Sankt Blessing schleift Zeltners UBS-Trutzburg

Teutone exekutiert Buddies von Vorgänger, installiert Vertraute – Viele sind keine Private Banker – Nächste Zeltner-Fürsten zittern.

Die höchsten Chefs im Wealth Management der UBS fürchten um ihre Macht und ihre Einkünfte. Immer mehr von ihnen könnten bald zu Verlierern einer einzigartigen Säuberungsaktion werden.

Angeführt wird die Offensive vom starken Mann der UBS Martin Blessing. Wie der Blog Finews vermeldet, bleibt in der obersten Etage der UBS-Vermögensverwaltung kein Stein auf dem anderen.

Blessing macht in diesen Tagen kurzen Prozess. Der Ex-Chef der Commerzbank setzt zahlreiche Vertrauensleute seines Vorgängers Jürg Zeltner kurzerhand ab.

Sie landen vor der Tür oder im internen Karriere-Abseits. Diese langjährigen Zeltner-Jünger ersetzt Blessing sodann mit seinen eigenen Vertrauensleuten.

Und was für welche. Einige haben wenig Erfahrung im Private Banking. So wie Christine Novakovic, Leiterin der Schweizer Firmenkunden.

Novakovic hoffte schon lange auf einen weiteren Karrieresprung. Zwei Mal wurde sie bei der Besetzung des CEO-Postens für die Division Schweiz übergangen.

Nun kehrt Novakovic unter Blessing auf die Erfolgsspur zurück. Die Frau wird Blessings Europachefin. Der Bisherige Paul Raphael und wohl bald dessen Libanon-Clan sind Geschichte.

Raphael und einige weitere Spitzenleute im weltweiten Wealth Management waren zuletzt umstritten. Doch ihnen passierte lange nichts. Sie genossen den Schutz von Chef Jürg Zeltner.

Nun ist Zeltner seit Weihnachten weg. Nach 30 Jahren UBS, aufgestiegen vom Stift zum Superboss, vertraut mit allen Winkeln des Finanzmultis – dann über Nacht verschwunden.

Der Schweizer konnte die letzten Jahre in seinem Bereich uneingeschränkt herrschen. Sein Bruder erhielt einen lukrativen Frühstücks-Direktorenjob, eine enge Vertraute von Zeltner wurde hohe Deutschland-Managerin.

Das sorgte zunehmend für Kritik. Nur: Im letzten Jahr erzielte Zeltner ein gutes Ergebnis. Er schlug alle anderen Spitzenleute der UBS.

Was dann passierte, ist immer noch ein Geheimnis. UBS-CEO Sergio Ermotti wich Fragen der Medien über die Gründe der Absetzung von Jürg Zeltner aus.

Klar ist, dass Ermotti Zeltner nicht mehr wollte. Ebenso klar ist, dass nun Blessing das Zepter schwingt und die zentralen Positionen im Private Banking der UBS nach eigenem Gusto besetzt.

Die grosse Frage dieser Aufräumaktion ist, ob Blessing die richtigen Leute absetzt und die richtigen Nachfolger installiert.

Eine spezielle Personalie ist ein Manager mit einer globalen Rolle innerhalb der Division Private Banking. Es geht um V., ein Tessiner, der sich stets oben halten konnte.

Wie das möglich sei, fragten sich zunehmend Beobachter innerhalb der UBS. Denn in ihren Augen zerriss V. schon lange keine grossen Stricke mehr.

Im Gegenteil, V. falle auf durch eine weitgehend leere Agenda. Umgekehrt proportional zum überschaubaren Interesse an Geschäftlichem würde sich der Mann im Range eines Group Managing Directors – damit ist V. einer der 100 höchsten Chefs der Bank – um neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kümmern.

V. liesse es sich dann nicht nehmen, mit den frischen Kräften lange Gespräche in seinem Büro zu führen. Viele Mitarbeiter würden sich fragen, weshalb V. trotz seines beschränkten Einsatzes in seiner Stellung verbleiben könne.

Die UBS wollte sich nicht zum Thema äussern.

Unter V. gab es steile Karrieren, andere Unterstellte blieben aussen vor.

Die Frage, die sich Insider nun stellen, lautet: Geniesst V. weiterhin Special protection innerhalb der UBS, oder fällt der Südschweizer als Nächster der kalten Hand des Germanen Blessing zum Opfer?

