / Giroguthaben der Banken

    Kapital kommt also über die Form von Giroguthaben zum Geldemittenten der dadurch Schuldner wird. Dieses Kapital kann er über seine Aktivseite weiter ausleihen.

    Deshalb liegen unsere Sparguthaben letztlich in Form von Euro-Guthaben bei der EZB. Die EZB kann dieses Kapital nun ihrerseits an die griechische Regierung leihen usw.

    Deshalb liegen unsere Sparguthaben letztlich in Griechenland, was sehr riskant ist.

    Bei der „Geldschöpfung“ kommt also das Kapital über die Passivseite zum Geldemittenten, der es über die Aktivseite weiter ausleiht.

    Wenn aber die SNB auf ihrer home page behauptet, dass sie das Geld von Kunde A an Kunde B ausleiht, so stimmt das nicht, weil Kunde B genauso ein Gläubiger der SNB ist wie Kunde A.

    Der Geldemittent kann Geld nur an einen neuen Schuldner ausleihen – nicht an einen Gläubiger.

    Das ist reine Logik.

    Die SNB erzählt uns einfach Märchen. Nicht glauben!

    Ich habe die verschiedensten Buchungssätze bei der angeblichen „Geldschöpfung aus dem Nichts“ detailliert aufgezeigt in meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ (siehe die über 10 Nachträge dort).

    http://insideparadeplatz.ch/2013/09/25/die-snb-und-das-maerchen-von-der-geldschoepfung/

    Mit freundlichen Grüßen

    Marc Meyer

  14. Die Geldschöpfung und das Märchen von den Schulden

    Ein US-Gericht hatte eine Hypothekarschuld eines Schuldners als nichtig erklärt, da durch die Geldschöpfung aus dem Nichts die Bank nicht berechtigt sei, das Haus als Ersatz für nicht geleistete Schuldzahlungen als Gegenwert in Besitz zu nehmen. Diese Regelung könnte international gelten.

    Meine Hypothese: Schulden sind deshalb rechtlich gesehen keine Schulden, Kredite und Hypotheken sind Geschenke der Banken.

    So betrachtet glaube ich die Äusserung eines griechischen Syriza-Politikers nach der erfolgreichen Wahl, dass Griechenland gar keine Schulden habe, zu verstehen.

    • @Stefan Kirchgraber

      Besten Dank.

      Habe Ihren Kommentar leider erst heute entdeckt.

      Bei der „Geldschöpfung“ durch das Bankensystem entsteht Giralgeld, indem z.B. eine Schuld des Hausbesitzers gegenüber der Bank (in Form eines Hypothekarkredits) mit einer anderen Schuld der Bank gegenüber dem Hausbesitzer (in Form eines Giroguthabens des Kunden bei der Bank) verrechnet wird.

      Was sind die Vorteile: Die Schuld der Bank gegenüber dem Hausbesitzer in Form eines Giroguthabens des Hausbesitzers bei der Bank kann gestückelt werden.

      Deshalb kann sie als Geld verwendet werden.

      Der Hypothekarkredit kann nicht gestückelt werden bzw. wird in der Schweiz i.d.R. nicht gestückelt (in den USA gibt es jedoch „mortgage backed securities“).

      Wenn also der Hausbesitzer offene Rechnungen z.B. gegenüber dem Architekten bezahlt, so wird der Architekt Gläubiger gegenüber der Bank. Er besitzt jetzt ein gewisses Guthaben bei der Bank im Betrag seiner geleisteten Arbeit. Damit hat er im Liquidationsfall der Bank Anrecht auf Anteil des Liquidationserlöses.

      Dieses sein Guthaben bei der Bank kann er seinerseits an jemand anders übertragen, wenn er damit etwas bezahlt will.

      Der Hausbesitzer könnte sein Haus nicht finanzieren, indem er seine Hypothekarschuld selber stückelt und in Form von „Mini-Obligationen“ diese z.B. dem Architekten als Bezahlung übergibt.

      Wollte er das tun, so müsste der Architekt eine Bonitätsprüfung des Hausbesitzers durchführen. Ebenso müssten das die Bauleute usw. tun und alle, die ihrerseits wiederum mit diesem Geld bezahlt werden.

      Es stellt eine Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität dar, wenn die Bank diese Aufgabe übernimmt. Sie führt die Bonitätsprüfung durch und nimmt den gesamten Hypothekarkredit auf ihr Buch.

      Dieser Hypothekarkredit kann jetzt indirekt aufgestückelt werden, weil die Bank entsprechende Giroguthaben gutschreibt all jenen gegenüber denen der Hausbesitzer eine Bezahlung erledigen muss. Diese haben nun einen entsprechenden Anteil an einem allfälligen Liquidationserlös der Bank.

      Und nun zurück zu Ihrem Fall in den USA: Genauso wie die Schuld des Hausbesitzers gegenüber der Bank mit dem Vermögen des Hausbesitzers (Haus) gesichert ist, genauso ist die Schuld der Bank gegenüber dem Hausbesitzer in Form dessen Giroguthabens mit dem Vermögen der Bank gesichert.

      Ginge die Bank Konkurs, so dienten die Aktiven der Bank den Kunden als Sicherheit für deren Einlagen (Giroguthaben). Sie hätten Anteil am Liquidationserlös der Bank-Aktiva.

      Genauso hat die Bank ein Anrecht auf den Verkaufserlös des Hauses (anteilsmässig) im Falle eines Konkurses des Hausbesitzers.

      Wenn also ein Gericht urteilt, die Bank dürfe ein Haus nicht als Ersatz für eine nicht abgezahlte Schuld in Besitz nehmen, so ist das einäugig:

      Erstens nimmt die Bank das Haus nicht in Besitz – dieses gehört dem Hausbesitzer. Es dient nur als Sicherheit für den Fall, dass der Hausbesitzer Konkurs geht.

      Zweitens dient umgekehrt auch das Vermögen der Bank genauso als Sicherheit für die Kunden der Bank, welche Giroguthaben bei der Bank besitzen.

      Der Gerichtentscheid in den USA deckt lediglich auf, dass das Gericht nicht weiss, was sogenannte „Geldschöpfung“ ist und auf das „Märchen der Geldschöpfung aus dem Nichts“ hereingefallen ist.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  15. Nachtrag X

    Am 15. Januar 2015 hat die SNB nun also den Mindestkurs aufgegeben. Begründung: Sie hätte allein im Januar 2015 für 100 Milliarden Franken Euros kaufen müssen, um den Euro Kurs bei 1.20 halten zu können.

    Das beweist, dass die SNB nicht „unbeschränkt Geld schöpfen“ kann, wie sie nun jahrelang behauptet hat. Denn könnte die SNB „unbeschränkt Geld schöpfen“, so wären auch 100 Milliarden kein Problem – denn unendlich ist unendlich grösser als 100 Milliarden.

    Die Tatsache, dass die SNB ihr Unterfangen aufgegeben hat, beweist, dass dieses unmöglich war.

    Die SNB kaufte ihre Euros bisher, indem sie ihre Konti bei den Banken masslos überzog und den Banken hunderte Milliarden „gutschreiben“ musste.

    Kein Land und kein Unternehmen kann sich unendlich verschulden. Das gilt auch für unsere Nationalbank, die ihre Euros mit Fremdkapital gekauft hat und nicht mit „selbst geschöpftem (erschaffenem) Geld“, wie sie behauptet.

    Die Illusion des „Geldschöpfens aus dem Nichts“ hat die SNB – hat uns – einen hohen zweistelligen Betrag gekostet.

    Wann sieht und gesteht die SNB ihren Irrtum endlich ein?

    Wie viele Milliarden muss die SNB und damit die Schweiz noch verlieren, bevor sie das „Märchen von der Geldschöpfung aus dem Nichts“ als solches erkennt?

    • Dr. Meyer Hoher Verlust im zweistelligen Mrd Betrag? EK SNB 2008 57 Mrd – Feb 2015 44 Mrd das sind gerade mal 13 Mrd und dazu wurden noch 4 Mrd Dividenden ausbezahlt – also netto minus 9 Mrd.
      .
      Und wieso kann die SNB nicht einfach bei OF Tausendernötli drucken lassen — ihr Beresina-Gleichnis scheint mir in diesem Zusammenhang schon etwas weltfremd.
      .

    • @Marcel Senn

      Sehr geehrter Herr Senn

      Besten Dank für Ihren Beitrag, den ich leider erst heute bemerkt habe.

      Erstens:

      Wenn die SNB die Schweizer Wirtschaft (dazu gehören u.a. auch Export- und Tourismusbranche) ankurbeln will, so muss sie in der Schweiz investieren – nicht im Ausland. Die SNB investiert aber über 100x mehr im Ausland als in der Schweiz. Damit verstösst sie gegen die Bundesverfassung.

      Zweitens:

      Aufgrund ihrer masslosen Auslandinvestitionen geht die Wertschöpfung von hunderten Milliarden Franken ans Ausland verloren, anstatt hier zu bleiben. Diese Opportunitätskosten übertreffen die Kursverluste auf den Devisen um ein Vielfaches. Wir sprechen hier von dreistelligen Milliardenbeträgen.

      Drittens:

      Die Eigenkapitalquote der SNB betrug im Jahre 2007 über 50 Prozent. Heute ist sie unter 10 Prozent. Am 15. Januar 2015 war das Eigenkapital der SNB sogar kurz mit einem zweistelligen Milliardenbetrag negativ.

      Sehen Sie diese Gefahr nicht?

      Bleibt das EK der SNB negativ, so müssen die Kreditgeber der SNB (Banken, Pensionskassen, Krankenkassen) ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen und können Konkurs gehen.

      Viertens:

      In den vergangenen Jahren hat die SNB der Exportwirtschaft eine gratis Währungsoption für hunderte Milliarden Franken gewährt. Das Risiko trägt auch jetzt noch der Steuerzahler.

      Für diese jahrelange Option hätte die SNB einen hohen zwei- bis dreistelligen Milliardenbetrag verdienen sollen, um gegen kommende Risiken gewappnet zu sein.

      Die SNB besitzt nun hunderte Milliarden Devisenanlagen mit einem exorbitanten Kursverlust- und Schuldner-Risiko. Sie besitzt aber kein Reservepolster. Die Steuerzahler und SNB-Kreditgeber tragen jetzt dieses enorme Risiko.

      Fünftens:
      Sie fragen: „Und warum kann die SNB nicht einfach Nötli drucken lassen?“ Damit geben Sie zu erkennen, dass sie nicht verstehen, wie eine Geldemission verbucht wird.

      Nur Geldfälscher können einfach „Nötli drucken“ und damit etwas bezahlen.

      Es ist m.E. einfach nur noch penibel, wenn eine Notenbank auf solcher Basis wie Sie argumentiert und behauptet, sie könne „Geld aus dem Nichts schaffen“ und damit unser Volksvermögen verjubelt.

      Bitte lesen Sie bezüglich Verbuchung einer Geldemission die diversen nachfolgenden Nachträge.

      Mein Beresina-Beitrag zeigt deutlich, was mit dem Geldwert geschieht, wenn die Aktiven einer Zentralbank wertlos werden.

      Wenn etwas weltfremd ist, so ist es die Behauptung der SNB, sie könne „Geld aus dem Nichts schöpfen“.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  16. Kann ein Geldfälscher Pleite gehen? Nein
    Kann ein Geldfälscher Kredite vergeben? JA
    Kann ein Geldfälscher mit Blüten einkaufen gehen? JA
    Kann ein Geldwäscher mit seinen Blüten unbeschränkt Fremdwährung kaufen? JA

    Ersetze Geldfälscher durch SNB….- und Meinung geändert?!

    • @J. Hügli

      Danke.

      Ein Geldfälscher verbucht bei der Geldemission:

      Banknoten an Eigenkapital

      Die SNB verbucht:

      Devisenanlagen an Banknoten

      Sehen Sie den Unterschied?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Marc Meyer Dr.

      Ich denke bei einer Verlängerung der Bilanz sind die korrekten Buchungssätze z.B:

      Devisenanlagen/Notenumlauf
      Devisenanlagen/Girokonten inl. Banken

      Also wo ist das Problem? Schlussendlich ist es nur der Glaube der Menschen, welcher Fiatgeld den Wert gibt. Selbst Naturalgelder sind davon nicht ausgenommen. Kommen die Menschen zum Glauben, dass Gold keinen Wert mehr besitzt so kann die SNB diesen Posten in der Bilanz auch streichen. Die Wertberichtigung könnte dann ganz brutal heissen:
      Girokonten inl. Banken/Gold

      Einer Zentralbank ergeht es eben ähnlich wie dem Geldfälscher. Bei beiden funktioniert es nur, wenn die Menschen an den Wert respektive die Echtheit des Geldes glauben.

      Die wichtigste Fragen sind für mich: Was kann eine Geschäftsbank für sein Haben auf dem Girokonto bei der SNB effektiv einfordern? Was höchstens kriegen sie?

      Zur Veranschaulichung möchte ich folgenden Vergleich machen:

      Man könnte die Sichteinlagen der Geschäftsbanken mit einem Migros-Gutschein vergleichen. Die SNB stellt einen orangen Migros-Gutschein einer Geschäftsbank aus. Der Migros-Gutschein erscheint in den Passiven der SNB, dies ist eine Forderung, welche von einer Geschäftsbank logischerweise auch eingefordert werden kann.
      Bei einem Einlösen des Migros-Gutscheins könnte die SNB nun etwas von ihren Aktiven wie Obst, Fleisch etc. (Gold) an die Geschäftsbank liefern. Wird sie aber in keinem Falle machen, denn anders als bei der Migros, welche Gutscheine in Waren umtauscht, wird die SNB nur in andere Gutscheine (Fiatgeld) umtauschen. Die Geschäftsbank bekommt also höchstens einen blauen Migros-Gutschein von der SNB ausgestellt.

    • @Huegli

      Sie fragen mich, wo das Problem liege:

      Ihr erster Buchungssatz ist falsch. Das ist das Problem.

      Der Buchungssatz des Geldfälschers lautet:

      Banknoten an Eigenkapital

      Diesen Buchungssatz darf die SNB bei einer Geldemission nicht verbuchen.

      mfG

      Marc Meyer

  17. „For a commercial bank, negative capital—or the fear that a bank is approaching negative capital—has clear implications. But for central banks zero has no special meaning for two reasons. The first is that central banks are not subject to insolvency procedures; the second is that central banks, in their conventional state, have a significant unrecorded asset: namely, the monopoly right to issue fiat money (currency boards and countries participating in a monetary union are an important exception here). This monopoly right, were it capitalized on the balance sheet in the form of franchise value or goodwill, could easily be in the range of 20 percent of GDP, depending on the steady-state level of the inflation tax and the discount rate.“ (Peter Stella, IMF Staff Papers, Vol. 52, Number 2)

    • @Gedankenanstoss

      Central bank money is not an asset but a liability of the central bank.

      Therefore central bank money is no means of payment for the central bank itself.

      As a consequence, also a central bank may become insolvent.

      kind regards

  18. Sehr gehrter Herr Dr. Meyer,

    es ist sehr Interessant und über weite Strecken erfrischend was Sie über „Geldschöpfung der SNB, Mindestkurs und evtl. Bankrott der SNB“ schreiben. Ich habe mir sämtliche Standpunkte tiefer angesehen und dabei folgende Betrachtung für mich gewonnen.

    Stichwort: Negatives EK der SNB

    Ist es richtig, anzunehmen, dass die SNB Bankrott ist, wenn sie die von ihr emittierten Geldnoten (Passiva) mit ihren Aktiva (vor allem Pfänder ihrer Geschäftsbankschuldner, Edelmetalle und Reserven) nicht aus dem Umlauf zurückkaufen kann und ihr Eigenkapital geringer ist als das Volumen der weiterhin umlaufenden Noten?. Diese bleiben ja Forderungen gegen ihr Eigentum, das sie nun verbraucht hat.

    Stichwort: Bankrott vs. Weiterhin operieren der SNB

    Wenn die SNB die Bilanz nicht im Lot halten kann, mit verschiedenen Massnahmen/Gegenmassnahmen, wenn das nicht gelingt, muss die SNB mit frischem Eigenkapital versehen werden. Kann man deshalb heute sagen, dass die SNB zwar rechnerisch bankrott sei, aber trotzdem weiter operieren kann/könnte, weil alle darauf rechnen, dass die Regierung sie wieder mit Eigenkapital ausstattet, wenn sie auch im nächsten oder übernächsten Jahr die Gewinne nicht einfährt, mit denen sie ihr Eigenkapital wieder ins Schwarze bringen kann? Sie behält ihre lender of last resort-Position, weil hinter ihr ein Eigentumsspender letzter Hand steht (Steuerzahler)?.

    Stichwort: Märkte

    Sobald das Manipulieren (EURO-Anbindung) der Märkte aufhört, fallt der CHF gegenüber dem EURO, dasselbe gilt ganz allgemein auf für die Papiere über hunderte Milliarden, die jetzt zum Nennwert in den Eigenkapitalen bilanziert werden, auf die Hälfte oder weniger. ?

    Was die im Investment verlieren, können sie mit gleichzeitig im Eigenkapital Verlorenem ja nicht mehr glattstellen. Ein allfälliger Bankrott der SNB wird deshalb mit immer neuen Konstruktionen hinausgezögert?

    Wenn ich Sie richtig verstanden habe, sind diese Entwicklungen mit Sorge zu betrachten, denn dadurch entsteht die grosse Gefahr der Deflation mit anschliessender Eigenkapitallöschung….und zwar die der Bürger einbegriffen…

    Ich werde zu einem späteren Zeitpunkt auf weitere offene Fragen eingehen, vorerst einmal, bitte ich um kurze Stellungnahme, ob ich Sie ansatzweise richtig interpretiere.

    Freundliche Grüsse
    Michele D’Aloia

  19. Guten Tag Herr Meyer
    besten Dank für ihre Antwort. Eine Anschlussfrage: Die entstandene Hypothek kann nun von der Bank verbrieft (Wertpapier) werden. Was ist der Wert dieser jährlichen Zinszahlung für einen allfälligen Vermögensanleger, da die Hypothek in der Regel nicht getilgt wird?
    Freundliche Grüsse
    Josef Burri

    • @Josef Buri

      Hypotheken werden in der Schweiz m.E. nicht verbrieft (ev. wenige Ausnahmen).

      mfG

      Marc Meyer

      P.S. diese Frage ist in Bezug auf meinen ursprünglichen Standpunkt-Beitrag nur marginal.

  20. Guten Tag Herr Meyer
    ich würde mal das Beispiel mit dem Hausbau und den Buchungssätzen ohne Haus versuchen. Einfach Land kaufen. Was muss die Bank erfüllen. Theoretisch diese 2.5% Mindestreserve oder das geforderte Eigenkapital. Sobald sie dieses Geld im Kreislauf (SNB-Geschäftsbanken)hat kann sie einen Kredit per Knopfdruck an einen Käufer gewähren. die Sicherheit hat sie ja mit dem Land. Das Geld kommt in Umlauf und wird von den Geschäftsbanken geschöpft.
    Josef Burri

    • @Josef Burri

      Guten Morgen

      Ja, man kann das Entstehen von Geld auch ohne Haus, nur mit dem Land, darstellen.

      Ein Investor will Land kaufen für 1 Mio. Er bringt 20 Prozent Eigenkapital. Den Rest nimmt er bei der Bank auf.

      Diese gewährt dem Investor einen Kredit von 800’000 Franken. Damit ist Geld entstanden, völlig unabhängig davon, ob die Bank zuvor von jemandem anderes Kapital erhalten hat.

      Buchungssatz aus Sicht der Bank:

      Aktivdarlehen / Giroguthaben von Kunden

      (Giroguthaben von Kunden = Giralgeld)

      Die Bank ist jetzt Gläubigerin des Investors (ihre Aktivseite) und zugleich Schuldnerin (ihre Passivseite). Die Passivseite der Bank stellt das Buchgeld dar.

      Die Bank muss bei der SNB eine Mindestreserve von 2.4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten (Giralgeld) deponieren. Das sind 24’000 Franken Giroguthaben der Bank bei der SNB.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  21. Find diese Disskussion sehr ermüdend. Geht es ihnen letztendlich nur darum, dass Notenbankgeld auf der Passivseite steht und daher für sie Schulden sind? Ja, das stimmt, ich seh darin aber kein Problem. Die ZB kann den Posten quasi beliebig erweitern, so lange jemand bereit ist ihr was dafür zu geben, das kommt dann nämlich auf die Passivseite. Die Sache der englischen ZB mit dem Money is just an IOY war für mich nicht so überaschend gewesen. Die Idee, dass die den Geldschöpfungspross genau steuern kann lebt nur in alten Modellen.

    Btw weniger schreiben ist oft mehr, die ganzen langen Kommentare will doch niemand lesen.

    • @Peter Pan

      Habe Ihren Beitrag erst jetzt gesehen, deshalb die verspätete Antwort.

      Jetzt, über ein Jahr nach meinem Gastbeitrag kommen Sie und schreiben, Sie fänden die Diskussion ermüdend. Also bestätigen Sie: Es wird auch jetzt noch über meinen Text debattiert. Das ist gut so und erfreut mich.

      Sie bestätigen also, dass Notenbankgeld Schulden der SNB darstellen. Da bin ich auch froh. Dann müssen Sie aber auch bestätigen, dass in der National-Ökonomie bisher Notenbankgeld umgekehrt als ein Aktivkredit der SNB, d.h. als Guthaben der SNB, angesehen wurde.

      Der Ausdruck: „Günstiges Geld ins System pumpen“, würde bedeuten, dass die SNB Geld zu einem tiefen Zinssatz anbietet. Dabei verlange die SNB einen tiefen Aktivzinssatz. Geld wird dabei fälschlicherweise als Aktivum der Notenbank interpretiert.

      Die SNB wird bei einer Geldemission irrtümlicherweise als Gläubigerin betrachtet („lender of last resort“) anstatt als Schuldnerin.

      Das geht auch aus den im Text zitierten diversen Fernsehsendungen deutlich hervor (u.a. Tagesschau usw., Bankenprofessor Ammann von der HSG usw.)

      Und jetzt kommen Sie und behaupten, dass das für Sie nicht überraschend sei. Sie seien gelangweilt.

      Ist das nicht etwas gar billig?

      Warum dann, Peter Pan, haben Sie nicht früher reagiert und die SNB, die Wirtschaftsprofessoren und das Schweizer Fernsehen darauf aufmerksam gemacht, dass sie Aktiven und Passiven der SNB miteinander verwechseln? Warum haben Sie sich nicht hier auf Inside Paradeplatz mit einem Standpunkt-Beitrag gemeldet?

      Angesichts von SNB-Schulden von über 400 Milliarden Franken wäre das angezeigt gewesen.

      Richtig. Jetzt kommt auch die Bank of England und weiss es plötzlich auch. Erst jetzt – nach meinem Beitrag.

      Es ist richtig, Geld ist ein IOY. „Ich schulde Dir“. Wer aber schuldet wem?

      Die Zentralbank dem Volk oder das Volk der Zentralbank?

      Jahrzehnte lang hat nun die Nationalökonomie irrigerweise behauptet, die Wirtschaft schulde der Zentralbank (lender of last resort). Jetzt komme ich und sage: Nein: Die Zentralbank ist umgekehrt Schuldnerin (siehe auch meine Dissertation (Geld – eine Obligation der Notenbank, 1997)

      Und jetzt tun Sie, als ob das immer klar gewesen sein.

      Ich empfinde das als eine etwas gar billige Masche.

      Bitte seien Sie korrekt und fair – auch mir gegenüber.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Addendum

      @Peter Pan

      Noch etwas. Sie schreiben:

      „Ja, das stimmt, ich seh darin aber kein Problem. Die ZB kann den Posten quasi beliebig erweitern, so lange jemand bereit ist ihr was dafür zu geben, das kommt dann nämlich auf die Passivseite.“

      Nein, Peter Pan – Wenn jemand der SNB etwas für Notenbankgeld gibt, so kommt das nicht auf die Passivseite, sondern auf die Aktivseite der SNB-Bilanz (z.B. Euro).

      Sie scheinen auch nicht so ganz sattelfest zu sein, was links und rechts in der Bilanz hinkommt bzw. was Aktiven und Passiven der SNB sind – genauso wie unsere Nationalbank auch.

      Anstatt mir zu schreiben, wie gelangweilt Sie ab meinem Text sind, wäre es vielleicht ratsam für Sie, unterscheiden zu lernen, was Aktiven und was Passiven der SNB sind.

      „IOY“ ist schon gut und recht – nur sollte man genau wissen, wer was wem schuldet.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  22. Nachtrag IX

    Das Märchen von der Fristentransformation

    In der Volkswirtschaftslehre wird gelehrt, Banken dienten als Intermediäre zwischen Gläubigern und Schuldnern.

    Beispiel: Die Sparer bringen ihr Geld auf die Bank und legen es dort kurzfristig auf Girokonti an. Mit diesen Geldern könnten nun die Banken ihrerseits längerfristige Kredite gewähren wie z.B. ein Hypothekarkredit.

    So wird u.a. eine positive Steigung der Renditekurve begründet. Aus statistischen Überlegungen wüssten die Banken, dass nie alle Girokonti gleichzeitig abgehoben würden. Deshalb könnten sie diese kurzfristigen Gelder langfristig zu einem höheren Zinssatz ausleihen.

    Auch hier handelt es sich um eine oberflächliche, zuwenig durchdachte Theorie:

    Wenn eine Bank beispielsweise einen Hypothekarkredit gewähren will, so hängt dieser keineswegs davon ab, ob zuvor Sparer ihr Geld bei dieser Bank angelegt haben, so dass diese es weiterverleihen kann.

    Der Hypothekarkredit hängt einzig und allein von der Bonität des Hausbauers und dem Wert des Hauses ab. Entsprechen diese den Anforderungen der Bank, so gewährt sie diesen Kredit und es entsteht Buchgeld, vollkommen unabhängig von allfälligen Spareinlagen anderer Kunden.

    Der Buchungssatz zur Gewährung eines Hypothekarkredits lautet:

    Gewährtes Hypothekardarlehen an Girokonto des Hausbesitzers

    So entsteht neues Buchgeld.

    Für nähere Details lesen Sie bitte die Nachträge V ff. wo die Entstehung von Geld anhand von verschiedenen Buchungssätzen erklärt wird.

  23. Die Bank of England hat nun wesentliche Punkte meines Beitrags hier übernommen ohne Zitat oder Quellenangabe.

    Das ist rechtswidrig und enttäuschend.

    (Publikaton Bank of England)

    Marc Meyer

  24. Grundsätzlich sehe ich das auch so wie Herr Meyer, dass Geld durch Herr und Frau Schweizer geschaffen wird und nicht durch die Banken. Wenn Herr und Frau Schweizer oder wer auch immer einen Kredit aufnimmt, kommt Geld in Umlauf.

    „Credit drives the economy, not debt. Debt is the mirror reflection of credit. Even the most accurate mirror does violence to the symmetry of its reflection. Why does a mirror turn an image right to left and not upside down as the lens of a camera does? The scientific answer is that a mirror image transforms front to back rather than left to right as commonly assumed. Yet we often accept this aberrant mirror distortion as uncolored truth and we unthinkingly consider the flawed reflection in the mirror as a perfect representation.

    Similarly, we reflexively accept as exact fidelity the encrypted labels assigned to our thoughts by the distorting mirror of language. Such habitual faulty acceptance is consequential because it is through language that ideas are transmitted and around language that culture develops.

    In the language of economics, credit and debt are related but not the same. In fact, credit and debt operate in reverse relations. Credit requires a positive net worth and debt does not. One can have good credit and no debt. Too much debt lowers credit rating. When one understands credit, one understands the main force behind the modern economy, which is driven by credit and stalled by debt. Behaviorally, debt distorts marginal utility calculations and rearranges disposable income. Thus debt turns more commodities into Giffen goods and creates what US Federal Reserve Board chairman Alan Greenspan calls „irrational exuberance“, the economic man gone mad.“
    (Perils of the debt-propelled economy
    By Henry C K Liu, Sept 14, 2002)

    Wenn die Banken nur Einlagen weiter verleihen würden, hätte Herr Meyer mit seinen Ausführungen recht. Sie verleihen aber Kredite durch eine reine Bilanzverlägerung und müssen auf diesen nur eine kleine Reserve halten (in der EU aktuell 1%). Etwa 90% dieses Geldes werden aber nicht durch die Nationalbank, sondern durch die Geschäftsbanken „geschöpft“. Wenn ein Kredit zurück bezahlt wird, verschwindet dieses Geld wieder bzw. wird „vernichtet“. Zahlt der Kreditnehmer nicht zurück, geht der Ausfall zu Lasten des Gewinns und/oder zu Lasten des Eigenkapitals der Bank insoweit keine verwertbaren Pfänder vorhanden sind (Blankokredite).

    Eine sehr instruktive Betrachtung des Geldwesens findet sich in den Briefen eines Bankdirektors an seinen Sohn:

    http://tinyurl.com/kkvs384

  25. Sehr geehrte Leserinnen und Leser

    Der Übersichtlichkeit wegen „poste“ ich hier nochmals die diversen Nachträge, die ich zu diesem Text geschrieben habe.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marc Meyer

    Nachtrag I

    Gestern Abend bin ich noch auf einen Beitrag des Schweizer Fernsehens gestossen, in dem die „Geldschöpfung“ erklärt werden soll. Der Beitrag stammt vom Wirtschaftsmagazin ECO von Reto Lipp, notabene Wirtschaftsjournalist des Jahres 2011.

    Der besagte Beitrag wurde am 19.12. 2012 ausgestrahlt. Er besteht aus zwei Kurzfilmen (Google: „Geldschöpfung ECO“).

    Bei der Ansicht beider Filme standen mir „die Haare zu Berge“. Dermassen unqualifiziert und unüberlegt sind sie. Übrigens wird auf der Homepage der SNB „iconomix“ sogar Reklame für diese beiden irreführenden Filme gemacht.

    Film 1

    Der grundsätzliche Fehler beginnt damit, dass am Anfang des vermeintlichen „Geldschöpfungsprozesses“ von „Bargeld“ die Rede ist. Am Ende des Prozesses jedoch von „Bargeld“ plus „Buchgeld“.

    Analysieren wir den Film:

    Eine Frau bezahle CHF 10‘000 in Bargeld (Banknoten) auf ihr Konto bei einer Bank ein. Nun gebe die Bank CHF 7‘000 davon an einen Handwerker weiter. Dieser kaufe damit eine Maschine und der Verkäufer der Maschine bringe die CHF 7‘000 wieder auf eine Bank. Derselbe Prozess geschehe noch einmal. Nun würden CHF 4‘000 an eine Studentin ausgeliehen. Der Film schliesst: „So hätten die Banken aus CHF 10‘000 Bargeld zusätzlich CHF 11‘000 Buchgeld „geschöpft“. Zusammen gäbe es nun CHF 21‘000.- (sogenannte „Geldschöpfung“).

    Wenn jemand auf einer Bank CHF 10‘000 in Bargeld anlegt, so hat das in der Bilanz der Bank zur Folge, dass auf der Aktivseite der Bilanzposten „Kassa“ um CHF 10‘000.- steigt. Gleichzeitig steigt auch der Passivposten „Spareinlagen von Kunden.“ Die Bilanz der Bank verlängert sich damit um CHF 10‘000.-.

    Nun geht der Film weiter: Die Bank leihe von den CHF 10‘000 der Frau einen Teil von CHF 7‘000 an die Handwerker in Form von Buchgeld aus. Wie bitte? Die Frau hat Bargeld einbezahlt und jetzt leihe die Bank CHF 7‘000 davon in Form von Buchgeld weiter aus?

    Wenn die Bank einen Kredit in Form von CHF 7‘000 ausleiht, so wird ein solcher Kredit auf der Aktivseite der Bilanz unter dem Konto „Aktivdarlehen“ gewährt. Die Aktivseite der Bilanz der Bank verlängere sich angeblich schon hier um CHF 10‘000 auf CHF 17‘000-. (Kassa plus Aktivdarlehen). Und die Passivseite? Diese müsste sich auch verlängern um CHF 7‘000.-.

    Wenn aber niemand zusätzliche CHF 7‘000 auf sein Konto bei der Bank in Form von Buchgeld einbezahlt, so kann die Bank auch nicht CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an die Handwerker ausleihen.

    Hätte die Frau zusätzlich zu ihrer Einlage von CHF 10‘000 in Bargeld noch CHF 7‘000 in Form von Buchgeld einbezahlt, so könnte die Bank CHF 7‘000 in Form von Buchgeld ausleihen.

    Da aber die Bank nur Bargeld von ihrer Kundin erhielt, kann sie auch nur Bargeld an die Handwerker ausleihen.

    In diesem Fall sehen wir, dass es gar keine Gelschöpfung gibt: Die Bank erhält CHF 10‘000 in Form von Banknoten von der Frau (zehn Tausendernoten). Die Bank leiht sieben Tausendernoten an die Handwerker aus. Diese bezahlen damit die Maschine und der Verkäufer bringt die sieben Tausendernoten wieder auf die Bank. Resultat: Die Bank oder das Bankensystem (bei zwei Banken) besitzen insgesamt immer noch lediglich zehn Tausendernoten.

    Nun gewähre die Bank der Studentin einen Kredit von CHF 4‘000.- Resultat: Die Banken besitzen jetzt 6 Tausendernoten und die Studentin vier Tausendernoten. Das ergibt insgesamt immer noch 10 Tausendernoten.

    Konklusion: Die sogenannte „Geldschöpfung“ ist und bleibt ein Märchen!

    Ich bitte Herrn Reto Lipp, in einer neuen Sendung „ECO“ seinen Fehler im besagten Film richtigzustellen!

    Ich bitte auch Herrn Studer, Präsident des Bankrates der SNB, dafür besorgt zu sein, dass auf der Home page unserer Schweizerischen Nationalbank (insbesondere „iconomix“) nicht solche Irrtümer verbreitet werden! Und ich bitte ihn auch, dass die Nationalbank das Schweizer Fernsehen inskünftig korrekt informiert, so dass dort nicht immer und immer wieder Falschmeldungen bezüglich der Schweizerischen Nationalbank verbreitet werden.

    Film 2

    Noch katastrophaler!

    Dieser Film fängt wie folgt an: Eine Geschäftsbank könne die grosse Nachfrage nach Krediten durch die Kunden nicht mehr befriedigen. Deshalb gehe sie zur Nationalbank und leihe sich dort Geld aus. Sie erhalte von der Zentralbank einen Kredit. Dafür müsse die Bank der Zentralbank einen Zins bezahlen, den sogenannten Leitzins.

    Bereits in diesen ersten Aussagen des Films befinden sich gravierende Irrtümer:

    Wenn die Geschäftsbanken von der Zentralbank einen Kredit aufnehmen, so handelt es sich dabei um ein Aktivdarlehen der Zentralbank (SNB) bzw. um ein Passivdarlehen der Geschäftsbanken.

    In der Bilanz der SNB werden die Giroguthaben der Banken jedoch umgekehrt auf der Passivseite verbucht. Und in den Bilanzen der Geschäftsbanken werden ihre Guthaben bei der SNB nicht auf der Passivseite verbucht, sondern umgekehrt auf der Aktivseite!

    Unsere Nationalbank informiert uns via das Schweizer Fernsehen vollkommen falsch.

    Es ist nicht so, dass die Kunden der Banken viel Kredit wollen und die SNB dieses „Geld“ zur Verfügung stellte. Nein! Umgekehrt! Die Kunden der Banken (u.a. auch ausländische) legen ihr Geld bei Schweizer Banken (und PostFinance) an, teilweise sogar zu Negativzinsen oder zumindest zu sehr tiefen Zinsen (das ist billiges Geld). Die Banken legen nun ihrerseits dieses Geld bei der SNB an. Diese kauft damit Euros.

    D.h. die SNB nimmt Kapital in der Schweiz auf und exportiert dieses ins Ausland, verbunden mit einem unglaublich waghalsigen Wechselkursrisiko!

    Die Fehler im Film gehen aber noch weiter: Es wird behauptet, die SNB verlange von den Banken einen Zins, den Leitzins.

    Auch das ist vollkommen falsch: Die Banken müssen auf ihren Einlagen bei der SNB keine Zinsen bezahlen; genauso wenig wie Herr und Frau Schweizer Zins bezahlen müssen wenn sie ihr Geld auf die Bank bringen.

    Absurd wird es, wenn im Film sogar behauptet wird, die Banken müssten für ihre Einlagen Wertpapiere bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen. Das wäre vergleichbar mit der Behauptung, Herr und Frau Schweizer müssten Wertpapiere bei den Banken als Sicherheit hinterlegen, wenn sie dort ihr Geld anlegen. Unsinn!

    Noch nicht fertig:

    Im Film wird dann noch behauptet, durch diese Kreditvergaben an die Banken würde die Zentralbank die Geldmenge erhöhen.

    Unsere Nationalbank meint also tatsächlich, wenn sie bei den Schweizer Banken Kredit aufnehme, so würde sie diesen einen Kredit gewähren. Unglaublich! Stümperhaft!

    Würde die Schweizerische Nationalbank den Schweizer Banken tatsächlich günstige Kredite gewähren („lender of last resort“), wie sie das gemäss Bundesverfassung und Nationalbankgesetz tun müsste, so wären diese auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Dort sehen wir aber, dass die SNB keinen einzigen Franken günstigen Kredit an die Schweizer Banken ausleiht!

    Die SNB leiht das Geld, das sie der Schweiz günstig ausleihen sollte, einzig und allein den ausländischen Staaten aus – allen voran Europa und USA! Das ist ein Unding! Zumal dieser massive Kapitalexport von über 400 Milliarden Franken zulasten der Schweiz geht und ein unglaubliches Währungsrisiko in sich birgt!

    Ich fordere die verantwortliche Bundesrätin, Frau Eveline Widmer-Schlumpf (Vorsteherin EFD), den verantwortlichen Bundesrat, Herrn Johann Schneider Ammann (Vorsteher WBF) sowie den Präsidenten des Bankrats der Schweizerischen Nationalbank, Herrn Jean Studer, auf:

    „Misten“ sie die Irrtümer im „Laden“ „Schweizerische Nationalbank“ endlich aus!

    Handeln Sie! Bevor es zu spät ist!

    Wenn der Euro bei 1.20 nach unten ausbricht gibt es kaum mehr ein Zurück.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag II

    Eine Möglichkeit für ein terminologisches Missverständnis könnte entstehen, indem man sich auf den Standpunkt stellt und sagt: Die SNB druckt die Banknoten, also schafft oder erschafft oder „schöpft“ sie Banknoten bzw. „die SNB schöpft Geld“.

    Dagegen wäre nichts einzuwenden. Aber aufgepasst: Die Notenbank „schöpft“ einzig und allein den „Schuldschein“ Banknote (den „Mantel“). Die SNB „schöpft“ nicht das Vermögen, welches dem Schuldschein erst den Wert gibt. Die SNB schafft nicht den „inneren Wert“ des Schuldscheins „Banknote“ (Geld).

    Insofern kann man also sagen: Die SNB „schöpft“ Geld in Form eines Schuldscheins und die Wirtschaft (Herr und Frau Schweizer) „schöpfen“ das Vermögen, welches dem Schuldschein dessen (inneren) Wert verleiht.

    Bis hierher hätte ich also keinen Einwand, mich einverstanden zu erklären mit der Aussage: „Die SNB schöpf Geld“.

    Man kann also sagen: Die Wirtschaft (Herr und Frau Schweizer) „schöpfen“ die Aktivseite der Notenbankbilanz (das Vermögen) und die SNB „schöpft“ die Passivseite der Notenbankbilanz (die Schulden). Sie tut das, indem sie jenen Investoren ein Guthaben „gutschreibt“, die bei ihr Vermögen (in Form von Gold, Euros usw.) hinterlegen.

    Ganz entschieden widerspreche ich aber der Argumentation der Nationalbank und des Bundesrates:

    Diese behaupten, die SNB könne „Liquidität“ schöpfen und erschaffen und damit jede Schuld „bedienen“ (Vortrag SNB-Chef Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel; Antwort des Bundesrates auf die SVP-Motion, Verschuldungslimite für die SNB, curia vista).

    Warum ist diese Argumentation von SNB und Bundesrat falsch?

    Erstens

    Geld wird dabei fälschlicherweise als Vermögen der SNB interpretiert anstatt als Schuld.

    Ja nachdem wie „liquide“ ein Vermögenswert ist, desto schneller kann damit eine Schuld „bedient“ oder beglichen werden. Bei „liquiden Mitteln“ handelt es sich somit immer, ich wiederhole: immer um Vermögen in einer Bilanz. Liquide Mittel werden links oben in der Bilanz, d.h. auf der Aktivseite verbucht.

    Wenn jetzt SNB und Bundesrat behaupten, die SNB könne „unbeschränkt“ Banknoten drucken und schaffe damit „Liquidität“ womit die SNB ihre eigenen Schulden „bedienen“ oder abbauen könne, so ist das grundfalsch.

    Es ist falsch, weil die SNB durch Drucken von Banknoten nicht Vermögen schaffen kann, sondern umgekehrt Schulden. Beweis: Der Notenumlauf wird folgerichtig auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Der Notenumlauf der SNB kann niemals mit dem Konto Kassa eines privaten Marktteilnehmers verglichen werden. Bei einem privaten Marktteilnehmer gehören Banknoten zum liquiden Vermögen und werden Folge dessen links oben in der Bilanz verbucht.

    Bei der SNB hingegen stellt der Notenumlauf eine Schuld dar und wird Folge dessen auf der rechten Seite verbucht.

    Konklusion: Durch Drucken von Banknoten kann die SNB keine eigene Liquidität (Vermögen) schaffen, womit sie eigene Schulden begleichen könnte. Beim Drucken von Banknoten nimmt die SNB bereits geschaffenes (geschöpftes) Vermögen in ihrer Bilanz auf gegen Ausstellung eines Schuldscheins (Banknote).

    Durch Drucken von Banknoten „schöpft“ die Notenbank eben kein Vermögen, sondern nur Schulden.

    Zweitens

    SNB-Chef Thomas Jordan behauptet, die SNB könne nie illiquide werden, weil sie durch Drucken von Banknoten „unbeschränkt“ „Liquidität“ schaffen („schöpfen“) könne. Deshalb könne sie jede Verbindlichkeit jederzeit „bedienen“. Er interpretiert dabei den Notenumlauf fälschlicherweise als Vermögen der SNB, anstatt als Schulden.

    Eine Schuld bedienen (Wortwahl Jordan) heisst, sie zu verkleinern. Die Passivseite des Schuldners wird dadurch verkürzt. Wenn die SNB aber Banknoten druckt, so verkleinert sie ihre Schulden nicht, sondern sie vergrössert ihre Schulden. Beweis: Die Passivseite der SNB-Bilanz wird verlängert, wenn der Notenumlauf steigt.

    Würde die SNB Banknoten drucken und den Banken übergeben anstelle ihrer Giroguthaben bei der SNB, so würde der Buchungssatz lauten: „Giroguthaben der Banken“ an „Notenumlauf“. Das wäre nichts anderes als ein Passivtausch. Die Schuld würde damit keineswegs „bedient“ oder verringert. Die Länge der Passivseite bliebe unverändert.

    Wollte die SNB die Giroguthaben der Banken, d.h. also ihre Schulden verringern, so müsste sie den Banken als Gegenleistung einen „liquiden Vermögenswert“ von ihrer Aktivseite übergeben (Gold, Euros usw.) Das ist die „Liquidität“ der SNB – nicht Banknoten. Aktiv- und Passivseite der SNB-Bilanz würden dadurch verkürzt.

    Wenn aber das Vermögen der SNB unter Wert ihrer Schulden fällt, so besitzt die SNB nicht mehr genügend Vermögen, um sämtliche ihre Schulden begleichen zu können. Das Drucken von Noten bringt sie dann auch nicht weiter, weil Banknoten eben nicht Vermögen der SNB darstellen.

    Die SNB ist jetzt „illiquide“ bzw. insolvent, weil sie nicht mehr genügend Liquidität auf ihrer Aktivseite besitzt.

    Und jetzt sind wir wieder beim Vergleich mit den „Geburtsurkunden“: Wenn die SNB Banknoten emittiert gegen einen Vermögenswert und dieser Vermögenswert „geht unter“, so sind die ausstehenden Banknoten wertlos. Die SNB kann jetzt nicht einfach neue Schuldscheine (Banknoten) drucken und meinen, damit sei das Problem gelöst.

    Genauso wie nach einem Krieg: Da kann die Regierung nicht einfach neue Geburtsurkunden für die Gefallenen ausstellen und meinen, das Problem sei gelöst.

    Es geht hier nicht um Wortklauberei. Es geht mittlerweile um Staatsschulden der SNB von über 450 Milliarden Franken (!), von denen die SNB behauptet, sie, die SNB, hätte dieses Vermögen geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Die Wirtschaft hat es geschaffen und der SNB anvertraut.

    Deshalb hat die SNB dieses sicher und zum Wohle der Schweiz anzulegen – nicht wie im Casino den gesamten Betrag im Ausland gegen den Schweizer Franken und zu wetten.

    Den Franken schwächen heisst, dem Franken schaden; und dem Franken schaden heisst, der Schweiz zu schaden.

    Fällt das Eigenkapital der SNB in den Minusbereich, so sind ihre Schulden nicht mehr gedeckt. Das wäre dasselbe, wie wenn die SNB einfach Banknoten druckte, ohne Gegenwert.

    Gestern wurde bekannt, dass der Orell Füssli Banknoten im Wert von 1.8 Millionen während des Drucks gestohlen wurden. Das ist ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1.8 Millionen. Interpool wurde eingeschaltet.

    Bei den unglaublichen Devisenkäufen der SNB geht es um mehrere hundert Milliarden Franken! Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so steigt der volkswirtschaftliche Schaden, verursacht durch unsere Nationalbank, in einem hohen Milliardenbereich!

    Es würde sich also lohnen dass sich die SNB endlich einmal Gedanken dazu macht, was „Geldschöpfung“ eigentlich bedeutet, anstatt immer nur zu behaupten, sie könne „Liquidität“ sprich Vermögen schaffen.

    Nein, die SNB hat dreistellige Milliardenbeträge Schulden – das sind Staatsschulden – unsere Schulden!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag III

    Ein oft gehörtes Argument, verbreitet u.a. von SNB-Chef Jordan sowie auch vom Bundesrat, lautet:

    Die SNB kann einfach Banknoten drucken und damit alle ihre Schulden „bedienen“ (zurückzahlen).

    Nein! Kann sie nicht!

    Warum nicht?

    Wenn die SNB auf der Passivseite ihrer Bilanz das Konto „Notenumlauf“ vergrössern möchte, so muss sie – ich betone: muss sie – auf der Aktivseite einen Vermögenswert hereinnehmen und in ihrer Bilanz verbuchen. Nur so bleibt die Bilanz ausgeglichen.

    Angenommen, der Wert des SNB-Vermögens falle unter Wert ihrer Schulden. Würde die SNB nun versuchen, mit neu gedruckten Banknoten den entstandenen Verlust bzw. die alten Schulden ( „Loch im Eigenkapital der SNB“) zu begleichen, so ginge das aus folgendem Grund nicht:

    Um neue Banknoten emittieren zu wollen, müsste die SNB neue Vermögenswerte hereinnehmen und in ihrer Bilanz unter „Vermögen“ verbuchen (Buchungssatz z.B. „Gold an Notenumlauf“ oder „Euro an Notenumlauf“). D.h. die SNB würde für die neu erworbenen Vermögenswerte eine neue Schuld eingehen. Die neu emittierten Banknoten wären dann die Schuldscheine in Bezug auf die neu erworbenen Vermögenswerte (in diesem Fall Gold oder Euro).

    Die „alten“ Schulden der SNB, womit diese die alten (im Wert gefallenen) Vermögenswerte gekauft hatte, wären aber immer noch da – ungedeckt oder nur noch teilweise gedeckt. Die Schuld der SNB insgesamt bliebe somit unverändert bestehen. Der Unterschied wäre einfach der, dass die SNB nun noch eine weitere, neue Geldemission in sich getätigt hätte.

    Daraus folgt: Die Argumentation von Nationalbank und Bundesrat, die SNB könne durch Geld drucken „Liquidität“ schaffen und sämtliche Schulden jederzeit „bedienen“, ist grundfalsch (siehe: Jordan, Vortrag Volkswirtschaftliche Gesellschaft Basel).

    Die Behauptung von SNB und Bundesrates ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    Daraus folgt: Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so ist das ein realer Verlust für die Schweizer Volkswirtschaft (möglicherweise in einem hohen Milliardenbereich).

    Die Behauptung der Nationalbank, sie könne negatives Eigenkapital der SNB einfach wieder ausgleichen durch Druck von neuen Banknoten (Vortrag Jordan) ist eine Illusion.

    Bezahlen werden wir Steuerzahler!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    Nachtrag IV

    Dass auch an unseren Universitäten, Hochschulen und Bankeninstituten vollkommener Unfug gelehrt wird bezüglich der „Geldschöpfung“ zeigt beispielsweise auch ein Interview des Schweizer Fernsehens mit Herrn Prof. Dr. Manuel Ammann, Direktor des Bankeninstituts der Universität St. Gallen.

    Weil die Sprache der SNB in deren Medienmitteilungen „sehr fremd klinge“, wie das Schweizer Fernsehen festhält, habe man Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Manuel Amman dazu befragt, was es heisse, wenn die Nationalbank „mehr Geld auf den Markt werfe“.

    Das Schweizer Fernsehen fragt, was es bedeute, wenn die SNB in ihrem Communiqué schreibe:

    „Die Nationalbank strebt einen raschen Anstieg der Sichtguthaben der Banken bei der SNB von derzeit 80 Milliarden auf 120 Milliarden Franken an.“

    Auf die konkrete Frage, was denn „Sichtguthaben“ bedeute, antwortet Prof. Ammann:

    „Das heisst, dass die Schweizerische Nationalbank den Geschäftsbanken, z.B. UBS, CS, und anderen Banken Geld zur Verfügung stellt gegen einen Zins und je mehr Geld sie da zur Verfügung stelle, desto mehr Geld kommt in Umlauf und kann nachher von diesen Banken gebraucht werden um z.B. einem KMU oder einem anderen Firma Kredit zu geben.“

    http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/10/Wirtschaft/SNB-verschaerft-Massnahmen-gegen-Frankenstaerke

    Es ist nun wirklich unglaublich und blamabel, dass ein Professor der Handelshochschule St. Gallen der zudem Direktor des Bankeninstituts ist, behauptet, bei den Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB handle es sich um Geld, welches die SNB den Banken zu einem Zins zur Verfügung stelle.

    Wäre seine Behauptung richtig, so müssten die Guthaben der Banken bei der SNB auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht werden.

    Das sind sie aber nicht! Ich weiss nicht, wie oft ich das wiederholen muss:

    Die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB sind, wie der Name bereits sagt, Guthaben der Banken bei der SNB und nicht umgekehrt. Diese werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Die Banken gewähren der SNB einen Kredit – nicht umgekehrt!

    Die SNB gewährt den Banken in der Schweiz überhaupt keine Kredite – keinen einzigen Franken. Wer das nicht glaubt, der soll doch bitte einmal selber die Bilanz der SNB zumindest „anschauen“.

    http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

    Der „brave und nette“ Professor Ammann mit seinen unzähligen Artikeln in wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften, hat offenbar, wie übrigens der „nette und brave“ Professor Jordan auch, noch nie gewagt, das von ihm als Student auswendig gelernte, einmal zu hinterfragen.

    Zugegeben: Hätten die beiden das gewagt, so sässen sie jetzt auch nicht auf ihren lukrativen
    Sesseln…

    Mit ihren Irrlehren verderben sie aber weiterhin Generationen von Studenten.

    Es braucht nun ja wirklich nicht viel Sachverstand, um zu verstehen, dass Kredite, welche die Notenbank gewährt, nicht auf der Passiv- sondern auf der Aktivseite der SNB-Bilanz zu verbuchen sind.

    Entschuldigung, wenn ich das hier so klar und unmissverständlich formulieren muss. Es geht hier aber nicht um irgendeinen unbedeutende „wissenschaftliche Meinungsverschiedenheit“ unter Oekonomen.

    Nein! Es geht um 450 Milliarden Staatsschulden! Von diesen Schulden behaupten die besagten Professoren, es handle sich um Vermögen der SNB (Aktivkredite). Die SNB habe dieses Vermögen selber durch ihre „Geldschöpfung“ geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Falsch! Die Schweizer Wirtschaft hat dieses Vermögen geschaffen. Die SNB hat es von der Schweizer Wirtschaft ausgeliehen und erhalten in Form von „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB.

    So ist es! Nicht anders!

    Und es ist nun wirklich höchste Zeit, diesen entscheidenden Fehler endlich einmal klarzustellen. Da muss man offensichtlich mit Professoren wie Ammann, Jordan, Baltensperger u.a. einmal Klartext reden.

    Ansonsten verderben sie die Studenten endlos weiter mit ihren Irrlehren und die Schweiz rasselt wegen ihrer unbedarften Nationalbank in ein finanzielles Desaster!

    Mit freundlichen Grüsse

    Marc Meyer

    Nachtrag V

    Im Verlaufe der Kommentare ist am Rande eine Frage aufgetaucht, die ich hier beantworten möchte.

    Es geht um die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung“ durch das Bankensystem, welche m.E. genauso wie die vermeintliche „Geldschöpfung“ durch die Notenbank ins Reich der Fabeln gehört.

    Auslöser war in Nachtrag I (weiter unten) meine Kritik an zwei Filmen, die Reto Lipp in der Sendung ECO vom Schweizer Fernsehen ausstrahlte.

    http://www.srf.ch/player/tv/eco/video/geldschoepfung-1?id=e16bcfca-7968-471c-bc77-f90a1d4d6bb8

    In Film II behauptet Lipp, die Zentralbank (SNB) würde der Wirtschaft bei der angeblichen „Geldschöpfung“ Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Zinssatz (Leitzins) gewähren. Das wäre dann ein Aktivzins der SNB an die Geschäftsbanken.

    In Tat und Wahrheit handelt es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB aber umgekehrt um Kredite, welche das Bankensystem der SNB gewähren. Beweis: Die Giroguthaben der Banken bei der SNB werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Gegen diese meine Kritik an der Geldschöpfung wurden von den Kommentatoren keine Einwände vorgebracht.

    Mehr Verwirrung scheint die angebliche „multiple Geldschöpfung“ durch das Bankensystem zu schaffen. Im Film I von Reto Lipp wird behauptet, wenn z.B. eine Frau CHF 10‘000 auf die Bank in Form von Bargeld bringe, so können die Bank damit einen weiteren Kredit von CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an Handwerker weitergeben. Das sei „Geldschöpfung“. Aus einer Geldmenge von 10‘000 sei nun eine Geldmenge von total 17‘000 entstanden usw.

    Dagegen wende ich ein, dass der Kredit an die Handwerker nichts mit der vorherigen Einzahlung der Frau zu tun habe. Die Gewährung des Kredits an die Handwerker sei unabhängig von der Bareinzahlung durch die Frau.

    Konklusion: Auch die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung „ trifft nicht zu.

    Diese letztere Argumentation möchte ich nachfolgend detailliert aufzeigen. Ich tue das anhand von Kontenführung mit entsprechenden Buchungssätzen. Nur so ist eine exakte Analyse der Zahlungsvorgänge möglich.

    Ich lade also die Leserinnen und Leser ein, mit mir Papier und Bleistift zur Hand zu nehmen: Wir werden alle Buchungen in Bezug auf ein einfaches Beispiel miteinander durchgehen und am Ende die Konten saldieren.

    Resultat: Wir werden sehen, dass es keine „multiple Giralgeldschöpfung“ gibt.

    Beispiel:

    Der Leser / die Leserin wolle ein Haus kaufen im Wert von CHF 500‘000. Dazu nehme sie / er einen Kredit bei Geschäftsbank A auf. Mit diesem Geld kaufe er / sie einem Architekten/Baumeister/ Handwerker das Haus ab. Zudem hinterlege die Geschäftsbank bei der Zentralbank eine Mindestreserve. Zum Schluss wollen Architekt/Baumeister/Handwerker noch einen Teil in Bargeld wechseln. Die Geschäftsbank bezieht dieses von der Notenbank und übergibt es den Bauleuten.

    Um diesen Fall zu lösen benötigen wir 4 Konten (T-Balken). Zudem sind 11 Buchungssätze notwendig.

    Die 4 Konten, die wir führen sind: „Leserin/Leser“ („L/L“), „Geschäftsbank A“ („GBA“), „Notenbank“ („NB“), „Architekt/Baumeister/Handwerker“ („ABH“).

    Erster Geschäftsfall:

    Der Leser / die Leserin nehme bei der Geschäftsbank eine Hypothekarkredit im Betrag von CHF 500‘000 gegen Sicherheit des Hauses auf.

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    1. Hypothekardarlehen / Guthaben von Kunden CHF 500‘000

    (Erklärung: die Bank gewährt ein Hypothekardarlehen und schreibt den Betrag für den Hypothekarkredit dem Konto von „L/L“ gut)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    2. Guthaben bei „GBA“ / Hypothekarkredit CHF 500‘000

    (Erklärung: „L/L“ hat jetzt ein Guthaben auf seinem / ihrem Konto bei Bank A; dafür eine Hypothekarschuld)

    Nächster Geschäftsfall:

    Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus mit Eigenkapital.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“

    Immobilie / Eigenkapital 500‘000

    3. Immobilie / Eigenkapital CHF 500‘000

    (Erklärung: Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus und finanzieren dieses mit eigener Arbeit bzw. Eigenkapital)

    Nächster Geschäftsfall:

    „AHB“ verkaufen das Haus an „L/L“.

    Buchungssatz aus Sicht von „AHW“:

    4. Giroguthaben bei „GBA“ / Immobilie 500‘000

    (Erklärung: Anstelle des Hauses besitzen AHB nun ein Guthaben bei Bank A)

    Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:

    5. Immobilie / Giroguthaben bei „GBA“

    (Erklärung: Die Leserin / der Leser besitzt nun ein Haus; dafür hat er mit dem Guthaben bei Geschäftsbank A bezahlt, dieses Guthaben wurde an „ABH“ überschrieben)

    Nächster Geschäftsfall:

    „GBA“ kommt der Verpflichtung nach, eine Mindestreserve von 4 Prozent bei der Zentralbank zu hinterlegen (4 Prozent Mindestreserve gilt gemäss Schweizer Nationalbankgesetz).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    6. Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000

    (Erklärung: die Geschäftsbank A muss bei der SNB eine Mindestreserve hinterlegen im Betrag von 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für GBA ist das ein „Aktivtausch“. Sie verkauft der „NB“ einen Teil ihres gewährten Kredits; in den USA wären dies sogenannte „mortgage backed securities“, d.h. Aktiven der FED; in der Schweiz investiert die SNB hingegen lediglich rund 0.7 Prozent ihres Vermögens in inländische Kredite).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    7. Hypothekardarlehen („mortgage backed security“) / Giroguthaben von Banken 20‘000

    (Erklärung: die Notenbank hat jetzt ein Investment im Inland in den Immobilienbereich; dagegen kann sie Notenbankgeld emittieren in Form von Giroguthaben der Banken)

    Nächster Geschäftsfall:

    Die Geschäftsbank bezieht bei der Notenbank Banknoten im Betrag von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    8. Kassa / Giroguthaben bei der „NB“ 10‘000

    (Erklärung: Aktivtausch; die Geschäftsbank A tauscht die Hälfte ihres Guthaben bei der Notenbank von Buchgeld, d.h. von Giroguthaben bei „NB“ in Bargeld um. Folge: Die „GBA“ hat nun einen Kassabestand von 10‘000 und einen Buchgeldbestand bei der „NB“ von ebenfalls 10‘000).

    Buchungssatz aus Sicht der „NB“:

    9. Giroguthaben der „GBA“ / Notenumlauf 10‘000

    (Erklärung: Die Notenbank überweist an die „GBA“ Banknoten im Betrag von 10‘000. Dadurch vermindern sich die Guthaben der „GB“ bei der „NB“ um 10‘000)

    Letzter Geschäftsfall:

    „ABH“ beziehen bei der Geschäftsbank Banknoten im Wert von 10‘000.
    Buchungssatz aus Sicht der „ABH“:

    10. Kassa / Giroguthaben bei „GBA“ 10‘000

    (Erklärung: „ABH“ besitzen nun in ihrer Kasse CHF 10‘000; ihr Guthaben bei „GBA“ hat entsprechend abgenommen).

    Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:

    11. Giroguthaben von Kunden („AHB“) / Kassa 10‘000

    (Erklärung: Die Geschäftsbank hat 10‘000 ihres Bargeldes an die „ABH“ überwiesen; bzw. die haben es am Kontomat bezogen; die Guthaben von Kunden sind entsprechend gefallen)

    Bis hierher haben wir nun sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit dem Kauf des Hauses in Buchungssätzen festgehalten und wir können die entsprechenden Güter- und Geldströme exakt nachvollziehen:

    Architekt, Baumeister und Handwerker haben einen Mehrwert von CHF 500‘000 erschaffen bzw. „geschöpft“.

    Die Geschäftsbank konnte deshalb Buchgeld im Betrag von letztlich CHF 490‘000 emittieren. Die Notenbank emittierte CHF 10‘000 in Form von Bargeld. Das ergibt zusammen eine totale Geldmenge von CHF 500‘000.- (Bargeld und Buchgeld zusammenaddiert).

    Angenommen, eine weitere Leserin / ein Leser möchte nun ebenfalls ein Haus kaufen, beispielsweise zum Wert von CHF 400’00. Diesem Ansinnen steht nichts im Wege, wenn die Architekten, Baumeister und Handwerker ein solches zu diesem Wert bauen.

    Dabei spielt es keine Rolle, ob vorher irgendjemand eine Einzahlung bei der Geschäftsbank A getätigt hat oder nicht. Es handelt sich um ein vollkommen neues Geschäft.

    Die Buchgeldmenge würde sich entsprechend dem Wert des neuen Bankkredits vergrössern.

    Obige Überlegungen zeigen auch, dass am Anfang der Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft keinesfalls die Zentralbank stehen muss. Nein!

    Es ist Wirtschaft, welche die Wertschöpfung vorantreibt. Die Notenbank stellt lediglich jenen Teil der Geldmenge zur Verfügung, welcher für Transaktionen in Bargeld notwendig ist.

    Die Behauptung im Lehrbuch von Brunetti, wonach am Anfang jeder „Geldschöpfung“ die Notengbank stehe (Brunetti, S. 166) entspricht somit ebenfalls nicht der Realität.

    Bei der Entstehung von Buchgeld durch die Geschäftsbanken verhält sich also gleich, wie bei der Entstehung von Bargeld durch die Notenbank: Die Wirtschaft muss zuerst Vermögen schaffen „Schöpfung“ von Bargeld durch die Notenbank. Erst wenn die Wirtschaft entsprechend Vermögenswerte geschaffen hat, kann die Notenbank resp. das Bankensystem dagegen eine „Quittung“ Geld emittieren.

    Wir sind wieder beim Beispiel mit dem Arzt und der Geburtsurkunde angelangt: Die Eltern zeugen Leben und die Mutter bringt das Kind zur Welt. Der Arzt kann lediglich eine Geburtsurkunde ausstellen. Er kann nicht eine Geburtsurkunde ausstellen, ohne dass ein Kind zur Welt kam. Eine solche wäre wertlos.

    Genauso kann weder die Notenbank noch eine Geschäftsbank einfach Banknoten oder Buchgeld emittieren ohne entsprechend geschaffenes Vermögen durch die Wirtschaft.

    Lassen Sie mich bitte noch eine Kurze Bemerkungen zu den sogenannten „Mindestreserven“ anbringen:

    Der Ausdruck „Mindestreserve“ ist irreführend: Bei „Reserven“ handelt es sich um Eigenkapital: Mindestreserven sind jedoch keineswegs eine Vorschrift bezüglich des Eigenkapitals der Banken. Sie sind lediglich eine Vorschrift, wie viele flüssige Mittel die „GB“ bei der SNB in Form von Banknoten oder Giroguthaben hinterlegen müssen.

    Anstatt des Ausdrucks „Mindestreserven“ wäre der Ausdruck „Minimalanforderungen an die flüssigen Mittel (Liquidität)“ zutreffender.

    Das Nationalbankgesetz legt fest: „Der Mindestreservesatz darf 4 Prozent der kurzfristigen, auf Schweizerfranken lautenden Verbindlichkeiten der Banken nicht überschreiten.“

    Zum Schluss: Anhand obiger Buchungssätze ist ein und für allemal bewiesen, dass es keine sogenannte „multiple Gelschöpfung gibt“.

    Mit freundlichen Grüssen:

    Marc Meyer

    Nachtrag VI

    Auf der Homepage der SNB wird auch das Ammenmärchen der sogenannten „multiplen Geldschöpfung“ erzählt:

    Unter dem Titel: „Die Welt der Nationalbank“

    http://www.snb.ch/d/welt/portrait/banks/4.html

    behauptet die SNB:

    „Banken sammeln Geld von den Sparern und leihen es an Kreditnehmer aus. Durch diese Kreditvermittlung schaffen die Banken neues Geld. Banken sind deshalb «Geldschöpfer». Wie das vor sich geht, zeigt ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, ein Sparer zahlt 20’000 Franken in Noten auf sein Konto bei der Bank ein. Die Menge des Geldes, das in der Wirtschaft vorhanden ist, verändert sich durch diese Einlage nicht. Zwar sind die Noten nicht mehr im Umlauf, sondern im Tresor der Bank. Der Sparer erhält dafür aber eine Gutschrift von 20’000 Franken auf seinem Konto.

    Das Geld untätig im Tresor liegen zu lassen bringt der Bank nichts ein. Warum soll sie es nicht gegen Zinsen ausleihen? Ein Unternehmer braucht Geld für eine Computeranlage. Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut. Hat sich die Geldmenge dadurch verändert?

    Der Sparer hat noch immer 20’000 Franken auf seinem Konto. Der Unternehmer verfügt als Kreditnehmer über 16’000 Franken. Die Geldmenge hat also um 16’000 Franken zugenommen. Wenn nun der Unternehmer mit den 16’000 Franken Computer kauft und der Computerhändler den erhaltenen Barbetrag bei seiner Bank einbezahlt, wird diese wiederum einen Teil davon als Kredit ausleihen. Dies führt abermals zu einem Anstieg der Geldmenge; die Geldschöpfung geht weiter.“

    Überprüft man die Behauptung der SNB mit einigen einfachen Buchungssätzen, so wird sofort klar, dass unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) offensichtlich nicht im Geringsten versteht, wovon sie spricht:

    1. Transaktion:
    Der Sparer bringt 20‘000 Franken Bargeld auf die Bank. Der betreffende Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Kassa / Guthaben von Kunden 20‘000

    Erklärung: Die Bank besitzt jetzt in ihrer Kasse (Tresor) 20‘000 Franken. Diese werden in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Kassa“ verbucht.

    Zugleich ist die Bank jetzt dem Kunden 20‘000 Franken schuldig. Bzw. der Kunde hat bei der Bank ein Guthaben von 20‘000 Franken. Diese Schuld der Bank gegenüber dem Kunden wird auf der Passivseite in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Guthaben von Kunden“ verbucht.

    2. Transaktion

    Ein Unternehmer benötigt von derselben Bank einen Kredit für eine Computeranlage im Wert von 16‘000 Franken. Er füllt ein entsprechendes Kreditgesuch aus und erhält den Kredit aufgrund seiner guten Sicherheiten (z.B. Grundpfand, Debitorenbestände, Wertschriften usw.). Die Bank schreibt ihm den gewünschten Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Betriebskredit / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung 1: Die Bank investiert jetzt also in Form von Fremdkapital in das Unternehmen und überweist dem Unternehmer dafür eine Gutschrift von 16‘000 Franken. Dazu benötigt die Bank Sicherheiten des Unternehmers. Die Bank besitzt jetzt eine Investition (Betriebskredit, Aktivseite ihrer Bilanz).

    Dem Unternehmer wird dafür eine Gutschrift auf dessen Konto bei der Bank überwiesen (Guthaben von Kunden, Passivseite der Bank-Bilanz).

    Erklärung 2: Der Betriebskredit an den Unternehmer ist in keiner Weise von der vorgängigen Einzahlung des Sparers abhängig. Der Betriebskredit an den Unternehmer ist einzig und allein davon abhängig, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und über entsprechende Sicherheiten verfügt.

    Benötigt der Unternehmer beispielsweise 25‘000 Franken für die Computeranlage, so kann er auch diesen Betrag von der Bank erhalten, wenn er kreditwürdig ist und die Sicherheiten bringt.

    Die vorgängige Einzahlung des Sparers hat nichts – aber auch gar rein nichts – damit zu tun, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und den Kredit erhält oder nicht.

    Es handelt sich um zwei vollkommen verschiedene Geschäfte. Die 20‘000 Franken des Sparers dienen in keiner Weise als Sicherheit für den Kredit an den Unternehmer.

    Zu behaupten, die Einlage des Sparers habe zu einer Ausweitung der Geldmenge von 20‘000 auf 36‘000 Franken geführt, weil erst dadurch dem Unternehmer ein Darlehen von 16‘000 Franken gewährt werden könne, ist barer Unsinn.

    Dass der Unternehmer auch 25‘000 Franken erhielte bei entsprechenden Sicherheiten beweist, dass die beiden Geschäfte völlig unabhängig sind voneinander.

    Der Unternehmer „schöpft“ mit seinen Unternehmern reale Werte. Deshalb erhält er einen Kredit und die Geldmenge vergrössert sich entsprechend.

    Auch hier gilt: Die Realwirtschaft muss reale Werte erarbeiten, damit das Bankensystem dagegen Geld emittieren kann.

    3. Transaktion:

    Der Unternehmer bezahlt nun dem Computerhändler den Computer im Betrag von 16‘000 Franken in bar. Dazu muss der Unternehmer zuerst bei der Bank 16‘000 Franken in Banknoten bar beziehen.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Guthaben von Kunden / Kasse 16‘000

    Erklärung: Die Bank nimmt jetzt also 16‘000 Franken in Banknoten aus dem Tresor und übergibt diese ihrem Kunden, dem Unternehmer.

    Deshalb wird der Kontobestand „Kassa“ bei der Bank um 16‘000 kleiner. Sie besitzt jetzt noch 4‘000 Franken in Form von Banknoten (Saldo).

    Gleichzeitig vermindert sich das Guthaben des Unternehmers bei der Bank um 16‘000, da dieser den entsprechenden Betrag in Banknoten bezogen hat.

    Der Unternehmer ist jetzt nicht mehr Gläubiger gegenüber der Bank, sondern gegenüber der SNB. (Eine Banknote ist ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.)

    Hätte der Unternehmer einen Kredit von 25‘000 Franken erhalten und wollte diesen Betrag bar beziehen, so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen.

    Dadurch erhielte sie genügend Bargeld für die Auszahlung (20‘000 + 5‘000 = 25‘000).

    4. Transaktion:

    Der Computerhändler bringt die 16‘000 Franken Bargeld wieder auf die Bank (dieselbe Bank wie jene des Unternehmers).

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    Kassa / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung: Die Bank legt den Betrag wieder in den Tresor. Im Konto der Bank befinden sich wieder die 20‘000 Franken in Banknoten.

    Die anfängliche Bareinzahlung von 20‘000 Franken hat sich also nicht „multipliziert“ wie im „Ammenmärchen“ von der „multiplen Geldschöpfung“ behauptet.

    Die Menge an Buchgeld hat sich unabhängig von der Einzahlung des Sparers vergrössert, weil der Unternehmer selber eine Wertschöpfung erbringt. Der Grund für die Kreditvergabe an den Unternehmer liegt nicht in der Spareinlage des Sparers.

    Konklusion: Diese einfachen Buchungssätze widerlegen die sogenannte „multiple Geldschöpfung“ auf einfachste Weise.

    Und hält man sich vor Augen, dass diese angebliche „multiple Geldschöpfung“ seit Jahrzehnten von den Zentralbanken und Wirtschaftswissenschaftern weltweit behauptet und von den Medien unbedarft kolportiert wird, so ist das einfach nur noch eine Blamage für die Zentralbanken und die Wirtschaftswissenschafter.

    Ich bitte Herrn Jean Studer, Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, dass er seinen Einfluss bei der SNB geltend macht und solche Fehlinformationen der SNB unterbindet.

    Jean Studer trägt die Verantwortung der SNB gegenüber der Schweizer Öffentlichkeit!

    Zumindest sollte er eine Gegendarstellung z.B. auf der Seite „iconomix“ ermöglichen. Es geht nicht an, dass die SNB solche Irrtümer verbreitet und damit Generationen von Studenten und Politiker irreführt und verdirbt.

    Gravierend ist, dass die SNB nicht nur unglaubliche Irrlehren verbreitet, sondern dass sie sich zudem auch noch anmasst, jede Gegendarstellung nach Möglichkeit mit Repression zu unterbinden!

    Die Schulden der SNB (Staatsschulden) betragen mittlerweile 450 Milliarden Franken! Diese Akkumulation von Schulden war nur möglich, weil die SNB bezüglich der angeblichen „Geldschöpfung“ gravierende Irrlehren verbreitet. Dazu gehört auch die angebliche „multiple Geldschöpfung durch das Bankensystem“.

    Dieses Ammenmärchen der „multiplen Geldschöpfung“ suggeriert, dass eine Geldemission der SNB das Volksvermögen um ein Vielfaches erhöhe! Das wäre attraktiv – ist in Tat und Wahrheit aber eine gravierende Irreführung! Das Gegenteil ist wahr: Die SNB schafft mit ihrer Geldemission Schulden – Staatsschulden.

    Marc Meyer

    Hinweis zu Nachtrag VI

    Bitte lassen Sie mich noch ganz kurz einen Hinweis geben zu Nachtrag VI, um die Fehlargumentation der SNB besser zu verdeutlichen:

    Der entscheidende fehlerhafte Satz auf der home page der SNB ist folgender:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    Dieser Satz hat keine Logik und ist buchhalterisch nicht umzusetzen!

    Wenn die Bank 20’000 Franken in Banknoten in ihrem Tresor hält, so liegt das Geld dort nicht “untätig” oder “brach”, wie die SNB behauptet.

    Wenn jemand eine Banknote hält, so gewährt er oder sie der SNB einen Kredit in der Höhe des Banknotenbetrages. Eine Banknote ist nichts anderes als ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.

    Die Banknoten im Tresor der Bank sind also ein Kredit der Bank an die SNB. Diese kauft damit in der heutigen Zeit Euros, welche wiederum hauptsächlich in Staatsanleihen von europäischen Staaten investiert werden. Damit unterstützt die SNB die Wirtschaft in der Eurozone.

    Die 20’000 Franken in Banknoten liegen also keineswegs brach. Die Bank erhält wohl keinen Zins – aber sie sind trotzdem eine Investition – eine unrentable für die Bank.

    Wenn also der Sparer 20’000 Franken auf die Bank bringt, so tauscht er seinen Kredit an die SNB in einen Kredit an die Bank. Behält die Bank die Banknoten, so ist sie es nun, welche der SNB einen Kredit gewährt.

    Solange die Bank die Banknoten behält, gewährt sie das Kapital, das sie vom Sparer erhalten hat, der SNB und kann dieses Kapital nicht gleichzeitig auch noch dem Unternehmer gewähren.

    Entweder oder: Entweder die Bank gewährt der SNB ein Darlehen (in Form von Banknoten und behält diese) oder sie gewährt dieses Kapital dem Unternehmer, gibt diesem ein Darlehen (und übergibt dem Unternehmer die Banknoten).Jetzt gewährt der Unternehmer der SNB einen Kredit.

    Dasselbe Kapital kann die Bank nicht zweimal ausleihen.

    Gewährt die Bank dem Unternehmer einen Kredit in Form von Buchgeld, so behält sie die Banknoten im Tresor und schreibt dem Unternehmer ein Guthaben auf dessen Konto bei der Bank gut (gegen Investition eines Betriebskredites).

    Die SNB begeht nun den Fehler, dass sie davon ausgeht, dass die Bank das Kapital des Sparers gleich zweimal ausleiht: Einmal an die SNB in Form von Banknoten (die sie behält) und gleichzeitig auch dem Unternehmer in Form von Buchgeld. Das geht nicht.

    Deshalb kommt die SNB zum falschen Resultat der “multiplen Geldschöpfung”. Sie addiert unkorrekterweise Banknoten und Buchgeldbetrag. Das ist falsch, weil sie dem Unternehmer die Banknoten übergeben muss, wenn sie das Kapital des Sparers dem Unternehmer “weiterreichen” will. Sie kann das Kapital des Sparers nicht der SNB ausleihen und zugleich dem Unternehmer.

    Oder einfach ausgedrückt: Man kann einen Kuchen nicht gleichzeitig zweimal an verschiedene Leute verschenken oder verkaufen.

    Oder man kann einen Kuchen nicht behalten und trotzdem verschenken. Geht nicht.

    Der Satz:

    “Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.”

    ergibt keinen Sinn.

    Dieser Satz ist buchhalterisch nicht nachvollziehbar – nicht möglich.

    Marc Meyer

    Nachtrag VII: “Was ist Geld?”

    Verehrte Leserinnen, verehrte Leser,

    Die Diskussion im Beitrag:

    “Vollgeld-Initiative: Lachnummer mit Emil” (Inside Paradeplatz, 18. März, 2014)

    zeigt einmal mehr, dass gravierende Missverstände bestehen, was eine Geldemission anbelangt.

    Die Vollgeld-Initiative basiert auf solchen Missverständnissen.

    Ich habe in meinem obigen Text das Beispiel einer Geldemission gezeigt bei der Vergabe eines Hypothekarkredites.

    Der entscheidende Fehler in der heutigen Geldtheorie ist der, dass Geld nicht – ich wiederhole – nicht ein Kredit der Geldemittenten an die Wirtschaft ist, sondern im Gegenteil eine Kreditaufnahme – eine Schuld – des Geldemittenten bei der Wirtschaft.

    Diesem Fehler sitzen auch die Initianten der Vollgeld-Initiative auf. Sie meinen, Geld sei ein Kredit der SNB an die Wirtschaft.

    In meinem Beitrag “Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung” habe ich mit Buchungssätzen versucht, Ordnung in die Geldtheorie zu bringen.

    Geldtheorie kann nur verstanden werden, wenn man die doppelte Buchhaltung versteht.

    Behauptungen wie:

    “Die SNB schöpft Geld oder Liquidität aus dem Nichts”

    widersprechen der fundamentalsten Regel der doppelten Buchhaltung.

    Könnte die SNB tatsächlich Liquidität aus dem Nichts herstellen, so lautete der entsprechend Buchungssatz in der Bilanz der SNB:

    “Liquide Mittel an Nichts”

    Das wäre ein einseitiger Buchungssatz.

    Diesen Buchungssatz gibt es aber nicht – und wird es nie geben. Er widerspricht der fundamentalsten Regel der Rechnungslegung.

    Ich vertrete hier also nicht meine “eigene Geldtheorie”.

    Nein! Ich vertrete die Doppelte Buchhaltung. Diese ist Jahrtausende alt.

    Bitte lassen Sie mich hier noch auf eine andere Art zeigen, was Geld effektiv ist und wie es entsteht:

    Dazu ein Beispiel:

    Angenommen, Sie kaufen ein Auto. Dieses koste 20’000 Franken.

