Zürcher Establishment zielt auf Urs Rohner

CS-Präsident in NZZ persönlich verantwortlich gemacht – Walter Kielholz mit Schuld – „Weisse Weste“ am Ende?

Vor 8 Jahren nahm die bürgerliche NZZ plötzlich Marcel Ospel persönlich ins Visier. Wenige Wochen später war der UBS-Chef Geschichte.

Jetzt könnte CS-Präsident Urs Rohner das gleiche Schicksal blühen. Denn nun schiesst das Blatt der Zürcher Wirtschaftselite gegen den Spitzenmann der schlingernden Grossbank.

Man müsse sich fragen, wie der „von Urs Rohner präsidierte Verwaltungsrat, der sich jahrelang hinter Dougan gestellt hat, nun Thiam den Rücken stärken soll“, schreibt die NZZ heute.

Rohner & Co. würden wohl „die veränderten Rahmenbedingungen bemühen“. Tatsächlich habe der VR aber „allzu lange und allzu passiv dem Niedergang der Bank zugeschaut“.

Harte, unmissverständliche Worte. Dann kommt’s.

„Umso mehr vermisst man Selbstkritik und die Bereitschaft, für die gravierenden Fehler Verantwortung zu übernehmen.“

Das ist ein scharfer Schuss.

Dahinter steckt meistens mehr als nur journalistische Meinung. Die NZZ ist nicht nur eine Zeitung, sondern eine Instanz, wenn es der Zürcher Elite – manche würden von Filz sprechen – an den Kragen geht.

Mit dem Fall der CS gerät diese Elite unter Druck. Wie damals bei der Swissair, als honorige und hochbezahlte Kapitäne aus den besten Kreisen den Crash mit Konkurs zu verantworten hatten, steckt nun auch bei der Grossbank Zürichs honorige Gesellschaft mittendrin.

Urs Rohner ist nämlich nur der Delegierte dieser Kreise. Als einstiger Wirtschaftsanwalt hat er seinen Aufstieg bis auf den CS-Olymp seinen Ziehvätern zu verdanken.

Allen voran Walter Kielholz. Der grosse „Kili“, wie er rundherum genannt wird, ist eine entscheidende Figur, wenn man über das Debakel am Paradeplatz 8 nachdenkt.

Kielholz wollte Rohner. Schon immer.

Als Kielholz sich in der grossen Finanzkrise von 2008 entscheiden musste, ob er weiter sowohl die Swiss Re als auch die CS lenken möchte, entschied sich der Stippenzieher für die Swiss Re.

Für ihn zahlte sich der Schnitt mit der CS aus. Fortan war Kili nicht mehr der Ober-Verantwortliche für die Auswüchse beim Finanzmulti.

Doch einfach so strich Kielholz nicht die Segel. Für den geborenen Machtmenschen ging es darum, seinen Vertrauten zu installieren, um weiter Einfluss zu haben.

Weil Urs Rohner als sein Favorit für die Nachfolge im Präsidium der CS noch nicht für reif befunden wurde, entschied sich der VR der Bank für eine Übergangslösung.

Rohner wurde im Frühling 2009 als vollamtlicher Vize ins Lenkungsgremium berufen, Hans-Ulrich Doerig, ein Urgestein der Bank und immer zur Stelle, wenn’s brannte, übernahm die Führung.

Schon damals war für die Bank klar, dass Rohner ab 2011 Präsident der CS würde. Im Herbst 2009 wurde dies dann offiziell. Damit hatte Walter „Kili“ Kielholz sein Ziel erreicht.

Sein Intimus, Wirtschaftsanwalt und Fernsehmann Rohner, übernahm das strategische Steuer.

Nun lässt Kielholz seinen Rohner fallen. Wohl nichts anderes ist aus der für die NZZ so ungewohnten persönlichen Abrechnung mit Rohner zu entnehmen; die Schuld Rohner zuschieben, so ein mögliches Kalkül von Kielholz.

Davor blieb die NZZ immer schön nett. Egal, ob Ex-CEO Brady Dougan 71 Millionen Extrabonus kassierte in einer Zeit, als 2010 die Finanzkrise allen das tiefe Übel überirdischer Boni offenbarte.

Egal, ob Rohner 2014 den USA 2,8 Milliarden Dollar für Steuersünden überweisen musste; eine exorbitant hohe Strafe, die vor allem auch die Folge fehlender Kooperation der CS mit den USA war – was direkt auf Rohner, ein ehemaliger Spitzenjurist, zurückgeht.

Egal auch, dass als Folge des Kapitulationsvertrags ein scharfer US-Anwalt am CS-Hauptsitz am Paradeplatz einzog; zusammen mit Heerscharen von teuren Anwälten und scharfen Ermittlern. Seither befindet sich die CS am Gängelband der US-Justiz.

Egal schliesslich, dass weitere Strafen und Bussen insbesondere aus Amerika das Unternehmen zunehmend ausbluten.

Neuerster Fall sind über 200 Millionen Franken für nächste Rechtskosten, deren Höhe aus überraschend explodierenden Kosten im Internationalen Private Banking abgeleitet werden können.

Dort schoss der Posten für Rechtsfälle und weiteres im 4. Quartal um 270 Millionen in die Höhe. Laut Insidern stecke dahinter eine Rückstellung für den hängigen US-Rechtsfall.

CS-CEO Thiam sagte gestern auf eine entsprechende Frage eines Journalisten, er dürfe sich nicht zu dieser Vorsorge äussern. Ursache sei aber ein einziger Fall.

Hintergrund sind unglaubliche Asset-Verbuchungen zwischen dem Schweizer Privatebanking und jenem der USA. Da wurden Milliarden mal hier, mal da gebucht – je nachdem, wo gerade ein Loch war und damit Handlungsbedarf, um das Neugeld-Ergebnis besser aussehen zu lassen.