Die Personalie V. wäre ein Gradmesser dafür, ob Blessing wirklich aufräumt oder nur dem Schein nach.

V. rapportiert an Christian Wiesendanger, ein gestandener Private Banker, der einst von der CS zur UBS gestossen war und als grosse Ausnahme sich getraut, stets Klartext zu sprechen.

Laut einem Gesprächspartner hält Wiesendanger keine grossen Stücke auf V. Und umgekehrt. Die Abneigung sei nicht nur gegenseitig, sondern auch derart stark, dass keiner der beiden Spitzenleute sie zu verheimlichen vermöge.

Wiesendanger, so die Quelle, hätte V. wohl längst abgesetzt. Nur eben, der Tessiner, der in der UBS in Lugano ein zweites Büro belege – und zwar gleich neben UBS-CEO Ermotti -, sei bisher ein Untouchable gewesen.

Sollte Blessing V. und seine Managerkollegen, die teilweise ebenfalls vor allem von ihrer Machtposition profitieren würden, absetzen, dann wäre das laut dem Insider ein starkes Signal, dass wirklich ein neuer Wind wehen würde.

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37 Kommentare zu “Sankt Blessing schleift Zeltners UBS-Trutzburg

  1. Und in nächster Zeit wird dann ein altes aber nicht verstummtes Gerücht wahr, die UBS kauft die Kommerzbank. Dann werden alle den roten Faden der Germanentruppe erkennen. Der schöne Sergio hat dann schlechte Karten, den alle Schachfiguren werden jetzt für diesen Zug gesetzt. Dann ist die UBS wirklich in Deutschland und der EU angekommen.

  2. Nun, wie denn präsentiert sich Mr. Blessings Business-Werdegang ?
    Wo eine positive Kritik über sein Sein ??
    Wo immer er war, hinterliess er Destruktion, Chaos und Instabilität.
    Sergio … er ist nicht dein Freund.
    Tue, was zu tun ist und rekrutiere die Alten, deine Prätorianer zu deinem Wohle und weiteren Gedeihen !!

  3. hoffentlich hat sergio mit „blassing“ eh blessing nicht den eigenen rohrkrepierer und den für die bank portiert. aber das ist eben auch geschichte; man lernt wenig bis nichts; gell !

  4. Duden zu Teutone:
    Bedeutung: [typischer] Deutscher
    Gebrauch: abwertend, auch scherzhaft

    Sehr gut getroffen LH! Dieses Wort wurde ja auch ganz bewusst gewählt…

    Habe nichts gegen Deutsche (Frauen)… aber wenn das so weitergeht, kann sich die UBS auch gerade so gut in UBG (Union Bank of Germany) umfirmieren….

    • Wie wär’s mit: „Storch“?

      Kleines Hirn, grosse Klappe und den Drang nach Süden.

    • …oh wie langweilig ist diesen Artikeln… no news. Es ist einfach „Déja Vue“ … es immer wieder die gleiche Sache. Fast 100 Jahre ist so weiter gegangen: PB bringt viel Geld und die Cheffen müssen nicht viel anders machen als Nett mit oberen Chef sein und ein bisschen Geld-Beziehung zu haben… that’s all folk…what else? Was hätten wir erwarten können? Aber jetzt, eigentlich seit 10 Jahren, weht ein neue Wind und Zeltner war nicht mehr an die hohe um diese Trend zu folgen. Sogar die Morgan Stanley macht besser! Jetzt es ist Zeit für Könners, für Leute mit Intuition und Drive… kein bequem sitzen mehr und Zigarre zu rauchen mit Whisky…
      Wir hoffen nur, dass der neue „Hoffnung“ der UBS bringt „facts“ und nicht nur „leere“ versprechen wie einmal ein herr RB war… nach der Fusion SBV – SBG. Die Erwartungen sind hoch, sehr hoch…aber ich glaube, es geht in die richtige Richtung mit oder ohne neidische Leute.

  5. Die sind derart mit ihren Seilschaften beschäftigt, dass Sie nicht merken, dass Technologien im Aufbau sind, welche sie in den nächsten 5 – 10 Jahren überflüssig machen werden. Aber sie haben dann ihre x-Mio. abgesahnt und das RAV / ALV / CH-Steuerzahler und die fleissige Basis können dann die Suppe auslöffeln.

