Wo immer Vincenz auftaucht, steigt sofort sein Honorar

Ex-Raiffeisen-Boss erhält als neuer Präsident der schlingernden Stromfirma Repower 40% mehr als Vorgänger – Money als Elixier.

Pierin Vincenz hat nie genug. Kaum tritt er ein neues Amt an, schon steigt seine Entschädigung.

Nun auch bei der Bündner Stromfirma Repower, die wie viele Energiekonzerne saniert werden musste. Vincenz übernahm letzten Juni das Präsidium – und hops, schoss das Honorar hoch.

Vom Wahltag 21. Juni bis zum 31. Dezember des letzten Jahres erhielt Vincenz für die Aufgabe in seinem Heimatkanton 79’121.00 Franken.

Das waren 40 Prozent mehr, als sein Vorgänger für eine vergleichbare Periode eingestrichen hatte.

Der heisst Eduard Rikli und hatte sich bei den Eigentümern der Bündner Stromfirma nach einer tiefen Krise zuletzt als Sanierer entpuppt.

Nach einer tiefroten Phase mit rasch wegschmelzendem Eigenkapital schrieb die Repower 2016 nur noch ein kleines Minus. Das Polster mit eigenem Kapital beträgt dank einer Kapitalzufuhr wieder über 40 Prozent.

Rikli konnte somit ein Unternehmen übergeben, das aus dem Gröbsten heraus war.

Sein Honorar belief sich für seine Schlussphase als Repower-Kapitän vom 1. Januar bis zur Stabsübergabe am 21. Juni des letzten Jahres auf 56’397.00 Franken.

Die Differenz zu seinem Nachfolger beläuft sich somit auf knapp 23’000 Franken oder 40 Prozent. So viel mehr erhielt Vincenz von Tag 1 an.

Das gleiche Spiel lief zuvor bei der Finanzboutique Leonteq. Dort sass Vincenz lange als Vertreter der Raiffeisenbank im VR, wo Vincenz anderthalb Jahrzehntelang als CEO das Zepter geschwungen hatte.

Als sich abzeichnete, dass Vincenz bei Leonteq das Ruder im Verwaltungsrat übernehmen würde, begannen dort die Honorare rasant zu steigen.

Peter Forstmoser, ein Wirtschaftsanwalt der Zürcher Kanzlei Niederer Kraft & Frey, hatte zunächst ein Entschädigung von 140’000 Franken erhalten.

In seinem letzten Jahr explodierte Forstmosers Honorar urplötzlich auf 330’000 Franken, mehr als doppelt so viel wie zuvor.

Es war das Vorspiel auf eine viel grössere Eruption. Als nämlich Pierin Vincenz vor Jahresfrist zum neuen Leonteq-Präsidenten gekürt wurde, erhöhte der VR dessen Entgelt auf maximal 750’000 Franken.

Von 140’000 Franken, wie es lange die Regel war, auf 750’000 Franken neu unter Vincenz – mehr als Faktor fünf.

Bei Leonteq brach kurz darauf das Geschäft ein. Vincenz musste sich mit 500’000 Franken zufrieden geben.

Das gefiel dem Bündner Büffel nicht. Er sah die Schuld an seinem eigenen Einkommensschwund bei Leonteq-CEO Jan Schoch.

Auch für das laufende Jahr 2017 kann er aufgrund der Krise bei der Leonteq nur rund die Hälfte der einst erhofften drei Viertel Millionen hereinholen.

Vincenz wollte das nicht einfach hinnehmen. Doch er scheiterte vorerst mit seinem Versuch, Schoch mit einem neuen Mann abzulösen.

Bei der Raiffeisen hatte Vincenz mit seinen Bezügen einst ebenfalls für Schlagzeilen gesorgt. Seine Villa im Appenzell und Helikopterflüge an Fussball-Spiele sorgten für Aufregung in der Ostschweiz.

Schliesslich kappte die Genossenschaftsbank die gesamten Entschädigungen für ihren damaligen CEO bei 2 Millionen Franken im Jahr.

Doch es gab ein Ventil. Vincenz erhielt Jahr für Jahr 500’000 Franken von der Raiffeisen in seine eigene Pensionskasse einbezahlt.

Selbst CS-Chef Brady Dougan, der Weltmeister unter den Banken-Grossverdiener, kam niemals auf diese Zahl. Beim Amerikaner belief sich der PK-Beitrag der CS auf nicht einmal die Hälfte.

Die Beispiele zeigen, dass Vincenz nimmt, was er holen kann. Die verantwortlichen Aktionäre und Genossenschafter respektive ihre Vertreter in den Verwaltungsräten überschütten den Mann mit Geld.