Am Hearing von Februar 2014 warf der Vorsitzende, Senator Carl Lewin, die Frage auf, „whether the bank manipulated the figures to make information presented to the public appear more positive, particularly when it came to assets in Switzerland“.

Es stellt sich also die Frage, ob Investoren nicht korrekt informiert wurden. Deshalb ist die US-Wertpapieraufsicht SEC die ermittelnde Behörde.

Diese und möglicherweise auch weitere US-Behörden stehen offenbar kurz davor, die CS mit einer nächsten Strafe zu belangen. Es sollen auch hohe Manager zur Kasse kommen, sagt eine Quelle.

Dabei müssen zunächst die Verantwortlichen an der Front, also im Private Banking, bangen.

Doch am Ende ist jeder Rechtsfall auch ein Rohner-Fall.

Er ist Jurist. Er war lange der oberste Rechtsmensch der CS.

Und weil er mit seinem „Weisse Weste“-Ausspruch nach dem 2,8-Milliarden-Schuldeingeständnis von 2014 in die Annalen eingegangen ist, wird jede neue Busse aus den USA rasch mit Rohner in Zusammenhang gebracht.

Damit ist Rohner vom Untouchable zum Gejagten geworden.

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80 Kommentare zu “Zürcher Establishment zielt auf Urs Rohner

  1. Der VR hat wohl zu lange zugesehen, als es bergab ging. Das Eigenkapital ist zu niedrig, und im VR und Im Executive Board sind zu viele Nicht-Banker. Gegen die hohen Boni weiss man kein Mittel und unter den Angestellten in den Schweiz herrscht eine miserable Stimmung. Nach 15 Jahren Umbau und einem beipiellosem Hüh und Hott auch kein Wunder…..

    Was ist eigentlich genau die Aufgabe des VR? Ich glaube ich habe es vergessen.

    • No one should be surprised by Rohner’s performance, he has systematically destroyed the bank and will continue to do so. The reason is simple, he cares more about himself, his ego than anything else. In his personal life he threw his family under the car tires to satisfy his selfish desires. And in his professional life, he has cause CS to lose 10 of billions due to missteps and a simple lack of executive ability. Any man with a modicum of integrity would have resigned long ago and passed the helm to a surer pair of hands . Rohner will continue to torture employees and shareholders until he is removed by the cowardly CS Board as he is a classic narcissist.
      Most likely it is too late, the SNB will step in and UBS will absorb whatever is left of a once great CS.

    • Sehr treffend formuliert. Ich bin seit Jahren mit meiner Firma Kunde der Credit Suisse. Was die CS jetzt braucht, ist ein Gesicht für die Schweiz; ein Top Banker, ein guter Kommunikator und jemand, der es mit der Politik und mit dem „normalen“ Schweizer kann. Fruithof wäre da die richtige Person. Er hat mir mehrmals sehr kompetent geholfen und letzte Woche hat er an der Universität Zürich ein eindrückliches Plädoyer für den Finanzplatz gehalten. Mit sehr viel Sachverstand, mit detaillierten Zahlen und einfach kompetent. Herr Rohner, die Schweiz als Exportnation braucht zwei grosse, starke und globale Bamken und dazu braucht es fähige Leute. Die Verantwortung liegt beim Verwaltungsrat.

    • Ja der VR…

      Man muss sich die offizielle Version ja mal auf der Zunge zergehen lassen.

      Gemäss dieser hätte ja Herr Thiam eine neue Strategie ausarbeiten müssen!

      Also um mal kurz zurückzuschauen:
      – der Druck vom Regulator ist gross
      – die Aussichten im Finanzmarkt waren nicht gerade rosig
      – die CS verliert Boden auf die Konkurrenz
      – der VR suchte einen neuen CEO
      – wohin die Bank steuern soll ist noch nicht klar
      – man entscheidet sich für eine branchenfremde Führungskraft und hört sich von ihr mal an wohin es gehen soll?

      meinten die das ernst??

      Und was ist jetzt genau die Strategie?

  2. Passt ja bestens zum Urs. Es besteht doch eine vollkommene Symmetrie zwischen Haftung und Kontrolle: Er übernimmt keine Haftung bzw. muss keine solche Uebernehmen und hat dafür auch keine Kontrolle bzw. kaum was im Griff.

  3. Gebt ihm dich die Chance nochmals an einer Samstagsrundschau zu erklären, wie sich dank ihm alles zum Besseren wenden wird, weil Dank ihm jetzt alles richtig aufgegleist ist. Das kommt ja seit Jahren so alle paar Monate mal.

    • Das Hörspiel „Der Mann mit der weissen Weste“ ist ja mittlerweile schon so bekannt, dass man es nicht mehr senden mag.

  4. s tragische dä U.R wird nur zu sich säge dass sind alli nur „Senigi“ wo nüt vom Bänking verstönd. Ich mach doch en härtä und guetä Job.

    • Es ist nicht nachvollziehbar, wie man voller Selbstmitleid an die Presse gehen kann und dort derart herumjammert. Tatsache ist wohl eher, dass die CS die letzten Jahre ausgenommen wurde und die jetzige GL resp. VR weder willens noch in der Lage ist einen nachhaltigen Change umzusetzen. Man ist schon viel zu sehr daran habituiert, auf diese Weise den Geldfluss auf sich selbst umzulenken. Lange geht das nicht mehr gut.

      Z.B. die Wahlen in den USA, wahrscheinlich wird Sanders gewinnen, einfach deshalb, weil vor allem die jungen Menschen den Grosskapitalismus und seine damit verbunden Deformationen menschlichen Seele satt haben.

      Die Jungen sind die Hoffnung.

  5. Endlich!!! Es wird auch langsam Zeit, wenn es nicht schon zu spät ist, dass Herr Rohner abgesetzt wird.

    Ich habe immer diese Meinung vertreten, nur hat leider nie jemand meine Hilferufe gehört.

    Hoffe es geht nun endlich was.