    • Genau so ist es, liebe Trudi Gerster (oder so ähnlich)

      Das Schlimme dabei ist:

      Wenn nur Weber, Ermotti, Blessing, Rohner, Thiam et cetera und so weiter und so fort überflüssig würden, so wär mir das völlig egal.

      Nur: Diese feinen Herren reissen beim bevorstehenden Untergang Zehntausende ehrlich arbeitender Mitarbeiter mit sich in die Tiefe. Mit dem kleinen Unterschied, dass sie bereits heute finanziell saniert sind …

  6. Lieber LP, Sie schreiben in der Ueberschrift von einem „Teutonen“. Ich glaube, auch Ausländer haben Anspruch auf korrekte Bezeichnung, ohne negativen Unterton.

    Allein die Leistung sollte entscheiden, ob nun der „Eidgenosse“ oder der „Teutone“ der bessere Mann bzw. die bessere Frau ist. Und deshalb sollten Begriffe dieser Art in wirtschaftlichen Publikationen in der Regel vermieden werden – allein schon der Glaubwürdigkeit wegen.

    • Eigenossen nennen sich nur Schweizer mit rechten Gedankengut. Gerne erwähnt von peinlichen Einwanderer aus Deutschland wie Blocher, Köppel und Konsorten.

    • Was vom „Teutonen“ Blessing und seinen Lakaien zu halten ist, wird in den Leistungen deren vorhergehenden Arbeitgebers ausgedrückt, dessen Geschicke der B. weitgehend (mit-)bestimmte. Es ist doch ein wahrer Hohn, wenn ein Strippenzierher eines verschleppten germanischen Konkursiten/vergleichsweisen Zwerges der Branche, von einem ehemaligen Zentralbanker unseres grossen Nachbarn, zur dominierenden Figur des grössten und wichtigsten Finanzinstitutes dieses Landes gehievt wird. Wo bleibt da die Bankenaufsicht?

    • Dount juuh schpiiik äbaut „Eidgnossen“, juuh driihmer, juuh.

      Änd wwattt duuh juuh duuh wänn se Biihmer bre-iks daun, hä?

  7. V. hat leider keine Zeit für Sie Herr Blessing, er muss dringend an einen Coiffeur Termin.

    Congrats Christelle. Good choice.

    • Cara Panettona Panettone

      Dunja non e un prenome italaliano! Inoltre, „panettone“ e scritto con due „t“ …

      Also, Christelle:
      Lernen Sie italienisch, essen Sie viel panettone und vor allem: Halten Sie den Mund.

  8. Blessing wurde von jemanden eingestellt, der direkt vom Verwaltungsrat eingestellt wurde.

    Es ist somit bekannt, an wen man sich wenden muss.

  9. Das Kapital der UBS gehört zu 70-80% ausländischen Aktionären. Deshalb ist es diesen auch freigestellt, Deutsche oder Führungskräfte anderer Nationalitäten in den Führungsetagen der UBS einzusetzen. Wem das nicht passt, der kann als schweizer Patriot gerne seine Ersparnisse verwenden, um Anteile zu kaufen. Vielleicht gibt es in Schweiz aber gar nicht genügend Ersparnisse, um die UBS zu kaufen, dafür aber Hypothekarschulden ohne Ende. Die frustrierten Wutbürger können auch gerne gegen Bilaterale und PFZ stimmen. Dann wird der Firmensitz eben kurzerhand nach Frankfurt verlegt, wie von Ermotti bereits angedeutet. Wäre allemal besser, als schweizer Hochlohn-Arbeitsplätze mit ausländischem Geld zu subventionieren und sich als ausl. Kapitalgeber dann auch noch von den verwöhnten Leistungsempfängern in den schweizer Boulevard-Medien beschimpfen zu lassen!

    • Guten Tag,

      Sie haben Recht! Leider wird Ihr Kommentar hier zu keinem signifikanten Meinungsaustausch beitragen (siehe Ihren gestrigen Post im anderen UBS „Artikel“). Hier tummeln sich zu viele, welche entweder bei einer der Banken auf dem Abstellgleis stehen oder bereits entlassen wurden und nun muss ein Schuldiger her – sehr tragisch.