    Es wäre nun denkbar, dass Sie Aktien besitzen von einem Unternehmen xy, welche im Moment bei 20 Franken notieren.

    Ebenfalls wäre es denkbar, dass Sie mit dem Autoverkäufer übereinkommen, das Auto mit der Übergabe von tausend Aktien des Unternehmens xy zu bezahlen.

    Das wäre nicht verboten. Sie dürften das tun, solange der Garagist damit einverstanden ist.

    Der Garagist könnte nun beispielsweise ein Mittagessen von 20 Franken bezahlen mit der Übergabe einer Aktie an den Wirt, solange dieser auch damit einverstanden ist usw.

    Das Problem bei Aktien als Tauschmedium wäre nun aber, dass der Kurs der Aktien ständig schwankt. Man müsste immer wieder neu abklären, wie hoch die Aktie notiert und wie hoch damit deren Kaufkraft ist.

    Und nun das Entscheidende:

    Jeder der die Aktie besitzt, der ist ein Investor (!) in Eigenkapital des Unternehmens xy.

    Um den Kursschwankungen der Aktie auszuweichen, könnte man Obligationen der betreffenden Unternehmung xy als Tauschmedium einsetzen.

    Das Problem hier wäre, dass deren Stückelung zu gross und deshalb unpraktisch ist.

    Trotzdem: Bei entsprechenden Beträgen wäre auch eine Bezahlung mit Obligationen denkbar.

    Und wieder ist entscheidend:

    Jeder, der die Obligation als Tauschmedium hält, der besitzt eine entsprechende Investition (!) in Fremdkapital des betreffenden Unternehmens.

    Gehen wir nun noch den letzten Schritt:

    Um die Bonität des Tauschmediums Geld zu gewährleisten und um praktische, kleine Stückelungen zu besitzen, wurden Zentralbanken gegründet.

    Sie emittieren Banknoten. Das sind Obligationen der Zentralbank (Siehe auch “Geld – eine Obligation der Notenbank”, Dissertation, Marc Meyer, Wenkenverlag, Riehen)

    Wer also eine Banknote besitzt, der besitzt eine Obligation der Schweizerischen Nationalbank. Er ist somit ein Investor in Fremdkapital der SNB.

    Bezahlt er mit der Banknote, so ist der neue Besitzer der Banknote nun der neue Investor in Obligationen der Nationalbank usw.

    Geld – d.h. Banknoten oder Notenbankgeld – ist somit keinesfalls ein Kredit der SNB an die Wirtschaft, wie in der heutigen Geldtheorie behauptet wird.

    Nein! Geld ist umgekehrt eine Investition von Marktteilnehmern in Fremdkapital der SNB!

    Diese Investition wird gehandelt und als Tauschmedium ständig weitergegeben.

    Das ist Geld.

    Ich hoffe, mit diesem Beitrag einen weiteren Schritt zur Klärung “Was ist Geld?” geleistet zu haben.

    Nachtrag VIII

    Im Zusammenhang mit der Diksussion um die Vollgeldinitiative (IP Beitrag: „Vollgeldinitiative – Lachnummer mit Emil“) schrieb ich folgende Antwort auf einen Kommentar, die ich hier auch noch „posten“ möchte:

    Für Elise

    Wenn ein Kunde Banknoten im Wert von 1‘000 Franken auf die Bank bringt, so lautet der Buchungssatz aus Sicht des Kunden:

    Bank an Kasse 1‘000

    D.h. der Kunde investiert jetzt nicht mehr in Fremdkapital der Notenbank, sondern in Fremdkapital der betreffenden Geschäftsbank.

    Aus Sicht der Bank lautet der Buchungssatz:

    Kasse / Guthaben von Kunden 1‘000

    Die Bank ist jetzt gegenüber dem Kunden Schuldnerin und gegenüber der SNB Gläubigerin.

    Kommt jetzt ein neuer Kunde auf die Bank und will einen Kleinkredit von CHF 1‘000 so lautet der Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    Aktivkredit an Kunde an Giroguthaben von Kunden 1‘000

    D.h. die Bank verbucht auf ihrer Aktivseite den gewährten Kleinkredit und schreibt dem Kunden den Betrag auf dessen Konto gut.

    Sie sehen: Ihr Argumentation, der Kunde zwei erhalte das Kapital von Kunde eins stimmt nicht.

    Kunde zwei erhält den Kredit auch, wenn nicht vorgängig ein anderer Kunde CHF 1‘000 einbezahlt hat.

    Hier liegt ein katastrophaler Fehler in der Wirtschaftswissenschaft, der gelehrt wird.

    Die Initianten der Vollgeld-Initiative sind diesem Fehler aufgesessen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marc Meyer

  26. Die Geschichte mit dem Geburtstagkuchen finde ich äusserst amüsant und zeigt gerade den Unterschied zwischen Real- und Finanzwirtschaft auf. Geld ist für die Realwirtschaft primär Zahlungs- und für die Finanzwirtschaft ein Spekulationsmittel. Für jedes Kuchenstück zahle ich einen Preis. Wenn die Bank einen Kredit vergibt, dann geschieht das per Mausklick unter der Bedingung, dass die Bank bezogen auf den Kredit einen Zehntel Eigenmittel hat. Falls es sich um eine Hypothek handelt, kann diese über eine Tochterfirma verbrieft werden. Es entsteht ein Wertpapier und damit Geld. Wer hat jetzt dem Handwerker bezahlt. Die Wirtschaft, die Bank, ein Dritter oder alle zusammmen? Oder etwa aus dem Nichts?

  27. Nachtrag VII: „Was ist Geld?“

    Verehrte Leserinnen, verehrte Leser,

    Die Diskussion im Beitrag:

    „Vollgeld-Initiative: Lachnummer mit Emil“ (Inside Paradeplatz, 18. März, 2014)

    zeigt einmal mehr, dass gravierende Missverstände bestehen, was eine Geldemission anbelangt.

    Die Vollgeld-Initiative basiert auf solchen Missverständnissen.

    Ich habe in meinem obigen Text das Beispiel einer Geldemission gezeigt bei der Vergabe eines Hypothekarkredites.

    Der entscheidende Fehler in der heutigen Geldtheorie ist der, dass Geld nicht – ich wiederhole – nicht ein Kredit der Geldemittenten an die Wirtschaft ist, sondern im Gegenteil eine Kreditaufnahme – eine Schuld – des Geldemittenten bei der Wirtschaft.

    Diesem Fehler sitzen auch die Initianten der Vollgeld-Initiative auf. Sie meinen, Geld sei ein Kredit der SNB an die Wirtschaft.

    In meinem Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ habe ich mit Buchungssätzen versucht, Ordnung in die Geldtheorie zu bringen.

    Geldtheorie kann nur verstanden werden, wenn man die doppelte Buchhaltung versteht.

    Behauptungen wie:

    „Die SNB schöpft Geld oder Liquidität aus dem Nichts“

    widersprechen der fundamentalsten Regel der doppelten Buchhaltung.

    Könnte die SNB tatsächlich Liquidität aus dem Nichts herstellen, so lautete der entsprechend Buchungssatz in der Bilanz der SNB:

    „Liquide Mittel an Nichts“

    Das wäre ein einseitiger Buchungssatz.

    Diesen Buchungssatz gibt es aber nicht – und wird es nie geben. Er widerspricht der fundamentalsten Regel der Rechnungslegung.

    Ich vertrete hier also nicht meine „eigene Geldtheorie“.

    Nein! Ich vertrete die Doppelte Buchhaltung. Diese ist Jahrtausende alt.

    Bitte lassen Sie mich hier noch auf eine andere Art zeigen, was Geld effektiv ist und wie es entsteht:

    Dazu ein Beispiel:

    Angenommen, Sie kaufen ein Auto. Dieses koste 20’000 Franken.

    Es wäre nun denkbar, dass Sie Aktien besitzen von einem Unternehmen xy, welche im Moment bei 20 Franken notieren.

    Ebenfalls wäre es denkbar, dass Sie mit dem Autoverkäufer übereinkommen, das Auto mit der Übergabe von tausend Aktien des Unternehmens xy zu bezahlen.

    Das wäre nicht verboten. Sie dürften das tun, solange der Garagist damit einverstanden ist.

    Der Garagist könnte nun beispielsweise ein Mittagessen von 20 Franken bezahlen mit der Übergabe einer Aktie an den Wirt, solange dieser auch damit einverstanden ist usw.

    Das Problem bei Aktien als Tauschmedium wäre nun aber, dass der Kurs der Aktien ständig schwankt. Man müsste immer wieder neu abklären, wie hoch die Aktie notiert und wie hoch damit deren Kaufkraft ist.

    Und nun das Entscheidende:

    Jeder der die Aktie besitzt, der ist ein Investor (!) in Eigenkapital des Unternehmens xy.

    Um den Kursschwankungen der Aktie auszuweichen, könnte man Obligationen der betreffenden Unternehmung xy als Tauschmedium einsetzen.

    Das Problem hier wäre, dass deren Stückelung zu gross und deshalb unpraktisch ist.

    Trotzdem: Bei entsprechenden Beträgen wäre auch eine Bezahlung mit Obligationen denkbar.

    Und wieder ist entscheidend:

    Jeder, der die Obligation als Tauschmedium hält, der besitzt eine entsprechende Investition (!) in Fremdkapital des betreffenden Unternehmens.

    Gehen wir nun noch den letzten Schritt:

    Um die Bonität des Tauschmediums Geld zu gewährleisten und um praktische, kleine Stückelungen zu besitzen, wurden Zentralbanken gegründet.

    Sie emittieren Banknoten. Das sind Obligationen der Zentralbank (Siehe auch „Geld – eine Obligation der Notenbank“, Dissertation, Marc Meyer, Wenkenverlag, Riehen)

    Wer also eine Banknote besitzt, der besitzt eine Obligation der Schweizerischen Nationalbank. Er ist somit ein Investor in Fremdkapital der SNB.

    Bezahlt er mit der Banknote, so ist der neue Besitzer der Banknote nun der neue Investor in Obligationen der Nationalbank usw.

    Geld – d.h. Banknoten oder Notenbankgeld – ist somit keinesfalls ein Kredit der SNB an die Wirtschaft, wie in der heutigen Geldtheorie behauptet wird.

    Nein! Geld ist umgekehrt eine Investition von Marktteilnehmern in Fremdkapital der SNB!

    Diese Investition wird gehandelt und als Tauschmedium ständig weitergegeben.

    Das ist Geld.

    Ich hoffe, mit diesem Beitrag einen weiteren Schritt zur Klärung „Was ist Geld?“ geleistet zu haben.

    Freundliche Grüsse und ein schönes Wochenende

    Marc Meyer

  28. @FairKritik

    Das ist nun offenbar bereits der sechste (!) Kommentar, den Sie mir innerhalb von 24 Stunden schicken.

    Sie hüpfen nun zwischen den verschiedenen Kommentaren hin und her.

    Ich habe Ihnen soeben auf dem blog zum Beitrag:

    „Vollgeld-Initiative: Lachnummer mit Emil“

    meine Anwort gepostet.

    Ihre Kommentareverdeutliche alle, dass Sie keine Ahnung von doppelter Buchhaltung besitzen.

    @FairKritik

    Hallo hallo…

    Wenn ich richtig gezählt habe, so haben Sie mir jetzt bereits fünf Texte geschickt, von denen Sie erwarten, dass ich diese beantworte.

    Ich hoffe, sie verstehen, dass ich meine Zeit auch einteilen muss.

    Zwei Antworten habe ich Ihnen bereits gegeben.

    Lassen Sie mich kurz auf Ihre Voten wie folgt eintreten:

    Ihre Voten sind ein einzies Durcheinander von Irrtümern und Verwirrungen.

    Sie belegen, dass die Initianten der Vollgeld-Initiative nichts – aber auch gar nichts – von Geldtheorie und Geldpolitik verstehen!

    Erstens:

    Wie gesagt bin ich zuerst einmal sehr froh darüber, dass Sie nun wenigstens auch einsehen, dass der Buchungssatz:

    „Liquide Mittel an Nichts“

    Unsinn ist.

    Ich wäre froh, SNB-Chef Jordan und der SNB-Bankrat würden das auch endlich einsehen und nicht mehr solche Irrtümer verbreiten.

    Zweitens:

    Die SNB gewährt keinen Franken Kredit an Schweizer Banken über Repo-Geschäfte.

    Das geht aus der SNB-Bilanz hervor.

    Damit verstösst die SNB gegen das Notenbankgesetz und gegen die Bundesverfassung.

    Drittens:

    Sie korrigieren Ihren falschen Buchungssatz

    „Liquide Mittel an Nichts“

    Und Sie schreiben neu:

    Zitat:

    Also der korrekte Buchungssatz lautet:

    —-aBK Forderungen aus Repogeschäften in Franken AN pBK Girokonto d. inländ. Banken—

    Zitat Ende

    Entschuldigung – auch dieser ist falsch.

    Die SNB hat kein Notenbankgeld ausstehend, mit welchem sie Repos finanzieren würde.

    Das beweist die SNB-Bilanz.

    Wenn Sie die SNB-Bilanz schon endlich einmal zur Hand nehmen, so sollten Sie sich wenigsten auch die Mühe nehmen, diese korrekt zu lesen.

    Viertens:

    Abermals schreiben Sie von den angeblichen Repo-Geschäften in der SNB-Bilanz. Bitte nehmen Sie sich nun endlich die Mühe und studieren Sie die SNB-Bilanz korrekt. Ich habe nicht Zeit, Ihnen das immer und immer wieder zu wiederholen.

    Die SNB besitzt keine Repos!

    Fünftens:

    Sie behaupten, die SNB sei „lender of last resort“.

    Das ist auch falsch. Da die SNB in der Schweiz 450 Milliarden Franken Kredit aufnimmt und im Gegenzug nur knapp 4 Milliarden hierzulande investiert, ist die SNB im Gegenteil ein „Borrower of last resort“ in der Schweiz.

    Sechstens:

    Sie schreiben

    Zitat:
    „SIE sind im Irrtum, Herr Dr. Meyer!
    Der korrekte Buchungssatz lautet:
    Aus Sicht der Geschäftsbank:
    aBK Kasse AN aBK Giroguthaben bei der SNB
    Aus Sicht der SNB:
    pBK Giroguthaben der Geschäftsbanken AN pBK Notenumlauf“

    Zitat Ende
    Gemäss Ihrer Argumentation verbuchen die Geschäftsbanken also ihre Guthaben bei der SNB auf ihrer Passivseite.

    Das zeigt, dass Sie Null Ahnung haben von doppelter Buchhaltung.

    Guthaben der Banken sind umgekehrt Aktiven der Banken und nicht Passiven, wie Sie schreiben.

    Weiter verbuchen Sie die Giroguthaben der Banken bei der SNB auf der Aktivseite der SNB-Bilanz.

    Auch das ist haarsträubend und beweist, dass Sie nichts vom Fach verstehen:

    Die Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB sind Schulden der SNB bei den Geschäftsbanken und werden demzufolge auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht – nicht auf der Aktivseite, wie aus Ihrem Buchungssatz hervorginge.

    Ferner ginge aus Ihrem obigen Buchungssatz hervor, dass die SNB bei einer Geldemission den Banken Banknoten übergebe und zugleich noch ein Guthaben bei der SNB gewähre.

    Ihre Argumentation ist durch und durch von Irrtümern und Verwirrungen geprägt.

    Alle Ihre Kommentare hier beweisen, dass die Initianten der Vollgeldreform nichts – aber auch gar nichts – von Geldtheorie und Geldpolitik verstehen. Tut mir Leid.

    Siebtens:

    Sie schreiben, „mein Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ … muss falsch sein.“

    Sie massen sich das an, ohne dass Sie diesen Artikel gelesen haben.

    Sie nennen Sich „FairKritik“

    Entschuldigung – aber unter einer fairen Kritik verstehe ich, dass man zumindest einen Text liest, bevor man behauptet, dieser sei falsch.
    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

  29. Hallo,

    um es im Vornherein auszuschließen: Nur die Zentralbank kann echtes, also ZENTRALBANKGELD, schöpfen. Logisch. Hier geht es um GIRALGELD.

    Ich möchte punktuell auf den Artikel eingehen, zunächst auf den Abschnitt mit dem Giralgeldschöpfungsmultiplikator-Modell.

    Dieses Modell stellt den Prozess der Giralgeldschöpfung von Geschäftsbanken wahrlich äußerst schlecht dar. Es ist meiner Ansicht nach eines der größten Irrtümer der VWL, die heute noch in den Uni-Sälen gelehrt werden.

    Besser empfehle ich zu diesem Thema diese drei Links:
    http://www.positivemoney.org/how-money-works/banking-101-video-course/whats-wrong-with-the-money-multiplier-model-banking-101-part-2/

    http://www.positivemoney.org/how-money-works/banking-101-video-course/how-is-money-really-made-by-banks-banking-101-part-3/

    http://docs.banken-in-die-schranken.net/de/Wie_Banken_funktionieren.pdf

    Veranschaulicht:

    Bei einer Bargeldeinzahlung geht das Bargeld des Kunden in das Eigentum der Bank über. Der Kunde erhält „Das Recht auf Auszahlung von Bargeld (Synonym: Giroguthaben, täglich fällige Verb.) an die Geschäftsbank.
    Diese Forderung (dieses Giroguthaben) und die Einzahlungs-Praktik ist ja jedem klar. Doch wird schon hier von der Geschäftsbank während der Bargeldeinzahlung das Giroguthaben wie „aus dem Nichts erschaffen“. Diese Forderung des Kunden an seine Bank war vorher einfach nicht da.

    Heute, wo das Bargeld immer mehr an Bedeutung verliert, arbeiten Banken nachweislich tagtäglich gemäß folgendem Schema:

    Wo früher Bargeld ausgezahlt wurde (Aktivtausch: Forderungseinbuchung, Kassenbetrag ausbuchen), wird dem Kunden das Giroguthaben sofort auf sein gutgeschrieben.
    Ein Umweg wäre, es auszuzahlen, nur damit es der Kunde wieder einzahlt, um es überweisen zu könnnen.

    Auch in diesem Fall wurde diese Forderung (das Giroguthaben i.H. der Kreditsumme) von der Bank erstellt/gebucht, „wie aus dem Nichts“.

    Die Banken tun das in dem Umfanf, dass beispielsweise im Jahresabschluss der Commerzbank AG 2012 es ca. 181 Milliarden € Forderungen gibt – Diese sind aber nur mit ca. 60 Milliarden € langfristigen Spareinlagen refinanziert.

    Dagegen halten die Kunden der Commerzbank ca. 121 Milliarden täglich fällige Giroguthaben. -Und solange das Publikum diese Forderungen nicht einlöst, sondern im Bankensystem lässt, funktioniert das so und die Banken streichen den Zins ein. Die Spareinlagen verlieren an Bedeutung und die Bankguthaben werden zur „Zweitwährung“. Das Bankensystem „überschuldet“ sich bei den Kreditnehmern zwar so gewaltig aber zunächst ist das egal, weil ja kaum jemand mehr Bargeld halten will. Problematisch wird es dann später dennoch wie die Finanzkrise zeigt.

    Der gesamte Prozess ist buchungstechnisch natürlich nachvollziehbar.

    Die Giralgeld-Vernichtung funktioniert andersherum:

    Was passiert denn, wenn ein Kunde einer Bank seinen Kredit zurückzahlt? Die Forderung der Bank AN DEN KREDITNEHMER verrechnet sie mit den Forderungen des Kreditnehmers AN DIE BANK (Giroguthaben). Die Giroguthaben/das Giralgeld/die Schuldscheine der Bank verschwinden vom Erdboden, genau wie die Forderungen der Bank an den Kunden. Genau wie sie alle auch entstanden sind.

  30. @Lustenberger

    Vollgeld-Initiative bringt gar nichts

    Sehr geehrter Herr Lustenberger

    Besten Dank für Ihre Anschlussfrage. Es ist tatsächlich so: Diese Vollgeld-Initiative bringt gar nichts. Sie basiert auf einem Irrtum der heutigen Geldtheorie, dem sowohl die SNB als auch die Initianten aufsitzen.

    Aufgrund der herrschenden Lehre behauptet ja auch unsere Schweizerische Nationalbank (SNB), sie, die SNB, könne „Geld aus dem nichts schöpfen“. Die SNB und auch der Bundesrat interpretieren dabei Geld als „Liquidität“ der SNB bzw. als „Liquide Mittel“ der SNB und damit als Vermögen der SNB.

    Der Buchungssatz für eine solche Geldemission würde den heissen:

    „Liquide Mittel an Nichts“

    So ein Buchungssatz ist nicht möglich.

    Der Buchungssatz bei einer Geldemission lautet aus Sicht der SNB korrekt:

    Aktiven / Notenumlauf

    oder

    Aktiven / Giroguthaben der Banken

    Aus diesen Buchungssätzen ist klar ersichtlich, dass bei einer Geldemission die SNB eine Schuld eingeht. Notenbankgeld gehört demzufolge nicht zum Vermögen der SNB und somit des Schweizer Staates, sondern im Gegenteil zu den Schulden der SNB und damit zu den Schulden der Schweiz.

    Für diese Schulden wird einmal der Steuerzahler / die Steuerzahlerin geradestehen müssen.

    Nun zu den Initianten der Vollgeldreform.

    Aufgrund des obigen Irrtums meinen die Initianten ebenfalls, bei einer Geldemission schaffe die SNB Vermögen. Davon abgeleitet folgern sie, dass auch die Geschäftsbanken bei der Emission von Buchgeld Vermögen aus dem Nichts schaffen.

    Dieses Vermögen, das die Geschäftsbanken angeblich durch „Geldschöpfung“ erzielen, wollen die Initianten an die SNB übertragen.

    Das ist natürlich Unsinn.

    Bei einer Geldemission geht der Geldemittent eine Schuld ein. Die Geschäftsbanken schaffen bei einer Geldschöpfung nicht Vermögen, sondern ebenfalls Schulden. Der Gewinn der Geldemittenten kommt erst durch die Zinsdifferenz von Aktivzinsen minus Passivzinsen zustande.

    Die Zinsen auf dem emittierten Geld sind tiefer als die Zinsen, die der Geldemittent auf seinem Vermögen erwirtschaftet. Bei der SNB heisst dieser Gewinn „Seigniorage“.

    Wenn also die Vollgeldinitiative angenommen würde, so hiesse das Folgendes:

    Private Banken dürften keine Kundengelder mehr entgegennehmen und damit wirtschaften. Alle Kundengelder müssten fortan bei der SNB angelegt werden.

    Da die SNB über 99 Prozent ihres Vermögens (unseres Vermögens) ins Ausland abführt und dort investiert, würde das zu einem Ausbluten unserer Wirtschaft führen.

    Es wäre kein Kapital mehr vorhanden für die Finanzierung von Immobilien, Unternehmen usw. (Fremdkapital wäre praktisch nur noch über die Emission von Obligationen erhältlich; jedoch nicht mehr über die Aufnahme von Kapital am Geldmarkt).

    Die SNB müsste also per Gesetz dazu verpflichtet werden, das Kapital, das sie durch die Emission von Geld in der Schweiz aufnimmt, auch hierzulande zu investieren.

    Hypotheken müssten also fortan von der SNB gewährt werden. Dasselbe gilt für Betriebskredite usw.

    Das wäre Kommunismus pur: Wir hätten nur noch eine einzige riesige staatliche Zentralbank. Diese würde zudem ein untragbares TBTF-Risiko darstellen.

    Die Initiative ergibt also keinen Sinn. Sie basiert auf einem Irrtum.

    Nähere Ausführungen dazu können Sie in meinem jüngsten Kommentar „Augiasstall Geldpolitik – und warum sich die SNB darin wohlfühlt“ auf Inside Paradeplatz entnehmen.

    Ich hoffe, die Zusammenhänge sind da klar dargestellt. Andernfalls fragen Sie bitte nochmals nach. Ich erkläre diese gerne nochmals.

    Freundliche Grüsse und besten Dank für Ihre Frage

    Marc Meyer

  31. werter Herr Meyer, nach Ihren Ausführungen zur “ Geldschöpfung aus dem Nichts“ zweifle ich am Sinn der Initiative zum „Vollgeld“!
    http://www.vollgeld-initiative.ch die Spezialisten wie diverse Professoren u.a.Huber,Hörmann Joob,Ulrich,Mastronardi unterstützen.
    Was halten Sie davon?
    freundliche Grüsse

  32. @ „Zerschlagung“

    Besten Dank für Ihre ausführlichen Gedanken.

    Sie erklären die „Geldschöpfung“ wie folgt:

    Zitat:

    „Geschäftsbanken leihen von “Zentralbanken” und Firmen und Privatpersonen wiederum von den Geschäftsbanken.“

    Zitat Ende

    Sämtliche Geldtheorien der Vergangenheit und Gegenwart basieren auf diesem fundamentalen Irrtum.

    Notenbankgeld wird als Kredit der Notenbank an die Geschäftsbanken betrachtet. Die Geschäftsbanken würden dann die Kredite der Notenbank weiter an die Privatwirtschaft ausleihen („lender of last resort“).

    Das ist falsch.

    Geld ist nicht ein Kredit der Notenbanken an die Wirtschaft, sondern umgekehrt ein Kredit der Wirtschaft an die Notenbank. D.h. die Geschäftsbanken gewähren der SNB Kredite.

    Beweis: Notenbankgeld wird auf der Passivseite der Notenbankbilanz verbucht.

    Daraus ergibt sich, dass das von der SNB emittierte Notenbankgeld im Betrag von nunmehr über 450 Milliarden Franken Schulden der SNB darstellt und damit zu den Staatsschulden der Schweiz zu addieren ist.

    Die Schulden der Nationalbank sind für die Schweiz zu einem untragbar hohen Risiko geworden, welches der Schweizer Wirtschaft das Genick brechen kann.

    Das ist meine Aussage.

    mfG

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      Vielen Dank für Ihre Ausführungen. Es ist also eine gewollte, erlauben Sie mir diese Unterstellung, Fehlkonstruktion des herrschenden Geldmonopols?. Ich lasse mal die Giralgeldschöpfung aus dem Nichts der Geschäftsbanken und kooperative Geldschöpfung innerhalb des Bankensystems ausser Acht; und versuche Ihren Statement zusammenzufassen, ob ich es verstanden habe.

      1. Da nur die Notenbanken das Recht haben, Geld zu produzieren, können auch nur diese eine Inflation erzeugen?

      2. Die Banken und die Regierungen verdienen an den produzierten Inflationsraten, dadurch die Kapitaleigentümer bekommen mehr Kapitalmacht (Sachwerte), wodurch sich das Geldmonopol noch verstärkt?

      3. Allein die Arbeitskraft des Volkes, ob Arbeitnehmer oder Unternehmer, insbesondere der Mittelstand, die letzlich die eigentlichen Werte erschaffen, müssen die Rechnung für dieses Notenbanksystem tragen?

      4. Also doch; eine getarnte Sklaverei zu Lasten der arbeitenden Bevölkerung?

      Vielen Dank für Ihre Zeit.
      Herzlich
      Zerschlagung!

    • @Zerschlagung

      Das „Ammenmärchen“ der Geldschöpfung basiert auf einer unglaublich oberflächlichen Analyse der Geldemission und auf der Unbelehrbarkeit der Notenbanken (diese halten sich für „unfehlbar“).

      Durch das Erstellen von Buchungssätzen in der Geldtheorie kann einfach bewiesen werden, dass weder die Zentralbanken noch die Geschäftsbanken Geld emittieren können, wenn die Realwirtschaft im Gegenzug nicht reale Werte erarbeitet.

      Das Bankensystem ist bei einer Geldemission für die rechte Seite des Buchungssatzes verantwortlich (Passivseite des Geldemittenten, Geldemission). Die Realwirtschaft ist verantwortlich für die linke Seite (Aktivseite).

      Beide Seiten der Bilanz werden bei einer Geldemission beidseitig gleichviel verlängert.

      Erarbeitet die Realwirtschaft keine realen Vermögenswerte, so kann das Bankensystem dagegen auch kein Geld emittieren.

      Vergleich: Eine Geburtsurkunde macht nur Sinn, wenn auch die Geburt eines Kindes vorliegt. Allein Geburtsurkunden ausstellen ohne Geburten ergibt keinen Sinn.

      Genauso kann das Bankensystem nicht einfach Geld emittieren, wenn nicht entsprechende Vermögenswerte real erarbeitet werden (durch die arbeitende Bevölkerung).

      Ich würde das nicht „Sklaverei“ nennen. Geld ist sehr wichtig für den Zahlungsverkehr. Stellen Sie sich vor, wir müssten Tauschhandel betreiben. Die Produktivität unserer modernen Volkswirtschaften würde sich massiv verschlechtern.

      Geld an und für sich ist nichts Schlechtes. Auch deren Herstellung nicht. Geld darf aber nur gegen real erarbeitete Vermögenswerte emittiert werden.

      Geld ist ein Passivkredit des Geldemittenten, wobei der Geldemittent keinen Zins erhält. Sie müssen beispielsweise auf den Banknoten, die Sie in Ihrem Portemonnaie besitzen, der SNB keine Zinsen bezahlen.

      Mit freundlichen Grüßen

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      Ihre Darlegung ist sehr schlüssig, und ich bin bei Ihnen. Abschliessend, möchte ich festhalten, dass NICHTS gegen das Geld einzuwenden ist, die von Ihnen genannten, Gründen sind stichhaltig. Nichtsdestotrotzt, ist es unglaublich zu konstatieren das die Staatsregierungen den Banken das Privileg ausgestellt haben, jederzeit neue Banknoten (Papiergeld – Zentralbanken/Buchgeld – Geschäftsbanken, in den Markt einfliessen zu lassen, ohne die Waren und Dienstleistungssituation im Vorfeld ins Verhältnis zu setzen. Nach dem Motto: Ich drucke leistungslos (Tinte und Papier)Geld, und die arbeitende Bevölkerung ist zur Annahme und Nutzung dieses Geldes verpflichtet. Die Verwerfungen haben einen Ausmass erreicht, dass nunmehr Aktienkurse steigen, wenn die führenden Köpfe der Notenbanken Anleiheankaufprogramme ankündigen oder vorhandene fortsetzen. Auf diese Weise fließt frisches Zentralbankgeld in die Märkte, welches sich offensichtlich im Finanzmarktcasino tummelt und dort zum Beispiel nun sichtbar Preisblasen bei Aktienkursen von Industrieunternehmen auslöst. So könnte man mit dem neu emittierten Zentralbankgeld der amerikanischen FED und der japanischen Notenbank aus dem Zeitraum von knapp drei Wochen die Goldweltjahresproduktion des Jahres 2012 aufkaufen. Nicht das Geld an sich ist „die getarnte Sklaverei“, sondern die vom Geldmonopol produzierten Volkswirtschaftlichen Verwerfungen. Entscheident ist, doch dass immer genau soviel Geld besteht, wie die Wirtschaft leistet. Schrumpft die Wirtschaft, muss Geld entzogen werden, wächst sie, muss hinzugefügt werden. Das wäre der verfassungsmässige Auftrag der SNB, oder irre ich mich?. Na ja, vielleicht wird die Initiative „Vollgeld“ Erfolg haben, und die Schweiz, darin eine Vorreiterrolle spielen. Geld muss zinsfrei in Umlauf gebracht werden. Nicht als Schuld sondern als Möglichkeit, sinnvolle Waren und Dienstleistungen zu erstellen/erbringen. Und alle Gewinne der Geldschöpfung müssen der Algemeinheit zugute kommen, nicht privaten Firmen. Geld muss keinen inneren Wert haben, damit es funktioniert. Und die Mähr, dass eine Regierung nicht mit der Hoheit über die Geldschöpfung umgehen kann wird uns vom Bankenkartell seit über hundert Jahren eingebläut damit wir denken, es müsse bei den Banken bleiben!Sie verweisen, zu Recht, als Rufer in der Wüste, auf einen möglichen Genickbruch der schweizerischen Volkswirtschaft hin. Die Volkswirtschaft der Schweiz ist zu klein, um im Falle der nächsten Großbankenkrise – und die kommt Geldsystembedingt – Mathematisch – einen Bankrott zu verhindern, zumal die makroökonomischen Bruttoinlandsdaten erst durch diese beiden (UBS und CS) maßgeblich zustande kommen. Die volkswirtschaftlichen Daten eines ganzen Landes hängen also an diesen beiden Bankenkonzernen! Wenn der Anleihenmarkt diverse Abschreibungen erfordern würde, was mittlerweile offen in vielen Expertenzirkeln, hinter verschlossen Türen, diskutiert wird, ergeben sich zwei Möglichkeiten der Schuldentilgung: Der Schuldner zahlt sie, oder die Banken schreiben sie ab. Dadurch würde die niedrige Verschuldungsquote der Schweiz (im Verhältnis zu anderen Ländern), binnen weniger Augenblicke die 100% Marke weit durchbrechen!Man müsste alle Banken einer bestimmten Größe – auch Versicherungen – zerschlagen und in kleinen Einheiten kontrollieren! Es ist erschreckend festzustellen, wie wenig Menschen Sachverhalte kritisch hinterfragen. Ein selbst von den meisten Experten unerkanntes Problem ist die Tatsache, dass bei einer Geldschöpfung durch Kredit nur der Kreditbetrag entsteht, der Schuldner aber den Kreditbetrag plus Zinsen und Gebühren zurückzahlen muss. Diese erhöhte Summe muss nun von anderen Marktteilnehmern (arbeitende Bevölkerung) herausgewirtschaftet, um nicht zu sagen gepresst, werden. Da sind Verwerfungen vorprogrammiert und immer mehr Menschen geraten in Armut, bzw. können ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen. Sie gehören, zu den wenigen Experten, die sich nicht hat „dogmatisch Impfen“ lassen, dazu kann ich Ihnen gratulieren und wünsche Ihnen alles Gute.

      Herzliche Grüsse
      Zerschlagung!

  33. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    bin durch Zufall auf diese Website gestolpert, und dabei, auf Ihre interessanten Ausführungen gestossen. Ich bin Autodidakt und verfüge über keine akademischen Graden; interessiere mich aber schon seit meiner Jugendzeit für das Geldsystem. Habe mich u.a. mit Silvio Gesell und Ludwig Mises – öst. Nationalökonomie auseinandergesetzt. Mag sein, das diese Theorien, wie alle anderen auch, Lehren,- und auch Irrlehren,- zu formulieren vermögen. Bei näherer Auseinandersetzung jedoch, mit diesen Theorien, insbesondere Silvio Gesell, musste ich feststellen, dass das herrschende Geld,- und Notenbank (System) die Hauptursachen für sehr viele Verwerfungen sind. Diese auch so gegensätzlichen – Denk-Schulen haben mir geholfen, diejenigen Informationen zu sammeln, um mir ein Gesamtbild zu geben! Die Zinsproblematik, wird nicht an den Universitäten doziert, im Gegenteil, der Eindruck erhärtet sich immer wie mehr, dass die Zinsproblematik gezielt in den Studiengängen ausgeblendet wird; ganz allgemein, ist meiner Ansicht nach die Wirtschaftswissenschaften (Makro,- Mikroökonomie usw.) die falsche Pforte, um die Komplexität dieses Betrugs auf Kosten der Völkern und mehrere Generationen zu verstehen, sondern vielmehr möchte ich auf Geschichte, Mathematik und Physik verweisen; erlauben Sie mir, diese eindeutige Stellungnahme.

    Der berühmte Geldhistoriker Alexander Del Mar schrieb vor 100 Jahren: Zitat: ”Politische Ökonomen machen sich in der Regel nicht die Mühe, die Geschichte des Geldes zu erforschen, ist es doch viel einfacher, sie sich vorzustellen und dann aus diesem imaginären Wissen Prinzipien abzuleiten”.

    Bitte korriegieren Sie mich wenn ich mich irre.

    Die seit 6 Jahren dauernde, so genannte “Krise” ist ein Symptom des verfehlten Geldmonopols, somit der Geldschöpfung. Sei es als Monetäreerhöhung seitens der sich im Privatbesitz befinden Notenbanken, sei durch Giralgeldschöpfung aus dem Nichts oder kooperative Giralgeldschöpfung.

    Die Vergabe der Geldmengenproduktionsrechte von den Regierungen an die Notenbanken hat verheerende Folgen für die arbeitende Bevölkerung, dazu gehören auch die Angestellten des Banken,- und Finanzsektors, welches, immer wieder, zu unausweichlichen Währungsreformen geführt hat, und auch diesmal führen wird. Die BIZ ist zu 86 % in den Händen der Zentralbanken… Und wem gehören diese Zentralbanken? Erklärung anhand der EZB: Alle Zentralbanken der Euro-Mitgliedsländer sind anteilig an der EZB Eigentümer. Wem gehören denn die nationalen Zentralbanken? Alle inländischen Geldinstitute sind anteilig Eigentümer der nationalen Zentralbanken! Und wem gehören die inländischen Geldinstitute? Den Aktionären! Und damit gehört das gesamte Geldsystem mit allen einzelnen Institutionen privaten Aktionären. Die FED gehört 15 amerikanischen Geschäftsbanken. Das die Fed in privaten Händen ist, hat 1982 sogar ein Bundesgericht höchstrichterlich geurteilt: Lewis vs. United States, 680 F.2d 1239 (1982). Die SNB befindet sich nach meinen derzeitigen Kenntnisstand zu 65% ca. in Besitz der Kantone, oder?

    Mit Schein, – Schuldgeld zu Sachwerten und von Sachwerten zu Monopolen, so sieht die aktuelle Lage aus wie ich sie verstanden habe. Das Problem der Flucht in Sachwerte löst natürlich Hyperinflation aus, und die Geschichte lehrt wo das dann, letzten Endes hinführt. Somit, in den letzten 20 Jahren ist die Geldmenge, um 40 x und die Gütermenge, um 4 x gewachsen; de facto, deckt sich Papiergeld mit Papiergeld.

    Keine Unterlegung in Gold, Dienstleistungen oder Gütern. Frage: Ist es sinnvoll, ein Geldsystem beizubehalten, das alle 60-70 Jahre kollabiert? Dass unser Geldsystem aufgrund des exponentiellen Wachstums der Zinseszinsen zum Scheitern verurteilt ist, sollte eigentlich nur eine Frage der Logik bzw. Mathematik und keine Ansichtssache sein. Dieses Problem, welches Menschen in eine getarnte Sklaverei treibt, ist schon sehr alt. Sogar in der Bibel wird dieses Problem erwähnt (Jesus treibt die Kreditverleiher aus dem Tempel, etwas moderner ausgedrückt). Wir haben es also mit einem historischen Problem zu tun, das sehr tief verankert ist. Der Schlüssel Exponentialfunktion, hat mir geholfen ein schwerwiegendes Problem zu erkennen, auf das wir zusteuern. Dass was wir in unseren Taschen haben, ist Schuldgeld.

    Alles Geld, was im Umlauf ist, schuldet irgendwer irgendwem und muss dafür Zinsen zahlen. Um den Zusammenhang zu erklären, verzichte ich bewusst auf viele beeinflussende Faktoren wie Teilreservesystem, Giralgeldschöpfung aus dem Nichts, Kooperative Giralgeldschöpfung, Schattenbanken, staatliche Rettungsmaßnahmen, und so weiter, sondern berücksichtige nur den Zins, wobei nicht der Zins das Problem ist, sondern der Zinseffekt.

    Meine Vertiefungen in der Materie haben mir zu der Erkenntnis geführt, dass Geld nur über Kredite in Umlauf kommt. Geschäftsbanken leihen von “Zentralbanken” und Firmen und Privatpersonen wiederum von den Geschäftsbanken. Dafür müssen Zinsen bezahlt werden. Ich gehe zur Vereinfachung mal von 5 Prozent Zinsen aus. Das Geld für diese Zinsen existiert gar nicht, es muss auch geliehen werden. So wächst die Menge des Geldes jährlich um 5 Prozent. Wenn ich von einer konstanten Vermehrung der Geldmenge von 5 Prozent jährlich ausgehe, verdoppelt sich die Geldmenge alle 12 Jahre. Es folgt eine exponentielle Steigerung der Geldmenge.Festzuhalten gilt auch insbesondere die Tatsache, dass der Staat ebensosehr sich mit Ausgabe einer Staatsanleihe in diesem “Teufelskreis” gerät. Der Staaten müssen, um Investitionen zu tätigen, sich das Geld bei den Zentralbanken besorgen. Diese wollen als Sicherheit eine Staatsanleihe. Auf welche Zinsen zu bezahlen sind.Warum leiht sich der Staat Geld bei privaten Banken, wenn er das Geld genauso zinsfrei selbst schöpfen könnte?

    Wenn der Staat das Geld schöpft, sei die Währung schnell nichts mehr wert, so das Argument der Gegner. Befürworter argumentieren: Warum soll der Staat Anleihen herausgeben können, aber keine Währung? Beides sind Zahlungsversprechen. Das eine mästet den Wucherer, das andere nützt dem Volk. Wenn eine von der Regierung herausgegebene Währung wertlos wäre, wären es die Anleihen ebenso. Es ginge auch anders. Der Staat könnte eine Währung emittieren, für die sich niemand verschulden müsste (Vollgeld). In der heutigen Geldordnung macht es hingegen keinen Sinn, wenn der Staat Schulden abbaut und Kredite zurückzahlt. Dieses Geld würde aus dem Geldumlauf verschwinden – es gäbe kein Geld mehr. Oder anders gesagt: Existierte keine Verschuldung, würde auch kein Geld existieren. Ist nachhaltiges Wirtschaften mit einem Geldsystem, das auf eine dauerhaft exponentiell wachsende Geld- und Schuldenmenge angewiesen ist, um nicht zu kollabieren, überhaupt möglich? Warum stellt niemand diese Frage?.

    Die Weltbevölkerung wächst stetig. 1970 gab es 3,7 Milliarden Menschen, heute gibt es fast 7 Milliarden. Jede Sekunde kommen 2,4 Menschen hinzu. Seit 40 Jahren liegt das Bevölkerungswachstum bei ca. 1,5 Prozent pro Jahr. Es wächst zwar nicht exponentiell, da die Geburtenrate seit einigen Jahren rückläufig ist, jedoch steigt auch die Lebenserwartung (Quelle: Onu).

    Die Rohstoffe, die all diese Menschen in der Gegenwart verbrauchen, werden die Menschen in der Zukunft auch verbrauchen wollen. Leider sind die Rohstoffe begrenzt (Quelle: Fao). Wann Öl seinen Peak erreicht hat oder erreichen wird, weiß ich nicht. Einige sagen, das wäre schon geschehen, andere sagen, das dauere noch 20 Jahre. Fakt ist, dass die Menschheit auf ein großes Problem zusteuert. Die Ressourcen sind endlich. Daran können wir nichts ändern. Die stetig steigende Zahl der Weltbevölkerung leitet also eine exponentielle Verringerung der Rohstoffreserven ein.

    Woran wir etwas ändern könnten, wäre das Geldsystem. Um unseren Schuldgeldwahnsinn weiter aufrechtzuerhalten, benötigen wir immer stärkere Wachstumsraten. Wir forcieren Konsum durch billige oder sogar fast zinslose Kredite, fördern Industriezweige durch Subventionen, die an einem freien Markt längst mangels Nachfrage zugrunde gegangen wären. Das künstliche Wachstum, das unser Finanzsystem dringend braucht, um weiterbestehen zu können, forciert aber den immer stärker werdenden Verbrauch der Rohstoffreserven zusätzlich. Die Menschen sollten die Freiheit haben, sich Gedanken über Alternativen zu unserem Schuldgeld zu machen. Leider handelt es sich dabei um ein gesetzliches Zahlungsmittel, welches man benutzen muss. Es ergibt keinen Sinn, über das Elend auf der Welt nachzudenken, ohne sich auch über Geld (System) Gedanken zu machen. Die Zukunft unseres Geldsystems ist mathematisch vorhersagbar.

    Nur hier schnell ein kleines Beispiel, das einem das Wesen der Exponentialfunktion eindrücklich vor Augen führt: Ich pflanze am 1. Januar eine Seerose in einen Teich. Angenommen, die von Seerosen bedeckte Fläche verdoppelt sich jeden Tag, und am 31. Dezember ist der Teich vollständig mit Seerosen überwachsen. Nun die Frage: Wann ist der Teich zur Hälfte mit Seerosen bedeckt? Antwort: Am 30. Dezember! Das zeigt eindrücklich, wie die Exponentialfunktion am Ende regelrecht explodiert. Ganz allgemein kann man beweisen, dass nichts schneller wächst als die Exponentialfunktion.

    Somit, wird dieses Geldsystem, wofür sich die meisten Menschen “ruinieren” auf vielen Ebenen, und die psychosozialen Folgen sind schon enorm auf der Welt, in dieser Form nicht dauerhaft weiterexistieren können. Die Exponentialkurve wird ihr Ende erreichen, und man wird den Reset-Knopf drücken müssen. Neue Währungen werden die Folge sein, und viele Menschen werden ihr Eigentum verlieren. Stellen wir uns die Frage, wer von all dem profitiert. Verfolgen wir den Weg des Geldes, dann erkennen wir, dass es nicht die normalen Bürger sind, die etwas davon haben, nicht die hungernden Kinder rund um die Welt, nicht die Opfer der Kriege, die heute, in dieser Form, ohne dieses Geldsystem nicht möglich wären. 96% der Weltbevölkerung dreht sich, auf Grund dieses Geldwahnsinn, das ganze Leben im Hamsterrad und hat nichts davon. Der Planet ist/wird dadurch ausgeplündert. Ich möchte niemanden etwas unterstellen, und an dunkle Gestalten und Verschwöhrungstheorien glaube ich nicht; letzten Endes, ist die kleine Minderheit die von den enormen Zinszahlungen profitieren auch nicht frei und glücklich sich innerhalb ihrer Umwelt zu bewegen.

    Die Girageldschöpfung aus dem Nichts hat auch Auswirkungen bis ins Strafrecht hinein. Dass Geld von den Geschftsbanken aus dem Nichts geschöpft wird ist bekannt , aber dass zudem dies so gravierende Folgen bis ins Strafrecht hinein hat habe ich mir nie überlegt, und wurde mir erst vor ein paar Wochen bewusst, indem ich mich vertieft mit der doppelten Buchhaltung und die Struktur des Bankensystems auseinandergesetzt habe, somit ermöglicht es den Akteuren ungerechtfertigte Vorteilsnahmen gegenüber der arbeitende Bevölkerung herauszuschlagen.

    Bücher von Prof. Bernd Senf, Avv. Marco Della Luna, Dr. Nino Galloni, Prof. Steve Keene, Dr. Hauke Fürstenwerth, Prof. Margrit Kennedy,Prof.Franz Hörmann und William K. Black gehören auch zu meiner Lektüre.

    Nochmals die Frage: Woher kommt unser Geld?

    Herzlich
    Zerschlagung!

    • @Zerschlagung:

      Ich sehe es nicht so, daß die Notenbanken den GB gehören.

      Eine Notenbank gehört dem Staat. (Wobei das bei der EZB nicht paßt, ich halte das für Etikettenschwindel ebenso wie die No Bailout Klausel, die wir, ich bin Deutscher, für die EZB haben. Natürlich haften die Mitgliedsstaaten des Euro füreinander – sie haben eine gemeinsame Notenbank.)

      Insofern kann eine NB schwerlich pleite gehen – sie kann, theoretisch, ich kenne da die rechtliche Situation der Schweiz nicht, Staatsanleihen ankaufen. Und damit ihre Bilanz beliebig verlängern. Theoretisch. IIRC ging das in Deutschland NICHT, die Bundesbank durfte keine Staatsanleihen des Bundes kaufen. (Ich bitte ggf. um Korrektur, ich bin Laie.)

      Was Herr Mayer hier beschreibt, ist aber im Kern, und hier knüpfe ich an die „Emil Diskussion“ an, daß Geld dadurch „entsteht“, daß eine Verbindlichkeit einer Bank gegenüber einer Nichtbank „entsteht“.

      Die entsteht formal durch eine Bilanzverlängerung, und da sich (siehe Emil Diskussion) Debitoren und Kreditoren einer Bank nicht sehen, beide sehen nur die Bank als gegenüber, sehe ich als Halter einer 100 Franken Note nicht, daß diesem Passivposten der SNB notwendig 100 Franken Atkiva bei der SNB gegenüber stehen müssen. Ob dies Gold oder Devisen sind – oder Forderungen der SNB etwa gegen eine GB, ist mir egal. Ich habe eine Inhaberschuldverschreibung, für die die SNB haftet – aber sie haftet natürlich mit ihren Aktiva. Und die fallen nicht vom Himmel, die hat jemand an die SNB verkauft.

      Eine GB verkauft Gold an die SNB – und kriegt Geld auf ihr Konto.

      Eine GB verkauft Schuldscheine an die SNB – vulgo: sie nimmt einen Kredit auf, auf der Aktivseite der SNB stehen jetzt Forderungen.

      Die Forderung gegen die SNB ist also endlich (auch wenn ich es nicht sehe) eine Forderung auf eine realwirtschaftliche Leistung, diese ist im der Regel durch ein reales Geschäft „verdient“ worden, da schließt sich genau der Kreis zu Mayers Eingangsstatement: Jemand hat die 100 Franken „verdient“, also die Forderung erwirtschaftet, und jetzt an die SNB verkauft – und wir haben die Bilanzverlängerung Forderungen -> Bargeldumlauf. Ohne diesen Forderungsverkauf wäre der 100 Frankenschein nicht zustande gekommen. Er wurde nicht „geschaffen“, er dokumentiert einen buchhalterischen Sachverhalt. Zwischen mir, dem Inhaber, als Kreditor und einem (mir durch die Stellvertreterhaftung der SNB verborgenen) Debitor. Wobei die Stellvertreterhaftung auch bedeutet, daß die Schweiz als Bürge auftritt. (Die Bürgschaft ist auch von Schiller, wie der Rütli-Schwur, die SNB mag keine Franken schaffen, dafür hat Schiller die Schweiz geschaffenm *weglauf*) Also bei Debitorenausfall läßt Ihnen der Debitor die Schweiz als Bürgen, die mögen Sie, entrinnt er, erwürgen.

      (Bei der EZB frage ich mich immer, wen wir erwürgen sollen, vermutlich das Nichts in Muttis Raute.)

      Wenn die NB „Geld in den Markt geben“ will, braucht sie notwendig jemanden, der Kredit aufnimmt, d.h. Aktiva an sie verkauft.

      Insofern hat Herr Meyer natürlich recht, wenn bei ihm das Geld nicht VON der SNB kommt, sondern die Sachverhalte, die zur Bilanzverlängerung führen, kommen von außen IN die SNB.

      Die SNB ist im Grunde nur eine riesengroße Bilanz mit der Schweiz als gesamtschuldnerisch haftendem Eigentümer.

      Und die „Geldentstehung“ dokumentiert Sachverhalte, die diese Bilanz verlängern.

      In der Hoffnung, Sie nicht völlig verwirrt zu haben

      Detlef Bosau

  34. Hallo Hr. Meyer,

    ich bin durch Zufall auf ihren Namen und Ihre Texte hier gestossen. Ich bin Deutscher und nur Laie. Deshalb verzeigen Sie mir bitte, wenn ich trotz Faszination beim Lesen ihrer Sicht eine etwas ungebildete/kuriose Frage zu dem Ganzen habe. Mir ist nämlich nicht klar, wieso schon längst gegen diese künstliche Franken/Euro-Bindung spekuliert wird. Also hier meine Frage:

    Wäre es nicht denkbar, dass sich die Schweizer Geschäftsbanken, die bei der SNB aktuell über Giroguthaben verfügen, zu einem Kartell zusammenschliessen und ihre Giroguthaben bei der SNB abziehen und damit auf einen fallenden Euro spekulieren? Müssten dann die Schweizer Steuerzahler die SNB retten und so den GB ihren Spekulationsgewinn auszahlen? Oder könnte sich die SNB gegen so eine Spekulation irgenwie wehren?

    Vielen Dank, falls sie Zeit für eine kurze Antwort haben.

    • @Tobias

      Bitte lassen Sie mich noch etwas präzisieren:

      Per definitionem werden bei einer Buchung beide involvierten Konten gleichzeitig verbucht.

      Der Geburtsschein hat seine Gültigkeit von dem Momentan, an welchem das Kind geboren und als Mädchen oder Junge definiert ist.

      Finanziert eine Bank eine Immobilie mit einem Hypothekarkredit, so folgt ein „Zug um Zug“-Geschäft.

      Mit dem Kredit wird entweder das Haus direkt von der Bank bezahlt oder es werden die Bauleute „Zug um Zug“ bezahlt. Der Hausbesitzer kann mit dem Geld nicht etwas anderes kaufen. Da hat die Bank die „Hand drauf“.

      Entscheidend ist aber vielmehr die Tatsache, dass der Buchungssatz zwei Seiten hat.

      Jeder Geldemission liegt ein Buchungssatz zugrunde. Wie gesagt: Das emittierte Geld wird auf der Passivseite des Geldemittenten verbucht. Auf der Aktivseite des Geldemittenten ist das Vermögen zu verbuchen, das die Bank mit der Geldemission finanziert.

      Wenn nun die SNB behauptet, bei einer Geldemission schaffe sie „Liquidität“, so interpretiert die SNB das von ihr emittierte Geld als ihr Vermögen („Liquidität“ ist per definitionem immer Vermögen). D.h. die SNB interpretiert Notenbankgeld fälschlicherweise als Aktivum, bzw. als “linke“ Seite im Buchungssatz anstatt als „rechte“ Seite. Das ist der entscheidende Fehler in der heutigen Geldtheorie.

      Die SNB schafft durch eine Geldemission keineswegs Vermögen, sondern im Gegenteil geht sie eine Schuld ein. Den Vermögenswert, den die SNB durch die Geldemission erwirbt, muss die Wirtschaft real erarbeiten.

      Genauso, wie erst die Geburt des Kindes dem Geburtsschein seine Gültigkeit gibt.

      Daraus folgt: Eine Zentralbank kann das Wirtschaftswachstum nicht ankurbeln, indem sie Notenbankgeld emittiert. Die Wirtschaft muss das Wirtschaftswachstum erarbeiten.

      Vergleich: Das alleinige Ausstellen von Geburtsurkunden macht keinen Sinn – genauso wenig, wie die alleinige Emission von Geld durch eine Notenbank. Eine solche ist gemäss Buchungssatz zudem gar nicht möglich, weil die zweite Seite der Buchung fehlt – die angebliche „Geldschöpfung“ ist deshalb eben ein Ammenmärchen.

      Konklusion: Im Falle von negativem Eigenkapital der SNB kann die SNB dieses nicht wieder aufstocken durch „Geld drucken“, wie SNB-Chef Jordan behauptet (Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel).

      Daraus folgt, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die Schulden der SNB bezahlen müssen, ansonsten die kreditgebenden Banken Konkurs gehen.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • @Torsten Klapper

      Wenn ich mich, als Laie, an einem Kommentar versuchen darf.

      Die Einlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank sind in der Regel recht gering.
      Zur Info: http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve

      Spitzenreiter sind mit 20% Mindesteinlage die Chinesen, dann kommt mit 10% die Fed, die SNB hat 2,5, unsere geschätzte EZB ganze 1%.

      Die Frage ist: Wo ist der ganze Rest? Wenn also z.B. die UBS 100 Milliarden SFr Sichteinlagen für ihre Kunden hält, liegen davon 1 Milliarde bei der SNB, der Rest liegt woanders. Das sind möglicherweise Devisen (z.B. Euro, gegen den man dann bestimmt nicht wetten wird), das sind Immobilien, Wertapiere, Forderungen gegen Kreditkunden und so weiter. Sobald diese Aktiva aber „Euro enthalten“ (wie versteckt auch immer) wäre ein Sinken des Euro nicht im Interesse dieser GB.

      Trotzdem habe ich bei dieser Stützerei ein Verständnisproblem: Wenn die SNB den SFr um, sagen wir mal, 1,10 € anbietet (beim Wettbewerb wäre der Preis 1,50 €) bucht die SNB beim Ankauf von € eine Bilanzverlängerung, z.B. „Devisen -> Bargeldumlauf“ und erhöht damit auch die umlaufende Geldmenge in der Schweiz. (In Deutschland angekaufte SFr dürfen meines Wissens in die Schweiz eigeführt werden.)

      Wie vermeidet man da auf Dauer (bei Beibehaltung der freien Konvertibilität, die ist AFAIK beim Chinesische RMB nicht gegeben) einen Wertverlust des SFr am schweizerischen Binnenmarkt?

      Etwas um die Ecke gedacht kommt mir dabei der Gedanke, daß die SNB mit ihren gesammelten € auch irgendwo hin muß.
      Und dabei kein Interesse an einem fallenden Euro habem wird?

  35. Es wurde noch nie irgendein Geldschein (Schuldschein) durch Arbeit geschöpft. Die Frage ist wie entsteht Geld? Die Antwort bleibt immer noch : aus dem Nichts. Durch Kredit, durch Schuld. Durch die Zentralbank, d.h. Bankenkonsortium der privaten Banken. Niemand hat je durch bloße Arbeit die Geldmenge im Geldsystem geschöpft. Was einer mehr hat , hat der andere weniger.

    • Nein, das stimmt nicht, was sie schreiben: „Was einer mehr hat, ha der andere weniger.“ Bitte – ich kann hier nicht alles wiederholen.

      Nur soviel:

      Der erste Buchungssatz im Leben ist: Neugeborenes gegen Geburtsurkunde. Eine Geburtsurkunde ohne Neugeborenes macht keinen Sinn.

      Jeder Geldschöpfung liegt ein Buchungssatz zugrunde. Das Bankensystem oder die Notenbank können nur Geld emittieren, wenn die Realwirtschaft einen realen Wert erarbeitet hat und diesen oder einen Teil davon einer Bank übergibt. Das ist dann der linke Teil des Buchungssatzes. Auf der rechten Seite steht dann das vom Bankensystem emittierte Geld.

      Beispiel: Wenn Sie im Napfgebiet nach Gold schürfen und ein Nugget finden, so können Sie dieses verkaufen. Es wird Ihnen dann ein Geldbetrag gutgeschrieben. Sie haben einen Wert geschaffen. Das ist kein „Nullsummenspiel“. Das ist eine reale Wertschöpfung und die Bank kann dagegen Geld emittieren (von mir aus „Geld schöpfen“).

      Oder wenn Sie die Fähigkeit haben, ein Haus selber zu bauen, so können Sie eine Hypothek auf das Haus bei einer Bank aufnehmen, Die Bank schreibt Ihnen dann das Geld auf ihrem Konto gut.

      Die Wirtschaft muss also einen realen Wert schaffen und dann kann das Bankensystem dagegen Geld emittieren.
      mfG

      Marc Meyer

    • „Neugeborenes gegen Geburtsurkunde.“

      Demnach gehe ich – Unternehmer – also zur Bank & sage:
      „ich habe ein Unternehmen aufgebaut & dafür möchte ich jetzt Kredit“

      Oder
      „Ich habe mir ein Haus gekauft & jetzt hätte ich gerne einen Kredit… um das Haus zu kaufen…“

      Mag sein dass dies irgendwo so gehandhabt wird. In unserem Geldsystem nicht.

      Bei uns ist es vielmehr:
      Zuerst (Kredit)Geld – dann Haus/Auto/Firma kaufen/aufbauen.

      Um bei ihrem Baby Beispiel zu Bleiben:
      Erst die Geburtsurkunde – dann produziere ich das Baby.

      Insofern finde ich ihr Beispiel wunderbar geeignet als Beleg der Aussage:
      „Nicht Alles was hinkt ist auch ein Vergleich.“

    • @Tobias

      Die Reihenfolge ist nicht das Entscheidende. Wichtig ist, dass dem emittierten Geld auf der Passivseite des Geldemittenten ein realer Wert auf der Aktivseite gegenübersteht.

      Ohne Haus erhalte ich keinen Hypothekarkredit. Bzw. ohne Haus als Sicherheit geben die Banken keinen Hypothekarkredit.

      Jeder Geldemission liegt ein Buchungssatz zugrunde:

      Aktiven / Passiven (Geld)

      Als Geldemittent, kann ich nur Geld (Passivum) emittieren, wen ich dagegen auf der Aktivseite einen realen Gegenwert verbuchen kann. Diesen realen Gegenwert muss die Wirtschaft real erarbeiten.

      Das Beispiel mit der Geburtsurkunde zeigt das ganz schön auf. Die Erstellung der Geburtsurkunde ist der erste Buchungssatz im Leben.

      mfG

  36. Nachtrag VI

    Auf der Homepage der SNB wird auch das Ammenmärchen der sogenannten „multiplen Geldschöpfung“ erzählt:

    Unter dem Titel: „Die Welt der Nationalbank“

    http://www.snb.ch/d/welt/portrait/banks/4.html

    behauptet die SNB:
    „Banken sammeln Geld von den Sparern und leihen es an Kreditnehmer aus. Durch diese Kreditvermittlung schaffen die Banken neues Geld. Banken sind deshalb «Geldschöpfer». Wie das vor sich geht, zeigt ein einfaches Beispiel. Nehmen wir an, ein Sparer zahlt 20’000 Franken in Noten auf sein Konto bei der Bank ein. Die Menge des Geldes, das in der Wirtschaft vorhanden ist, verändert sich durch diese Einlage nicht. Zwar sind die Noten nicht mehr im Umlauf, sondern im Tresor der Bank. Der Sparer erhält dafür aber eine Gutschrift von 20’000 Franken auf seinem Konto.

    Das Geld untätig im Tresor liegen zu lassen bringt der Bank nichts ein. Warum soll sie es nicht gegen Zinsen ausleihen? Ein Unternehmer braucht Geld für eine Computeranlage. Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut. Hat sich die Geldmenge dadurch verändert? Der Sparer hat noch immer 20’000 Franken auf seinem Konto. Der Unternehmer verfügt als Kreditnehmer über 16’000 Franken. Die Geldmenge hat also um 16’000 Franken zugenommen. Wenn nun der Unternehmer mit den 16’000 Franken Computer kauft und der Computerhändler den erhaltenen Barbetrag bei seiner Bank einbezahlt, wird diese wiederum einen Teil davon als Kredit ausleihen. Dies führt abermals zu einem Anstieg der Geldmenge; die Geldschöpfung geht weiter.“

    Überprüft man die Behauptung der SNB mit einigen einfachen Buchungssätzen, so wird sofort klar, dass unsere Schweizerische Nationalbank (SNB) offensichtlich nicht im Geringsten versteht, wovon sie spricht:

    1. Transaktion:

    Der Sparer bringt 20‘000 Franken Bargeld auf die Bank. Der betreffende Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Kassa / Guthaben von Kunden 20‘000

    Erklärung: Die Bank besitzt jetzt in ihrer Kasse (Tresor) 20‘000 Franken. Diese werden in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Kassa“ verbucht.

    Zugleich ist die Bank jetzt dem Kunden 20‘000 Franken schuldig. Bzw. der Kunde hat bei der Bank ein Guthaben von 20‘000 Franken. Diese Schuld der Bank gegenüber dem Kunden wird auf der Passivseite in der Bilanz der Bank unter dem Konto „Guthaben von Kunden“ verbucht.

    2. Transaktion

    Ein Unternehmer benötigt von derselben Bank einen Kredit für eine Computeranlage im Wert von 16‘000 Franken. Er füllt ein entsprechendes Kreditgesuch aus und erhält den Kredit aufgrund seiner guten Sicherheiten (z.B. Grundpfand, Debitorenbestände, Wertschriften usw.). Die Bank schreibt ihm den gewünschten Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Betriebskredit / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung 1: Die Bank investiert jetzt also in Form von Fremdkapital in das Unternehmen und überweist dem Unternehmer dafür eine Gutschrift von 16‘000 Franken. Dazu benötigt die Bank Sicherheiten des Unternehmers. Die Bank besitzt jetzt eine Investition (Betriebskredit, Aktivseite ihrer Bilanz).

    Dem Unternehmer wird dafür eine Gutschrift auf dessen Konto bei der Bank überwiesen (Guthaben von Kunden, Passivseite der Bank-Bilanz).

    Erklärung 2: Der Betriebskredit an den Unternehmer ist in keiner Weise von der vorgängigen Einzahlung des Sparers abhängig. Der Betriebskredit an den Unternehmer ist einzig und allein davon abhängig, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und über entsprechende Sicherheiten verfügt.

    Benötigt der Unternehmer beispielsweise 25‘000 Franken für die Computeranlage, so kann er auch diesen Betrag von der Bank erhalten, wenn er kreditwürdig ist und die Sicherheiten bringt.

    Die vorgängige Einzahlung des Sparers hat nichts – aber auch gar rein nichts – damit zu tun, ob der Unternehmer kreditwürdig ist und den Kredit erhält oder nicht.

    Es handelt sich um zwei vollkommen verschiedene Geschäfte. Die 20‘000 Franken des Sparers dienen in keiner Weise als Sicherheit für den Kredit an den Unternehmer.

    Zu behaupten, die Einlage des Sparers habe zu einer Ausweitung der Geldmenge von 20‘000 auf 36‘000 Franken geführt, weil erst dadurch dem Unternehmer ein Darlehen von 16‘000 Franken gewährt werden könne, ist barer Unsinn.

    Dass der Unternehmer auch 25‘000 Franken erhielte bei entsprechenden Sicherheiten beweist, dass die beiden Geschäfte völlig unabhängig sind voneinander.

    Der Unternehmer „schöpft“ mit seinen Unternehmern reale Werte. Deshalb erhält er einen Kredit und die Geldmenge vergrössert sich entsprechend.

    Auch hier gilt: Die Realwirtschaft muss reale Werte erarbeiten, damit das Bankensystem dagegen Geld emittieren kann.

    3. Transaktion:

    Der Unternehmer bezahlt nun dem Computerhändler den Computer im Betrag von 16‘000 Franken in bar. Dazu muss der Unternehmer zuerst bei der Bank 16‘000 Franken in Banknoten bar beziehen.

    Der Buchungssatz aus Sicht der Bank lautet:

    Guthaben von Kunden / Kasse 16‘000

    Erklärung: Die Bank nimmt jetzt also 16‘000 Franken in Banknoten aus dem Tresor und übergibt diese ihrem Kunden, dem Unternehmer.

    Deshalb wird der Kontobestand „Kassa“ bei der Bank um 16‘000 kleiner. Sie besitzt jetzt noch 4‘000 Franken in Form von Banknoten (Saldo).

    Gleichzeitig vermindert sich das Guthaben des Unternehmers bei der Bank um 16‘000, da dieser den entsprechenden Betrag in Banknoten bezogen hat.

    Der Unternehmer ist jetzt nicht mehr Gläubiger gegenüber der Bank, sondern gegenüber der SNB. (Eine Banknote ist ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.)

    Hätte der Unternehmer einen Kredit von 25‘000 Franken erhalten und wollte diesen Betrag bar beziehen, so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen.

    Dadurch erhielte sie genügend Bargeld für die Auszahlung (20‘000 + 5‘000 = 25‘000).

    4. Transaktion:

    Der Computerhändler bringt die 16‘000 Franken Bargeld wieder auf die Bank (dieselbe Bank wie jene des Unternehmers).

    Buchungssatz aus Sicht der Bank:

    Kassa / Guthaben von Kunden 16‘000

    Erklärung: Die Bank legt den Betrag wieder in den Tresor. Im Konto der Bank befinden sich wieder die 20‘000 Franken in Banknoten.

    Die anfängliche Bareinzahlung von 20‘000 Franken hat sich also nicht „multipliziert“ wie im „Ammenmärchen“ von der „multiplen Geldschöpfung“ behauptet.

    Die Menge an Buchgeld hat sich unabhängig von der Einzahlung des Sparers vergrössert, weil der Unternehmer selber eine Wertschöpfung erbringt. Der Grund für die Kreditvergabe an den Unternehmer liegt nicht in der Spareinlage des Sparers.

    Konklusion: Diese einfachen Buchungssätze widerlegen die sogenannte „multiple Geldschöpfung“ auf einfachste Weise.

    Und hält man sich vor Augen, dass diese angebliche „multiple Geldschöpfung“ seit Jahrzehnten von den Zentralbanken und Wirtschaftswissenschaftern weltweit behauptet und von den Medien unbedarft kolportiert wird, so ist das einfach nur noch eine Blamage für die Zentralbanken und die Wirtschaftswissenschafter.

    Ich bitte Herrn Jean Studer, Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank, dass er seinen Einfluss bei der SNB geltend macht und solche Fehlinformationen der SNB unterbindet.

    Jean Studer trägt die Verantwortung der SNB gegenüber der Schweizer Öffentlichkeit!

    Zumindest sollte er eine Gegendarstellung z.B. auf der Seite „iconomix“ ermöglichen. Es geht nicht an, dass die SNB solche Irrtümer verbreitet und damit Generationen von Studenten und Politiker irreführt und verdirbt.

    Gravierend ist, dass die SNB nicht nur unglaubliche Irrlehren verbreitet, sondern dass sie sich zudem auch noch anmasst, jede Gegendarstellung nach Möglichkeit mit Repression zu unterbinden!

    Die Schulden der SNB (Staatsschulden) betragen mittlerweile 450 Milliarden Franken! Diese Akkumulation von Schulden war nur möglich, weil die SNB bezüglich der angeblichen „Geldschöpfung“ gravierende Irrlehren verbreitet. Dazu gehört auch die angebliche „multiple Geldschöpfung durch das Bankensystem“.

    Dieses Ammenmärchen der „multiplen Geldschöpfung“ suggeriert, dass eine Geldemission der SNB das Volksvermögen um ein Vielfaches erhöhe! Das wäre attraktiv – ist in Tat und Wahrheit aber eine gravierende Irreführung! Das Gegenteil ist wahr: Die SNB schafft mit ihrer Geldemission Schulden – Staatsschulden.

    Marc Meyer

    • Hinweis zu Nachtrag VI

      Bitte lassen Sie mich noch ganz kurz einen Hinweis geben zu Nachtrag VI, um die Fehlargumentation der SNB besser zu verdeutlichen:

      Der entscheidende fehlerhafte Satz auf der home page der SNB ist folgender:

      „Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.“

      Dieser Satz hat keine Logik und ist buchhalterisch nicht umzusetzen!

      Wenn die Bank 20’000 Franken in Banknoten in ihrem Tresor hält, so liegt das Geld dort nicht „untätig“ oder „brach“, wie die SNB behauptet.

      Wenn jemand eine Banknote hält, so gewährt er oder sie der SNB einen Kredit in der Höhe des Banknotenbetrages. Eine Banknote ist nichts anderes als ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.

      Die Banknoten im Tresor der Bank sind also ein Kredit der Bank an die SNB. Diese kauft damit in der heutigen Zeit Euros, welche wiederum hauptsächlich in Staatsanleihen von europäischen Staaten investiert werden. Damit unterstützt die SNB die Wirtschaft in der Eurozone.

      Die 20’000 Franken in Banknoten liegen also keineswegs brach. Die Bank erhält wohl keinen Zins – aber sie sind trotzdem eine Investition – eine unrentable für die Bank.

      Wenn also der Sparer 20’000 Franken auf die Bank bringt, so tauscht er seinen Kredit an die SNB in einen Kredit an die Bank. Behält die Bank die Banknoten, so ist sie es nun, welche der SNB einen Kredit gewährt.

      Solange die Bank die Banknoten behält, gewährt sie das Kapital, das sie vom Sparer erhalten hat, der SNB und kann dieses Kapital nicht gleichzeitig auch noch dem Unternehmer gewähren.

      Entweder oder: Entweder die Bank gewährt der SNB ein Darlehen (in Form von Banknoten und behält diese) oder sie gewährt dieses Kapital dem Unternehmer, gibt diesem ein Darlehen (und übergibt dem Unternehmer die Banknoten).Jetzt gewährt der Unternehmer der SNB einen Kredit.

      Dasselbe Kapital kann die Bank nicht zweimal ausleihen.

      Gewährt die Bank dem Unternehmer einen Kredit in Form von Buchgeld, so behält sie die Banknoten im Tresor und schreibt dem Unternehmer ein Guthaben auf dessen Konto bei der Bank gut (gegen Investition eines Betriebskredites).

      Die SNB begeht nun den Fehler, dass sie davon ausgeht, dass die Bank das Kapital des Sparers gleich zweimal ausleiht: Einmal an die SNB in Form von Banknoten (die sie behält) und gleichzeitig auch dem Unternehmer in Form von Buchgeld. Das geht nicht.

      Deshalb kommt die SNB zum falschen Resultat der „multiplen Geldschöpfung“. Sie addiert unkorrekterweise Banknoten und Buchgeldbetrag. Das ist falsch, weil sie dem Unternehmer die Banknoten übergeben muss, wenn sie das Kapital des Sparers dem Unternehmer „weiterreichen“ will. Sie kann das Kapital des Sparers nicht der SNB ausleihen und zugleich dem Unternehmer.

      Oder einfach ausgedrückt: Man kann einen Kuchen nicht gleichzeitig zweimal an verschiedene Leute verschenken oder verkaufen.

      Oder man kann einen Kuchen nicht behalten und trotzdem verschenken. Geht nicht.

      Der Satz:

      „Die Bank leiht ihm von den 20’000 Franken, die der Sparer einbezahlt hat, 16’000 Franken als Kredit und schreibt ihm den Betrag auf seinem Konto gut.“

      ergibt keinen Sinn.

      Dieser Satz ist buchhalterisch nicht nachvollziehbar – nicht möglich.

      Marc Meyer

    • Sie schreiben: „so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen“.

      Müsste es nicht heissen: „so müsste die Bank bei der SNB einen Teil ihres Betriebskredits diskontieren lassen, wobei der Wert 5’000 + Diskont entspricht“?

    • @Larry

      Sie beziehen sich auf die Passage:

      „Hätte der Unternehmer einen Kredit von 25‘000 Franken erhalten und wollte diesen Betrag bar beziehen, so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen.

      Dadurch erhielte sie genügend Bargeld für die Auszahlung (20‘000 + 5‘000 = 25‘000).“
      Sie fragen nun:

      Zitat

      Sie schreiben: “so müsste die Bank der SNB einen Teil ihres Betriebskredits im Betrag von 5‘000 verkaufen”.

      Müsste es nicht heissen: “so müsste die Bank bei der SNB einen Teil ihres Betriebskredits diskontieren lassen, wobei der Wert 5’000 + Diskont entspricht”?

      Zitat Ende.

      Ehrlich gesagt verstehe ich Ihre Frage nicht ganz genau.

      Das Problem ist, dass in diesem Beispiel die Bank nicht über genügend Bargeld verfügt, um Sie dem Unternehmer auszubezahlen. Sie hat ja die 20‘000 von dem Sparer. Das reicht nicht, um 25‘000 Franken bar auszahlen zu können.

      Um an 5‘000 Franken Bargeld heranzukommen muss die Notenbank bereit sein, vom Betriebskredit des Unternehmers selber einen Teil von CHF 5‘000 auf ihre Bücher zu nehmen. Die Bank muss also der Notenbank einen Teil ihres Betriebskredits verkaufen.

      Dadurch wird nun die Notenbank zur Gläubigerin gegenüber dem Unternehmer im Betrag von CHF 5‘000 Franken.

      Weshalb Sie hier in diesem Zusammenhang von einem „Diskont“, also von einem „Abschlag“ sprechen kann ich nicht nachvollziehen.

      Können Sie das näher erläutern?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  37. @NichtAllwissend

    Gefunden!

    Es freut mich, dass Sie sich so intensiv und kritisch mit meinen Antworten hier auseinandersetzten und diese als „gut nachvollziehbar“ beurteilen.

    Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre grosse Mühe, die Sie sich nehmen.

    Gerade der Nachtrag V mit seinen Buchungssätzen ist sehr wichtig, um auch das „Märchen von der angeblich „multiplen Geldschöpfung“ durch das Bankensystem“ zu widerlegen.

    Ich habe Ihnen meine Antwort unten an Nachtrag V „gepostet“.

    Nochmals vielen Dank und freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Sehr geehrte Herr Meyer

      Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort!

      Freundliche Grüsse,
      NichtAllwissend

  38. @Meyer, zu Nachtrag V

    Sehr geehrter Herr Meyer

    Kein Problem, hier ist mein Kommentar:

    Nachtrag V, Geldschöpfungsmultiplikator, ist sehr gut geschrieben und sollte allen einleuchten.

    Ich habe lediglich eine Bemerkung/Frage und eine Ergänzung.

    Sie schreiben: “„GBA“ kommt der Verpflichtung nach, eine Mindestreserve von 4 Prozent bei der Zentralbank zu hinterlegen (4 Prozent Mindestreserve gilt gemäss Schweizer Nationalbankgesetz). Buchungssatz aus Sicht der „GBA“: 6. Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000 (Erklärung: die Geschäftsbank A muss bei der SNB eine Mindestreserve hinterlegen im Betrag von 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für GBA ist das ein „Aktivtausch“. Sie verkauft der „NB“ einen Teil ihres gewährten Kredits; […]”

    Der Buchungssatz: Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000 ist so viel ich weiss praktisch nur für Grossbanken möglich. Denn dazu muss man in den Hypothekarverträgen vom Kunden ermächtigt werden (der Kunde muss die Bank ermächtigen, die Sicherheit der Hypothek weiter zu verkaufen). Meines Wissens waren die Grossbanken die ersten, die das zumindest teilweise auch in der Schweiz gemacht haben (in USA seit langem Tagesordnung). Die kleinen Banken haben das aus meiner Sicht bis heute nicht flächedeckend. Und zweitens, und viel wichtiger, muss eine Bank auch administrativ dazu in der Lage sein, einen Teil der Hypothek zu verbriefen (Mortgage Backed Securities sind durch Hypotheken gesicherte Wertpapiere, diese muss man emittieren können – die SNB nimmt meines Wissens keine Schuldbriefe an). Ich glaube nicht, dass die kleineren Banken in der Schweiz dazu in der Lage sind.

    Aus Sicht der SNB schreiben Sie: “Buchungssatz aus Sicht der „NB“: 7. Hypothekardarlehen („mortgage backed security“) / Giroguthaben von Banken 20‘000″. Mortgage Backed Securities sind Wertschriften. Gehe ich richtig in der Annahme, dass die effektive Bilanzposition der SNB entsprechend “Wertschriften in Schweizer Franken” heisst? Eine Position Hypothekarforderungen gibt es ja nicht und gedeckte Darlehen sind seit Jahre 0.00. Wobei ich auf Grund der Definition der Position “Wertschriften” im Geschäftsbericht der SNB auch etwas Zweifel habe, dass MBS enthalten sein können (Stichwort Handelbarkeit).

    Nun zur Frage: Sehe ich das richtig, dass dieser Buchungssatz in der Schweiz in der Praxis eher selten vorkommt und wenn, nur von Grossbanken? Ich glaube, dass mindestens die kleinen Banken die Mindestreserve bei der SNB mit Kundengeldern umsetzen (und nicht aus der Kreditsicherheit bei der SNB schöpfen können). Wie sehen Sie das?

    Jetzt noch zur Ergänzung: Die Mindestreserve führt, wie Sie richtig schreiben, immer wieder zu Verwirrung. Aus meiner Sicht kommt dies teilweise aus der Verwechslung mit den Eigenkapitalvorschriften von Basel III. Und in diesen Eigenkapitalvorschriften gibt es mit dem LCR (Liquidity Coverage Ratio) eben auch Liquiditätsvorschriften (wie die Mindestreserve der SNB), was die Gefahr für ein Durcheinander natürlich nicht schmälert.