Bei der Repower ist das besonders brisant. Dort haben nach der letztjährigen Rettungsaktion mit Frischkapital hauptsächlich die Elektrizitätswerke der Kantone Zürich und Graubünden sowie die UBS und die Axpo das Sagen.

Es sind somit vor allem Staatsvertreter, die es dem Banker-König aus den Alpen möglich machen, sein mondänes Leben zu finanzieren.

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23 Kommentare zu “Wo immer Vincenz auftaucht, steigt sofort sein Honorar

  1. Die kolportierte Finma Untersuchung über unsren Lieblings-Bündner zu den erstaunlichen Ereignisse u.a. bei Leonteq scheint ja auch im Sand verlaufen zu sein. Oder hat Mark „Liborspezialist“ Branson wieder mal Druck erhalten?
    Im Ausland hätte es dazu schon längst Hausdurchsuchungen, Verhaftungen und Einvernamen gegeben. Hier geschieht einfach – nichts.

  2. Geldmanie. Eine Zwangskrankheit. Für die Durchschnittsmenschen ist der Mann weg von der Norm, auch wenn viele stolz wären, mit ihm per Du zu sein………….. allerdings mit etwas flauem Gefühl im Magen.

  3. Hat noch niemand erraten, dass Vincenz eigentlich weniger Lohn bezieht, als sein Vorgänger!?

    Er ist ein Gutmensch!

  4. Auch wieder einer dieser trostlosen Banker … viel agieren, viel fliegen, aber wenig einbringen. Trotzdem werden die Saläre der Bosse immer höher, jedes Jahr.
    Banker ab einer gewissen Stufe sind Bank$ter ohne Ehre und Anstand. Wie Gangster nehmen sie was sie entwenden können, zocken ihre Firma bis auf die Unterwäsche ab.
    Aber LH weist richtig darauf hin: Die aktuellen Missstände nicht alleine den Bank$tern geschuldet (welche noch immer auf Stufe der Jäger stehen), sondern auch all den Aktionären und Genossenschaftern, welche solche „Salär“-Zahlungen einfach nur durchwinken.
    Bleibt die Hoffnung, dass in der aktuellen GV-Saison mal die eine oder andere Firma zur Vernunft findet.

  5. Dass sich ein geldgetriebener Machtmensch jeden Rappen holt, den er kann – nicht erstaunlich.

    Umso erstaunlicher ist aber, dass es immer noch Institutionen gibt, die diese toxische Figur umwerben und mit Geld überhäufen.

  6. Ich ignoriere mal die Tatsache, dass „Vincenz Honorar steigt jedes Mal“ und „er verdient mehr als sein Vorgänger“ nicht dasselbe ist. Ausserdem scheint ja die Repower mit dem Geizhals Approach nicht so gut gefahren zu sein.

    Auf den ersten Blick also keine echte Story, sondern wieder mal Füller. An solchen offensichtlichen Füller Tagen, schmeiss ich ja in letzter Zeit mein Tablet in den Pool und weigere mich das IP Leservolk mit wertvollen Lektionen aus meinem Leben ein Stückchen weiter aus dem Pöbelsumpf zu ziehen. An diesen Tagen gibt es dafür oft eine Gratislektion an meine FB Gefolgschaft. Wie ich sie verachte! Doch heute mache ich eine Ausnahme, denn der Versuch von IP aus diesem Turd einen Zopf zu drehen fasziniert mich. Und zwar ganz besonders etwas:

    „79’121.00“ war Vincenz Salär? Ist das ein Dezimal Punkt oder ein neuer Finanz Internet Jargon bei dem die folgenden Nullen jeweils eine Million darstellen? Lese ich auf meinem frisch ausgepackten Tablet, das am Ende des Tages aus Bequemlichkeit in meinem Aqueon Kamin landet, tatsächlich einen Artikel zum Thema zu viel Lohn und einer Zahl die Unter 1.0 ist (kein Dezimalpunkt sondern Internet Jargon)? Nein, nicht unter einer Million, nicht unter 500K, nicht unterhalb der Armutsschwelle von 300K, nein, sogar UNTER 100K? Ist das ein zu spät publizierter Aprilscherz? Oder spricht man jetzt nur noch vom Betrag den die Akteure pro Quartal von den Steuern abziehen??