  6. „Die Credit Suisse streicht bei den Schweizer Mitarbeitern die Boni um bis zu 75 Prozent, so ein auf Finanzinstitute spezialisierter Headhunter gegenüber der «SonntagsZeitung». Betroffen ist vor allem das untere Management. Auf höherer Stufe wie Managing Director bleiben die Boni derweil unangetastet oder wurden nur leicht gekürzt.
    ….
    Es treffe dabei auch junge Mitarbeiter, die einen Grossteil ihrer Ziele erreicht hätten. Bei der Bank droht nun ein Exodus unzufriedener Mitarbeiter.“

    Nach den „unteren“* Kunden werden jetzt auch die „unteren“ Mitarbeiter noch mehr über den Tisch gezogen.
    Das dürfte auf ein paar innere Kündigungen mehr hinauslaufen.

    Der Ursli sollte sich schnell absetzen, sondern wird er noch zum Nachlassverwaltunsgpräsident dieser einst guten Bank.

    • Ich wundere mich warum niemand einsieht, dass man unter anderem Dank tiefen oder ganz gekürzten Boni die Mitarbeiter loswerden will.

      Warum braucht eine globale Bank soviele Leute in der Schweiz?
      Also neben dem PB natürlich.

    • Das kann ich bestätigen!
      War nie ein Gross-Boni-Absahner (CHF 6000 – 10’000).
      Aber dieses Jahr habe ich KEINEN Bonus erhalten, und zwar OHNE Begründung!
      Da kann die CS an mir „so richtig was einsparen“!

    • @kein-bonus-erhalter: warum brauchen Sie denn eine begründung? schauen Sie sich den aktienkurs an, und Sie haben die lösung! wenn ich in der teppichetage sähe, dass meine aktienbeteiligung seit anfang jahr grad mal um rund 40% abgesoffen ist -wofür ICH dann selbstredend nix kann, sehr wohl aber SIE, Sie unproduktiver, motzender MA! – würde ich Ihnen auch den bonus streichen, um meine cash-vergütung erhöhen zu können!
      verstanden?

  7. Haha, die Rache der Pandorra schlägt zu! Rohner, Kielholz, Mühlemann… Alles eine einzige Seilschaft, welche die SKA in den Abgrund trieb!

  8. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß die jetzige Goodwill-Abschreiber wegen DLJ schon lange von der FINMA gefordert wurde, diese als Kuschelbehörde aber wegen dem innenpolitischen Druck auf den Bundesrat nicht handeln konnte. Schlußendlich mußte sie doch handeln, weil die FED, die Bank of England und auch die EZU Druck machten. Es kann durchaus sein, daß diese drei Institutionen mit Lizenzentzug für die CS drohten. So erklärt sich auch der Rücktritt von Herrn D..
    Eine Bank muß nicht unbedingt über Eigenkapital verfügen, solange die Liquidität und der Cash-Flow gewährleistet ist. Ein Beispiel aus der Bankgeschichte. Die Berner Kantonalbank hat 1939 die BLS Beteiligung zum vollen Nennwert von CHF 500 verbucht, an der Börse wurde das Papier zwischen 5 und 10 Franken gehandelt. Kein Hahn hat danach gekräht, das Vertrauen war da. Hoffen wir heute auf das gleiche, sofern Schwierigkeiten da sind.
    In Ostasien ist es durchaus üblich die Vermögensverwaltung einer reichen Familie anzuziehen, indem man dem Familienkonzern großzügig Kredit einräumt. Wichtig ist einfach, daß man auch das deponierte Vermögen des Onkels als Deckung für die Kredite an den Neffen als Sicherheit blockieren kann. Die WOZ schildert im Zusammenhang mit dem indonesischen Familienkonzern Bumi, wie man dort geschäftig vorgeht.
    Wahrscheinlich hat man lieber US-Anwälte weiterhin in den Geschäftsräumlichkeiten der Schweizer Banken, die das ordnungsgemäße Gebaren von diesen überwachen aufgrund eines Privatvertrages zwischen der Schweizer Bank und den US-Behörden. Um Gotteswillen nie der FINMA solche Macht übertragen, daß sie die Möglichkeit hat, komische Geschäfte auf höchstem Niveau einzudämmen oder gar zu verbieten. Wir wollen als freiheitliches Land nicht solche Gesetze, wir nehmen die enormen Nachteile in Kauf und schaden uns selbst. Es ist uns völlig gleichgültig, daß das Ausland unsere FINMA als Kuschelbehörde wahrnimmt.
    Abgesehen, wenn unsere Nationalbank irgend einer Bank hilft, die die berühmte Etikette hat „to big, to fail“, wird diese mit der entsprechenden Bank sehr lieb umgehen. Nicht so wie dieser gierige Warren Buffet bei der Schweizer Rück. Damit können sich die Aktionäre einer solchen entsprechenden Bank trösten.

    • Bei den heutigen Buchhaltungstricks geh ich zu jener Bank, die am meisten Fleisch am Knochen hat. Eine Bank, die das Füdli voll Schulden hat und die Aktiven aus Wolken bestehen, bei der das Eigenkapital viel zu tief ist und bei dessen Bewertung noch getrickst wird, und die letztlich nur auf Vertrauen basiert, ist eine volkswirtschaftliche Eiterbeule. Und in Sachen TBTF ist ja auch nichts Substantielles gelaufen. Ueberhaupt ist eigenartig, dass die Befürworter der freien Marktwirtschaft sich nicht gegen TBTF wehren…. Ich glaube, das ganze System ist ziemlich am A.bend.

  9. Es ist leider verrückt – aber die hohe Kunst der Top-Manager ist, die armen Mitarbeiter, auf deren Buckel alles ausgetragen wird, so über den Tisch zu ziehen, dass die entstehende Reibungswärme als Nestwärme empfunden wird !