    Freundliche Grüsse,
    NichtAllwissend

    • @NichtAllwissend

      Sie haben diesen Nachtrag V ganz vertieft analysiert, was mich sehr erfreut und wofür ich mich bei Ihnen bedanken möchte. Ich bin froh, wenn jemand ganz kritisch hinterfragt und analysiert. Das gibt wiederum anderen Lesern zusätzliche Sicherheit.

      Ihre Hinweise zeigen, dass Sie offensichtlich vom Fach sind und aus Ihrer beruflichen Tätigkeit (nehme ich an) viel praktische Erfahrung mitbringen.

      Ihre Hinweise sind auch hier absolut zutreffend: Unsere Nationalbank investiert nicht in Immobilien in der Schweiz. Ihre Aktivdarlehen gewährt sie ja zu über 99 Prozent an das Ausland.

      Die angenommene, unterliegende Position bei der SNB lautete denn auch in Schweizerfranken.

      Mir ging es darum, zu zeigen, weshalb die „multiple Gelschöpfung“ eine Illusion ist, und widerlegte das mit einer fiktiven Annahme und den entsprechenden Buchungssätzen.

      Diese Annahme wiederum wählte ich möglichst bezogen auf den Film von Reto Lipps im Schweizer Fernsehen, Sendung ECO, bezüglich der vermeintlichen „multiplen Geldschöpfung“.

      Mit dem Buchungssatz wollte ich die Behauptung widerlegen, wonach jede Kreditgewährung ihren Ausgangspunkt in einer Geldemission der Zentralbank haben müsse, wie das beispielsweise im Lehrbuch von Prof. Aymo Brunetti behauptet wird.

      Deshalb habe ich erst während des Verlaufs der Buchungen in Nachtrag V die Hinterlegung der Mindestreserve durch die Geschäftsbank A (GBA) bei der SNB berücksichtigt. Das ist auch realistisch so.

      Dieser Buchungssatz kommt in der Schweiz, wie Sie schreiben, in der Praxis kaum vor, da die SNB, wie gesagt, praktisch keine Inlandinvestitionen tätigt.

      In der Schweiz werden Hypothekarkredite auch kaum weiterverbrieft (zumindest nicht in grossem Ausmass).

      In den USA (für das FED) wäre der Buchungssatz aber zutreffend. Und da der Film von Reto Lipps amerikanischen Vorlagen(amerikanischen Filmen) „abgekupfert“ ist, habe ich mir erlaubt, das Beispiel von verbrieften Hypotheken zu wählen, die von den Banken an die Zentralbank veräussert werden gegen Emission von Bargeld.

      Da die Aktiven der SNB praktisch ausschliesslich aus Devisenanlagen und Gold bestehen, verkaufen die Schweizer Geschäftsbanken der SNB nicht verbriefte Hypothekardarlehen in Franken, sondern Gold oder Devisen. Dagegen erhalten sie Notenbankgeld (im Beispiel Schweizerfranken-Banknoten; daraus ergibt sich dann das Wechselkursrisiko für die SNB).

      Mit Gold oder Devisenverkäufen an die SNB hätte ich aber die vermeintliche „multiple Geldschöpfung“ (Bargeldeinlage bei Bank führt zu Kreditgewährung an Handwerker usw.) nicht mit dem Beispiel von den Handwerkern (Film Reto Lipps) erklären können.

      Der Grund, weshalb ich das Beispiel „verbriefte Hypothekarkredite“ dennoch wählte, ist also der, dass die FED solche Investitionen tätigt und dagegen Bargeld emittiert. Mit diesen Krediten konnte ich auch gut auf den Film von Lipps eingehen.

      Würde die SNB auch in der Schweiz investieren, wie sie das gemäss Bundesverfassung tun müsste, liesse sich dieses Beispiel folglich auch gut auf die SNB anwenden.

      Ja, es besteht bezüglich des Ausdrucks „Mindestreserve“ ein Durcheinander: Bei der Mindestreserve handelt es sich in Tat und Wahrheit um eine Liquiditätsvorschrift. Bei Banken müssen bei der SNB 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten in Form von Giroguthaben oder Banknoten (Notenbankgeld) halten.

      Bei „Reserven“ handelt es sich aber um Eigenkapital. Von den Mindestreserven, die eine Bank bei der SNB hinterlegt, kann also kein Rückschluss auf das Eigenkapital der betreffenden Bank gezogen werden.

      Die Mindestreserven sind weder Eigenkapital der SNB noch der betreffenden Bank, sondern lediglich „liquide Mittel“ der betreffenden Bank, welche diese bei der SNB anzulegen hat.

      Mit freundlichen Grüssen
      Marc Meyer

  39. Sehr geehrter Herr Meyer

    Ich habe vor ein paar Tagen einen Kommentar mit einer Frage zum Nachtrag V verfasst (22. Oktober 2013 / 10:01). Falls Sie noch einmal Zeit finden – die Antwort würde mich interessieren. Vielen Dank!

    Freundliche Grüsse,
    NichtAllwissend

    • @Nicht-Allwissend

      Ihre Frage vom 22. Oktober 10:01 bezüglich des Nachtrages V kann ich leider nicht finden.

      Bitte senden Sie Ihre Frage noch einmal hier ganz oben.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  40. @ Dummkopf (Sie wählten diesen Namen, tut mir leid)

    Noch kurz ein Nachtrag:

    Die entscheidende Frage ist nicht, was zuerst war, die „reale Wertschöpfung“ oder die „Geldschöpfung“.

    Die Antwort auf diese Frage von Ihnen habe ich Ihnen bereits gegeben:

    Die “reale Wertschöpfung” bezieht sich auf die Aktivseite der Zentralbankbilanz und die “Geldschöpfung” auf die Passivseite.

    Sowie

    Am Beispiel Kind / Eltern / Arzt habe ich gezeigt: Erst wenn das Kind geboren ist, kann der Arzt den Geburtsschein ausstellen.

    Daraus folgt: Die reale Wertschöpfung ist entscheidend. Kommt auch zuerst. Und sollte der Arzt einen Geburtsschein ausstellen, bevor das Kind geboren wurde, so wäre dieser nichtig.

    Noch wichtiger ist jedoch, festzuhalten, dass man die „reale Wertschöpfung“ und die „Geldschöpfung“ nicht miteinander verwechseln darf.

    Genau das tut aber unsere Nationalbank!

    Wenn SNB-Chef Jordan behauptet, die SNB würde im Falle von negativem Eigenkapital einfach Banknoten drucken, um so das negative Eigenkapital der SNB wieder aufzustocken, so interpretiert er die „Geldschöpfung“ (Passivseite) als „reale Wertschöpfung“ (Aktivseite).

    Hier liegt der zentrale Fehler unserer Nationalbank!

    Und auch hier nochmals das Bild: Will die SNB im Falle von negativem Eigenkapital einfach Banknoten drucken, um das Eigenkapital wieder aufzustocken, so wäre das, wie wenn eine Regierung nach einem Krieg einfach neue Geburtsurkunden ausstellte.

    Die Geburtsurkunden dürfen niemals dem menschlichen Leben gleichgesetzt werden.

    Genauso darf die „Geldschöpfung“ nicht mit der „realen Wertschöpfung“ gleichgesetzt werden, wie das unsere Nationalbank tut.

    mfG

  41. @ Dummkopf

    Welch ein Pseudonym!? nomen est omen?

    Sie fragen mich, was zuerst war: Die „reale Wertschöpfung“ oder die „Geldschöpfung“?

    Ich bin erfreut, festzustellen, dass in den Köpfen offenbar langsam eine Differenzierung vor sich geht: Man spricht in der Geldtheorie nicht mehr nur von „Geldschöpfung“, sondern zusätzlich von „realer Wertschöpfung“.

    Die „reale Wertschöpfung“ bezieht sich auf die Aktivseite der Zentralbankbilanz und die „Geldschöpfung“ auf die Passivseite.

    Mit dieser Differenzierung sind Sie bereits weiter als unsere Nationalbank!

    In meinem Text habe ich das Beispiel Kind / Eltern / Arzt gegeben: Erst wenn das Kind geboren ist, kann der Arzt den Geburtsschein ausstellen.

    Die „reale Wertschöpfung“ ist somit die Voraussetzung für die „Geldschöpfung“.

    mfG

  42. @Peter Weiss

    Sehr geehrter Herr Weiss

    Gerne würde ich mich auf den wissenschaftlichen Aspekt meines Aufsatzes konzentrieren:

    Die SNB kauft über 400 Milliarden Franken Devisen (Euros und Dollars) und behauptet, sie finanziere diese mit Vermögen, welches sie selber gedruckt habe.

    Ich versuche, darzulegen, weshalb die von der SNB gedruckten Banknoten nicht zum Vermögen der SNB gehören, sondern im Gegenteil zu den Schulden der SNB und damit zu den Staatsschulden.

    Die Behauptung der SNB, sie könne „aus dem Nichts“ heraus Banknoten drucken und damit „alles kaufen“, ist viele Jahrzehnte alt und wird zudem von allen Geldtheoretikern unterstützt (insbesondere auch von Professoren, die der SNB sehr nahestehen oder sogar bei dieser arbeiten).

    In diesem Umfeld, will ich aufzeigen, dass von der SNB gedruckte Banknoten (sowie die Giroguthaben der Banken) nicht zum Vermögen der SNB gezählt werden dürfen, sondern zu den Schulden der SNB zu addieren sind.

    Um exakt argumentieren zu können, bediene ich mich eines Buchungssatzes. Ich widerlege zudem die Behauptung von SNB-Chef Jordan, die SNB könne negatives Eigenkapital mit dem Druck von Banknoten aufstocken. Ich tue das anhand eines weiteren Buchungssatzes.

    Dasselbe tue ich in Bezug auf die sogenannte „multiple Geldschöpfung“, die ich in einem Nachtrag mit den entsprechenden Buchungssätzen widerlege. All das tue ich im Zuge der Beantwortung von diesbezüglich Kommentaren.

    Zudem bemühe ich mich, auf die diversen Kommentare der Leserinnen und Leser Punkt für Punkt einzugehen.

    Vor diesem Hintergrund schalten sie sich nun in die Diskussion ein und schreiben, ich würde

    „…bei vielen Lesern den Eindruck eines paranoiden Buchhalters (Tüpflisch…) hinterlassen.“

    Zudem schreiben Sie, ich würde das Thema „kaputt argumentieren.“

    In Ihrem jetzigen Kommentar legen Sie Wert auf die Feststellung, dass das nicht ihre Meinung über mich sei, sondern „ich hinterliesse diesen Eindruck“ – „bei vielen Lesern“.

    Herr Weiss, seien Sie doch ehrlich: Wenn ich jemandem sage, er hinterlasse den Eindruck eines „Paranoiden“, so ist das sehr eng an der Beleidigung, ich betrachte ihn als „Paranoiden“.

    Paranoid heisst, an Verfolgungswahn leidend.

    Ich versuche, die Geldtheorie zu korrigieren und richtig zu stellen, und Sie stellen mich in die Ecke eines Paranoiden?

    Zudem erwecke ich gemäss Ihrem Kommentar den „Eindruck eines Tüpflisch..“. Und das, weil ich feststelle, dass ein Betrag von 450 Milliarden Franken in der Bilanz der SNB nicht zum Vermögen der SNB gehört, wie diese behauptet, sondern zu den Schulden?

    Sind 450 Milliarden zusätzliche Staatsschulden ein „Tüpfli“, das ich „sch…“?

    Jetzt unterstellen Sie mir zusätzlich noch, ich hätte „kein Selbstvertrauen“. Und Sie, Herr Weiss, behaupten, Sie würden „nicht auf die Person spielen“?

    Weiter empfinden Sie Bedauern mit einem Kommentator, auf den ich nicht genügend eingegangen sei. Die Leserinnen und Leser sollen selber entscheiden, ob ich mich bemüht habe, auf die diversen Kommentare angemessen einzugehen oder nicht.

    Sie behaupten, ich erreichte mit meiner Sprache lediglich 0.05 % der Bevölkerung. Wenn ich die Anzahl Kommentare auf meinen Aufsatz anschaue, so denke ich nicht, dass ich nur eine verschwindend kleine Anzahl von Leserinnen und Lesern (0.05 %) zum Nachdenken habe anregen können.

    Bitte, wenn Sie das alles viel besser können als ich, so schreiben Sie doch selber einen Standpunkt. Es wird ihnen bestimmt gelingen, viel mehr Leser zu Kommentaren zu motivieren, als das mir gelungen ist. Wir werden ja sehen…

    Sie unterstellen mir, ich würde behaupten, der Euro würde komplett abstürzen.

    Nein. Das stimmt nicht – das habe ich nicht gesagt: Ich habe gesagt, dass alle europäischen Währungen gegenüber dem Franken in den vergangenen Jahrzehnten sich abgeschwächt hätten.

    Und es gäbe keinen Grund, davon auszugehen, dass ein Korb von diesen Währungen nun plötzlich steigen soll.

    Der Euro muss nicht abstürzen, damit die SNB ihr Eigenkapital noch ganz verliert und dieses sogar negativ wird. Es reicht, wenn der Euro z.B. wieder auf eins zu eins fällt und die SNB bei 1.20 „unbeschränkt“ Euros mit Schulden kauft.

    Zudem schrieben Sie in ihrem ersten Kommentar: „Also eigentlich spielt es gar nicht so eine grosse Rolle, was die SNB tut oder eben nicht tut.“

    Herr Weiss, da gehen unsere Meinungen diametral auseinander. Aber bitte schreiben Sie selber einen Standpunkt und begründen Sie Ihre Behauptung.

    Ich empfinde Ihre beiden Kommentare an mich per Saldo nach wie vor als unglaublich beleidigend.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

  43. Geschätzter Herr Dr. Meier

    Können Sie mir bitte etwas erklären:

    – Unterschied zwischen realer Wertschöpfung und Geldschöpfung? Was war zuerst?
    – Warum ist Geld in Simbabwe weniger wert als bei uns? – – Warum hat Robinson kein Geld gedruckt?
    – Warum ist Bruttoinlandsprodukt-Wachstum nicht gleich Geldmengenwachstum?

    Vielen Dank für Ihre Klärung!

  44. @ ex-Student

    „Magie der Geldschöpfung“ von Prof. Mathias Binswanger in der Weltwoche

    Eine Analyse

    Wie versprochen, möchte ich Ihnen hier kurz meine Analyse des Textes von Prof. Mathias Binswanger in der Weltwoche („Magie der Geldschöpfung“) zukommen
    lassen.

    Binswanger schreibt im ersten Abschnitt:

    „Die „Magie des Geldes“ erschliesst sich erst, wenn man den Prozess der Geldschöpfung in einer modernen Wirtschaft genauer betrachtet. Erstens können Banken Geld aus dem Nichts schaffen, wie es der berühmte Ökonom Joseph Alois Schumpeter formulierte.“

    Dazu möchte ich folgendes sagen:

    Erstens:
    Geld hat nichts magisches („märchenhaftes“, „zauberhaftes“) an sich, sondern ist reine Buchhaltung.

    Zweitens:
    Will man die sogenannte „Geldschöpfung“, also die Entstehung von Geld, „genauer betrachten“, wie Binswanger schreibt, so ist das nur möglich anhand einer Bilanz mit einem entsprechenden Buchungssatz:

    Geld ist ein Passivum des Geldemittenten. Um Geld emittieren zu können, muss der Geldemittent einen entsprechenden Vermögenswert in seinem Vermögen aufnehmen. Der Wert des emittierten Geldes (Passivum) ist dann vom Wert des entsprechenden Vermögens (Aktivum) abhängig.

    Drittens:
    Binswanger versteckt sich hinter Schumpeter. Wenn Schumpeter behauptet, die Banken könnten „Geld aus dem Nichts schaffen“, so zeigt das lediglich, dass Schumpeter nichts von Buchhaltung und Geld verstanden hat. Er erzählt eben das „Märchen von der magischen Geldschöpfung“ – wie das unsere Nationalbank auch tut (zur grossen Gefahr für die Schweiz).

    Viertens:
    Die Banken können nicht „Geld aus dem nichts schaffen“. Warum nicht? Das würde heissen, dass sie einseitig auf der Passivseite ihrer Bilanz den Notenumlauf verbuchen. Das ist aber nicht möglich. Eine Bilanz muss beidseitig verlängert werden. Man kann nicht nur die Passivseite alleine verlängern.

    Fünftens:
    Die Banken (oder Zentralbank) können nur dann Aktiven von der Wirtschaft „hereinnehmen“ bzw. in Ihrer Bilanz als Vermögen verbuchen (gegen Emission von Geld), wenn die Realwirtschaft solche entsprechenden realen Werte schafft, erschafft, produziert oder eben „schöpft“.

    Die Initiative für das Wirtschaftswachstum geht demzufolge von der Realwirtschaft aus – nicht von der Zentralbank oder vom Bankensystem (wie Schumpeter behauptet).

    Sechstens:
    Die Realwirtschaft schafft reale Werte, welche als innerer Wert der Währung dienen. Erst jetzt können die Geldemittenten (Zentralbanken, Bankensystem) dagegen Geld emittieren, sofern die Wirtschaft das benötigt und wünscht (nachfragt).

    Die Realwirtschaft schöpft den „inneren Wert des Geldes“. Die Zentralbank und das Bankensystem „schöpfen“ lediglich den „Mantel“ des Geldes (Nominalwert).

    Konklusion: Wirtschaftswachstum wird nicht erreicht durch Produktion von Geld, sondern durch reale Wertschöpfung der Wirtschaft.

    Siebtens:
    Wir sind wieder beim Vergleich Kind / Eltern / Arzt:

    Der Arzt kann erst dann einen Geburtsschein ausfüllen, wenn ein Kind geboren wurde. Nur einen Geburtsschein ausfüllen, ohne dass ein Kind geboren wurde wäre absurd.

    Genauso ist es absurd, wenn naive Geldtheoretiker wie Irving Fisher, Joseph Schumpeter, Keynes, die Monetaristen u.a. behaupten, Wirtschaftswachstum könne erzielt werden durch „Schöpfung von Geld“.

    Ich hoffe, meine Ausführungen sind klar genug.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,
      Ihre Argumentation ist logisch, buchhalterisch korrekt und überzeugend. Wieso aber verschliessen sich Mathias Binswanger, Ivan Lengweiler und auch andere Geldtheoretiker und Ökonomen der Logik Ihrer Ausführungen? Ignoranz, mentale Trägheit, Herdenverhalten oder handelt es sich – wie Sie im Laufe der Diskussion vermutet haben – um Unterwerfungsgesten gegenüber der von der Zentralbank in Anspruch genommenen Lehrmeinungshoheit? Die erstaunliche Resonanz auf Ihren Aufsatz lässt vermuten, dass in der Öffentlichkeit auch die Abklärung dieser Frage interessieren könnte. Merkwürdig, dass sich die direkt Angesprochenen (einschliesslich SNB) imLaufe dieser blog-Diskussion nicht selbst zu Wort gemeldet haben. Sind wir ihnen keiner Stellungnahme wert? MfG

  45. @ „nicht-verdorbener ex-Student“

    Noch etwas:

    Besten Dank für Ihren Hinweis, dass offenbar Prof. Binswanger einen Text zur Geldschöpfung in der Weltwoche geschrieben hat. Das habe ich nicht gesehen.

    Ich werde mir ein Exemplar kaufen und den Text studieren.

    Dann werde ich Ihnen hier, sobald ich zeitlich dazukomme, eine Beurteilung schreiben.

    Bis dann:

    mfG

    • Besten Dank für die kritische Durchsicht meiner Einsendung. Übrigens,es handelt sich um weltwoche Nr 41 vom 10. Oktober. Bin gespannt auf Ihre Entgegnung. MfG

    • @ex-Student

      Sehr geehrter ex-Student

      Ihre Ausführungen stimmen nachdenklich. Mich selber erstaunt die Reaktionen (oder besser gesagt die Nicht-Reaktion)der Angesprochenen nicht einmal mehr – ich habe noch nie etwas anderes erlebt.

      Seit über 2 Jahrzehnten argumentiere ich so. Erhalte aber kein Echo. „Totschweigen“ ist die Devise.

      Erst ihre Zeilen hier erinnern mich wieder daran: Eigentlich sollte die SNB den Mut haben, hinzustehen und auf meine Argumentation eingehen.

      Aber den haben die SNB und die ihr nahestehenden Professoren offensichtlich nicht.

      Vielleicht muss tatsächlich erst der SUPER-GAU eintreffen, bis die SNB öffentlich herausgefordert wird. Schade.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  46. @pingback SilberNews

    Offenbar sind Gold und Silberverkäufer daran interessiert, dass die Zentralbanken wieder zum Goldstandard zurückfinden. Deshalb wurde hier der „pingback“ „gepostet“, wo im betreffenden Link folgendes steht:

    „Vorsicht: Verwirrungsgefahr! Entweder will der Autor bewusst in die Irre führen oder – was wahrscheinlicher ist – er hat vom Geldsystem nicht das Geringste verstanden.“

    Weiter steht:
    „Falschgeld wird ausschließlich durch Kredit-Aufnahme erzeugt – es ist Schuldgeld.“
    Zu diesem Kommentar möchte ich folgendes sagen:

    Erstens:
    Es sind Gold- und Silberverkäufer am Werk. Die wollen natürlich den Goldpreis hochtreiben. Dazu kommt jedes Mittel gelegen. Da wird die Geldtheorie so gebogen, bis jeder meint, eine Währung könne nur aus echten Goldmünzen bestehen.

    Zweitens.
    Es wird behauptet: Alles Geld, das nicht aus echten Goldmünzen bestehe, sei Falschgeld. Unsinn. Goldmünzen sind Eigenkapital des Inhabers und Banknoten sind Fremdkapital des Emittenten. Das ist der Unterschied. Aber auch Fremdkapital hat einen Wert. Der Gläubiger hat diesen zu bewerten. Hier kommt die Buchhaltung ins Spiel: Der Wert des Fremdkapitals hängt vom Wert des Vermögens der Notenbank ab. Der Wert des Fremdkapitals der Notenbank ist nicht a priori Null, wie das im Film behauptet wird.

    Drittens:
    Im betreffenden Film auf demselben Link wird behauptet, die FED könne einfach Falschgeld „schöpfen“, indem sie gegen wertlose Staatsobligationen Banknoten emittiere. (Ja richtig: Das wäre dann tatsächlich Falschgeld; unsere SNB plant das im Falle von negativem Eigenkapital zur Aufstockung des Eigenkapitals).

    Der entscheidende Fehler dieser weitverbreiteten Behauptung im Film ist folgender: Eine Staatsobligation ist nicht a priori wertlos. Auch bei „deficit spending“ stehen den Staatsschulden reale Vermögenswerte gegenüber.

    Beispiel: Wenn ein Staat einen geplanten Staudamm nicht aus den laufenden Steuereinnahmen finanzieren kann (was die Regel sein wird), so verschuldet er sich am Kapitalmarkt und finanziert den Staudamm auf diese Weise („deficit spending“).

    Die emittierten Staatsobligationen sind aber nicht wertlos. Sie sie sind Fremdkapital, womit der Staudamm finanziert wurde. D.h. mit den Erträgen aus dem Stromverkauf können die Zinsen und die Amortisation der Schuld bezahlt werden.

    Wenn also die FED Staatsobligationen kauft und dagegen Dollars emittiert, so sind diese wohl gedeckt durch die Vermögenswerte (Infrastruktur) des Staates.

    Die Wirtschaft „schöpft“ also reale Vermögenwerte, wie den Staudamm, und die FED stellt dagegen Banknoten aus.

    Wir sind wieder beim Beispiel Arzt / Geburtsschein: Nur wenn die Wirtschaft reale Vermögenswerte schafft (hier Staudamm, Strom), kann die Zentralbank dagegen Geld emittieren. Dieses ist dann wohlgedeckt und besitzt einen inneren Wert. Es ist nicht Falschgeld, wie im Link dieses „pingbacks“ behauptet.

    Dasselbe gilt auch, wenn die FED „mortage backed securities“ kauft. Da investiert sie in den Immobilienmarkt. Und sofern der Wert der Immobilien höher ist als die gewährten Hypothekarkredite, so ist auch die Erhaltung des Geldwertes garantiert.

    Investiert die FED jedoch in Staatsobligationen, womit Armeeausgaben finanziert werden, und die Armee erleidet hohe Verluste, so ist der Wert dieser Obligationen und damit auch der Wert der Währung gefährdet.

    Kommen wir zurück zur SNB: Wenn diese Geld emittiert und dafür Euros kauft, so ist der Wert des Notenbankgeldes gefährdet. Da die Notenbankgeldmenge der SNB zu rund 80 Prozent aus „Giroguthaben der Banken“ besteht, müssen die Banken ihrer Guthaben bei der SNB entsprechend tiefer bewerten. Das kann zu Konkursen bei den Banken führen.

    Viertens:
    Im besagten Film (pingback-link) wird auch einmal mehr das „Ammenmärchen der multiplen Geldschöpfung“ erzählt.

    Es wird behauptet, wenn die FED Banknoten von 1‘000 Dollars emittiere, so könnten bei einem Mindestreservesatz von 10 Prozent davon weitere 9‘000 ausgeliehen werden usw. Am Schluss sei aus der Geldmenge der FED von 1‘000 Dollars eine gesamtwirtschaftliche Geldmenge von 10‘000 Dollars entstanden.

    In diesem Zusammenhang sei auf meine Ausführungen bezüglich des Films von Reto Lipp bei ECO am Schweizer Fernsehen verwiesen. Darin behauptet Lipp ja auch, wenn eine Frau 10‘000 Franken auf die Bank bringe, so könne die Bank davon weitere 7‘000 in Form von Buchgeld an einen Handwerker weiter ausleihen usw. Die Geldmenge sei somit auf 17‘000 Franken angestiegen usw.

    Bitte erinnern Sie sich an den Kuchen am Geburtstagsfest. Er wird nicht grösser dadurch, dass er weitergereicht wird.

    In meinen Nachtrag V (weiter unten, 6. Oktober, 15.56) habe ich ausführlich, und mit Buchungssätzen belegt, gezeigt, dass es auch keinen „multiple Geldschöpfung“ durch das Bankensystem gibt.

    Hier nur noch ganz kurz ein Beispiel: Wenn ein Handwerker bei einer Bank einen Kredit von 7‘000 Franken in Form von Buchgeld beantragt und auch erhält, so hat dieser Kredit nichts – aber auch gar rein nichts – damit zu tun, ob vorher eine Frau 10‘000 Franken auf diese Bank in Form von gebracht hat.

    Nein! Der Kredit an die Handwerker ist von der Sicherheit und der Wertschöpfung der Handwerker (z.B. Bau einer Maschine, Grundpfand) abhängig.

    Auch hier: Das Bankensystem kann nur Geld schöpfen, wenn die Wirtschaft entsprechende reale Gegenwerte produziert („schöpft“).

    Die Behauptung, das Bankensystem könne nur Buchgeld verbuchen, wenn die Zentralbank vorher Banknoten emittiert habe, ist und bleibt ein Ammenmärchen!

    Bitte endlich nicht mehr glauben!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • Korrigenda / Addendum

      Leider habe ich das Wort „Banknoten“ (drittletztes Wort vergessen). Bitte beachten.

      Der Abschnitt heisst korrekt:

      Hier nur noch ganz kurz ein Beispiel: Wenn ein Handwerker bei einer Bank einen Kredit von 7‘000 Franken in Form von Buchgeld beantragt und auch erhält, so hat dieser Kredit nichts – aber auch gar rein nichts – damit zu tun, ob vorher eine Frau 10‘000 Franken auf diese Bank in Form von BANKNOTEN gebracht hat.

  47. @Peter Weiss

    Sie schreiben: „auch ich bin Ihnen freundlich gesinnt“. Etwas später schreiben Sie, ich würde „…bei vielen Lesern den Eindruck eines paranoiden Buchhalters (Tüpflisch…) hinterlassen.“

    Unglaublich, welche Arroganz Sie sich da anmassen. Was meinen Sie, wer Sie sind? Sie spielen auf die Person – wie unsere Nationalbank auch.

    Sie schreiben, ich würde das Thema „kaputt“ argumentieren. Wenn einer das Thema „zerredet“, dann sind Sie es, Herr Weiss. Sie schreiben, ich solle nicht mit Buchungssätzen argumentieren undsoweiter undsofort.

    Ich möchte Ihnen folgende Tatsachen in Erinnerung rufen: In meinem ursprünglichen Text habe ich das Wort „Buchungssatz“ mit keinem einzigen Wort erwähnt. Erst in den nachfolgenden Kommentaren sah ich mich dazu veranlasst mit genauen Buchungssätzen den Sachverhalt bei der sogenannten „Geldschöpfung“ korrekt darzustellen.

    Wenn Sie sich gegen Buchungssätze sträuben, so offenbart dies nur, dass Sie diese offensichtlich nicht verstehen und überfordert sind. Es gibt etwelche Kommentatoren hier, welche die Bedeutung der Buchungssätze ebenfalls herausstreichen.

    Ich will Ihnen etwas sagen: Wenn Sie einem Ökonomen unterstellen, er sei ein „Tüpflisch…“, wenn er Buchungssätze gebrauche, so ist dies dasselbe, wie wenn Sie einem Astrologen vorwerfen, er sei ein „Tüpflisch…“, wenn er ein Fernrohr zu Hilfe nehme oder einem Biologen ein Mikroskop.

    Die Bilanz ist das Werkzeug eines Ökonomen, ohne das keine seriöse Analyse möglich ist.

    Hätte Keynes, der „Jahrhundertoekonom“, auch nur eine leise Ahnung von einer Bilanz und Buchungssätzen gehabt, so hätte er nicht den Kapitalfehler begangen, den Notenumlauf der Zentralbank als „Liquidität“ der Zentralbank zu bezeichnen.

    Liquidität ist ein Aktivum und der Notenumlauf ist ein Passivum.

    Und hätte unser Bundesrat auch nur eine geringe Ahnung von Buchungssätzen, würde der nicht behaupten, die SNB könne nie illiquide werden, weil sie Geld drucken könne.

    Und unser Parlament – unglaublich – hat sich mit einer solchen Begründung abspeisen lassen (SVP-Motion bezüglich Verschuldungslimite der SNB)

    Und noch etwas zum „Tüpflisch…“: Es geht hier um eine Staatsschuld, von 450 Milliarden Franken, von der die SNB behauptet, es handle sich um Vermögen der SNB. Sie behauptet, sie gewähre der Schweizer Volkswirtschaft bzw. den Schweizer Banken günstige Kredite in diesem Ausmass.

    Dabei handelt es sich in Tat und Wahrheit um Schulden der SNB bei den Banken.

    Und weil ich es wage, dies offenzulegen, kommen sie nun, Herr Weiss, und bezeichnen mich als „paranoiden Buchhalten“ und „Tüpflisch…“

    Weiter schreiben Sie: „Die CHF Halter flüchten aus dem CHF -> CHF Kurs stürzt ab -> unsere Vermögen damit.“

    Sie haben offenbar nicht einmal begriffen, dass die Gefahr für die SNB aufgrund ihrer masslosen Devisenkäufe nicht darin besteht, dass der Schweizerfranken abstürzt, sondern dass der Euro abstürzt.

    Zum Schluss folgern Sie: „Also eigentlich spielt es gar nicht so eine grosse Rolle, was die SNB tut oder eben nicht tut.“

    Herr Weiss: Bitte vergeuden sie nicht Ihre Zeit, die Zeit des Lesers sowie meine Zeit mit solch unüberlegten Kommentaren.

    Ihr Votum ist schade.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • Interessant Herr Meyer, wie Sie mit (leider falsch verstandener) Kritik umgehen. Interessant auch, wie Sie selber genau das tun, was Sie anderen vorwerfen. Ich wünsche Ihnen eine Portion mehr Selbstvertrauen und Souveränität, dass es Ihnen künftig gelingt die Fassung zu waren (der Fakt, dass ich, als „Niemand“ und Ihnen nicht bekannten Peter Weiss, Sie bereits mit 2 Wörtern zur Weissglut treiben kann, zeugt nicht gerade davon, dass Sie wirklich von sich selber überzeugt sind und definitiv nicht von Souveränität). Ihre Antwort ist zu 90% aus Kränkung Ihres Stolzes geschrieben und an Ueberheblichkeit (Sie nennen es Arroganz) kaum zu überbieten.

      Kleines Beispiel auch der Widersprüche – mein Beitrag ist gemäss Ihrer Einschätzung eine Zeitverschwendung. Sie fühlen sich aber gemüssigt, Ihrer Empörung in meterlangem Text Luft zu machen. Sie schiessen damit ein grosses Eigentor, Herr Meyer (auch ein Zitat von Ihnen auf dieser Seite). Offenbar war es Ihnen die Zeit dafür wert und mein Beitrag hat etwas ausgelöst (wie Ihr Artikel überigens auch, den ich mit grossen Interesse gelesen habe)…

      Aber ich will es Ihnen nicht länger gleich tun und nun helfen ein paar Missverständnisse zu klären.

      Wenn Sie meinen Beitrag nochmals nüchtern durchlesen (und die Wörter paranoid und Tüpflisch….) für einmal ignorieren, werden Sie viel Zustimmung zu Ihren Aussagen finden. Auch habe ich von „einem Eindruck hinterlassen geschrieben“ und nie und nimmer meine Meinung über Sie geäussert oder auf die Person gespielt. Sie haben diese Verbindung, aufgrund Ihrer (leider falschen) Vermutung gemacht, dass das meine persönliche Meinung ist.

      Der Grund, warum ich das geschrieben habe, hat einen ganz anderen Hintergrund, als dass ich Ihre Buchungssätze nicht verstehe. Ich habe Ihre Antworten auf gewisse Kommentare gelesen. Da waren ganz offenkundig sehr interessierte Leute dabei, die nicht alle ausnahmslos über Ihr sehr fundiertes Fachwissen verfügen. Nicht weil ihnen dafür der Intellekt fehlt, sondern die buchhalterische Ausbildung.

      Ich kann mich an einen Thread unten erinnern, wo jemand krampfhaft versucht hat, Sie in die Welt der Fantasie zu entführen – sie sollen sich das doch bitte vorstellen, es gäbe diesen Traum der Geldschöpfung der SNB. Sie haben (Entschuldigung) verbissen weiter Buchungssätze nachgereicht -> es endete mit einem frustrierten „ich gebe auf, ich muss Arbeiten, bin müde, ist mir zu anstrengend“.

      Da hänge ich ein – Sie äussern auf dieser Seite x Mal, dass Ihnen niemand zuhören will und dass Sie wegen ihren fachkritischen Aussagen ihre Stelle bei der UBS verloren hätten. Ich glaube es liegt nicht am Fachwissen, aber Sie erreichen mit Ihrer Sprache vielleicht 0.05% der Bevölkerung. Daher meine Empfehlung mit verständlicheren Szenarien zu arbeiten, die ein durchschnittlich intelligenter Mensch ohne Buchhaltungskenntnisse verstehen kann.

      Sie zitieren dann mein Bespiel von der CHF Entwertung -, genau davor habe ich das realistischere Beispiel der Euroentwertung gemacht (das haben Sie aber nicht zitiert – so missbraucht man Zitate für seine eigenen Zwecke – Sie sollten für den Blick schreiben gehen :-))

      Also das Szenario der Euro-Entwertung ist ein realistisches Scenario, das andere war ein weiteres, fiktives Beispiel-Szenario was theoretisch auch noch passieren kann, und was es für die Schweizer Wirtschaft bedeutet würde (ich gebe Ihnen gerne Recht, dass die CHF Entwertung nicht unmittelbar bevorsteht, auch wenn die Oekonomie anderes lehrt, wenn die Geldmenge ausgeweitet wird, ohne eben entsprechende Realwerte zu haben) – aber Sie sind ja der Experte und Doktor, darum überlasse ich dieses Feld gerne Ihnen, sonst werden Sie wieder unhöflich.

      Jetzt noch zu meiner Schlussfolgerung:

      Sie sprechen vom Worstcase-Szenario, dass der Euro komplett abstürzt. Also nennen Sie mir nun ein Szenario, in welchem die Schweiz, in Mitten der EU dabei nicht fürchterlich leiden wird.

      Also hat die SNB diese Wette als Akt der Verzweiflung gemacht. Wir werden sehen, ob sie sich dabei verzockt hat oder nicht. Hoffen wir für uns alle, dass es das Risiko wert war.

      Aendert alles nichts an der buchhalterischen Korrektheit ihres Artikels. Aber wenn ich die SNB wäre, würde ich auch andere Lehren verbreiten, die 99.05% der Zuhörer glauben. Denn es hilft ihre Wette aufrechtzuerhalten.

      Ich stimme mit Ihnen überrein, dass sie das nicht unbegrenzt kann, aber im Moment sind alle mit den anderen Baustellen auf dieser Welt so beschäftigt, dass niemand Geld und Lust hat gegen die SNB CHF/Euro Kurs Wette anzutreten.

      Daher ist es Zeit, diese Untergrenze aufzugeben, zumal ja der Fairvalue des CHF mittlerweile mit 1.22 angegeben wird. Dann gilt es sich der Frage zu widmen, wie man über die Zeit die Euros wieder aus den Büchern kriegt….

      Mit freundliche Gruss
      Peter Weiss

  48. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,
    Einst hatte auch ich an der Uni Zürich gelernt, dass Bankkredite einen Giralgeldschöpfungsprozess auslösen können und damit zur Ausweitung der Geldmenge beitragen. Interpretiere ich Sie richtig, wenn ich aufgrund Ihrer Erklärungen nun davon ausgehe, dass im Falle reichlicher Liquiditätsausrüstung genau das Gegenteil stattfinden könnte? Banken, die ihre Kassenhaltung nicht vermindern wollen, rufen zur Kreditgewährung früher getätigte Sichteinlagen bei der Zentralbank ab und erhalten dafür einen längerfristig gebundenen Anspruch an den Kreditnehmer. Es handelt sich in den Bankbilanzen also um einen reinen Aktivtausch, für die Zentralbank hingegen um eine Bilanz-Verkürzung: auf der Passivseite vermindern sich die Giroguthaben, auf der Aktivseite die Kapitalanlagen. Die Kreditgewährung führt somit zur Verminderung von M1 und möglicherweise auch von M2.

    Sollten die ausleihenden Banken nicht bereit oder in der Lage sein, Giroguthaben abzubauen, könnten sie bei der Zentralbank Wertschriften hinterlegen und die im Gegenzug bereitgestellte Liquidität anschliessend zur Kreditgewährung verwenden. In diesem Fall führte die Kreditgewährung bei der Zentralbank zu einem geldmengenneutralen Passivtausch und bei der Geschäftsbank zu einem bilanzsummen-neutralen Aktivtausch (weniger Wertpapiere im Portefeuille, dafür grössere Kreditansprüche). Keine Spur also von „magischer“ Geldschöpfung, wie sie Fachhochschullehrer Mathias Binswanger erst kürzlich noch in der Weltwoche angepriesen hat.

    Ich wäre Ihnen dankbar für eine kritische Beurteilung meiner auf Ihrer Analyse basierender Schlussfolgerung.

    Mit freundlichem Gruss,
    ein damals ebenfalls verdorbener VWL-Absolvent

    • @“Nicht-verdorbener“ ex-Student

      Als „verdorben“ bezeichne ich, wenn ein Student „kopflos“ auswendig lernt und nicht wagt, das Gelernte zu hinterfragen und zu verstehen und keine Kritik an dem erträgt, was er auswendig gelernt hat.

      Nur so ist m.E. zu erklären, dass jahrzehntelang Aktiven und Passiven der Zentralbank miteinander verwechselt werden konnten.

      Sie aber hinterfragen ja. Sie sind kritikfähig.

      „Magische Gelschöpfung“ gibt es nicht.

      Grundsätzliche Verwechslung: Die Geldmenge M1 – M3 wird auf der Passivseite des Geldemittenten verbucht. Es handelt sich demzufolge nicht um einen Kredit, den die Notenbank, eine Bank oder das Bankensystem gewährt, sondern um eine Kreditaufnahme des Bankensystems und der Zentralbank bei der Wirtschaft.

      Schon das haben Binswanger und auch sein prominenter Schüler, Joe Ackermann, offensichtlich nicht verstanden.

      Sie, ex. Student, beginnen in Ihrem Kommentar mit folgenden sinngemässen Worten:

      „…Bankkredite…lösen Giralgeldschöpfungsprozess …aus….und tragen damit zur Ausweitung der Geldmenge bei…“ (leichte Wortumstellungen durch mich; jedoch gleiche Worte und sinngemäss widergegeben).

      Sie gehen also davon aus, dass die sogenannte „Geldschöpfung“ ausgelöst werde durch einen Aktivkredit des Bankensystems. Das ist bereits nicht korrekt.

      Die Geldmenge M1 (z.B. Lohnkonto) entsteht dadurch, dass Sie einen Lohn erhalten und diesen auf ihr Lohnkonto bei einer Bank überweisen lassen. Damit gewähren umgekehrt Sie den Kredit an die Bank.

      Sie, ex.Student, sie haben gearbeitet. Wertschöpfung erbracht. Diese lassen Sie auf die Bank überweisen.

      Die Initiative zur „Geldschöpfung“ geht also nicht vom Bankensystem aus, sondern von der Realwirtschaft.

      Später schreiben Sie (auch wieder sinngemäss):

      „…Banken … rufen zur Kreditgewährung… Sichteinlagen bei der Zentralbank ab und erhalten dafür einen ….Anspruch an einen Kreditnehmer.“

      Sie nehmen also den Fall an, eine Geschäftsbank vermindere ihre Giroguthaben bei der Zentralbank und gewähre mit diesem Kapital (Desinvestition) einen Kredit an einen privaten Kreditnehmer“. Habe ich Sie richtig verstanden?

      In diesem Fall wird z.B. die Einlage eines Investors bei der Geschäftsbank, welche diese bisher bei der Zentralbank „parkiert“ hatte, neu als Kredit an einen privaten Schuldner gewährt.

      D.h. die Notenbankgeldmenge wird kleiner und die Geldmenge M1 – M3 (exkl. Notenbankgeldmenge) bleibt unverändert. (= Verkürzung der ZB-Bilanz sowie Aktivtausch in der Bilanz der Geschäftsbank: Länge der Geschäftsbankenbilanz bleibt unverändert).

      Da gebe ich Ihnen Recht.

      Allerdings muss die Zentralbank noch Euros oder Gold verkaufen, damit sie den Geschäftsbanken deren Giroguthaben überweisen kann. Diese Buchung fehlt in Ihrer Buchhaltung noch. Nur wo wird die Bilanz der Zentralbank beidseitig verkürzt.

      Wenn also eine Geschäftsbank bei der SNB ihre Giroguthaben vermindern will, so muss die SNB einen Teil ihres Vermögens verkaufen, damit sie der Geschäftsbanken diese Gutschrift überweisen kann (z.B. Verkauf von Euros). Es ist eine beidseitige Verkürzung der SNB-Bilanz notwendig. Einseitig geht nicht.

      In Ihren 2. Abschnitt schreiben Sie:

      „Sollten die ausleihenden Banken nicht bereit oder in der Lage sein, Giroguthaben abzubauen,…“

      Achtung! Die Banken haben das Recht, Ihre Giroguthaben bei der Zentralbank jederzeit abzuziehen. Diese gehören den Banken. Die Mindestreserven der Banken bei der SNB betragen bereits jetzt das 20fache des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmasses.

      Die SNB hat keine rechtliche Handhabe, die Giroguthaben der Banken bei der SNB zurückzubehalten.

      Die Banken sind also jederzeit dazu in der Lage, ihre Guthaben bei der SNB abzuziehen. Ob sie das wollen, ist eine andere Frage: Die PostFinance beispielsweise hatte ja per 30. Juni ein Guthaben von 19.4 Milliarden bei der SNB „parkiert“.

      Warum? Weil viele Kunden ihre Gelder der PostFinance anvertrauen. Daraus ergibt sich ein „Anlagenotstand“ für die PostFinance, da die PostFinance noch keine oder nur wenige Hypothekardarlehen gewährt. Deshalb „parkiert“ sie dieses Geld bei der SNB.

      Ein Problem ergibt sich nun umgekehrt für die SNB: Solle das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich fallen (z.B. weil der Euro fällt), so verfügt die SNB nicht mehr über genügend Vermögen in Schweizerfranken, um ihre Schulden in Schweizerfranken zu begleichen.

      Die PostFinance muss dann ihre Guthaben bei der SNB entsprechend abschreiben.

      Weiter schreiben Sie, die Geschäftsbanken könnten bei der Zentralbank Wertschriften hinterlegen und die im Gegenzug bereitgestellte Liquidität zur Kreditgewährung verwenden.

      Auch hier aufpassen: Das wären dann aktive Kredite der SNB an die Schweizer Banken. In der Bilanz der SNB finden sich keine solchen Kredite. Die SNB gewährt über 99 Prozente ihrer Kredite an das Ausland. Keinen einzigen Franken Kredit gewährt sie an Banken in der Schweiz!

      Wäre es so, wie Sie schreiben, und würde die SNB den Schweizer Banken einen Kredit gewähren gegen Hinterlegung von Sicherheiten (Lombardkredit), so wäre das eine Verlängerung auf der Aktivseite der SNB-Bilanz.

      Damit die SNB einen solchen Aktivkredit an Bank A gewähren könnte, müsste sie gleichzeitig einen Kredit bei einer anderen Bank B aufnehmen: Irgendeine andere Bank B müsste der SNB also ein Giroguthaben gewähren, damit die SNB dann dieses Kapital der Bank A gegen Hinterlegung von Wertschriften ausleihen kann.

      Per Saldo würde dann eine Bank (B) einer anderen Bank (A) indirekt Kredit gewähren und dazwischen die Zentralbank als Sicherheit schalten.

      Eine solche Transaktion wäre denkbar, wenn die Banken untereinander kein Vertrauen besitzen und ihr Vermögen lieber bei der Zentralbank mit Staatsgarantie anlegen. Diese wird es dann wieder an die Banken zurückausleihen – versehen mit Staatsgarantie.

      Der Steuerzahler haftet für die Schulden der Zentralbank. Deshalb handelt es sich also um eine reine Umschichtung von Kapital innerhalb der Volkswirtschaft. Neu wird jetzt jedoch der Steuerzahler für die schlechten Kredite der Banken in den Büchern der Zentralbank in Haftung genommen.

      Das ist ein Missbrauch der Steuerzahler!

      Ex-Student: Bitte wenden Sie bei all Ihren Überlegungen Buchungssätze an. Entweder im Kopf oder mit Papier und Bleistift.

      Dann werden Sie alles klar und deutlich erkennen.

      Die Buchhaltung ist für den Oekonomen wie das Fernrohr für den Astrologen oder das Mikroskop für den Biologen.

      Resultat wie auch immer: Es gibt keine Geldschöpfung – weder magisch noch multipel etc.

      mfG

    • @Meyer
      Sehr geehrter Herr Meyer

      Aus meiner Sicht sind Sie bei dieser Antwort nicht präzis genug. Sie schreiben:

      „Sie gehen also davon aus, dass die sogenannte „Geldschöpfung“ ausgelöst werde durch einen Aktivkredit des Bankensystems. Das ist bereits nicht korrekt.“

      Und weiter:

      „Die Geldmenge M1 (z.B. Lohnkonto) entsteht dadurch, dass Sie einen Lohn erhalten und diesen auf ihr Lohnkonto bei einer Bank überweisen lassen. Damit gewähren umgekehrt Sie den Kredit an die Bank.“

      Ich bin auch der Meinung, dass der Wert der Geldschöpfung von der Wirtschaft kommt. Aber Vorsicht: Dieser Wert kann auch in der Zukunft liegen. Nun zu meiner Argumentation, weshalb Ihre Aussage nicht präzise ist (nicht falsch, aber nicht präzise):

      Der Buchungssatz für einen Betriebskredit lautet bspw. Betriebskredit / Kundengelder. Nimmt eine Firma einen Kredit für 1 Mio. auf, heisst das: Betriebskredit / Kundengelder 1 Mio. Diese 1 Mio. ist nun als Passivgeld in der Geldmenge M1 (oder sonst ab M2, je nach Verfügbarkeit) der SNB. Die Geldmenge der SNB wurde grösser (ob eine wirtschaftliche Leistung dahinter steckt oder nicht, spielt keine Rolle: Die Banken buchen so und melden die Zahlen der SNB für die Statistik so).

      Gehen wir jetzt einen Schritt weiter: Die Firma bezahlt von diesem Kredit einen Lohn und der Lohnempfänger hat das Konto bei derselben Bank. Der Buchungssatz lautet: Kundengelder A / Kundengelder B. Ein reiner Passivtausch. Wir haben also mit einem Kredit Passiven gebucht und damit einen Lohn bezahlt (Achtung: ich sagen nicht, die Bank hätte einen Wert geschaffen – siehe letzter Abschnitt).

      Erst wenn das Geld die Bank verlassen muss (Überweisung), dann müssen wir buchen Kundengelder / Girokonto SNB. Dafür brauchen wir Guthaben bei der SNB. Dieses stammt grösstenteils von Kunden. Aber Vorsicht: Auch dieses Guthaben kann wieder aus einem Kredit kommen. Nämlich dann, wenn eine Bank der anderen Geld leiht (bspw. ein Overnight). Die Bank bucht Overnight / Giroguthaben. Und die andere: Giroguthaben / Verpflichtung gegenüber Banken.

      Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Für die Geldschöpfung braucht es eine (wirtschaftliche) Leistung. Da bin ich mit Ihnen einverstanden. Aber aus meiner Sicht definieren Sie diese Leistung zu eng. Was eine Leistung ist und wie viel die Wert hat bestimmen nämlich letztlich die Banken. Sie nehmen die Leistung in Form von Aktiven auf und geben dafür Geld (Quittung/Schuldscheine). Aber was für Aktiven sie aufnehmen und wie viel Geld sie dafür geben bestimmen (im gesetzlichen Rahmen) die Banken. Nehmen Sie als bspw. ein Patent. Dieses dürfen Sie nach allen gängigen Rechnungslegungsvorschriften Aktivieren. Aber wie viel ist es Wert? Schliesslich muss man auch eingestehen, dass die wirtschaftliche Leistung auch in der Zukunft liegen kann. Beispiel Betriebskredit, wenn der Ausbezahlt wird muss die Leistung noch nicht vollbracht worden sein. Oder den Konsumkredit: Der Arbeiter bezahlt es mit künftigem Lohn, dafür muss er erst arbeiten.

      Fazit: Die Giralgeldschöpfung existiert technisch (das sehen wir an den Buchungssätzen). Es ist aber keine „magische Geldschöpfung“ und schon gar keine Wertschöpfung. Es beschreibt nur den buchhalterischen Vorgang bei den Banken und sagt nichts über den inneren Wert dieser Gelder aus. Innerhalb einer Bank funktioniert das sogar ohne Dritte (deshalb haben m.E. die Grossbanken im Vergleich zu den kleinen einen so hohen Kundendeckungsgrad. Dieser Kundengeckungsgrad ist aus meiner Sicht auch ein Denkfehler der gern benutzt wird – Aber das ist ein anderes interessantes Thema). Der innere Wert des Geldes muss aber früher oder später von der Wirtschaft (inkl. Ressourcen der Erde) erwirtschaftet werden. Es gibt aber viele verschiedene Arten der Erwirtschaftung (auch immaterielle Güterwerte). Und last but not least muss der Zeitpunkt der Erwirtschaftung nicht identisch mit dem Zeitpunkt der Ausstellung des Geldes dafür sein (dieser Punkt ist aus meiner Sicht zentral).

      Meine Ausführungen widersprechen Ihren Grundannahmen keines Falls. Ich glaube aber, dass sie die Vorgänge in der Praxis etwas präziser wiedergeben.

      Nochmals zur Klarstellung: Unter Giralgeldschöpfung verstehe ich das Ausstellen von elektronischen „Schuldscheinen“ durch Banken. Es wird kein Wert „geschöpft“, das geht nicht. Ich habe aber auch kein besseres Wort für den buchhalterischen Vorgang. Meine Erfahrung zeigt mir, dass ein Grossteil der Verwirrung zu diesem Thema daher kommt, das Geld auf Grund der doppelten Buchführung zwei Seiten hat: Es ist sowohl ein Guthaben wie auch eine Schuld. Für uns Menschen im Alltag ist es aber eindimensional ein Guthaben – das sorgt immer wieder für Verwirrung. Vielleicht sollte man einen neuen Begriff „schöpfen“ …

      Freundliche Grüsse,
      NichtAllwissend

    • @NichtAllwissend

      Ihr Votum zeigt, dass Sie, entgegen Ihrem Pseudonym, ein sehr grosses Wissen bezüglich der Emission von Geld haben. Ich bin froh, dass meine Kommentare von jemandem kritisch nachvollzogen werden, der viel von der Sache versteht.

      Nun zu Ihren zentralen Punkten. Es sind m.E. im Wesentlichen deren drei. Und ich gebe Ihnen in allen drei Punkten Recht:

      Ich bin froh um Ihre Präzisierung. Aber bitte verstehen Sie auch, dass die Kommentare und meine Antworten hier bereits jetzt sehr lang sind (und unübersichtlich werden, wie Sie selber auch schon geschrieben haben). Aus diesem Grund bin ich bestrebt, so genau wie möglich, aber dennoch kurz (und nicht allumfassend) zu argumentieren.

      Erster Punkt:
      Sie schreiben ganz am Schluss, man sollte einen neuen Begriff für das Geld „schöpfen“. Geld habe zwei Seiten: Es kann Guthaben sein und auch Schuld.

      Richtig! Ich denke auch: Hier liegt wohl das zentralste Missverständnis unserer Nationalbank. Wenn Herr Jordan zuhause ist als Familienvater, so stellt ein Geldschein in seinem Portemonnaie „Aktivgeld“ dar. Wenn er aber in seiner Funktion als Chef der SNB die SNB-Bilanz analysiert, so stellt der Notenumlauf der SNB „Passivgeld“ dar.

      Wir müssen also unbedingt unterscheiden lernen zwischen

      „Aktivgeld“ und

      „Passivgeld“

      Ich habe in zwei Briefen an Bundesrat Schneider-Ammann und Bundesrätin Widmer-Schlumpf bereits vor etwas mehr als zwei Jahren darauf hingewiesen – aber leider keine Antwort bekommen.

      Diese Unterscheidung hätte ich schon gerne früher öffentlich zur Sprache bringen wollen – aber Sie haben es nun hier ausgelöst. Wir als Privatleute haben immer nur mit „Aktivgeld“ zu tun – nicht aber unsere Nationalbank.

      Das Direktorium der SNB und der Bundesrat interpretieren Banknoten fälschlicherweise immer als „Aktivgeld“ („Liquidität“). Dabei ist der Notenumlauf „Passivgeld“ für die SNB. Und hier liegt das grosse und gefährliche Missverständnis unserer Nationalbank und unserer Bundesrates.

      Zweiter Punkt:
      Sie schreiben, die Banken bewerten die Höhe des Aktivums und emittieren dementsprechend Geld.

      Auch da gebe ich Ihnen Recht: Sie nehmen das Beispiel eines Patents. Etwas einfacher für den Leser ist wohl die Bewertung eines Hauses. Die Bank lässt das Haus bewerten und spricht einen entsprechenden Hypothekarkredit. Das Geld wird dem Besitzer des Hauses für den Hausbau auf dessen Konto überwiesen.

      So entsteht Geld. Geld kann gegen den realen Wert „Haus“ emittiert werden.

      Bewertet die Bank das Haus zu tief, so fällt der Geldwert und wir haben Inflation.

      Dritter Punkt:
      Sie schreiben, der Wert kann auch in der Zukunft liegen. Auch da haben Sie m.E: Recht:

      Beispiel: Ein Staat finanziere den Bau z.B. eines Staudamms am Kapitalmarkt durch Emission von Staatsanleihen. Ein Teil davon wird von der Zentralbank gekauft zwecks Emission von Banknoten. Das ist eine Emission gegen zukünftige Werte. Der Staudamm selber hat keinen Wert – erst der Strom, der in Zukunft gewonnen und verkauft wird.

      Bei einem gesicherten Bedarf des Stromes durch die Bevölkerung und die Wirtschaft besitzt der Staudamm somit bereits nach Fertigstellung einen Wert.

      Mehrmals in Ihrem Kommentar erwähnen Sie auch den „inneren“ Wert des Geldes. Ich denke: Auch das ist sehr wichtig. Erst der innere Wert des Geldes gibt dem Geld seinen Wert.

      Es muss also zuerst ein „innerer Wert“ durch die Wirtschaft „geschöpft“ (erschaffen) werden. Erst dann kann die Zentralbank oder das Bankensystem dagegen eine Quittung oder einen Geldschein oder Giroguthaben ausstellen.

      Nochmals besten Dank für Ihre Präzisierungen!

      MfG

    • @Meyer

      Sehr geehrter Herr Meyer

      Ich bewundere, dass Sie immer noch so ausführlich antworten! Auch wenn es technisch bedingt (langsam) unübersichtlich wird hier.

      Ich hoffe, Sie bekommen von Herrn Hässig nochmals einen Platz für ein Resümee dieses Beitrages mit all den Fragen und Antworten.

      Meiner Meinung nach hat der Beitrag etwas bewegt – und wenn es nur wenig ist. Wie sagte doch schon Ovid: Steter Tropfen höhlt den Stein.

      In diesem Sinne, bleiben Sie dran!

      Freundliche Grüsse,
      NichtAllwissend

  49. Lieber Herr Meyer

    auch ich bin Ihnen freundlich gesinnt :-). Es braucht nicht viel Phantasie, um zu wissen, dass die SNB hier ein grosses Risiko eingeht und Kasino spielt.

    Natürlich will das auch niemand freiwillig zugeben, denn es lässt sich sonst nicht gut schlafen und alle möchten plötzlich ihre CHF in etwas anderes umtauschen wollen – und das will ja auch niemand.

    Bei allem Wohlwollen, finde ich es schade, dass Sie die wichtige Message mit komplizierten und langen Erläuterung „kaputt“-argumentieren und so bei vielen Lesern den Eindruck eines paranoiden Buchhalters (=oft verstanden mit Tüpflisch….)hinterlassen.

    Alle ihre buchalterischen Ausführungen sind korrekt. Die Message könnte aber doch auch so lauten:

    Natürlich kann die SNB dieses Kasinospiel so lange betreiben, solange niemand daran zweifelt. Und wie im Kasino kann es auch gut herauskommen und einen Gewinn abwerfen, wenn es der SNB gelingt, die EUROs mit Gewinn wieder zu verschleudern. Allerdings sinken die Chancen dafür, da sie langsam etwas viel davon in ihren Büchern hat.

    Somit ist das Risiko der SNB, dass die Leute irgendwann das Vertrauen SNB verlieren und dann geht das von Ihnen beschriebene Theater los.

    Ob es dazu kommt – das wissen weder Sie, verehrter Herr Meyer, noch unsere SNB Verantwortlichen, sondern der von Ihnen auch schon zitierte, liebe Gott.

    Fazit: Sie haben inhaltlich recht und es Bedarf einer offenen und ehrlichen Auseinandersetzung mit diesen grossen Risiken. Aber bitte nicht mit Buchungssätzen sondern mit ein paar verständlichen Scenarien, die die Gefahren der SNB aufzeigen. ZB Euro stürzt weiter ab -> SNB bläht ihre Schulden ins Unendliche auf -> irgendwann ist sie nicht mehr glaubwürdig und bleibt auf den Schulden sitzen und dann war Griechenland war ein Klacks gegen uns.

    Oder: Die CHF Halter flüchten aus dem CHF -> CHF Kurs stürzt ab -> unsere Vermögen damit. Usw. usw.

    Meine persönliche Meinung: Wie beim Gold wird auch der CHF noch eine ganze Weile als sichere Währung gelten, da unsere Geschäftspartner im Moment mit anderen Problemen beschäftigt sind.

    Die EU mit sich selbst (und da sie von der Schweiz Steuergeld wollen sind sie auch daran interessiert, dass obiges Schauerscenario nicht eintrifft – werden also die Ammenmärchen weiterverbreiten) die Amis streiten um ihre Verschuldungsgrenze, die Chinesen sorgen sich um ihre Käufer, die alle verschuldet sind (was ihr Wachstum abkühlt) und werden sich mit dem Armut/Reichtum Problem ala Russland früher oder später stellen müssen, usw. usw.

    Somit kann die SNB vorderhand noch in Ruhe weiterzocken, und wir somit noch etwas weiter gut schlafen. Und wer weiss, vielleicht kommen wir ja doch noch gut weg am Schluss – die Zukunft wird es zeigen.

    Noch kurz zum Euro – was auch immer mit ihm passiert wird wohl so oder so einen grossen Einfluss auf die Schweiz haben – mit oder ohne SNB Eurokäufen. Also eigentlich spielt es gar nicht so eine grosse Rolle, was die SNB tut oder eben nicht tut – wir sind bekanntlich keine selbstversorgende Insel, auch wenn wir (und SVP) immer wieder so tun, als ob wir das wären.

    MfG
    Pete

  50. Liebe Leserinnen und Liebe Leser

    Nochmals in eigener Sache.

    Aus beruflichen Gründen wird es mir in der kommenden Woche unmöglich sein, irgendwelche Kommentare zu beantworten.

    Falls es Kommentare geben sollte, werde ich diese ab nächsten Samstag, 19. Oktober wieder beantworten.

    Zudem:

    Leser „NichtAlwissend“ hat mich gebeten, eine Zusammenfassung der Argumente in den vielen Kommentaren und Antworten zu schreiben.

    Falls Herr Lukas Hässig damit einverstanden ist, werde ich ihn in ein paar Wochen anfragen, ob er bereit ist, dafür seine Platform wieder zur Verfügung zu stellen.

    Mit freundlichen Grüssen!

    Marc Meyer

  51. @NichtAllwissend:

    Besten Dank für Ihre wertvollen, konstruktiven Diskussionsbeiträge!

    Sie schreiben:

    „In diesem Artikel mit all den Kommentaren steckt viel Wissen drin – vielleicht kann man das in einem längeren Artikel aus einem Guss zusammenfassen (all die Fragen dem Sinn nach auch mit aufnehmen und begründet Stellung beziehen). So wäre es einfacher zum Lesen – und das sollten die Leute lesen.

    Bleiben Sie dran!“

    Nun habe ich insgesamt schon acht Artikel auf Inside Paradeplatz geschrieben.

    Herr Lukas Hässig hat, „Gott sei Dank“, seine Platform „Inside Paradeplatz“ dafür zur Verfügung gestellt.

    Gerne fasse ich nochmals alles zusammen. Aber Herr Hässig ist der Chef hier und es muss in sein Konzept passen.

    Ich kann Inside Paradeplatz auch nicht allzu sehr belasten. Ich bin schon dankbar mit dem Platz, den ich bisher bekommen habe.

    Ich werde aber Herrn Hässig bei gegebener Zeit (in ein paar Wochen) diesbezüglich anfragen.

    Wenn er bereit ist, werde ich nochmals eine Zusammenfassung schreiben.

    Freundliche Grüsse:

    Marc Meyer

  52. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    Besten Dank für Ihre Antwort.

    Ihren Glauben, dass primär verfehlte Nationalökonomie schuld am wie ich meine heutigen Zustand des „Vor-Chaos“ und Desaster sein soll, kann ich nicht teilen. Ich glaube nicht an die Allmacht, vielmehr an die Fehlbarkeit vieler ökonomischer Theorien.

    Was in Buchhaltungen abläuft, das hat schon 1923 wenig Leute interessiert, als in Deutschland ein Brot 1 Billion Mark kostete. Wie überlebt man den angebrochenen Tag, das war die alleinige Kernfrage.

    Mit dem ESM-Gesetz (Artikel 9, Absatz-3: Der Rat kann von allen Mitgliedern jeden benötigten Betrag fordern, der innert 7 Tagen einzuzahlen ist), wurde die Voraussetzung für zukünftige Staatsbankrotte geschaffen. Was ein Staat ist, dieser Begriff wird sich zukünftig noch wandeln. Dass sozialer Ausgleich in den Abgrund führt, habe ich bereits dargestellt. Aber dass die Staaten zu einer politischen Union vereint werden sollen, schreiben selbst Sie. So etwas kann nie erfolgreich sein, es hat zu viele sozialistisch / kommunistische Ausgleichs-Mechanismen.

    „Armut für alle“, das wäre die einzige Vision, die sich ohne zu Lügen umsetzen liesse und die ausnahmsweise als politisches Ziel auch durchwegs erreichbar ist. Mit Ludwig Erhards „Wohlstand für alle“ ist es vorbei, er war ein Nationalist und das gilt heute als verpöhnt, nun träumt man vom ganz ganz Grossen…

    Zudem bin ich der Ansicht, dass Wirtschaftswachstum nicht nötig ist, die Geldmenge auszuweiten. Ich gehe davon aus, dass unnötige Staatsausgaben, beispielsweise die NSA-Gebäude in Maryland mit allein dort angeblich positionierten ca. 11.000 (von insgesamt bis 250.000)sehr gut bezahlten Staatsangestellten kein ehrliches Wirtschaftswachstum darstellt, bloss ein Schuldengebäude zur weltweiten Vorrats-Datensammlung, zur Schnüffelei, nach altem DDR-Vorbild, aber diesmal richtig gut perfektioniert. Der Staat hat bei der privaten FED Geld aufgenommen, um sich die NSA zu leisten und die FED hat das Geld gedruckt. Nun fliessen Löhne und das ganze hat einen positiven Einfluss auf das Wirtschaftswachstum. Zuerst war da (geschaffene) Angst, dann (der Drang nach) Schulden und dann (beabsichtigte) Investitionen (ohne return on Investment), denn das ganze dient dem Selbstzweck, der Erhaltung der Macht eines Staates und die laufenden Lohnzahlungen oder Stromzahlungen für die immense IT-Anlage und die benötigte Kühlung, sie finanzieren sich ausschliesslich über zusätzliche und neue Schulden, weil die Organisation absolut keine Einnahmen generiert.

    Der ganze Rüstungswettlauf, woran die USA mit rund 50% der weltweiten Ausgaben technischer Spitzenreiter ist, der gehört dazu, damit steigt die Geldmenge und das BIP. Es wird niemals vorkommen, dass die NSA aus Sparzwang die Mitarbeiter entlässt, andernfalls gäbe es bereits morgen tausende von Snowdens. Man schliesst lieber den Grand Canyon, das trifft die Bürger erfolgreich an einer sensiblen Stelle und erreicht das Gewünschte. Mit genügendem Druck, spurt das Stimmvolk, wie beabsichtigt, was z.B. Herr Schäuble in ganz anderem Zusammenhang auch schon erwähnt hat.

    Zusammenfassend komme ich zum Schluss, dass alles „nach Plan“ läuft und der „Point of no return“ definitiv überschritten ist. Mit der Zielsetzung „schmerzhafte Prozesse abzuwenden“ werden diese hinausgezögert und verschärft. Mit jedem Tag nimmt jedoch die Gefahr zu und das (irgendwann) einstürzende Schuldenmonument wird die Bürger umso stärker treffen. Die 20-er und 30-er Jahre lassen grüssen und die Zukunft wird weisen, wo es langgeht und wer alles zu den grossen Verlierern zählt, ich denke mal ALLE (ganz ganz wenige ausgenommen).

    Die Verschuldung Japans beträgt 470% des BIP. 50% der laufenden Einnahmen sind für die Zinsen aufzubringen. Japan hat aber eine grosse Kreditwürdigkeit und deren Bonds einen hohen Kurs, obwohl das Land faktisch bankrott ist. Liegt hier auch ein Betrug vor? Von den USA gar nicht erst zu sprechen, die sind und bleiben unangefochten „Weltschulden-Leader“. Bluff kann sehr lange funktionieren, man muss ihn bloss entsprechend „bewirtschaften“.

    Benjamin Franklin formulierte treffend: „Wer Freiheit opfert, um Sicherheit zu gewinnen, wird letztlich beides verlieren“. Ich denke, das trifft leider sehr beunruhigend auf die heutige Zeit zu.

    Ich verabschiede mich aus dem Forum. Unsere Beiträge verändern die Zukunft leider nicht und Sie können meine Ansicht nicht beeinflussen, sowenig wie ich Ihre Ansicht beeinflussen kann.

    Freundliche Grüsse
    Ihr Hans Telmo

    • @Hans Telmo

      Besten Dank für Ihren weit ausholenden Beitrag, der aber auf die „Geldschöpfung“ nur am Rande eingeht.

      Ich sage nicht, verfehlte Nationalökonomie sei Schuld an „Vor-Chaos“ und „Desaster“.

      Ich sage: Fehler in der Nationalökonomie haben schon viel Unheil angerichtet und mitunter den 2. Weltkrieg begünstigt.

      Deshalb ist es enorm wichtig, dass wir uns mit der Makroökonomie (Fiskal- und Geldtheorie) genau auseinandersetzen.

      In meinem hiesigen Beitrag geht es um Geldtheorie und damit wird natürlich unsere Nationalbank zur Ansprechpartnerin.

      Die grobfahrlässigen Devisenkäufe unserer SNB haben das Potential, unsere Wirtschaft zu ruinieren.

      Als Volkswirtschafter aus Berufung sehe ich es als meine Pflicht an, die SNB und die Öffentlichkeit auf die katastrophalen Fehler in der Geldtheorie hinzuweisen. Diese sind die Grundlage für die verfehlte und höchst gefährliche Geldpolitik der SNB.

      Sie schliessen: „Unsere Beiträge verändern die Zukunft leider nicht…“

      Bitte halten Sie sich vor Augen: Die Fehler in der Nationalökonomie wurden von Menschen begangen, die liederlich und oberflächlich analysierten und argumentierten und immer noch argumentieren (Klassik, Keynesianismus, Neoklassik, Monetarismus). Diese Fehler müssen auch von Menschen korrigiert werden. (Sinngemässe Ableitung eines Zitates von John F. Kennedy).

      In Ihre Resignation werde ich also nicht miteinstimmen. Nein! Unsere Generation – wir – muss/müssen die Probleme und Missverständnisse unserer Zeit angehen und lösen!

      Mich entmutigen Sie nicht.

      Schade – Sie zeigten doch Interesse am Artikel!

      Freundliche Grüsse!

      Marc Meyer

  53. @“Hardy, der Student“

    Sie schreiben wörtlich: „Kein Mensch will den Banken Geldscheine gegen deren Willen aufdrängen. Wirklich keiner!“

    Ich zitiere SNB-Chef Thomas Jordan: „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden (Prof. Thomas Jordan, Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital? Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, 28. Sept. 2011)

    Also kann, gemäss mehreren Aussagen von Jordan („wie gesagt“) negatives Eigenkapital der SNB mit Geld drucken aufgestockt werden – wenn auch nicht nachhaltig.

    Langfristig (nachhaltig) wolle die SNB, gemäss Jordan, über Jahre hinweg keine Ausschüttungen mehr an Bund und Kantone überweisen, um so negatives Eigenkapital aufstocken.

    Konkret: Die SNB will negatives Eigenkapital aufstocken
    a) durch Geld drucken und
    b) durch Rückbehalt ihrer Gewinne.

    Jordan zeigt keine andere Möglichkeit auf.

    Daraus folgt unwiderlegbar: Jordan will bei negativem Eigenkapital der SNB einfach Geld drucken und an die Banken überweisen (wem sonst?).

    Mit den zurückbehaltenen Ausschüttungen wird es Jahrzehnte dauern, bis ein Loch im Eigenkapital der SNB in einem hohen zweistelligen Betrag beseitigt ist. Ergo: Die SNB muss Geld drucken – Viel Geld drucken!

    Bei der geringen Eigenkapitalquote der SNB kann negatives Eigenkapital sehr rasch eintreten. Dann geht es schnell um hohe Milliardenbeträge, welche die SNB dann durch „Geld drucken“ kompensieren will. Das wäre nichts anderes als Betrug an der Schweizer Volkswirtschaft! (lesen Sie dazu bitte meine Ausführungen weiter unten mit den Buchungssätzen).

    Aber nicht nur Jordan, auch andere Exponenten der SNB haben explizit gesagt, dass die SNB Banknoten drucken will. Nicht nur im Falle von negativem Eigenkapital, sondern schon bereits dann, wenn der Euro sich der Untergrenze von 1.20 nähern sollte.

    SNB „Chef-Ideologe“ (SNB-Studienzentrum Gerzensee) und Ziehvater von Prof. Jordan, Prof, em. Dr. Ernst Baltensperger, antwortete in einem Interview in der NZZ auf die Frage: „Kann die Nationalbank mit 11% Eigenkapital weitere Interventionen tragen?“

    „Technisch hat die Nationalbank überhaupt keine Limiten, wenn sie die eigene Währung schwächen will: Sie kann unbegrenzt Franken drucken.“

    Auch der SNB-Bankrat Daniel Lampard sagte in mehreren Fernsehauftritten (u.a. Arena), die SNB könne die Untergrenze von 1.20 problemlos durchsetzen, weil sie „unbeschränkt“ Banknoten drucken könne.

    Und nun kommen Sie, Student Hardy, daher und behaupten: „Kein Mensch will den Banken Geldscheine gegen deren Willen aufdrängen. Wirklich keiner!“

    Ich bitte Sie: Bleiben Sie bei der Wahrheit! Natürlich hat das die SNB gesagt!

    Wir können so nicht diskutieren, wenn die Wahrheit immer und immer wieder verdreht wird! Ich habe Ihnen schon einmal gesagt, dass ich die Diskussion mit Ihnen abbrechen möchte. Es ist ein Zeitverlust.

    Ich bitte Sie, dies nun endlich zu respektieren!

    Ich kann meine Zeit besser verbringen als mit einem „Student“, der alles besser weiss und nichts lernen will. Also nennen Sie sich doch nicht „Student“, sondern „Professor“ – die sind auch nicht bereit, etwas Neues zu lernen! (Ich spreche hier von den Oekonomie-Professoren!).

    mfG

  54. @Hardy, der Student

    Jetzt sind wir also wieder bei der „Amazonasbuchhaltung“? Ich dachte und hoffte, dieses Thema sei vom Tisch.

    Sagen Sie, lieber Hardy – spielen Sie hier auf diesem Forum eigentlich den „Pausenclown“?

    Mir kommt das so vor. Absichtlich?

    Zugegeben, ein bisschen „Auflockerung“ kann nie schaden.

    Aber finden Sie nicht auch, das Thema ist für unser Land zu schwergewichtig ist, als sich hier darüber lustig zu machen? Die Schulden der SNB sind bereits jetzt mehr als doppelt so hoch wie jene von Bund, Kantonen und Gemeinden zusammen.

    Ich dachte, die Schweiz hat eine „Schuldenbremse“? Gilt doch auch für die Nationalbank? Oder?

    Und das soll man nicht zur Sprache bringen dürfen? Zudem will die SNB „unbeschränkt“ Banknoten drucken und damit Euros kaufen. So steigen die Staatsschulden „unbeschränkt“ weiter.

    Wem will dann die SNB diese Banknoten geben, wenn nicht den Banken? Also will die SNB „unbeschränkt“ Banknoten drucken und den Banken geben.

    Hat Jordan gesagt – ich wiederhole: Hat Jordan gesagt.

    SNB-Chef Jordan hat gesagt, im Falle von negativem Eigenkapital der SNB würde die SNB „unbeschränkt“ Banknoten drucken, um das Eigenkapital der SNB so wieder aufzustocken.

    Auch haben die SNB sowie ihr nahestehende Professoren (z.B. Baltensperger, SNB-Chefideologe und SNB-Spiritus Rector) und Politiker (z.B. Bodenmann: „Banknoten drucken, bis den Ausländern die Ohren wackeln, NZZ natürlich) oder SNB-Bankräte (z.B. Lampard) vielmals öffentlich behauptet, die SNB könne den Kurs bei 1.20 „problemlos“ verteidigen, weil sie „unbeschränkt“ Banknoten drucken könne.

    Und nun kommen Sie, „Hardy, der Student“, daher und behaupten, das habe niemand gesagt?

    Ich bitte Sie: Ich habe wirklich keine Zeit für solche Verdrehungen der Tatsachen!

    Bitte formulieren Sie doch ihre „Amazonasbuchhaltung“ bzw. die „Buchhaltung des kleines Urwaldstaates“ sowie Ihre Erkenntnis, dass Banknoten und Geldscheine nicht dasselbe sind, auf der SNB-Seite „iconomix“. Das ist die „wissenschaftliche“ Platform der SNB.

    Dort wird man über Ihren Beitrag hoch erfreut sein – kommt er doch Herrn Jordan zu Hilfe. Professor Jordan und die SNB sind um Ihre Hilfe bestimmt froh. Die können jede Hilfe – auch die Ihrige – gut gebrauchen.

    Zudem entspricht Ihr Beitrag in etwa dem wissenschaflichen Niveau von „iconomix“. Die SNB hat diesen Namen übrigens abgeleitet von Asterix und Obelix. Das passt.

    Lieber „Hardy, der Student“: Ich habe Ihnen schon einmal gesagt: „Student“ sein ist nicht nur „hardy“, sondern „hard“!

    Bitte, bevor Sie hier wieder irgendwelche abstrusen Behauptungen aufstellen und die Diskussion durcheinanderbringen: Bitte lernen Sie vorher die Grundzüge unserer doppelten Buchhaltung – nicht jene ihres „kleinen Urwaldstaates“.

    Und noch etwas: Ja – ich schreibe um „Kopf und Kragen“.

    Es geht hier tatsächlich nicht nur um die katastrophale Geldpolitik unserer Nationalbank.

    Es geht noch vielmehr um die zugrunde liegende Geldtheorie, welche fatale Irrtümer aufweist.

    Darf ich sie daran erinnern, dass der 2. Weltkrieg begünstigt wurde durch Hyperinflation und Massenarbeitslosigkeit. Diese entstanden aufgrund von Fehlern in der Nationalökonomie.

    Und wie viele Wirtschaft- und Finanzkrisen haben wir in den letzten Jahrzehnten erlebt? Weil die Nationalökonomie fehlerlos ist?

    Deshalb ist es m.E. sehr wichtig, auf die schlimmen Fehler in der Wirtschaftswissenschaft hin zuweisen.

    Und wenn Ihnen das alles egal ist – so respektieren Sie doch wenigstens diese Diskussion hier anstatt einfach diese Platform zu missbrauchen, um ihre eigenen abstrusen Wirtschaftsmodelle hier vortragen zu können.

    Und bitte respektieren Sie auch mich und meinen Wunsch, auf diese Irrtümer hinweisen zu können.

    Herr Lukas Hässig hat mir dazu (im Gegensatz zu allen anderen Medien in der Schweiz!) die Gelegenheit gegeben, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

    Und Sie können mir glauben: Es ist anstrengend, alle Kommentare durchzuarbeiten und zu beantworten.

    Ich tue es aber gerne, wenn es der Wissenschaft und der Schweiz vielleicht doch einmal hilft. Und es gibt Kommentare hier von Lesern, die offensichtlich durchaus begriffen haben, worum es geht und auch den Ernst der Lage sehen. Sie erkennen zudem, dass das, was ich hier schreibe, wohldurchdacht ist.