      Hochmut kommt vor dem Fall – das wird die Schweiz noch erfahren, sollten sie sich wirklich nochmal ins eigene Knie schiessen (Masseneinwanderungsinitiative). Es gibt viele Schweizer (Eidgenossen), welche super Menschen sind, leider äussern die sich hier auf IP nicht und lassen den Blödsinn des Autors ungefiltert, unreflektiert durchkommen. Das Blog, welches wirklich mal sehr gut war, verkommt immer mehr zu einer billigen Blick-Kopie.

    • FFT als Firmensitz unter dortigem Arbeitsrecht in dem schlichtweg alle nach der Probezeit auf Lebzeiten unkündbar sind? eine echte Alternative 😉

    • Ach Gregi. Nur, weil Sie offenbar nicht zu erkennen fähig sind, was im Staate alles faul ist, wird der Zweihänder ausgepackt und wieder einmal über MEI, Hochmut, unreflektiert etc. palavert.
      Schauen Sie doch mal hinter die Fassade der öffentlichen Arbeitslosen-, BIP/Capita- und aller anderen Statistiken und tragen so vielleicht aktiv dazu bei, hier das von Ihnen aktuell noch geförderte Blick-Niveau zu bekämpfen.

    • Ich würde gerne behaupten, @Urdeutscher liege völlig daneben.

      Nur hat sein Post leider durchaus eine gewisse Logik.

      Zudem: Viele langjährige (Anstellungsdauer > 10J) mittelalterliche (Alter > 45J) CH-Mitarbeiter im Financial Services Bereich verkennen die Tatsache, dass man wach bleiben und Leistung bringen sollte. Auf den Lorbeeren auszuruhen, verklärt die Vergangenheit zu besingen und seine grosse Erfahrung bei jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit anzupreisen reicht schon längere Zeit nicht mehr.

      PS: Ich bin Schweizer und habe die beiden oben erwähnten Schwellwerte bezüglich Anstellunsgdauer und Alter schon längst deutlich übertroffen, bin aber nach wie vor im Arbeitsprozess …

    • @Debbie:
      Ü45 und 10Jhr+ im Finanzbereich schon längst übertroffen? Und Sie arbeiten immer noch???
      Da scheinen Sie bei den Schwellwerten (Viagra-Werbung?) bzgl. Finanzen etwas falsch gemacht zu haben, befürchte ich…

  10. Herr Blessing war mal mein Chef, ein absolut schnelldenkender Stratege, eine geniale Führungskraft.
    Viele Grüße an das schweizer Banking – es geht voran…

    • RS..Der Herr Blessing ist Chef von allen UBS-Mitarbeitenden. Wann genau haben Sie denn in der Cafeteria in Zürich gearbeitet?

    • Genau das ist ja das Problem!
      „Schnelldenkender Stratege“ heisst soviel wie „Manager“.
      Das wiederum heisst: Kein Unternehmer!
      Und wobei sind Manager schnelldenkend?
      Genau: „Wie kann ich in möglichst kurzer Zeit meine eigenen Taschen möglichst voll bekommen“. Null Risiko! Besser kann’s ein heutiger Manager gar nicht haben. Weil: Er muss nichts selber investieren.
      So sieht’s aus!

    • Ein toller schnelldenkender Stratege. Siehe Commerzbank. Der dortige Leistungsausweis sollte hinlänglich bekannt sein. Wahrscheinlich war es einfach die falsche Strategie.

  11. Opera Buffa vom feinsten. Sergios Streichelzoo in der Hand eines germanischen Dichters und Denkers. Ich lach mich kaputt ab dem Theater in dem Saftladen….

  12. Aehm, wer hat Blessing zu seinem Posten bzw. zu all seinen bisherigen Posten verholfen? Ohne Protektion aus Familie und Freundeskreisen wäre er NIE, wo er ist. Nepotismus ist überall, glaubt mir. Karriere auf Grund von Leistung und Qualitäten ist eher die Legende, die man a) auf Unis lehrt und lernt und b) was Headhunter über Ihre „Ware“ erzählen.

    • Würde mich auch interessieren. Seine Leistungen bei der Coba klnnen es ja wohl nicht gewesen sein.

  13. Entweder wird darüber geschnödet, dass Frauen in Banken nicht an Chef-Positionen gelangen, oder darüber, dass ihnen eine steile Karriere ermöglicht wird.