  10. Ich frage mich, wieso die Grauen Eminenzen unserer Wirtschaft, sprich die Super-Abzocker unserer (freien) Wirtschaft, die Herren Kielholz und Rainer E. Gut sowie deren Schachfiguren wie z. B. Marcel Ospel (hat die UBS an die Wand gefahren) und Lukas Mühlmann (vom McKinsey-Mann hat man heute noch Alpträume bei der CS plus seine unvergessene und unrühmliche Rolle beim Swissair Geounding) nie zur Verantwortung gezogen werden?

    • @Büezer
      Der Filz ist doch allgegenwärtig, bis in die Gerichte und Staatsstellen. Die sind alle irgendwie voneinander abhängig. Nur ein grosser „Chlapf“ kann da was ändern.

  11. Die Diskussion ist sehr interessant.

    Einerseits sagt man in anderen Artikel, dass die CS VSA Durchsetzt ist.
    Andererseits erwähnt man Investoren aus dem Nahem Osten.

    Und doch wird hier diskutiert, als ob nur die Zürcher das sagen haben.

    Das ist so offensichtlich nicht konsistent und wirft fragen auf:

    Jedem Finanzinteressierten dürfte es klar sein, dass man sein Vermögen über juristische Personen sehr leicht verstecken und Meldungsgrenzen betr. Aktienbesitz umgehen kann.

    – Wer ist denn wirklich alles Grossaktionär bei der CS?
    – Warum investierten „Qatar“, „Olayan“ & „Norwegen“ in eine europäische Bank? Waren aus die wirklich so blöd? (Aktienrendite)
    – Geschichtlich gesehen war die Schweiz vor kurzen noch arm. Lässt man als Imperium ein Land oder besser gesagt deren Finanzspitze gross werden ohne totalen Einfluss über sie zu erlangen?
    – Gleiche Frage stellt sich für ein kleines Emirat wie Qatar

  12. Zum Artikel „Bonuszahlungen entfalten ihre eigene Dynamik“.Ich frage mich warum das eine Bank und ihre Bonusfindungskommission nicht einsehen mag, dass Bonuszahlungen mitunter mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften. Sei es nun, dass das Eigenkapital niedrig gehalten wird, um eine bessere Eigenkapitalrendite zu erwirtschaften oder dass generell notwendige Investionen vertagt werden, um an Zahltag eine hohen Cashflow vorweisen koennen. Das Problem ist die Nachhaltigkeit und der unterschiedliche Zeithorizont.. Bonuszahlungen sind fast immer kurzfristig gedacht, eine Firma ueberlebt aber nur wenn sie eine -bewusst gewaehlte – langfristige Strategie hat.
    Die CS jedenfalls hat eine bittere Lektion erteilt bekommen, wer dort arbeitete, konnte spaestens schon vor ca. 7 Jahren sehen, dass die Strategie der CS zu einer Katastrophe fuehrt. Warum konnten die Chefs das nicht sehen? Ist es ein prinzipielles kognitives Defizit, das sich in stark hierarchischen Organisationen ausbreitet, die durch finanzielles Reporting gepraegt sind? Fuehrt ein hoher Bonus zu einem Tunnelblick, der es verunmoeglicht, die Realitaet und Wahrheit zu erkennen? Ich denke ist es wert, wenn man diese kongitiven Defizite mal wissenschaftlich aus den Blickwinkel buddhistischer Erkenntnistheorie beleuchten wuerde. Westliche empirische Feldforschung fuehrt hier nicht mehr weiter. Diese wuerde nur zu einer weiteren, zahlengepraegten Powerpointorgie a la McKinsey fuehren.
    Auch die mangelnde Reflexionsfaehigkeit gibt zu denken. Auch wieder ein zeitliches Problem? Zu wenig Zeit zum Nachdenken?

  13. Das ist alles nicht wahr, denn die FINMA, früher EBK wacht mit Aufmerksamkeit, Kompetenz und Abhängigkeit darüber, dass die Geschäfte der Banken sowohl von der Organisationsstruktur als auch vom Personal her einwandfrei geführt werden.

    Früher kam es manchmal vor, dass ein Banker etwas anstellte. Dann eröffnete die EBK ein Gewährsverfahren, oder sie schickte dem Banker einen Gewährsbrief des Inhalts, sollte er weiter oder neu bei einer Bank arbeiten wollen, werde sie ein Verfahren einleiten und prüfen, ob er Gewähr für einwandfreie Geschäftsführung biete. Weil heute alles bestens ist, braucht es das nicht mehr.

    In der Finanz und Wirtschaft kommentierte der Praktikus, ihm drehe sich der Magen um ob all der Banken, die in den USA Schuldbekenntnisse als kriminelle Organisationen ablegten.

    Gemach, gemach. Wie heisst der Refrain im Lumpenliedchen von Bolle? „Aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert“. Das tat er sogar, als ihm noch nicht einmal sein Selbstmord glückte.

  14. Egal welche. Ich freue mich über jede Bank die Hopps geht. Jeder beschlipste Banker ist in meinen Augen ein Blindgänger. Grosse Worte allenthalben, nichts dahinter. Rein gar nichts. Nur eines können diese Nieten in Nadelstreifen: abzocken. Sonst nichts.

    • Was machst du beruflich, dass du so frustriert redest? Sammelst du hundekotbeutel im park? Mein schlips ist von hermes, du niete

    • Oder anders gesagt: Wenn ein Unternehmen kieloben schwimmt, war wahrscheinlich Kielholz an Bord … . Schlimm, was bei der CS für Fehler gemacht wurden. Keiner der Verantwortlichen übernimmt irgendeine Verantwortung. Ihre Millionen haben sie derweil schön im Trockenen. Und Thiam muss nun die Suppe auslöffeln. Ob ihm das gelingt ? Oder kommt da die 2. Swissair ?

  15. Rohner’s Schwaeche steht im ins Gesicht und Koerperhaltung geschrieben. Er hat kaum Rueckgrat, ist ein schwacher Mann und haette nie in dieser Position landen duerfen. Aber dank Connections geht so einiges. Nun ja, es ist fast zu spaet.. bitte graue Maus – zieh endlich ab!