    Sie, „Hardy, der Student“, erkennen das leider nicht. Ich kann‘s nicht ändern. Ich denke, ich habe mich genügend deutlich ausgedrückt.

    Wenn man aber nicht verstehen will, so kann man auch nicht verstehen. Das gilt leider nicht nur für Sie, sondern auch für unsere Nationalbank. Möglicherweise bis es zu spät ist.

    Also bitte: Schreiben sie nur, wenn Sie denken, dass Ihr Beitrag die Diskussion weiterbringt.

    Und bitte: Verdrehen Sie die Tatsachen nicht!

    Trotzdem mfG

  55. Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    Der Leser „NichtAllwissend“ hat weiter unten einen Kommentar verfasst, der m.E. so wertvoll ist, dass ich meine Antwort darauf ganz hier am Anfang nochmals platzieren möchte, damit auch Leserinnen und Leser, die nicht die ganze Diskussion verfolgen können, diese sehen.

    Die ganze Fragestellung, ob die SNB auch im Falle von negativem Eigenkapital einfach „Banknoten drucken könne“ („Geld schöpfen könne“), wie das die SNB (Jordan, Baltensperger) behauptet, wird aus buchhalterischer Sicht erörtert.

    Mit freundlichen Grüssen
    Marc Meyer

    @NichtAllwissend

    Besten Dank für Ihren wertvollen Beitrag!

    Ihre Frage, ob die SNB im Falle von negativem Eigenkapital einfach buchen darf „Giroguthaben der Banken / Notenumlauf“ ist mehr als berechtigt. Eine solche Buchung wäre ja lediglich ein Passivtausch in der Bilanz der SNB.

    Wenn die Giroguthaben der Banken bei der SNB nicht mehr voll gedeckt sind, weil das Eigenkapital der Nationalbank negativ geworden ist, so sind ja Banknoten auch nicht mehr voll gedeckt. Sie müssen demzufolge von den Banken genauso wie die Giroguthaben abgeschrieben werden.

    Zudem bin ich mit Ihnen auch einverstanden, dass dies gegen Treu und Glauben verstossen würde, sollte die SNB den Banken einfach Banknoten überweisen für deren wertlosere Giroguthaben (das Bundesgericht müsste dies entscheiden, bin ich mit Ihnen auch einverstanden).

    Der Grund, weshalb ich diesen Buchungssatz trotzdem erwähnte ist der, dass SNB-Chef Jordan in seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft in Basel sagte:

    „Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige gesetzliche Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden“ (a.a.O. S.6).

    Ich ging also davon aus, dass aus Sicht der SNB diese gegeneinander austauschbar seien. Im Anschluss an diesen Satz zeigte Jordan Beispiele, wie die SNB Giroguthaben und Noten gegeneinander austausche.

    Ganz neu für mich ist ihr Hinweis auf Art. 7 Abs. 2 WZG. Sie schreiben: „Dort steht: “Sie nimmt die nicht benötigten Noten unbeschränkt gegen Vergütung des Nennwerts zurück.” Die Banken haben also jederzeit das Recht, Banknoten gegen Giroguthaben einzutauschen.“

    Ich bin froh um diesen Hinweis. Er zeigt einmal mehr, dass die Aussagen der SNB genau zu überprüfen sind. Offenbar weiss SNB-Chef Jordan auch nicht, dass die Banken ihre Banknoten jederzeit bei der SNB gegen Giroguthaben eintauschen dürfen.

    Viele Dank für Ihren Hinweis!

    Ebenfalls interessant sind Ihre Ausführungen zum Liquidationserlös der SNB. Fällt das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich werden all diese Fragen aufkommen. Die Öffentlichkeit schiebt diese ungelösten Fragen aber einfach vor sich hin.

    Die Ansicht von Professor Jordan, wonach die SNB bei negativem Eigenkapital „…“in Ihrer Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist…“ (a.a.O., S2), scheinen mir hochgradig naiv.

    Die Behauptung, der SNB, im Falle von negativem Eigenkapital könne die SNB einfach zusätzliche neue Banknoten drucken („Geld schöpfen“), und so das Eigenkapital der SNB wieder aufstocken, ist skandalös.

    Sollte das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich fallen, so kann die SNB dieses Eigenkapital nicht wieder aufstocken durch „Drucken von Banknoten“.

    Begründung:
    a)Beim Buchungssatz „Aktiven / Notenumlauf“ wird einfach die Bilanz verlängert – Das „Loch im Eigenkapital der SNB“ bleibt bestehen. Die Banken müssen ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben.

    b) Der Buchungssatz „Giroguthaben / Notenumlauf“ ergibt keinen Sinn, da die Schuld der SNB weiterhin ungedeckt bleibt. Die Abschreibungen der Banken müssten genauso erfolgen. Zudem können die Banken jederzeit ihre Banknoten gegen Giroguthaben bei der SNB eintauschen (Umkehrbuchung), um ev. an einem Liquidationserlös der SNB zu partizipieren.

    c) Der Buchungssatz „Kasse / Eigenkapital“ ist auch nicht möglich, da von der SNB gedruckte Banknoten bei deren Emission nicht unter dem Aktivposten „Kasse“, sondern unter dem Passivposten „Notenumlauf“ zu verbuchen sind. Der Buchungssatz „Kasse / Eigenkapital“ wäre Betrug am Schweizervolk. Genauso verbuchen die Diebe der Banknoten bei Orell Füssli. Diebe verbuchen so – nicht unsere Nationalbank!

    Noch ein Hinweis zur Logistik. Diese erübrigt sich zwar, weil die SNB, wie wir soeben gesehen haben, bei negativem Eigenkapital nicht einfach Banknoten drucken kann, wie sich das die SNB vorstellt. Aber trotzdem: Würde die SNB eine 1-Milliarde-Bannknote drucken (Achtung: wie Hyperinflation in Deutschland), so wäre damit kein „Retailgeschäft“ der Banken mehr möglich.

    Die Banknoten müssten ja den Konten der Kunden gutgeschrieben werden. Wollte nun ein Kunde z.B. ein Auto kaufen, so wäre das mit einer dermassen grossen Banknote unmöglich (man kann ja die Banknote nicht in kleine Zettel schneiden).

    Mit Ihrer Konklusion bezüglich des Buchungssatzes „Giroguthaben der Banken / Notenumlauf“ bin ich hundertprozentig einverstanden:

    „Giroguthaben gegen Noten austauschen geht nach heutigem Recht letztlich nicht gegen den Willen der Banken, da diese die Noten jederzeit wieder der SNB zur Einzahlung senden könnten (das dreht sich im Kreis). Weiter würde der Zahlungsverkehr in der Schweiz zusammenbrechen (zu dessen Schutz die SNB verpflichtet ist). Bis ein alternatives System bereit stünde, ginge es wohl zu lange. Und last but not least, würde diese Umbuchung buchhalterisch ja auch nichts bringen (die Schuld bleibt).

    Sehr geehrter „NichtAllwissend“: Ihr Wissen ist sehr gross und ich bin Ihnen für Ihren wertvollen Beitrag sehr dankbar.

    Ich beurteile diesen als so wichtig, dass ich hier meine Antwort zu diesem einmal direkt hier nach ihrem Kommentar poste und dann nochmals ganz oben, so dass er gut ersichtlich ist auch für Leser, die nicht alle Kommentare und Antworten durchlesen können.

    Ich hoffe, „das passt“.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      sie schreiben sich hier „um Kopf und Kragen“.

      Kein Mensch will den Banken Geldscheine gegen deren Willen aufdrängen. Wirklich keiner!
      Sie interpretieren den Prof. Dr. Jordan völlig falsch. Er meint vielmehr, dass, wenn die Banken Geldscheine haben wollen (!), die SNB dann (!) auch Geldscheine auszahlen kann. Sie ist dazu in der Lage (sollte Orell Füssli mit der Produktion im Rückstand sein, dann würde es tatsächlich zu einer vorübergehenden Auszahlungspause kommen). Das (!) bedeutet seine Aussage, auch wenn er sich ein wenig seltsam ausdrückt.

      Zu dieser Auszahlung von Geldscheinen ist die SNB auch dann in der Lage, wenn sie ein negatives Eigenkapital hat. Das gefällt Ihnen vielleicht nicht, es ist aber nun mal so.

      Noch einmal der Hinweis:
      Wenn Sie den Unterschied zwischen Geldscheinen und Banknoten nicht erkennen, dann können Sie die Vorgänge rund um die SNB nicht verstehen.
      Sehen Sie sich den kleinen Urwaldstaat unten in den Kommentaren an, dort können Sie sämtliche real existierenden Schuldverhältnisse sehen. Dann müsste Ihnen auch klar werden, warum man nichts für Geldscheine fordern kann. Für Geld konnte man noch nie etwas fordern, für Banknoten ja, aber nicht für Geld.

      Mit freundlichen Grüßen!

    • Sehr geehrter Herr Meyer

      Aber sicher passt das, es ist übersichtlicher so.

      Ich danke Ihnen, für den Artikel und die Aufrechterhaltung der Diskussion hier. Ich glaube, bei diesem „Standpunkt“ konnten viele Leute etwas lernen, mich mit eingeschlossen. Das ist Ihr Verdienst!

      Betreffend Logistik: Da haben Sie natürlich Recht. Zudem stellt sich die Frage, ob die SNB damit nicht gegen Art. 5 Abs. 2 lit. b NBG verstossen würde. Dort steht: „Sie gewährleistet die Bargeldversorgung“. Mit so grossen Noten wäre die Bargeldversorgung m.E. nicht mehr gewährleistet.

      In diesem Artikel mit all den Kommentaren steckt viel Wissen drin – vielleicht kann man das in einem längeren Artikel aus einem Guss zusammenfassen (all die Fragen dem Sinn nach auch mit aufnehmen und begründet Stellung beziehen). So wäre es einfacher zum Lesen – und das sollten die Leute lesen.

      Bleiben Sie dran!

      Freundliche Grüsse,
      NichtAllwissend

  56. Nachtrag zum Thema „Geldmengenvergrösserung“
    ——————————————–

    Hypothetische Ueberlegung zur Frage: Wie könnte z.B. die FED (sofern sie selbst gedrucktes Geld in Staatsanleihen, Hypothekenpakete etc. investiert), diesen Geschäftsvorgang buchen?

    Buchungssatz: Kapitalanlagen Hypos oder Staatsanleihen (Aktivum) an Notenumlauf (Passivum).

    Die Druckkosten kann man unter übrigem Aufwand/Verwaltungsaufwand vernachlässigen. Der erzielte Zins deckt laufende und zukünftige Unkosten und kann zudem bei variablen Krediten angehoben werden. Nach Wahl kündigt man die Kredite und verlangt Rückzahlung der Hypotheken resp. Grundpfandverwertung. Geziehlt verweigert man nach Ablauf von Staatsanleihen deren Refinanzierung. Schon hat man die Fische (Immobilien oder den Staat) am Angel.

    Danebst „pflegt“ man die Edelmetallpreise. Solange alle ans Papiergeld glauben, stellt dies kein Problem dar. Bei unerwünschter Preisveränderung hingegen, z.B. infolge hoher physischer Nachfrage oder Lieferengpässen bezeichnet man Spekulanten und Terroristen gefährlicher Manipulationen gegen die Nationale Sicherheit und lässt den Staat zur Abwehr dieser Gefahr ein sofortiges und landesweites oder weltweites Edelmetall-Verbot aussprechen.

    Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, die Spielregeln können laufend vom Spielleiter geändert werden. Ich halte es jedenfalls nicht für ausgeschlossen, dass ein solches Szenario in die Realität umgesetzt werden kann. So, oder irgendwie anders, man ist hoffentlich kreativ. Wenn das Volk Eigentümer der betreffenden Nationalbank wäre, und die Geschäftsleitung sich für das nationale Wohlergehen einsetzt, ist dagegen nach meiner Ansicht nichts einzuwenden, denn die Kredite würden wohl erneuert und nicht gekündigt. Andernfalls, wenn die Nationalbank nicht im Eigentum der Bürger wäre, oder die Geschäftsleitung in den eigenen Sack wirtschaftet wäre dies fatal.

    Wenn alle Nationalbanken weltweit bloss jenes Geld ausgeben könnten, das auf dem Kapitalmarkt refinanzierbar wäre, müsste die Menschheit viel mehr arbeiten und sparen. Statt dessen werden unermesslich viel Schulden generiert, bei einer gleichzeitig exponentiell wachsenden Geldmenge der Notenbanken mit explodierenden Bilanzen.

    • @ Hans Telmo

      Auch die Fed kann nur dann verbuchen „Staatsanleihen / Notenumlauf“, wenn die US-Wirtschaft wächst (Vermögen „schöpft“) und die Wirtschaft mehr Banknoten benötigt, um den Zahlungsverkehr abwickeln zu können.

      Sie argumentieren: „Solange alle ans Papiergeld glauben, stellt dies kein Problem dar.“

      Entschuldigung: Aber mit dieser Argumentation kann ich nichts – aber auch gar nichts anfangen!

      Jeder Betrug fängt damit an, dass jemand getäuscht wird. Und wenn der Betrug noch nicht aufgeflogen ist, so ist es dennoch ein Betrug.

      Beispiel: Gehen wir zurück zu den einfachen Anfängen der Banknoten:

      Angenommen, jemand trägt immer mehrere Säcke Gold herum, um Zahlungen zu tätigen. Nun hinterlegt er das Gold beim Goldschmied A und erhält dafür eine Quittung (Banknote), dass derjenige, der diese Quittung dem Goldschmied A vorlege, von diesem das Gold erhalte. Der Besitzer der Banknote kann nun mit dieser einkaufen.

      Nun findet das Goldschmied B eine gute Idee. Da aber niemand bei ihm Gold deponiert, stellt er einfach eine Quittung aus, worauf geschrieben steht, dass derjenige, der diese Quittung hat, bei ihm Gold zugute hat.

      Da die Marktteilnehmer mit den Quittungen von Goldschmied A gute Erfahrungen gemacht haben, vertrauen sie auch auf die Qualität der Quittungen von Goldschmied B. Goldschmied B kann nun mit seiner Quittung selber einkaufen gehen.

      Fliegt der Schwindel auf, so ist die Quittung von Goldschmied B wertlos.

      Das gilt nicht nur für Wertpapiere, bei denen man ein physisches Bezugsrecht hat:

      Angenommen ein Unternehmen wird von den Eigentümern und Analysten „hochgejubelt“. Der Aktienkurs steigt, auch wenn die Aktionäre kein Recht auf Bezug eines Wertgegenstandesa aus dem Unternehmen haben (z.B. ein Möbelstück oder einen Computer und dergleichen).

      Kommt aus, dass der „innere Wert“ der Aktien dieses Unternehmens viel geringer ist als dessen Kurs, so wird der Kurs fallen.

      Das gilt auch für Staatsobligationen, die zu einem tiefen Zins bzw. hohen Kurs platziert werden, bis auskommt, dass die Schulden des Staates viel grösser sind, als angenommen.

      Sie sehen: Betrug und Fälschung ist immer möglich.

      Diese dürfen aber nicht zur Grundlage der Geldpolitik unserer Schweizerischen Nationalbank werden!

      Die SNB hat aber bereits angekündigt, dass sie im Falle von negativem Eigenkapital der SNB einfach neue Banknoten drucken werde! Das ist ein Skandal erster Güte!

      SNB-Chef Prof. Jordan hat das in diversen Vorträgen angekündigt, und SNB-Berater und SNB-Chefideologe Prof. Baltensperger in einem Artikel in der NZZ.

      In einem Interview (NZZ, 14. August 2011) behauptete Baltensperger: „Technisch hat die Nationalbank überhaupt keine Limiten, wenn sie die eigene Währung schwächen will: Sie kann unbegrenzt Franken drucken.“

      Die SNB kann wohl Franken drucken und in den Keller legen, aber sie kann diese nicht emittieren – nicht in den Umlauf bringen – nicht verbuchen.

      Dazu müsste sie jemanden finden, der ihr entsprechende Vermögenswerte als Gegenleistung übergibt (z.B. „einen Sack Gold“). Wenn ihr aber niemand solche Vermögenswerte (z.B. Euros) gegen Kredit gibt (z.B. weil ihr Eigenkapital bereits negativ ist) so kann die SNB ihre gedruckten Banknoten nicht in den Geldumlauf bringen.

      Würde sie diese in Umlauf bringen wie der Goldschmied B oder die Diebe der Banknoten bei Orell Füssli, so wäre das Betrug.

      Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die diversen Buchungssätze in meiner obigen Antwort an den Kommentator „NichtAllwissend“.

      Sie sehen, Herr Telmo, der alleinige „Glaube ans Papiergeld“ reicht nicht. Zudem buchhalterisch unmöglich!

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  57. @Herr Telmo

    Sehr geehrter Herr Telmo
    Es freut mich, dass Sie meinen Text und die Diskussion interessant finden und dass sie dadurch angeregt wurden, sich über das Geld im Allgemeinen zu äussern. Ihre Ausführungen zeugen von einem hohen Fachwissen.

    Besonders ihre Angaben zu den ausgehöhlten Goldbarren im Besitze von Banken erstaunen mich.

    Wo ich nicht einverstanden bin mit Ihnen ist ihre Meinung, wonach das FED einfach Dollars drucken könne gegen nichts.

    Die ganze Welt behauptet das. Stimmt aber nicht! Die Presse ist diesbezüglich viel zu oberflächlich, wie Sie auch festhalten.

    Auch die US-Fed nimmt bei der US-Wirtschaft Kapital auf in Form von sogenannten „deposits“, um dann dieses Kapital u.a. in „mortagege backed securities“ (Immobilienmarkt) zu investieren (siehe meinen Beitrag auf Inside Paradeplatz „Zentralbanken – die gigantischen Kreditwaschanlagen).

    Diese „deposits“ sind vergleichbar beispielsweise mit den Giroguthaben, welche die PostFinance bei der SNB anlegt, und womit diese dann Euros kauft.

    D.h. die Fed nimmt in den USA Kapital auf und investiert es auch wieder in den USA. Die FED ist damit viel klüger als unsere SNB.

    Unsere SNB nimmt bei den Schweizer Banken (und PostFinance) Kredit auf in Form von Giroguthaben der Banken. Dieses Kapital exportiert sie dann in die Eurozone, wo sie marode Staatshaushalte mitfinanziert.

    Der Gipfel ist dann noch: Die SNB behauptet, mit diesen Investitionen im Ausland die Arbeitslosigkeit in der Schweiz (!) zu bekämpfen.

    Nicht genug: Dieser volkswirtschaftlich unnötige und kontraproduktive Kapitalexport durch unsere SNB beinhaltet zudem ein Währungsrisiko, das uns das Genick brechen kann.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Besten Dank für Ihre Antwort.

      Wenn die SNB mit dem Geld der Postbank marode Euros kauft, grenzt dies an Veruntreuung und führt ev. zu Liquiditätsproblemen, es sei denn, man schaltet einen Gang rauf und pokert erneut höher, um sich an den Haaren aus dem Sumpf zu ziehen oder sich letztlich vom IWF resp. den USA „retten“ zu lassen.

      Dass Die FED verwurmt ist, möglicherweise im Besitze ganz weniger einflussreicher Familien, dafür gibt es Anhaltspunkte, obwohl das völlig irrsinnig tönt: Mayer Amschel Bauer, Gründer der Rothschild-Dynastie: „Erlaube mir das Geld einer Nation herauszugeben und zu kontrollieren, dann ist es mir egal wer die Gesetze macht.“ (Rothschild 1863 : „Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.“).

      Präsident Woodrow Wilson hat dies 1913 der Welt eingebrockt. Er bat angeblich noch auf dem Totenbett um Vergebung hiefür.

      Das aktuelle US-Handelsdefizit sowie 50 Millionen Abhängige von Essensmarken sind wahrlich kein Erfolgsausweis.

      Meine Ansicht unterscheidet sich betreffs der SNB, dass sie nötigenfalls Geld drucken dürfte. Ob sie sich getraut oder es sich verbieten lässt, das ist eine andere Frage. Vielleicht hälfe zusätzlich ein Trick mit der Swissmint als Teil der eidg. Finanzverwaltung, durch Ausgabe hochwertiger Münzen? Der Markt akzeptiert jedoch kein grosses Agio. Leider sind die benötigten Summen jedoch unermesslich hoch und das Eigenkapital der SNB ist vermutlich schon weg und das Gold ist im Verlustfall womöglich den Gläubigern im Ausland auszuhändigen, nachdem Napoleon 1798 schon einmal unseren Berner Staatsschatz eingezogen hat, wäre das bloss eine Wiederholung.

      Freundliche Grüsse
      Hans Telmo

    • Sehr geehrter Herr Telmo

      Sie schreiben: „Wenn die SNB mit dem Geld der Postbank marode Euros kauft, grenzt dies an Veruntreuung…“

      Ja so kann man dem auch sagen. Zudem, die SNB besitzt mit ihren masslosen Euro-Investitionen ein enormes „Klumpenrisiko“.

      Ihre Meinung, wonach die SNB gemäss Ihren Worten „nötigenfalls“ Geld drucken könne ist mit Vorsicht zu geniessen.

      Wenn die Not darin besteht, dass die Wirtschaft wächst („Geldschöpfung durch die Wirtschaft“) und bare Zahlungsmittel benötigt, stimmt Ihre Aussage.

      Vergleich: Der Arzt kann nur einen Geburtsschein ausstellen, wenn ein Kind geboren wurde.

      Will die SNB jedoch beispielsweise negatives Eigenkapital ausgleichen durch Emission von Banknoten, wie SNB-Chef Jordan das angekündigt hat, so ist ihre Aussage nicht korrekt.

      Konsultieren Sie dazu bitte die buchhalterische Begründung in meinen Antwort an den Kommentator „NichtAllwissend“.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  58. Dieser interessante Artikel und die Stellungsnahmen haben mich angeregt, einige Gedanken über Geld im allgemeinen zu formulieren:

    1. Nachdem die USA der Schweiz gedroht hat, sie vom US-Dollarmarkt auszugrenzen, muss ich annehmen, dass die Stellung der SNB gegenüber zumindest einer Partei am weltweiten Finanzsystem erbärmlich schwach ist. Ein starker Marktteilnehmer wäre nicht erfolgreich erpressbar. Möglicherweise wurde diese Drohung gegenüber Frau Widmer und Herr Jordan am letztjährigen IWF-Treffen in Washington mündlich mitgeteilt, um z.B. Facta zu beschleunigen.

    2. Der Wert des Dollars gegenüber dem Schweizer Franken fiel um das Jahr 1977 von Fr. 4.35 auf einen Wert von Fr. 1.65, er wertete über Fr. 2.50 resp. über 60% ab. Wieso nun ein Wertzerfall des Euros von ursprünglich Fr. 1.50 resp. Fr. 1.60 auf heute Fr. 1.20 oder möglicherweise Fr. 0.80 (was einer Abwertung von rund 50% entspräche) für die Schweiz heute nicht verkraftbar wäre, verstehe ich nicht. Unter dem deutschen Finanzminister Ludwig Erhard hat die BRD rund sieben Aufwertungen durchgeführt, jeweils mit dem Ziel, sich zu schwächen, aber die Exporte stiegen und das genaue Gegenteil trat ein.

    3. Wenn die SNB den Franken schwächen will resp. den Euro stützen will, und unabhängig wäre, dann hätte sie meiner Ansicht nach das Verpöhnteste machen müssen, was überhaupt in der Finanzwelt möglich ist. Sie hätte Geldscheine drucken können um damit Gold zu erwerben. Gleichzeitig hätte sie dazu übergehen sollen (wie vor dem Beitritt der Schweiz zum IWF), Gold zu einem festen Preis und nicht zu einem Markpreis zu bewerten. Der Einfachheit halber hätte die spezialrechtliche SNB festlegen können, dass fortan der Anlagewert als Bilanzwert gelte. Das hätte jegliche Buchgewinne und Buchverluste ausgeschlossen, diese gab es früher auch nicht, als die Goldreserven mit ca. Fr. 4950.- pro Kilo seit ca. 1935 bewertet wurden.
    Wenn also die SNB mit selbst gedrucktem Geld Gold gekauft hätte, wäre der Wert des Frankens auf dem Devisenmarkt voraussichtlich gesunken, weil sie in den Augen der anderen eine Riesen-Dummheit begangen hätte. Vielleicht wäre der Wert des Frankens jedoch gestiegen, womit erneut Theorie und Praxis auseinandergedriftet wären. Vermutlich hätte man versucht, die Schweiz in die Knie zu zwingen, dieses Vorhaben unverzüglich einzustellen. Ob der Devisenmarkt ein freier Markt ist, resp. welche Kräfte dort gelten, darüber urteile ich hier nicht, grundsätzlich hege ich jedoch den Globalverdacht, dass Märkte schon lange unfrei und daher möglicherweise manipuliert sind, von Personen, welche diese Macht besitzen, die tatsächlich Geld produzieren können, ohne einen Gegenwert dafür einkaufen zu müssen.

    4. Damit bin ich bei einem weiteren Punkt angelangt. Früher galt der Grundsatz, dass eine Nationalbank für ausgegebene Geldscheine einen Gegenwert halten müsse. Dafür galt lange Gold oder vielleicht auch Silber (das dann selbst als Münze in den Umlauf kam)und damit die ehrlichste Art von Geld war. Irgendwie haben es interessierte Kreise geschafft, dass der US-Dollar dem Gold absolut und unbestritten ebenbürtig wurde. Nationalbanken weltweit konnten Gold oder US-Dollars halten, später auch andere Devisen. Hiezu muss man sich fragen, was repräsentiert der Dollar überhaupt?
    .Erhalte ich einen Silberdollar gegen einen Dollarschein? Leider schon lange nicht mehr.
    .Ist die Federal Reserve eine staatlich kontrollierte Organisation? Wenn ich in Wikopedia lese, komme ich zum Schluss, es sei eine Vereinigung von Privatbanken.
    .Wie garantiert die FED den Wert eines bedruckten Dollarscheines? Ich habe auf Youtube einen (zwischenzeitlich entfernten) Film einer Befragung von Herrn Direktor Ben Shalom Bernanke gesehen, wie er vom Senator L. Ron Paul über die Goldvorräte der Federal Reserve Bank befragt wurde. Seine Antwort hat mich erstaunt, er hatte Schweiss auf der Stirn, als er antwortete, die Federal Reserve Bank besitze selbst kein physisches Gold, sie hätte es bereits vor langer Zeit anfangs der dreissiger Jahre dem US-Treasury abgegeben und besässe dafür ein Zertifikat. Ein Zertifikat ist bloss ein bedruckter Papierschein und es hängt von der Glaubwürdigkeit des Schuldners ab, wieviel der Wert des Zertifikates wirklich ist. Die Diskussion drehte sich um die Kernfrage, ob Gold Geld sei, was Herr Bernanke nicht bejahen wollte.

    5. Gold ist für mich seit einiger Zeit auch nicht immer Gold. Seit ich einen (von angeblich zahlreichen) durch das Schweizer Zollamt beschlagnahmten Kilobarren gesehen habe, der angeblich von einer Schweizer Grossbank erworben wurde, der absolut echt aussah, glaube ich auch nicht mehr alles. Der Goldbarren war ursprünglich echt, besass auch ein Zertifikat, eine Laufnummer etc, das spezifische Gewicht stimmt. Die Fälschung bestand darin, den Deckel aufzusägen und den Barren mit einer CAD-Maschine auszuhölen, damit ein Wolfram-Barren (Wolfram hat ein nahezu identisches spezifisches Gewicht) Platz fand. Anschliessend wurde er zugelötet, so dass die Fälschung perfekt war. Auf der Suche im Internet stiess ich einerseits auf Chinesische Produzenten, die Wolframbarren (tungsten bar) in verschiedenen Grössen produzieren und andererseits auf ein Bild mit einem riesigen Container voll Wolframbarren (ohne Gold), die für irgendeine Weiterverarbeitung offensichtlich nachgefragt wurden.
    Wenn also irgendwann in Zukunft Bilder von gefüllten Goldlagern auftauchen, müsste man zur Glaubwürdigkeit mit einem Bohrer einen Grossteil überprüfen. Es ist denkbar, dass gefälschte Goldreserven zukünftig herhalten sollen, um wirklich echtes werthaltiges Geld vorzugaukeln.

    6. Wenn man Geld näher untersucht, muss man Klarheit über die FED gewinnen. Möglicherweise ist es tatsächlich eine private, nicht-staatliche Institution, bei welcher der alleinige Regierungseinfluss darin besteht, den Direktionssitz zu bestätigen. Die Organisation selbst, kann Dollarscheine drucken und benötigt vielleicht nicht mehr als Papier und Farbe und kann dafür auch noch Zinsen kassieren, nebst der Tatsache, dass sie dafür Hypotheken oder Staatsanleihen oder andere reale Werte erwerben kann. Derzeit kauft die FED für monatlich 85 Milliarden Dollar (rund 4000 Millionen pro Arbeitstag) solche Wertpapiere ein.
    Die heutige Praxis ermöglicht das Schuldenmachen ungemein, unendlich, unermesslich. Letztlich gibt man aber das Volksvermögen, Resourcen, Bodenvorräte, Aktien, Unternehmen etc. preis, im Tausch gegen Papierscheine, von denen man glaubt, sie besässen auch langfristig einen bestimmten Wert.

    7. Wie man es zulassen kann, dass der Geheimdienst einer Nation (die NSA) weltweit alle Komunikationen überwachen darf und eine endlose Vorratsdatenhaltung über Telefone, Telefoninhalt, Handystandorte, Bankkonten, Bankzahlungen, Flugbewegungen und möglicherweise auch Gesundheitsdaten mit Aushorchung von PC-Daten (Disk, Interfaces wie Kamera, Mikrofon und Tastatur) vorzunehmen, ist mir unerklärlich. Offensichtlich stört das keinen Politiker oder keinen Medienschaffenden. Ich kann keinen wichtigen Bereich nennen, der nicht überwacht werden kann. Der griechische Denker Plato war der Ansicht, auf die Demokratie folge eine andere Staatsform, er benannte sich auch: Es sei die Tyrannei. Sollte er Recht haben? Die Ueberwachung ist bestimmt nicht ein Zeichen neu gewonnener Freiheit sondern zeigt, dass die Freiheit verloren geht. Der ehemalige SNA-Mitarbeiter Snowdon hat diesen Begriff auch erwähnt, als mögliche Zukunftsvision. Angeblich kann die USA laufend neue Schulden generieren, um ihre 40.000 bis 250.000 Mitarbeiter in diesem Sektor zu beschäftigen. Das Interesse muss hier grenzenlos sein und die Geldmittel ebenfalls.

    8. Es wird viel über Schulden geschrieben, insbesonders über Europäische Schulden. Dass aber die USA sich bei der Federal Reserve laufend neu verschuldet und rund alle drei Jahre Neuschulden in Höhe der Bilanzsumme der EZB neu anhäuft, darüber wird wenig geschrieben. Die EZB hat andererseits selbst bereits eine aufgeblähte Bilanz durch Zukauf maroder Staatsanleihen z.B. Griechenlands. Das ist aber eigentlich vernachlässigbar, wenn man den wahren Schuldengiganten näher betrachtet. Die USA muss demnächst ihre Schuldenobergrenze (damit wird ein nicht zu durchbrechende Schuldenlimite bezeichnet), zum 25. mal (seit ca. 1988) erhöhen, angeblich sei diese Grenze in den lezten 50 Jahren bereits 78 mal erhöht worden. Ich frage mich, ob man die Schuldenobergrenze nicht besser ehrlicherweise als unlimitiert oder unendlich bezeichnen sollte, damit käme man zumindest der Wahrheit viel näher. Es nützt wenig zu versprechen, dass man sich an eine Schuldenlimite hält, wenn man diese nachweislich endlos alle paar Monate erhöhen will und kann. Präsiden John F. Kennedy hat angeblich in seinem Executive Order Nr. 11110 eine Verstaatlichung der FED vorgenommen, leider wurde er kurz später erschossen und sein Nachfolger hat diesen Erlass als einen der ersten Amtshandlungen aufgehoben.

    9. Ein Wort zur Solidarität. Europa hat sich auf die Fahne geschrieben, solidarisch zu sein. Sei es beim Bundesländerfinanzausgleich oder beim ESM-Staatsausgleich oder der allgemeinen Hilfe für trudelnde Staaten. Wieso? In den USA ist das ganz anders. Es käme keinem Texaner auch bloss im Traum in den Sinn, Geld fürs bankrotte Kalifornien zu spenden. Dass Europa kein Erfolgsmodell sein kann, scheint mir klar, es hat sozialistische und komunistische Ansätze, dies, nachdem 1989 die Hochburg des Komunismus zusammengestürzt ist. Man versucht es erneut mit demselben Lösungsansatz. Finanzausgleich bestraft den Tüchtigen mit einer Abgabe und belohnt den Anderen mit einem grossen Geldsegen. Naturgesetze funktionieren anders. Unser System regt zur Trägheit an und hemmt Ansätze zur Besserung.

    10. Die Rolle der Medien ist auf eine gegenseitige Abschreiberei verkommen. Aber irgendwer platziert (das hat mit dem Tode Goebbels nicht geendet) auch heute geziehlt Meldungen, andererseits verschwinden interessante Artikel und Filme aus angeblich urheberrechtlichen Gründen aus den weltweiten Datennetz. Korrekturen bei Wikipedia werden gezielt wieder zurückgändert. Deshalb sind Zweifel an der Wahrheit angebracht, trotz des hochgelobten Internets und der endlosen Bequemlichkeit der Nutzer, die sich weniger anstrengen müssen. Ein Beispiel waren die bestätigten Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein, er sei in der Lage, New York anzugreifen, las ich damals in der Tageszeitung. Heute kommt ein neues Vokabular auf, von Geldspritzen der FED ist die Rede und Schutzwällen und sonstigem neu-erschaffenen Begriffen. Die Geldspritzen sind kurzum ein Tauschgeschäft: Hier Ware, hier Papier.
    Es fällt mir leider schwer, nicht vom Thema abzuweichen.

    Zusammenfassend scheint mir, es steckt der Wurm im Finanzwesen. Es ist wohl schon ganz hohl, ausgehölt wie eine Holztür, federleicht, substanzlos. Nur von aussen ist ein wenig Holz geblieben, es sieht perfekt auf den ersten Blich aus, aber innen ist es bloss noch Sagmehl, somit eine Fiktion, ein Beschiss. Wer drückt, merkt, dass das Holz nachgibt, hohl tönt und das Sagmehl rieselt. Dies, weil wir es zugelassen haben, dass Missbräuche möglich sind. Ehrlichkeit währt am längsten, vielleicht erinnern wir uns einmal daran.

  59. @Nichtallwissend

    Etwas früher als erwartet kann ich mich wieder dem „Thema Nationalbank“ und den Kommentaren auf „Inside Paradeplatz“ widmen.

    Zuerst einmal möchte ich Ihnen recht herzlich dafür danken, dass Sie die Initiative ergriffen haben und auf die Kommentare von Herrn Oscar Hase, „Sergio“ und „Geldonkel“ geantwortet haben.

    Vieles hätte ich nicht besser oder gar nicht so gut ausdrücken können.

    Ein besonderes Anliegen enthält Ihre Antwort an Herrn Oscar Hase, wo Sie rückfragen, wie denn die Schweizer Wirtschaft durch die SNB zu „billigem Geld“ komme.

    Obwohl die diversen Voten von Herrn Hase davon zeugen, dass er weiss wovon er schreibt, scheint ihm hier ein Denkfehler unterlaufen zu sein.

    Aus der Bilanz der SNB geht eindeutig hervor, dass die SNB den Schweizer Banken überhaupt kein Geld – auch nicht billiges Geld – zur Verfügung stellt.

    Ich werde mir erlauben, Herrn Oscar Hase und auch „Sergio“ und „Geldonkel“ noch eine Antwort aus meiner Sicht zu formulieren.

    Nochmals besten Dank!

    Marc Meyer

    • Herr Meyer,

      gern geschehen – Sie haben mir mit Ihren Antworten ja auch geholfen. Schön sind Sie wieder zurück. Ich dachte, man kann die Kommentare nicht fast eine Woche so stehen lassen.

      Viele Grüsse,
      NichtAllwissend

  60. In dieser Diskussion herrscht ein grosses Wirrwarr. Die Sache ist ganz einfach: Die Notenbank ist die einzige Bank, die ihre Passivseite (Banknoten und Giroguthaben) nicht verzinsen muss. Auf den Aktiven erwirtschaftet sie aber Erträge. Deshalb ist sie immer zahlungsfähig. Und deshalb kann sie (theoretisch) ihre Bilanz beliebig verlängern. Das ist dann Geldschöpfung, ob es Herrn Dr. Meyer gefällt oder nicht.

    • Na Sie sind mir ja lustig, Geldonkel. Ist Ihr Kommentar ernst gemeint? Weil die SNB keine Zinsen zahlen muss aber Erträge erwirtschaftet ist sie immer zahlungsfähig? Habe ich das richtig verstanden?
      Genau so gut könnten Sie argumentieren, dass eine normale Bank immer zahlungsfähig ist, so lange sie auf der Aktiv-Seite mehr erwirtschaftet als sie auf der Passiv-Seite zahlen muss. Ist das auch Ihre Meinung? Nebenbei: Die SNB ist nicht die einzige Bank, welche die Passivseite nicht verzinsen muss. Das könnte auch bei normalen Geschäftsbanken der Fall sein – sogar Negativzinse sind möglich.
      Es geht ja nicht darum, dass die SNB die Zinsen nicht mehr zahlen kann (der Zinssatz ist ja 0% wie Sie richtig festgestellt haben). Es geht um Kapitalrückzahlungen. Also darum, dass die Banken ihr Giro-Konto bei der SNB belasten können, wenn Kunden (oder sie selber) Kapitalrückzüge machen wollen. Eine Bank muss in der Liq.-Planung auch Mittelabflüsse in Form von Kapitalrückzahlungen (Fälligkeiten) berücksichtigen, nicht nur Zinszahlungen. Eine Bilanzverlängerung hilft da höchstens kurzfristig für die Liquidität.
      Aber auch für eine Bilanzverlängerung bräuchte die SNB neue Aktiven von Dritten (Banken/Staat), das kann sie nicht alleine machen. Beachten Sie dazu den Kommentar unten von Herrn Oscar Hase, er meint, die SNB bekäme wegen der Grösse unbeschränkt neue Aktiven (das kann ich nicht beurteilen – dazu müsste der Rest der Welt auch immer CHF wollen/akzeptieren. Und das selbst dann, wenn die SNB neue Aktiven braucht weil sie zahlungsunfähig ist. Ich weiss nicht, wer dann noch CHF möchte).
      Was habe ich falsch verstanden?

      MfG
      NichtAllwissend

    • @Geldonkel

      Danke für Ihren Beitrag.

      Kommentator „NichtAllwissend“ hat Ihnen bereits eine gute Antwort gegeben:

      Wenn die Aktiven bzw. das Vermögen der SNB stark unter den Wert der Schulden (Passiven) der SNB fällt, so ist unsere Nationalbank insolvent.

      Diese Gefahr ist bei der SNB akut, da der Euro jederzeit zur Schwäche neigen kann und die Eigenkapitalquote der SNB bereits stark geschrumpft ist. Insbesondere wenn das Gold unverkäuflich werden sollte, kann es nicht mehr dazu benützt werden, allfällige Gläubiger (Banken, PostFinance) zu befriedigen. In diesem Fall liegt die Eigenkapitalquote der SNB bereits bei lächerlichen 2 Prozent.

      Wenn Sie ein Haus kaufen mit 2 Prozent Eigenkapital, so ist das hochriskant. Ähnlich spekulativ verhält sich die SNB beim Kauf von Euros.

      Ihre Worte zeigen aber, dass Sie durchaus verstehen, worum es geht. Auch Sie haben offensichtlich erkannt, dass die SNB auf ihren Passiven (Banknoten, Giroguthaben der Banken) keine Zinsen bezahlen muss.

      Mit diesen Worten geben Sie zu erkennen, dass Sie bereits mehr begriffen haben von Geldpolitik als unsere Nationalbank!

      Diese betrachtet ja die Giroguthaben der Banken auf der Passivseite ihrer Bilanz als Geld, das sie billig (zu einem tiefen Leitzins) den Banken zur Verfügung stelle.

      Die SNB interpretiert somit ihre Passiven als Vermögen, bzw. als Aktivkredite an die Wirtschaft (siehe u.a. auch die diversen Fernsehbeiträge, die ich weiter unten angesprochen habe: Z.B. Die Filme von Frau Marianne Fassbind an der Tagesschau, oder die Filme von Herrn Reto Lipp in der Sendung ECO oder auch das Interview von Herrn Prof. Manuel Amman, Bankenprofessor, Universität St. Gallen an der Tagesschau u.a.)

      Sie alle behaupten, bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handle es sich um Kredite der SNB an die Banken zu einem tiefen Zinssatz (Leitzins).

      Sie, Geldonkel, haben aber inzwischen begriffen, dass die Giroguthaben der Banken bei der SNB umgekehrt Kredite der Banken an die SNB darstellen, welche diese aber nicht verzinsen muss. Die Rechtslage ist aber eindeutig so, dass die SNB Schuldnerin ist und nicht Gläubigerin.

      Weil Sie das erkannt haben und bewusst oder unbewusst so formulieren, bin ich über ihren Beitrag sehr froh!

      Gratulation „Geldonkel“ ! Sie verstehen bereits wesentlich mehr von Geldpolitik als unsere Nationalbank selber!

      Lassen Sie mich bitte noch auf einen Punkt zu sprechen kommen, der bisher in der Diskussion noch nicht erörtert worden ist, und den Sie zu Recht ansprechen:

      Es geht um die Zinserträge der SNB, die sogenannte „Seigniorage“.

      Aus Platzgründen konnte ich bisher noch nicht darauf eingehen – aber ich habe immer bewusst und explizit formuliert, dass die SNB durch Drucken von Banknoten oder durch Kreditaufnahme über Giroguthaben der Banken kein Geld in Form von Vermögen „schöpfen“ oder erschaffen könne.

      Es ist mir wohl bewusst, dass die SNB Vermögen erwirtschaften kann, indem Sie keine Passivzinsen auf ihren emittierten Banknoten bezahlt und auch nicht auf den Giroguthaben der Banken.

      Banknoten sind Obligationsscheine der SNB (Titel meiner Dissertation: „Geld – eine Obligation der Notenbank“). Aus technischer Sicht ist es nicht möglich, dass die SNB auf einer Banknote Zinsen entrichtet.

      Wenn Sie am Morgen eine 100er Note aus dem Kontomat beziehen und diese während des Tages gebrauchen, um Diverses zu bezahlen und am Abend haben Sie noch sagen wir 40 Franken. Wie lange haben sie dann welche Noten besessen? Unmöglich für die SNB, Ihnen den Zins für jene Stunden auszubezahlen, in denen Sie eine oder mehrere ihrer Banknoten hielten.

      Da aber die SNB Banknoten von rund 60 Milliarden Franken emittiert hat, kann sie sich im Ausmass dieses Betrages zinslos bei den Konsumentinnen und Konsumenten refinanzieren.

      Weil die SNB jahrzehntelang pro Kopf der Bevölkerung lediglich 80 Rappen bezahlt hat, konnte sie zweistellige Milliardenbeträge mit wenigen Millionen Franken verzinsen.

      So konnte sie riesige Reserven äufnen, welche sie dann aber wieder in Dollars anlegte und viel Geld auf dem sinkenden Dollarkurs verlor.

      Deshalb trat ich im Jahre 1996 vor die Generalversammlung der Aktionäre der SNB und trat u.a. dafür ein, dass die SNB endlich einmal ihre emittierte Geldmenge korrekt verzinse (Durchschnittsrendite der Schweizerischen Bundesobligationen berechnet auf den Notenumlauf).

      Seither muss die SNB an Bund und Kantone einen angemessenen Betrag abliefern.

      Konklusion: Die SNB kann kein Geld in Form von Vermögen „schöpfen“ durch Druck von Banknoten. Das heisst aber nicht, dass die SNB kein Vermögen erwirtschaften könne.

      Ja, die SNB kann Vermögen erwirtschaften durch eine positive Zinsdifferenz oder durch Kursgewinne auf ihrem Vermögen, wenn sie diese nicht an Bund und Kantone ausschüttet.

      Von der Tatsache, dass die SNB Vermögen erwirtschaften kann, kann hingegen nicht geschlossen werden, sie könne Geld in Form von Vermögen schaffen („schöpfen“), indem sie einfach Banknoten drucke.

      mfG

  61. Abschliessend kann man wohl sagen, dass Herr Dr. Meyer recht hat. Allerdings ist es wohl so, dass es die SNB gar nie dazu kommen lassen wird, dass ein relevanter Verlust auf ihren Devisenpapieren (v.a. ausländ. Staats- und sonst. Anleihen) entstehen wird. Bei Annäherung an die 1.20-Grenze wird sie sofort „aus allen Rohren ballern“ und auf dem Markt, das heisst bei den Banken, Devisenpapiere in beliebiger Höhe einkaufen und dafür CHF-Sichtguthaben den Banken gutschreiben. Sie verlängert damit die Bilanz nach Belieben, und da ja der Pool der verfügbaren ausländischen Papiere aus Sicht der kleinen Schweiz auch beinahe „beliebig“ gross ist, wird sie auch immer solche Papiere kaufen können. Damit kann Sie den 1.20-Kurs halten und den Wert ihrer Aktivpositionen bewahren, und kein Hedge-Fonds will es mit ihr hier aufnehmen und dagegenwetten, so dass nur schon die Drohung des „Ballerns“ wirkt. Das kann natürlich zu einer unheimlich aufgeblähten Bilanz und im Markt zu einer Inflation führen (was ja den Wert des CHF auch wieder schwächt und somit in die gute Richtung läuft). Geht der der CHF-Kurs zurück, und zwar nachhaltig und einem Trend folgend, dann kann die SNB langsam Luft ablassen und die ausländ. Papiere wieder gegen Hereinnahme von Franken verkaufen und damit a) die Bilanz wieder verkürzen und b) sogar einen (satten) Gewinn in CHF erzielen. – Das ist das Szenario, welches die SNB verfolgt. Das führt vorübergehend zu einer aufgeblähten Bilanz, die die SNB als grossen Hedgefund aussehen lässt, und zu billigem Geld im CH-Markt (Immo-Blase!), erhält der Schweiz allerdings die Exportwirtschaft und Know-How und Jobs im Land. – Die SNB muss also täglich auf der Kommandobrücke stehen, um sofort kleine Korrekturen machen zu können, um ihren „Tanker“ (und ihre Bilanz) auf Kurs zu halten. Pennt sie, dann werden die erforderlichen Manöver grösser und der Kurs wird zum Schlingerkurs.

    • Sehr geehrter Herr Hase
      Was die SNB genau für eine Strategie hat und welche Ausstiegsszenarien sie hat, weiss ich nicht. Da mögen Sie mit Ihrer Meinung Recht haben.

      Was ich nicht ganz verstehe ist, was Sie mit „… und zu billigem Geld im CH-Markt (Immo-Blase!) …“ genau meinen. Aus welcher Sicht entsteht dadurch „billiges“ Geld?

      Aus Sicht der Banken, welche der SNB Aktiven geben und dafür Giro-Guthaben erhalten, kann es nicht billig sein. Das wäre nur dann der Fall, wenn die SNB die Aktiven absichtlich überbewerten würde, was gegen Treu und Glaube und die ordentliche Buchführung verstossen würde. Zudem erhält man ja im normalfall für sowas einen Zins, der bei der SNB ja aber 0% beträgt (somit wäre es eher teuer, es dort zu lagern).

      Aus Sicht von Kreditnehmern ist das Geld dann billig, wenn sie dafür wenig Zins bezahlen müssen. Doch wie genau will die SNB den Zinssatz in der Schweiz beeinflussen, wenn niemand bei der SNB Schulden hat? Auf der Website der SNB schreibt diese: „Das Hauptinstrument der Nationalbank für die Geldversorgung und die Steuerung des Libors ist das Repo-Geschäft“.
      Doch wenn man sich die aktuelle Bilanz der SNB anschaut (http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf), dann sieht man, dass die SNB seit 2011 gar keine Forderungen aus Repogeschäften mehr hat. Also mit was genau steuert die SNB den Zinssatz in der Schweiz? Wenn ich mir den Verlauf des Zielbandes anschaue, dann erweckt es für mich eher den Eindruck, dass das Zielband der Realität angepasst wird und nicht der Zinssatz dem Zielband.
      Die SNB hat u.a. den gesetzlichen Auftrag der Sicherstellung des elektronischen Zahlungsverkehrs. Dadurch ist sie verpflichtet Aktiven der Banken gegen Giro-Guthaben entgegen zu nehmen (damit die Banken untereinander Zahlungen tätigen können). Hat eine Bank nun Aktiven und will Kredite vergeben welche an eine andere Bank fliessen, so kann sie mit diesen Aktiven bei der SNB Giro-Guthaben erwirken um den Kredit einer anderen Bank überweisen zu können. Mir ist nicht klar, mit welchen Instrumenten die SNB die Kreditvergabe in der Schweiz steuern will und kann, wenn die Geschäftsbanken für die Kreditvergabe keinen Kredit bei der SNB brauchen, was aktuell der Fall ist. Wo liegt mein Denkfehler?
      Ich danke Ihnen für Ihre Erklärungen (vielleicht kann Herr Meyer zum Thema „billiges Geld“ und „Zinssatzsteuerung durch die SNB“ noch die eine oder andere Erklärung abgeben).

      MfG
      NichtAllwissend

    • @Oscar Hase

      Sehr geehrter Herr Hase

      Besten Dank für Ihren Kommentar, in dem Sie „abschliessend“ Entwarnung geben.

      Dass wir „Entwarnung“ geben können – davon bin ich aber ganz und gar nicht überzeugt.

      Sie schreiben, „…dass es die SNB gar nie dazu kommen lassen wird, dass ein relevanter Verlust auf ihren Devisenpapieren (v.a. ausländ. Staats- und sonst. Anleihen) entstehen wird.“

      Im Prinzip sind Sie, wie die SNB, davon überzeugt, dass die SNB den Mindestkurs bei 1.20 ohne die geringsten Zweifel wird durchsetzen können.

      Angenommen: Wenn zwei Nationen unterschiedliche Vorstellungen vom gemeinsamen Wechselkurs haben, so können sich nicht beide durchsetzen. Die stärkere wird gewinnen. Und wer ist stärker? Die EZB, die FED oder die SNB?

      Allein schon diese Überlegung zeigt, dass die absolute Durchsetzbarkeit des Mindestkurses durch die SNB eine Illusion ist.

      Zudem geht die SNB von einer falschen Prämisse aus: Sie behauptet, sie könne „unbeschränkt“ Geld in Form von Vermögen schöpfen oder schaffen und damit beliebig viele Euros und Dollars aufkaufen. So könne sie deren Kurs stützen.

      Allein das ist unrealistisch. Die SNB behauptet also, sie könne alle Euros und Dollars aufkaufen. Im Prinzip behauptet sie, sie könne die ganze Welt aufkaufen. Sie kann ja, gemäss eigenen Aussagen, so viel Vermögen schaffen wie sie will, indem Sie „unbeschränkt“ Banknoten drucke. Und mit „unbeschränkt viel Vermögen“ kann man auch „unbeschränkt viel“ einkaufen.

      Alles Illusion!

      Die SNB geht von der falschen Prämisse aus, dass das von ihr emittierte Geld Vermögen darstelle, anstatt Schulden. Die SNB und die ihr nahestehenden Professoren verdrehen die Rechtslage: Sie betrachten die SNB bezüglich der Giroguthaben der Banken als Gläubigerin anstatt als Schuldnerin (siehe Interview Prof. Ammann; oder Artikel Prof. Baltensperger in der NZZ, („Der Nationalbank sind keine Limiten gesetzt, wenn sie den Franken schwächen will“, 14. Aug. 2011, u.a.).

      Ich habe in meinem Artikel aber aufgezeigt, dass die SNB bei der Geldemission nicht Vermögen schafft, womit sie „unbeschränkt“ Euros kaufen könne, sondern dass sie lediglich Schuldscheine emittiert gegen Euros, die sie dann den Banken gutschreiben muss. Gutschreiben heisst: Eine Schuld anerkennen. Genauso wie wenn Sie einen Betrag auf ihr Konto einzahlen, so wird dieser Ihnen gutgeschrieben.

      Dass die Prämisse der SNB falsch ist, wurde in dieser Diskussion von diversen Lesern akzeptiert; so auch von Ihnen. Das erleichtert mich.

      Nun bringen Sie aber eine neue Prämisse ins Spiel, wonach die SNB die Untergrenze von 1.20 mit absoluter Sicherheit wird durchsetzen können: Sie gehen davon aus, der Schweizerfranken würde sich in Zukunft mit Sicherheit kontinuierlich abschwächen („einem Trend folgend“). Deshalb werde die Zeit kommen, in der die SNB ihre Eurobestände sukzessive wird abbauen können. Sie stellen sogar einen (satten) Gewinn in Aussicht. („wishful thinking“)

      Alle Spekulanten träumten von „satten Gewinnen“ bevor sie Konkurs gingen. Und unsere SNB operiert mittlerweile mit einer Eigenkapitalquote von knapp 10 Prozent. Zieht man das Gold ab, welches möglicherweise bald unverkäuflich sein wird und als Befriedigung der Gläubiger nicht mehr dienen kann, so beträgt die Eigenmittelquote der SNB noch lächerliche 2 Prozent. Die SNB ist somit eine äusserst schwache Marktteilnehmerin.

      Ihre Prämisse (und auch die der SNB), wonach der Franken inskünftig kontinuierlich schwächer wird, bezweifele ich aus folgenden Gründen.

      a)Seit Jahrzehnten fallen sämtliche Währungen gegenüber dem Franken. Warum soll sich dies ab jetzt ändern? Auf ihren Dollarbeständen verlor die SNB seit Freigabe der Wechselkurse Dutzende von Milliarden Franken, wenn nicht gar über 100 Milliarden.

      b) Der Euro besteht aus einem Korb von Währungen, die gegenüber dem Franken in den vergangenen Jahrzehnten z.T. drastisch gefallen sind (Lira, Peseta, Irl. Pfund, Drachme, franz. Franc). Solche Länder können eine Abwertung des Euros jederzeit auslösen.

      c) Die Eurozone ist ein Bund von Staaten ohne Einheitsregierung (wie z.B. die USA). Deshalb ist eine gemeinsame Währung höchst problematisch. Die Währung ist zudem immer noch jung und Rückschläge können jederzeit geschehen.

      d) Der Wechselkurs Euro / Franken hängt von einer Vielzahl von Crossrates ab. Der Wechselkurs kann sich verändern auch ohne direkten Handel zwischen den beiden Währungen. Ich will ein Beispiel geben:

      Angenommen: Der Landpreis in der Agglomeration Zürich hat sich in den letzten zehn Jahren verdreifacht und in der Region Basel lediglich verdoppelt. Grund dafür ist, dass das Landangebot in Zürich knapper geworden ist als in Basel, wo die Grenzgänger im Ausland billiges Land erwerben können.

      Die Preisrelation zu Ungunsten von Basel hat sich also verschoben, auch ohne dass Land aus Basel direkt angeboten und umgetauscht worden wäre gegen Land in Zürich. Bestimmt hat es vereinzelt solche direkten Transaktionen auch gegeben, aber diese waren nicht entscheidend.

      Entscheidend war die grössere Nachfrage nach Land aus Zürich von überall her, nicht nur aus Basel.

      Konklusion: Der Wechselkurs Euro / Franken kann sich verändern, auch ohne dass Euro / Franken direkt gehandelt werden.

      Ihre Prämisse, dass bei steigendem Frankenkurs immer genug Geld in die Schweiz fliesse und die SNB damit Euros kaufen kann, trifft demnach nicht zu. Diese ist irreführend und gefährliich.

      e) Angenommen, in China setzte sich die Ansicht durch, dass man vermehrt in Infrastruktur im eigenen Land investiere anstatt in der Eurozone. Es kann sein, dass man nun vor allem Kapital aus der Eurozone repatriiert. Resultat: Der Euro fällt gegenüber dem Franken. Bewirkt durch Umlagerung von Vermögen, beschlossen in China!

      f)Als im September 2011 die SNB den Mindestkurs von 1.20 festlegte, erklärte sie, der Euro werde bis Ende Jahr (2011) wieder bei 1.30 stehen. Das geschah nie. Und wo stehen wir heute?

      g) Als die SNB im Jahre 2010 innert Wochen fast 200 Milliarden Euros kaufte, so blieb das unbemerkt. Erst in der später veröffentlichten Bilanz konnte man dann diese Entwicklung erstaunt zur Kenntnis nehmen. Die SNB „parkierte“ diese Gelder vorerst liquide bei europäischen Zentralbanken.

      Seither hat sie ihre Euro-Investitionen nochmals massiv aufgestockt und breit diversifiziert. Will die SNB nun aus ihren Euro-Positionen aussteigen, so ist das bei weitem nicht mehr so einfach wie der damalige Kauf. Sie muss z.B. ihre Aktien wie Nokia oder Staatsobligationen mit bestimmter Laufzeit loswerden usw. Das wird beobachtet und bemerkt.

      Sobald das Gerücht im Markt ist, die SNB verkaufe, wird der Euro fallen – und auch die Aktien und Obligationen.

      h) Zudem besitzt die SNB nicht nur ein Währungsrisiko. Sie besitzt auch ein Schuldnerrisiko. Die Staaten, in welche die SNB investierte sind nicht qualitativ einwandfrei (Frankreich? Italien?)

      i) Die SNB hat bei 1.26 nicht verkauft. Wann will sie dann verkaufen?

      k) Die SNB argumentiert, der Franken sei zu hoch. Ihre Behauptung basiert auf der Theorie der Kaufkraftparität. Im Artikel „Die SNB und ihr BigMac-Irrglaube“ habe ich detailliert aufgezeigt, warum diese Theorie falsch ist. Der Franken ist unterbewertet.

      l) Wir haben einen grossen Exportüberschuss. Wenn die Schweiz weiterhin so viel mehr Güter exportiert als importiert, so wird das zu einer erhöhten Nachfrage nach Franken führen. Da die Güter aus der Schweiz in Franken zu bezahlen sind, werden auch mehr Franken nachgefragt. Ergo: Der Franken wird stärker.

      m) Warum den starken Franken verteufeln? Alle profitieren davon; tiefe Zinsen (!), billige Importe (Autos, Computer usw.). Jedermann ist froh, wenn er günstig einkaufen und erst noch sein Angebot teuer verkaufen kann. So sollten auch wir Schweizer froh sein, wenn wir mit dem Franken günstig einkaufen und erst noch den Franken teuer verkaufen können.

      n) Immer und immer wieder die Forderung, die SNB müsse die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bekämpfen (Exportindustrie). Noch nie hatten wir eine so hohe Beschäftigung in unserem Lande. Wir platzen bald aus allen Nähten!

      Weil Viele Güter aus der Schweiz gekauft werden (Exportüberschuss) steigt auch der Franken, da die Schweizer Güter mit Schweizer Franken bezahlt werden müssen. Logisch.

      o) Wenn die SNB die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bekämpfen will, dann muss sie in der Schweiz investieren – nicht zu über 99 Prozent im Ausland! Mit ihren gewaltigen Auslandinvestitionen kurbelt unsere Nationalbank die Volkswirtschaften im Ausland an auf Kosten der Schweiz. Das kann es ja wohl nicht sein! Widerspricht zudem Bundesverfassung und Nationalbankgesetz!

      p) Jammern auf hohem Niveau! An vorderster Front für die Untergrenze hat Hayek gekämpft. Seit Beginn der Interventionen im Jahre 2009 hat sich der Kurs seiner Swatch Group versechsfacht!

      Herr Hase – Sie sehen, ich kann Ihre Prämisse keineswegs teilen, wonach die SNB mit Sicherheit die Untergrenze wird verteidigen können und zudem noch einen (satten) Gewinn einfahren wird.

      Unmöglich ist es nicht – aber unwahrscheinlich.

      Ich teile auch nicht ihre Ansicht, wonach bei einem starken Franken immer viel Geld in die Schweiz und zur SNB fliesse, womit diese ihre Euro-Käufe finanzieren kann. Grund: Der Franken kann gegenüber dem Euro steigen aufgrund der Crossrates. Der Kurs Franken / Euro wird hauptsächlich ausserhalb der Schweiz festgelegt.

      Muss die SNB den Franken stützen, auch wenn wenig Kapital in unser Land fliesst, so wird sie Kapital gegen immer höhere Zinsen (Schuldverschreibungen) aufnehmen müssen, um damit Euros zu finanzieren.

      Die Banken werden dann lieber der SNB Kredite zu einem hohen Zins anbieten als arbeitsintensive Hypotheken oder Betriebskredite zu gewähren.

      Resultat: Die Zinsen werden markant ansteigen. Die SNB löste dann selber jenen Immobiliencrash aus, den sie seit Jahren prognostiziert. Und die Exporteure und Tourismusbranche werden als erste jammern, wenn sie höhere Zinsen auf Hypotheken und Betriebskrediten bezahlen müssen (Hayek, Smissmem, economiesuisse).

      Ich wehre mich entschieden dagegen, dass unsere SNB pro Kopf der Bevölkerung nun schon 70‘000 Franken Fremdkapital aufgenommen hat und wie im Casino mit einer riskanten Eigenkapitalquote auf einen steigenden Euro spekuliert. Zudem sind ihre Eurokäufe aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv.

      Es gäbe genügend Investitionsmöglichkeiten in der Schweiz. Schon lange anstehende Infrastrukturverbesserungen könnten wir sogar mit einem Negativzins an die Hand nehmen.

      Stattdessen setzt die SNB unsere ganze Volkswirtschaft grobfahrlässig aufs Spiel! Von den katastrophalen Auswirkungen, die es haben wird, wenn der Euro nach unten ausbricht haben wir noch nicht einmal gesprochen…

      Die SNB ist zum grössten Sicherheitsrisiko für die Schweiz geworden. Insbesondere weil sie von Leuten dirigiert wird, die nicht einmal zwischen Vermögen und Schulden der SNB unterscheiden können – und die Kontrollorgane schauen tatenlos zu.

      Sie selber haben ja gesagt, PWC solle ein genaueres Auge auf die SNB werfen.

      Nicht nur PWC – auch der SNB-Bankrat, der Bundesrat, das Parlament und die Finma.

      Aber keiner will dem andern weh tun – und so schlittern wir – langsam aber unaufhaltsam – dem finanziellen Desaster entgegen.

      Ich hoffe, die Schweizer Bürgerinnen und Bürger können das Schlimmste noch abwehren und unsere Nationalbank endlich zur Vernunft bringen!

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  62. „Fällt nun der Euro auf 1 zu 1, und die Kunden wollen ihr Geld von ihren Banken abziehen bzw. die Geschäftsbanken fordern ihre Guthaben von der SNB zurück, so muss die SNB ihre Guthaben in Euros verkaufen, um ihre Schulden in Franken zurückzahlen zu können.

    Für 1 Billion Euro erhält unsere SNB jetzt aber nur noch 1 Billion Franken. Ihre Schuld gegenüber Herr und Frau Schweizer beträgt aber 1.2 Billionen Franken. D.h. der SNB fehlen 200 Milliarden Franken Vermögen. Sie ist insolvent. Die Banken und PostFinance sowie Herr und Frau Schweizer müssen 200 Milliarden Franken abschreiben.

    Um Ihre Schulden begleichen zu können benötigt die SNB Vermögen. Das Vermögen der SNB ist aber geringer geworden als ihre Schulden. Deshalb kann auch unsere SNB sehr wohl insolvent werden. Sie kann nicht Vermögen „drucken“, da der Notenumlauf nicht zum Vermögen der SNB zählt, sondern zu den Schulden.

    Herr Dr. Meyer,

    Entschuldigung, Deutsch ist nicht meine Muttersprache, aber…
    So sehe ich die Sache:

    SNB druckt (=Inflation) 200 Milliarden Franken (also, Papier) und gibt dieses Papier den Banken und die Banken geben das weiter den Herr und Frau Schweizer.

    Nichts muss (am Anfang) abgeschrieben werden. Nominal gibts 1.2 Billionen Franken.

    Real, natürlich, gibt es nicht, weil die Menge Güter sich nicht verändert hat.

    Solange diese 200 Milliarden bei Banken parkiert bleiben steigen die Realgüterpreise auch nicht an.

    Sofort die Bevölkerung diese 200 Milliarden bekommt, werden die Preise nach oben schiessen, weil die Leute mit mehr Banknoten der kleineren (weil sie nicht gewachsen hat) Gütermenge hinterherjagen.

    Man muss also „Geld“ definieren. Nominal Geld kann SNB schon schöpfen. Real Geld – nicht.

    Und das ist was die SNB, FED, ECB unsoweiter machen, sie drucken Nominalgeld, kaufen Wertpapiere um ihre Preise hochzuhalten, das Geld wird bei Banken parkiert, an der Realwirtschaft nur in geringem Masse weitergegeben, dafür steigen die Realgüterpreise nicht schlagartig/exponentiell an.

    Extend and Pretend. Die Reichen und Mächtigen wollen ihre nominelle Vermögen nicht verlieren und die Armen haben keine nominelle Vermögen zu verlieren. Darum Show Must Go On. Aber, wie Einstein fragte, ist der Mond da wenn man nicht nachsieht? Sie ist da, und die Nominelle Geldmenge auch, die Schulden. Jemand muss am Ende zahlen, und es wird der fleissige Mittelstand sein.

    • @Sergio

      Ihr Deutsch als Fremdsprache ist m.E. sehr gut – ich wünschte meine Fremdsprachen wären auch so gut …

      Sie machen den Denkfehler, dass die Noten für die SNB keine Vermögen, sondern Schulden sind. Wenn die SNB (resp. Orell Füssli) also Noten druckt, so druckt sie Schuldscheine, keine Vermögen.

      Jetzt überlegen Sie: Die SNB hat (im Beispiel oben) 200 Mrd. Schulden und sie druckt weitere 200 Mrd. Schulden, was passiert dann? Mit Schulden kann man keine Schulden tilgen.

      Zudem kann die SNB ohne Mithilfe von Dritten (Banken/Staat) keine Noten in Umlauf bringen. Die SNB kann den Banken nicht einfach Noten geben. Die Noten sind Schuldscheine/Quittungen für irgend etwas. Und dieses „irgend etwas“ muss die SNB auf der Aktiv-Seite bilanzieren (Edelmetalle, Devisen, Wertpapiere etc.). Um Noten in Umlauf geben zu können muss die SNB also buchen: Aktiva / Notenumlauf.

      Stellen Sie sich jetzt vor, die Banken würden der SNB weitere 200 Mrd. an Aktiven (bspw. Wertpapiere) geben und die SNB würde den Banken dafür 200 Mrd. in frischen Noten geben. Was passiert mit der Bilanz der SNB? Diese wird um 200 Mrd. grösser, die vorhandenen Schulden bleiben aber bestehen. Nur die Verschuldungsquote (Relation) nimmt ggf. etwas ab – die nominelle Schuld bleibt.

      Die SNB hat nur das Privileg, Vermögenswerte (auch künfte Vermögenswerte, Versprechungen wie Obligationen etc.) gegen Banknoten entgegen zu nehmen (also für Vermögenswerte neue/druckfrische Banknoten ausstellen zu können). Sie kann damit kein Vermögen „schaffen“ und somit auch keine Schulden tilgen.

      Die Buchungssätze sind m.E. ein Schlüssel zum Verständnis. Erstellen Sie eine einfache SNB-Bilanz und versuchen Sie, Ihren Vorschlag buchhalterisch korrekt zu verbuchen.

      MfG,
      NichtAllwissend

    • @Sergio (Ermotti?)

      Besten Dank für Ihren Beitrag.

      Kommentator „NichtAllwissend“ hat Ihnen bereits eine gute Antwort gegeben: Wenn die SNB Banknoten druckt und emittiert, so muss sie einen Vermögenswert „hereinnehmen“ und auf ihrer Aktivseite verbuchen. Der Buchungssatz lautet dann beispielsweise:

      „Euro / Notenumlauf“ oder „Dollar / Notenumlauf“

      Zentral ist ganz bestimmt der Hinweis von „NichtAllwissend“, dass man sich mit einem Buchungssatz klar wird darüber, was eigentlich bilanztechnisch geschieht.

      Sie schreiben:

      „SNB druckt (=Inflation) 200 Milliarden Franken (also, Papier) und gibt dieses Papier den Banken und die Banken geben das weiter den Herr und Frau Schweizer.“

      Die Frage lautet hier: Wie gelangt dieses Geld an die Banken und an Herrn und Frau Schweizer? Diese Frage lassen Sie offen. Mit einem Buchungssatz käme man dem ungelösten Problem auf die Spur.

      Negatives Eigenkapital der SNB kann diese nie und nimmer beseitigen durch drucken von Geld (200 Milliarden Franken).

      In seinen Vorträgen behauptet SNB-Chef Jordan immer und immer wieder, die SNB könne nicht in „Liquiditätsprobleme“ geraten, weil sie selber „Liquidität“ drucken könne.

      Ich habe auf Inside Paradeplatz schon öfters gezeigt, dass „Liquidität“ per defintionem immer Vermögen in der Bilanz darstellt. Banknoten sind nur dann „Liquidität“, wenn sie auf der Vermögensseite (Aktivseite) oben verbucht werden.

      Banknoten gehören aber nie und nimmer zur Liquidität, wenn es sich um den Notenumlauf auf der Passivseite der SNB-Bilanz handelt. Der Notenumlauf stellt nicht „Liquidität“ aus Sicht der Notenbank dar.

      Hier liegt der entscheidende, oberflächliche Denkfehler der SNB: Sie meint, sie könne Vermögen schaffen durch Drucken von Banknoten und damit sämtliche Schulden tilgen oder das Eigenkapital damit aufstocken.

      Falsch! Will die SNB ihre Schulden vermindern, so will sie ja das Fremdkapital auf ihrer Passivseite verkürzen. Druckt sie aber Banknoten, so vergrössert sie das Fremdkapital auf der Passivseite zusätzlich.

      Ich denke, soweit haben Sie meine Gedankengänge nachvollzogen.

      Wenn ich Ihren Beitrag lese, so habe ich den Eindruck, sie gehen davon aus, dass die SNB die Giroguthaben der Banken im Falle von negativem Eigenkapital einfach durch Banknoten ersetzt.

      Die Aussagen von SNB-Chef Jordan sind zweideutig, was die Beseitigung von negativem Eigenkapital der SNB betrifft (siehe Vortrag Prof. Thomas Jordan, „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital? Statistisch-Volkswirtschaftliche Gesellschaft Basel).

      Einerseits sagt er ganz klar, dass die SNB in diesem Fall Banknoten drucken werde (a.a.O., S. 13). „Denn mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden.“ Also kann Eigenkapital, gemäss dem SNB-Chef, durch Geld drucken „aufgestockt“ werden. Er sagt sogar, er habe das mehrmals gesagt.

      Er interpretiert damit Banknoten als Eigenkapital bzw. als Vermögen der SNB was vollkommener Unfug ist! (Tut mir leid, ich finde keine zutreffendere Bezeichnung).

      Jordan sagt an anderer Stelle im selben Vortrag aber auch:

      Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige gesetzliche Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden.

      Ein Beispiel: Will jemand von Ihnen der SNB eine Banknote (sozusagen Ihr Kredit an die Nationalbank) zurückgeben und den entsprechenden Gegenwert einfordern, händigen wir Ihnen einzig eine neue Banknote mit gleichem Nennwert aus. Sie haben also keinen Anspruch darauf, eine Banknote im Austausch gegen einen anderen Vermögenswert zurückzugeben. Oder ein anderes Beispiel: Will eine Bank ihre Banknoten „einlösen“, so bekommt sie ausschliesslich eine Gutschrift auf ihrem Girokonto. Die Notenbankgeldmenge bleibt unverändert.“ (a.a.O. S.6).

      In diesem Sinne angewandt könnte man den Eindruck erhalten, dass die SNB im Falle von negativem Eigenkapital einfach Banknoten drucken will mit dem entsprechenden Nominalwert um an die Banken abzugeben.

      Der Buchungssatz in diesem Fall lautete:

      Giroguthaben der Banken an Notenumlauf

      Wir hätte es hier also mit einem sogenannten „Passivtausch“ zu tun.

      Diese Argumentation ist extrem gefährlich und ich möchte mir deshalb hier die Mühe nehmen und versuchen, Ihnen verständlich zu machen, weshalb die SNB auch so ihr Eigenkapital nicht aufstocken kann:

      Buchhalterisch ist diese Beweisführung kein Problem: Es wird lediglich die Passivseite der SNB-Bilanz von Giroguthaben in Banknoten umgetauscht.

      In den Köpfen der Bevölkerung könnte die Argumentation von Jordan jedoch zu Missverständnissen führen. Oberflächlich betrachtet könnte man ja sagen. Hundert Franken sind hundert Franken. Und die werden in der Bilanz immer zu hundert Franken verbucht.

      Also gibt es nichts abzuschreiben. Also entsteht kein Verlust.

      Hier wird auch ihre Unterscheidung in „nominales“ und „reales“ Geld zentral.

      Sie schreiben: „Man muss also “Geld” definieren. Nominal Geld kann SNB schon schöpfen. Real Geld – nicht.“

      Recht haben Sie!

      Sie schreiben in anderen Worten das, was ich versucht habe, in Nachtrag V deutlich zu machen.

      Die SNB kann Geld schöpfen“, wenn es um den „Schuldschein“ geht. Die SNB kann aber nicht den „inneren Wert“ des Geldes erschaffen oder „schöpfen“. Man muss Geld exakt definieren.

      Ihre Definition ist korrekt: Die SNB kann nominales Geld schaffen (den Mantel), die Wirtschaft aber reales Geld.

      Kommen wir zurück auf das Beispiel mit dem Geburtsschein im anfänglichen Text: Der Arzt kann nur den Geburtsschein ausfüllen, wenn ein Kind geboren wurde – er kann nicht einfach Geburtsscheine nach Belieben ausfüllen.

      Angenommen, Geburtsscheine werden in einem Land elektronisch ausgefüllt. Nun sterbe eine Person. Kann man jetzt diesen Tod rückgängig machen, indem der Geburtsschein auf Papier gedruckt wird?

      Genauso ist es nicht mögliche, Giralgeld, welches abzuschreiben ist, einfach durch Banknoten zu ersetzen, wie das die SNB offensichtlich beabsichtigt.

      Wenn der Euro fällt und die SNB weist buchhalterisch 200 Milliarden negatives Eigenkapital aus, so müssen die Banken ihre Kredite an die SNB, womit diese Euros gekauft hat, entsprechend abschreiben. D.h. das negative Eigenkapital der SNB überträgt sich somit 1 : 1 auf die kreditgebenden Banken.

      Würde nun die SNB in diesem Fall einfach für 200 Milliarden Franken Banknoten drucken und den Banken geben: „Seht, hier habt Ihr Euer Geld“, so wäre das dasselbe, wie wenn der Staat nach einem Krieg den Hinterbliebenen der Gefallenen einfach neue Geburtsurkunden aushändigen würde.

      Ich will das hier aus buchhalterischer Sicht noch etwas ausführen: Buchhalterisch könnte man sagen, das Geld ist nominal da. Wenn die Banken aber die Giroguthaben abschrieben müssen, müssen sie dann die Banknoten, welche die abzuschreibenden Giroguthaben ersetzen, nicht ebenfalls abschrieben?

      Buchhalterisch ist das in der Schweiz noch nie geschehen – weil die SNB bisher auch noch nie negatives Eigenkapital auswies. Kassabestände wurden bisher immer zu 100 Prozent ihres Nominalwertes eingesetzt.

      Aber wenn die Banknoten keinen inneren Wert mehr besitzen, so sind sie auch entsprechend abzuschreiben. Sie sind real nicht mehr das Wert, was sie nominal vorgeben.

      Eine Obligation kann auch einen Nennwert von 100 Prozent haben, muss aber zu einem tieferen Kurs bewertet werden, weil sich z.B. die Bonität des Schuldners verschlechtert hat.

      Würde die SNB behaupten, die Banknoten könnten zu hundert Prozent bilanziert werden so wäre das betrügerisch.

      Vergleich: Angenommen, jemand deponierte einen Goldsack bei einem Goldschmied gegen eine Quittung (Banknote). Nun verspiele der Goldschmied das Gold. Wie viel Wert besitzt dann noch die Quittung (Banknote)? Natürlich null. Es würde vielleicht nicht gleich am Anfang entdeckt. Man könnte vielleicht noch eine gewisse Zeit etwas mit den Banknoten kaufen. Aber früher oder später würde der Schwindel auffliegen.

      Genauso verhält es mit den Banknoten der SNB. Sind diese nicht mehr durch entsprechendes reales Vermögen gedeckt, so verlieren sie ihren Wert.

      Angenommen, die SNB würde aber genau das tun: Bei negativem Eigenkapital einfach entsprechend Banknoten drucken und den Banken überweisen. Damit widerspricht Jordan seiner weiteren Argumentation, wonach bei der SNB „negatives Eigenkapital“ entstehen kann.

      Gehen wir einmal den Vorgang gedanklich und buchhalterisch Punkt für Punkt durch:

      a)Wenn die SNB anfängt, Banknoten zu drucken, sobald ihr Eigenkapital negativ wird, dann müsste sie alle Banken, d.h. alle Gläubiger gleich behandeln. Sie dürfte nicht die Giroguthaben der einen Bank mit neu gedruckten Banknoten vermeintlich „ausgleichen“ und jene der anderen nicht.

      Das Sprichwort „Den letzten beissen die Hunde“ findet sich im OR nicht.

      Der Buchungssatz hiesse also: „Giroguthaben der Banken“ / „Notenumlauf“.

      Die SNB müsste somit innerhalb von Tagen hunderte Milliarden Franken in Banknoten bereitstellen. Orell Füssli hat schon Mühe mit dem „courant normal“. Einer solchen „Herkulesaufgabe“ wäre die SNB und Orell Füssli nicht gewachsen.

      Herr Jordan: Haben Sie entsprechende Vorkehrungen diesbezüglich schon getroffen?

      b) Es stellt sich die Frage, ob die Banken dazu gezwungen werden können, von der SNB Banknoten im Betrage ihrer Giroguthaben entgegennehmen zu müssen. Bei Investitionen in Giroguthaben bei der SNB würde ihnen gemäss OR im Falle von Insolvenz der SNB ein Ertrag aus dem Liquidationserlös der SNB (Gold) zustehen – bei Banknoten nicht.

      c) Die Banken haben die Interessen ihrer Aktionäre, ihrer Kunden und Mitarbeiter auch gegenüber der SNB zu wahren. Kann ein Kunde dazu gezwungen werden, seine Einlagen bei einer Bank in Banknoten entgegenzunehmen, wohlwissend, dass es sich um ungedeckte Banknoten, d.h. um wertlose Banknoten der SNB handelt?