    Um Du Pont’s Willen, lasst diesen Mann doch diese Peanuts auflesen und mampfen, wenn er will. Weg müssen sie ja sowieso, und mir fällt spontan niemand ein, der riskieren würde sich für 80K einen Rückenschaden zu holen. Meine Putzfrauen/Schauspielerinnen wischen ja täglich mehr Geld vom Fussboden meines Schlafzimmers weg, wenn ich Besuch hatte. Genug mit diesen Füller Stories. Wo bleiben die Kracher? Herr Hässig, wenn Ihnen das Material ausgeht, liefere ich gern ein weiteres Mal Zündstoff nach. Ich geniesse einfach den Ameisenaufstand der täglich hier statt viel zu sehr um auf diese herzhaften Lacher zu verzichten.

    Marcel Du Pont – Milliardär, Deepweb Architekt, Bodenkampf Spezialist.

    PS: Ihr seid nichts. Gar nichts.

    PPS: https://www.facebook.com/marcel.dupont.9849

  7. Forstmoser ist im VR einer Stuki-Bude? Dieselbe Person, die an der Swiss Re GV 2009 (als VR-Präsident, notabene) selbst dokumentiert hatte, dass er
    – entweder die Prozentrechnung
    – oder die mathematische Aussagenlogik
    – oder gar beides
    nicht beherrscht?
    Ich raff’s nicht …

  8. Ein Helikopter und teure Hobby: 🚁 Der Super-Spass für den Globbi! Von Firmen geholt, ausgerichtet: Welche vergöttern, unter belichtet! Alle Schandtaten noch übersteht, Wenn eisiger Wind herüber weht!

  9. Herr Hässig, Sie sehen das nicht ganz richtig: Repower geht es heute so schlecht, weil mein Vorgänger derart mies entlöhnt wurde. Deshalb habe ich diesen Fehler gleich korrigieren lassen.

  10. PV macht das schon richtig!

    Wie soll denn eine anständige EK-Rendite erwirtschaftet werden mit 40% EK?! Das EK muss dringend runter, nur so ist endlich eine gesunde EK-Rendite möglich und dann gibt’s sicher noch mehr Fränkli….

  11. Pierin Vincenz ist ein Auslaufmodell und ein Reputationsrisiko für jedes Unternehmen, das mit ihm in Verbindung gebracht werden kann.

    • @Panzerknacker, dass stimmt und kann ich nur bestätigen. Bei uns macht man offenbar schon in der Teppichetage seine Witze über Pierin Vincenz oder Josef Ackermann (trotz dessen direkten Kontakt ins weisse Haus, „Gott sei dank ist der bei den Zyprioten“). Bei uns sind diese beiden Namen total verbrannt, haben die selbe Etikette wie Daniel Vasella. Ich denke, Reputationsschaden für unsere Firma viel zu gross. Dabei hat unsere Geschäftsleitung von Sozialkompetenz selber noch nie etwas gehört, gehören selber in die Familie der Abrasierer.

  12. „Differenz zu seinem Nachfolger beläuft sich somit auf knapp 23’000 “

    Uhhhhhhhhhhhhhhhhhh….. Hiiiiiiiiilfeeeeeeeeee

    • Ach Vreni, ich glaube an der Landwirtschaftsmesse Olma wärst Du besser aufgehoben. Das heutige Thema ist zwar inhaltlich nicht besonders anspruchsvoll, da die zweifelhafte Integrität des Bündner Protagonisten inzwischen hinlänglich bekannt ist, dennoch scheint das Ganze intellektuell doch deutlich zu hoch für Dich. Du darfst Dich jetzt wieder Deinen Hühnern widmen und anschliessend in der Küche sicherstellen, dass Dein Ehemann um die Mittagszeit, nach einem entspannten Vormittag am Schalter einer unbedeutenden Raiffeisen-Filiale, etwas anständiges in den Magen kriegt. Danach möchtest Du Dich bitte in der Waschküche Deinem heutiges Tagesziel, einer Bunt- und einer Weisswäsche, zuwenden. Zudem möchte ich Dich bitten, von weiteren Kommentaren auf IP Abstand zu nehmen. Hab recht herzlichen Dank dafür, Du Bauerntrampel.

    • Als Waschanfänger braucht man eine Waschanleitung. Wie in allen Lebenslagen gibt es auch „ein erstes Mal“ beim Waschen. Da ist man endlich allein, aber wer macht jetzt die Wäsche?

      Und schon steht die Frage im Raum, was man dabei alles beachten muss. Mi einer Waschanleitung erhältst ein paar Tipps für deinen ersten Waschgang –> melde dich doch einfach bei mir.

      Vielleicht kann ich dir auch noch ein paar gute Tipps zu Work-Life-Balance geben.

      Liebs Grüassli Vreni