    • Die CS wird ausgenommen. Warum immer noch die haesslichen Coco-Bonds mit 9 Verzinsung, warum hoehere Fixlohnanteile (sprich Gehaltserhoehung) fuers Management, warum im Jahr des grossen Verlusts eine Dividendenzahlung?

      wann greift die FINMA endlich ein und beendet diesen Unfug? Der angedachte Kurs- und Firmenkulturwechsel muss deutlicher akzentuiert und deutlicher vorgelebt werden. Der Aktienkurs spricht eine eindeutige Sprache was Experten bezueglich der zukuenftigen Entwicklung bei der CS denken.

      McKinsey im Haus heisst immer in gewisser Weise „wir wissen nicht was wir tun, aber vielleicht koennen wir uns wenigstens absichern“.

  16. CS Luft – Eigenkapital

    Und jetzt hat Professor Richard Werner in einem Fachartikel beschrieben, wie es die Credit Suisse in der Finanzkrise gemacht hat. Sie hat für sich selbst Eigenkapital geschaffen  aus dem Nichts.

     Funktioniert hat das so: Die Credit Suisse vergab einen Kredit an arabische Investoren von umgerechnet rund 9 Milliarden Euro. Dafür musste sie nur zwei Buchungen in ihrer Bilanz vornehmen: Den Betrag als „Forderung“ auf der Aktivseite einstellen und eine gleich hohe „Kundeneinlage“ auf der Passivseite schaffen. Fertig.

    Die Bank konnte sicher sein, dass die Investoren das Geld nicht abrufen werden. Denn die Araber verpflichteten sich, dafür neu geschaffene Vorzugsaktien der Credit Suisse zu erwerben. Hierfür war bloß eine weitere Buchung nötig, im Fachjargon „Passivtausch“ genannt: Die Kundeneinlage wurde umgebucht in die Position „Eigenkapital“. Der Deal war perfekt.

    • Tja, nur haben die Araber bei den heutigen Kursen netto per Saldo Schulden an der Backe… – Zu welchem Zinssatz (wenn überhaupt) wurde das Darlehen damals gegeben?

    • @Zyniker

      Fuer mich wirklich nichts Neues, mich hat immer nur gewundert, dass sich niemand ueber diesen Deal aufgeregt hat. Er enthaelt noch Pikanterien.

    • Nicht zu vergessen der warme Bonusregen für einige Banker im IB, den diese Transaktion nach sich gezogen hat. So kann man sich seine Ziele auch selbst erfüllen. Oder dann halt mit Absprachen in Darkpools, Libor Clubs, Verschiebung von NNA unter den Divisionen, usw. Upsss… werde ich nun auch von Ursli verklagt? Er predit Leadership und Verantwortung und ist selbst der grösste Sesselkleber. Er hatte ja nicht mal die Eier, sich der Presse zu stellen.

    • @T. Opgun

      Das ist eine kleine Fehlinpretation. Mit dem Umkehrschluss wird ein Schuh daraus. Man muss sich fragen, was die CS bezahlte, damit Qatar Investment Authority sich darauf einliess!?

  17. Ein Rücktritt von VR-Präsident Rohner ist zwingend bei diesem neuesten Desaster und die Verantwortlichen, nicht nur Rohner sondern z.B. auch Mühlemann und Consorten, sollten rechtlich und finanziell für die „gehabten“ Katastrophen und Misserfolge zur Verantwortung gezogen werden !!!

  18. Das Desaster der CS war nur dank eines ziemlich inkompetenten Verwaltungsratpräsidenten Urs Rohner möglich. Er hat den VR geführt der eigentlich für die langfristige Strategie verantwortlich wäre. Aber es sind in VRs oft Nieten in Nadelstreifen die ein paarmal im Jahr zusammensitzen und vor allem die eigenen Pfründe sichern. Das jetzt die NZZ zur Jagd bläst ist peinlich. Denn die einst in Wirtschaftsfragen kompetente Redaktion hat auch geschlafen und alles gelobt was vom Paradeplatz 8 kam, in einer Art Kadavergehorsam und Dummheit! Jeder Normalo wusste nach 2 Jahren BD das von dem ausser Gier und warme Luft kaum viel zu erwarten war. BD ist weg, jetzt ist Zeit für Urs Rohner, mit ihm wird die CS nicht mehr glaubwürdig. Bitte UR aber nicht ans ZFF, das wird zu einem kleinen Teil auch mit Steuergeldern finanziert, dank dem charmanten Lächeln siner Freundin. DAS ZFF ist Blaupause von vielen, ähnlich mittelmässigen Filmfestival. Hätte UR ein wenig Anstand würde er von sich aus gehen. Nun müssen halt die Scheichs eingreifen. Die FINMA wird weiterhin wenig dafür tun. Es ist halt das Netzwerk das diesen Loosern einen Job garantiert! IP ist das einzig kritische Forum das UR hinterfragt hatte. Verständlich dass UR in einem Anfall von Umnachtung IP eingeklagt hat. Weiter so Hässig, auch wenn andere stink oder rohnerhässig werden!

  19. Da geschieht vorerst gar nichts. Alle alten, abgehalfterten Nichtskönner sind ja auch noch irgendwo am Werkeln. Man verschwindet zwar aus dem Rampenlicht, aber hinter den Kulissen ist man immer noch bestens am Filzen. Materiell hat man ja eh ausgesorgt und braucht sich nicht beim RAV anzustellen.

  20. Dass Rohner überfällig ist, das ist das Eine. Er ist massgeblich für all die CS-Desaster in der letzten Dekade mitverantwortlich. Er sollte endlich gehen. Aussitzen, nur der Abgangsentschädigung Willen, ist Charakterschwäche. Das andere ist Kielholz – der selbsternannte Doyen des Zürcher Wirtschaftsestablishements. Kaum einer hat es in den letzten vier Dekaden (drei mehr als Rohner) besser verstanden, den Wirtschafts- und Finanzstandort Zürich mit seinen Personenscharaden (inkl. sich selber) und als Strippenzieher von der Weltkarte zu streichen. Da wo Zürich heute steht, ist Teil seines Vermächtnisses. Abtreten, die Herren!