      Auch die Kunden haben ein Anrecht auf einen Teil des Liquidationserlöses der Banken. Dasselbe gilt für die Angestellten und letztlich auch für die Aktionäre. Alle diese Interessengruppen müssen sich nicht mit wertlosen, weil ungedeckten Banknoten der SNB abspeisen lassen.

      d) Würden die Banken von der SNB Banknoten im Wert von mehreren hundert Milliarden Franken entgegennehmen müssen, so stellt sich erstens einmal, wie gesagt, die Frage nach dem Druck dieser Noten. Kommt hinzu, dass diese irgendwo zu lagern sind.

      Sind entsprechende logistische Vorkehrungen von der SNB getroffen worden?

      Der Euro kann innerhalb von Wochen, Tagen oder gar Stunden auf eins zu eins notieren – und dann sind wir beim obigen Szenario.

      Herr Jordan: Ist die Nationalbank vorbereitet?

      e) Wenn die Banken diese Banknoten übernehmen, so sind diese entsprechend bei den Banken zu verbuchen. Der Buchungssatz aus Sicht der Banken lautet dann:

      „Kassa / Giroguthaben bei der SNB“

      Die Banken besitzen jetzt also zwei bis dreistellige Beträge in Form von Bargeld anstatt Buchgeld. Bei grossen Beträgen werden Banknoten aber unpraktisch und haben einen geringeren Nutzen als Buchgeld. Die Banknoten müssten demzufolge entsprechend abgeschrieben werden.

      f) Wenn die Banken so viele Banknoten besitzen, so sind diese bei den Kunden entsprechend einzubuchen. Die Zahlungen der Kunden erfolgen jetzt mit Bargeld, da die Banken nicht mehr Buchgeld, sondern Bargeld besitzen.

      Wollen Sie, Sergio, z.B. ihren Lohn, so müssen sie den in Bargeld bei der Bank abholen.

      g) Oder wollen Sie, Sergio, ein Auto kaufen, so müssen Sie mit dem Bargeld beim Autoverkäufer vorbeigehen.

      h) Der Autoverkäufer weiss, dass die Banknoten wertlos sind. Wird er Ihnen das Auto geben für wertlose Banknoten? Kaum!

      i) Die Volkswirtschaft würde stark geschädigt. Die Banknoten der SNB sind nicht mehr gebrauchsfähig, da wertlos. Es müssen anderen Zahlungsmittel gefunden werden. Die gesamtwirtschaftliche Produktivität fällt markant.

      k) Es wird versucht, die Banknoten zu belehnen, um wieder Buchgeld zu erhalten (Lombardkredit). Wer aber belehnt Banknoten, die wertlos sind? Niemand.

      l) Wenn also das Eigenkapital der SNB negativ wird, so sind nicht nur die Banknoten entsprechend abzuschreiben, weil sie nicht mehr gedeckt sind. Banknoten sind zusätzlich abzuschreiben, weil ihr Nutzen bei grösseren Beträgen geringer ist als jener von Bargeld.

      m) Die Wirtschaft würde aufs schwerste geschädigt, weil keine Zahlungen mehr abgewickelt werden können. Der Schaden an der Volkswirtschaft wäre um ein Vielfaches grösser noch als der Verlust auf dem Eigenkapital der SNB.

      Sergio – Sie sehen: Fällt das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich, und die SNB deponiert ihre Bilanz nicht, sondern druckt einfach Banknoten, so wird dadurch der volkswirtschaftliche Schaden nur noch grösser:

      Nicht nur ist das Eigenkapital weg und die Verluste verzehren das Volksvermögen – der Produktions- und Konsumausfall wegen der verlorenen Zahlungsfähigkeit innerhalb der Volkswirtschaft wiegt noch um ein Vielfaches schwerer.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • @Meyer

      Herr Meyer,

      ich erlaube mir zwei-drei ergänzende Bemerkungen zu Ihrem Kommentar.

      Kann die SNB einfach Noten drucken und dann buchen: Giroguthaben-Banken / Notenumlauf?

      Ich denke praktisch nicht und zwar aus den folgenden Gründen:

      In Art. 3 Abs. 2 WZG (http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19994336/200701010000/941.10.pdf) steht zwar: „Schweizerische Banknoten müssen von jeder Person unbeschränkt an Zahlung genommen werden.“ Das würde heissen, dass die SNB die Giroguthaben (eine Schuld der SNB) mit Banknoten bezahlen darf. Die Frage, ob dies gegen Treu und Glaube verstösst, wenn die SNB weiss oder wissen muss, dass die Banknoten wertlos sind (oder bald werden), für die Giroguthaben aber allenfalls noch ein (kleiner) Liquidationserlös resultieren würde (siehe Punkt dazu unten), weiss ich nicht. Das müsste wohl das BGer entscheiden.

      Interessanter aus meiner Sicht ist dazu aber Art. 7 Abs. 2 WZG. Dort steht: „Sie nimmt die nicht benötigten Noten unbeschränkt gegen Vergütung des Nennwerts zurück.“ Die Banken haben also jederzeit das Recht, Banknoten gegen Giroguthaben einzutauschen. Das zumindest verstehe ich unter „Vergütung“. Interessant wäre demnach nicht, ob die SNB Noten druckt und die Giroguthaben damit „ausgleicht“, sondern ob nicht alle Banken ihr Bargeld zur SNB bringen, weil sie via Giroguthaben am Liquidationserlös partizipieren wollen? Ist vielleicht eine etwas ketzerische Frage, die durch meinen nächsten Punkt aber relativiert wird.

      Zum Liquidationserlös für Gläubiger: Ob es diesen wirklich geben wird, da habe ich etwas meine Zweifel. In Art. 32 Abs. 2 NBG, Liquidation, steht: „[…] Weitere Rechte am Vermögen der Nationalbank stehen ihnen nicht zu. Das übrige Vermögen geht in das Eigentum der neuen Nationalbank über.“ Es geht in diesem Artikel zwar nur um Aktionäre. Aber für die Liquidation der SNB braucht es ein Bundesgesetz (Art. 32 Abs. 1 NBG). Dort können sie (die in Bern …) definieren was sie wollen.

      In Art. 5 Abs. 2 Lit. c steht: „Sie erleichtert und sichert das Funktionieren bargeldloser Zahlungssysteme.“ Die SNB kann nicht auf einmal alle Giroguthaben in Noten umwandeln und gleichzeitigt der Verpflichtung nach kommen, den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu sichern.

      Was die Logistik der Banknoten betrifft, mache ich mir etwas weniger Sorgen als Sie. In Art. 7 Abs. 1 WZG steht: „[…] Sie bestimmt deren Nennwerte und Gestaltung.“. Die SNB könnte also bspw. 1 Mrd.-Noten drucken lassen und die Gestaltung so definieren, dass auch Orell Füssli in der Lage ist, diese fristgerecht zu drucken.

      Meine Konklusion:
      Giroguthaben gegen Noten austauschen geht nach heutigem Recht letztlich nicht gegen den Willen der Banken, da diese die Noten jederzeit wieder der SNB zur Einzahlung senden könnten (das dreht sich im Kreis). Weiter würde der Zahlungsverkehr in der Schweiz zusammenbrechen (zu dessen Schutz die SNB verpflichtet ist). Bis ein alternatives System bereit stünde, ginge es wohl zu lange. Und last but not least, würde diese Umbuchung buchhalterisch ja auch nichts bringen (die Schuld bleibt).

      Wie genau eine SNB liquiditiert wird (insb. wer welche Ansprüche hätte) weiss heute niemand, da für die Liquidation der SNB offenbar vorgesehen ist, dass ein Bundesgesetz erlassen wird.

      MfG,
      NichtAllwissend

    • @NichtAllwissend

      Besten Dank für Ihren wertvollen Beitrag!

      Ihre Frage, ob die SNB im Falle von negativem Eigenkapital einfach buchen darf „Giroguthaben der Banken / Notenumlauf“ ist mehr als berechtigt. Eine solche Buchung wäre ja lediglich ein Passivtausch in der Bilanz der SNB.

      Wenn die Giroguthaben der Banken bei der SNB nicht mehr voll gedeckt sind, weil das Eigenkapital der Nationalbank negativ geworden ist, so sind ja Banknoten auch nicht mehr voll gedeckt. Sie müssen demzufolge von den Banken genauso wie die Giroguthaben abgeschrieben werden.

      Zudem bin ich mit Ihnen auch einverstanden, dass dies gegen Treu und Glauben verstossen würde, sollte die SNB den Banken einfach Banknoten überweisen für deren wertlosere Giroguthaben (das Bundesgericht müsste dies entscheiden, bin ich mit Ihnen auch einverstanden).

      Der Grund, weshalb ich diesen Buchungssatz trotzdem erwähnte ist der, dass SNB-Chef Jordan in seinem Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft in Basel sagte:

      „Da es sich zudem bei den Noten und den Giroguthaben um gesetzliche Zahlungsmittel handelt, sind diese Verbindlichkeiten auch nicht im eigentlichen Sinne einforderbar, sondern können einzig – als gleichwertige gesetzliche Zahlungsmittel – gegeneinander getauscht werden“ (a.a.O. S.6).

      Ich ging also davon aus, dass aus Sicht der SNB diese gegeneinander austauschbar seien. Im Anschluss an diesen Satz zeigte Jordan Beispiele, wie die SNB Giroguthaben und Noten gegeneinander austausche.

      Ganz neu für mich ist ihr Hinweis auf Art. 7 Abs. 2 WZG. Sie schreiben: „Dort steht: “Sie nimmt die nicht benötigten Noten unbeschränkt gegen Vergütung des Nennwerts zurück.” Die Banken haben also jederzeit das Recht, Banknoten gegen Giroguthaben einzutauschen.“

      Ich bin froh um diesen Hinweis. Er zeigt einmal mehr, dass die Aussagen der SNB genau zu überprüfen sind. Offenbar weiss SNB-Chef Jordan auch nicht, dass die Banken ihre Banknoten jederzeit bei der SNB gegen Giroguthaben eintauschen dürfen.

      Viele Dank für Ihren Hinweis!

      Ebenfalls interessant sind Ihre Ausführungen zum Liquidationserlös der SNB. Fällt das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich werden all diese Fragen aufkommen. Die Öffentlichkeit schiebt diese ungelösten Fragen aber einfach vor sich hin.

      Die Ansicht von Professor Jordan, wonach die SNB bei negativem Eigenkapital „…“in Ihrer Handlungsfähigkeit nicht eingeschränkt ist…“ (a.a.O., S2), scheinen mir hochgradig naiv.

      Die Behauptung, der SNB, im Falle von negativem Eigenkapital könne die SNB einfach zusätzliche neue Banknoten drucken („Geld schöpfen“), und so das Eigenkapital der SNB wieder aufstocken, ist skandalös.

      Sollte das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich fallen, so kann die SNB dieses Eigenkapital nicht wieder aufstocken durch „Drucken von Banknoten“.

      Begründung:
      a)Beim Buchungssatz „Aktiven / Notenumlauf“ wird einfach die Bilanz verlängert – Das „Loch im Eigenkapital der SNB“ bleibt bestehen. Die Banken müssen ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben.

      b) Der Buchungssatz „Giroguthaben / Notenumlauf“ ergibt keinen Sinn, da die Schuld der SNB weiterhin ungedeckt bleibt. Die Abschreibungen der Banken müssten genauso erfolgen. Zudem können die Banken jederzeit ihre Banknoten gegen Giroguthaben bei der SNB eintauschen (Umkehrbuchung), um ev. an einem Liquidationserlös der SNB zu partizipieren.

      c) Der Buchungssatz „Kasse / Eigenkapital“ ist auch nicht möglich, da von der SNB gedruckte Banknoten bei deren Emission nicht unter dem Aktivposten „Kasse“, sondern unter dem Passivposten „Notenumlauf“ zu verbuchen sind. Der Buchungssatz „Kasse / Eigenkapital“ wäre Betrug am Schweizervolk. Genauso verbuchen die Diebe der Banknoten bei Orell Füssli. Diebe verbuchen so – nicht unsere Nationalbank!

      Noch ein Hinweis zur Logistik. Diese erübrigt sich zwar, weil die SNB, wie wir soeben gesehen haben, bei negativem Eigenkapital nicht einfach Banknoten drucken kann, wie sich das die SNB vorstellt. Aber trotzdem: Würde die SNB eine 1-Milliarde-Bannknote drucken (Achtung: wie Hyperinflation in Deutschland), so wäre damit kein „Retailgeschäft“ der Banken mehr möglich.

      Die Banknoten müssten ja den Konten der Kunden gutgeschrieben werden. Wollte nun ein Kunde z.B. ein Auto kaufen, so wäre das mit einer dermassen grossen Banknote unmöglich (man kann ja die Banknote nicht in kleine Zettel schneiden).

      Mit Ihrer Konklusion bezüglich des Buchungssatzes „Giroguthaben der Banken / Notenumlauf“ bin ich hundertprozentig einverstanden:

      „Giroguthaben gegen Noten austauschen geht nach heutigem Recht letztlich nicht gegen den Willen der Banken, da diese die Noten jederzeit wieder der SNB zur Einzahlung senden könnten (das dreht sich im Kreis). Weiter würde der Zahlungsverkehr in der Schweiz zusammenbrechen (zu dessen Schutz die SNB verpflichtet ist). Bis ein alternatives System bereit stünde, ginge es wohl zu lange. Und last but not least, würde diese Umbuchung buchhalterisch ja auch nichts bringen (die Schuld bleibt).

      Sehr geehrter „NichtAllwissend“: Ihr Wissen ist sehr gross und ich bin Ihnen für Ihren wertvollen Beitrag sehr dankbar.

      Ich beurteile diesen als so wichtig, dass ich hier meine Antwort zu diesem einmal direkt hier nach ihrem Kommentar poste und dann nochmals ganz oben, so dass er gut ersichtlich ist auch für Leser, die nicht alle Kommentare und Antworten durchlesen können.

      Ich hoffe, „das passt“.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  63. Guten Abend Herr Meyer,

    Vielen Dank für die Diskussion dieses interessanten Themas und ihre geduldigen Ausführungen. Wenn ich diese Geduld auch noch in Anspruch nehmen dürfte, ist bei mir folgendes weiterhin unklar.

    Aus dem Beitrag mit Prof. Ammann leiten Sie aus seiner Erläuterung, dass die Giroguthaben gegen Zins zur Verfügung gestelltes Geld sei ab, dass er inkompetent ist. Ich kann Ihr Argument aber nicht nachvollziehen. Giroguthaben bei der SNB entstehen doch dadurch, dass die SNB Aktiven, also z.B. Euros kauft und den Verkäufer entweder mit Banknoten (es wird Geld gedruckt) oder mittels Buchung auf sein Girokonto (ein digitaler Schuldschein) bezahlt. Ist der Verkäufer eine Bank, dann hat diese nun Liquidität erhalten (gemäss Ihren eigenen Ausführungen wird bei der Geldemission beim Gläubiger und nicht beim Schuldner Liquidität geschaffen) und kann das frisch gedruckte Bargeld oder das Buchgeld als Kredit ausleihen.

    Meines Erachtens war das einzig zweideutige im Interview die Sache mit dem Zins, da unerwähnt bleibt wer wem bezahlt, also eigentlich die SNB als Schuldnerin an die Geschäftsbank als Gläubigerin. Da der Zinssatz 0 ist, fliesst aber nie eine Zahlung.

    Mein Verständnis ist daher, dass die SNB Aktiven von der Bank erwirbt, diese mit Schuldscheinen bezahlt (Noten oder digital) und damit der Bank Geld zur Verfügung stellt. Diese kann nach dem Aktiventausch in ihrer Bilanz (z.B. Euro gegen Banknoten oder Giroguthaben) Kredite in der gesetzlichen Währung gewähren. Was habe ich in Ihrer Argumentation falsch interpretiert?

    Mit freundlichen Grüssen
    Leser

    • @Leser

      Guten Morgen

      Ihre Frage zielt auf den Kern meiner Argumentation. Deshalb möchte ich nochmals ausführlich dazu Stellung nehmen:

      Sie nehmen Bezug auf das Interview am Schweizer Fernsehen mit Herrn Prof. Dr. Manuel Ammann, Direktor des Bankinstituts in St. Gallen.

      http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/10/Wirtschaft/SNB-verschaerft-Massnahmen-gegen-Frankenstaerke

      Auf die konkrete Frage, was denn „Sichtguthaben“ bedeute, antwortet Prof. Ammann:

      „Das heisst, dass die Schweizerische Nationalbank den Geschäftsbanken, z.B. UBS, CS, und anderen Banken Geld zur Verfügung stellt gegen einen Zins und je mehr Geld sie da zur Verfügung stelle, desto mehr Geld kommt in Umlauf und kann nachher von diesen Banken gebraucht werden um z.B. einem KMU oder einem anderen Firma Kredit zu geben.“

      Die Frage der Fernsehjournalistin lautet also sinngemäss:

      „Was sind Sichtguthaben der Banken bei der Nationalbank.“

      Ammann antwortet sinngemäss:

      „…Die SNB stellt den Banken Geld zur Verfügung gegen einen Zins…“

      Um Ihnen den Fehler von Herr Prof. Ammann zu veranschaulichen, betrachten wir zuerst ein anderes, ähnliches Geschäft:

      Wenn Sie, Leser, ihren Lohn auf ihr Konto z.B. bei der PostFinance überweisen lassen, so liegt dieser dort auf einem sogenannten „Sichtguthaben“. D.h. Sie können das Geld „auf Sicht“, d.h. „jederzeit“, abheben.

      Wie sieht die Rechtslage aus: Sie sind der Gläubiger und die PostFinance ist Ihre Schuldnerin.

      Sie erhalten einen Aktivzins. D.h. die PostFinance zahlt Ihnen einen Zins. Heute sind die Zinsen bereits so tief, dass dieser Zins praktisch null ist. Da haben Sie Recht.

      Die PostFinance ihrerseits muss das Geld von Ihnen auch irgendwo investieren. Da sie noch keine oder nur sehr wenige Hypotheken gewährt, „parkiert“ sie es bei der SNB.

      Die Rechtslage: Die PostFinance in Gläubigerin, die SNB Schuldnerin.

      Die SNB ihrerseits verbucht dieses Guthaben, das sie von der PostFinance erhalten hat, unter den „Giroguthaben der Banken“. Dieser Posten befindet sich auf der Passivseite der SNB-Bilanz und erreicht mittlerweile stolze 320 Milliarden Franken.

      http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

      Das sind Schulden der SNB. Und da die SNB ein Staatsbetrieb ist, sind das auch Staatsschulden.

      Wir sollten also genau wissen, was diese Giroguthaben bedeuten.

      Wenn Sie den Film genau ansehen und besonders die hell markierte Fläche im Communiqué so können Sie dort erkennen, dass nach dem Wort Sichtguthaben in Klammern der Ausdruck „Giroguthaben“ steht.

      Die Frage des Schweizer Fernsehens lautet also auch: „Was sind „Giroguthaben“ der Banken bei der SNB.

      Im einleitenden Beispiel habe ich Ihnen gerade gezeigt, dass bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB die SNB Schuldnerin ist und die Banken (PostFinance) Gläubiger.

      Wenn aber Prof. Ammann behauptet, das bedeute:

      „…dass die Schweizerische Nationalbank den Geschäftsbanken, z.B. UBS, CS, und anderen Banken Geld zur Verfügung stellt gegen einen Zins…“

      So wäre die Rechtslage: Die SNB ist Gläubigerin und die PostFinance (Banken) ist Schuldnerin.

      Das ist aber falsch!

      Wäre das so, so müssten die Giroguthaben der Banken bei der SNB auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht sein. Das sind sie aber nicht! Es sind Passiven der SNB. Deshalb ist die SNB Schuldnerin!

      Dabei spielt es auch keine Rolle, wie hoch der Zinssatz ist. Der Zinssatz ist immer relativ. Das gilt selbst bei einem negativen Zinssatz.

      Amman verdeutlicht seinen Fehler, indem er anschliessend weiter ausführt:

      „…desto mehr Geld kommt in Umlauf und kann nachher von diesen Banken gebraucht werden um z.B. einem KMU oder einem anderen Firma Kredit zu geben.“

      Bei den Giroguthaben der Banken handelt es sich ja um Kredite der Banken an die SNB. Die Banken können aufgrund dieser Kredite, die sie an die Banken geben nicht andere Kredite an die KMU gewähren. Sie können ein und denselben Kredit nicht der SNB und den KMU gewähren. Sie haben sich entschieden, diesen der SNB zu gewähren. So entstehen die Giroguthaben der Banken bei der SNB.

      Nur wenn die SNB den Banken einen Aktivkredit gewährt, so sind die Banken Schuldner gegenüber der SNB und können nun ihrerseits einen Kredit an die KMU gewähren (Verlängerung Aktiv- und Passivseite der Banken-Bilanz).

      Diese Ausführungen lassen keinen Zweifel mehr zu, dass Professor Ammann Aktiven und Passiven der SNB miteinander verwechselt. Bzw. er stellt die SNB als Kreditgeberin dar anstatt als Schuldnerin.

      Das sollte bzw. darf einem Direktor des Bankeninstituts nicht passieren. Aber er kann sich trösten, Die SNB begeht denselben Fehler.

      Der Aktivseite der SNB-Bilanz können wir entnehmen, dass die SNB den Banken in der Schweiz keinen einzigen Franken Kredit gewährt.

      Gemäss Lehrbuch müsste die SNB „lender of last resort“ sein. D.h. Kreditgeberin der letzten Instanz.

      Wäre das die SNB, so würde sie Kredite an die Schweizer Banken auf ihrer Aktivseite verbuchen.

      Dort finden wir aber keine solche Kredite!

      Da die SNB sich aber nicht an die Bundesverfassung hält, gewährt sie in der Schweiz auch keine Kredite.

      Sie exportiert über 99 Prozent (!) ihres Vermögens (ausser Gold) ins Ausland und gewährt dort günstige Kredite an marode Staaten.

      Die SNB gewährt leider keine Kredite in der Schweiz an Banken, wie sie das gemäss Bundesverfassung und Nationalbankgesetz tun müsste.

      Die SNB verstösst mit ihren gewaltigen Kapitalexporten (finanziert mit Staatsschulden) gegen die Bundesverfassung und gegen das Nationalbankgesetz.

      Das ist mein grosser Vorwurf an die SNB.

      mfG

  64. @Willi Wutzke

    Sehr geehrter Herr Wutzke

    Besten Dank für Ihren Hinweis:

    Sie schreiben:
    „Zu den richtige Ausführungen von Dr. Meyer wäre noch anzufügen, dass mit der (noch potentiellen) Ueberschuldung der SNB (negatives Eigenkapital) eigentliche eines der zwei Konkurskriterien eintreten würde…“

    Wäre es nicht möglich, dass Sie die Bestimmungen bezüglich der Konkurskriterien an dieser Stelle noch etwas ausführen könnten?

    Meine Frage wäre die: Wann genau muss ein Unternehmen gemäss OR seine Bilanz deponieren? Als der Euro vor rund zwei Jahren fast 1 : 1 notierte, da sank die Eigenkapitalquote der SNB auf praktisch null.

    M.E. hätte damals der SNB-Bankrat bereits einschreiten müssen.

    Soviel ich weiss, muss ein Unternehmen seine Bilanz deponieren, wenn schon nur die Gefahr einer Überschuldung besteht. Da die Euro-Bestände der SNB seither massiv gestiegen sind, wird das Eigenkapital der SNB möglicherweise schon bei einem Kurs von 1.1 zu 1 weg sein. Wenn die SNB noch mehr Euros kauft, schon früher.

    So eine Bewegung des Euro kann innert Tage geschehen.

    Sind Sie Jurist? Wie ist Ihre Haltung dazu?

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • PWC als Revisionsstelle der SNB müsste langsam ein wachsames Auge auf ihren Kunden richten…

    • @ Willi Wutzke

      Besten Dank für den Hinweis auf die übersichtlich dargestellte Bilanz eines überschuldeten Unternehmens von Herr Prof. Dr. Hans-Ueli Vogt, Universität Zürich.

      Sollte der Euro erneut fallen und die SNB besitzt dann immer noch hohe Milliardenbeträge in Euro und kauft noch „unbeschränkt“ dazu, so wird genau dieser Fall eintreten.

      Der „Verlustvortrag* entspricht dem Ausdruck „negatives Eigenkapital“, den ich in dieser Diskussion mehrmals erwähnt habe, und wovon auch unsere Nationalbank spricht.

      Im Vortrag von SNB-Chef Prof. Dr. Thomas Jordan „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital?“ vor der Volkswirtschaftlich Statistischen Gesellschaft Basel (28.Sept. 2011) verbuchte Jordan das negative Eigenkapital jedoch auf der Passivseite (Folie S.2).

      http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn/source/ref_20110928_tjn.de.pdf

      Unsere Nationalbank ist also nicht einmal fähig, das negative Eigenkapital bzw. den Verlustvortrag auf der korrekten Seite der Bilanz einzutragen!

      Und – verehrte Schweizerinnen und Schweizer – es geht mittlerweile bei der SNB um Investitionen von mehreren hundert Milliarden!

      Ist es nicht höchste Zeit, solche Irrtümer bei unserer Nationalbank endlich einmal aufzuzeigen?

      Nun noch eine Frage Herr Wutzke:

      Es steht ja die SVP-Abstimmung bevor, dass das Gold der SNB unverkäuflich werden soll. Falls dies so beschlossen wird, so darf das Gold der SNB auch nicht mehr dazu gebraucht werden, ausstehende Forderungen der Gläubiger der SNB (Banken, PostFinance) zu befriedigen.

      Ist es nicht so, dass die SNB bereits jetzt „Rückstellungen“ für diesen Fall tätigen müsste (ähnlich wie bei „Rückstellungen für Prozess“)?

      Da „Rückstellungen für Prozess“ „Fremdkapital“ darstellen, würde das Eigenkapital der SNB entsprechend vermindert.

      D.h. das Eigenkapital der SNB beträgt jetzt eigentlich nur noch 11 Milliarden (52 Milliarden Eigenkapital abzüglich 41 Milliarden Gold)

      http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

      Die Eigenkapitalquote der SNB fällt damit auf 2 Prozent. Die SNB ihrerseits verlangt von den „systemrelevanten Banken“ aber total ca. 19 Prozent! Ja ist denn die SNB nicht „systemrelevant“?

      Sollte sie nicht eine Eigenkapitalquote haben, die grösser ist als jene der Grossbanken?

      Wenn ein Familienvater ein Haus kauft mit 2 Prozent Eigenkapital so ist das höchst riskant. Wenn er spekuliert mit 2 Prozent Eigenkapital so ist das höchst unvernünftig.

      Und unsere SNB kommt daher und nimmt für jede Schweizer Bürgerin und jeden Schweizer Bürger bereits jetzt rund 70‘000 Franken Fremdkapital auf und spekuliert damit in Euro mit einer Eigenkapitalquote von 2 Prozent!

      Grobfahrlässig ist das! Wollen die denn unsere Wirtschaft und unser Land an die Wand fahren? Ist das Absicht oder Unvermögen?

      Wo ist der Bankrat? Wo ist der Bundesrat? Wo ist das Parlament? Wo ist die FINMA?

      Und wo ist PWC?

      Herr Oscar Hase hat Recht, wenn er sagt, PWC müsste langsam ein wachsames Auge auf ihren Kunden richten.

      Nicht langsam – dringend!

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • @Oscar Hase

      Sehr geehrter Herr Hase

      Besten Dank für Ihren Hinweis.

      Ich denke auch, es wird höchste Zeit, dass PWC ein wachsames Auge auf ihre Kundin SNB wirft.

      Hätte PWC nicht schon aktiv werden sollen, als die Eigenkapitalquote im Jahre 2011 sich schon einmal bedrohlich der Marke von null näherte?

      Frage: Wann und wie muss eine Revisionsstelle aktiv werden?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  65. @NichtAllwissend

    Besten Dank für die interessante Frage, ob die SNB aus rechtlicher Sicht einfach Banknoten drucken und in ihre Kasse legen dürfe.

    Nein. Darf sie nicht.

    Artikel 29 des Nationalbankgesetzes besagt: „Die Jahresrechnung der Nationalbank, bestehend aus der Erfolgsrechnung, der Bilanz und dem Anhang, wird nach den Vorschriften des Aktienrechts sowie nach allgemein anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung erstellt.“

    Gemäss den „allgemein anerkannten Grundsätzen der Rechnungslegung“ gilt die sogenannte „doppelte Buchhaltung“. D.h. jede Buchung muss eine Gegenbuchung ausweisen.

    Daraus geht eindeutig hervor, dass die SNB nicht einfach Banknoten drucken und in ihre Kasse legen darf. Täte sie dies, so hätte sie keine Gegenbuchung. D.h. konkret: Sie würde der Wirtschaft im Gegenzug keinen Wert oder keine Leistung übergeben.

    Wenn Sie und ich in unserer Kasse Geld haben, so haben wird dafür eine Leistung erbracht (Arbeit) bzw. wir haben etwas verkauft.

    Nur Diebe eigenen sich Wertgegenstände an, ohne dass sie eine Gegenleistung erbringen. Genauso würde es sich mit der SNB verhalten, solle diese einfach Banknoten drucken und in ihre Kasse legen.

    Angenommen, der Euro falle wieder und das Eigenkapital der SNB würde dadurch negativ. Dieses negative Eigenkapital kann die SNB also keineswegs wieder aufstocken, indem sie einfach Banknoten druckt und in die Kasse legt.

    SNB-Chef Jordan hat aber gesagt, in diesem Fall würde die SNB einfach Banknoten drucken. Er kann diese aber nicht verbuchen, indem er sie einfach in die Kasse legt. Die SNB müsste mit den neu gedruckten Banknoten neue Wertgegenstände „einkaufen“, um die Banknoten in den Umlauf bringen zu können.

    Bzw. die SNB müsste für die hereingenommenen Wertgegenstände (Euro, Dollar, Gold, Wertschriften) „Schuldscheine“ (Banknoten) als Gegenleistung den Verkäufern übergeben.

    Die neu hereingenommenen Wertgegenstände wären dann die Gegenbuchung bzw. die Sicherheit für die neu gedruckten und auch emittierten Banknoten.

    Aufgrund einer solchen Transaktion würde die Bilanz der SNB beidseitig um denselben Betrag verlängert. Das „Loch im Eigenkapital der SNB“ würde aber fortbestehen.

    Mit anderen Worten: Die Gläubiger (Banken, PostFinance, Konsumenten) müssten ihr Forderungen an die SNB entsprechend abschreiben (Resultat: möglicherweise Konkurse bei Banken, PostFinance und Inflation).

    Um das zu verhindern, wäre es entscheidend, dass die SNB in dem Moment, wo ihr Eigenkapital verbraucht ist und negativ wird, ihre Bilanz deponiert.

    Tut sie das nicht, so werden sich weitere Verluste der SNB, d.h. negatives Eigenkapital, eins zu eins auf die Kreditgeber übertragen.

    Die Argumentation, die SNB könne negatives Eigenkapital ausgleichen durch Emission von Banknoten (siehe Jordan, Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, S.13) ist deshalb unhaltbar und widerspräche zudem unserem Obligationenrecht.

    Zudem ist es aus praktischen Überlegungen unvorstellbar, dass die SNB Banknoten im Wert von hohen zweistelligen bis sogar dreistelligen Milliardenbeträgen in den Umlauf brächte. Das Zahlungssystem der Schweiz würde zusammenbrechen.

    All diese Überlegungen zeigen, dass unsere Nationalbank zu einer Zumutung geworden ist.

    Die SNB und ihr nahestehende Professoren behaupten, die SNB könne „unbeschränkt“ Banknoten drucken und damit Euros kaufen. Es seien ihr keine Limiten gesetzt zur Schwächung des Frankens (Baltensperger, NZZ) oder der SNB könne der „Schnauf nicht ausgehen“ (iconomix, SNB).

    Oder die SNB würde ihre Bilanz nicht hinterlegen bei negativem Eigenkapital (Jordan) undsoweiter undsofort.

    Unsere SNB ist drauf und dran, Schweizer Gesetzgebung zu brechen.

    Gegen die Schweizer Bundesverfassung verstösst sie bereits, da sie nicht einmal mehr 1 Prozent ihres Vermögens in der Schweiz investiert. Gemäss Bundesverfassung müsste sie aber im Gesamtinteresse des Landes investieren.

    mfG

    • Sehr geehrter Herr Meyer

      Danke für die Antwort! Die gesetzliche Bindung an die ordentliche Buchführung/OR hat mir gefehlt (wobei unsere Regierung sicher auch in diesem Bereich im Falle eines Falles auch rückwirkend „kreativ“ sein wird … Zahlen müssen am Schluss wir, soviel steht fest). Sie haben viel Zeit und Mühe in die Beantwortung der Fragen hier investiert – besten Dank!

      Alles Gute,
      NichtAllwissend

    • Zu den richtige Ausführungen von Dr. Meyer wäre noch anzufügen, dass mit der (noch potentiellen) Ueberschuldung der SNB (negatives Eigenkapital) eigentliche eines der zwei Konkurskriterien eintreten würde…

  66. Guten Tag Herr Meyer

    Vielen Dank für den sehr interessanten Beitrag mit allen Nachträgen! Es ist wichtig, sich mit dem Funktionieren der SNB kritisch zu befassen.

    Ihre Erklärungen mit den Buchungssätzen finde ich sehr gut – denn schliesslich muss es irgendwie verbucht werden. Da liegt also der Schlüssel zum Verständnis. Ihre Buchungsbeispiele (ich habe nicht ganz alle Kommentare und Antworten gelesen …) haben alle nur Konti der Bilanz.

    Frage: Hat die SNB keine Erfolgsrechnung? Wenn die SNB bei Orell Füssli neue Noten drucken lässt – kann die SNB diese dann nicht wie folgt verbuchen: Kassa / Erfolg aus Notenpresse? Die Noten sind dann Aktiven, einen Schuldner gibt es nicht. Beim Abschluss müsste nach doppelter Buchführung ein positiver Erfolg dann zum Eigenkapital gebucht werden, damit die Bilanz aufgeht. Was ist falsch an dieser Überlegung?

    Vielen Dank!
    NichtAllwissend – aber kritisch.

    • Sehr geehrter Herr „NichtAllwissend“

      Besten Dank für Ihren Beitrag.

      Ich bin mit Ihnen einig: Es ist nun höchste Zeit, dass wir uns mit dem Funktionieren der SNB kritisch auseinandersetzten. Die SNB hat nun mittlerweile eine Schuld akkumuliert von rund 450 Milliarden Franken. Das sind Staatsschulden, da die SNB ein Staatsbetrieb ist.

      Die SNB behauptet zwar, sie hätte alle Euros und Dollars mit „Liquidität“ finanziert, die sie selber geschaffen „geschöpft“ habe. Die SNB betrachtet demzufolge das von ihr emittierte Geld als Vermögen (Eigenkapital) der SNB anstatt als Schuld der SNB (Fremdkapital).

      Die Bilanz der SNB bestünde somit, gemäss SNB, aus zwei Seiten, welche beide das Vermögen der SNB aufzeigten. Das ist natürlich Unsinn. Die Bilanz der SNB zeigt – wie alle anderen Bilanzen auch, auf der Aktivseite (linke Seite) das Vermögen und auf der Passivseite (rechte Seite) das Fremdkapital und Eigenkapital der SNB.

      Die SNB hat auch eine Erfolgsrechnung. Dort schlägt sich beispielsweise der positive Zinsensaldo zu Buche (Seigniorage). Auf den von ihr emittierten Bankkonten, welche „Obligationsscheine der SNB“ sind, bezahlt die SNB keinen Passivzins. Auf ihrem Vermögen erhält sie aber Aktivzinsen und Dividenden. Das ergibt einen positiven Saldo (es sei denn, die Vermögenswerte fielen in ihrem Wert).

      Diese Seigniorage gehört dem Volk. Deshalb muss die SNB jährlich einen Betrag an Bund und Kantone überweisen. Dafür hatte ich mich 1996 eingesetzt.

      Nun aber zu Ihrer weiteren Frage, ob die SNB denn nicht einfach Banknoten drucken und auf ihrer Aktivseite verbuchen könne. Der Saldo auf der rechten Seite wäre dann ihr Gewinn.

      Das geht aus folgenden Überlegungen nicht: Wenn die SNB die von ihr emittierten Banknoten in den Umlauf bringen will, so muss sie dafür einen Gegenwert hereinnehmen.

      Der Buchungssatz lautet dann möglicherweise „Gold / Notenumlauf“ oder „Euro / Notenumlauf“ usw. D.h. der Notenumlauf der SNB wird auf der Passivseite der SNB verbucht und nicht auf der Aktivseite.

      Würde die SNB einfach Banknoten drucken und in ihre Kasse links in der Bilanz legen, so wäre das ein schlimmer Betrug am Schweizer Volk.

      Diese Woche wurde bekannt, dass in der Druckerei Orell Füssli 1‘800 Tausendernoten gestohlen wurden. Die Täter gehen genauso vor, wie Sie es schildern: Sie verbuchen diese Banknoten auf der Aktivseite ihres persönlichen Vermögens und kaufen damit ein.

      Dadurch entsteht ein Volkswirtschaftlicher Schaden von 1.8 Millionen.

      Würde die SNB nun für einen hohen Milliardenbetrag einfach Banknoten drucken, und auf ihrer Aktivseite verbuchen, um ein allfälliges „Loch im Eigenkapital der SNB zu stopfen“, so wäre das Betrug am Schweizer Volk.

      Die SNB verhielte sich in diesem Fall genauso wie eine Regierung, die nach einem Krieg für die Gefallenen einfach neue Geburtsurkunden ausstellt und an die Hinterbliebenen übergibt.

      Die SNB würde damit den Verlust, den sie auf ihren Euro-Beständen eingefahren hat, einfach auf die Konsumentinnen und Konsumenten überwälzen.

      Sie würde auch die Banken (und PostFinance) betrügen, welche der SNB Guthaben gewähren, die Herr Und Frau Schweizer erarbeitet haben. Die Banken müssten ihre Guthaben entsprechend abschreiben und könnten deshalb sehr wohl Konkurs gehen.

      SNB-Chef Jordan hat angekündigt, dass die SNB im Falle von negativem Eigenkapital einfach Banknoten drucke und gedenke, das Eigenkapital der SNB so aufzustocken (siehe Jordan, „Benötigt die SNB Eigenkapital?“ Vortrag Volkswirtschaftliche Gesellschaft Basel, S.13.)

      Bei dieser Aussage unterstelle ich SNB-Chef Thomas Jordan nicht betrügerische Absichten am Schweizer Volk. Aber ich muss leider feststellen, dass Jordan nicht weiss, wovon er spricht.

      Sein Fehler ist, dass er Banknoten als Eigenkapital der SNB betrachtet anstatt als Fremdkapital.

      Er hat genau das im Sinn, was Sie hier vorschlagen.

      Deshalb liebe Schweizerinnen und Schweizer: Setzt Euch bitte einmal mit der Bilanz der SNB auseinander! Dann werdet Ihr erkennen, dass wir zusammen mit unserer SNB auf ein finanzielles Desaster zusteuern.

      mfG

    • @NichtAlleswissend – aber kritisch

      Kurze Ergänzung (zur Antwort unten).

      Die Beantwortung Ihrer Frage ist mir ein grosses Anliegen, da nicht nur Sie, sondern die ganze Welt (inklusive SNB-Chef Thomas Jordan) meint, die SNB könne einfach Banknoten drucken und damit alles bezahlen.

      Ich gehe mit Ihnen einig, dass Buchungssätze entscheidend sind für das Verständnis der Transaktionen der Zentralbank und des Bankensystems.

      Kommen wir nochmals zurück auf das Beispiel der Diebe, welche kürzlich in der Druckerei der Orell Füssli 1800 Tausendernoten gestohlen haben.

      Wie verbuchen die Diebe diesen Diebstahl? Klar:

      Kassa / Eigenkapital 1‘800‘000

      Sie betrachten diese Banknoten als ihr Eigentum und verbuchen einen Gewinn aus dem Diebstahl.

      Angenommen, die Diebe würden damit ein teures Auto kaufen (z.B. Bugatti Veyron, der kostet glaube ich so viel). Wie lautet jetzt der Buchungssatz der Diebe?
      Fahrzeug / Kassa 1‘800‘000

      Es findet also jetzt also ein Aktivtausch in der Bilanz der Diebe statt. Ihr Eigenkapital bleibt unangetastet. Sie verbuchen den Bugatti so, als hätten sie diesen mit eigenem Geld, Eigenkapital, gekauft.

      Möchte ich auch einmal einen Bugatti fahren, so kann ich mir das nicht leisten. Ich kann mir aber einen Bugatti mieten oder ausleihen für eine kurze Zeit. D.h. ich kann den Bugatti übernehmen und übergebe dem Vermieter per Vertrag das Versprechen bzw. eine Quittung oder einen Schuldschein, dass ich das Auto zurückbringe.

      Wenn mir der Bugatti gestohlen wird oder ich fahre ihn zu Schrott (und ich habe keine Versicherung), so kann ich jetzt nicht zum Vermieter gehen und sagen, ich möchte ihm gerne einen zweiten Schuldschein ausstellen und damit sei das Fahrzeug bezahlt. Das wäre vollkommener Unfug!

      Genauso ist es vollkommener Unfug, wenn die SNB behauptet, sie könne Verluste auf ihren Devisenbeständen ausgleichen, indem sie einfach neue Banknoten drucke oder die Giroguthaben der Banken vergrössere.

      Wenn die SNB einfach Banknoten drucken und in ihre Kasse legen würde, so würde sie wie die Diebe verbuchen:

      Kassa / Eigenkapital.

      Würde sie damit nun irgendetwas kaufen, z.B. Wertschriften, so lautete der Buchungssatz:

      Wertschriftenbestand / Kasse

      Das wäre ein Aktivtausch. Das wäre Diebstahlt der SNB am eigenen Volk. Die SNB hätte jetzt in ihrem Portefeuille Wertschriften, für die sie keinen Schuldschein ausgestellt hätte.

      Es wäre genauso, wie wenn die Diebe einfach einen Bugatti beim Vermieter stehlen, anstatt gegen Vertrag einen solchen zu mieten.

      Ich hoffe, ich konnte mit diesen Erläuterungen etwas zur Klärung der illusorischen „Geldschöpfung“ beitragen.

      mfG

    • Sehr geehrter Herr Meyer
      Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Sie schreiben eingangs: „da nicht nur Sie, sondern die ganze Welt ([…]) meint, die SNB könne einfach Banknoten drucken und damit alles bezahlen“. Das meine ich nicht (es gibt auch noch andere Leute, die das verstehen – ich bin auch Ihrer Meinung). Weiter unten schreiben Sie: „Er hat genau das im Sinn, was Sie hier vorschlagen.“ Genau darum geht es mir. Buchhalterisch wäre es also möglich, Kassa / EK zu buchen (der Notendiebstahl bei Orell Füssli ist auch möglich). Ich bin nicht Jurist, daher die Anschlussfrage: Ist dies aktuell gesetzlich verboten (SNB-Gesetz, StGB etc.)? Das Rechtsempfinden und das Recht sind ja häufig zwei Paar Schuhe. Oder anders gefragt: Könnte die SNB genau das machen was sie (die SNB) sagen (Noten drucken und in Kasse legen mit allen Folgen) und man könnte die Verantwortlichen dafür nicht einmal belangen? Sehen Sie auf welche Spitzfindigkeit ich hinaus will? Wenn es nicht verboten ist, dann wäre die Aussage der SNB formal betrachtet nicht falsch (nur der Hintergrund und die Wirkung natürlich, wir sind uns ja einig). Was wäre in einem solchen Fall bei einer Überschuldung der Unterschied zu einem Schuldenschnitt (Unterschied Schuldenschnitt vs. Gelddrucken und in Kasse legen) für die Schweiz (kurz- und mittelfristig)? Ich hoffe, ich konnte mich einigermassen verständlich ausdrücken.
      Freundliche Grüsse,
      NichtAllwissend

    • @NichtAlleswisser

      Erlauben Sie mir noch eine ganz kurze Erläuterung:

      Würde die SNB Banknoten drucken und einfach in ihre Kasse auf der Aktivseite der Bilanz einbuchen, so wären diese ja dieselbe Art von Banknoten, wie jene, welche die SNB auch auf der Passivseite ihrer Bilanz unter „Notenumlauf“ emittiert und verbucht.

      D.h. die SNB würde überhaupt keine Unterscheidung vornehmen zwischen Vermögen und Schulden bzw. zwischen Aktiven und Passiven. Beide wären dasselbe. Das ist buchhalterisch nicht gestattet.

      „Schuldscheine“ würden als „Gutscheine“ „getarnt“ (oder gefälscht).

      Das wäre etwa dasselbe, als würde ein Unternehmen, seine Verbindlichkeiten (auf der Passivseite, z.B. emittierte Obligationsscheine) als Vermögen (auf der Aktivseite) darstellen. Das wäre Betrug.

      Emittierte Obligationsscheine würden einfach unter „Wertschriftenbestand“ verbucht. Das geht nicht.

      Würde die SNB Banknoten drucken und verbuchen: Kassa / Eigenkapital, so wäre das dieselbe Verbuchung wie jene der Diebe der 1‘800 Tausend-Franken-Noten bei Orell-Füssli. Auch diese Diebe verbuchen die gestohlenen Banknoten wie folgt: Kassa / Eigenkapital

      mfG

  67. Nachtrag IV

    Dass auch an unseren Universitäten, Hochschulen und Bankeninstituten vollkommener Unfug gelehrt wird bezüglich der „Geldschöpfung“ zeigt beispielsweise auch ein Interview des Schweizer Fernsehens mit Herrn Prof. Dr. Manuel Ammann, Direktor des Bankeninstituts der Universität St. Gallen.

    Weil die Sprache der SNB in deren Medienmitteilungen „sehr fremd klinge“, wie das Schweizer Fernsehen festhält, habe man Wirtschaftsprofessor Prof. Dr. Manuel Amman dazu befragt, was es heisse, wenn die Nationalbank „mehr Geld auf den Markt werfe“.

    Das Schweizer Fernsehen fragt, was es bedeute, wenn die SNB in ihrem Communiqué schreibe:

    „Die Nationalbank strebt einen raschen Anstieg der Sichtguthaben der Banken bei der SNB von derzeit 80 Milliarden auf 120 Milliarden Franken an.“

    Auf die konkrete Frage, was denn „Sichtguthaben“ bedeute, antwortet Prof. Ammann:

    „Das heisst, dass die Schweizerische Nationalbank den Geschäftsbanken, z.B. UBS, CS, und anderen Banken Geld zur Verfügung stellt gegen einen Zins und je mehr Geld sie da zur Verfügung stelle, desto mehr Geld kommt in Umlauf und kann nachher von diesen Banken gebraucht werden um z.B. einem KMU oder einem anderen Firma Kredit zu geben.“

    http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2011/08/10/Wirtschaft/SNB-verschaerft-Massnahmen-gegen-Frankenstaerke

    Es ist nun wirklich unglaublich und blamabel, dass ein Professor der Handelshochschule St. Gallen der zudem Direktor des Bankeninstituts ist, behauptet, bei den Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB handle es sich um Geld, welches die SNB den Banken zu einem Zins zur Verfügung stelle.

    Wäre seine Behauptung richtig, so müssten die Guthaben der Banken bei der SNB auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht werden.

    Das sind sie aber nicht! Ich weiss nicht, wie oft ich das wiederholen muss:

    Die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB sind, wie der Name bereits sagt, Guthaben der Banken bei der SNB und nicht umgekehrt. Diese werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Die Banken gewähren der SNB einen Kredit – nicht umgekehrt!

    Die SNB gewährt den Banken in der Schweiz überhaupt keine Kredite – keinen einzigen Franken. Wer das nicht glaubt, der soll doch bitte einmal selber die Bilanz der SNB zumindest „anschauen“.

    http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf

    Der „brave und nette“ Professor Ammann mit seinen unzähligen Artikeln in wissenschaftlichen Publikationen und Zeitschriften, hat offenbar, wie übrigens der „nette und brave“ Professor Jordan auch, noch nie gewagt, das von ihm als Student auswendig gelernte, einmal zu hinterfragen.

    Zugegeben: Hätten die beiden das gewagt, so sässen sie jetzt auch nicht auf ihren lukrativen
    Sesseln…
    Mit ihren Irrlehren verderben sie aber weiterhin Generationen von Studenten.

    Es braucht nun ja wirklich nicht viel Sachverstand, um zu verstehen, dass Kredite, welche die Notenbank gewährt, nicht auf der Passiv- sondern auf der Aktivseite der SNB-Bilanz zu verbuchen sind.

    Entschuldigung, wenn ich das hier so klar und unmissverständlich formulieren muss. Es geht hier aber nicht um irgendeinen unbedeutende „wissenschaftliche Meinungsverschiedenheit“ unter Oekonomen.

    Nein! Es geht um 450 Milliarden Staatsschulden! Von diesen Schulden behaupten die besagten Professoren, es handle sich um Vermögen der SNB (Aktivkredite). Die SNB habe dieses Vermögen selber durch ihre „Geldschöpfung“ geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Falsch! Die Schweizer Wirtschaft hat dieses Vermögen geschaffen. Die SNB hat es von der Schweizer Wirtschaft ausgeliehen und erhalten in Form von „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB.

    So ist es! Nicht anders!

    Und es ist nun wirklich höchste Zeit, diesen entscheidenden Fehler endlich einmal klarzustellen. Da muss man offensichtlich mit Professoren wie Ammann, Jordan, Baltensperger u.a. einmal Klartext reden.

    Ansonsten verderben sie die Studenten endlos weiter mit ihren Irrlehren und die Schweiz rasselt wegen ihrer unbedarften Nationalbank in ein finanzielles Desaster!

    Mit freundlichen Grüsse

    Marc Meyer

    • Wobei der Wortlaut des SNB-Communiqués (abgesehen von den wohl „krummen“, zu kleinen Zahlen) nicht grundsätzlich falsch ist. – Allerdings ist Prof. Ammanns wie immer blauäugig-soft vorgetragene Erklärung tatsächlich jenseits von „gut und böse“. – Fürchte, dass Ammann entweder Quereinsteiger ins HSG-Studium war oder die Buchhaltungs-Grundkurse im ersten Semester total verpennt hat (- solche waren zu meiner und seiner Zeit in St. Gallen noch obligatorisch). – Hoffentlich versteht er wenigstens die Bilanz der St. Galler Kantonalbank (n.b. auch ein Aktionär der SNB…), wo er VR ist.
      Never mind, was das SRF zum Teil an unhaltbarem, unreflektiertem Nonsense zu Wirtschafts- und auch anderen Themen geradezu „herausposaunt“ hat mich schon oft nur noch den Kopf schütteln lassen. – Und das „sedierte“ Volk glaubt den Stuss dann auch noch, da ja vom Service-Public-Sender („da sind Sie wirklich bedient“…) bzw. grundsätzlich glaubwürdigen Staatsfernsehen publiziert.

    • Gegen Ihre Nachträge II, III und IV habe ich nichts einzuwenden. Das passt für mich.

      Sie verwenden zwar hier eine neue Begrifflichkeit „Vermögen“, um den Gegenposten zu geschaffenem neuen Geld zu rechtfertigen aber sei’s drum. In meinen Beiträgen heißt der Posten „hinterlegte Sicherheiten“.

      Diese Sicherheiten können in Form von Staatsanleihen vorgetragen werden. Das sind in dem Fall dann aber noch keine Leistungen, die Herr und Frau Schweizer schon erbracht haben, sondern welche, die in der Zukunft noch zu erbringen sind. Sie bilden die Fähigkeit des Staates Steuern einzutreiben ab und damit seine Fähigkeit die Verbindlichkeiten zu bedienen.
      In den meisten Ländern wäre die Besicherung über Staatsanleihen von der NB für Kredite eigentlich immer schlechter zu bewerten, da die Staaten sich über die Jahrzehnte immer weiter überschulden und der Zeitpunkt näher rückt, wo die Staatsanleihen nicht mehr bedient werden können.
      Die NBs tragen diesem Umstand aber keine Rechnung und da der Geldbedarf der Staaten exponentiell, während die Wirtschaft eher linear wächst, führt das zu Inflation und zur Beschädigung der Währung.
      Die Schweiz steht hier aber mit einer Staatsverschuldungsquote von 45% zum BSP noch sehr gut da.

      Staatsanleihen stellen heute den größten Posten für die Besicherung von Kredite bei den NBs dar.
      Eine Ausnahme davon ist der Kauf der SNB von Fremdwährung. Hier wird durch die Fremdwährung selbst besichert und der Posten ist bei der SNB ungewöhnlich hoch.

      MfG

      DividendenJaeger

    • Einen Nachtrag noch zu dem Argument, dass die SNB dabei sei, die Gelder von Herr und Frau Schweizer zu verzocken.

      Mehrheitlich sind es wohl eher die Einlagen bei den GBs von Herr und Frau Südperipherie, die verzockt werden.
      Aber die der Schweizer in Teilen zumindest auch. Deswegen würde ich ja auch ein Trennbankensystem empfehlen und wie man sieht, muss das bis in die NB hinein reichen. Sonst sind die GBs sauber aber die NB führt die Schweinereien aus.

      Sofern die SNB mögliche Verluste aus dem Devisenhandel an die Schweizer weiter gibt, sind dann erst Herr und Frau Schweizer involviert, wobei man davon ausgehen kann, dass es so kommen würde, wenn bei der SNB Verluste entstehen.

    • @Dividendenjaeger

      Ja, es ist richtig, dass es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB nicht nur um Vermögen handelt, das Herr und Frau Schweizer erarbeitet haben, sondern auch (vor allem), Menschen aus dem südlichen Europa.

      Das ist Geld, das in die Schweiz fliesst – eben „billiges“ Geld, das die SNB erhält, das nicht sie erschafft.

      Es freut mich, dass Sie jetzt auch erkennen, dass es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB nicht um Vermögen handelt, das die SNB „schöpft“, sondern um Vermögen, das die Wirtschaft schöpft (in- und ausländische).

      Auch bin ich froh, dass sie mit den Nachträgen II – IV einverstanden sind. Das sind ja ganz wesentliche Erneuerungen in der Geldtheorie.

      Zu Nachtrag I: Der ist auch einfach verständlich: Es geht ja um den Film, den Wirtschaftsjournalist Reto Lipp in seiner Sendung „ECO“ am Schweizer Fernsehen gezeigt hat.

      Darin wird behauptet, wenn eine Frau 10‘000 Franken in Banknoten auf die Bank bringe, so könne die Bank jetzt davon beispielsweise 7‘000 Franken an einen Handwerker ausbezahlen zum Kauf einer Maschine usw.

      Dadurch werde die ursprüngliche Menge an Bargeld im Wert von 10‘000 Franken um zusätzliche 7‘000 Franken in Form von Buchgeld erweitert. Das sei „Geldschöpfung“: Aus 10‘000 Franken würden 17‘000 Franken usw.

      Der entscheidende Irrtum bei dieser vermeintlichen „Geldschöpfung“ ist der, dass davon ausgegangen wird, dass der Kredit an den Handwerker von der Bareinlage der Frau abhängig sei.

      Im Lehrbuch von Brunetti steht ja: “Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.” (vgl. Brunetti, Volkswirtschaftslehre S. 166).

      Entscheidend ist nun Folgendes: Wenn die Bank dem Handwerker 7‘000 Franken in Form von Buchgeld überweisen will, so besitzt die Bank auf ihrer Aktivseite keinen entsprechenden Vermögenswert, womit sie die Buchung ausführen könnte.

      Auf der Aktivseite der Bank befinden sich ja nur 10‘000 Franken in Bargeld. Das bleibt bei der Bank, weil der Kredit der Bank an den Handwerker ja nicht in Bargeld, sondern in Buchgeld überwiesen wird.

      Die Bank hat also keinen Vermögenswert in Buchgeld auf ihrer Aktivseite, womit sie dem Handwerker 7‘000 Franken an Buchgeld überweisen könnte.

      Der Buchungssatz hiesse: „was?“ an „Giroguthaben von Kunden“?

      Es gibt also nur eine Lösung, wie die Bank dem Handwerker Buchgeld überweisen kann: Die Bank muss dem Handwerker einen Kredit, z.B. einen „Betriebskredit“ gewähren gegen Sicherheit der Maschine oder gegen ein Grundpfand.

      Jetzt kann die Bank auf ihrer Aktivseite diesen Betriebskredit verbuchen und auf der Passivseite ihr Buchgeld, das sie dem Handwerker überweist.

      Der Buchungssatz heisst jetzt also: „Betriebskredit“ an „Giroguthaben von Kunden“. Der Handwerker hat jetzt sein Geld auf seinem Girokonto bei der Bank in Form von Buchgeld.

      Der Kredit der Bank an den Handwerker hat also nichts – ich wiederhole – überhaupt nichts mit der vorangegangenen Einzahlung der Kundin zu tun. Das sind zwei vollkommen voneinander unabhängige Geschäfte. Die 10‘000 Franken der Kundin können nicht als Sicherheit für den Betriebskredit an den Handwerker gelten.

      Das zusätzliche Buchgeld für den Kredit an den Handwerker wird in keiner Weise durch die SNB „geschöpft“. Nein! Die Wirtschaft (in diesem Fall der Handwerker) hat eine Maschine für 7‘000 Franken „geschöpft“ und dagegen erhält er jetzt eine Quittung der Bank in Form von Buchgeld.

      Auch für die „Schöpfung“ von Buchgeld durch die Geschäftsbanken gilt: Die Wirtschaft „schöpft“ bzw. erarbeitet das Vermögen und das Bankensystem stellt dagegen Buchgeld (Geldmenge M1) aus.

      Der Film von Reto Lipp in ECO ist irreführend und ergibt nicht den geringsten Sinn.

      Ich bitte Herrn Lipp, seine falschen Filme, die er am Fernsehen ausstrahlt, zu korrigieren.

      mfG

    • Hallo Herr Mayer,

      dieser Blog ist unübersichtlich für eine so lange Diskussion, daher vermerke ich mal:

      Antwort auf Ihren Beitrag vom 4. Oktober 2013 / 08:32.

      Besser wäre eine Forensoftware, wo Themen gruppiert werden können, wo man Abschnitte auf und zu klappen und wo man auch nach editieren kann.

      Von Buchungstechnik verstehe ich nichts, da kann ich Ihnen nicht weiter helfen. Die prinzipiellen Vorgänge im Geldsystem kenne ich aber schon.

      Die Einlage der Frau ist zum einen nötig, weil die Bank Mindestreservequoten erfüllen muss, um Geld verleihen zu dürfen. Und die Einlage ist auch deswegen nötig, weil der Kredit an den Handwerker zu einer Überweisung zu einer anderen Bank oder zu einer Barauszahlung führen kann. In beiden Fällen wird die Einlage der Frau dazu verwendet, um die Zahlung auszuführen.

      Bei der Geldschöpfung geht es darum, einen neuen Schuldenposten zu eröffnen, der auf der anderen Seite zu Geld führt, dass Kaufkraftwirksam werden kann.
      Im Falle des Handwerkers hat die GB, 7000 CHF neu geschöpft, die dann mit Betriebskapital des Handwerkers besichert sind. Es hätte auch ein Konsumentenkredit sein können, bei dem die Besicherung indirekt erfolgt (Möglichkeit zur Lohnpfändung, Risikokomponenten im Zins die jeder Kreditnehmer mit zahlt und die für Kreditausfälle genutzt wird).

      Sie haben hier recht, dass diese 7000 CHF nicht durch die SNB geschöpft wurden. Aber werden diese 7000 CHF deswegen weniger Kaufkraftwirksam? Die Bank hätte ja auch bei der SNB einen Kredit über 7000 CHF anfordern und den Betrag für den Handwerker verwenden können. Dem Handwerker kann das egal sein, der kann die 7000 CHF von der SNB über die GB durchgereicht, genau so verwenden, wie das geschöpfte Buchgeld der GB.

      Die GBs agieren als verlängerter Arm der SNB. Die SNB kann die entstehenden Buchgeldmengen über den Zins, über die Festlegung von Mindestreservequoten, Auflagen zur Besicherung der Kredite und weiterer Instrumentarien beeinflussen.

      Die Ausleihe der SNB bei den GBs und den hier betrachteten Fall von Devisenkäufen gehört zum Geldschöpfungsprozess. Die SNB hat in wenigen Jahren die Geldmenge massivst ausgeweitet. Dadurch, dass das Geld aber wieder bei den GBs eingezahlt wurde, konnte es nicht kaufkraftwirksam werden. Es hat allerdings zu einem niedrigen Zins in der Schweiz beigetragen, von dem die Schweizer profitieren aber dafür auch ein Wenig mit Inflation zum kämpfen haben.

      Sie sollten nicht die EUROs von Herr und Frau Südperipherie mit den geschöpften CHF über Ihr Vermögenskonstrukt in einen Topf werfen.
      Die Verbindlichkeiten der SNB gegenüber den GBs in der Höhe hat es vor der Finanzkrise nicht gegeben und jetzt sind sie da, sie lauten auf CHF und die SNB ist die schuldig.
      Aber man muss auch sagen, dass diese Verbindlichkeiten zum Glück auf CHF lauten und nicht auf Fremdwährung. Somit kann die SNB jederzeit dieses Geld liefern und durch den Fremdwährungsposten besichern, auch wenn da temporär eine Bewertungslücke entstehen kann.

      Wenn die SNB bei der Rückabwicklung (GBs fordern ihre Einlagen zurück) den Devisenposten nicht auflösen will, weil der Wechselkurs ungünstig ist, kann eine deftige Inflation für die Schweizer entstehen, weil die SNB dann die geschuldeten CHF physisch erzeugen und liefern muss.
      Ob eine starke Inflation entsteht, hängt aber davon ab, was die Kunden der GBs vorhaben. Wenn sie nur in ihre Währung (mehrheitlich EURO) wieder zurück tauschen wollen, wird der EURO an Wert zulegen und die SNB kann möglicherweise zeitverzögert und schadfrei den Devisenposten auflösen. Wollen sie allerdings in der Schweiz dafür auf Einkaufstour gehen (z.B. Kauf von Immobilien), werden die Preise in der Schweiz stark ansteigen und eine Blase verursachen.
      Hier wird es sicher schon Auflagen geben, die die Schweizer Regierung im Bedarfsfall verschärfen kann, um den Kauf von Immobilien oder Firmen für Ausländer unattraktiv zu gestallten.

      Noch sehe ich für die Schweiz nichts als angebrannt an. Die, die bei einem Wechselkurs von unter 1.2, CHF gekauft haben, sitzen auf Verluste und die SNB hat mit über 300 Milliarden gegen diese Anleger gegen gehalten und bisher gewonnen. Vielleicht ist damit schon das schlimmste Überstanden und falls da Spekulanten dabei waren, denen der Wind aus den Segeln genommen.

      MfG

      DJ

    • Nachtrag V

      Im Verlaufe der Kommentare ist am Rande eine Frage aufgetaucht, die ich hier beantworten möchte.

      Es geht um die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung“ durch das Bankensystem, welche m.E. genauso wie die vermeintliche „Geldschöpfung“ durch die Notenbank ins Reich der Fabeln gehört.

      Auslöser war in Nachtrag I (weiter unten) meine Kritik an zwei Filmen, die Reto Lipp in der Sendung ECO vom Schweizer Fernsehen ausstrahlte.

      http://www.srf.ch/player/tv/eco/video/geldschoepfung-1?id=e16bcfca-7968-471c-bc77-f90a1d4d6bb8

      In Film II behauptet Lipp, die Zentralbank (SNB) würde der Wirtschaft bei der angeblichen „Geldschöpfung“ Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Zinssatz (Leitzins) gewähren. Das wäre dann ein Aktivzins der SNB an die Geschäftsbanken.

      In Tat und Wahrheit handelt es sich bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB aber umgekehrt um Kredite, welche das Bankensystem der SNB gewähren. Beweis: Die Giroguthaben der Banken bei der SNB werden auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

      Gegen diese meine Kritik an der Geldschöpfung wurden von den Kommentatoren keine Einwände vorgebracht.

      Mehr Verwirrung scheint die angebliche „multiple Geldschöpfung“ durch das Bankensystem zu schaffen. Im Film I von Reto Lipp wird behauptet, wenn z.B. eine Frau CHF 10‘000 auf die Bank in Form von Bargeld bringe, so können die Bank damit einen weiteren Kredit von CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an Handwerker weitergeben. Das sei „Geldschöpfung“. Aus einer Geldmenge von 10‘000 sei nun eine Geldmenge von total 17‘000 entstanden usw.

      Dagegen wende ich ein, dass der Kredit an die Handwerker nichts mit der vorherigen Einzahlung der Frau zu tun habe. Die Gewährung des Kredits an die Handwerker sei unabhängig von der Bareinzahlung durch die Frau.

      Konklusion: Auch die sogenannte „multiple Giralgeldschöpfung „ trifft nicht zu.

      Diese letztere Argumentation möchte ich nachfolgend detailliert aufzeigen. Ich tue das anhand von Kontenführung mit entsprechenden Buchungssätzen. Nur so ist eine exakte Analyse der Zahlungsvorgänge möglich.

      Ich lade also die Leserinnen und Leser ein, mit mir Papier und Bleistift zur Hand zu nehmen: Wir werden alle Buchungen in Bezug auf ein einfaches Beispiel miteinander durchgehen und am Ende die
      Konten saldieren.
      Resultat: Wir werden sehen, dass es keine „multiple Giralgeldschöpfung“ gibt.

      Beispiel:
      Der Leser / die Leserin wolle ein Haus kaufen im Wert von CHF 500‘000. Dazu nehme sie / er einen Kredit bei Geschäftsbank A auf. Mit diesem Geld kaufe er / sie einem Architekten/Baumeister/ Handwerker das Haus ab. Zudem hinterlege die Geschäftsbank bei der Zentralbank eine Mindestreserve. Zum Schluss wollen Architekt/Baumeister/Handwerker noch einen Teil in Bargeld wechseln. Die Geschäftsbank bezieht dieses von der Notenbank und übergibt es den Bauleuten.

      Um diesen Fall zu lösen benötigen wir 4 Konten (T-Balken). Zudem sind 11 Buchungssätze notwendig.

      Die 4 Konten, die wir führen sind: „Leserin/Leser“ („L/L“), „Geschäftsbank A“ („GBA“), „Notenbank“ („NB“), „Architekt/Baumeister/Handwerker“ („ABH“).

      Erster Geschäftsfall:
      Der Leser / die Leserin nehme bei der Geschäftsbank eine Hypothekarkredit im Betrag von CHF 500‘000 gegen Sicherheit des Hauses auf.
      Buchungssatz aus Sicht der Bank:
      1. Hypothekardarlehen / Guthaben von Kunden CHF 500‘000
      (Erklärung: die Bank gewährt ein Hypothekardarlehen und schreibt den Betrag für den Hypothekarkredit dem Konto von „L/L“ gut)

      Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:
      2. Guthaben bei „GBA“ / Hypothekarkredit CHF 500‘000
      (Erklärung: „L/L“ hat jetzt ein Guthaben auf seinem / ihrem Konto bei Bank A; dafür eine Hypothekarschuld)

      Nächster Geschäftsfall:
      Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus mit Eigenkapital.
      Buchungssatz aus Sicht von „AHW“
      Immobilie / Eigenkapital 500‘000
      3. Immobilie / Eigenkapital CHF 500‘000
      (Erklärung: Architekt, Baumeister und Handwerker bauen zusammen ein Haus und finanzieren dieses mit eigener Arbeit bzw. Eigenkapital)

      Nächster Geschäftsfall:
      „AHB“ verkaufen das Haus an „L/L“.
      Buchungssatz aus Sicht von „AHW“:
      4. Giroguthaben bei „GBA“ / Immobilie 500‘000
      (Erklärung: Anstelle des Hauses besitzen AHB nun ein Guthaben bei Bank A)

      Buchungssatz aus Sicht von „L/L“:
      5. Immobilie / Giroguthaben bei „GBA“
      (Erklärung: Die Leserin / der Leser besitzt nun ein Haus; dafür hat er mit dem Guthaben bei Geschäftsbank A bezahlt, dieses Guthaben wurde an „ABH“ überschrieben)

      Nächster Geschäftsfall:
      „GBA“ kommt der Verpflichtung nach, eine Mindestreserve von 4 Prozent bei der Zentralbank zu hinterlegen (4 Prozent Mindestreserve gilt gemäss Schweizer Nationalbankgesetz).
      Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:
      6. Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000
      (Erklärung: die Geschäftsbank A muss bei der SNB eine Mindestreserve hinterlegen im Betrag von 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für GBA ist das ein „Aktivtausch“. Sie verkauft der „NB“ einen Teil ihres gewährten Kredits; in den USA wären dies sogenannte „mortgage backed securities“, d.h. Aktiven der FED; in der Schweiz investiert die SNB hingegen lediglich rund 0.7 Prozent ihres Vermögens in inländische Kredite).

      Buchungssatz aus Sicht der „NB“:
      7. Hypothekardarlehen („mortgage backed security“) / Giroguthaben von Banken 20‘000
      (Erklärung: die Notenbank hat jetzt ein Investment im Inland in den Immobilienbereich; dagegen kann sie Notenbankgeld emittieren in Form von Giroguthaben der Banken)

      Nächster Geschäftsfall:
      Die Geschäftsbank bezieht bei der Notenbank Banknoten im Betrag von 10‘000.
      Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:
      8. Kassa / Giroguthaben bei der „NB“ 10‘000
      (Erklärung: Aktivtausch; die Geschäftsbank A tauscht die Hälfte ihres Guthaben bei der Notenbank von Buchgeld, d.h. von Giroguthaben bei „NB“ in Bargeld um. Folge: Die „GBA“ hat nun einen Kassabestand von 10‘000 und einen Buchgeldbestand bei der „NB“ von ebenfalls 10‘000).

      Buchungssatz aus Sicht der „NB“:
      9. Giroguthaben der „GBA“ / Notenumlauf 10‘000
      (Erklärung: Die Notenbank überweist an die „GBA“ Banknoten im Betrag von 10‘000. Dadurch vermindern sich die Guthaben der „GB“ bei der „NB“ um 10‘000)

      Letzter Geschäftsfall:
      „ABH“ beziehen bei der Geschäftsbank Banknoten im Wert von 10‘000.
      Buchungssatz aus Sicht der „ABH“:
      10. Kassa / Giroguthaben bei „GBA“ 10‘000
      (Erklärung: „ABH“ besitzen nun in ihrer Kasse CHF 10‘000; ihr Guthaben bei „GBA“ hat entsprechend abgenommen).

      Buchungssatz aus Sicht der „GBA“:
      11. Giroguthaben von Kunden („AHB“) / Kassa 10‘000
      (Erklärung: Die Geschäftsbank hat 10‘000 ihres Bargeldes an die „ABH“ überwiesen; bzw. die haben es am Kontomat bezogen; die Guthaben von Kunden sind entsprechend gefallen)

      Bis hierher haben wir nun sämtliche Transaktionen im Zusammenhang mit dem Kauf des Hauses in Buchungssätzen festgehalten und wir können die entsprechenden Güter- und Geldströme exakt nachvollziehen:

      Architekt, Baumeister und Handwerker haben einen Mehrwert von CHF 500‘000 erschaffen bzw. „geschöpft“.

      Die Geschäftsbank konnte deshalb Buchgeld im Betrag von letztlich CHF 490‘000 emittieren. Die Notenbank emittierte CHF 10‘000 in Form von Bargeld. Das ergibt zusammen eine totale Geldmenge von CHF 500‘000.- (Bargeld und Buchgeld zusammenaddiert).

      Angenommen, eine weitere Leserin / ein Leser möchte nun ebenfalls ein Haus kaufen, beispielsweise zum Wert von CHF 400’00. Diesem Ansinnen steht nichts im Wege, wenn die Architekten, Baumeister und Handwerker ein solches zu diesem Wert bauen.

      Dabei spielt es keine Rolle, ob vorher irgendjemand eine Einzahlung bei der Geschäftsbank A getätigt hat oder nicht. Es handelt sich um ein vollkommen neues Geschäft.

      Die Buchgeldmenge würde sich entsprechend dem Wert des neuen Bankkredits vergrössern.

      Obige Überlegungen zeigen auch, dass am Anfang der Wertschöpfung in einer Volkswirtschaft keinesfalls die Zentralbank stehen muss. Nein!

      Es ist Wirtschaft, welche die Wertschöpfung vorantreibt. Die Notenbank stellt lediglich jenen Teil der Geldmenge zur Verfügung, welcher für Transaktionen in Bargeld notwendig ist.

      Die Behauptung im Lehrbuch von Brunetti, wonach am Anfang jeder „Geldschöpfung“ die Notengbank stehe (Brunetti, S. 166) entspricht somit ebenfalls nicht der Realität.

      Bei der Entstehung von Buchgeld durch die Geschäftsbanken verhält sich also gleich, wie bei der Entstehung von Bargeld durch die Notenbank: Die Wirtschaft muss zuerst Vermögen schaffen „Schöpfung“ von Bargeld durch die Notenbank. Erst wenn die Wirtschaft entsprechend Vermögenswerte geschaffen hat, kann die Notenbank resp. das Bankensystem dagegen eine „Quittung“ Geld emittieren.

      Wir sind wieder beim Beispiel mit dem Arzt und der Geburtsurkunde angelangt: Die Eltern zeugen Leben und die Mutter bringt das Kind zur Welt. Der Arzt kann lediglich eine Geburtsurkunde ausstellen. Er kann nicht eine Geburtsurkunde ausstellen, ohne dass ein Kind zur Welt kam. Eine solche wäre wertlos.

      Genauso kann weder die Notenbank noch eine Geschäftsbank einfach Banknoten oder Buchgeld emittieren ohne entsprechend geschaffenes Vermögen durch die Wirtschaft.

      Lassen Sie mich bitte noch eine Kurze Bemerkungen zu den sogenannten „Mindestreserven“ anbringen:

      Der Ausdruck „Mindestreserve“ ist irreführend: Bei „Reserven“ handelt es sich um Eigenkapital: Mindestreserven sind jedoch keineswegs eine Vorschrift bezüglich des Eigenkapitals der Banken. Sie sind lediglich eine Vorschrift, wie viele flüssige Mittel die „GB“ bei der SNB in Form von Banknoten oder Giroguthaben hinterlegen müssen.

      Anstatt des Ausdrucks „Mindestreserven“ wäre der Ausdruck „Minimalanforderungen an die flüssigen Mittel (Liquidität)“ zutreffender.

      Das Nationalbankgesetz legt fest: „Der Mindestreservesatz darf 4 Prozent der kurzfristigen, auf Schweizerfranken lautenden Verbindlichkeiten der Banken nicht überschreiten.“

      Zum Schluss: Anhand obiger Buchungssätze ist ein und für allemal bewiesen, dass es keine sogenannte „multiple Gelschöpfung gibt“.

      Mit freundlichen Grüssen:

      Marc Meyer

    • @Meyer, zu Nachtrag V

      Sehr geehrter Herr Meyer

      Nachtrag V, Geldschöpfungsmultiplikator, ist sehr gut geschrieben und sollte allen einleuchten.

      Ich habe lediglich eine Bemerkung/Frage und eine Ergänzung.

      Sie schreiben: „„GBA“ kommt der Verpflichtung nach, eine Mindestreserve von 4 Prozent bei der Zentralbank zu hinterlegen (4 Prozent Mindestreserve gilt gemäss Schweizer Nationalbankgesetz). Buchungssatz aus Sicht der „GBA“: 6. Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000 (Erklärung: die Geschäftsbank A muss bei der SNB eine Mindestreserve hinterlegen im Betrag von 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten. Für GBA ist das ein „Aktivtausch“. Sie verkauft der „NB“ einen Teil ihres gewährten Kredits; […]“

      Der Buchungssatz: Guthaben bei „NB“ / Hypothekardarlehen 20‘000 ist so viel ich weiss praktisch nur für Grossbanken möglich. Denn dazu muss man in den Hypothekarverträgen vom Kunden ermächtigt werden (der Kunde muss die Bank ermächtigen, die Sicherheit der Hypothek weiter zu verkaufen). Meines Wissens waren die Grossbanken die ersten, die das zumindest teilweise auch in der Schweiz gemacht haben (in USA seit langem Tagesordnung). Die kleinen Banken haben das aus meiner Sicht bis heute nicht flächedeckend. Und zweitens, und viel wichtiger, muss eine Bank auch administrativ dazu in der Lage sein, einen Teil der Hypothek zu verbriefen (Mortgage Backed Securities sind durch Hypotheken gesicherte Wertpapiere, diese muss man emittieren können – die SNB nimmt meines Wissens keine Schuldbriefe an). Ich glaube nicht, dass die kleineren Banken in der Schweiz dazu in der Lage sind.

      Aus Sicht der SNB schreiben Sie: „Buchungssatz aus Sicht der „NB“: 7. Hypothekardarlehen („mortgage backed security“) / Giroguthaben von Banken 20‘000“. Mortgage Backed Securities sind Wertschriften. Gehe ich richtig in der Annahme, dass die effektive Bilanzposition der SNB entsprechend „Wertschriften in Schweizer Franken“ heisst? Eine Position Hypothekarforderungen gibt es ja nicht und gedeckte Darlehen sind seit Jahre 0.00. Wobei ich auf Grund der Definition der Position „Wertschriften“ im Geschäftsbericht der SNB auch etwas Zweifel habe, dass MBS enthalten sein können (Stichwort Handelbarkeit).

      Nun zur Frage: Sehe ich das richtig, dass dieser Buchungssatz in der Schweiz in der Praxis eher selten vorkommt und wenn, nur von Grossbanken? Ich glaube, dass mindestens die kleinen Banken die Mindestreserve bei der SNB mit Kundengeldern umsetzen (und nicht aus der Kreditsicherheit bei der SNB schöpfen können). wie sehen Sie das?

      Jetzt noch zur Ergänzung: Die Mindestreserve führt, wie Sie richtig schreiben, immer wieder zu Verwirrung. Aus meiner Sicht kommt dies teilweise aus der Verwechslung mit den Eigenkapitalvorschriften von Basel III. Und in diesen Eigenkapitalvorschriften gibt es mit dem LCR (Liquidity Coverage Ratio) eben auch Liquiditätsvorschriften (wie die Mindestreserve der SNB), was die Gefahr für ein Durcheinander natürlich nicht schmälert.

      Freundliche Grüsse,
      NichtAllwissend

  68. Mir scheint, dass hier einige Leute mit dem Prinzip der Doppelten Buchhaltung nicht ganz vertraut sind. Herr Meyer hat recht. Wie in jeder anderen Unternehmung auch, müssen/müssten bei der SNB „Verluste“ auf der Aktivseite (z.B. Minderbewertungen der „Devisen“-Positionen bzw. der in Fremdwährung gehaltenen Assets wie ausländischen Staatsanleihen) zuerst einmal durch das Eigenkapital (Aktionäre der SNB sind u.a. die Kantone…) abgefangen werden. Ist das Eigenkapital einmal „aufgefressen“ dann tritt eine Ueberschuldung ein, und es muss neues Kapital eingeschossen werden, oder die Gläubiger (hier zuallererst die Geschäftsbanken) akzeptieren einen „Schuldenschnitt“ oder eine Wandelung ihrer Guthaben/Kredite (in der Bilanz der SNB = Kreditoren) in Eigenkapital.
    Tritt eine solche Ueberschuldung ein, dann kann die SNB alleine noch so lange die „Notenpresse“ anwerfen (d.h. heisst eigentlich, gegen Hereinnahme von „objektiv“ bewertbaren Assets Banknoten bzw. „Zahlungsversprechen“ abgeben) wie sie will, sie wird damit (alleine) die Ueberschuldung nicht loswerden, sondern nur die Bilanz verlängern. Die Ueberschuldung bliebe „ceteris paribus“ konstant bestehen. So einfach ist es eigentlich. – Haben die Experten Jordan und andere offizielle CH-Akteure wie Brunetti(geschweige denn SRF-Journalisten) jemals Grundkurse in Doppelter Buchhaltung belegt (und eine solche auch begriffen)? – Es würde die vernebelten Sinne klären und zur Ausnüchterung vor der Ernüchterung beitragen. – Abschlussfrage: Wo bleiben eigentlich die Kommentare der grossen Revisionshäuser wie E&Y, PWC, KPMG zu diesem Thema?

    • @Oscar Hase

      Ja es ist unglaublich: Die Nationalbank behauptet, sie habe 450 Milliarden Franken Vermögen geschaffen (Banknoten, Giroguthaben der Banken) und damit Euros und Dollars gekauft.

      Für das Direktorium der SNB und den Bundesrat hat die SNB also offensichtlich sowohl auf ihrer Aktivseite als auch auf ihrer Passivseite Vermögen verbucht.

      Das ist ein vollkommener Unsinn! Und die Wirtschaftsprofessoren der Schweiz „plaudern“ der SNB einfach das nach, was diese behauptet. Bzw. umgekehrt, die SNB plaudert den Professoren nach, was diese behaupten. Eine Huhn – Ei Frage. Wirtschaftsprofessoren und SNB sind zu einer Einheit geschmolzen. Ungesund!

      Die Professorenschaft würde sich nie wagen, der SNB zu widersprechen, denn das wäre das Ende ihrer Karrierechancen in der Schweiz.

    • @NichtAllwissend

      Sie haben diesen Nachtrag V ganz vertieft analysiert, was mich sehr erfreut und wofür ich mich bei Ihnen bedanken möchte. Ich bin froh, wenn jemand ganz kritisch hinterfragt und analysiert. Das gibt wiederum anderen Lesern zusätzliche Sicherheit.

      Ihre Hinweise zeigen, dass Sie offensichtlich vom Fach sind und aus Ihrer beruflichen Tätigkeit (nehme ich an) viel praktische Erfahrung mitbringen.

      Ihre Hinweise sind auch hier absolut zutreffend: Unsere Nationalbank investiert nicht in Immobilien in der Schweiz. Ihre Aktivdarlehen gewährt sie ja zu über 99 Prozent an das Ausland.

      Die angenommene, unterliegende Position bei der SNB lautete denn auch in Schweizerfranken.

      Mir ging es darum, zu zeigen, weshalb die „multiple Gelschöpfung“ eine Illusion ist, und widerlegte das mit einer fiktiven Annahme und den entsprechenden Buchungssätzen.

      Diese Annahme wiederum wählte ich möglichst bezogen auf den Film von Reto Lipps im Schweizer Fernsehen, Sendung ECO, bezüglich der vermeintlichen „multiplen Geldschöpfung“.

      Mit dem Buchungssatz wollte ich die Behauptung widerlegen, wonach jede Kreditgewährung ihren Ausgangspunkt in einer Geldemission der Zentralbank haben müsse, wie das beispielsweise im Lehrbuch von Prof. Aymo Brunetti behauptet wird.

      Deshalb habe ich erst während des Verlaufs der Buchungen in Nachtrag V die Hinterlegung der Mindestreserve durch die Geschäftsbank A (GBA) bei der SNB berücksichtigt. Das ist auch realistisch so.

      Dieser Buchungssatz kommt in der Schweiz, wie Sie schreiben, in der Praxis kaum vor, da die SNB, wie gesagt, praktisch keine Inlandinvestitionen tätigt.

      In der Schweiz werden Hypothekarkredite auch kaum weiterverbrieft (zumindest nicht in grossem Ausmass).

      In den USA (für das FED) wäre der Buchungssatz aber zutreffend. Und da der Film von Reto Lipps amerikanischen Vorlagen(amerikanischen Filmen) „abgekupfert“ ist, habe ich mir erlaubt, das Beispiel von verbrieften Hypotheken zu wählen, die von den Banken an die Zentralbank veräussert werden gegen Emission von Bargeld.

      Da die Aktiven der SNB praktisch ausschliesslich aus Devisenanlagen und Gold bestehen, verkaufen die Schweizer Geschäftsbanken der SNB nicht verbriefte Hypothekardarlehen in Franken, sondern Gold oder Devisen. Dagegen erhalten sie Notenbankgeld (im Beispiel Schweizerfranken-Banknoten; daraus ergibt sich dann das Wechselkursrisiko für die SNB).

      Mit Gold oder Devisenverkäufen an die SNB hätte ich aber die vermeintliche „multiple Geldschöpfung“ (Bargeldeinlage bei Bank führt zu Kreditgewährung an Handwerker usw.) nicht mit dem Beispiel von den Handwerkern (Film Reto Lipps) erklären können.

      Der Grund, weshalb ich das Beispiel „verbriefte Hypothekarkredite“ dennoch wählte, ist also der, dass die FED solche Investitionen tätigt und dagegen Bargeld emittiert. Mit diesen Krediten konnte ich auch gut auf den Film von Lipps eingehen.

      Würde die SNB auch in der Schweiz investieren, wie sie das gemäss Bundesverfassung tun müsste, liesse sich dieses Beispiel folglich auch gut auf die SNB anwenden.

      Ja, es besteht bezüglich des Ausdrucks „Mindestreserve“ ein Durcheinander: Bei der Mindestreserve handelt es sich in Tat und Wahrheit um eine Liquiditätsvorschrift. Bei Banken müssen bei der SNB 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten in Form von Giroguthaben oder Banknoten (Notenbankgeld) halten.

      Bei „Reserven“ handelt es sich aber um Eigenkapital. Von den Mindestreserven, die eine Bank bei der SNB hinterlegt, kann also kein Rückschluss auf das Eigenkapital der betreffenden Bank gezogen werden.

      Die Mindestreserven sind weder Eigenkapital der SNB noch der betreffenden Bank, sondern lediglich „liquide Mittel“ der betreffenden Bank, welche diese bei der SNB anzulegen hat.

      Mit freundlichen Grüssen
      Marc Meyer

  69. Nachtrag III

    Ein oft gehörtes Argument, verbreitet u.a. von SNB-Chef Jordan sowie auch vom Bundesrat, lautet:

    Die SNB kann einfach Banknoten drucken und damit alle ihre Schulden „bedienen“ (zurückzahlen).
    Nein! Kann sie nicht!
    Warum nicht?

    Wenn die SNB auf der Passivseite ihrer Bilanz das Konto „Notenumlauf“ vergrössern möchte, so muss sie – ich betone: muss sie – auf der Aktivseite einen Vermögenswert hereinnehmen und in ihrer Bilanz verbuchen. Nur so bleibt die Bilanz ausgeglichen.

    Angenommen, der Wert des SNB-Vermögens falle unter Wert ihrer Schulden. Würde die SNB nun versuchen, mit neu gedruckten Banknoten den entstandenen Verlust bzw. die alten Schulden ( „Loch im Eigenkapital der SNB“) zu begleichen, so ginge das aus folgendem Grund nicht:

    Um neue Banknoten emittieren zu wollen, müsste die SNB neue Vermögenswerte hereinnehmen und in ihrer Bilanz unter „Vermögen“ verbuchen (Buchungssatz z.B. „Gold an Notenumlauf“ oder „Euro an Notenumlauf“). D.h. die SNB würde für die neu erworbenen Vermögenswerte eine neue Schuld eingehen. Die neu emittierten Banknoten wären dann die Schuldscheine in Bezug auf die neu erworbenen Vermögenswerte (in diesem Fall Gold oder Euro).

    Die „alten“ Schulden der SNB, womit diese die alten (im Wert gefallenen) Vermögenswerte gekauft hatte, wären aber immer noch da – ungedeckt oder nur noch teilweise gedeckt. Die Schuld der SNB insgesamt bliebe somit unverändert bestehen. Der Unterschied wäre einfach der, dass die SNB nun noch eine weitere, neue Geldemission in sich getätigt hätte.

    Daraus folgt: Die Argumentation von Nationalbank und Bundesrat, die SNB könne durch Geld drucken „Liquidität“ schaffen und sämtliche Schulden jederzeit „bedienen“, ist grundfalsch (siehe: Jordan, Vortrag Volkswirtschaftliche Gesellschaft Basel).

    Die Behauptung von SNB und Bundesrates ist wissenschaftlich nicht haltbar.

    Daraus folgt: Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so ist das ein realer Verlust für die Schweizer Volkswirtschaft (möglicherweise in einem hohen Milliardenbereich).

    Die Behauptung der Nationalbank, sie könne negatives Eigenkapital der SNB einfach wieder ausgleichen durch Druck von neuen Banknoten (Vortrag Jordan) ist eine Illusion.

    Bezahlen werden wir Steuerzahler!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • @DividendenJaeger

      Es geht hier um Schulden der SNB (Staatsschulden) von rund 450 Milliarden Franken. Die SNB stellt diese, ihre Schulden, jedoch umgekehrt als Vermögen der SNB dar.

      Die SNB (und auch die Schweizer Professoren) gehen davon aus, dass die Bilanz der SNB auf beiden Seiten nur Vermögen der SNB ausweise. Schulden der SNB könne es gemäss SNB und Schweizer Professoren in der Bilanz der SNB gar nicht geben.

      Auf der Aktivseite seien die Devisen das Vermögen. Auf der Passivseite die Giroguthaben der Banken bei der SNB (Aktivdarlehen).

      Das „vermeintliche Vermögen“ auf der Passivseite der SNB (Notenbankgeldmenge), könne die SNB „unbeschränkt“ ausdehnen durch unbeschränkten Druck von Banknoten (z.B. Baltensperger, NZZ).

      Diese gravierende Verdrehung der Tatsachen ist für die Schweiz höchst riskant, da es sich, wie gesagt, um 450 Milliarden Staatsschulden handelt, von denen die SNB behauptet, sie seinen Vermögen, das sie „geschöpft“ habe.

      Sie, Dividenenjaeger, schreiben, Sie verstünden nichts von der doppelten Buchhaltung.

      Es ist aber genau die Buchhaltung, welche die Fehler der SNB verdeutlicht.

      Deshalb, DividendenJaeger, kann ich Ihnen nur raten, einen Buchhaltungskurs zu absolvieren.

      Und Bitte: Ich habe schon einmal gesagt, dass es keinen Spass macht, mit einem „Phantom“ endlos zu diskutieren.

      Sie können hier irgendwelche Behauptungen aufstellen und müssen sich dafür in keiner Weise rechtfertigen. Deshalb, so nehme ich an, dreht sich unsere Diskussion immer wieder im Kreis.

      Ich bitte Sie, zu verstehen, dass ich deshalb hier unsere Diskussion zwischen Ihnen und mir abbrechen möchte.

      Ich danke Ihnen trotzdem fürs „mitmachen.“

      mfG

    • Hallo Herr Mayer,

      wir haben hier ja verschiedenes diskutiert. Den Aspekt, den Sie jetzt aufmachen (falsche Darstellung der Vermögensverhältnisse der SNB) hatten wir so noch nicht.

      Bei allen Ihren Argumenten konnte ich Ihnen nicht immer zustimmen. Das was Sie hier aber wieder schreiben, passt halbwegs. Es wäre falsch darzustellen, dass die SNB auf riesige Vermögenswerte sitzt, denen keine Schulden entgegen stünden. Und sie haben auch recht damit, was Sie in einem vorherigen Beitrag geschrieben haben, dass die SNB soviel Geld schöpfen kann wie sie will, der Schuldenposten löst sich damit nicht auf.

      Wenn man so wie Sie ausgeführt haben, dass die SNB riesige Staatschulden hätte, sollte man auch erwähnen, dass trotz Bewertungsrisiko, den Schulden der Fremdwährungsposten entgegen steht. Und die SNB hat ein Eigenkapital von 52 Milliarden CHF. Damit lassen sich zur Not die eingegangenen Risiken auch abdecken.

      Beim Erstellen eines Beitrags, gebe ich auch eine E-Mail Adresse an (gegebenenfalls beim Blogbetreiber nachfragen). Über die, können Sie mich erreichen. Gerne teile ich Ihnen dann auch meinen Namen und Kontaktdaten mit, wenn das für Sie so wichtig ist.

      Was die Bilanzsaldiererei angeht, kann ich Ihnen zwar nicht sagen, was passiv oder aktiv zu buchen ist aber das es immer einen Gegenposten gibt weiß ich und glauben Sie mir, es würde Uns keinen Millimeter weiter bringen, wenn ich mir das Wissen aneignen würde. Es würde für Sie nichts anderes dabei heraus kommen als das, was ich hier schon geschrieben habe.

      Wir sind hier mit der Diskussion aber ohnehin ziemlich durch. Sie können gewisse Erkenntnisse insbesondere zum Begriff der Geldschöpfung (kurz: Geld erzeugen, in dem man Schulden eingeht, die idealerweise besichert sind) annehmen oder auch nicht. Das bleibt Ihnen überlassen.

      Aus der Diskussion nehme ich für mich die Erkenntnis mit: Das die NBs bei den GBs Schulden haben können wusste ich zwar, mir war aber nicht bewusst, welche Dimensionen das in der Praxis erreichen kann und dass das auch ein Weg zur Geldschöpfung der NBs ist.

      MfG

      DJ

    • Einen Nachtrag für die Leser hier habe ich noch zum Abrunden.

      Das Geld, was eine GB in Form von Buchgeld schöpft (Bank geht Schuld bei Ihren Kunden ein und hat dafür Geld zum verleihen), unterscheidet sich von Zentralbankgeld oder Buchgeld das die NB Schöpft dadurch, dass es kein gesetzliches Zahlungsmittel ist, es kann die Bank deswegen auch nicht verlassen und kann auch nicht als Guthaben der GB auf ihrem Konto bei der NB auftauchen. Es bleibt eine interne Verrechnungseinheit.
      Wie schon ausgeführt, muss bei einer Abhebung von Kontenguthaben oder Überweisung zu einer anderen Bank, Zentralbankgeld (Banknoten der NB oder auch Buchgeld der NB) vorgelegt werden.

      Die Geldschöpfung bei einer GB funktioniert deswegen auch nur transparent als wenn es Notenbankgeld wäre, so lange die Bank in der Lage ist, mit den Bareinlagen ihrer Kunden, den Zahlungsverkehr aufrecht zu erhalten.
      Da Geld beim Zahlungsverkehr zum Teil zwischen den Konten der Bankkunden der selben Bank transferiert wird und eingehende Zahlungen von anderen Banken ausgehende Zahlungen kompensieren, funktioniert diese Art der Geldschöpfung. Bei Engpässen, leihen sich die Banken untereinander Notenbankgeld gegen Gebühr (Zins) aus. Wer die Nachrichten während der Finanzkrise aufmerksam verfolgt hat, der hat mitbekommen, dass es gerade hier im europäischen Bankensektor zu einer Vertrauenskrise zwischen den Banken gekommen ist und eine massive Ausweitung der Bankenkrise gedroht hat, weil die Banken sich untereinander kein Geld mehr ausgeliehen haben. Die NBs sind hier helfend mit riesen Summen eingesprungen, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Die Gelder wurden mit einem kurzen Zeithorizont bereit gestellt, bis sich der Bankensektor wieder beruhigt hatte.
      Hier gäbe es noch viel Licht ins dunkle zu bringen, was im Detail hinter den Kulissen abgelaufen ist aber das ist ein anderes Thema.

      MfG

      DJ

  70. Nachtrag II

    Eine Möglichkeit für ein terminologisches Missverständnis könnte entstehen, indem man sich auf den Standpunkt stellt und sagt: Die SNB druckt die Banknoten, also schafft oder erschafft oder „schöpft“ sie Banknoten bzw. „die SNB schöpft Geld“.

    Dagegen wäre nichts einzuwenden. Aber aufgepasst: Die Notenbank „schöpft“ einzig und allein den „Schuldschein“ Banknote (den „Mantel“). Die SNB „schöpft“ nicht das Vermögen, welches dem Schuldschein erst den Wert gibt. Die SNB schafft nicht den „inneren Wert“ des Schuldscheins „Banknote“ (Geld).

    Insofern kann man also sagen: Die SNB „schöpft“ Geld in Form eines Schuldscheins und die Wirtschaft (Herr und Frau Schweizer) „schöpfen“ das Vermögen, welches dem Schuldschein dessen (inneren) Wert verleiht.

    Bis hierher hätte ich also keinen Einwand, mich einverstanden zu erklären mit der Aussage: „Die SNB schöpf Geld“.

    Man kann also sagen: Die Wirtschaft (Herr und Frau Schweizer) „schöpfen“ die Aktivseite der Notenbankbilanz (das Vermögen) und die SNB „schöpft“ die Passivseite der Notenbankbilanz (die Schulden). Sie tut das, indem sie jenen Investoren ein Guthaben „gutschreibt“, die bei ihr Vermögen (in Form von Gold, Euros usw.) hinterlegen.

    Ganz entschieden widerspreche ich aber der Argumentation der Nationalbank und des Bundesrates:

    Diese behaupten, die SNB könne „Liquidität“ schöpfen und erschaffen und damit jede Schuld „bedienen“ (Vortrag SNB-Chef Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel; Antwort des Bundesrates auf die SVP-Motion, Verschuldungslimite für die SNB, curia vista).

    Warum ist diese Argumentation von SNB und Bundesrat falsch?

    Erstens
    Geld wird dabei fälschlicherweise als Vermögen der SNB interpretiert anstatt als Schuld.

    Ja nachdem wie „liquide“ ein Vermögenswert ist, desto schneller kann damit eine Schuld „bedient“ oder beglichen werden. Bei „liquiden Mitteln“ handelt es sich somit immer, ich wiederhole: immer um Vermögen in einer Bilanz. Liquide Mittel werden links oben in der Bilanz, d.h. auf der Aktivseite verbucht.

    Wenn jetzt SNB und Bundesrat behaupten, die SNB könne „unbeschränkt“ Banknoten drucken und schaffe damit „Liquidität“ womit die SNB ihre eigenen Schulden „bedienen“ oder abbauen könne, so ist das grundfalsch.

    Es ist falsch, weil die SNB durch Drucken von Banknoten nicht Vermögen schaffen kann, sondern umgekehrt Schulden. Beweis: Der Notenumlauf wird folgerichtig auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Der Notenumlauf der SNB kann niemals mit dem Konto Kassa eines privaten Marktteilnehmers verglichen werden. Bei einem privaten Marktteilnehmer gehören Banknoten zum liquiden Vermögen und werden Folge dessen links oben in der Bilanz verbucht.

    Bei der SNB hingegen stellt der Notenumlauf eine Schuld dar und wird Folge dessen auf der rechten Seite verbucht.

    Konklusion: Durch Drucken von Banknoten kann die SNB keine eigene Liquidität (Vermögen) schaffen, womit sie eigene Schulden begleichen könnte. Beim Drucken von Banknoten nimmt die SNB bereits geschaffenes (geschöpftes) Vermögen in ihrer Bilanz auf gegen Ausstellung eines Schuldscheins (Banknote).

    Durch Drucken von Banknoten „schöpft“ die Notenbank eben kein Vermögen, sondern nur Schulden.

    Zweitens
    SNB-Chef Thomas Jordan behauptet, die SNB könne nie illiquide werden, weil sie durch Drucken von Banknoten „unbeschränkt“ „Liquidität“ schaffen („schöpfen“) könne. Deshalb könne sie jede Verbindlichkeit jederzeit „bedienen“. Er interpretiert dabei den Notenumlauf fälschlicherweise als Vermögen der SNB, anstatt als Schulden.

    Eine Schuld bedienen (Wortwahl Jordan) heisst, sie zu verkleinern. Die Passivseite des Schuldners wird dadurch verkürzt. Wenn die SNB aber Banknoten druckt, so verkleinert sie ihre Schulden nicht, sondern sie vergrössert ihre Schulden. Beweis: Die Passivseite der SNB-Bilanz wird verlängert, wenn der Notenumlauf steigt.

    Würde die SNB Banknoten drucken und den Banken übergeben anstelle ihrer Giroguthaben bei der SNB, so würde der Buchungssatz lauten: „Giroguthaben der Banken“ an „Notenumlauf“. Das wäre nichts anderes als ein Passivtausch. Die Schuld würde damit keineswegs „bedient“ oder verringert. Die Länge der Passivseite bliebe unverändert.

    Wollte die SNB die Giroguthaben der Banken, d.h. also ihre Schulden verringern, so müsste sie den Banken als Gegenleistung einen „liquiden Vermögenswert“ von ihrer Aktivseite übergeben (Gold, Euros usw.) Das ist die „Liquidität“ der SNB – nicht Banknoten. Aktiv- und Passivseite der SNB-Bilanz würden dadurch verkürzt.

    Wenn aber das Vermögen der SNB unter Wert ihrer Schulden fällt, so besitzt die SNB nicht mehr genügend Vermögen, um sämtliche ihre Schulden begleichen zu können. Das Drucken von Noten bringt sie dann auch nicht weiter, weil Banknoten eben nicht Vermögen der SNB darstellen.

    Die SNB ist jetzt „illiquide“ bzw. insolvent, weil sie nicht mehr genügend Liquidität auf ihrer Aktivseite besitzt.

    Und jetzt sind wir wieder beim Vergleich mit den „Geburtsurkunden“: Wenn die SNB Banknoten emittiert gegen einen Vermögenswert und dieser Vermögenswert „geht unter“, so sind die ausstehenden Banknoten wertlos. Die SNB kann jetzt nicht einfach neue Schuldscheine (Banknoten) drucken und meinen, damit sei das Problem gelöst.

    Genauso wie nach einem Krieg: Da kann die Regierung nicht einfach neue Geburtsurkunden für die Gefallenen ausstellen und meinen, das Problem sei gelöst.

    Es geht hier nicht um Wortklauberei. Es geht mittlerweile um Staatsschulden der SNB von über 450 Milliarden Franken (!), von denen die SNB behauptet, sie, die SNB, hätte dieses Vermögen geschaffen („geschöpft“).

    Nein! Die Wirtschaft hat es geschaffen und der SNB anvertraut.

    Deshalb hat die SNB dieses sicher und zum Wohle der Schweiz anzulegen – nicht wie im Casino den gesamten Betrag im Ausland gegen den Schweizer Franken und zu wetten.

    Den Franken schwächen heisst, dem Franken schaden; und dem Franken schaden heisst, der Schweiz zu schaden.

    Fällt das Eigenkapital der SNB in den Minusbereich, so sind ihre Schulden nicht mehr gedeckt. Das wäre dasselbe, wie wenn die SNB einfach Banknoten druckte, ohne Gegenwert.

    Gestern wurde bekannt, dass der Orell Füssli Banknoten im Wert von 1.8 Millionen während des Drucks gestohlen wurden. Das ist ein volkswirtschaftlicher Schaden von 1.8 Millionen. Interpool wurde eingeschaltet.

    Bei den unglaublichen Devisenkäufen der SNB geht es um mehrere hundert Milliarden Franken! Fällt der Euro und das Eigenkapital der SNB fällt in den negativen Bereich, so steigt der volkswirtschaftliche Schaden, verursacht durch unsere Nationalbank, in einem hohen Milliardenbereich!

    Es würde sich also lohnen dass sich die SNB endlich einmal Gedanken dazu macht, was „Geldschöpfung“ eigentlich bedeutet, anstatt immer nur zu behaupten, sie könne „Liquidität“ sprich Vermögen schaffen.

    Nein, die SNB hat dreistellige Milliardenbeträge Schulden – das sind Staatsschulden – unsere Schulden!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

  71. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    Sie schreiben unten:
    > Der Unterschied von „Goldtaler“ und „Papiertaler“ aus Sicht der Zentralbank ist übrigens der, dass „Goldtaler“ Eigenkapital und „Papiertaler“ Fremdkapital der Zentralbank darstellen.

    Hier sind wir am alles entscheidenden Punkt!
    Goldtaler, Papiertaler, Aluchips, Glaskügelchen, alles mögliche kann das Abgabengut sein und das Abgabengut ist das Geld.

    Ein Aktivum ist es für die Zentralbank nur dann, wenn sie damit ausgestattet wurde.
    Behält der Staat das produzierte Abgabengut anfänglich bei sich, dann muss die Zentralbank beim Staat einen Kredit aufnehmen, bevor sie es auszahlen kann.
    Sehen Sie sich, bitte, unseren kleinen Urwaldstaat noch einmal an. Das ist ein sehr wichtiges Beispiel, denn die realen Staaten funktionieren nach diesem Prinzip.
    Die realen Staaten stellen die Vorgänge aber leider falsch dar. Daher (!), wegen dieser Falschdarstellung, kommt die ganze Verwirrung. Sehen Sie sich nur unsere umfangreiche Diskussion an, im Grunde geht es doch nur um die Frage: Was ist Geld?
    Bei unserem Urwaldstaat könnten wir doch völlig problemlos auf das Druckerpapier „Urwaldtaler“ draufschreiben. Von den Steuerpflichtigen würden wir dann x Urwaldtaler als Steuer verlangen. Weil die Steuerpflichtigen keine Urwaldtaler haben, müssen sie etwas gegen Urwaldtaler anbieten, der Markt, auf dem Waren gegen Urwaldtaler angeboten werden, wird von uns herbeigezwungen. Einige werden Unternehmer, auch Banker, andere werden Arbeitnehmer, auch Staatsangestellte.

    So (!) läuft die ganze Veranstaltung!

    Abschließend noch dies: Wir als Staat können auf das Druckerpapier auch „10 Urwaldtaler“, „100 Urwaldtaler“ usw. schreiben. Wir als Staat können der Zentralbank nun Kredit in ungeahnter Höhe einräumen.
    Wenn man als Staat und Zentralbank mit diesem Potential nicht sorgsam umgeht, dann droht selbstverständlich Geldentwertung, d.h. die Kaufkraft des Geldes sinkt, die Preise steigen.

    Mit Banknoten hat das aber nichts zu tun. Es handelt sich um Staatspapiergeld.

    Wenn die SNB die frisch produzierten Geldscheine von der Druckerei erhält, dann bucht sie das Geld so ein:
    Kasse an Emission.
    Wenn die SNB Geld auszahlt, dann bucht sie:
    Girokonto inländische Bank an Kasse.

    Die SNB hat eine „interne Kasse“, leider, leider ist dieses Konto Kasse ein „Unterkonto vom Banknotenumlauf“ und das ist eindeutig falsch.
    Richtig muss dieses Konto Kasse ein Unterkonto der Passivaposition „Verbindlichkeiten bei der Staatsschatzkammer“ sein.

    Diese „interne Kasse“ ist nämlich nichts anderes als die Kasse der Staatschatzkammer, aus der die SNB Geld entnimmt, wenn sie welches auszahlen will.

    Ein klitzekleiner Fehler, der aber unglaubliche Auswirkungen für das Verständnis des Geldes hat.

    Geld ist Geld, Geldkredite sind Geldkredite. Bestehen Geldkredite, dann gibt es Geldgläubiger und Geldschuldner.

    Sie sehen, Herr Dr. Meyer, ihre Artikelüberschrift
    „Die SNB und das Märchen von der „Geldschöpfung“ ist mehr als berechtigt, allerdings auf eine etwas andere Art und Weise, als Sie ursprünglich dachten.

    Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: Es scheint niemandem wirklich klar zu sein, was Geld eigentlich ist – nicht einmal unserer Nationalbank. Deshalb hier die ellenlange Diskussion.

      Aber bitte! Es geht nun bereits um 450 Milliarden „Geld“ bei der SNB.

      Wir müssen nun endlich herausfinden, was Geld ist!

      Ich definiere: Notenbankgeld der SNB sind Schulden der SNB, sprich Staatsschulden!

      Meine Sicht der Dinge ist die, dass Geld (Notenbankgeld, d.h. Banknoten und „Giroguthaben der Banken“) eine „Schuldanerkennung“ oder „Schuldschein“ oder „Quittung“ der SNB darstellen für Vermögen, das bei der SNB hinterlegt wurde.

      In Ihrem Argumentarium kommt immer wieder das Wort „Abgabengut“ vor.

      Sie betrachten Geld also quasi als „Steuerrechnung“ des Staates gegenüber seinen Bürgern.

      Bei einer Steuerrechnung ist tatsächlich der Staat der Gläubiger und die Bürger sind Schuldner. Solche Banknoten wären denkbar.

      Nur: Diese hätten ein grosses Ausfallrisiko, eine sehr grosse Stückelung und wären demzufolge völlig ungeeignet als Geld.

      Realität: In der Schweiz wird das Geldwesen nicht mit ausgefüllten Steuerformularen abgewickelt, sondern mit Schweizerfranken-Banknoten. Diese repräsentieren umgekehrt eine Schuld des Staates (SNB) gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern.

      Übrigens: Bei einer solch zeitaufwendigen Diskussion wie mit Ihnen, möchte ich wirklich wissen, mit wem ich diskutiere. Ich kann nicht meine Zeit verlieren, indem ich mit einem „Phantom“ hin und her schreibe, das seine eigenen Ideen hier präsentieren will.

      Also: Entweder Sie geben ab jetzt ab sofort Ihren korrekten Namen bekannt oder ich breche die Diskussion mit ihnen hier ab.

      mfG

  72. Hallo Herr Mayer,

    Die Bank kann bei einer Mindestreserve von 10% aus der Bareinlage der Frau, maximal 90.000 CHF Buchgeld schöpfen.

    Wie kommen Sie darauf, dass die Bank den Handwerker die 7000 CHF in Bar bucht. Dem ist nicht zwangsläufig so. Die 7000 in Bar sind erst dann notwendig, wenn das Geld auf ein Konto einer anderen Bank überwiesen wird oder der Handwerker sich das Geld auszahlen lässt.
    Da aber wie schon geschildert über den Zahlungsausgleich aller Kunden der Bank, nur ein Bruchteil in Bar benötigt wird, kann die Bank Kredite rein als Buchgeld vergeben.

    Das ist dann auch das, was zum Geldschöpfungsprozess gehört. Diesen Vorgang nennt man so, unabhängig davon, was Sie Sich darunter vorstellen möchten.

    Weiterhin habe ich ausgeführt, dass die SNB nicht einfach hergehen kann und die Einlagen der GBs in die Schweiz investieren. Das ist geradezu ein Abenteuerlicher Gedanke von Ihnen. Wenn dieses Geld in der Schweiz investiert werden soll, dann muss es eine GB bei der SNB gegen Sicherheiten ausleihen und kann Sie dann entweder im Rahmen des Eigenhandels selber irgendwo in der Schweiz investieren oder ein Kunde der Bank nimmt bei der GB eine Kredit und investiert es oder die GB kauft Schweizer Staatsanleihen dafür, reicht die Anleihen als Sicherheit bei der SNB ein, um wieder liquide zu sein und der Staat investiert im Land.
    Die SNB wird ganz sicher nicht im Land auf eigene Rechnung Investitionen tätigen. Das ist nicht Aufgabe der SNB.

    Zum letzten Absatz in Ihrem Beitrag. Die 10.000 CHF der Frau sind zunächst weg vom Markt, wenn die Frau das Geld bei der Bank abgibt. Was gibt es daran nicht zu verstehen? Die Frau kann sich so lange das Geld bei der Bank ist, nichts dafür kaufen.

    Erst wenn die Bank das Geld verleiht, kann es wieder Kaufkraftwirksam werden. Und die Bank kann aus den 10.000 CHF bei 10% Mindestreserve maximal 90.000 CHF an Buchgeld erzeugen, die in der Folge kaufkraftwirksam werden.
    Würde die Frau die 10.000 CHF unter das Kopfkissen legen, wäre es dem Geldkreislauf mit deflationärer Wirkung entzogen. Irgendwer, der sich dieses Geld geliehen hat, ist darauf angewiesen, dass das Geld im Umlauf beleibt, damit er die Chance hat, es sich wieder zu verdienen und seine Verbindlichkeiten zu bedienen.

    Ihre Behauptung, die SNB könne kein Geld schöpfen ist nonsens. Jede Notenbank kann das.

    Aber sehen wir mal über die obigen Punkte hinweg. Habe mir die Bilanz der SNB (http://www.snb.ch/ext/stats/statmon/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf) angeschaut und muss Ihnen zustimmen.
    Das sieht mir nach folgendem aus. Seit der Finanzkrise kauft die SNB massiv Devisen und dies mit den Guthaben der GBs bei ihr.
    Das sieht so aus, als wenn Ausländer raus aus Ihrer Währung und rein in den CHF wollen und dieses Geld anschließend zur Verwahrung bei einer GB deponieren, selbst bei negativer Realverzinsung.
    Wenn man sich den Chart http://www.finanztreff.de/1/chartNG.gfn?overTime=2&instrumentId=2203841&height=190&width=314&time=30000&chartType=0&subProperty=1 EUR/CHF anschaut, wurde im Herbst 2011 fast die Parität zum EUR erreicht. Das wäre mit Sicherheit nicht folgenlos für den Schweizer Export geblieben und wer weiß, wie das ohne Intervention der SNB weiter gelaufen wäre. Vielleicht versucht hier eine Spekulatengruppe den CHF zu knacken und zwingt die SNB damit zu den Devisenkäufen oder es ist der vermeintliche Save Haven, der hier lockt.

    MfG

    DJ

    • @Dividendenjaeger

      Der letzte Teil ihres Kommentars ist vollkommen richtig. Deshalb lassen Sie mich dazu zuerst Stellung nehmen:

      Gut, dass Sie sich nun endlich auch einmal die Mühe genommen haben, die Bilanz der SNB zumindest „anzuschauen“.

      Ihre Beobachtung teile ich: Die Ausländer (gemäss Standard an Poor’s Investoren aus Südeuropa) sind aus Ihrer Währung (Euro) ausgestiegen und haben ihr Vermögen bei Schweizer Banken „parkiert“, möglicherweise sogar zu negativen Zinsen.

      Das habe ich weiter unten in anderen Antworten auf Kommentare bereits diverse Male auch schon so beschrieben. Die Geschäftsbanken legen nun dieses Kapital, das ihnen zugeflossen ist (und auf das sie möglicherweise negative Zinsen erheben), ihrerseits bei der Nationalbank an. Selbst wenn die Banken auf ihren Giroguthaben bei der SNB keine Zinsen erhalten, so erwirtschaften sie in diesem Fall dennoch einen positiven Zinsensaldo. Das ist also ein Geschäft für die „Geschäftsbanken“.

      Sie sehen: Bereits diese Feststellung zeigt einen ganz anderen Sachverhalt, als die SNB und „weisemachen will“. Die SNB will uns „weisemachen“, sie, die SNB, habe das Geld, die „Giroguthaben der Banken bei der SNB“, „geschöpft“ bzw. erarbeitet.

      Nein! Menschen aus Südeuropa haben in diesem Fall das Kapital, das nun über „Umwege“ bei der SNB „gelandet“ ist, erarbeitet. D.h. die SNB – wir – haben Schulden bei den Banken und diese haben Schulden bei den Investoren aus Südeuropa.

      Es ist nun so, dass die ausländischen Investoren Franken gegen Euros kauften und die SNB tut exakt das Gegenteil: Sie kauft Euros gegen Franken. Daraus ergibt sich ein Wechselkursrisiko für beide Seiten:

      Steigt der Euro bzw. fällt der Franken, so verbuchen die ausländischen Investoren einen Verlust. Sie wären lieber in der einheimischen Währung (Euro) investiert geblieben.

      Fällt jedoch der Euro und der Franken steigt, so verbucht die SNB einen Verlust.

      Wer ist stärker? Seit Jahrzehnten fallen sämtliche Währungen gegenüber dem Franken. Weshalb soll sich das nun ändern?

      Pro memoria: Die Guthaben der Banken bei der SNB stellen umgekehrt Schulden der SNB bei den Geschäftsbanken dar.

      Wenn also der Euro fällt, so werden die ausländischen Investoren bestimmt einmal „Kasse machen“, weil sie ja den „Jackpot SNB“ geknackt haben. In diesem Fall verkaufen sie ihre Franken und ziehen ihr Geld von den Schweizer Geschäftsbanken ab.

      Die Geschäftsbanken ihrerseits ziehen ihre Guthaben bei der SNB auch ab. Um den Banken deren Guthaben in Franken „gutschreiben“ zu können, muss die SNB ihre Euros verkaufen, um dafür wieder Schweizerfranken zu erhalten. (Oder aber die SNB nimmt Kapital auf über „Schuldverschreibungen“, was zu einem massiven Zinsanstieg in unserem Lande führen würde).

      Das Problem ist jetzt: Die SNB erhält nun weniger Franken aus ihren Eurokäufen zurück, als sie benötigte, um die Euros zu kaufen. Der SNB fehlen nun viele Milliarden Franken in Form von Vermögen (nicht in Form von Schulden).

      Weil die SNB den Geschäftsbanken deren Guthaben in Franken nicht vollständig zurückerstatten kann, müssen die Banken ihre Guthaben bei der SNB entsprechend tiefer bewerten.

      D.h. das negative Eigenkapital der SNB überträgt sich eins zu eins auf die Geschäftsbanken und die PostFinance. Das kann bis zum Konkurs dieser Institute führen. Arbeitslosigkeit am Paradeplatz.

      Noch kurz zu Ihren anderen Punkten (es handelt sich alles um Wiederholungen; Sie drehen sich im Kreis).

      Wenn die SNB die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bekämpfen will, so muss sie in der Schweiz investieren – nicht im Ausland. Gesunder Menschenverstand.

      Eine grosse Nachfrage nach Gütern in der Schweiz führt zu einem Anstieg der Preise in der Schweiz. Jeder Verkäufer einer Ware ist froh, wenn er ein Gut teuer verkaufen kann, weil die Nachfrage nach seinem Gut steigt.

      Eine grosse Nachfrage nach Schweizer Gütern führt auch zu einer grossen Nachfrage nach Schweizerfranken. Ergo: Der Franken steigt. Das ist natürlich und eine gesunde Entwicklung.

      Die SNB will nun den Franken schwächen. Den Franken schwächen heisst, dem Franken schaden. Und dem Franken schaden heisst, der Schweiz schaden.

      Wollte die SNB den Franken schwächen so müsste sie umgekehrt darum bemüht sein, die Exporte der Schweizer Exportindustrie zu drosseln. Dann würden weniger Franken nachgefragt.

      Sie sehen; es ist absurd, was unsere SNB tut…

      Der Aussenhandelsbilanzüberschuss der Schweiz ist locker auf über 20 Milliarden Franken gestiegen. D.h. der Franken wird aufgrund der Exporte immer mehr nachgefragt. Deshalb wird die SNB ihren „Kampf“ zu Schwächung des Frankens früher oder später verlieren. Jetzt wäre noch Zeit, auszusteigen.

      Der Dollar fiel von über 4.30 seit Freigabe der Wechselkurse auf 0.9. Trotzdem exportieren wir mehr Güter als je zuvor in die USA.

      Nun noch kurz zum Geldschöpfungsmultiplikator:

      Wenn eine Frau 10‘000 Franken in Bargeld auf die Bank bringt, so besitzt die Bank auf ihrer Aktivseite lediglich Bargeld – kein Buchgeld (Konto Kassa). Auf der Passivseite verbucht die Bank „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“. Der Buchungssatz lautet „Kassa“ an „Verbindlichkeiten gegenüber Kunden“ 10‘000.

      Wollte die Bank nun dem Handwerker einen Kredit in Form von Buchgeld gewähren so kann sie das nicht, weil auf der rechten Seite des Buchungssatzes ein Buchgeldkonto stehen müsste, das zum Vermögen der Bank auf der Aktivseite (links) gehört. Dort steht aber nur das Konto „Kassa 10‘000“ (Bargeldkonto – kein Buchgeldkonto).

      Die Geldmenge ist unverändert geblieben: 3 Tausendernoten bleiben bei der Bank in der Kasse und 7 Tausendernoten haben die Handwerker. Gibt zusammen 10 Tausendernoten.

      Wollte die Bank den Handwerkern einen Kredit in Form von Buchgeld gewähren, so müsste sie auf der Aktivseite ein Buchgeldkonto mit einem

      DividendenJaeger: Alles, was ich hier geschrieben habe, habe ich weiter unten auch schon geschrieben – an Sie und andere Kommentatoren. Bitte verstehen Sie: Ich kann nicht alles immer und immer wiederholen. Dafür habe ich schlicht keine Zeit. Bitte lesen Sie meine anderen Antworten an andere Kommentatoren auch durch.

      mfG

    • Hallo Herr Mayer,

      in ein Paar Punkten konnten wir Konsens herstellen aber es bleiben noch einige offen.

      Die SNB ist den GBs Geld in Landeswährung schuldig. Wenn die Ausländer Ihre CHF von den GBs haben wollen, kann die SNB immer liefern, in dem Sie CHF erschafft.
      Sie kann, muss aber nicht die Fremdwährung gegen CHF verkaufen, um die GBs auszuhalen.

      Von der Seite sehe ich das Risiko begrenzt.

      Sie gehen davon aus, dass ein Markt beliebig elastisch ist. Wenn das ja egal wäre, wieviel Schweizer Produkte kosten, warum verzehnfachen die Firmen nicht einfach ihren Preis. Wäre doch toll für die Schweizer mal nebenbei so viele einnahmen zu generieren. Den Wertverfall des Dollars gegenüber CHF hat viele Jahrzehnte in Anspruch genommen und gegenüber den EU27 hat die Schweiz ein Defizit in der Handelsbilanz von 25 Milliarden CHF und ausgerechnet hier, wollen sie alle Flanken offen lassen?
      Gegenüber dem Wechselkurs von 1,2 zu EURO liegt die Parität die fast erreicht war 20% darunter, mit der Aussicht auf eine weitere Verschlechterung ohne Intervention.

      Zu der Einlage der Frau. Wenn 7000 CHF an den Handwerker verliehen sind und der sich eine Maschine bei C kauft, der auch Kunde bei der Bank ist, dann hat der 7000 CHF auf seinem Konto. Wieso soll die Bank diese 7000 CHF nicht weiter verleihen können?

      Und wir drehen uns im Kreis, weil sie das was ich geschrieben habe, auch nicht zur Kenntnis nehmen wollen. Die SNB kann nicht selber in der Schweiz investieren, das ist nicht ihre Aufgabe. Sie kann nur das nötige Geld in Form eines Kredites dafür anbieten, den jemand anfordern muss.

      Hingegen ist Geldwertstabilität schon eine Aufgabe der SNB.
      Wenn die SNB weiterhin Fremdwährung aufkauft, wird der Markt irgendwann man zweifel daran haben, ob der Kauf von CHF so eine gute Idee war und dreht sich die Nachfrage nach CHF oder die Weltwirtschaft erholt sich soweit, dass auch die Nachfrage nach CHF dreht.

      Die Devisen hat die SNB sicher nicht über Terminkontrakte gekauft, muss daher auch nicht liefern. Und wenn die GBs ihre CHF wieder haben wolle, dann druckt sie eben welche (falls die Devisen einen ungünstigen Wechselkurs haben)und besichert die mit ihren Deviseneinlagen. Statt dem Posten bei den GBs, macht sie einen eigenen auf. Dann passt doch alles. Im gegenteil, bei der Rückabwicklung der CHF, wird die Nachfrage nach Devisen höher und es winken Gewinne.

      MfG

      DJ

    • @Dividendenjaaeger

      Alle Ihre gestellten Fragen habe ich weiter unten bereits gegeben. Ich kann nicht alles x-mal wiederholen.

      Dazu fehlt mir die Zeit. Ich hoffe, Sie haben Verständnis dafür.

      Also bitte lesen Sie meine Antworten weiter unten.

      mfG

    • @DividendenJaeger

      Sie sind ja „Divdendenjaeger“:

      Profitieren Sie mehr davon, wenn die SNB in ein Unternehmen investiert, von dem Sie Miteigentümer (Aktionär) sind oder nicht?

      Wenn die SNB in ein Unternehmen investiert, so profitieren davon alle Interessengruppen – neben Ihnen als Aktionär auch der Staat, die Beschäftigten, die Konsumenten usw.

      Sämtliche „Stakeholder“ (Interessengruppen) profitieren von Investitionen der SNB.

      Das gilt auch für Investitionen der SNB in Unternehmen in der Schweiz oder in unser Land selber.

      Die Schweiz gehört uns – wir sind die Schweiz. Wenn die SNB hierzulande investiert, so profitieren wir alle – Schweizerinnen und Schweizer. Wenn die SNB jedoch ins Ausland investiert, so haben wir Schweizerinnen und Schweizer das Nachsehen. Das ist jetzt der Fall. Zudem garantieren wir für ein exorbitantes Wechselkursrisiko, das die SNB eingegangen ist.

      Deshalb vertrete ich die Ansicht, dass die SNB vermehrt in die Schweiz investiere.

      Die SNB investiert momentan gerade noch etwas mehr als ein halbes Prozent (!) ihres Vermögens in der Schweiz.

      Das kann es doch wohl nicht sein? Oder?

      In der Bundesverfassung steht geschrieben, dass die SNB im Gesamtinteresse der Schweiz investieren muss.

      Heisst das, dass sie alles Kapital im Ausland anlegt? Wohl kaum!

      Wenn Sie ein guter Dividendenjaeger sind, so sollten Sie meine Kritik an den Investitionen der SNB verstehen.

      mfG

  73. @Thomas Ramseyer

    In meiner Antwort an Sie habe ich ganz klar aufgezeigt, welches die Irrtümer in Ihrem Argumentarium sind.

    Dass Sie jetzt noch schnell versuchen, auf Kosten meines Artikels und auf Kosten von Inside Paradeplatz gratis Reklame zu betreiben für Ihren eigenen Blog finde ich „billig“.

    Es geht hier nicht um ein „Schaulaufen“. Es geht darum, die Irrtümer unserer Schweizerischen Nationalbank offenzulegen – bevor es zu spät ist.

    mfG

    • @Dividendenjaeger

      Sie schreiben: „Wenn die Ausländer Ihre CHF von den GBs haben wollen, kann die SNB immer liefern, in dem Sie CHF erschafft.“

      Nein! Die Schweizerfranken, welche die SNB schafft sind „Schulden-Franken“ – nicht „Vermögen-Franken“, um es einmal so zu formulieren. Um Schulden zurückzuzahlen bräuchte die SNB aber „Vermögen-Franken“.

      Ich will das nochmals erklären:

      Angenommen: Die SNB nimmt bei den Geschäftsbanken Kredite in Form von „Giroguthaben der Banken“ im Betrag von 120 Milliarden Franken auf und wechselt diese zugleich in Euro. Der Buchungssatz lautet dann bei der SNB „Devisenanlagen (Euro)“ an „Giroguthaben der Banken“ 120 Milliarden Franken.

      Beim Kurs von 1.2 Franken / Euro besitzt die SNB jetzt 100 Milliarden Euro.

      Nun falle der Kurs auf 1 : 1 und die SNB wechsle die Euros zurück in Franken, weil die Geschäftsbanken ihre Guthaben zurückfordern.

      Die SNB erhält jetzt noch 100 Milliarden Franken zurück. Diese kann sie den Geschäftsbanken zurückzahlen. Der Buchungssatz lautet jetzt: „Giroguthaben der Banken“ an „Devisenanlagen“ 100 Milliarden Franken.

      Da der Wert der Devisenanlagen seit dem Kauf durch die SNB von 120 Milliarden auf 100 Milliarden Franken gefallen ist, fehlen der SNB 20 Milliarden Franken.

      Sie schreiben nun: „Die SNB kann immer liefern, indem sie Schweizerfranken schafft.“

      Das Problem der SNB ist, dass sie auf ihrer Passivseite 20 Milliarden „Girokonten der Banken“ noch offen hat. Mit anderen Worten: Die SNB hat gegenüber den Geschäftsbanken offene Schulden im Betrag von 20 Milliarden Franken.

      Um diese Schuld begleichen zu können, benötigt sie Vermögen von 20 Milliarden Franken. Das hat sie nicht. Also hat sie ein „Loch im Eigenkapital“ auf der Aktivseite der Bilanz.

      Auf der Aktivseite ist aber kein entsprechender Vermögenswert. D.h. der Buchungssatz für die geschuldeten 20 Milliarden Euro lautet: „negatives Eigenkapital“ an „Giroguthaben der SNB“ 20 Milliarden.

      Die SNB meint, sie könne nun einfach für 20 Milliarden Franken Banknoten drucken und an die Geschäftsbanken überweisen. Ich gehe davon aus, dass auch Sie dieser Meinung sind.

      Das ist aber falsch: Wenn die SNB Banknoten druckt, so muss sie diese ja gegen irgendeinen Wert emittieren.

      Angenommen, sie drucke für 20 Milliarden Franken Banknoten und übergebe diese den Banken gegen Euros, so lautet der neue Buchungssatz: „Devisenanlagen“ an „Giroguthaben der Banken“ 20 Milliarden.

      Das Resultat ist: Die Bilanz wird um 20 Milliarden verlängert – aber das Loch im Eigenkapital bleibt bestehen.

      Die SNB kann ihren Verlust durch Druck von Banknoten nicht kompensieren.

      Ich habe diese Zusammenhänge aufgezeigt in meinen Nachträgen II und III.

      Zu der Einlage der Frau habe ich gleich nach dem Nachtrag I noch einige Erläuterungen formuliert, diese sollte bald aufgeschaltet werden.

      Gemäss Bundesverfassung muss die SNB im Gesamtinteresse der Schweiz investieren. Was liegt eher im Gesamtinteresse der Schweiz? Investitionen für mehrere 100 Milliarden im Ausland oder in der Schweiz.

      Wenn die SNB die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bekämpfen will, muss sie dann in der Schweiz investieren oder im Ausland?

      Ich habe diverse Vorschläge dazu in meinem Artikel „Lieber in der Schweiz investieren anstatt in Euroland zu verlieren“, Inside Paradeplatz aufgezeigt.

      „…dann druckt sie eben welche…

      Dividendenjaeger – das ist eine sehr oberflächliche Argumentation, die sie hier vortragen. Wie soll die SNB diese gedruckten CHF verbuchen?

      Zu Ihrer Kenntnis: Es macht kein Spass mit einem „Phantom“ zu diskutieren.

      Mir wäre es Recht, die Diskussion hier abzubrechen – es sei denn, Sie melden sich unter Ihre korrekten Namen.

      Meine Zeit ist auch beschränkt.

      mfG

    • Hallo Herr Meyer,

      ob die anderen hier mit Ihrem richtigen Namen unterwegs sind, wissen Sie auch nicht. Da finde ich es ehrlicher, mit einem Synonym zu posten.

      Sorry außerdem für die Schreibfehler und die etwas schrägen Sätze aber hier gibt es leider keine Funktion zum nachträglich korrigieren und auf Anhieb bekomme ich ein Posting nicht fehlerfrei hin.

      Zur Buchung der SNB. Die SNB hat zu den Verbindlichkeiten gegenüber den GBs einen Gegenposten Fremdwährung.
      Wenn die SNB, falls überhaupt erforderlich, das tut was ich mir vorstelle, dann schafft sie CHF und zahlt sie an die GBs aus, wenn die ihre CHF zurück wollen. Die SNB hat dann einen Schuldenposten bei sich selber offen und verbucht wie zuvor als Gegenwert die Devisen, die sie mit dem „Nennwert“ beim Einkauf bewertet.
      Sie müsste in dem Fall keine Devisen verkaufen, wenn die GBs ihre CHF abziehen und der Wechselkurs gerade ungünstig ist.
      Wenn viele Kunden der GBs ihre CHF abziehen und auf dem Markt in EUROs tauschen wollen, werden sie auf einen verengten Markt stoßen, so lange die SNB ihre Devisen zurück hält. Dann entwickelt sich der Wechselkurs für die SNB wieder in die richtige Richtung und die SNB kann ihren Devisenposten nach und nach wieder auflösen und die Schulden bei sich wieder ausgleichen und die geschaffenen CHF wieder vernichten.

      Das Problem mit der Bewertung der Devisen hat die SNB ja eigentlich jetzt schon. Wenn Sie die in ihrer Bilanz zum aktuellen Wert in CHF verbuchen würde, müsste es einen Posten Gewinn/Verlust aus Devisen geben. So lange die SNB die Devisen in den Büchern zum Einkaufswert verbucht, kann der Devisenmarkt tun was er will und die SNB bekommt kein Problem.

      Dann zu Ihrem Argument, die SNB solle lieber in das eigene Land investieren. Wenn die SNB das täte, mit welchem Geld? Vermutlich das, was die GBs bei der SNB halten. Dann spielen Sie das doch mal durch. Von der Importseite bekäme die Schweiz Druck, die Preise zu senken und die SNB steuert durch Investitionen in der Schweiz dagegen, die aber verhindern, dass sich die Preise und Löhne nach unten entwickeln können, damit die Schweiz wieder wettbewerbsfähiger wird. Durch die Investitionen schafft sie wahrscheinlich auch noch Überkapazitäten, die am Bedarf vorbei gehen.
      Die SNB will Ihre Investments ja wieder zurück und am Besten noch mit Gewinn. Sie ist ja den GBs das Geld schuldig. Und Sie gehen davon aus, dass die SNB in der Lagen ist, die richtigen Investmententscheidungen zu treffen, zu verfolgen und Einfluss darauf zu nehmen, dass die mit Gewinn abschließen, obwohl der Druck von der Importseite munter zunimmt, da der CHF wegen der Nachfrage durch die Ausländer weiter an Fahrt zulegt?

      Der Bedarf an CHF aus dem Euroraum hat sich seit 2008 etwa verzehnfacht. Bei welchem Wechselkurs wäre der CHF zum EURO gelandet, wenn die SNB nicht soviel EUROs gekauft hätte? Der CHF wäre vermutlich weit über die Paritätsgrenze hinausgeschossen. Das hätte eine richtige Blase gegeben und weitere Käufe des CHF verursacht, die wiederum einen steigen CHF Kurs zur Folge gehabt und viele Spekulanten angelockt hätte.

      Meiner Ansicht nach hat die SNB hier klug gehandelt und wenn sie im Bedarfsfall CHF selber schafft, bekommt sie auch kein Problem.

      MfG

      DJ

    • @ Dividendenjaeger

      a) Die SNB kann keine Schweizerfranken schaffen in Form von „Vermögen“ wenn sie Banknoten druckt.

      b) Wenn die SNB die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bekämpfen will, so muss sie hierzulande investieren – nicht im Ausland.

      mfG

    • Noch ein Nachtrag. Vor 2008 hatten die GBs ca. 8 Milliarden CHF auf Ihren Konten bei der SNB. Heute sind es 320. Das ist doch Geldschöpfung der SNB par excellence.
      Wenn die GBs das Geld morgen fällig stellen, müsste die SNB 320 Milliarden CHF liefern. Woher dann nehmen und nicht stehlen? Die SNB kann dann gerne versuchen die Euros zu verkaufen, um die CHF zu besorgen aber diese CHF gibt es im Markt nicht. Die hat die SNB in Form von Buchgeld erzeugt, ähnlich wie die GBs über Kredite und den von mir schon mehrfach beschriebenen Vorgang, Geld in Form von Buchgeld erzeugen.
      Wenn alle Kunde einer Bank Ihr Geld morgen abheben wollten, könnte die Bank auch nicht liefern, weil es dieses Geld physisch nicht gibt.

      Und noch eine Anmerkung zu Investitionen der SNB in der Schweiz. Wenn die SNB das täte und die GBs aber plötzlich Ihre Einlagen zurück fordern, wie löst die SNB Ihre Investments kurzfristig auf, um die GBs auszuzahlen? Und wie verhindert sie hier Verluste?

      Und noch eine Frage an Sie. Wie kommen Banknoten (derzeit immerhin 60 Milliarden CHF) in den Umlauf, wenn sie die SNB nicht schöpfen kann? Wer ist denn hier die Ausgabestelle für Banknoten? Irgendwer hat sie schließlich produziert und gegen was an wen hergegeben?

    • Ihr letztes Posting hat sich mit meinem überlappt.

      Zu:
      „a) Die SNB kann keine Schweizerfranken schaffen in Form von “Vermögen” wenn sie Banknoten druckt.“

      Wie soll ich diese Aussage verstehen? Kann sie nun Banknoten drucken oder nicht?
      Wenn sie es druckt, wird sicherlich daraus nicht automatisch ein Vermögen von irgendwem. Dafür muss das Geld ausgeliehen werden.

      „b) Wenn die SNB die Arbeitslosigkeit in der Schweiz bekämpfen will, so muss sie hierzulande investieren – nicht im Ausland.“

      Daran habe ich meine erheblichen Zweifel, dass die SNB das sinnvoll tun kann (in die Schweiz investieren) und dass man langfristig damit eine positive Wirkung erzielen kann. Gründe habe ich dafür im Beitrag von 12:55 genannt. Ein weiterer ist, dass es den Schweizern nicht an Geld für Investitionen mangelt, sondern an Wettbewerbsfähigkeit, resultierend aus der Wechselkursproblematik.
      Wenn es eine Möglichkeit gäbe, die Wettbewerbsfähigkeit in der nötigen Geschwindigkeit anzuheben, würde das der private Sektor selber erledigen. Das ist seine Aufgabe und nicht die der SNB.
      In Deutschland wurde die Wettbewerbsfähigkeit über die Agenda 2010 und Lohndumping angehoben. Das hat funktioniert. So langsam kann man es sich leisten, über Mindestlöhne nachzudenken.
      Hingegen haben Subventionen der EU oder der BRD selten etwas positives bewirkt.

      MfG

      DJ

    • Noch ein Hinweis.

      Womit ich kein Problem hätte wäre, wenn die SNB ihre Gewinne in die Schweiz investiert. Das ist vermutlich auch das, was in den Regularien als Aufgabe für die SNB gefordert ist.
      Damit geht die SNB keine unkalkulierbaren Risiken ein. Jede NB, sofern sie nicht einer privaten Klicke gehört, gibt regelmäßig Überschüsse an den Staat ab, der sie im Rahmen des Staatshaushaltes im Land investiert.
      Dazu passen dann auch die von Ihnen angegebenen 0,5%. Etwas Rücklagen sollte man der SNB auch zugestehen.

      Was aus meiner Sicht aber gar nicht geht ist, dass die SNB die Einlagen der GBs für Investitionen verwendet und das auch noch im Eigenhandel.

      Ebenso geht auch nicht, selber Geld schaffen und in gleicher Weise verwenden. Hierfür kann es einige Ausnahmen geben, wenn das Land z.B. nach einem Krieg nieder liegt und ein Konzern mit noch ausreichend Substanz, mittel zum Wiederaufbau benötigt.
      Ansonsten ist der erste Kreditnehmern der SNB immer eine GB, die Sicherheiten vorlegen muss, um Geld zu erhalten, das die GB dann weiter verleihen oder Staatsanleihen dafür kaufen kann.

    • Sehr geehrter Herr Ramseyer!

      Sie schreiben:
      > Die SNB wird die Notenpresse NICHT anwerfen.

      Die SNB muss (!) Geldscheine auszahlen, wenn ein Geldgläubiger von ihr eine Geldzahlung verlangt. Das (!) ist in diesem Zusammenhang der entscheidende Fakt. Wenn die Geldgläubiger der SNB mit einem Guthaben auf ihrem Girokonto zufrieden sind (und damit der SNB zweifellos einen Kredit gewähren), dann werden selbstverständlich keine Geldscheine benötigt.

      Einen Kredit kann jeder Hirni einem anderen einräumen, aber nicht jeder kann auch eine Geldzahlung tätigen, wenn diese verlangt wird.

      Banknoten sähen prinzipiell so aus:
      http://s7.directupload.net/images/130929/6w2y8fza.png
      (Die Abbildung ist von mir erstellt.)

      Eine klare Sprache führt zu klaren Gedanken.

      Geld hat zwingend einen Eigentümer, dieser Eigentümer zeigt es zwingend in der Position „Kasse“. Macht er das nicht, handelt es sich um eine falsche Darstellung.

      Sämtliche Goldtaler haben sich immer beim jeweiligen Eigentümer in der Kasse befunden. Niemals, ich wiederhole, niemals waren Goldtaler das Passivum eines Emittenten.

      Bei einem Papiertaler ist das völlig vergleichbar.

      Freundliche Grüße!

  74. @Thomas Ramseyer
    1)Die SNB behauptet, sie könne „Geld schöpfen“ oder „Liquidität schöpfen“. Sie könne niemals „illiquide“ werden (siehe auch Antwort des Bundesrates auf SVP-Motion, curia vista), weil sie „unbeschränkt“ „Geld drucken“ könne.

    Gemäss SNB steht sie am Anfang des „Geldschöpfungsprozesses“. D.h. sie schöpft nicht von der einen Seite auf die andere Seite. Nein, die SNB behauptet, sie schaffe bzw. erschaffe oder eben „schöpfe“ Geld. Sie sei am Anfang der Geldschöpfung.

    Zitat Brunetti, Volkswirtschaftslehre:

    Geldschöpfung: Schaffung von Geld, indem die Zentralbank den Geschäftsbanken und schliesslich die Geschäftsbanken weiteren Akteuren Kredite gewähren.” (vgl. Brunetti, Volkswirtschaftslehre, hep, S. 166).
    Oder: “Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.” (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166).

    2) Es ist höchst interessant, zu hören, dass die Presse, in diesem Fall die NZZ, niemals das sage, was die SNB kommuniziere!

    Ja wäre es dann nicht die Aufgabe der SNB, die Presse darauf hinzuweisen, dass diese Dinge über die SNB schreibe, die nicht der Wahrheit entsprächen? Sollte die SNB die Presse, in diesem Fall die NZZ, nicht gar dazu auffordern, ihre Falschmeldung zu korrigieren? Insbesondere dann, wenn der Fehler so gravierend ist?

    Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB genauso Schulden der SNB darstellen, wie „Übrige Verbindlichkeiten“.

    Zudem kann die SNB nicht leugnen, dass sie eine Geldemission als Kreditgewährung der SNB an die Wirtschaft darstellt (siehe u.a. Film ECO von Reto Lipp; oder hat Lipp die Aussagen der SNB auch verdreht?).

    Dass die SNB bzw. Sie jetzt den Fehler der Presse im Allgemeinen und der NZZ im Besonderen zuspielen finde ich schwach.

    Und zudem: Auch Sie scheinen nicht zu verstehen, was „Liquidität“ ist:

    „Liquidität“ ist ein Ausdruck dafür, wie schnell ein Vermögenswert dazu verwendet werden kann, eine Schuld zu begleichen.

    Bei „Liquidität“ handelt es sich somit –- ex definitione – immer um Vermögen auf der Aktivseite der Bilanz.

    Sowohl die „übrigen Verbindlichkeiten“ als auch die „Giroguthaben der Banken“ in der Bilanz der SNB können deshalb nie und nimmer zum liquiden Vermögen der SNB gezählt bzw. als „Liquidität“ der SNB bezeichnet werden.

    Sie bezeichnen aber sowohl die „übrigen Verbindlichkeiten“ als auch die „Giroguthaben der Banken bei der SNB“ als „Liquidität“. Das ist falsch.

    3) Ja richtig. Guthaben der einen Seite sind Verbindlichkeiten der anderen Seite.

    Aber nicht ich, sondern Sie und die Nationalbank verwechseln die beiden Seiten. Ich will Ihnen das erklären.

    Die SNB behauptet, sie stelle den Banken „günstiges Geld“ oder „günstige „Liquidität“ zur Verfügung, wenn die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB steigen (zu einem günstigen „Leitzins“). Siehe dazu u.a. auch Film von Reto Lipps in ECO oder Marianne Fassbind bei SF Tagesschau. Oder hat sich hier wieder die Presse getäuscht?

    Nicht ich habe des „Gnusch“ – Sie und die SNB haben es!

    4) Sie schreiben, es sei „jenseits von Gut und Bös“, der Nationalbank zu unterstellen, sie wolle Verluste auf der Aktivseite durch Drucken von Banknoten ausgleichen. Ihre Worte. Wie bitte?

    Ich zitiere den SNB-Chef Thomas Jordan: „…mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden.“ (vgl. „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital? Vortrag Prof. Thomas Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, 28. September 2011, S. 13).

    Mit anderen Worten, negatives Eigenkapital der SNB kann, gemäss Jordan, durch Drucken von Banknoten aufgestockt werden. (Wenn auch nicht nachhaltig).

    Weiter behauptet Jordan: Die Geldschöpfung erlaubt …(der SNB, Anm.d.V.), den Zahlungsverpflichtungen (der SNB, Anm.d.V.) vollständig nachzukommen.

    Unter „Geldschöpfung“ versteht die Nationalbank das Drucken von Geld. Oder wollen Sie das auch bestreiten?

    Also behauptet die Nationalbank, sie könne sämtliche Schulden (auch bei negativem Eigenkapital) einfach begleichen durch Drucken von Banknoten.

    Ja – das ist tatsächlich „Jenseits von Gut und Böse“ – aber nicht, was ich sage, sondern das, was unser SNB-Chef behauptet. Er will bei negativem Eigenkapital der SNB einfach Banknoten drucken.

    Weiter argumentieren Sie: „Einzige Hilfe in diesem Fall (bei Verlusten, Anm.d.V.) ist eine Kapitalerhöhung. Der politische Wille dafür wäre ganz sicher vorhanden.

    Das sind Ihre Worte – erneut.

    Ich gehe mit Ihnen vollkommen einig: Im Falle von Verlusten der SNB ist eine Kapitalerhöhung die einzige Möglichkeit.

    Was aber sagt der SNB-Chef dazu?

    Zitat: „Eine Zentralbank bleibt trotz vorübergehend negativen Eigenkapitals uneingeschränkt
    handlungsfähig, weil sie nicht illiquid werden kann.“ (a.a.O. S. 13)

    Sie sehen also, die SNB denkt nicht an eine Kapitalerhöhung.

    Weiter behaupten Sie: „Der politische Wille zu einer Kapitalerhöhung wäre ganz sicher vorhanden.“

    Ich bitte Sie! Wo bleibt ihr politisches Sensorium?

    Wegen der drei Milliarden für den Gripen wird im Parlament jahrelang debattiert. Wenn aber der Euro beispielsweise wieder auf eins zu eins fällt zum Franken und die SNB besitzt 1 Billion Euro, so ergibt das einen Verlust von 200 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der SNB würde dabei auf fast minus 200 Milliarden Franken fallen.

    Das wären dann also ca. 70 Mal die Ausgaben für den Gripen. Oder rund 10 Neat-Röhren.

    Oder pro Einwohner fast 30‘000 Franken. Sie denken also, dazu sei der politische Willen „ganz sicher vorhanden“?

    Zudem hat die SNB angekündigt, dass sie „unbeschränkt“ weiter Euros kaufen werde. Das Eigenkapital der SNB könnte dann logischerweise noch mehrere hundert Milliarden (unbeschränkt!) weiter fallen.

    Und das wollen die Schweizerinnen und Schweizer ganz sicher bezahlen? Mit mehr Steuer?

    Ihr politisches Gefühl scheint Ihnen vollkommen abhanden gekommen zu sein – wie unserer Nationalbank auch!

    Darf ich umgekehrt Ihnen eine Empfehlung abgeben? Blicken Sie der Realität ins Auge!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • @ Hardy, der Student und Thomas Ramseyer

      Meine Herren! Sie beide kommen also zu Schluss, dass es sich bei den Giroguthaben der SNB „zweifellos“ um Kredite an die SNB handelt. Da sind wir nun doch schon ein ganzes Stück weiter!

      Die SNB behauptet ja im Gegenteil, wenn sie Geld emittiere, so tue sie das zu einem bestimmten Leitzins, den die Banken ihr bezahlen müssten. Das wäre dann ein Aktivzins der SNB und Geld müsste demzufolge ein Aktivdarlehen der SNB sein. Das ist es aber nicht: Geld ist ein Passivdarlehen der SNB bzw. ein Kredit, den die Banken der SNB gewähren.

      Wir sehen also. Die SNB irrt sich gewaltig, wenn sie Geld als ein Kredit bezeichnet, den sie den Banken gewähre. Insofern hat die Diskussion hier doch schon etwas gebracht.

      Damit ist auch die Grundlage des Geldmultiplikators falsch, wonach am Anfang der Geldschöpfung ein Kredit der Zentralbank an die Geschäftsbanken stünde (vgl. Lehrbuch von Brunetti).

      Klar: Es wird die Zeit kommen, wo alle behaupten: Natürlich, wir haben schon immer gesagt, Geld sei ein Kredit der Wirtschaft an die SNB und nicht umgekehrt! Diese Zeit wird kommen. Das ist so sicher wie das „Amen“ in der Kirche.

      @Hardy, der Student: Wollte die SNB den Banken für deren Giroguthaben Banknoten ausstellen, so wäre das lediglich ein Passivtausch.

      Dagegen spricht aber folgendes:

      Wenn die Giroguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB nicht mehr zu 100 Prozent gedeckt sind, so kann die SNB für die Unterdeckung nicht einfach Banknoten drucken und an die Banken überweisen, weil sie damit ihre Passivseite nur verlängert ohne Verlängerung der Aktivseite. Das „Loch im Eigenkapital der SNB“ würde dadurch nur noch grösser.

      Wollte die SNB sämtlichen ausstehenden Giroguthaben der Banken begleichen durch Überweisung von Banknoten, so wäre das lediglich ein Passivtausch. Und Sie müssten sich einmal das Chaos im Zahlungsverkehr der Schweiz vorstellen: 400 Milliarden Franken in Banknoten!

      Wird zudem die Tausendernote abgeschafft, so wären das 4 Milliarden Hunderternoten.

      Die ausländischen Investoren haben bis jetzt nicht in Banknoten investiert, sondern in Giroguthaben bei den Banken. Solche beinhalten für sie eine wesentlich grössere Sicherheit als Banknoten (habe ich weiter unten schon zweimal erklärt).

      Kommt hinzu, dass der Zahlungsverkehr zusammenbrechen würde, wenn grosse ausländische Investoren mit ihren Banknoten beispielsweis Aktien an der Schweizer Börse kaufen wollten. Alles in Barzahlung notabene!

      Da die Banken praktisch kein Buchgeld mehr hätten, sondern nur noch Bargeld, müssten viele Zahlungen in der Schweiz in Bargeld erfolgen. Sie Hardy, müssten also Ihren Lohn oder Ihr Stipendium in Banknoten bei der Bank abholen usw.

      Das wäre ein wesentlicher Arbeitsaufwand und die gesamtwirtschaftliche Produktivität würde dadurch fallen.

      Da Bargeld bei grösseren Beträgen einen kleineren Nutzen hat als Buchgeld, müsste Bargeld entsprechend tiefer bewertet werden.

      Um aus Bargeld wieder Buchgeld zu schaffen, müssten Banknoten wie bei einem Lombardkredit hinterlegt werden. Der Belehnungswert wäre aber niemals 100 Prozent.

      Würde also die SNB anstelle der „Giroguthaben der Banken“ den Banken einfach Banknoten ausbezahlen, so müssten diese durch die Banken tiefer bewertet werden, wenn sie nicht mehr voll gedeckt sind und weil ihr Nutzen zudem geringer ist als der von Buchgeld. Auch würde ein heilloses Chaos im Schweizer Zahlungsverkehr stattfinden.

      Der Unterschied von „Goldtaler“ und „Papiertaler“ aus Sicht der Zentralbank ist übrigens der, dass „Goldtaler“ Eigenkapital und „Papiertaler“ Fremdkapital der Zentralbank darstellen.

      Ich habe das weiter unter bereits erklärt und kann es deshalb hier nicht nochmals wiederholen (aus Platzgründen).

      mfG

    • Sehr geehrter Herr Ramseyer!

      Sie Schreiben:
      > „Schöpfen: offensichtlich hat der Autor noch nie etwas von Schöpfkelle, Schöpflöffel, schöpfen im Sinne von ausschenken gehört. Bei dieser Art schöpfen entsteht nichts Neues. Nichts vermehrt sich auf wundersame Weise. So verhält es sich auch mit dem Geld auf der Bilanz der Schweizerischen Nationalbank.“

      Dazu ein Beispiel:
      SNB kauft Gold für CHF 1.000

      Bilanz SNB
      Aktiva: Gold 1.000
      Passiva: Giroverbindlichkeiten 1.000

      Ich bin der Ansicht, die Geld-Forderung in Höhe von CHF 1.000 an die SNB gab es vor dem Kauf nicht. Geld wurde noch gar nicht gezahlt.

      Es wurde auch kein Geld geschöpft. Weder im Sinne von „links nach rechts“ noch im Sinne von etwas neu erschaffen.
      Die ganzen „Geldschöpfungsaussagen“ sind nach meiner Meinung Falschdarstellungen.

      Richtig ist folgendes:
      Geld wird produziert und steht ab dann zur Auszahlung bereit.
      Wurde es noch nicht produziert, dann kann es auch nicht ausgezahlt werden.

      Das gilt für Goldtaler und Papiertaler gleichermaßen.

      Die „Handelszeitung“ hat diese Tatsache wenigstens in der Überschrift richtig dargestellt:

      http://www.handelszeitung.ch/politik/millionen-diebstahl-bei-snb-geldproduktion-504399

      Die Schweizer Franken sind Staatspapiergeld.

      Freundliche Grüße!

  75. @maxmax supermax iconomax

    Ihren „goodwill“ in Ehren.

    Es scheint, Ihre Taktik zu sein, immer am Ende einer Diskussion über einen meinen Artikel hier auf Inside Paradeplatz einen destruktiven, ellenlangen, Entschuldigung: „lapidaren“ Kommentar zu schreiben. Das taten Sie schon bei meinem letzten Artikel „Johann Schneider-Ammann und SWISSMEM profitieren von der Euro-Untergrenze.“

    Damals verzichtete ich auf eine Antwort. Zu dumm. Zuviel Zeitverlust für ein „Phantom“, welches aus dem Hinterhalt anonyme giftige Polemik-Pfeile abschiesst. Zu feige.

    Auch jetzt wieder anonym. Anonym wie immer…

    Anonym kritisieren? Also meine Bewunderung erhalten Sie nicht.

    Ist unsere Nationalbank auf Rückendeckung von jemandem wie Sie angewiesen? Schiessen Sie nicht vielmehr der SNB ein weiteres Eigentor?

    Sie schreiben, sie hätten mässiges Wissen. Richtig. Das erkenne ich, auch ohne dass Sie das speziell erwähnen. Deshalb meine Empfehlung an Sie: „Schuster bleib bei Deinen Leisten!“

    Eine fachliche Antwort an Sie? Eigentlich unmöglich. In ihrem Kommentar findet sich nicht auch nur ein einziges fachliches Argument. Nichts ausser Polemik – natürlich. Zu mehr scheinen Sie nicht fähig.

    Sie schreiben, ich hätte von „negativen Aktiven“ geschrieben. Haben Sie nie lesen gelernt? Passt zu Ihnen.

    Jawohl. In einem Punkt haben Sie Recht. Ich habe unsere Schweizerische Nationalbank als „Spielhölle“ bezeichnet.

    Ich stehe dazu.

    Unsere Nationalbank hat bis jetzt rund 70‘000 Franken Fremdkapital aufgenommen, um damit Devisen, Euros und Dollars, zu kaufen.

    Ich wiederhole: Rund 70‘000 Franken Schulden für jede Schweizerin und jeden Schweizer. Ein ganzes Volk spekuliert jetzt in Währungen – alle setzen auf die gleiche Karte (gegen den Schweizerfranken – also gegen sich selbst!) – und das fast mit einem ganzen durchschnittlichen Jahressalär. Absurd!
    Einzigartig!
    Und das angeordnet – von oben! Einzig und allein von drei SNB-Direktionsmitgliedern, die nicht einmal Aktiven und Passiven der Bilanz ihres (unseres!) Unternehmens unterscheiden können!

    Hatten wir nicht eine Abstimmung, in der eine Schuldenbremse beschlossen wurde? Muss sich die SNB nicht daran halten? Ist sie nicht ein Staatsbetrieb?

    Ihre Devisenkäufe hat sie mit noch knapp 10 Prozent Eigenkapital hinterlegt. Wenn ein Familienvater ein Haus baut mit 10 Prozent Eigenkapital, ist das nicht hoch spekulativ? Und wenn die Nationalbank mit 10 Prozent Eigenkapital Devisen kauft und dazu noch jede Schweizerin und jeden Schweizer in eine Schuld von 70‘000 Franken hineinstösst – was ist denn das?

    Nicht genug! Unsere Nationalbank hat glaubhaft gedroht, sie wolle „unbeschränkt“ weiter Euros kaufen. Sie will also „unbeschränkt“ Schulden machen zulasten aller Schweizerinnen und Schweizer. Tut sie das, so wird unsere Nationalbank definitiv zur grössten Spielhölle der Welt! Und wir Schweizerinnen und Schweizer hängen sind Teil davon.

    Und so eine Verschuldung soll man nicht zur Sprache bringen dürfen? Wo denken Sie hin, super maxmax?

    Über den Gripen diskutiert und streitet das Parlament seit Jahren. Es geht um 3 Milliarden. Ein Klaks gegenüber den nun bereits über 450 Milliarden Staatsschulden unserer Nationalbank!

    Wenn Sie einen Kommentar schreiben wollen zu den noch viel grösseren Gefahren, die sie „orten“, so fragen Sie doch Herrn Lukas Hässig, ob sie einen Standpunkt schreiben dürfen auf Inside Paradeplatz.

    Allerdings müssten Sie dann mit ihrem Namen zu dem Unsinn stehen, den Sie hier anpreisen. Und dazu sind Sie zu feige. Nichtwahr?

    Oder versuchen Sie es bei der Schweizerischen Nationalbank auf deren „wissenschaftlichen“ Seite „iconomix“. Vielleicht dürfen Sie dort etwas schreiben. Ich darf nicht. Also gute Chancen für Sie.

    Die SNB hat bestimmt grosse Freude an ihrem Betrag hier. Vielleicht winkt Ihnen sogar eine Stelle bei der Schweizerischen Nationalbank.

    Dass die Nationalbank offenbar auf solch primitive Hilfe von ihnen angewiesen ist, wirft ein eher schwaches Licht auf unser Noteninstitut.

    Mir jedenfalls müssen Sie mir nicht mehr so kommen… Sie super maxmax!

    Lernen sie zuerst die Grundlagen der Buchhaltung. Dann können Sie sich wieder zu diesem Thema melden.

    mfG

  76. Meyer Leier – meine Leier:

    Ich probiere, mit viel goodwill und mässigem Wissen die, gemäss MM, angeblichen buchhalterischen Verwerfungen auf der SNB Bilanz zu erkennen. Ich kanns nicht, die angeblich negativen Aktiven, die positiven Passiven (oder umgekehrt?) in den T-Konti der SNB Bilanz zu eruieren. Sie scheint so ’straight forward‘ und transparent wie es eben geht, bei (Zentral-) Banken und, allgemein, mit der konvoluten Terminologie der Bankers.
    http://www.snb.ch/de/iabout/snb/annacc/id/snb_annac_balance

    Nur tröstend, dass auch die BIZ ähnliche Probleme hat. Besonders bei der Bewertung der Risikogewichtung gewisser Finanzprodukte. http://www.bis.org/bcbs/commentletters/iasb40.pd

    Also, nochmals: alles Zentralbanken ‚geschaffene‘ Geld sind Schulden. Bilanz Passivseite, rechts auf dem T-Konto. Kein Argument. Für die Ungeduldigen, direkt zu Minute 2,27 hier:
    http://www.peakprosperity.com/crashcourse/deutsch/kapitel-8-die-us-notenbank

    Trotzdem, wenn alle alles missverstehen und MM Falschbuchungen ausmacht, warum nicht die Kontrollstelle, die Buchprüfer darauf aufmerksam machen?