    • wenn er dann mit „Kili’s-normal-Tagesgesichtsausdruck“ serviert vertreibt er die allerletzten Kunden. Würde deshalb, Mme. K. vorziehen.

  21. Zahlen hin und herzuschieben hat bei der CS Tradition. So hat schon der schöne Wädi seinem Adlatus Brunner gesagt, welche Zahlen er im Quartalsbericht sehen möchte. So standen die am Ende auch drin.

    Dass viele abgehalfterte CSler bei Kili’s Swiss Re landen, lässt ebenfalls tief blicken. Wellauer, Blumer, Fassbind hatten wahrlich kaum einen Leistungsausweis, der sie für solche Positionen empfohlen hätte. Ursli als Mitglied der Kielholz-Gang wird ebenso weich fallen.

  22. Der grandiose Falco hatte in den 80ern bereits eine Vorahnung;-)

    Sieht man um sich, was passiert,
    Wohin es geht oder auch nicht,
    Hilft nur eines
    Schampus Kaviar, Noblesse im Gesicht.
    Let’s deca-dance in jedem Fall
    Die Smokingträger überall –
    Denn nobel geht die Welt zugrund‘
    Ob dieser oder jener Stund.

    Morbidity for you and me…
    Die Titanic sinkt in Panik
    Ganz allanig
    Aber fesch
    Mit all den Millionen cash
    Und all der teuren Wäsch‘

    Besser neureich sein als nie reich sein
    Und in Gesellschaft nicht allein.
    Let’s decadence at all events

    Eine Frechheit dieser Rohner mit seiner unsäglichen an der Seite…..

  23. Seilschaften gehen für Jahrzehnte gut. Kracht es oft, kracht dann alles dick, und nachhaltig.

    Bei der Rettung der Swissair meine Gerold Bührer (FDP, Economiesuisse): „Wir müssen aufpassen, dass die Qualität des Schweizer Managements nicht an Ansehen verliert!“

    Er war ein Vertreter des Teufels. Aber die Ironie ist, dass sein Verteidigungsspruch, über welchem der Teufel bis heute lacht, heute angebrachter ist als je zuvor.

    Uns werden, diesen Exzessen sei Dank, noch ganz harte Zeiten -auf Jahrzehnte- bevorstehen.

    • @daniel müller:
      Swissair ist ein schlechtes Beispiel. Grund: Swissair hat es in der späten 70er/anf. 80er Jahren versäumt, sich in eine der grossen Allianzen von Fluggessellschaften einzureihen. Swissair glaubte nicht daran. Sie war DIE top-Fluggesellschaft und fühlte sich als PrimaDonna so weiter zu fahren. Die Rechnung ging aber nicht auf und am Schluss versuchte sie mit fatalen finanziellen Konsequenzen einige Junk-Airlines aufzukaufen oder sich daran zu beteiligen.
      PS:die grossen Allianzen mit ihren damals sehr attraktiven Mileage Systems waren zu attraktiv, um sie zu ignorieren. Auch für mich!!

  24. Ich sag’s nochmal: Es ändert sich nur was, wenn die verantwortlichen Herren sozial, rechtlich und finanziell belangt werden. Ansonsten passiert nichts…. Was ist das Worst-Case-Snenario für den VR-Präsidenten U. Rohner? den ganzen Tag golfen und sich um das Zürcher-Film-Festival kümmern? Sich um die 100te Millionen CHF Privatvermögen zu kümmern?… So schlimm (Ironie off)… Meine Frage: Was macht hier die Staatsanwaltschaft Zürich. Durch dieses Handeln kommen jährlich Aktionäre/PK zu schaden, Angestellte werden entlassen etc. Und niemand schaut genauer hin? Gibt es keine gesetzliche Grundlage für das Einschreiten oder schaut die Staatsanwaltschaft, FIFA docet, einfach weg?

    • Das nimmt mich eigentlich auch wunder. Frage mich immer wieder was würde einem Normalsterblichen (also nicht Filzzugehörigen und angeblich von Volkswirtschaftlichem Interesse) CH-Bürger/Resident passerien wenn er folgendes tut z. B. in Form als CEO einer kleinen AG. in die USA reist und vor einem Sentatsausschuss gesteht, dass er (die AG) eine kriminelle Organistation ist und er inkl. VR ergo deren Vorsteher (im kriminellen Jargon heisst das Boss, nicht wahr?) ist/sind. Ich wette mein zukünftiges Lebenseinkommen, dass dieser arme Teufel rsp. eben Oberganove nach seiner Rückkehr in die CH aber pronto (noch am Flughafen vermutlich) den ganzen Repressionsappart der CH kennenlernt und zwar das volle Programm. Das deliktisch erworbene Vermögen wird eingezogen und er (ev. plus VR!!!) wegen ungetreuer Geschäftsführung, Urkundenfälschung, Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation uvm. für mehrere Jahre im Knast landet und die kriminelle Organisation wird aufgelöst. Das CH-StGB (Auslandsvergehen und kriminelle Organisation etc.) hält für ein derartiges Vorgehen jede Menge Gesetzesartikel bereit. Mir scheint aber, dass unsere Justiz ausser auf Verkehrssünder auf niemanden Jagd macht, denn das würde ja Arbeit bedeuten und bringt obendrein kein Geld. Es ist auch ein Fakt, dass die CH – Justiz nicht unabhängig (ach was wurde uns das doch als hoher Wert der Gewaltenteilung damals in der Schule eingetrichtert) ist sondern unter der Kuratel der Politik und des Filzes steht. Selbst wenn sich dann noch ein motivierter Staatsanwalt findet – siehe Swissair Prozess – werden alle diese überbezahlten Oberpfeifen die da in den VR’s sassen und sitzen, freigesprochen und mit 250 Mille entschädigt. . Dagegen sind mehrere Milliarden über mehr als eine Dekade nicht abgeschriebener Goodwill eigentlich nur noch eine petitesse die Perfekt ins Bild passen. Viva la república bananera.
      P. S. Was wäre eigentlich losgewesen, wenn nicht Obama sondern Putin Angela M.’s Handy abgehört hätte? Da würde der Sonderstaatsanwalt aber nicht gegen Unbekannt ermitteln (Volker Pispers).