    Oder alle Banken, die Girokontengläubiger, fragen?

    Oder eine Aktie kaufen und an der Generalversammlung motzen?
    http://www.finanzen.ch/aktien/Schweizerische_Nationalbank-Aktie

    Oder Theo Siegert kontaktieren, aufrütteln. Er ist Wirtschaftsprofessor in München. Er hält anscheinend immer noch 4,8 Prozent der Aktien der SNB und ist damit grösster privater Aktionär (einzig BE und ZH haben mehr Aktien). Wenn der nicht seine Felle davon schwimmen sieht, sein Vermögen auf einer Phantasiebilanz beruht, dann könnte es doch sein, dass MM Phantome sieht?

    Eigentlich wäre dies das Ende meiner Leier aber hier noch ein weiterer Kommentar (ich erwarte keine Antwort).

    MM schreibt:

    „…Unsere Nationalbank ist zu einer „Spielhölle“ geworden. Wahrscheinlich einer der grössten der Welt, wenn nicht schon bald die grösste…“

    In jedem Fall sehr falsch. Hedgefond, Casino, bis zu einem gewissen Mass, ja, aber nie und nimmer ‚grösste‘.

    MM sollte vor lauter SNB Bäume nicht den Wald unserer kafkaesken Übermonsterbanken-Bilanzen und (vor allem deren Nebenbilanzen) übersehen. Was MM macht ist argumentieren ob die Liegestühle auf der Titanic von Backbord nach Steuerbord gerückt werden sollen, dabei aber die tödlichen Eisberge übersieht, ignoriert.

    Er konzentriert sich, scheuklappenartig, auf die SNB Bilanz Milliarden obwohl die ‚peanuts‘ sind verglichen mit den unregulierten Derivatenberge, die wie Lawinenwechten die Schweiz bedrohen und, wenn losgetreten, sie jederzeit begraben können.

    Ueber 80’000 Milliarden an offenen Wetten, meistens US Dollar denominiert, sind in den Bücher dieser ausser Kontrolle geratenen Casinos. Mehr als das Welt-BIP, allein bei der UBS und CS, und gegen eine halbe unserer Billion (Anglo Trillion) bei der ZKB.

    Anders als die paar hundert Milliarden ‚plain Vanilla‘ Forex Anlagen der SNB gibt es für die Derivatenberge der UBS, CS, ZKB teilweise keinen Markt. Da wird mit internen Modellen gewerkelt. Darum hat auch die BIZ die grösste Mühe sich mit den Buchhaltungs-Standardisierer zu einigen und die definitive Regulierung für Basel III immer wieder zu verschieben.

    Bruchteile von Prozenten Meinungsverschiedenheiten bei der ‚Bewertung‘ dieser meist synthetischen (ohne physische Absicherung, ohne ‚underlying‘), over-the-counter Wettscheine, und die Gegenparteien verlieren das Vertrauen, das Domino ist losgetreten. Die Folge davon sind Margincalls, Kündigungen, einfrieren der cash pipelines mit den Kollegen und das mickerige Eigenkapital ist Null-Komma-Pfiff verdampft – wie gehabt! ‚Netting‘ und ’notional‘ bedeuten überhaupt nichts. Siehe AIG, Lehman, Bear, UBS, vor nicht so langer Zeit.

    Und dann musste der Jean-Pierre Roth, mit dem Hut in der Hand, beim Bernanke betteln gehen, Dollars gegen CHF tauschen, damit man zuerst einmal bei der UBS die leere Kasse mit Liquidem, Dollars (nicht, in diesem Fall, nutzlosen CHF) auffüllen konnte, die Gegenparteien bedienen – und nicht den Rolladen runterlassen musste.

    Es wäre doch gut wenn MM nicht immer die gleiche SNB Leier wiederholen und sich dafür auch meine Leier aneignen würde. Und die wirklich existentiellen Risiken der Schweiz gebührlich gewichten und anprangern. Die too big to fail Mühlsteine um unseren kollektiven, viel zu kleinen und schwachen Hals.

    Quellen
    http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1053092/000137036813000020/a130322ar20f.htm#Id0023375 siehe Seite 456 total Notional Values der Wetten 50’441 Milliarden (Anglo Billion)
    http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1114446/000119312513106100/d497201d20f.htm#txa497201_49 siehe Seite 390 Quersumme der Notional Values (Passiv und Aktiv ‚Wetten‘) rund 38’000 Milliarden (Anglo Billion)
    http://www.fdic.gov/news/news/speeches/spapr0913.html
    http://s3.documentcloud.org/documents/695403/knight-vinke.pdf

    (disclaimer: wegen Zeitmangel sind Fehler oder Auslassungen möglich, keine ‚edit‘ Funktion)

  77. Anmerkungen zum Artikel
    1) Schöpfen: offensichtlich hat der Autor noch nie etwas von Schöpfkelle, Schöpflöffel, schöpfen im Sinne von ausschenken gehört. Bei dieser Art schöpfen entsteht nichts Neues. Nichts vermehrt sich auf wundersame Weise. So verhält es sich auch mit dem Geld auf der Bilanz der Schweizerischen Nationalbank.

    2) Was die Presse – in diesem Fall scheinbar die NZZ – sagt, ist niemals, was die SNB kommuniziert. Bei genauerem Hingucken – http://www.snb.ch/ext/stats/balsnb/pdf/defr/A1_Ausweise_der_SNB.pdf – hätte der Autor feststellen können, von wo nach wo die ominösen Postfinanceguthaben verschoben wurden.

    ZITAT SNB
    Seit der Erteilung der Bankenlizenz an die PostFinance AG am 26. Juni 2013 wird das Girokonto der PostFinance AG nicht mehr unter den übrigen Sichtverbindlichkeiten, sondern neu unter den Girokonten inländischer Banken ausgewiesen.
    ZITATENDE
    Bei beiden Konti handelt es sich um PASSIVKONTI. Es handelt sich hier um einen Passiventausch.

    An der Liquidität hat sich wegen dieser Verschiebung NICHTS verändert.

    3) „Gnusch“ mit den Begriffen:
    Bei „Uebrige Verbindlichkeiten“ auf der Bilanz der einen Unternehmung handelt es sich durchaus um Guthaben auf der Bilanz der anderen Unternehmung. Gleiches gilt für die Girokonti inländischer Banken auf der Passvseite der SNB-Bilanz. Hier handelt es sich um die Giroguthaben der Banken.

    Es gilt: die Schulden des Einen sind die Guthaben des Anderen.

    4)der SNB das Drucken von Banknoten zum Ausgleich von Verlusten auf der Aktivseite (Fremdwährungen) zu unterstellen ist jenseits von Gut und Bös. Einzige Hilfe in diesem Fall ist eine Kapitalerhöhung. Der politische Wille dafür wäre ganz sicher vorhanden.

    Empfehlung für Herrn Meyer und seine Studenten: beliebig erweiterbare Synoptische Darstellung von Bilanzen: Publikum/Industrie – Bank – Industrie/Publikum

    • @Thomas Ramseyer

      1)Die SNB behauptet, sie könne „Geld schöpfen“ oder „Liquidität schöpfen“. Sie könne niemals „illiquide“ werden (siehe auch Antwort des Bundesrates auf SVP-Motion, curia vista), weil sie „unbeschränkt“ „Geld drucken“ könne.

      Gemäss SNB steht sie am Anfang des „Geldschöpfungsprozesses“. D.h. sie schöpft nicht von der einen Seite auf die andere Seite. Nein, die SNB behauptet, sie schaffe bzw. erschaffe oder eben „schöpfe“ Geld. Sie sei am Anfang der Geldschöpfung.

      Zitat Brunetti, Volkswirtschaftslehre:

      Geldschöpfung: Schaffung von Geld, indem die Zentralbank den Geschäftsbanken und schliesslich die Geschäftsbanken weiteren Akteuren Kredite gewähren.” (vgl. Brunetti, Volkswirtschaftslehre, hep, S. 166).
      Oder: “Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.” (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166).

      2) Es ist höchst interessant, zu hören, dass die Presse, in diesem Fall die NZZ, niemals das sage, was die SNB kommuniziere!

      Ja wäre es dann nicht die Aufgabe der SNB, die Presse darauf hinzuweisen, dass diese Dinge über die SNB schreibe, die nicht der Wahrheit entsprächen? Sollte die SNB die Presse, in diesem Fall die NZZ, nicht gar dazu auffordern, ihre Falschmeldung zu korrigieren? Insbesondere dann, wenn der Fehler so gravierend ist?

      Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB genauso Schulden der SNB darstellen, wie „Übrige Verbindlichkeiten“.

      Zudem kann die SNB nicht leugnen, dass sie eine Geldemission als Kreditgewährung der SNB an die Wirtschaft darstellt (siehe u.a. Film ECO von Reto Lipp; oder hat Lipp die Aussagen der SNB auch verdreht?).

      Dass die SNB bzw. Sie jetzt den Fehler der Presse im Allgemeinen und der NZZ im Besonderen zuspielen finde ich schwach.

      Und zudem: Auch Sie scheinen nicht zu verstehen, was „Liquidität“ ist:

      „Liquidität“ ist ein Ausdruck dafür, wie schnell ein Vermögenswert dazu verwendet werden kann, eine Schuld zu begleichen.

      Bei „Liquidität“ handelt es sich somit –- ex definitione – immer um Vermögen auf der Aktivseite der Bilanz.

      Sowohl die „übrigen Verbindlichkeiten“ als auch die „Giroguthaben der Banken“ in der Bilanz der SNB können deshalb nie und nimmer zum liquiden Vermögen der SNB gezählt bzw. als „Liquidität“ der SNB bezeichnet werden.

      Sie bezeichnen aber sowohl die „übrigen Verbindlichkeiten“ als auch die „Giroguthaben der Banken bei der SNB“ als „Liquidität“. Das ist falsch.

      3) Ja richtig. Guthaben der einen Seite sind Verbindlichkeiten der anderen Seite.

      Aber nicht ich, sondern Sie und die Nationalbank verwechseln die beiden Seiten. Ich will Ihnen das erklären.

      Die SNB behauptet, sie stelle den Banken „günstiges Geld“ oder „günstige „Liquidität“ zur Verfügung, wenn die „Giroguthaben der Banken“ bei der SNB steigen (zu einem günstigen „Leitzins“). Siehe dazu u.a. auch Film von Reto Lipps in ECO oder Marianne Fassbind bei SF Tagesschau. Oder hat sich hier wieder die Presse getäuscht?

      Nicht ich habe des „Gnusch“ – Sie und die SNB haben es!

      4) Sie schreiben, es sei „jenseits von Gut und Bös“, der Nationalbank zu unterstellen, sie wolle Verluste auf der Aktivseite durch Drucken von Banknoten ausgleichen. Ihre Worte. Wie bitte?

      Ich zitiere den SNB-Chef Thomas Jordan: „…mit „Geld drucken“ kann Eigenkapital, wie gesagt, nicht nachhaltig aufgestockt werden.“ (vgl. „Braucht die Schweizerische Nationalbank Eigenkapital? Vortrag Prof. Thomas Jordan vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel, 28. September 2011, S. 13).

      Mit anderen Worten, negatives Eigenkapital der SNB kann, gemäss Jordan, durch Drucken von Banknoten aufgestockt werden. (Wenn auch nicht nachhaltig).

      Weiter behauptet Jordan: Die Geldschöpfung erlaubt …(der SNB, Anm.d.V.), den Zahlungsverpflichtungen (der SNB, Anm.d.V.) vollständig nachzukommen.

      Unter „Geldschöpfung“ versteht die Nationalbank das Drucken von Geld. Oder wollen Sie das auch bestreiten?

      Also behauptet die Nationalbank, sie könne sämtliche Schulden (auch bei negativem Eigenkapital) einfach begleichen durch Drucken von Banknoten.

      Ja – das ist tatsächlich „Jenseits von Gut und Böse“ – aber nicht, was ich sage, sondern das, was unser SNB-Chef behauptet. Er will bei negativem Eigenkapital der SNB einfach Banknoten drucken.

      Weiter argumentieren Sie: „Einzige Hilfe in diesem Fall (bei Verlusten, Anm.d.V.) ist eine Kapitalerhöhung. Der politische Wille dafür wäre ganz sicher vorhanden.

      Das sind Ihre Worte – erneut.

      Ich gehe mit Ihnen vollkommen einig: Im Falle von Verlusten der SNB ist eine Kapitalerhöhung die einzige Möglichkeit.

      Was aber sagt der SNB-Chef dazu?

      Zitat: „Eine Zentralbank bleibt trotz vorübergehend negativen Eigenkapitals uneingeschränkt
      handlungsfähig, weil sie nicht illiquid werden kann.“ (a.a.O. S. 13)

      Sie sehen also, die SNB denkt nicht an eine Kapitalerhöhung.

      Weiter behaupten Sie: „Der politische Wille zu einer Kapitalerhöhung wäre ganz sicher vorhanden.“

      Ich bitte Sie! Wo bleibt ihr politisches Sensorium?

      Wegen der drei Milliarden für den Gripen wird im Parlament jahrelang debattiert. Wenn aber der Euro beispielsweise wieder auf eins zu eins fällt zum Franken und die SNB besitzt 1 Billion Euro, so ergibt das einen Verlust von 200 Milliarden Euro. Das Eigenkapital der SNB würde dabei auf fast minus 200 Milliarden Franken fallen.

      Das wären dann also ca. 70 Mal die Ausgaben für den Gripen. Oder rund 10 Neat-Röhren.

      Oder pro Einwohner fast 30‘000 Franken. Sie denken also, dazu sei der politische Willen „ganz sicher vorhanden“?

      Zudem hat die SNB angekündigt, dass sie „unbeschränkt“ weiter Euros kaufen werde. Das Eigenkapital der SNB könnte dann logischerweise noch mehrere hundert Milliarden (unbeschränkt!) weiter fallen.

      Und das wollen die Schweizerinnen und Schweizer ganz sicher bezahlen? Mit mehr Steuer?

      Ihr politisches Gefühl scheint Ihnen vollkommen abhanden gekommen zu sein – wie unserer Nationalbank auch!

      Darf ich umgekehrt Ihnen eine Empfehlung abgeben? Blicken Sie der Realität ins Auge!

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  78. …immer wieder erstaunlich wie oft man feststellen muss, dass die Professoren, die einen damals benotet haben, selbst keinen echten Schimmer hatte, wovon sie damals eigentlich faselten, ja einen komplett falsche und realitätsfremde Dinge lehrten (oder müsste es nicht eher heissen „leerten“…).

    • @ Brice de Nice

      Ja wirklich, da kann man nur noch sagen „Flasche leer“ oder „Flaschen leer“.

      Viele Generationen von Studenten sind bereits verdorben worden durch Professoren, die es nicht für nötig halten, die Bilanz einer Zentralbank auch nur einmal gewissenhaft zu studieren.

      Die meisten Wirtschaftsprofessoren in der Schweiz haben nur ein Ziel: Möglichst gute Beziehungen zur Schweizerischen Nationalbank sowie zum Finanzdepartement und zum Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung. Nur so steht in lukrativer Job in Aussicht.

      Eine fundamentale Analyse? Unerwünscht!

      Ich hoffe, dass die kommende Generation von Studenten es wagt, kritischer zu sein und sich nicht mehr so einfach „an der Nase herumführen lässt“ durch die Professorenschaft.

      Und vor allem hoffe ich, dass die „Diktatur von oben“ in der Volkswirtschaftslehre gebrochen werden kann.

      Meine Lizentiats Arbeit wurde abgelehnt und ich verlor meine Stelle bei der UBS als Strategist, weil ich es als Privatmann gewagt hatte, die Volkswirtschaftslehre, insbesondere die Geldtheorie, und damit Geldpolitik der SNB, zu kritisieren.

      Über drei Jahrzehnte lang habe ich versucht, einen Beitrag in der „Schweizerischen Zeitschrift für Volkswirtschaft und Statistik“ zu veröffentlichen. Ohne Erfolg.

      Diese Zeitschrift (unterstützt mit öffentlichen Mitteln) hat ihr Büro im Gebäude der Schweizerischen Nationalbank und diverse Direktionsmitglieder der SNB sitzen im Redaktionssausschuss dieser „wissenschaftlichen Zeitschrift“…

      Es ist eine Blamage für die Wirtschaftswissenschaft, dass eine so fundamentale Diskussion über Geldtheorie und Geldpolitik auf eine Internetplatform verdrängt wird.

      In diesem Zusammenhang kann ich Herrn Lukas Hässig nur einmal mehr danken dafür, dass er seine Platform für diese Diskussion zur Verfügung stellt.

      Danke!

      mfG

    • > In diesem Zusammenhang kann ich Herrn Lukas Hässig nur einmal mehr danken dafür, dass er seine Platform für diese Diskussion zur Verfügung stellt.

      Diesem Dank schließe ich mich von ganzem Herzen an!

  79. In der Tat zeigt, die monatlich publizierte Bilanz der SNB seltsame Dinge. Das Repo-Geschäft, welches in der Theorie das wichtigste geldpolitische Instrument zur Steuerung kurzfristiger Geldmarktzinsen darstellt, taucht in der SNB-Monats-Bilanz jeweils auf Aktiv- und Passivseite mit „Null“ auf. – Läuft das Repo-Geschäft ausserhalb der Bilanz?

    • @Oscar Hase

      Sehr geehrter Herr Hase

      Besten Dank für Ihren Beitrag, über den ich sehr froh bin.

      Gemäss Nationalbankgesetz ist das Repo-Geschäft tatsächlich das Hauptinstrument (!) der Geldpolitik unserer Nationalbank.

      Nun ist es aber so, dass die SNB in den Jahren 2009 und 2010 sämtliche (!) ihre Repo-Pensionsanlagen in der Schweiz verkaufte und mit dem Erlös Euros kaufte!

      Das ist ja genau das, was ich kritisere! Die SNB tätigt gar keine Investitionen mehr in der Schweiz, mit denen sie die Zinsen hierzulande steuern oder die Wirtschaft ankurbeln könnte.

      Einen Leitzins festzulegen, ohne auch Kapital zu diesem Leitzins zu gewähren, ist ein absoluter Witz.

      Wenn die SNB sagt, sie würde den „Leitzins“ senken oder tief halten, so ist das ein reines „Lippenbekenntnis“. Die SNB trägt nichts dazu bei.

      Wenn die SNB in der Schweiz die Arbeitslosigkeit bekämpfen will, so muss sie in der Schweiz investieren – nicht im Ausland.

      Die SNB exportiert über 400 Milliarden Franken Kapital ins Ausland, und behauptet, damit die Arbeitslosigkeit in der Schweiz zu bekämpfen. Das ist absurd! Das würde zu den Schildbürgern passen.

      Ich bin froh, dass endlich auch jemand konstatiert, dass die SNB ja gar keine Investitionen mehr in der Schweiz tätigt. Gemäss Bundesverfassung hat die SNB aber den Auftrag, ihr Vermögen (finanziert zu über 90 Prozent mit Staatsschulden) zugunsten der Schweiz zu investieren.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  80. Vielleicht haben wir es hier mit einer Definitionsfrage zu tun: Sollten wir nicht eher statt von „Geldschöpfung“ von „Guthaben-Schöpfung“ (und parallel dazu „Schulden-Schöpfung“)sprechen? Die Summe aller Guthaben der Akteure (im Beispiel: Frau + Handwerker + …) bei den verschiedensten Banken steigt an, aber natürlich nur unter parallelem Anstieg der Schulden/Verbindlichkeiten aller Akteure. Ueber alle Konti findet also nur quasi eine „Bilanzverlängerung“ statt. Wird im System eine „Schuld“ fällig gestellt, dann verschwindet auch das korrespondierende Guthaben.

    • Sehr geehrter Herr Hase,

      perfekt!

      Das, was uns als „Giralgeld“ präsentiert wird, ist natürlich kein Geld, sondern Geldforderungen. Wir befinden uns hier im Kreditbereich.

      Geld ist das, was die Geldforderung erfüllt!
      Und das sind in der Schweiz die Schweizer Franken, früher waren es auch schon mal Goldtaler. Selbstverständlich waren auch die Goldtaler kein Passivum eines Emittenten.

      Eine vernünftige Definition von Geld lautet so:
      Geld ist das Abgabengut.

      Eine Geldforderung kann niemals das Abgabengut selber sein.
      Eine Forderung auf eine Ziege ist auch keine Ziege. 🙂

      Beste Grüße!

    • @Oscar Hase

      Sehr geehrter Herr Hase

      Ja richtig. Die Guthaben und die Schulden steigen gemeinsam (Aktiv- und Passivseite steigen gemeinsam).

      Ich habe das in meinem Text versucht, das ansehnlich so zu vergleichen: Die Eltern zeugen ein Kind, und die Mutter bringt es zur Welt. Der Arzt stellt den Geburtsschein aus.

      Der Arzt kann aber nicht von sich aus einen Geburtsschein ausstellen und behaupten, die Bevölkerung sei gewachsen.

      Genauso kann die Notenbank nicht einfach Banknoten drucken und behaupten, sie habe Vermögen geschaffen und kurble so das Wirtschaftswachstum an.

      Die SNB behauptet aber, sie versorge die Banken mit Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Leitzins (siehe besagten Film in ECO von Reto Lipps). Mit dieser Behauptung stellt die SNB das von ihr emittierte Geld nicht als einen Schuldschein dar, sondern fälschlicherweise als Aktivdarlehen bzw. als Vermögen („Liquidität“) der SNB.

      Der Bundesrat hat diese irrige Argumentation der SNB leider übernommen (siehe Antwort auf SVP-Motion, Verschuldungslimite SNB).

      Brandgefährlich wird es, wenn nun die SNB daherkommt und behauptet, sie könne „unbeschränkt“ Vermögen bzw. Liquidität schaffen und damit „unbeschränkt“ Euros kaufen (siehe Prof. em . Dr. Ernst Baltensperger, NZZ: „Die Nationalbank hat keine Limiten, wenn sie den Franken schwächen will“).

      Der Ziehvater von SNB-Chef Prof. Thomas Jordan kann als Spirtus Rector und Chefideologe der SNB bezeichnet werden (SNB-Studienzentrum Gerzensee). Vor allem er war es, der unmittelbar vor und nach der Einführung der Untergrenze in einschlägigen Artikeln (NZZ) behauptet hat, die SNB könne mit dem von ihr emittierten Geld „unbeschränkt“ Euros aufkaufen („ohne Limiten“).

      Er interpretiert damit das Notenbankgeld der SNB somit fälschlicherweise als Vermögen der SNB anstatt als Schuld der SNB.

      Weshalb ist das brandgefährlich? Weil die SNB das Volk irreführt. Herr und Frau Schweizer meinen und glauben, die SNB könne unbeschränkt Euros kaufen mit Geld, das sie, die SNB, selber geschöpft habe (wie „Manna“ vom Himmel).

      Herr und Frau Schweizer sind erst langsam daran, zu begreifen, dass die SNB im Gegenteil Euros kauft mit Geld, für das sie hart gearbeitet haben. Diese gelangte zur SNB, weil sie wes bei der PostFinance angelegt haben, welche es ihrerseits dann bei der SNB investierte (in Giroguthaben der Banken).

      Dass die Behauptung von Baltensperger, der SNB seien „keine Limiten“ gesetzt, unhaltbar ist, zeigt auch die folgende Überlegung: Könnte die SNB tatsächlich „unbeschränkt“ Euros kaufen und damit den Wechselkurs nach ihrem Willen steuern, so könnten das EZB und FED auch.

      Sobald die Notenbanken aber unterschiedliche Vorstellungen haben bezüglich des gemeinsamen Wechselkurses, so kann nicht jede ihren eigenen Willen „ohne Limiten“ und „unbeschränkt“ durchsetzen.

      Die stärkste würde gewinnen – und das ist sicher nicht die SNB – notabene mit einer Eigenkapitalquote von nur noch knapp 10 Prozent.

      Die SNB ist eine schwache Notenbank geworden – daran ändern auch ihre endlosen Beteuerungen und Behauptungen nichts, es seien ihr „keine Limiten“ gesetzt.

      Jedem Staat, jedem Unternehmen, jedem Menschen sind Limiten gesetzt – auch unserer Nationalbank. Hochmut kommt vor dem Fall.

      Konklusion: Wenn der Euro bei 1.20 nach unten ausbricht und die SNB kauft „unbeschränkt“ Euros, wie glaubhaft angedroht, so muss sie dafür immer mehr Fremdkapital aufnehmen. Das wird zu einem rasanten Anstieg der Zinsen führen.

      Wenn das Eigenkapital der SNB negativ wird, so kann die SNB nicht einfach Banknoten drucken und damit das negative Eigenkapital ausgleichen, wie das SNB-Chef Jordan behauptet. In diesem Fall müssen die Banken ihre Guthaben, die sie bei der SNB unterhalten, entsprechend abschreiben.

      Das kann bis zum Konkurs von Schweizer Banken und der PostFinance führen mit entsprechendem Anstieg der Arbeitslosigkeit – vor allem am Paradeplatz.

      Es ist also sehr wichtig, zu unterscheiden, ob Geld ein Aktivum (Vermögen) oder ein Passivum (Schuld) der SNB darstellt. Für Sie ist es ja auch entscheidend, dass am Ende des Monats ihr Lohn auf ihrem Konto gutgeschrieben und nicht abgebucht wird.

      Nur: Bei der SNB geht es nun bereits um über 400 Milliarden Schulden (Staatsschulden), die von der SNB irrigerweise als „Vermögen“ deklariert werden.

      mfG

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer!

      > Genauso kann die Notenbank nicht einfach Banknoten drucken und behaupten, sie habe Vermögen geschaffen und kurble so das Wirtschaftswachstum an.

      Die SNB druckt doch gar keine Banknoten. Die SNB hat Kredit beim Staat, vom Staat bekommt sie die CHF-Geldscheine, und diese Scheine sind ganz klar eine Vermögensposition, die CHF-Geldscheine sind das Abgabengut.

      Wenn Sie einen reichen Vater haben, der Ihnen immer wieder Kredit gewährt, dann können Sie immer weiter einkaufen, auch Euros. Siehe Amazonasbuchhaltung (gefällt mir super, Sie haben Humor, Herr Dr. Meyer). Wenn Ihnen Ihr Vater kein Limit setzt, dann geht das auch mit negativen Eigenkapital.

      > Die SNB behauptet aber, sie versorge die Banken mit Geld in Form eines Kredits zu einem bestimmten Leitzins (siehe besagten Film in ECO von Reto Lipps). Mit dieser Behauptung stellt die SNB das von ihr emittierte Geld nicht als einen Schuldschein dar, sondern fälschlicherweise als Aktivdarlehen bzw. als Vermögen („Liquidität“) der SNB.

      Das Geld, das Abgabengut, befindet sich immer in einer Aktiva-Kasse.
      Beim Start ist es in der Staatsschatzkammer, von dort nimmt es die SNB als Kredit und zahlt es aus. Bei Ihnen oder jedem anderen Geldhalter ist es dann auch wieder in einer Aktiva-Kasse.

      Das ist vergleichbar, als wenn Sie Geld aus dem Portemonnaie Ihres Vaters nehmen und dann direkt Ihrem Gläubiger zahlen.
      Ich weiß, es ist für Sie vermutlich unglaublich, aber es ist so, ich habe mich jahrelang mit der Thematik beschäftigt. Die Zentralbanken schwindeln, sie geben keine Banknoten aus, sondern Geldscheine.

      > Brandgefährlich wird es, wenn nun die SNB daherkommt und behauptet, sie könne „unbeschränkt“ Vermögen bzw. Liquidität schaffen und damit „unbeschränkt“ Euros kaufen (siehe Prof. em . Dr. Ernst Baltensperger, NZZ: „Die Nationalbank hat keine Limiten, wenn sie den Franken schwächen will“).

      Haben Sie einen Link für mich? Würde ich gerne mal lesen.
      Doch, Herr Dr. Meyer, wenn der Staat kein Limit setzt, dann können die Burschen kaufen, kaufen, kaufen…
      Vergleichen Sie die Amazonasbuchhaltung, wenn wir beide als Staat dem Ben kein Limit setzen, dann kann der kaufen und kaufen.

      > Der Ziehvater von SNB-Chef Prof. Thomas Jordan kann als Spirtus Rector und Chefideologe der SNB bezeichnet werden (SNB-Studienzentrum Gerzensee). Vor allem er war es, der unmittelbar vor und nach der Einführung der Untergrenze in einschlägigen Artikeln (NZZ) behauptet hat, die SNB könne mit dem von ihr emittierten Geld „unbeschränkt“ Euros aufkaufen („ohne Limiten“).

      Wenn keiner ein Limit setzt, dann ist das leider richtig. Das ist ja das teuflische beim Staatspapiergeld, Staatspapiergeld kann in jeder beliebigen Menge bereitgestellt werden.
      Massive Goldtaler könnte man nicht in jeder Menge bereitstellen.

      > Er interpretiert damit das Notenbankgeld der SNB somit fälschlicherweise als Vermögen der SNB anstatt als Schuld der SNB.

      Die CHF sind das Vermögen der Staatsschatzkammer, also des Staates. Die Schulden der SNB kommen deshalb zu Stande, weil die SNB das Geld nur als Kredit bekommt.
      Hier lauert übrigens noch der nächste Hammer: Formal könnte der Staat die SNB sogar mit dem Staatspapiergeld ausstatten, völlig verleichbar, wie Sie eine GmbH mit Geld ausstatten können.
      Dann würde die SNB aus einer gut gefüllten Aktiva-Kasse zahlen, ohne das ihr überhaupt Schulden entstehen.
      Das haben wir in unzähligen Experimentierstaaten alles praktiziert und überprüft.

      Ihre Sorge um die Kaufkraft des CHF ist natürlich völlig berechtigt.

      > Herr und Frau Schweizer sind erst langsam daran, zu begreifen, dass die SNB im Gegenteil Euros kauft mit Geld, für das sie hart gearbeitet haben. Diese gelangte zur SNB, weil sie wes bei der PostFinance angelegt haben, welche es ihrerseits dann bei der SNB investierte (in Giroguthaben der Banken).

      Hier denken Sie in eine völlig falsche Richtung. Die SNB ist auf Einlagen der Geschäftsbanken nicht angewiesen. Die SNB hat Kredit beim Staat.

      > Dass die Behauptung von Baltensperger, der SNB seien „keine Limiten“ gesetzt, unhaltbar ist, zeigt auch die folgende Überlegung: Könnte die SNB tatsächlich „unbeschränkt“ Euros kaufen und damit den Wechselkurs nach ihrem Willen steuern, so könnten das EZB und FED auch.

      Richtig, Herr Dr. Meyer, das können EZB (Buba und Konsorten) und FED tatsächlich machen, auch diese Zentralbanken bzw. Zentralbanksysteme zahlen keine Banknoten aus, sondern das jeweilige Staatspapiergeld.
      Da sieht man schon, dass da internationale Absprachen getroffen werden sollten, sonst kann das total ausufern.

      > Sobald die Notenbanken aber unterschiedliche Vorstellungen haben bezüglich des gemeinsamen Wechselkurses, so kann nicht jede ihren eigenen Willen „ohne Limiten“ und „unbeschränkt“ durchsetzen. Die stärkste würde gewinnen – und das ist sicher nicht die SNB – notabene mit einer Eigenkapitalquote von nur noch knapp 10 Prozent.

      Mit der Eigenkapital hat das weniger zu tun, da ist in letzter Konsequenz eher das Verfügen über Flugzeugträger und Atombomben von Bedeutung. Wenn ich mich recht entsinne, dann haben Sie das Wort „Krieg“ hier in der Diskussion schon mal benutzt.

      > Wenn das Eigenkapital der SNB negativ wird, so kann die SNB nicht einfach Banknoten drucken und damit das negative Eigenkapital ausgleichen, wie das SNB-Chef Jordan behauptet. In diesem Fall müssen die Banken ihre Guthaben, die sie bei der SNB unterhalten, entsprechend abschreiben.

      Doch, „die“ können immer weiter Geldscheine auszahlen. Es ist auch nicht richtig, dass dann Banken Guthaben abschreiben müssen (!). So könnte (!) man verfahren, man muss (!) aber nicht.

      > Es ist also sehr wichtig, zu unterscheiden, ob Geld ein Aktivum (Vermögen) oder ein Passivum (Schuld) der SNB darstellt. Für Sie ist es ja auch entscheidend, dass am Ende des Monats ihr Lohn auf ihrem Konto gutgeschrieben und nicht abgebucht wird.

      Geld ist eine Vermögensposition. Immer. Massives Goldgeld könnten die Burschen gar nicht in unbegrenzter Menge auszahlen, bei Staatspapiergeld geht das eben doch.
      Mugabe hat’s doch praktiziert…

      > Nur: Bei der SNB geht es nun bereits um über 400 Milliarden Schulden (Staatsschulden), die von der SNB irrigerweise als „Vermögen“ deklariert werden.

      Wenn sich die Gläubiger von der SNB alles Geld auszahlen lassen, dann hat die SNB Schulden beim Staat und nicht mehr bei anderen Leuten.
      Das gefällt Ihnen nicht, das ist aber so.

      Freundliche Grüße!

    • @Dr. Meyer: Na ja, die SNB könnte immerhin massiv Noten in Umlauf bringen und damit weiter Devisen kaufen (- Orell Füssli wird es freuen, und die Lastwagen müssten auch immer grösser werden…), oder sie könnte den Zinssatz, den sie den Banken für Einlagen bezahlt, massiv erhöhen, und so mehr Fremd-Kapital anziehen. – Mit grossem Einfluss auf das generelle CH-Zinsniveau.

  81. @DividendenJaeger

    Sie versuchen krampfhaft, das absurde Märchen von der angeblichen „Geldschöpfung„ durch die SNB und das Bankensystem „irgendwie“ zu retten.

    Ihre beiden Kommentare bestehen über weite Teile aus ellenlangen, unverständlichen Sätzen. Ich will dennoch versuchen, auf die wesentlichsten Punkte einzugehen:

    Investitionen unserer Nationalbank in unserem Land schaffen mehr Arbeitsplätze in der Schweiz als Investitionen in marode ausländische Staatshaushalte. Das ist gesunder Menschenverstand. Zudem beinhalten Inlandinvestitionen kein Währungsrisiko.

    Der massive Kapitalexport durch unsere SNB von nunmehr über 400 Milliarden Franken (finanziert mit Schulden – Staatsschulden notabene) ist deshalb nicht nur kontraproduktiv, sondern zudem höchst riskant.

    Und nun zum besagten Film am Schweizer Fernsehen im Wirtschaftsmagazin ECO von Reto Lipp, der die Geldschöpfung vollkommen falsch darstellt:

    Darin wird behauptet, dass die SNB den Geschäftsbanken Geld zur Verfügung stelle zu einem bestimmten Leitzins.

    Das würde heissen, dass die Schweizer Geschäftsbanken der SNB einen Leitzins auf den Giroguthaben bezahlen müssten. Demzufolge würde es sich bei den besagten Giroguthaben der Banken bei der SNB um Aktiven der SNB handeln. Aber das stimmt nicht! Diese Guthaben der Banken bei der SNB sind umgekehrt Passiven der SNB.

    Wenn Sie es nicht glauben, so betrachten Sei doch wenigsten nur einmal die Bilanz unserer Nationalbank! (Google: SNB, statistische Monatshefte).

    Diese Giroguthaben der Banken bei der SNB stellen jedoch Vermögen dar, welches die Banken bei der SNB „parkieren“ bzw. investieren (Herr und Frau Schweizer haben es zuvor bei der PostFinance oder bei einer Schweizer Bank angelegt).

    Der Aktivseite der SNB-Bilanz entnehmen Sie bitte, dass die SNB keinen einzigen Franken Geld an das Schweizer Bankensystem gewährt. Das ist eine Schande! Wie will die SNB die Zinsen in unserem Lande steuern, wenn sie den Banken in der Schweiz keinen einzigen Franken Kredit gewährt?

    Bitte nehmen Sie das nun endlich einmal zur Kenntnis. Ansonsten kommen wir nicht weiter. Sie drehen sich im Kreis.

    Bitte schreiben Sie nicht, ich hätte „ein Defizit im Verständnis des Geldsystems“. Bitte schauen Sie zuerst, dass Sie Aktiven und Passiven der SNB unterscheiden können.

    Und nun noch zu jenem Film in Eco, wo fälschlicherweise behauptet wird, wenn eine Frau 10‘000 Franken in Banknoten auf eine Bank bringe, so könne die Bank jetzt nochmals 9‘000 Franken in Form von Buchgeld weiter ausleihen. Dadurch steige die Geldmenge (Bargeld plus Buchgeld) insgesamt auf 19‘000. Das sei eine „Geldschöpfung“ von 9‘000 Franken.

    Zuerst: Wenn die SNB nicht Geld schöpfen kann, so kann es das Bankensystem auch nicht.

    Weiter: Wenn die Frau 10‘000 Franken in Form von Banknoten auf die Bank einbezahlt, so lautet der Buchungssatz: Kassa an „Einlagen von Kunden“. Kassa links im Soll und „Einlagen von Kunden“ rechts im Haben. Einverstanden?

    Die Summe der Bilanz beträgt damit 10‘000 Franken.

    Im Film wird nun behauptet, die Bank gewähre einem Handwerker ein Darlehen von 7‘000 Franken in Form von Buchgeld. Buchhalterisch ist das aber gar nicht möglich ist.

    Die Bank kann lediglich buchen: „Ausleihung an Kunden“ an Kassa 7000, da sie auf ihrer Aktivseite nur das Konto Kassa hat. D.h. sie kann dem Handwerker nur 7000 in bar – in Banknoten – ausleihen. Dann hat der Handwerker 7‘000 und die Bank noch 3‘000 Franken. Das ergibt unverändert 10‘000 Franken. Konklusion: Keine „Geldschöpfung“.

    Wollte die Bank an den Handwerker 7‘000 Franken in Form von Buchgeld überweisen, so müsste sie auf ihrer Aktivseite Buchgeld im Betrag von 7‘000 Franken verbucht haben. Dazu hätte die Frau 10‘000 Franken in Form von Buchgeld überwiesen haben. Das hat sie aber nicht. Sie hat Bargeld überwiesen.

    Sie machen es sich nun einfach und behaupten, die 10‘000 Franken Banknoten „seien dem Wirtschaftskreislauf entzogen“, wenn die Bank diese nicht ausleihe.

    Welch ein Unfug! Hier zeigt sich, dass im Gegenteil Sie nichts von Geldschöpfung verstehen!

    Sie können doch nicht einfach behaupten, der von der SNB emittierte Notenumlauf sei dem Wirtschaftskreislauf entzogen!

    Und wäre das so, so würde sich die Geldmenge entsprechend wieder verkleinern. Der Geldschöpfungsmultiplikator ist und bleibt ein Märchen!

    mfG

    • @Hardy, der Student

      Sehr geehrter „Hardy, der Student“

      Sie schreiben: „Die SNB druckt doch gar keine Banknoten.“

      Doch, die SNB druckt Banknoten. Beweis: SNB-Bilanz.

      Ihr Vergleich, die SNB verhalte sich wie ein Sohn, der auf Kredit des Vaters unlimitiert einkaufe ist sehr gut (wollte diesen auch schon bringen). Nur, der Kreditgeber der SNB ist nicht der Staat, sondern sind Sie und ich und Herr und Frau Schweizer.

      Wenn Sie ihren Lohn auf ihr Konto überweisen lassen, hat dann die PostFinance bei Ihnen eine Schuld oder beim Staat? Ich würde meinen, die PostFinance hat bei Ihnen eine Schuld.

      Sie können nun argumentieren. Wir alle sind der Staat und sie können auch sagen, dass Sie Geld bei de PostFinance anlegen, um zu sparen für Ihre Steuerrechnung. Die Steuern haben ja einen entscheidenden Stellenwert in ihren Überlegungen („Amazonasbuchaltung“).

      Trotzdem: Nicht (oder noch nicht) alles gehört dem Staat. Zudem würde ich meinen, dass wir, obwohl (oder weil) wir Schweizer sind, doch noch eine gewisse Individualität haben dürfen.

      Wenn also Sie ihren Lohn oder ihre Stipendien (Sie sind ja Student) auf ihr Konto bei PostFinance überweisen lassen, so gehört das Geld dort immer noch Ihnen. Die Post hat somit bei Ihnen eine Schuld und nicht beim Staat.

      Oder was würden Sie sagen, wenn der Staat kommen würde und zur PostFinance sagte: Alles Geld, das „Hardy, der Student“ einzahlt gehört ab sofort dem Staat? Ich denke, sie wären damit nicht einverstanden. Oder?

      Konklusion „Ein für alle Mal“ (!): Wenn Sie, „Hardy, der Student“, ihr Erspartes bei der PostFinance „parkieren“ und die PostFinance legt dieses Geld bei der SNB an, so hat

      a)Die PostFinance bei Ihnen einen Kredit aufgenommen und

      b) die SNB hat bei der PostFinance einen Kredit aufgenommen, d.h.

      c) die SNB hat bei „Hardy, der Student“ indirekt einen Kredit aufgenommen und daraus folgt,

      d) die SNB hat nicht beim Staat einen Kredit aufgenommen, sondern bei „Hardy, der Student“. „Hardy, der Student“ ist ja nicht der Staat.

      Wir gehen nun einen Schritt weiter und drehen den Spiess um: Weil nicht „Hardy, der Student“ der Staat ist, sondern weil vielmehr die SNB ein Staatsunternehmen ist, hat

      e) der Staat via SNB einen Kredit bei „Hardy der Student“, bzw. bei Herrn und Frau Schweizer aufgenommen.

      Banknoten stellen somit eine Schuld des Staates bei seinen Bürgern dar.

      Ihre immer und immer wiederkehrende Behauptung, die SNB verschulde sich beim Staat ist somit wie gesagt, „ein für alle Mal“ widerlegt.

      Umgekehrt, der Staat verschuldet sich via SNB und Geschäftsbanken bei „Hardy, dem Student“ bzw. bei Herrn und Frau Schweizer.

      „Student“ sein ist eben, wie gesagt, nicht „hardy“, sondern „hard“.

      Hier noch der Link zum absurden Artikel des SNB-Chefideologen, Prof. Baltensperger, in der vollkommen „SNB-unkritischen NZZ“ (man könnte meinen, die NZZ gehöre zur PR-Abteilung der SNB!):

      http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/uebersicht/die-nationalbank-hat-keine-limiten-wenn-sie-den-franken-schwaechen-will-1.11899445

      mfG

    • @Urs Glohner

      Sehr geehrter Herr Glohner

      Sie argumentieren, „die SNB könne immerhin massiv Noten in Umlauf bringen und damit weiter Devisen kaufen“.

      Das ist eine weitverbreitete, aber äusserst irrige Meinung, die übrigens auch die SNB selbst vertritt.

      Warum geht das nicht? Oder anders gefragt, weshalb hat das die SNB denn bisher noch nicht getan? Weshalb hat sie ihre Euros nicht mit der Emission von Banknoten bezahlt?

      Vor den massiven Euro-Käufen im Jahre 2008 betrugen die Devisenanlagen der SNB 47 Milliarden Franken. Der Notenumlauf betrug zu jenem Zeitpunkt 49 Milliarden Franken. Seither stiegen die Devisenanlagen auf 444 Milliarden (!), während der Notenumlauf nur auf 60 Milliarden kletterte.

      Das ist also ganz eindeutig der Beweis, dass die SNB ihre Euros und Dollars nicht mit dem Drucken von Banknoten finanzierten, sondern über eine Verschuldung bei den Geschäftsbanken in Form von Giroguthaben.

      Die Behauptung der SNB, sie finanziere ihre Devisen mit neu gedruckten Banknoten entspricht also schlicht und einfach nicht der Wahrheit.

      Hätte sie ihre Eurokäufe so finanzieren können, so hätte sie es getan. Sie konnte es aber nicht tun. Warum nicht?

      Weil die Investoren aus dem Ausland niemals so viele Schweizer Franken Banknoten gebrauchen können. Oder glauben Sie im Ernst, dass inskünftig in den Bars von Frankreich, Paris oder Barcelona inskünftig mit Schweizerfranken – Banknoten bezahlt wird?

      Zudem wären Schweizerfranken-Banknoten zu unsicher, insbesondere auch, weil die SNB-Führung lauthals verkündet hat, sie werde „unbeschränkt“ Banknoten drucken.

      Die ausländischen Investoren investieren lieber in Giroguthaben bei Schweizer Banken. Da haben sie die Sicherheit der Schweizer Banken. Zuerst garantiert deren Eigenkapital und das weniger gesicherte Fremdkapital. Zudem wird voraussichtlich der Staat einspringen bei einer Liquiditätskrise der Banken (siehe UBS). Investitionen in Schweizer Banken sind sicherer als Investition ein in Banknoten.

      Zudem könnten grosse institutionelle Investoren Franken-Banknoten in grossen Mengen gar nicht gebrauchen.

      Angenommen, eine grosse Pensionskasse aus dem Ausland möchte beispielsweis in Schweizer Aktien investieren. Dann müsse sie den ganze Betrag, den sie in Banknoten hält, bar bezahlen usw.

      Unser Geldsystem würde zusammenbrechen.

      Ich habe diese Argumentationsführung bereits vor einigen Tagen einem Kommentator weiter unten dargelegt.

      Ich verweise Sie auf meine Stellungnahmen weiter unten.

      Zudem geht gerade jetzt die Meldung über den Bildschirm, der Druckerei der SNB-Banknoten (Orell Füssli) seien Banknoten im Wert von 1.8 Millionen gestohlen werden, welche noch nicht ganz fertig erstellt gewesen seien, aber bereits stark verwechselbar. Teilweise seien diese nun in England aufgetaucht.

      Würde die SNB Banknoten emittieren ohne Gegenwert, oder fällt das Eigenkapital der SNB in den negativen Bereich, so verhielte sich die SNB wie die Diebe dieser Banknoten.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  82. @Hardy, der Student

    Nein! Geld ist immer in Passivum des Geldemittenten. Beweis: Sowohl Banknoten als auch Giroguthaben der Banken bei der SNB sind auf der Passivseite verbucht.

    Es reicht nicht, die Bilanz der SNB einfach einmal „anzuschauen“. Sie sollten diese analysieren. Ihre „Amazonas-Buchhaltung“ hin oder her. Sie gehen von unrealistischen Prämissen aus.

    Lieber „Hardy, der Student“: „Student“ sein ist nicht nur „hardy“, sondern „hard“.

    mfG

  83. Der Schweizer Franken muss nicht mal direkt in der Schweiz nachgefragt werden. Man kann auch bei seiner Bank ein Fremdwährungskonto eröffnen und über den Devisenmarkt Franken nachfragen.
    Einnahmen der Firmen, die in die Schweiz Produkte liefern könnten auch zur Ausfuhr von Franken führen, die Ihren Weg zu den NBs finden, die nicht nur Dollar halten wollen.

    Ausländer müssen nicht zwangsläufig in eine Anlage in der Schweiz investieren. Die können auch nur bei einer Schweizer Bank ein Konto haben und dort Einzahlungen vornehmen. Die UBS wird Ihre Schieflage aus dem Eigenhandel mit solchen Mitteln haben, wofür sie dann bei Verlust gerade stehen muss, bzw. wo hier die SNB eingesprungen ist, um den Finanzplatz Schweiz zu retten. Wer hätte sonst noch vertrauen in eine Schweizer Bank?

    Sie sind auf meine Argumente aber nicht eingegangen. Wenn der Franken steigt, dann nicht nur gegenüber dem EURO. Die EU27 haben 2011 für 143 Milliarden Franken Waren und Dienstleistungen in die Schweiz geliefert. Alle anderen Länder zusammen, noch mal 40 Milliarde. Wertet der Franken um 10% auf, kann das dazu führen, dass die Handelsbilanz der Schweiz negativ wird (Importe steigen und Exporte sinken) und das wäre sicher nicht folgenlos für den Arbeitsmarkt.

    Die Schweiz hat über das Bankensystem bisher das Steuersystem anderer Länder in unfairer Weise unterlaufen und damit nicht unerheblich zum Wohlstand der Schweiz beigetragen. Wenn alle Länder so handeln würden, dann würden überall die Steuereinnahmen aus dem Finanzsektor, die eh zu niedrig, sind noch weiter reduziert. Es ist nicht einzusehen, warum jemand der Hart arbeitet, einen hohen Anteil seines Gehalts als Steuer abführen muss und Leistungslose Einkünfte aus dem Finanzsektor viel besser weg kommen.
    Zwar erfreut sich (oder auch nicht wegen des starken Franken) die Schweiz immer noch einer starken Nachfrage nach Franken aber möglicherweise hat die eine andere Qualität. Die Gelder suchen weniger nach spekulativer Anlageform, sondern nach sicherer und auch bedingt durch die Finanzkrise haben die Banken Auflagen, die das riskante aber gewinnträchtige Spekulieren eindämmen.
    Gelder, für die die Banken kein Risiko eingehen wollen und bei der SNB deponieren, findet ja nicht automatisch den Weg in die eigene Wirtschaft. Soll sich etwa der Schweizer Staat das Geld leihen, obwohl er es nicht benötigt? Die SNB kann dieser Art der Investition nicht auf eigene Rechnung tätigen.

    Ein niedriger Zins ist außerdem keine Garantie dafür, dass Geld massig geliehen und in die Wirtschaft oder Infrastruktur investiert wird. Schulden will man heute lieber so schnell es geht wieder loswerden und das verschärfte Risikomanagement nach der Finanzkrise ist aus guten Gründen nicht förderlich.

    Es wird sinnvoll sein, einige statistische Daten zu bemühen, um zu einem klareren Bild zu kommen.

    MfG

    DJ

  84. @DividendenJaeger

    Sehr geehrter Dividendenjaeger

    Wenn Geld in die Schweiz fliesst, so sucht es hier eine Anlage. Es kann nicht Geld von „bösen Spekulanten“ in den Franken fliessen, ohne dass nicht auch real in Franken investiert wird.

    Offensichtlich wurde viel ausländisches Kapital bei den Schweizer Banken angelegt. Diese können damit günstige Kredite offerieren (siehe tiefes Zinsniveau). Indirekt investieren die Ausländer somit auch in den Schweizer Immobilienmarkt (als Fremdkapitalgeber).

    Auch legen die Banken einen grossen Teil dieses Kapitals bei der SNB an. Bezahlen die Ausländer bei den Schweizer Geschäftsbanken einen negativen Zins und die Banken stellen das Geld der SNB zinslos zur Verfügung (in Form von Giroguthaben bei der SNB), so erwirtschaften sie dadurch dennoch einen positiven Zinsensaldo.

    Die SNB exportiert nun dieses Kapital aus dem Ausland umgehend wieder ins Ausland. Dieses Kapital könnte man in der Schweiz aber gut selber gebrauchen, anstatt es an hochriskante ausländische Staaten zu verscherbeln.

    Ich habe in meinem Beitrag „In die Schweiz investieren, anstatt in Euroland zu verlieren“ (Inside Paradeplatz) Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Infrastrukturprojekte des Staates sogar mit negativem Zins vorantreiben könnte.

    Das würde viele Arbeitsplätze hierzulande schaffen und voranbringen. Die SNB unterstützt aber lieber ausländische Volkswirtschaften…

    Zurück zu den „bösen Spekulanten“: Ich möchte definieren: Je grösser der Hebel ist (je kleiner die Eigenkapitalquote), mit dem man investiert, desto grösser die Spekulationswirkung.

    Wer spekuliert nun mit dem grössten Hebel? Unsere Nationalbank hat noch eine Eigenkapitalquote von rund 10 Prozent. Das ist hochspekulativ! Wenn Sie ein Haus bauen mit 10 Prozent Eigenkapital, so ist das auch hochspekulativ.

    Die SNB ist damit zu einer äusserst schwachen Marktteilnehmerin geworden. Einem Angriff auf die Marke von 1.20, der früher oder später kommen wird, wird sie nicht standhalten können.

    Sie SNB kann sich nicht endlos bei den Banken verschulden (das sind Staatsschulden), um Euros zu kaufen. Kein Staat und kein Unternehmen kann sich endlos verschulden – auch die SNB nicht. Vor allem, wenn das Eigenkapital der SNB aufgebraucht ist.

    Die SNB würde mehr Arbeitsplätze in der Schweiz schaffen, wenn sie das Kapital hier investierte, anstatt es ins Ausland zu verfrachten – verbunden mit einem Währungsrisiko, das uns das Genick brechen kann.

    mfG

  85. Nachtrag I
    Gestern Abend bin ich noch auf einen Beitrag des Schweizer Fernsehens gestossen, in dem die „Geldschöpfung“ erklärt werden soll. Der Beitrag stammt vom Wirtschaftsmagazin ECO von Reto Lipp, notabene Wirtschaftsjournalist des Jahres 2011.

    Der besagte Beitrag wurde am 19.12. 2012 ausgestrahlt. Er besteht aus zwei Kurzfilmen (Google: „Geldschöpfung ECO“).

    Bei der Ansicht beider Filme standen mir „die Haare zu Berge“. Dermassen unqualifiziert und unüberlegt sind sie. Übrigens wird auf der Homepage der SNB „iconomix“ sogar Reklame für diese beiden irreführenden Filme gemacht.

    Film 1
    Der grundsätzliche Fehler beginnt damit, dass am Anfang des vermeintlichen „Geldschöpfungsprozesses“ von „Bargeld“ die Rede ist. Am Ende des Prozesses jedoch von „Bargeld“ plus „Buchgeld“.

    Analysieren wir den Film:
    Eine Frau bezahle CHF 10‘000 in Bargeld (Banknoten) auf ihr Konto bei einer Bank ein. Nun gebe die Bank CHF 7‘000 davon an einen Handwerker weiter. Dieser kaufe damit eine Maschine und der Verkäufer der Maschine bringe die CHF 7‘000 wieder auf eine Bank. Derselbe Prozess geschehe noch einmal. Nun würden CHF 4‘000 an eine Studentin ausgeliehen. Der Film schliesst: „So hätten die Banken aus CHF 10‘000 Bargeld zusätzlich CHF 11‘000 Buchgeld „geschöpft“. Zusammen gäbe es nun CHF 21‘000.- (sogenannte „Geldschöpfung“).

    Wenn jemand auf einer Bank CHF 10‘000 in Bargeld anlegt, so hat das in der Bilanz der Bank zur Folge, dass auf der Aktivseite der Bilanzposten „Kassa“ um CHF 10‘000.- steigt. Gleichzeitig steigt auch der Passivposten „Spareinlagen von Kunden.“ Die Bilanz der Bank verlängert sich damit um CHF 10‘000.-.

    Nun geht der Film weiter: Die Bank leihe von den CHF 10‘000 der Frau einen Teil von CHF 7‘000 an die Handwerker in Form von Buchgeld aus. Wie bitte? Die Frau hat Bargeld einbezahlt und jetzt leihe die Bank CHF 7‘000 davon in Form von Buchgeld weiter aus?

    Wenn die Bank einen Kredit in Form von CHF 7‘000 ausleiht, so wird ein solcher Kredit auf der Aktivseite der Bilanz unter dem Konto „Aktivdarlehen“ gewährt. Die Aktivseite der Bilanz der Bank verlängere sich angeblich schon hier um CHF 10‘000 auf CHF 17‘000-. (Kassa plus Aktivdarlehen). Und die Passivseite? Diese müsste sich auch verlängern um CHF 7‘000.-.

    Wenn aber niemand zusätzliche CHF 7‘000 auf sein Konto bei der Bank in Form von Buchgeld einbezahlt, so kann die Bank auch nicht CHF 7‘000 in Form von Buchgeld an die Handwerker ausleihen.

    Hätte die Frau zusätzlich zu ihrer Einlage von CHF 10‘000 in Bargeld noch CHF 7‘000 in Form von Buchgeld einbezahlt, so könnte die Bank CHF 7‘000 in Form von Buchgeld ausleihen.

    Da aber die Bank nur Bargeld von ihrer Kundin erhielt, kann sie auch nur Bargeld an die Handwerker ausleihen.

    In diesem Fall sehen wir, dass es gar keine Gelschöpfung gibt: Die Bank erhält CHF 10‘000 in Form von Banknoten von der Frau (zehn Tausendernoten). Die Bank leiht sieben Tausendernoten an die Handwerker aus. Diese bezahlen damit die Maschine und der Verkäufer bringt die sieben Tausendernoten wieder auf die Bank. Resultat: Die Bank oder das Bankensystem (bei zwei Banken) besitzen insgesamt immer noch lediglich zehn Tausendernoten.

    Nun gewähre die Bank der Studentin einen Kredit von CHF 4‘000.- Resultat: Die Banken besitzen jetzt 6 Tausendernoten und die Studentin vier Tausendernoten. Das ergibt insgesamt immer noch 10 Tausendernoten.

    Konklusion: Die sogenannte „Geldschöpfung“ ist und bleibt ein Märchen!

    Ich bitte Herrn Reto Lipp, in einer neuen Sendung „ECO“ seinen Fehler im besagten Film richtigzustellen!

    Ich bitte auch Herrn Studer, Präsident des Bankrates der SNB, dafür besorgt zu sein, dass auf der Home page unserer Schweizerischen Nationalbank (insbesondere „iconomix“) nicht solche Irrtümer verbreitet werden! Und ich bitte ihn auch, dass die Nationalbank das Schweizer Fernsehen inskünftig korrekt informiert, so dass dort nicht immer und immer wieder Falschmeldungen bezüglich der Schweizerischen Nationalbank verbreitet werden.

    Film 2
    Noch katastrophaler!

    Dieser Film fängt wie folgt an: Eine Geschäftsbank könne die grosse Nachfrage nach Krediten durch die Kunden nicht mehr befriedigen. Deshalb gehe sie zur Nationalbank und leihe sich dort Geld aus. Sie erhalte von der Zentralbank einen Kredit. Dafür müsse die Bank der Zentralbank einen Zins bezahlen, den sogenannten Leitzins.

    Bereits in diesen ersten Aussagen des Films befinden sich gravierende Irrtümer:

    Wenn die Geschäftsbanken von der Zentralbank einen Kredit aufnehmen, so handelt es sich dabei um ein Aktivdarlehen der Zentralbank (SNB) bzw. um ein Passivdarlehen der Geschäftsbanken.

    In der Bilanz der SNB werden die Giroguthaben der Banken jedoch umgekehrt auf der Passivseite verbucht. Und in den Bilanzen der Geschäftsbanken werden ihre Guthaben bei der SNB nicht auf der Passivseite verbucht, sondern umgekehrt auf der Aktivseite!

    Unsere Nationalbank informiert uns via das Schweizer Fernsehen vollkommen falsch.

    Es ist nicht so, dass die Kunden der Banken viel Kredit wollen und die SNB dieses „Geld“ zur Verfügung stellte. Nein! Umgekehrt! Die Kunden der Banken (u.a. auch ausländische) legen ihr Geld bei Schweizer Banken (und PostFinance) an, teilweise sogar zu Negativzinsen oder zumindest zu sehr tiefen Zinsen (das ist billiges Geld). Die Banken legen nun ihrerseits dieses Geld bei der SNB an. Diese kauft damit Euros.

    D.h. die SNB nimmt Kapital in der Schweiz auf und exportiert dieses ins Ausland, verbunden mit einem unglaublich waghalsigen Wechselkursrisiko!

    Die Fehler im Film gehen aber noch weiter: Es wird behauptet, die SNB verlange von den Banken einen Zins, den Leitzins.

    Auch das ist vollkommen falsch: Die Banken müssen auf ihren Einlagen bei der SNB keine Zinsen bezahlen; genauso wenig wie Herr und Frau Schweizer Zins bezahlen müssen wenn sie ihr Geld auf die Bank bringen.

    Absurd wird es, wenn im Film sogar behauptet wird, die Banken müssten für ihre Einlagen Wertpapiere bei der Zentralbank als Sicherheit hinterlegen. Das wäre vergleichbar mit der Behauptung, Herr und Frau Schweizer müssten Wertpapiere bei den Banken als Sicherheit hinterlegen, wenn sie dort ihr Geld anlegen. Unsinn!

    Noch nicht fertig:
    Im Film wird dann noch behauptet, durch diese Kreditvergaben an die Banken würde die Zentralbank die Geldmenge erhöhen.

    Unsere Nationalbank meint also tatsächlich, wenn sie bei den Schweizer Banken Kredit aufnehme, so würde sie diesen einen Kredit gewähren. Unglaublich! Stümperhaft!

    Würde die Schweizerische Nationalbank den Schweizer Banken tatsächlich günstige Kredite gewähren („lender of last resort“), wie sie das gemäss Bundesverfassung und Nationalbankgesetz tun müsste, so wären diese auf der Aktivseite der SNB-Bilanz verbucht.

    Dort sehen wir aber, dass die SNB keinen einzigen Franken günstigen Kredit an die Schweizer Banken ausleiht!

    Die SNB leiht das Geld, das sie der Schweiz günstig ausleihen sollte, einzig und allein den ausländischen Staaten aus – allen voran Europa und USA! Das ist ein Unding! Zumal dieser massive Kapitalexport von über 400 Milliarden Franken zulasten der Schweiz geht und ein unglaubliches Währungsrisiko in sich birgt!

    Ich fordere die verantwortliche Bundesrätin, Frau Eveline Widmer-Schlumpf (Vorsteherin EFD), den verantwortlichen Bundesrat, Herrn Johann Schneider Ammann (Vorsteher WBF) sowie den Präsidenten des Bankrats der Schweizerischen Nationalbank, Herrn Jean Studer, auf:

    „Misten“ sie die Irrtümer im „Laden“ „Schweizerische Nationalbank“ endlich aus!

    Handeln Sie! Bevor es zu spät ist!

    Wenn der Euro bei 1.20 nach unten ausbricht gibt es kaum mehr ein Zurück.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • Hallo Herr Meyer,

      wenn die Frau 10.000 CHF bei der Bank einzahlt und auf ewig dort belassen würde, dann können wir mal als erstes festhalten, dass dieses Geld dem Kreislauf entzogen ist und nicht mehr Kaufkraftwirksam würde.

      Wenn die Bank nun hergeht und einen Teil oder alles einem Kunden B als Buchgeld zwecks einem Kredit auf sein Konto bucht, damit er sich eine Maschine davon kaufen kann, dann wird dieses Geld wieder kaufkraftwirksam.

      Ist der Verkäufer nicht Kunde bei dieser Bank, nimmt die Bank die Einlage der Frau und zahlt die in Bar aus. Es gibt für die meisten Banken eine Mindestreserveregelung, die besagt, dass die Bank bezogen auf die Guthaben ihrer Kunden einen Mindestbetrag in Bar nicht ausleihen darf, z.B. 10%. In dem Fall dürfe die Bank nur 9000 CHF der Frau auszahlen (vereinfacht betrachtet, wenn sie gerade die einzige Kundin mit Einlage ist). Hat die Bank einen größeren Kredit vergeben, muss Sie Sich Bargeld von einer anderen Bank oder bei der SNB gegen Sicherheiten ausleihen.
      Hebt nie ein Kunde Geld in Bar ab, könnte die Bank 90.000 CHF an Kredit vergeben, die als Buchgeld bei Kunden der Bank liegen würden. Dann wäre die Mindestreservequote von 10% immer noch erfüllt.

      Nun ist es aber so, dass der Verkäufer C der Maschine des Kunde B auch ein Konto bei der Bank unterhalten könnte. Sagen wir die Maschine hat 7000 CHF gekostet. Dann bekommt C auf sein Konto 7000 CHF gutgeschrieben, während B 7000 CHF Schulden bei der Bank hat und die Frau ein Guthaben von immer noch 10.000 CHF. 7000 CHF sind neu geschöpft worden. Nun könnte Kunde D der Bank eine Renovierung durchführen wollen, für die er 15.000 CHF benötigt. Kein Problem, die Bank schreibt Ihm 15.000 CHF auf sein Konto gut und lässt sich im Grundbuch zur Sicherheit eintragen, um das Haus gegebenenfalls verpfänden zu können. Jetzt sind schon 22.000 CHF geschöpft worden, die Kaufkraftwirksam geworden.Die, die das Geld erhalten haben, können weitere Käufe auslösen.

      Das ist das, was bei einem Geldschöpfungsprozess bei den GBs abläuft. Das Geld der SNB wird per Buchgeld multipliziert, bis maximal die Mindestreserve der Bank erreicht ist. Erst dann müsste die Bank neues Geld von der SNB besorgen (kleiner Banken reizen die Grenze aber nicht aus). Aber selbst das Geld, dass die GBs von der SNB leihen, wird den GBs zunächst auch nur als Buchgeld auf deren Konten gut geschrieben. Erst wenn es physisch benötigt wird, liefert es die SNB.

      Den ähnlichen Prozess, wenn die SNB die Einlagen der GBs verleiht, hatten wir ja schon besprochen. Hier ist dann die SNB Kunde bei den GBs und ist über den Weg im Geldschöpfungsprozess involviert.

      Schaut man sich den Zahlungsausgleich zwischen den Banken an (nicht alle Kunden sind ja bei einer Bank, also gibt es auch Ausgleichszahlungen), wird man feststellen, dass obwohl der Zahlungsausgleich zunächst auf Basis gesetzlichen Zahlungsmittel (GZ) erfolgt, aber nach dem Saldieren nur ein Bruchteil des Geldes physisch benötigt wird. Deswegen kann man auch ein vielfaches von dem vorhandenen GZ als Buchgeld führen und zur Kreditvergabe nutzen.

      Nun wird von vielen Kritikern behauptet, das wäre Geldschöpfung aus dem Nichts. Ganz so kann man das nicht sehen. Die Bank ist natürlich voll verantwortlich, für die eingegangenen Verbindlichkeiten (verliehene Einlagen der Kunden egal ob Bar oder Buchgeld). Die Bank muss also ein Risikomanagement haben und da wo angebracht, Sicherheiten von den Kreditnehmern verlangen (z.B. Grundbucheintrag bei einer Immobilie, hinterlegen des Fahrzeugbriefes bei einem Autokauf oder Abdecken von Risiken durch einen Zins, der eine Risikokomponente beinhaltet, die für ausgefallene Kredite herhalten muss).

      Ehrlich gesagt muss ich mich doch sehr wundern, dass Sie, der Sie eigentlich aus dem Fach sein sollten und lange genug unterwegs waren, ein ziemliches Defizit im Verständnis des Geldsystems haben.
      Das was in dem Film gesagt wird, ist im wesentlichen korrekt.

      MfG

      DJ

    • Zusätzliche Erläuterung zum Nachtrag I

      Bezüglich Film 1 in SF-Sendung „ECO“ von Reto Lipp vom 19.12.2012:

      Eine Frau bringe 10‘000 Franken in Banknoten auf die Bank. Von diesen 10‘000 Franken Bargeld gebe die Bank 7‘000 Franken weiter an einen Handwerker in Form von Buchgeld.

      Ergo, so folgert der Film, sei die Geldmenge um 7‘000 Franken gestiegen und betrage nun 17‘000 Franken (Bargeld und Buchgeld zusammen) usw. Das sei der sogenannte „Geldschöpfungs-Multiplikator“.

      Warum das nicht zutrifft, zeigt folgende Analyse:

      Wenn die Frau 10‘000 Franken auf die Bank bringt, so lautet der entsprechende Buchungssatz bei der Bank: „Kassa“ an „Guthaben von Kunden“ 10‘000.

      Wenn die Bank nun dem Handwerker einen Kredit von 7‘000 Franken in Form von Buchgeld gewähren will, so müsste sie einen entsprechenden Betrag in Form von Buchgeld auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbucht haben.

      Die Bank hat aber auf ihrer Aktivseite einzig und allein den Posten Kassa 10‘000 verbucht.

      Sie kann also nicht buchen: Aktivdarlehen an was?

      Sie hat auf der Aktivseite keinen Posten, den sie im Buchungssatz bei der Buchung des Kredits an den Handwerker auf der rechten Seite des Buchungssatzes verbuchen könnte.

      Des Rätsels Lösung ist folgende:

      Wenn der Handwerker von der Bank einen Kredit in Buchgeld möchte, so hat das gar nichts zu tun mit der Einzahlung der Frau. Das sind zwei vollkommen verschiedene Geschäfte:

      Wenn der Handwerker einen Kredit von der Bank beantragt, so muss er zuerst einen Betriebskredit aufnehmen. Dafür muss er eine Sicherheit bringen. Möglicherweise ein Grundpfand.

      Wenn die Bank dem Handwerker einen Kredit gewährt, so verbucht die Bank auf der Aktivseite ihrer Bilanz diesen „Betriebskredit“ möglicherweise unter dem Kontennamen „Betriebskredit an Kunden“.

      Auf der Passivseite der Bankenbilanz erhöhen sich die „Guthaben von Kunden“.

      Die Bank investiert also in das Unternehmen des Handwerkers in Form von Fremdkapital. D.h. die Bank gewährt einerseits dem Unternehmen einen Betriebskredit von 7‘000 Franken und sie schreibt dem Unternehmen des Handwerkers den Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut – in Form von Buchgeld.

      Wie bereits gesagt: Der Kredit an den Handwerker ist in keiner Weise von der Bareinlage der Frau abhängig. Es sind zwei vollkommen verschiedenen Geschäfte.

      Deshalb kann man auch nicht argumentieren und behaupten: Die Frau bringe 10‘000 Bargeld auf die Bank und davon gewähre die Bank einem Handwerker ein Darlehen in Form von Buchgeld.

      Die 10‘000 Franken der Frau dienen auch nicht in irgendeiner Weise als Sicherheit für den Kredit des Handwerkers.

      Diese „Geldschöpfungsmultiplikator-Theorie“ ergibt nicht den geringsten Sinn.

      Zudem wird aus obigen Überlegungen auch deutlich, dass die Bank den Handwerkern einen Kredit in Form von Buchgeld gewähren kann, ohne dass die Zentralbank vorher irgendwem irgendeinen Bargeldbetrag ausbezahlt hätte.

      Die Argumentation von Brunetti: “Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.” (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166) gehört demnach auch in die Kategorie „Ammenmärchen“.

      Die Notenbank kommt erst dann ins Spiel, wenn sich ein Kunde von der Geschäftsbank Bargeld auszahlen lässt.

      Würde der Handwerker im obigen Beispiel sich den Betriebskredit in Banknoten auszahlen lassen, so lautete der Buchungssatz: „Betriebskredit an Kunden“ an „Kasse“ 7‘000.

      In diesem Fall gingen von den 10 Tausendernoten der Frau deren 7 an den Handwerker. Die Bank hätte somit nur noch 3 Tausendernoten und der Handwerker deren 7. Das ergibt zusammen 10 Tausendernoten.

      Von „wunderbarer Geldvermehrung“ der Banken bzw. von „Geldschöpfungsmultiplikator“ kann keine Rede sein!

      Konklusion: Auch die Geschäftsbanken können, genauso wie die Zentralbank, nur dann Geld emittieren, wenn die Wirtschaft entsprechendes Vermögen erwirtschaftet. In diesen Beispiel ist es ein Betrieb, der eine Maschine im Wert von 7‘000 Franken herstellt.

      Herr Lipp ich bitte Sie: korrigieren Sie Ihre haarsträubend falschen Filme.

      Besten Dank

      Marc Meyer

    • Zusätzliche Erläuterung zum Nachtrag I

      Bezüglich Film 1 in SF-Sendung „ECO“ von Reto Lipp vom 19.12.2012:

      Eine Frau bringe 10‘000 Franken in Banknoten auf die Bank. Von diesen 10‘000 Franken Bargeld gebe die Bank 7‘000 Franken weiter an einen Handwerker in Form von Buchgeld.

      Ergo, so folgert der Film, sei die Geldmenge um 7‘000 Franken gestiegen und betrage nun 17‘000 Franken (Bargeld und Buchgeld zusammen) usw. Das sei der sogenannte „Geldschöpfungs-Multiplikator“.

      Warum das nicht zutrifft, zeigt folgende Analyse:

      Wenn die Frau 10‘000 Franken auf die Bank bringt, so lautet der entsprechende Buchungssatz bei der Bank: „Kassa“ an „Guthaben von Kunden“ 10‘000.

      Wenn die Bank nun dem Handwerker einen Kredit von 7‘000 Franken in Form von Buchgeld gewähren will, so müsste sie einen entsprechenden Betrag in Form von Buchgeld auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbucht haben.

      Die Bank hat aber auf ihrer Aktivseite einzig und allein den Posten Kassa 10‘000 verbucht.

      Sie kann also nicht buchen: Aktivdarlehen an was?

      Sie hat auf der Aktivseite keinen Posten, den sie im Buchungssatz bei der Buchung des Kredits an den Handwerker auf der rechten Seite des Buchungssatzes verbuchen könnte.

      Des Rätsels Lösung ist folgende:

      Wenn der Handwerker von der Bank einen Kredit in Buchgeld möchte, so hat das gar nichts zu tun mit der Einzahlung der Frau. Das sind zwei vollkommen verschiedene Geschäfte:

      Wenn der Handwerker einen Kredit von der Bank beantragt, so muss er zuerst einen Betriebskredit aufnehmen. Dafür muss er eine Sicherheit bringen. Möglicherweise ein Grundpfand.

      Wenn die Bank dem Handwerker einen Kredit gewährt, so verbucht die Bank auf der Aktivseite ihrer Bilanz diesen „Betriebskredit“ möglicherweise unter dem Kontennamen „Betriebskredit an Kunden“.

      Auf der Passivseite der Bankenbilanz erhöhen sich die „Guthaben von Kunden“.

      Die Bank investiert also in das Unternehmen des Handwerkers in Form von Fremdkapital. D.h. die Bank gewährt einerseits dem Unternehmen einen Betriebskredit von 7‘000 Franken und sie schreibt dem Unternehmen des Handwerkers den Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut – in Form von Buchgeld.

      Wie bereits gesagt: Der Kredit an den Handwerker ist in keiner Weise von der Bareinlage der Frau abhängig. Es sind zwei vollkommen verschiedenen Geschäfte.

      Deshalb kann man auch nicht argumentieren und behaupten: Die Frau bringe 10‘000 Bargeld auf die Bank und davon gewähre die Bank einem Handwerker ein Darlehen in Form von Buchgeld.

      Die 10‘000 Franken der Frau dienen auch nicht in irgendeiner Weise als Sicherheit für den Kredit des Handwerkers.

      Diese „Geldschöpfungsmultiplikator-Theorie“ ergibt nicht den geringsten Sinn.

      Zudem wird aus obigen Überlegungen auch deutlich, dass die Bank den Handwerkern einen Kredit in Form von Buchgeld gewähren kann, ohne dass die Zentralbank vorher irgendwem irgendeinen Bargeldbetrag ausbezahlt hätte.

      Die Argumentation von Brunetti: “Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.” (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166) gehört demnach auch in die Kategorie „Ammenmärchen“.

      Die Notenbank kommt erst dann ins Spiel, wenn sich ein Kunde von der Geschäftsbank Bargeld auszahlen lässt.

      Würde der Handwerker im obigen Beispiel sich den Betriebskredit in Banknoten auszahlen lassen, so lautete der Buchungssatz: „Betriebskredit an Kunden“ an „Kasse“ 7‘000.

      In diesem Fall gingen von den 10 Tausendernoten der Frau deren 7 an den Handwerker. Die Bank hätte somit nur noch 3 Tausendernoten und der Handwerker deren 7. Das ergibt zusammen 10 Tausendernoten.

      Von „wunderbarer Geldvermehrung“ der Banken bzw. von „Geldschöpfungsmultiplikator“ kann keine Rede sein!

      Konklusion: Auch die Geschäftsbanken können, genauso wie die Zentralbank, nur dann Geld emittieren, wenn die Wirtschaft entsprechendes Vermögen erwirtschaftet. In diesen Beispiel ist es ein Betrieb, der eine Maschine im Wert von 7‘000 Franken herstellt.

      Herr Lipp ich bitte Sie: korrigieren Sie Ihre haarsträubend falschen Filme.

      Besten Dank

      Marc Meyer

    • Leider habe ich diesen Text zu weit unten geposted. Deshalb hier nochnmals.

      Zusätzliche Erläuterung zum Nachtrag I

      Bezüglich Film 1 in SF-Sendung „ECO“ von Reto Lipp vom 19.12.2012:

      Eine Frau bringe 10‘000 Franken in Banknoten auf die Bank. Von diesen 10‘000 Franken Bargeld gebe die Bank 7‘000 Franken weiter an einen Handwerker in Form von Buchgeld.

      Ergo, so folgert der Film, sei die Geldmenge um 7‘000 Franken gestiegen und betrage nun 17‘000 Franken (Bargeld und Buchgeld zusammen) usw. Das sei der sogenannte „Geldschöpfungs-Multiplikator“.

      Warum das nicht zutrifft, zeigt folgende Analyse:

      Wenn die Frau 10‘000 Franken auf die Bank bringt, so lautet der entsprechende Buchungssatz bei der Bank: „Kassa“ an „Guthaben von Kunden“ 10‘000.

      Wenn die Bank nun dem Handwerker einen Kredit von 7‘000 Franken in Form von Buchgeld gewähren will, so müsste sie einen entsprechenden Betrag in Form von Buchgeld auf der Aktivseite ihrer Bilanz verbucht haben.

      Die Bank hat aber auf ihrer Aktivseite einzig und allein den Posten Kassa 10‘000 verbucht.

      Sie kann also nicht buchen: Aktivdarlehen an was?

      Sie hat auf der Aktivseite keinen Posten, den sie im Buchungssatz bei der Buchung des Kredits an den Handwerker auf der rechten Seite des Buchungssatzes verbuchen könnte.

      Des Rätsels Lösung ist folgende:

      Wenn der Handwerker von der Bank einen Kredit in Buchgeld möchte, so hat das gar nichts zu tun mit der Einzahlung der Frau. Das sind zwei vollkommen verschiedene Geschäfte:

      Wenn der Handwerker einen Kredit von der Bank beantragt, so muss er zuerst einen Betriebskredit aufnehmen. Dafür muss er eine Sicherheit bringen. Möglicherweise ein Grundpfand.

      Wenn die Bank dem Handwerker einen Kredit gewährt, so verbucht die Bank auf der Aktivseite ihrer Bilanz diesen „Betriebskredit“ möglicherweise unter dem Kontennamen „Betriebskredit an Kunden“.

      Auf der Passivseite der Bankenbilanz erhöhen sich die „Guthaben von Kunden“.

      Die Bank investiert also in das Unternehmen des Handwerkers in Form von Fremdkapital. D.h. die Bank gewährt einerseits dem Unternehmen einen Betriebskredit von 7‘000 Franken und sie schreibt dem Unternehmen des Handwerkers den Betrag auf dessen Konto bei der Bank gut – in Form von Buchgeld.

      Wie bereits gesagt: Der Kredit an den Handwerker ist in keiner Weise von der Bareinlage der Frau abhängig. Es sind zwei vollkommen verschiedenen Geschäfte.

      Deshalb kann man auch nicht argumentieren und behaupten: Die Frau bringe 10‘000 Bargeld auf die Bank und davon gewähre die Bank einem Handwerker ein Darlehen in Form von Buchgeld.

      Die 10‘000 Franken der Frau dienen auch nicht in irgendeiner Weise als Sicherheit für den Kredit des Handwerkers.

      Diese „Geldschöpfungsmultiplikator-Theorie“ ergibt nicht den geringsten Sinn.

      Zudem wird aus obigen Überlegungen auch deutlich, dass die Bank den Handwerkern einen Kredit in Form von Buchgeld gewähren kann, ohne dass die Zentralbank vorher irgendwem irgendeinen Bargeldbetrag ausbezahlt hätte.

      Die Argumentation von Brunetti: “Die Basis der zusätzlichen Geldschöpfung der Geschäftsbanken ist aber immer der von der Zentralbank zur Verfügung gestellte Betrag.” (vgl. Brunetti a.a.O. S. 166) gehört demnach auch in die Kategorie „Ammenmärchen“.

      Die Notenbank kommt erst dann ins Spiel, wenn sich ein Kunde von der Geschäftsbank Bargeld auszahlen lässt.

      Würde der Handwerker im obigen Beispiel sich den Betriebskredit in Banknoten auszahlen lassen, so lautete der Buchungssatz: „Betriebskredit an Kunden“ an „Kasse“ 7‘000.

      In diesem Fall gingen von den 10 Tausendernoten der Frau deren 7 an den Handwerker. Die Bank hätte somit nur noch 3 Tausendernoten und der Handwerker deren 7. Das ergibt zusammen 10 Tausendernoten.

      Von „wunderbarer Geldvermehrung“ der Banken bzw. von „Geldschöpfungsmultiplikator“ kann keine Rede sein!

      Konklusion: Auch die Geschäftsbanken können, genauso wie die Zentralbank, nur dann Geld emittieren, wenn die Wirtschaft entsprechendes Vermögen erwirtschaftet. In diesen Beispiel ist es ein Betrieb, der eine Maschine im Wert von 7‘000 Franken herstellt.

      Herr Lipp ich bitte Sie: korrigieren Sie Ihre haarsträubend falschen Filme.

      Besten Dank

      Marc Meyer

  86. @Hardy, der Student

    Sie behaupten, Geld sei ein Aktivum der Zentralbank.

    Nein – Geld ist ein Passivum der Zentralbank.

    Bitte schauen Sie doch nur ein einziges Mal in die Bilanz der SNB. Bitte.

    Sie sind genau so schwer von Begriff wie unsere SNB

    mfG

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      Sie schreiben:

      > „Sie behaupten, Geld sei ein Aktivum der Zentralbank.“

      Ich schrieb, dass das Geld ein Aktivum des Emittenten ist, der Emittent des Staatspapiergeldes ist der Staat, er emittiert aus seiner Staatsschatzkammer.
      Sehen Sie sich noch einmal den kleinen Urwaldstaat an, dort habe ich sämtliche Bilanzen aufgeführt. Ben musste erst bei uns, dem Staat, Kredit aufnehmen, bevor er Geld auszahlen konnte.

      > „Bitte schauen Sie doch nur ein einziges Mal in die Bilanz der SNB.“

      Ich schaue laufend auf Zentralbankbilanzen, auch die SNB Bilanz sehe ich hin und wieder an.

      Diese Bilanzen, auch die Bilanz der SNB, enthalten einen Fehler, es werden Schulden aus Notenemission dargestellt, die überhaupt nicht existieren können, da keine Banknoten emittiert wurden.

      Kein einziger Mensch hat sowas im Portemonnaie:
      http://s7.directupload.net/images/130929/6w2y8fza.png

      Wenn die SNB solche Banknoten emittieren würde, dann hätte sie Schulden aus Banknotenemission. Solche Banknoten wären auch kein Geld, das Geld sind die Schweizer Franken, völlig egal, ob die aus Papier sind oder aus Gold, Silber oder sonstwas.

      Geld ist immer ein Aktivum.

      Warum bei einer Zentralbank keine Aktiva-Kasse auftaucht, kann ich Ihnen auch gerne erklären, wenn Sie es wünschen.

      Freundliche Grüße!

  87. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer!

    Gerne würde ich mit Ihnen per E-Mail diskutieren, hier gibt es inzwischen ziemlich viele Kommentare. Wenn ich hier schreibe, muss ich meine E-Mail-Adresse angeben, können Sie die sehen? Ich würde mich über Post freuen!

    Prima, wir kommen voran, weiter unten haben Sie sogar das Wort Geldschein benutzt.

    Ich hoffe, dass Sie mich nicht aufdringlich empfinden, wenn ich Ihnen noch einmal schreibe, was ich gleich zu Anfang schrieb:

    Geld ist das Abgabengut. Geld ist immer ein Aktivum, Geld wird immer in einer Aktiva-Kasse gebucht.

    Goldtaler, Gerste (bei Hammurapi konnte man mit Gerste seine Kneipenrechnung begleichen), Hirse, Rinder, Lämmer und auch Papiertaler.
    All das genannte wird zu Geld, wenn der Staat es als Zwangsabgabe fordert. Das initiale Geldschuldverhältnis besteht zwischen Staat und Steuerpflichtigem.

    Weder Goldtaler, Gerste, Hirse, Rinder, Lämmer sind Banknoten. Geldscheine aus Papier sind auch keine Banknoten.

    Alles Genannte ist auch niemals ein Passivum des Emittenten, sondern immer ein Aktivum.

    Wie könnte man ganz gewöhnliches Druckerpapier zu Geld machen?
    Nun, Herr Dr. Meyer, Sie und ich fliegen mit einem Hubschrauber in den Brasilianischen Dschungel und nehmen so viel Druckerpapier mit, wie der Hubschrauber tragen kann.

    Wir haben Glück, die Ureinwohner akzeptieren uns sofort als Könige, da nach ihren Mythen irgenwann zwei Weiße vom Himmel kommen und als Könige auserkoren sind.

    Wir erklären den Ureinwohnern, dass wir Privateigentum einführen und ab sofort eine Kopfsteuer erheben. Unsere Steuerbescheide lauten auf Druckerpapier. Das Druckerpapier ist die Steuer“münze“.

    Sehen Sie, Herr Dr. Meyer, schon ist unser Druckerpapier Geld. Ich schlage vor, wir nennen unser Druckerpapierdepot Staatsschatzkammer. Sind Sie einverstanden?

    Bilanz der Staatsschatzkammer (in Blatt Druckerpapier):
    Aktiva: Kasse 100.000
    Passiva: Kapital 100.000

    Wissen Sie was, wir greifen zu unserem Satellitentelefon und rufen Ben an, er möge doch schnell in den Urwald kommen, wir wollen ihn zum Chef unserer Zentralbank machen. Und soviel Druckerpapier wie möglich soll er auch noch mitbringen.

    So, inzwischen ist Ben vor Ort, er soll die Zentralbank nach dem Muster der SNB führen.
    200.000 Blatt hat er auch noch mitgebracht, die buchen wir in unsere Staatsschatzkammer ein.

    Bilanz der Staatsschatzkammer (in Blatt Druckerpapier):
    Aktiva: Kasse 300.000
    Passiva: Kapital 300.000

    Ben, er ist ja unsere Zentralbank, war inzwischen tätig und hat entsprechende Geschäfte gemacht, Repos, Gold hat er auch schon von den Ureinwohnern (die sind jetzt unser Staatsvolk, hat jeder verstanden, gelle?) gekauft.

    Bilanz ZB (in Druckerpapier):
    Aktiva:
    Gold 1.500
    Repo-Forderungen 6.000
    Passiva: Giroguthaben 7.500

    Aufgeregt kommt Ben zu uns: „Die wollen Geld ausgezahlt haben, was soll ich tun, meine Kasse ist doch leer!“
    Hardy: „Gemach, gemach, lieber Ben, Du hast bei uns Kredit! Wieviel brauchst Du?“
    Ben: „800!“

    Wir geben ihm die 800, als zinslosen Kredit.

    Bilanz Staatsschatzkammer:
    Aktiva:
    Kasse 299.200
    Forderungen an Ben 800
    Passiva:
    Kapital 300.000

    Ben zahlt das Geld aus und hat dann diese Bilanz:

    Bilanz Zentralbank:
    Aktiva:
    Gold 1.500
    Repo-Forderungen 6.000
    Passiva:
    Giroguthaben Kunden 6.700
    Schulden bei der Staatsschatzkammer 800

    Niemand, absolut niemand kann etwas für das Druckerpapier fordern! Das Druckerpapier ist das Geld, das Abgabengut. Es ist immer ein Aktivum, es befindet sich immer in einer Kasse! Von Anfang an!

    Banknoten sind nicht im Spiel!
    Selbstverständlich könnte Ben eine Banknote ausgeben, die ihn zur Zahlung von Druckerpapier verpflichtet. Wie Sie sehen, ist die Passiva-Position „Banknotenumlauf“ noch frei, hier könnten dann die ausgebebenen Banknoten sauber verbucht werden.

    Sehen Sie, so (!) funktionieren die heutigen Zentralbanken, der Vorgang wird nur nicht sauber von den Beteiligten dargestellt!

    Beste Grüße, ihr

    Hardy, der Student (vielleicht schreiben Sie mir ja, ich würde mich wirklich freuen)

  88. @Andreas Moser

    Sehr geehrter Herr Moser

    Sie schreiben: „Private Zentralbanken kreieren Geld aus heisser Luft und geben dieses „Fiatgeld“ an private Geschäftsbanken gegen Zins weiter…“

    Wäre das tatsächlich so, wie Sie schreiben, so erhielte die Zentralbank Zinsen, d.h. es handelte sich um Aktivzinsen der Zentralbank. „Fiatgeld“ müsste demzufolge auch auf der Aktivseite der Bilanz der Zentralbank verbucht sein.

    Betrachten Sie die Bilanz der SNB. Dort werden Sie sehen, dass Geld jedoch ein Passivum der SNB ist (Notenumlauf, Giroguthaben der Banken).

    Ihre Argumentation kann somit nie und nimmer korrekt sein. Zumal die SNB überhaupt keine Kredite an die Schweizer Banken gewährt (siehe Aktivseite SNB-Bilanz).

    Ich empfehle Ihnen einen Kurs in Buchhaltung.

    Dass Sie diesen Fehler begehen, ist verzeihlich. Dass aber das SNB-Direktorium und der Bundesrat denselben Fehler begehen wie Sie, ist beängstigend – es geht jetzt bei der Nationalbank bereits um über 500 Milliarden Franken! 90 Prozent davon sind Staatsschulden!

    Es ist an der Zeit, liebe Schweizerinnen und Schweizer aus dem Traum von der „unbeschränkten Geldschöpfung“ der SNB zu erwachen.

    Unsere Nationalbank ist zu einer „Spielhölle“ geworden. Wahrscheinlich einer der grössten der Welt, wenn nicht schon bald die grösste.

    mfG

  89. @ DividenenJaeger

    Danke für Ihren Beitrag.

    Nein! Ich bin mit Ihnen nicht im geringsten einverstanden.

    Unsere Strassen platzen aus allen Nähten – die öffentlichen Verkehrsmittel sind hoffnungslos überlastet, die Immobilenpreise explodieren, weil der Platz immer enger wird undsoweiter undsofort.

    Der Aussenhandelsbilanzüberschuss der Schweiz hat pro Jahr die Grenze von 20 Milliarden Franken locker überschritten.

    Es waren noch nie so viele Menschen in unserem Lande beschäftigt wie heute.

    Rekorde über Rekorde.

    Und nun kommen sie daher wie unsere Nationalbank und lamentieren über eine angebliche Deflationsgefahr. Ich zitiere Sie:

    „Das die SNB gerade viel Fremdwährung aufkauft, ist ja durchaus nachvollziehbar. Andernfalls würden die ohnehin schon teuren Schweizer Produkte weniger exportfähig werden und statt dessen mehr waren importiert. Die Folge wäre ein Anstieg von Firmenpleiten und der Arbeitslosenquote.“

    Auf die Spitze getrieben hat das Jammern der Chef von SWISSMEM, Hans Hess, mit seiner Panikmache „Unser Haus steht in Flammen!“

    Hess war auch einer jener Teilnehmer am äusserst dubiosen „Franken-Rütli“ wo der Beschluss gefasst wurde, dass der Bundesrat der Nationalbank den „Wunsch“ der Wirtschaft „überbringe“, den Euro zu stützen.

    Die demokratische legitimierte Politik war ausgehebelt. Wenige Wirtschaftsvertreter (economiesuisse, Exporteure) sagten, wo es mit der Schweiz lang geht. Der Beschluss verhalf und verhilft immer noch den Beteiligten zu persönlichen Vorteilen. Direkt oder indirekt.

    Hayek war dort: Der Wert seines Unternehmens multiplizierte sich seit Beginn der Interventionen der Nationalbank (anfangs 2009) um den Faktor von beinahe 6 mal (!). Das nennt man „Jammern auf hohem Niveau“.

    Hayek hatte von uns allen am wenigsten das Recht, auf Interventionen der SNB zu pochen!

    Erwähnt sei, dass auch die Familie von Bundesrat Johann Schneider-Ammann über ihre Beteiligung am „Hayek-Pool“ massiv am Kursanstieg der Swatch Group verdient.

    Dagegen ist der Verdienst der Familie Hildebrand mit ihren Dollarinvestitionen von 50‘000 Franken gerade ein Klaks!

    Schneider-Ammann hatte ein Interesse daran, dass die SNB interveniert. Das hilft seiner Familie immens. Zumindest hätte er in den Ausstand treten müssen an diesem unglückseligen „Franken-Rütli“.

    Und zu behaupten, die Direktion der SNB sei unabhängig ist gerade ein Hohn. Schneider-Ammann hat bei der Wahl der SNB-Direktion ein gewichtiges Wort mitzureden. Das weiss auch der Notenbankchef.

    Ist das unsere Demokratie?

    Auf jeden Fall sollte sich das Parlament wehren, wenn es von wenigen Wirtschaftsvertretern dermassen leicht ausgehebelt werden kann.

    Wenn die Nachfrage nach einem Gut steigt, so steigt auch dessen Preis. Das ist das alte ökonomische Gesetz von Angebot und Nachfrage. Wenn die Nachfrage nach Schweizer Gütern steigt, so steigen deren Preise.

    Da die Güter aus der Schweiz in Schweizerfranken zu bezahlen sind, steigt auch die Nachfrage nach Franken. Wenn also die Schweizer Exportindustrie gut läuft, so ist es nur logisch, dass dann auch der Franken steigt.

    Es gibt also nichts zu jammern.

    Zudem gingen im Krisenjahr 2010 die Importe stärker zurück als die Importe. Das ist auch logisch so, da die Güter, welche die Schweiz exportiert, unelastischer sind, als jene, die sie importiert. Deshalb steigt der Franken in einer Krise.

    Der Dollar viel von seinen Höchstständen seit Freigabe der Wechselkurse von 4.30 auf 0.9. Und trotzdem exportieren wir mehr Waren in die USA als je zuvor. Das untermauert obige Argumentation, wonach steigende Exporte auch zu einem steigenden Franken führen.

    Jeder Verkäufer ist froh, wenn er sein Gut zu einem hohen Preis verkaufen kann. D.h. wir Schweizer können froh sein um den starken Franken.

    Wegen des starken Frankens bleibt die Inflation tief. Alle Importpreise sind tief. Und vor allem: Die Zinsen sind tief. All das mindert die Produktionskosten der Produzenten – auch der Exporteure. Aber das sagt niemand.

    Es plaudern einfach alle das nach, was uns „von oben“ vorgesagt wird; und die Presse ist viel zu unkritisch.

    Den Franken schwächen heisst, dem Franken Schaden zufügen. Und dem Franken schaden heisst: Der Schweiz schaden.

    Unsere Nationalbank ist drauf und dran, der Schweiz einen immensen finanziellen Schaden zuzufügen. Dieser Schaden könnte so gross werden, dass er unsere politische Unabhängigkeit gegenüber der EU gefährdet.

    Dies kann zu unserem direkten Weg in die EU werden – obwohl das Schweizervolk das nicht will!

    Wenn wir weiterhin einen so grossen Aussenhandelsüberschuss haben, so wird das den Franken immer mehr stärken – und irgendeinmal wird er bei 1.20 nach unten durchbrechen.

    Das wird dann zum finanziellen Super GAU unseres Landes! Unsere SNB hat so vorprogrammiert.

    Die Schweizerische Nationalbank ist zur grössten Bedrohung für uns Schweizerinnen und Schweizer geworden – sowohl in wirtschaftlicher als auch in politischer Hinsicht.

    mfG

    • Hallo Herr Meyer,

      Ihre Argumentationskette kann ich durchaus nachvollziehen. Kann schon sein, dass es so ist, wie sie es schildern.

      Der Schweizer Franken steigt aber auch, wenn Währungsspekulaten, Personen die Ihr Vermögen diversifizieren oder sicher wissen möchten, den Franken nachfragen. In der Finanzkrise hatten viele angst vor einem Zusammenbruch der eigene Währung und der Schweizer Franken gilt traditionell als sicherer Hafen.
      Es muss demnach nicht an den Exporten liegen, dass der Franken so stark gestiegen ist.

      Und kann es nicht sein, dass gerade die Finanzindustrie soviel Geld ins Land geholt hat, dass damit ein virtueller Wohlstand erzeugt wurde, der nun, nachdem die USA und ein wenig auch die EU das Bankengeheimnis gelöchert haben, abzuebben droht?
      Die Gewinne bei der UBS und Credit Suisse sprudeln nicht mehr und es wurden auch viele hochbezahlte beschäftigte entlassen.

      Weiterhin ist die EU für die Schweiz der größte Handelspartner, mit dem man allerdings eine negative Handelsbilanz hat (in 2011 25 Milliaden Franken, 57% Ausfuhr und 78% Einfuhr, siehe http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/06/05/blank/key/handelsbilanz.html). Wertet der Franken weiter gegen den EURO auf, wird der Druck auf die Schweizer Firmen größer.
      Nach der Grafik http://images.nzz.ch/app.php/eos/v2/image/view/643/-/text/inset/a7467cd4/1.18121103.1374507345.jpg steigen in 2013 die Arbeitslosenzahlen wieder, obwohl andere Länder von solchen Zahlen träumen könnten. Wie wären diese Zahlen ohne Intervention der SNB ausgefallen?

      Das sind zwei Faktoren, die den Wohlstand in der Schweiz schon bedrohen können.

      Wenn Sie den Verfall des Franken befürchten, dann kaufen sie doch Norwegische Kronen oder diversifizieren sie in andere Währungen.

      MfG

      DJ

  90. Noch ein Nachtrag. In der Finanzkrise wurde leider die Chance verpasst, ein Trennbankensystem einzuführen.

    Die Bankeneinlagen des privaten Sektors, sollten dabei vom spekulativen Handeln der Banken absolut getrennt sein. Wer dann aus dem privaten Bereich an den Renditechancen des Finanzsektors teilhaben will, muss sein Geld ganz bewusst auf das Spekulationskonto, dass bei der gleichen Bank liegen kann, umschichten. Dieses Konto kann ein Tagesgeldkonto sein, auf dass dann mehr Zins gezahlt wird oder direkt für Anlagen an der Börse, Bankzertifikate oder was auch immer genutzt werden kann. Für dieses Geld, was durch eine Finanzkrise oder Bankenpleite abhanden kommt, haftet in keinem Fall der Staat, die NB oder die Allgemeinheit. Absicherungsinstrumente kann man trotzdem dafür vorsehen, die der Finanzsektor aber selber aufbauen muss, wie ein Bankenrettungsfond, in denen angeschlossene Banken einzahlen und Bankenpleiten auffangen können. Bei einer Systemkrise werden die hier bereit gestellten Mittel aber nicht ausreichen und dann ist das Geld eben weg bzw. es hat jemand anderes (Geld wurde ja in eine Anlage wie Aktien, Beteiligungen oder was auch immer investiert).
    Über ein Trennbankensystem kann man quasi eine nötige Mindestreserve erzwingen, die die Banken (zumindest die ganz großen) unterlaufen haben.

    Das die SNB gerade viel Fremdwährung aufkauft, ist ja durchaus nachvollziehbar. Andernfalls würden die ohnehin schon teuren Schweizer Produkte weniger exportfähig werden und statt dessen mehr waren importiert. Die Folge wäre ein Anstieg von Firmenpleiten und der Arbeitslosenquote. An sich würde dieser Prozess mittelfristig dazu führen, dass sich das Lohnniveau, dem des Umfeldes anpassen würde, in der Form, dass die bessere Produktqualität und Produktivität der Schweizer preislich realer ausbalanciert ist, also das Lohnniveau nicht auf das von z.B. Portugal verfällt aber sich doch anpasst.

    Die SNB geht ein hohes Währungsrisiko ein aber das Kalkül ist vielleicht so lange durchzuhalten, bis sich das Umfeld wirtschaftlich stabilisiert und der Franken wieder an Attraktivität verliert. Dann gibt es auch Aussicht auf hohe Währungsgewinne. Diesen Umkehrpunkt befeuert die SNB ja selber durch immer mehr Franken und wenn man dann noch etwas Bankenkrise oder wirtschaftliche Schwäche inszeniert (Zinsen anheben, Liquidität im Land reduzieren, Fremdwährungskauf stoppen), dann schafft man es vielleicht die Verluste aus der Finanzkrise reinzuholen.

    Es gibt ja viele Befürworter dafür, dass jedes Land seine eigene Währung haben sollte. Zu denen gehöre ich nicht. Auf der Welt sollte es nur eine Währung geben. So währe jedes Land dem Wettbewerb zwischen den Nationen voll ausgesetzt und somit gezwungen, seine Hausaufgaben zu erledigen (Aufbau von Infrastruktur, Investition in Ausbildung, Eindämmung von Korruption, Wahl der Parteien, die nicht nur Geschenkte verteilen, sondern ein Land voran bringen usw.).
    Statt dessen wird die Währung als Puffer genutzt, was die abstraft, die Ihre Hausaufgaben erledigt haben (können nicht soviel exportieren, wie es nach Ihrer erreichten Produktivität und Fähigkeit richtig wäre) und
    vermindert bei den währungsschwachen Nationen den Anpassungsdruck, womit sie langfristig immer mehr den technischen Anschluss verlieren.

    Außerdem entzöge eine einheitliche Weltwährung den Spekulanten den Boden, würde den internationalen Zahlungsverkehr erheblich erleichtern, Kosten für Währungsabsicherungen könnten entfallen und die Planbarkeit für Unternehmen verbessern.

    DJ

  91. Hallo Herr Meyer

    Ja schade. das mit dem ihrem Rückzieher. Ich hatte einfach keine Lust mehr Ihnen die Begründung, warum es nicht klappen soll, das man einen Geldtransporter mit Scheinen füllt, aus der Nase zu ziehen. Es wird in diesem Szenario kein Staatsanwalt auftauchen der lamentiert dass das nicht geht ,auch kein Polizist von nebenan, auch kein Drogendealer (höchsten für einen netten Raub), kein Buchhalter, kein Politiker und sowiso kein Banker. Auch die Russen werden nicht einmarschieren. Alle werden Freude haben. Im Notfall kann die SNB Scheine bis zum WinkeWinke drucken lassen und mit denen bezahlen. Irgendwann werden die Bürger über die Inflation hässig und holen die Guillotine hervor, ja, aber ES FUNKTIONIERT IM NOTFALL!!!

    Eigentlich wollte ich Ihre Begründung, dass ich als Arbeiter Geld schöpfe auch durch nettes Fragen und eruieren auch auseinandernehmen. Aber ich lasse es. Es ist mir zu anstrengend. Habe schon einen anstrengenden Chef.
    Für alle die es interessiert und was lernen wollen hier die Kurzfassung:
    Das Bankengesetz schreibt vor, dass alles Geld von der SNB zu den Geschäftsbanken gehen muss.
    Es gibt keinen anderen Weg als von der im ZEFIX eingegetragenen SNB (private Bude) zu den anderen privaten Buden (Geschäftsbanken). Die andern privaten Buden haben die lästige Angewohnheit, dass sie Zins verlangen bevor sie auch nur einen Taler an uns Arbeiter rausrücken. Habe noch nichts anderes gehört. Wer anderes weiss bitte hier verlautbaren.
    Man kann also davon ausgehen, dass alle Franken im Umlauf auf einem Kredit basieren. Die Schweizer Bevölkerung zahlt also nur damit sie Geld benutzen darf eine Steuer. Das finden nur Banker und leutselige Menschen gut und ist ein reinrassiges Pyramidensystem à la Kings Club (Sie erinnern sich sicherlich, die Letters im URnerland, Haha) weil der Zins nicht mit in den Umlauf gestellt wird.
    Wenn Sie dann sagen, dass ich als Arbeiter Geld schöpfe … LÖPFTS MER D’CHAPPE !!!!
    Gopfridstutz!
    Hatte einen anstrengenden Tag.

    • @Ben, alias Phantom

      Guten Morgen

      Sie haben offenbar Ihren Namen gewechselt.

      Es muss Ihnen “d’Chappe ned lüpfe”. Oder vielleicht doch?

      Ich bin überzeugt: Wenn Sie das Beispiel lesen mit dem Staudamm, das ich Ihnen geschrieben habe, dann wird es Ihnen sehr wohl klar, wie Geld entsteht.

      Einfach Banknoten drucken und emittieren geht nicht.

      Das ginge schon rein buchhalterisch nicht. Wie sollte der Buchungssatz lauten?

      Ganz gewiss: Auf der Habenseite (links) wäre der Notenumlauf. Aber auf der Aktivseite (Vermögen) könnte die Notenbank nichts verbuchen. D.h. die Banknoten haben keinen Gegenwert. Sie sind wertlos.

      Genauso wie ein Geburtsschein wertlos ist, wenn niemand geboren wurde.

      Sie argumentieren: Wenn die SNB Banknoten drucke, dann könne man damit anfänglich zahlen, „es funktioniere“ schreiben Sie gross.

      Dazu möchte ich Ihnen folgendes sagen:

      Erstens: Die Notenbank kann sehr wohl sehr viele Banknoten drucken. Aber sie kann diese nicht in den Wirtschaftskreislauf bringen und nicht verbuchen. SNB-Chef Jordan kann nicht die Bahnhofstrasse herunterlaufen und Banknoten gratis verteilen.

      Eine Notenbank kann nur Geldscheine in Umlauf bringen, wenn sie einen anderen Wert hereinnimmt und in ihrem Vermögen auf der Aktivseite verbucht. Das kann Gold sein, das kann eine Obligation zur Finanzierung eines Staudamms sein. Oder es kann eine Obligation ihres Unternehmens sein, für das sie gestern so hart gearbeitet haben.

      Wenn Sie und Ihre Mitarbeiter aber nicht mehr hart arbeiten und Ihre Kunden Sie betrügen, so geht Ihr Unternehmen Konkurs. Die ausstehenden Obligationsscheine Ihres Unternehmens im Portefeuille der Nationalbank sind jetzt wertlos. Hätte die Notenbank Geld emittiert einzeln und allein gegen Obligationen Ihres Unternehmens, so wären jetzt diese Banknoten wertlos.

      Sie sehen, ihre Arbeit gestern hat also dazu beigetragen, den Geldwert des Frankens zu erhalten.

      Wenn aber unsere Nationalbank als Vermögen praktisch nur noch Euros hat und dieser fällt, so fällt auch der Wert des von der Nationalbank emittierten Notenbankgeldes.

      Zum Notenbankgeld der Nationalbank gehören die Bankknoten und die Giroguthaben der Banken.

      D.h. die Banknoten verlieren an Wert (Inflation, da sind wir uns einig) und der Wert der Giroguthaben fällt auch, weshalb die Banken und PostFinance ihre Guthaben bei der SNB tiefer bewerten müssen. Das kann den Konkurs grosser Schweizer Banken (u.a. Kantonalbanken) und der PostFinance bedeuten.

      Natürlich: Betrügereien gibt es immer!

      Angenommen, jemand stelle in einem Hinterhof „Blüten“ her. Wenn diese so gut sind, dass man es kaum merkt, wird er damit Dinge kaufen können und so die Volkswirtschaft schädigen. Das geht, bis der Schwindel auffliegt.

      Wenn nun die SNB Banknoten druckte, ohne Gegenwert, so wäre das vergleichbar mit einem Betrüger, der „Blüten“ druckt. Nein, es wäre noch schlimmer, weil die SNB ihre Vertrauensposition missbrauchen würde. Die SNB würde auf diese Weise Banknoten „fälschen“ die von den übrigen Banknoten nicht zu unterscheiden sind, aber deren Wert verwässern würden bis zur Wertlosigkeit (Inflation, Hyperinflation).

      Wenn nun die SNB in Vermögen investiert, welches an Wert verliert, so dass das Eigenkapital der SNB negativ wird, so gerät die SNB in die Grauzone und schliesslich in den betrügerischen Bereich.

      Bereits jetzt befindet sich unsere Nationalbank im Graubereich: SNB-Chef Thomas Jordan legt fest, dass im Falle von negativen Eigenkapital die Nationalbank ihre Bilanz nicht deponieren wird (Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel).

      Zudem argumentiert er, die Notenbank könne in diesem Fall einfach Banknoten drucken, und damit sämtliche ausstehenden Schulden der SNB „bedienen“. Er interpretiert dabei Banknoten fälschlicherweise als Eigenkapital der Nationalbank. Er versteigert sich sogar zur Aussage, die Handlungsfähigkeit der Nationalbank bleibe auch bei negativem Eigenkapital uneingeschränkt.

      Er attestiert in diesem Fall den neu gedruckten Banknoten (ohne Hereinnahme neuer Vermögenswerte) dieselbe Kaufkraft wie jenen Banknoten, die bei positivem Eigenkapital der SNB noch voll gedeckt waren. Die SNB verhält sich somit in diesem Fall wie ein Betrüger, der in seinem Hinterhof „Blüten“ druckt und diese als vollgedeckte Banknoten der SNB deklariert.

      Wenn das Eigenkapital der SNB negativ wird und die SNB hinterlegt ihre Bilanz nicht, so wird unsere Schweizerische Nationalbank zur Falschmünzerin, d.h. unsere Nationalbank ist dann eine Betrügerin.

      Unsere Nationalbank begeht dann Betrug.

      Dieser Fall ist bisher glücklicherweise noch nicht eingetroffen – aber unsere SNB nähert sich bereits jetzt der Grauzone mit ihrem rasant fallenden (volatilen) Eigenkapital und mit den Aussagen ihres Chefs, die SNB würde im Falle von negativem Eigenkapital ihre Bilanz nicht deponieren, sondern einfach neue Banknoten drucken.

      Sie sehen, Ben, Phantom: Ihre harte Arbeit vergangenen Woche war nicht umsonst – sie haben einen Beitrag geleistet zur Erhaltung der Geldwertstabilität in unserem Lande.

      Unsere SNB ist jedoch drauf und dran, den Wohlstand, den wir uns mit jahrzehntelanger Arbeit erschaffen bzw. „geschöpft“ haben, grobfahrlässig zu verspielen. Dabei scheut sich unsere Nationalbank nicht, zur Betrügerin unserer Nation zu werden.

      mgG

    • @Phantom alias Ben

      Leider habe ich meine Antwort an Sie zu weit unten gepostet. Deshalb hier nochmals:

      mfG

      @Ben, alias Phantom

      Guten Morgen

      Sie haben offenbar Ihren Namen gewechselt.

      Es muss Ihnen “d’Chappe ned lüpfe”. Oder vielleicht doch?

      Ich bin überzeugt: Wenn Sie das Beispiel lesen mit dem Staudamm, das ich Ihnen geschrieben habe, dann wird es Ihnen sehr wohl klar, wie Geld entsteht.

      Einfach Banknoten drucken und emittieren geht nicht.

      Das ginge schon rein buchhalterisch nicht. Wie sollte der Buchungssatz lauten?

      Ganz gewiss: Auf der Habenseite (links) wäre der Notenumlauf. Aber auf der Aktivseite (Vermögen) könnte die Notenbank nichts verbuchen. D.h. die Banknoten haben keinen Gegenwert. Sie sind wertlos.

      Genauso wie ein Geburtsschein wertlos ist, wenn niemand geboren wurde.

      Sie argumentieren: Wenn die SNB Banknoten drucke, dann könne man damit anfänglich zahlen, „es funktioniere“ schreiben Sie gross.

      Dazu möchte ich Ihnen folgendes sagen:

      Erstens: Die Notenbank kann sehr wohl sehr viele Banknoten drucken. Aber sie kann diese nicht in den Wirtschaftskreislauf bringen und nicht verbuchen. SNB-Chef Jordan kann nicht die Bahnhofstrasse herunterlaufen und Banknoten gratis verteilen.

      Eine Notenbank kann nur Geldscheine in Umlauf bringen, wenn sie einen anderen Wert hereinnimmt und in ihrem Vermögen auf der Aktivseite verbucht. Das kann Gold sein, das kann eine Obligation zur Finanzierung eines Staudamms sein. Oder es kann eine Obligation ihres Unternehmens sein, für das sie gestern so hart gearbeitet haben.

      Wenn Sie und Ihre Mitarbeiter aber nicht mehr hart arbeiten und Ihre Kunden Sie betrügen, so geht Ihr Unternehmen Konkurs. Die ausstehenden Obligationsscheine Ihres Unternehmens im Portefeuille der Nationalbank sind jetzt wertlos. Hätte die Notenbank Geld emittiert einzeln und allein gegen Obligationen Ihres Unternehmens, so wären jetzt diese Banknoten wertlos.

      Sie sehen, ihre Arbeit gestern hat also dazu beigetragen, den Geldwert des Frankens zu erhalten.

      Wenn aber unsere Nationalbank als Vermögen praktisch nur noch Euros hat und dieser fällt, so fällt auch der Wert des von der Nationalbank emittierten Notenbankgeldes.

      Zum Notenbankgeld der Nationalbank gehören die Bankknoten und die Giroguthaben der Banken.

      D.h. die Banknoten verlieren an Wert (Inflation, da sind wir uns einig) und der Wert der Giroguthaben fällt auch, weshalb die Banken und PostFinance ihre Guthaben bei der SNB tiefer bewerten müssen. Das kann den Konkurs grosser Schweizer Banken (u.a. Kantonalbanken) und der PostFinance bedeuten.

      Natürlich: Betrügereien gibt es immer!

      Angenommen, jemand stelle in einem Hinterhof „Blüten“ her. Wenn diese so gut sind, dass man es kaum merkt, wird er damit Dinge kaufen können und so die Volkswirtschaft schädigen. Das geht, bis der Schwindel auffliegt.

      Wenn nun die SNB Banknoten druckte, ohne Gegenwert, so wäre das vergleichbar mit einem Betrüger, der „Blüten“ druckt. Nein, es wäre noch schlimmer, weil die SNB ihre Vertrauensposition missbrauchen würde. Die SNB würde auf diese Weise Banknoten „fälschen“ die von den übrigen Banknoten nicht zu unterscheiden sind, aber deren Wert verwässern würden bis zur Wertlosigkeit (Inflation, Hyperinflation).

      Wenn nun die SNB in Vermögen investiert, welches an Wert verliert, so dass das Eigenkapital der SNB negativ wird, so gerät die SNB in die Grauzone und schliesslich in den betrügerischen Bereich.

      Bereits jetzt befindet sich unsere Nationalbank im Graubereich: SNB-Chef Thomas Jordan legt fest, dass im Falle von negativen Eigenkapital die Nationalbank ihre Bilanz nicht deponieren wird (Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel).

      Zudem argumentiert er, die Notenbank könne in diesem Fall einfach Banknoten drucken, und damit sämtliche ausstehenden Schulden der SNB „bedienen“. Er interpretiert dabei Banknoten fälschlicherweise als Eigenkapital der Nationalbank. Er versteigert sich sogar zur Aussage, die Handlungsfähigkeit der Nationalbank bleibe auch bei negativem Eigenkapital uneingeschränkt.

      Er attestiert in diesem Fall den neu gedruckten Banknoten (ohne Hereinnahme neuer Vermögenswerte) dieselbe Kaufkraft wie jenen Banknoten, die bei positivem Eigenkapital der SNB noch voll gedeckt waren. Die SNB verhält sich somit in diesem Fall wie ein Betrüger, der in seinem Hinterhof „Blüten“ druckt und diese als vollgedeckte Banknoten der SNB deklariert.

      Wenn das Eigenkapital der SNB negativ wird und die SNB hinterlegt ihre Bilanz nicht, so wird unsere Schweizerische Nationalbank zur Falschmünzerin, d.h. unsere Nationalbank ist dann eine Betrügerin.

      Unsere Nationalbank begeht dann Betrug.

      Dieser Fall ist bisher glücklicherweise noch nicht eingetroffen – aber unsere SNB nähert sich bereits jetzt der Grauzone mit ihrem rasant fallenden (volatilen) Eigenkapital und mit den Aussagen ihres Chefs, die SNB würde im Falle von negativem Eigenkapital ihre Bilanz nicht deponieren, sondern einfach neue Banknoten drucken.

      Sie sehen, Ben, Phantom: Ihre harte Arbeit vergangenen Woche war nicht umsonst – sie haben einen Beitrag geleistet zur Erhaltung der Geldwertstabilität in unserem Lande.

      Unsere SNB ist jedoch drauf und dran, den Wohlstand, den wir uns mit jahrzehntelanger Arbeit erschaffen bzw. „geschöpft“ haben, grobfahrlässig zu verspielen. Dabei scheut sich unsere Nationalbank nicht, zur Betrügerin unserer Nation zu werden.

      mgG

  92. @ Herr Meyer

    Sehr geehrter Herr Meyer

    Ich bin natürlich Ihrer Meinung. Meine Ironie galt denjenigen, welche zu alle dem auch noch glauben, die SNB handle FÜR das Schweizer Volk. Und was die geheimen Treffen angeht, so sei die bereits Jahrzehnte dauernde Anwesenheit wichtiger Entscheidungsträger und Meinungsmacher bei den Bilderbergkonferenzen erwähnt, wo ehrfürchtig vor Mr. Rockefeller und Konsorten geknickst wird.

    Nochmals besten Dank.

  93. Lieber Herr Meyer, Lieber Ben
    (und die restlichen hier diskutierenden)

    Die Begriffe:
    Fiatgeld, Fiatgeldsystem, Fiatmoney, Fractional Banking, Fraktionales Bankwesen und „The Creature From Jekyll Island“ (Ist ein Buchtitel)

    mit Hilfe von YouTube, Wikipedia, Suchmaschine… recherchieren dann erübrigt sich das Diskutieren.

    Ihnen, Herr Meyer, wird dies vielleicht auch nützen – wenn Sie Ihre, als „Insider“ über lange Jahre antrainierte und verteidigte Meinung, nicht bereits hoffnungslos Faktenresistent gemacht hat.
    Sie haben weitgehend Recht was die SNB betrifft. Mit dem Erwerb von etwa 450 Milliarden Euro ist der Schweizer Franken an diesen gebunden und wird mit diesem untergehen. Die SNB verteidigt nicht das Wohl des Schweizervolkes; dies hat sie schon mit dem Verkauf von mehr als Tausend Tonnen zu lächerlichen Preisen bewiesen.
    Die zwei Bankriesen UBS und CS (vielleicht) noch gefährlicher als die SNB.

    Ben: Bei Ihnen habe ich mehr Hoffnung den erschreckenden Gegebenheiten auf die Schliche zu kommen als als dies Herrn Meyer möglich ist. Sie machen mir einen unbelasteten Eindruck. Wenn Sie die Erwähnten Begriffe, und den Buchtitel recherchieren, ist Ihnen ein Aha-Erlebnis, und daraus folgendes Grausen über die Krake Fiatgeldsystem, welche die Erde in ihren Klauen hält, gewiss.

    Mit freundlichen Grüssen und besten Wünschen
    auch an die nicht namentlich angesprochen
    AM

    • Sehr geehrter Herr Moser

      Besten Dank für Ihre Zeilen. Das von Ihnen propagierte Buch liegt schon seit Monaten bei mir zuhause in der Schublade. Ein früherer Schulkollege von mir möchte, dass ich es lese.

      Ich kann aber mit solchen „Verschwörungstheorien“ nichts anfangen – habe damit nichts am Hut. Weshalb soll die FED – Zitat – „das schrecklichste Ungeheuer sein, das die internationale Hochfinanz je schuf“?

      Die FED agiert wesentlich klüger als unsere Nationalbank. Ich will Ihnen klären, warum:

      Die FED refinanziert ihre Käufe in „mortgage backed securities“ mit „deposits“, welche sie von den Finanzinstituten erhält. Die FED nimmt also in den USA Kredite auf, die sie aber im Inland reinvestiert. Das Kapital bleibt somit im Inland und die FED geht kein Wechselkursrisiko ein.

      Unsere Nationalbank hingegen nimmt bei den Schweizer Banken über 320 Milliarden Franken Kredit auf. Dieses Kapital exportiert die SNB in die Euro-Zone und geht dabei zudem ein gewaltiges Währungsrisiko ein.

      Leider gehen Sie auf meine Argumentation in keiner Weise ein. Sie unterstellen mir einfach, ich sei „hoffnungslos faktenresistent“.

      Ich denke aber, ich hätte die Fakten genau aufgezeigt: Die SNB verschuldet sich bei den Banken (Staatsschulden) und exportiert das aufgenommene Kapital ins Ausland. In diesen gewaltigen Dimensionen riskiert sie den Bankrott ihrer Kreditgeber, der Schweizer Banken und der PostFinance, d.h. den Bankrott von Herrn und Frau Schweizer.

      Wenn Sie mit meiner Argumentation nicht einverstanden sind. So bringen Sie bitte konkrete Gegenargumente vor. Die Diskussion ist wichtig.

      Aber einfach zu behaupten, ich sei „faktenresistent“ bringt uns, weder Sie noch mich noch die Leser, weiter. Reine Polemik.

      Sie benützen einfach diese Platform und propagieren hier das von Ihnen bewunderte Buch gratis.

      Wenn Sie ihr Buch propagieren wollen, so fragen Sie doch bitte Herrn Lukas Hässig, ob Sie auch einen Standpunkt hier schreiben dürfen. Dann können wir über Ihr Buch diskutieren.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • Lieber Herr Meyer

      Das Buch, das bei Ihnen in der Schublade liegt, ist ihr Buch. Sicher hatte Ihr Schulkollege die besten Absichten, als er es Ihnen schenkte. Dieses Buch haben Sie, ohne es gelesen zu haben, „Verschwörungstheorien“ zugeordnet. Ich kenne die Ereignisse, welche in diesem Buch beschrieben werden, nur als Auszüge und Zitate und anderen Quellen; ich habe und hatte dieses Buch nie in meinem Besitz.

      Das Spiel funktioniert etwa so:
      Private Zentralbanken „kreieren“ Geld aus heisser Luft und geben dieses „Fiatgeld“ an private Geschäftsbanken gegen Zins weiter. Würden alle Schulden bezahlt (was unmöglich ist, weil immer der Zins fehlt) wäre alles Fiatgeld vernichtet.

      Damit ist für mich alles gesagt, weitere Diskussion ist verschwendete Mühe.

      Mit freundlichen Grüssen
      AM

  94. Hallo Herr Meyer
    Nachdem das „Gelddrucken yes/no“ klar ist (wir h aben aber immer noch unterschiedliche Meinungen) kommen wir zum nächsten Punkt.

    Sie sagen: „Wer arbeitet schöpft Geld“.
    Also ich bin so ein Arbeiter. Ich kriege Ende Monat Lohn. Ich kriege es von meinem Arbeitgeber. Der hat es, weil wir eine gute Sales Abteilung haben. Aber es kommt von extern „rein“. Niemand hat geschöpft. Ich nicht. Die Sales Leute nicht. Mein Chef (erst recht) nicht. Bin überzeugt, unsere Kunden auch nicht. Findets irgendwer auf der Strasse und bringts an den Kiosk und kauft dort was und so kommts in den Umlauf? Die Typen von der SNB sinds ja Ihrer Ansicht nach nicht.
    Wer sagt, dass es heute nicht nur 20’000 Goldvreneli im Umlauf hat sondern auch noch 100Mio mehr digitales Geld? Ich meine das muss doch irgendwie in diese lästigen zwei Kolonnen „hereingezaubert“ werden. Das Total muss irgendwie grösser oder kleiner werden. Sonst wäre ja immer gleich viel Geld im Umlauf. Dachte immer, das sei nicht der Fall. Bin aber, wie gesagt, kein Experte.

    • @Ben

      Sie schreiben „Nachdem Gelddrucken yes/no klar ist“ hätten Sie immer noch unterschiedliche Meinungen.

      Bitte verstehen Sie: So können wir nicht diskutieren. Bitte schreiben Sie, wo Ihre Meinung anders ist, damit ich dazu Stellung nehmen kann.

      Ich habe in meinem Text auch diverse Male erklärt, dass Geld quasi eine Quittung des Geldemittenten sei für erarbeitetes Vermögen, das bei ihm hinterlegt wird. In welcher Form auch immer (Gold, Euros, Dollars, Wertschriften usw.)

      Zudem habe ich keine Lust, mit einem „Phantom“ zu diskutieren.

      MfG

    • @ Werner Buerge

      Sehr geehrter Herr Buerge

      Ist es wirklich die Aufgabe unserer Nationalbank, in etwas zu investieren, das „verpönt“ ist, wie Sie schreiben? Nein.

      Unsere Nationalbank hat den Auftrag, dort zu investieren, wo unser Land, d.h. alle Landesteile, alle Bevölkerungsschichten, alle Wirtschaftsbereiche usw. am meisten profitieren.

      Heute investiert unsere SNB zu über 99 Prozent im Ausland (vom Gold abgesehen). Und diese Investitionen zudem mit Schweizer Staatsschulden finanziert. Das kann nie und nimmer im Sinne des Schweizer Volkes sein.

      Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass inskünftig demokratisch bestimmt wird, welches die Leitplanken für die Geldpolitik unserer Nationalbank sein sollen.

      Es kann nicht sein, dass in einem geheimen Treffen von Wirtschaftsvertretern (höchst dubioses „Franken-Rütli“) bestimmt wird, dass unsere SNB hunderte von Milliarden Franken in marode europäische Staatshaushalte investiert– verbunden mit einem unvernünftigen Währungsrisiko. Und zudem alles mit Staatsschulden finanziert, obwohl sich der Souverän ganz klar für eine Schuldenbremse ausgesprochen hat.

      Auch unsere Nationalbank – Staatsbetrieb – hat sich daran zu halten.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Ben

      Lassen Sie mich nochmals einen Versuch wagen um Ihnen, „Kein Experte“ wie Sie betonen, (wirklich?) die „Geldschöpfung“ von ihren Ursprüngen an, nochmals zu erklären.

      Ich versuche das in Form des nachfolgenden „Essays“.

      Die einfachste Art und Weise „Geldschöpfung“ zu erklären ist die mit dem Gold:

      Angenommen: Die Menschen sind nicht mehr beim Tauschhandel, sondern haben bereits geprägte Goldstücke (mit dem „Bild des Kaisers“) und bezahlen damit.

      Da sie diese Goldmünzen in kleinen oder grösseren Säcken herumtragen, ist das unpraktisch und gefährlich. Ein kluger Zeitgenosse kommt deshalb auf die Idee, die Goldsäcke bei einem Goldschmied zu deponieren in dessen Tresor. Dafür stellt der Goldschmied „Quittungen“ aus. In Form eines Inhaberpapiers. Wer diese Quittung hat, der hat bei Goldschmied xy so und so viele Goldstücke zugut. Das sind die ersten Banknoten.

      Dieses Geld ist so sicher wie das Gold selber.

      Später haben die staatlichen Notenbanken die Aufgabe des Goldschmieds übernommen. Sie haben gegen Gold Banknoten emittiert. In den Anfängen hatte man das Recht, für eine bestimmte Banknote einen bestimmten Goldbetrag zu beziehen.

      Da der Staat immer auf der Suche nach neuen Einkommensmöglichkeiten und (versteckten) Steuern ist, ergab sich hier eine zusätzliche Möglichkeit:

      Bei einem steigenden Goldpreis verdient die Notenbank nichts, wenn sie die Banknote an das Gold bindet. Es ist für die Notenbank besser, wenn sie eine Banknote herausgibt mit einem nominalen Betrag ohne Bindung an das Gold. Warum? Wenn der Goldpreis steigt, bleibt der Wert der Banknote unverändert. Die Steigerung des Goldpreises wird durch die Notenbank abgeschöpft. Die Zunahme des Goldpreises gehört jetzt der Notenbank und nicht mehr dem Besitzer der Banknote.

      Bei einer Banknote, die zum Bezug einer gewissen Menge Gold berechtigt, wäre der Wert der Banknote an den Wert des Goldes gekoppelt. Sobald der Goldpreis über den Wert der Banknote steigt, werden die Menschen ihre Banknoten bei der Notenbank gegen Gold einlösen wollen. Sie erhielten dann beim Verkauf des Goldes mehr Wert als die Banknote wert ist. Die Menschen würden einen Gewinn erzielen ohne Risiko.

      Dieser Fall wäre vergleichbar mit der Entwicklung in den 70er Jahren, als der Silberpreis über den Wert der Silbermünzen stieg. Resultat: Die Leute schmelzen die Silbermünzen ein erzielten damit einen Gewinn. Folge: Es gab keine Münzen mehr.

      Mit der Abschaffung des Bezugsrechts für Gold gegen Banknoten hatte man somit gleich zwei Fliegen auf einen Schlag: Erstens konnte die Notenbank einen Gewinn erzielen bei steigendem Goldpreis; und zweitens wurde die Gefahr beseitigt, dass die Banknoten bei einem steigenden Goldpreis alle eingelöst werden durch die Banknoteninhaber, die so einen Gewinn erzielen konnten.

      Eine Banknote, welche gegen Gold einlösbar kann man als Eigenkapital der Notenbank bezeichnen. Der Inhaber der Banknote partizipiert am Gewinn der Notenbank.

      Eine Banknote, die nicht mehr einlösbar ist gegen Gold, kann man als Fremdkapital der Notenbank bezeichnen. Es ist eine Obligation mit unendlicher Laufzeit. Die Obligation wirft keinen Zins ab, weil es technisch nicht möglich ist, dem Besitzer einer Banknote den Zins auszubezahlen für jene Zeit, in welcher er die Banknote besass.

      Weil die SNB jahrzehntelang nur 90 Rappen pro Kopf der Bevölkerung an die Kantone ausschüttete bei einem Notenumlauf von gegen 40 Milliarden, konnte die SNB bis in die 90er Jahre riesige Reserven erzielen. Die Notenbank konnte somit ihr ganzes Vermögen mit wenigen Promillen refinanzieren.

      Deshalb ging ich dann 1996 an die GV der SNB und plädierte dafür, dass die SNB von ihren grossen Gewinnen (Seigniorage) einen berechtigen Anteil an Bund und Kantone ausbezahlt, was sie bald darauf auch tun musste.

      Nun aber zurück zur Geldschöpfung:

      Wenn also ganz früher die Menschen einen Sack Gold zum Goldschmied brachten gegen Aushändigung eines Schuldscheines (Banknote) und das Gold wurde aus dem Tresor des Goldschmieds gestohlen: Was geschah dann mit dem Wert des Schuldscheins, bzw. mit dem Wert der Banknote? Es ist logisch: Die Banknoten dieses Goldschmieds waren nichts mehr wert.

      Es nützte auch nichts, wenn dieser Goldschmied schnell neue zusätzliche Quittungen zusätzlich an die bisherigen Besitzer der Banknote übergab. Das machte deren Situation nicht besser: Sie hatten jetzt einfach zwei Schuldscheine oder Banknoten, die nichts wert waren. Das Gold konnte durch ausstellen neuer Schuldscheine nicht zurückgewonnen werden. Es bleib gestohlen.

      Oder ein anderes Beispiel: Angenommen ein Betrüger stellte Quittungen aus gegen Goldsäcke in seinem Tresor, die es gar nicht gab: Wie viel waren diese Banknoten wert? Wie bei jedem Betrug: Anfänglich wird man das vielleicht nicht gerade festgestellt haben, dass die Banknoten wertlos sind. Vielleicht konnte man anfänglich damit noch etwas kaufen. Aber wie bei jedem Betrug: Früher oder später fliegt er auf und die Banknoten waren wertlos.

      Wie verhält es sich nun bei Banknoten, ohne Bezugsrecht von Gold: Fremdkapital partizipiert nicht bei einer Wertsteigerung bzw. bei einem Gewinn. Wenn aber der Wert der Aktiven fällt, so fällt auch der Wert des Fremdkapitals.

      Ein Unternehmen, das Konkurs ist, dessen Obligationsscheine verlieren auch massiv an Wert bis hinunter zum Liquidationserlös. Es macht in einem solchen Fall keinen Sinn, wenn das Unternehmen den Gläubigern zusätzliche Obligationsscheine übergibt. Der Liquidationserlös wird dadurch nicht grösser – er muss lediglich auf mehr Obligationsscheine aufgeteilt werden. (Inflation).

      Wenn nun die SNB Ihr Vermögen zu hunderten Milliarden in Euros anlegt, und der Wert dieser Euros fällt unter den Wert des emittierten Notenbankgeldes, so fällt demzufolge auch der Wert dieses Notenbankgeldes.

      Bei Banknoten fällt der Wert dieser Banknoten (Inflation). Und die Guthaben der Banken bei der SNB müssen auch tiefer bewertet werden. Es macht dann keinen Sinn, wenn die Notenbank zusätzliche Banknoten druckt – der Wert ihrer Aktiven (ihres Vermögens) wird dadurch nicht grösser.

      Gehen wir nun zu einem weiteren Beispiel: Angenommen, ein unterentwickeltes Land besitze noch gar kein Geld. Nun solle Geld in den Umlauf gebracht werden – hinterlegt durch Anleihen – nicht durch Gold.

      Dieses Beispiel ist extra für Sie – Ben.

      Angenommen, es wird ein Staudamm gebaut. Die Kosten betragen 100 Millionen Taler. Zum Bau werden 1000 Leute 1000 Tage arbeiten zu einem Lohn von 100 Talern pro Tag. Das ergibt eine Gesamtlohnsumme von 100 Millionen.

      Die Betreibergesellschaft des Staudamms emittiert eine Obligation mit einem Zinssatz und übergibt diese der neu gegründeten Notenbank. Dafür erhält die Betreibergesellschaft im Gegenzug 1 Millionen 100-Taler-Banknoten.

      Jeden Tag, den nun ein Arbeiter arbeitet, erhält er eine 100-Taler Note.

      Da die Bevölkerung weiss, dass diese 100-Taler Note einen Anteil am rentablen Staudamm darstellt, wird die Banknote als Zahlungsmittel akzeptiert. Sie behält ihren Wert.

      Angenommen, eine Naturkatastrophe (z.B. Erdbeben) zerstöre den Staudamm. Was geschieht mit dem Wert des Geldes? Dieser fällt gegen null. Die Banknote hat keinen realen Gegenwert mehr. Es nützt jetzt auch nichts, wenn die staatliche Notenbank schnell nochmals so viele Banknoten druckt und an die bisherigen Besitzer der Banknoten austeilt. Der Wert des Staudamms ist null und damit auch der Wert der Obligation im Portefeuille der Notenbank und damit auch der Wert der dagegen emittierten Banknoten.

      Würde die Notenbank einfach neue Banknoten drucken, wäre das vergleichbar mit einem Arzt, der jemanden lebendig machen wollte, indem er einfach einen neuen Geburtsschein ausstellt.

      Der Geldwert kann erst wieder mit einem neuen Staudamm und einer Währungsreform erarbeitet werden.

      Wenn ihr Unternehmen – Ben – Aktien oder Obligationen emittiert hat, so können theoretisch auch diese der Notenbank übergeben werden, damit diese dagegen Geldscheine emittiert.

      Da Aktien und Obligationen heute nicht mehr gedruckt werden wie vor 15 – 20 Jahren, sondern nur noch gebucht werden, kann Geld auch aus den entsprechenden Buchungen hervorgehen.

      So – Ben – ich hoffe, Sie haben mit diesen einfachen, essayartigen Ausführung ersehen können, weshalb es die Arbeit der Menschen braucht, um Geld zu schaffen oder schöpfen. Die Wirtschaft schöpft Geld und die Notenbank stellt dagegen lediglich „Quittungen“, sprich Banknoten aus.

      Ohne Arbeit der Menschen – kein Geld!

      mfG

    • @Ben, alias Phantom

      Guten Morgen

      Sie haben offenbar Ihren Namen gewechselt.

      Es muss Ihnen „d’Chappe ned lüpfe“. Oder vielleicht doch?

      Ich bin überzeugt: Wenn Sie das Beispiel lesen mit dem Staudamm, das ich Ihnen geschrieben habe, dann wird es Ihnen sehr wohl klar, wie Geld entsteht.

      Einfach Banknoten drucken und emittieren geht nicht.

      Das ginge schon rein buchhalterisch nicht. Wie sollte der Buchungssatz lauten?

      Ganz gewiss: Auf der Habenseite (links) wäre der Notenumlauf. Aber auf der Aktivseite (Vermögen) könnte die Notenbank nichts verbuchen. D.h. die Banknoten haben keinen Gegenwert. Sie sind wertlos.

      Genauso wie ein Geburtsschein wertlos ist, wenn niemand geboren wurde.

      Sie argumentieren: Wenn die SNB Banknoten drucke, dann könne man damit anfänglich zahlen, „es funktioniere“ schreiben Sie gross.

      Dazu möchte ich Ihnen folgendes sagen:

      Erstens: Die Notenbank kann sehr wohl sehr viele Banknoten drucken. Aber sie kann diese nicht in den Wirtschaftskreislauf bringen und nicht verbuchen. SNB-Chef Jordan kann nicht die Bahnhofstrasse herunterlaufen und Banknoten gratis verteilen.

      Eine Notenbank kann nur Geldscheine in Umlauf bringen, wenn sie einen anderen Wert hereinnimmt und in ihrem Vermögen auf der Aktivseite verbucht. Das kann Gold sein, das kann eine Obligation zur Finanzierung eines Staudamms sein. Oder es kann eine Obligation ihres Unternehmens sein, für das sie gestern so hart gearbeitet haben.

      Wenn Sie und Ihre Mitarbeiter aber nicht mehr hart arbeiten und Ihre Kunden Sie betrügen, so geht Ihr Unternehmen Konkurs. Die ausstehenden Obligationsscheine Ihres Unternehmens im Portefeuille der Nationalbank sind jetzt wertlos. Hätte die Notenbank Geld emittiert einzeln und allein gegen Obligationen Ihres Unternehmens, so wären jetzt diese Banknoten wertlos.

      Sie sehen, ihre Arbeit gestern hat also dazu beigetragen, den Geldwert des Frankens zu erhalten.

      Wenn aber unsere Nationalbank als Vermögen praktisch nur noch Euros hat und dieser fällt, so fällt auch der Wert des von der Nationalbank emittierten Notenbankgeldes.

      Zum Notenbankgeld der Nationalbank gehören die Bankknoten und die Giroguthaben der Banken.

      D.h. die Banknoten verlieren an Wert (Inflation, da sind wir uns einig) und der Wert der Giroguthaben fällt auch, weshalb die Banken und PostFinance ihre Guthaben bei der SNB tiefer bewerten müssen. Das kann den Konkurs grosser Schweizer Banken (u.a. Kantonalbanken) und der PostFinance bedeuten.

      Natürlich: Betrügereien gibt es immer!

      Angenommen, jemand stelle in einem Hinterhof „Blüten“ her. Wenn diese so gut sind, dass man es kaum merkt, wird er damit Dinge kaufen können und so die Volkswirtschaft schädigen. Das geht, bis der Schwindel auffliegt.

      Wenn nun die SNB Banknoten druckte, ohne Gegenwert, so wäre das vergleichbar mit einem Betrüger, der „Blüten“ druckt. Nein, es wäre noch schlimmer, weil die SNB ihre Vertrauensposition missbrauchen würde. Die SNB würde auf diese Weise Banknoten „fälschen“ die von den übrigen Banknoten nicht zu unterscheiden sind, aber deren Wert verwässern würden bis zur Wertlosigkeit (Inflation, Hyperinflation).

      Wenn nun die SNB in Vermögen investiert, welches an Wert verliert, so dass das Eigenkapital der SNB negativ wird, so gerät die SNB in die Grauzone und schliesslich in den betrügerischen Bereich.

      Bereits jetzt befindet sich unsere Nationalbank im Graubereich: SNB-Chef Thomas Jordan legt fest, dass im Falle von negativen Eigenkapital die Nationalbank ihre Bilanz nicht deponieren wird (Vortrag vor der Statistisch Volkswirtschaftlichen Gesellschaft Basel).

      Zudem argumentiert er, die Notenbank könne in diesem Fall einfach Banknoten drucken, und damit sämtliche ausstehenden Schulden der SNB „bedienen“. Er interpretiert dabei Banknoten fälschlicherweise als Eigenkapital der Nationalbank. Er versteigert sich sogar zur Aussage, die Handlungsfähigkeit der Nationalbank bleibe auch bei negativem Eigenkapital uneingeschränkt.

      Er attestiert in diesem Fall den neu gedruckten Banknoten (ohne Hereinnahme neuer Vermögenswerte) dieselbe Kaufkraft wie jenen Banknoten, die bei positivem Eigenkapital der SNB noch voll gedeckt waren. Die SNB verhält sich somit in diesem Fall wie ein Betrüger, der in seinem Hinterhof „Blüten“ druckt und diese als vollgedeckte Banknoten der SNB deklariert.

      Wenn das Eigenkapital der SNB negativ wird und die SNB hinterlegt ihre Bilanz nicht, so wird unsere Schweizerische Nationalbank zur Falschmünzerin, d.h. unsere Nationalbank ist dann eine Betrügerin.

      Unsere Nationalbank begeht dann Betrug.

      Dieser Fall ist bisher glücklicherweise noch nicht eingetroffen – aber unsere SNB nähert sich bereits jetzt der Grauzone mit ihrem rasant fallenden (volatilen) Eigenkapital und mit den Aussagen ihres Chefs, die SNB würde im Falle von negativem Eigenkapital ihre Bilanz nicht deponieren, sondern einfach neue Banknoten drucken.

      Sie sehen, Ben, Phantom: Ihre harte Arbeit vergangenen Woche war nicht umsonst – sie haben einen Beitrag geleistet zur Erhaltung der Geldwertstabilität in unserem Lande.

      Unsere SNB ist jedoch drauf und dran, den Wohlstand, den wir uns mit jahrzehntelanger Arbeit erschaffen bzw. „geschöpft“ haben, grobfahrlässig zu verspielen. Dabei scheut sich unsere Nationalbank nicht, zur Betrügerin unserer Nation zu werden.

      mgG

  95. Vielen Dank für die aufschlussreichen Erläuterungen und die spannende Unterhaltung. – Bezüglich der Abwertung des CHF durch die SNB mittels Kauf von EUR frag ich mich ständig, warum EUR kaufen? Warum nicht Gold? Dieses ist ja so verpönt, dass es eine wunderbare Anlage wäre, den CHF zu schwächen. Kursverluste könnte die SNB durch erweiterte Zukäufe von Gold einfach wieder wettmachen. – Oh, warum gibt die SNB nicht einfach mehr CHF aus und verschenkt diese an die Kantone, welche „sich“ mit der Unternehmenssteuerreform ins „Sparen“ manövriert haben? – Oh, noch einfacher wäre es doch, das Geld direkt den Wenigverdienenden (z.B. denen, welche mit 20% unter dem Median leben sollen) auf ein separates, oder ihr bestehendes (ist doch egal) Konto zu überweisen? Mit der heutigen Elektronik ist das doch ein Klaks, und die Gehälter der dazu benötigten EDV-Ingenieure könnten ebenfalls mit einem „Click“ überwiesen werden; dies alles von der SNB natürlich direkt und ohne Umwege, um unnötige Transaktionskosten zu vermeiden. – DAS WÄRE DOCH MAL WAS, ODER ETWA NICHT!? – Nun mal „ehrlich“: Wollen „die“ das gar nicht?

  96. Hallo Herr Meyer
    Ein umfangreiche Antwort auf meine Gelddruck Frage. Danke. Ich habe den Eindruck, dass Sie ein genauer Mensch sind. Ich bin das auch. Arbeite in der Informatik und habe auch mit den Bankern zu tun (nein nicht ZKB, hehe). Deshalb mein Inkognito. Habe zwei kleine Kinder und eine Frau die versorgt werden wollen. Mache das auch gerne, aber will auch nicht allzu viel riskieren. Deshalb erstmal weiter inkognito. Entschuldigung.
    Ich bin sehr an diesen grundlegenden Fragen interessiert. In meinem Bekanntenkreis findet sich niemand mit dem man vertieft diskutieren kann (ausser über die neuesten TV Stars und Skandale). Deshalb umso mehr nochmals ein Danke für Ihre Antworten.
    Zurück zur Genauigkeit: Wenn Sie mir hundert Franken geben, dann machen Sie im Kopf vermutlich gleich ein Buchhaltung auf und zwangsläufig ergeben sich zwei Kolonnen weil ich ihnen die 100 ja wieder zurückzahlen soll (und ich es auch so wollte).
    Die Politiker und Bank-Höchsten sind aber nicht so genau (nett gesagt). Können Sie sich nicht vorstellen, dass die sagen „Scheiss auf die Kolonnen, Hauptsache Schnee, Weiber… und Wiederwahl, buchen wir das Geld ein. So wie einer sein Sparschwein bei der Bank leert bringt halt die SNB ihr Sparschwein.
    Sind Ihre Überlegungen nicht etwas akademisch? (Entschuldigung). Aber ich kann der Überlegung nicht folgen „Dass ein Geldschein ein Schuldschein sein soll“. Ich will gar nichts anderes von der SNB wenn ich den Schein habe. Fragen Sie mal einen Drogendealer. Der geht nicht hin und treibt die Schulden bei der SNB ein. Was will er eintreiben? Etwa Gold? Ich dachte und hoffe, das sei jetzt endgültig vorbei (nur im Zusammenhang GeldSystem). Ja sicher, es ist unhandlich so 100 Mia in Noten, ja, aber in der Not frisst der Bauer Brot!
    Sehe grad, dass Sie in einem anderen Kommentar in etwa das beschreiben…Hmmm…sie sagen dann aber dass der Schuldschein Wert verlieren würde durch Inflation. Ja das wird wohl so sein.
    Aber es ginge. Technisch. Und ich zweifle keine Sekunde, dass die Verantwortlichen es tun würden. Die sind so, unsere Führer.

    • Sehr geehrter Ben

      Ja es ist so: Zwei Kolonnen. Links und rechts. Aktiven und Passiven. Beide sind nominal und real gleich viel wert. Das ist Buchhaltung – seit hunderten oder tausenden Jahren.

      Die rechte Seite, die Passiven, d.h. Schulden oder Eigenkapital repräsentieren den Wert, den die Aktiven verkörpern. Keinen Rappen mehr – keinen Rappen weniger. Fällt der Wert der Aktiven, so fällt auch der Wert der Passiven.

      Druckt ein Unternehmen einfach Schuldscheine oder Anteilsscheine (Fremdkapital oder Eigenkapital auf der Passivseite der Bilanz verbucht), ohne auf der Aktivseite zusätzliches Vermögen zu schaffen, so fällt der Wert dieser zusätzlichen Scheine. Ein gegebenes Vermögen ist dann auf mehr Schuldscheine aufzuteilen (Verwässerung). Im Falle der Nationalbank ist das Inflation.

      Dasselbe trifft zu, wenn der Wert der Aktiven fällt, bei unveränderter Anzahl Schuld- und Anteilsscheinen auf der Passivseite. Ebenfalls Inflation. Bzw. die Kreditgeber (Giroguthaben der Banken) müssen ihre Forderungen entsprechend abschreiben (Konkurs von Banken und PostFinance).

      Deshalb: Fällt der Euro, so dass der in Franken ausgedrückte Wert des Vermögens der SNB (Aktivseite SNB-Bilanz) unter den Wert ihrer Schulden fällt, so ist die SNB insolvent. Die kreditgebenden Banken müssen dann ihre Forderungen an die SNB (Schuldscheine der SNB) entsprechend abschreiben.

      Die SNB behauptet nun, in diesem Fall könne sie einfach weitere Schuldscheine drucken und damit ihre Schuld bei den Kreditgebern begleichen (SNB-Chef Jordan). Falsch. Dadurch würde sie ihre Schulden nur noch vergrössern.

      Es macht keinen Sinn, die Passivseite zu verlängern, während die Aktivseite unverändert bleibt. Das ist nicht möglich, da beide Seiten immer ausgeglichen sein müssen (sind) – real und nominal.

      Die Behauptung der SNB, sie könne im Falle eines Verlustes auf der Aktivseite (Vermögensseite) einfach zusätzliche Schuldscheine (Banknoten) emittieren und damit den Verlust auf der Aktivseite kompensieren ist absurd.

      Zudem widerspricht das auch jeglicher Logik. Wenn es tatsächlich so wäre, dass die Notenbank „Keine Limiten hat zur Schwächung der Frankens“ (SNB-Chefideologe und Spiritus Rector, Prof. Baltensperger sowie SNB-Chef Prof. Jordan) dann könnte die SNB so viele Euros kaufen, wie sie wollte. Die SNB behauptet ja, sie könne „unbeschränkt“ Euros kaufen und mit „Geld drucken“ finanzieren.

      Wenn das so wäre, dann könnten das die EZB oder die FED auch. Alle Notenbanken hätten dann keine Limiten, ihre Währung zu schwächen, indem sie „unbeschränkt“ andere Währungen aufkaufen.

      Mit anderen Worten: Jede Notenbank könnte den Wechselkurs so fixieren, wie sie es wollte. Wenn aber die Vorstellungen des Wechselkurses von zwei betroffenen Notenbanken voneinander abweichen, so ergibt sich ein Problem. Es können nicht beide Notenbanken ihren unterschiedlichen Willen über den gemeinsamen Wechselkurs durchsetzen.

      Genauso wie zwei Nationen nicht ihren unterschiedlichen Willen über die gemeinsamen Grenzen durchsetzen können. Die stärkere wird gewinnen.

      Genauso: Eine Notenbank wird sich durchsetzen. Die stärkere. Wer ist stärker? Die EZB, die FED oder die SNB?

      Was also die Professoren Baltensperger, Jordan u.a. behaupten, ist ein absoluter Unfug.

      Dass es nicht möglich ist, dass eine Notenbank auf ihrer Aktivseite unendlich viel Vermögen schafft, zeigen auch folgende Überlegungen: Könnte die SNB das, so könnte sie damit die ganze Welt aufkaufen. Kann sie aber nicht. Oder die griechische, portugiesische, spanische Zentralbank usw. könnten alle ihre Schulden begleichen, indem sie einfach Banknoten drucken.

      Alle anderen Notenbanken könnten das dann auch. Krieg.

      Zudem widerspricht es jeglichem physikalischen Gesetz, dass eine Notenbank unendlich viel („unbeschränkt“) Vermögen schaffen könne.

      Gott kann Brot vermehren aber die SNB kann nicht unendlich Vermögen schaffen – notabene noch durch Ausstellen von Schuldscheinen.

      Unsinn!

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  97. Es ist nicht nur Schade, dass Keiner auf Hr. Meyer hört, es ist eine Katastrophe!

    Alle glauben der SNB, der BR plappert die SNB nach und keine Zeitung (nzz, tagi, etc.) bringt die richtige Problematik. Massenmedien schützen die Elite, die uns Bürger damit ins Verderben stürzt!

    Auch Nicht-CH Wirtschafts- und Volkswirtschaftsprofessoren bestätigen: Die SNB kann pleite gehen und reisst somit die Schweiz und ihre Bürger mit! (Bürger bürgen! dh. wir die Bürger und andere Investoren verlieren Geld).

    Es wird nicht mehr lange gehen, bis der EUR Geschichte ist! und dann mal sehen, wieviele Milliarden von uns die SNB in den Sand gesetzt hat. Und es soll auch keiner glauben, es beträfe ihn nicht, weil er kein Geld hat. Was ist denn mit Pensionskassen, Lebensversicherungen etc. Wo investieren diese ihr Geld?

    Die SNB ist mit Abstand die grösste Bedrohung für uns Schweizer! …und Keiner will es wahrhaben!

    • @Peter Peter Schmid

      Besten Dank für Ihre Unterstützung.

      Ja – es ist so: Die SNB ist drauf und dran uns in den finanziellen Abgrund zu reissen. Wir sind nur wenige Rappen vom Super GAU entfernt.

      Mit dem finanziellen Super Gau wird dann auch die politische Abhängigkeit von der EU kommen. Ein Beitritt wird dann sehr wahrscheinlich werden.

      Hoffentlich begreift dies das Scheizervolk noch bevor es zu spät ist.

      Bricht der Euro bei 1.20 nach unten aus, gibt es kein zurück mehr.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  98. Sehr geehrte (Damen und) Herren

    Wie ihr alle, Dr. Meyer und die Kommentierenden, zum Thema Geldschöpfung/SNB so eifrig in die Tasten haut ohne die zwei Begriffe Fiatgeld und Fraktionales Banking/Bankwesen zu verwenden lässt mich staunen und schaudern. Selbstverständlich darf in der Schule nicht gelehrt werden was richtiges Geld und was Scheingeld ist.

    Mit freundlichen Grüssen
    AM

    • Sehr geehrter Herr Moser

      Ihr Beitrag bringt uns, zumindest mich, nicht weiter.

      Werden Sie doch bitte konkreter. Begründen Sie, was Sie meinen. Bringen Sie Beispiels!

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  99. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

    besten Dank für die Diskussion über Ihren Artikel.

    Angenommen, Sie haben in Ihrem Portemonnaie CHF 500,–. Sie sind nun der Ansicht, dass Sie Gläubiger der SNB sind, habe ich Sie da richtig verstanden? Sie sind der Ansicht, die SNB hat sich bei Ihnen (!) verschuldet?

    Machen Sie, bitte, folgendes kleine Experiment:
    Nehmen Sie einen Zettel, und schreiben Sie „100 Meyer-Taler“ auf diesen Zettel. Verschenken Sie diesen Zettel. Haben Sie nun Schulden?
    Nehmen Sie einen zweiten Zettel, und schreiben Sie „Ich, Dr. Meyer, zahle gegen diese Note 100 Meyer-Taler aus“. Verschenken Sie diesen Zettel. Haben Sie nun Schulden?

    Schauen Sie jetzt in Ihr Portemonnaie auf die CHF-Scheine: Hat die SNB Ihnen auf diesen Scheinen die Zahlung von CHF zugesichert?

    Mit freundlichen Grüßen!

    Hardy, der Student

    • Sehr geehrter Hardy, Student

      Richtig. Wenn ich eine Banknote von CHF 500.- in meinem Portemonnaie besitze, dann gebe ich der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Kredit von CHF 500.-.

      Eine Banknote ist quasi ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.

      Genauso, wenn ich 500 Franken auf meinem Konto bei der Bank parkiere, so ist die Bank mir CHF 500 schuldig.

      Bei der Banknote ist die SNB meine Schuldnerin, beim Bankkonto-Auszug meine Bank.

      Wo liegt jetzt das Problem?

      Wenn ich nun einen Zettel nehme und darauf schreibe „100 Meyer-Taler“ so verschenke ich diesen nicht, wie Sie mir das vorschlagen. Nein! Ich gebe einen solchen Zettel beispielsweise an Sie nur dann heraus, wenn Sie mir dafür hundert Taler geben und dafür von mir eine Quittung verlangen. Meine „100 Meyer-Taler“ Note ist meine Quittung.

      Damit dieser Zettel, wo „100 Meyer-Taler“ draufsteht seinen Wert behält, bin ich als gewissenhafte Notenbank verpflichtet, ihre 100 Taler getreu aufzubewahren. Wenn Sie dann zurückkommen und Ihren „100-Meyer-Taler“ Schein einlösen wollen, dann gebe ich Ihnen die 100 Taler. Ich nehme die „100-Meyer-Taler“ Note zurück und vernichte sie.

      So. Und jetzt?

      Ich nehme keinen zweiten Zettel heraus, wo darauf steht, „Ich, Dr. Meyer, zahle gegen diese Note 100 Meyer-Taler aus“. Ich tue das nicht, weil Sie mir ja nicht ein zweites Mal 100 Taler gegeben haben. Der erste Zettel reicht. Damit können Sie ihre 100 Taler bei mir abholen.

      Gut ich schaue nun in mein Portemonnaie. Dort habe ich eine Banknote der SNB. Warum sollte mir die SNB die Zahlung von CHF 100 zusichern? Die Note selbst stellt ja die CHF 100 dar.

      Wo liegt das Problem?

      Wenn ich eine Aktie von einem Unternehmen besitze, so wird mir darauf auch nicht zugesichert, dass ich beispielsweisse einen Stuhl oder irgendeinen Gegenstand des Unternehmens abholen könnte. Und trotzdem hat die Aktie einen Wert, weil sie einen Anteil an der Unternehmung darstellt – auch wenn ich diesen nicht physisch beziehen kann.

      Oder wenn ich CHF 500 bei meiner Bank anlege, so wird mir auf meinem Kontoauszug von der Bank auch nicht zugesichert, dass ich irgendetwas bei der Bank abholen könne.

      Wenn die Bank jedoch Konkurs geht ist mein Geld weg.

      Sie sehen. Banknoten sind ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers.

      Verspekuliert die SNB ihr Vermögen, das ich ihr anvertraut habe und dort hinterlegt habe, so wird meine Banknote wertlos (Inflation).

      Die Einlagen der Banken (Giroguthaben der Banken) bei der SNB werten sich bei Verlusten der SNB ebenfalls ab. Deshalb müssen die Banken bei negativem Eigenkapital der SNB ihre Kredite an die SNB entsprechend abschreiben. Das kann dann bis zum Konkurs von Banken und PostFinance führen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer,

      ja, wenn (!) Sie eine Banknote (!) über CHF 500 in Ihrem Portemonnaie hätten (!), dann würden sie der SNB zweifellos einen Kredit in Höhe von CHF 500 geben.

      Nur: Eine solche Banknote werden Sie nicht in Ihrem Portemonnaie finden. In Ihrem Portemonnaie finden Sie Geldscheine, Staatspapiergeld. Ein Eigentümer eines Hundert-Franken-Geldscheines kann von niemanden etwas fordern.
      Ein Eigentümer einer Hundert-Franken-Banknote könnte vom Notenemittenten jederzeit hundert Franken fordern.

      Sie schreiben:
      > „Wenn ich nun einen Zettel nehme und darauf schreibe “100 Meyer-Taler” so verschenke ich diesen nicht, wie Sie mir das vorschlagen.“

      Exakt darum hatte ich Sie aber gebeten. Natürlich nicht aus Jux und Tollerei, sondern, um Ihnen einen Sachverhalt zu verdeutlichen. Wenn Sie es nicht selber praktizieren wollen, dann mache ich es eben.
      Ich nehme also einen Zettel, schreibe „100 Hardy-Taler“ drauf und schenke diesen Zettel dem Ben.

      Habe ich nun Schulden?
      Selbstverständlich nicht. Wer könnte denn etwas von mir fordern? Keine Forderung, also auch keine Schulden.