    • Doch es gibt sie, die Gesetzesartikel. Siehe OR. Das Problem hier in der Schweiz ist der unsägliche Filz, nein die haarsträubende Korruption. Die Schweiz unterscheidet sich in nichts von einer Bananenrepublik. Unsere sogenannte Elite ist nichts anderes als ein korrupter, geldgieriger, ethikloser Haufen.

  25. Die Zukunft von Herrn Rohner wird wohl kaum vom Zürcher Establishment bestimmt werden, welches nur noch am Sächsilüte eine Rolle spielt, sonst aber völlig irrelevant ist.

  26. Mc Kinsey sind für mich die Sektierer der Wirtschaft. Wo die drin sitzen da wird der Apfel wurmstichig und UR hatte bei denen wahrscheinlich bereits einige Audits gemacht und seine Persönlichkeit tickt in deren Gleichschritt. Darum ist ja auch Herr Thiam hier. Gefährliches Gemisch kommt nicht gut.
    Arme Bank

  27. Ich war Jahrelang am CS- HQ am Paradeplatz 8 tätig und konnte mir selber ein Bild machen, vor Ort. Es ist schon erstaunlich wie schnell momentan der Zerfallsprozess vor sich geht. In unserer 1. Welt- Gesellschaft fehlen einfach die grundlegenden Werte und Personen welche in der Lage sind nachhaltige Strategien und Lernfähigkeit vor zu leben Dies wird leider bald irgend eine chinesische- Staatsfirma zusammen mit ein paar Scheichs wohl und/-oder übel übernehmen müssen nur weil dort am HQ anscheinend der schneid fehlt, wie es früher noch in der FDP üblich war. Was würde wohl Alfred Escher dazu sagen?

  28. Es ist immer das gleiche. McKinsey Power Point Menschen
    und Anwälte, die kaum etwas von Banking verstehen.
    Selbstschutz. Das sind Rohner’s Begleiter.
    Die Zeche bezahlen sowieso die Mitarbeiter. Entlassen kann auch ein Kindergärtner.

    • Sie haben völlig recht! Somit könnte man doch mal sagen, dass Rohner ein Opfer von den McKinsey Leuten wurde und er durch die falsche Beratung die Bank an die Wand gefahren hat. Rohner kann doch nicht alles auf McKinesy abschieben resp. vice versa! Ich möchte da auch mal Fakten sehen und vorallem, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

    • Wer sich nur auf McKinsey-Berater verlassen kann bzw. muss, hat an keiner Unternehmensspitze etwas verloren – unabhängig von Grösse und Relevanz des Unternehmens.

  29. Dass Walter B. Kielholz, immer noch VR-Präsident der Swiss Re, gerne mässig geeignete Leute in verantwortungsvolle Positionen hievt, ist ja nun wirklich nichts Neues.

    Neben Urs Rohner (Jurist) sind dies zum Beispiel

    – Prof. Dr. Peter Forstmoser, Jus-Professor und ehemaliger VR-Präsident der Swiss Re, unter dessen Aegide die Swiss Re anfangs 2009 3 Milliarden zu einem Zinssatz von 12% (in einem Zinsumfeld mit einer risk-free rate < 0.5%) aufnehmen musste

    – Dr. Thomas Wellauer, (immer-noch) COO der Swiss Re und vormals die #2 hinter Lukas Mühlemann bei der CS – deren gemeinsames überaus erfolgreiches Wirken für die CS vor ca 15 Jahren gestern mit einem Goodwill-Abschreiber in Milliarden-Höhe "gekrönt" wurde)

    – David Blumer, ehemaliger hochrangiger CS Banker und ehemaliger Swiss Re Chief Investement Officer, dessen urplötzlicher Abgang bei Swiss Re Ende Oktober 2012 (Bekanntgabe am 6.10., Abgang am 31.10.) immer noch ein Misterium ist … zumindest offiziell …

    Im Buch von René Lüchinger über Walter Kielholz (gemäss Buchdeckel von Kielholz mitfinanziert) steht im ersten Kapitel auch noch folgendes: Dass Jacques Aigrain, CEO von Swiss Re vom 1.1.2006 – ca. 10.2.2009 – keine geeignete Wahl gewesen sei, hätte sich leider erst Mitte 2008 herausgestellt.

    Allerdings musste die Swiss Re ca. 2 Wochen nach der Bekanntgabe ihres Resultate des 3. Quartals 2007 (also ca. 1 Jahr davor!) ein Restatement bekannt geben: Aufgrund von zwei "vergessen gegangenen" Credit Default Swaps müssten vorerst 1.1 Milliarden abgeschrieben werden, die Potential für weitere Abschreibungen bis max 2.5 Milliarden.
    (Disclaimer: Diese Zahlen entsprechen meiner Erinnerung und mögen deshalb von den wirklichen Zahlen leicht abweichen.)

    Persönliche Freunde, die weder in Geschäftsleitungen sitzen noch eine grosse Ahnung von Wirtschaft und Accounting haben, fragten mich damals, was da eigentlich los sei. Für Walter Kielholz scheint dies jedoch offenbar kein Alarmsignal gewesen zu sein. (Im Buch von René Lüchinger wird diese Episode nicht einmal erwähnt.)

  30. Jetzt könnte es erstmals seit langem eng werden für Urs Rohner. Die Luft wird dünner, der Druck grösser. Die CS-Belegschaft sollte wohl langsam mal eine Topfkollekte für ihren hoch geschätzten VRP aufsetzen.

  31. Klingt fast wie der Anfang einer lustigen Geschichte, einige Anwälte und ein Haufen Consultants laufen in eine Bank…

    Dann beginnt der Spass!

    Diese Geschichte wird leider bitter enden, damals vor dem Senat war dies für mich die grösste Überraschung. Ich denke RB war nicht einfach so plötzlich weg. Da stotterten Brady und Hans Ueli aber brutal als diese Email vorgelesen wurde. In frischer Tat ertappt sozusagen…

    • Und jener muss endlich weg, der solche Tricksereien in den MIS-Systemen umsetzt und sich dafür von den Oberen hofieren lässt

  32. Aber der NZZ muss man auch vorwerfen, dass sie jahrelang dieses Thema nicht aufgeriffen hat, obwohl ja Kindergärtler die Fehler von UR erkennen konnten. Als ex oberster Legal-Chef sowieso seit Jahren nicht mehr tragbar. Das Image der Schweiz in der Welt leidet auch, wenn man solche Leute x-Jahre lang überdotiert, vetterliwirtend mit ZFF-Naddel einfach schalten und walten lässt.

  33. Rainer E. Gut und Walter Kielholz haben in ihrem Grössenwahn die einstige stolze SKA der angelsächsischen Gier geopfert, indem sie den Schönredner und Abzocker Rohner installiert haben. Zeigen Sie Anstand, Herr Rohner und Übernehmen Sie endlich Verantwortung für Ihr Versagen!!!

    • Recht haben Sie!

      Aber vergessen Sie es.

      Es gibt Menschen, die stehen nie zu dem was sie tun / sagen und suchen bei Fehlern immer einen Sündenbock. So wie bspw. auch Sexualstraftäter erklären, das Opfer hätte zum Zeitpunkt der Tat nicht dort sein müssen.

      Schuldexternalisierung nennt man das schätzungsweise. Ein weit verbreitetes Phänomen. Eben auch bei gewissen Führungskräften.

  34. Rohner betreibt keine Wertschöpfung, sondern reitet zusammen mit seinem Ausführenden Thiam die CS Richtung Untergang. Beide müssen dringend weg, grosses Versagen, vor allem Rohner, der das Debakel schön länger zu verantworten hat. Bei „Kili“ Kielholz sieht die Bilanz ähnlich aus. Hat nebst der CS auch fast die Schweizer Rück ins Verderben gebracht. Kili und Rohner sind hervorragende Netzwerker, aber schwach wenn es ums Bank-/Versicherungsbusiness geht. Leider hat die Schweiz eine Finanzseilschaft, jeder deckt den anderen, seit Jahren tauchen im VR der Grossfirmen immer die gleichen Figuren auf. Die CS muss sich dringend Gedanken machen, dass sie TOP-Kader rekrutiert, die erstens arbeiten und etwas vom Geschäft verstehen. Und dringender Appell: Hört endlich mit dem grossspurigen Getue auf. Die Welt hat derzeit andere Sorgen. Und für die CS ist es eine Minute vor Zwölf.

    • Ganz klar einverstanden! Den Kielholz endlich auf Kiel legen- das habe ich schon bei Swiss-Re-Debakel gefordert.
      Und den Fernsehmann zur Verantwortung ziehen – nicht nur absetzen. Nur so kann endlich ein Strich gezogen werden.
      Die Entlassungswellen bei den Mitarbeitern bringen keine Entlastung – nur Sorgen!

    • Häääää ohne Bonus? Aber wovon sollen sie dann leben. Ihre Entschädigungen sind dazu nicht ausreichend. Deshalb erhöht man sich gegenseitig Jahr für Jahr die Bezüge und die Grossaktionäre erhalten grosszügige Zinspapiere damit sie die Klappe halten.
      Es wird kommen wie es immer gewesen ist. Der unaufhaltsame Abgang wird hinaus gezögert um die nassen Felle ins Trockene zu bringen. Dann noch einen goldenen Falschirm, lebenslag freier Parkplatz inkl Waschservice in der CS Tiefgarage und ein hübsches Büro im Zentrum der Stadt. Und dies alles natürlich Steuerfrei, während die Mitarbeiter und Pensionierten jede Vergünstigung im Lohnausweis gelistet erhalten. Wetten auch Urs und Co, läuft es genau so am Tage X.

    • @Dada for CS
      Leider, leider, leider – befürchte ich das eben auch und muss Ihnen, wenn auch ungern, sehr zustimmen.
      Aber genau so wird’s kommen.
      Mein Kommentar war ja auch nur Wunschdenken 🙁 🙁 🙁 !!!

  35. Denke auch, dass der CS-VR so richtig ausgemistet werden muss, und zwar dringend und ohne Rücksicht auf bestätigte Amtszeiten. Ich denke auch, dass der Staatsanwalt aktiv werden MUSS. Es kann ja nicht sein, dass die CS während Jahren massiv – und möglicherweise wissentlich – falsch bilanziert mit allen internen und externen Konsequenzen. CS-VR und die testierende Wirtschaftsprüfungs-Firma müssten sich auf der Anklagebank verteidigen.

    • Die Aktionäre sind ein Teil des Problems. Sie möchten Shareholder-Profit einfahren und genau das hat das CS-Management dann auch gemacht. Zugegeben waren die Geschäftsmodelle „ein wenig“ strafrechtlich, aber wen hat das schon interessiert, solange das Geld floss. Und dann haben die Aktionäre auch immer schön brav Dechargé erteilt. Es dürfte rechtlich schwierig sein, Einzelpersonen Betrug zu belegen und damit die Dechargé als ungültig zu attestieren.
      Der Tag, an dem ein führender Banker in den Knast muss, werden wir nicht erleben. Da würden viel zu viele Drahtzieher und Mit-Schmarotzer auffliegen. SO funktioniert verdeckte Korruption! Oder wie sagte Grübel einst: „Betrug gehört zum Business!“