In Seba tobt Streit um Macht und Strategie

Nummer 2 Daniel Renner, Ex-CS, hat Krypto-Bank bereits verlassen. Seba praktisch ohne Kunden. CEO Bühler wankt.

Die Sprecherin lacht. „Daniel Renner und Guido Bühler gehen in Frieden auseinander“, meinte sie gestern auf Anfrage.

Die Realität ist eine andere. In der Seba tobt ein Machtkampf. Diesen hat CEO Guido Bühler vorerst für sich entschieden.

Bühler, ein Ex-UBS-Mann, setzte sich gegen Daniel Renner, ehemals Credit Suisse, durch. Bühler bleibt CEO der Seba, eine von zwei bisher von der Finma bewilligten Krypto-Banken.

Dafür geht Renner. Er ist bereits weg. Nur noch auf der Homepage ist sein Konterfei zu finden: als Chef Asset & Wealth Management.

Geht: Renner (Seba)

Es handelt sich um eine der zwei zentralen Positionen. Die andere ist das Trading, dieses wird von Urs Bernegger geleitet, dem „Hoeness-Banker“ bei Vontobel.

Wie sehr es brodelt, zeigt die Nachfolge von Renner. Der Topmann wird nicht durch einen nächsten Spitzenmann einer wichtigen Schweizer Bank ersetzt, sondern … durch einen internen Seba-Manager.

Und was für einen. Er heisst Philippe Baretta, ein Mensch der Zahlen, der bisher die Position des Finanz- und Risiko-Chefs der Seba innehatte.

Von Vermögensverwaltung und Geld-Anlegen so viel Ahnung wie ein Hirsch vom Pilzesuchen.

Die beiden Aufgaben werden auseinandergenommen und auf zwei Köpfe verteilt – auch sie kommen aus dem Hause Seba.

Umgekehrt scheidet die einzige Frau ganz oben aus der Geschäftsleitung der Seba aus. Es handelt sich um Sibil Melliger. Sie landet unter dem neuen Chief Risk Officer.

Verliert: Melliger (Seba)

Das Geschiebe und Gezerre wird von der Seba-Sprecherin als normale Weiterentwicklung dargestellt. „Phase 1 war der Aufbau, nun folgt Phase 2 mit der Expansion ins Ausland.“

Man werde aktiv in „Deutschland, Österreich, Singapur, Hongkong, Grossbritannien, Italien, Frankreich, Portugal und den Niederlanden“, so die Seba letzte Woche.

Was gut klingt, ist effektiv eine Art Panikreaktion. Laut einem Insider hat die Seba noch praktisch keine Kunden.

„Die Leute fahren nicht so auf Crypto by Banking ab wie erwartet“, sagt der Gesprächspartner.

CEO Bühler schob die Schuld für die Misere seinem Partner Daniel Renner in die Schuhe. Dieser drehte den Spiess um. Bühler sei ein Träumer.

Neuer Stil: Gold für mich, Socken für Dich (IP)

Renner und Sibil Melliger, die bisherige Rechtschefin, wollten Bühler entmachten. Sie sind gescheitert. Das Seba-Drama nimmt seinen Lauf. Statt Kunden an Land zu ziehen bauen sich Bühler&Co. goldene WCs.

Den Kunden, die 25’000 Franken für ein besonders sicheres Krypto-Angebot auf den Tisch blättern sollen, verteilen sie derweil ein eigenartig billiges Geschenk. Söckchen.

Kommentare

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  1. Tja, noch immer haben 99% der Leute, welche über das Potenzial der Blockchain reden, dieses nicht verstanden. Etwas hochjubeln, was nicht einmal im Ansatz die hochfliegenden Erwartungen erfüllen kann, ist wohl in Mode. Selbst der Bund war sich nicht zu schade, ein völlig überflüssiges DLT Gesetz zu schaffen. Das wird der grösste Rohrkrepierer aller (Krypto) Zeiten.

  2. Na ja die kleinen Gläubigen dieser Kryptosache, na ja verständlich nachvollziehbar.
    Interessanter ist etwas anderes, diese Gründerhelden,
    ein Grossteil vormals in hohen bis führenden Positionen.
    Machts klick???
    Noch Fragen WARUM bald alles gegen die Wand driftet?
    Na ja Lesen kann gelegentlich etwas anregen, bilden.
    Günter Ogger.
    Macher im Machtrausch. 1999.
    Oder. Nieten in Nadelstreifen.

  3. Da ist wohl wer extrem neidisch auf die Socken der SEBA 😃 der Lukas hätte wohl auch gerne welche gehabt. Guter Rat, bestell sie doch beim Christkind, soll ja nächste Woche kommen 😂

  4. Null Kundenorientierung.

    Nichtmal ne mehrsprachige Webseite.

    Eine Bank, die die Sprache ihrer Kunden nicht spricht.

    Außer, sie will nur im englischen Sprachraum Kunden.
    Aber warum dann Sitz Schweiz und nicht London oder sonstwo in Europa den Europasitz?

    Am besseren Börsenzugang zum EU-Raum kann es seit den Drohungen der EU gegen die Schweiz ja nicht liegen.

  5. Jeder Anfang ist schwierig, insbesondere wenn es etwas Neues ist.
    Fact, alles extremst nette, kooperative, gescheite und ehrliche Menschen von denen es in der Bankenwelt nicht so viele gibt.
    die seba geniest mein vollstes vertrauen.

  6. Seba und sein CEO meinen sie haben ein super Core Banking System (von Hypi Lenzburg). Eigentlich muss man aber wissen, dass das totaler Schrott ist. Nichts digital, nichts automatisiert. CRM, onboarding, Transaktionsüberwachung (keine brauchbare Paratmetriesierung möglich). Bank wird kein Erfolg haben. Internationalisierung.geiler Joke..die bei Seba wissen knapp wo Singapur und HongKong auf der Weltkarte liegen…aber wenn die Aktionäre Geld zum rausschmeissen haben, dann solls so sein.

  7. interessant der artikel auf finews.ch, da zeigt der bärige geldeinschiesser wohl flagge. wieviel ist die lizenz wert, pekuniär ausgedrückten?

  8. Psst: Die Werbeagentur, welche denen die Socken aufgeschwatzt hat, ist eine heisse Anwärterin auf den Art Directors Club Award 2020 (Kategorie „Stricken und Häkeln“).

    • Und die Seba ist bestimmt auch ne heiße Anwärterin auf den „Swiss Bänking Award“.

      Kategorie „Beste WC-Ausstattung für Bänker“ (güldene Wasserhähnchen usw.)

    • Ja, alle sind total neidisch auf die güldenen Wasserhähnchen.

      Alle, die hier schreiben, haben auch so nen kitschigen Geschmack und platzen nur so vor Neid.

      Garantiert.

  9. Philippe Baretta. Wenigstens einer der den Unterschied zwischen Geld und Brief versteht. Trading ja – Geld anlegen vielleicht…

  10. Seba kann nur die Socken an die Kunden weitergeben, die Mützen müssen sie selbst behalten, denn den Jungs (und der Dame) weht ein eisiger Wind entgegen.

  11. #FINanzMArktmafia #SebaBank … Hände weg von einem Unternehmen wo Ex-Finma-Mann Zulauf im VR sitzt. Schon zu Finma-Zeiten liess Zulauf Investoren gegen die Wand laufen bei Firmen wo Zulauf trotz Bewilligungen über Ungereimtheiten im Bilde war!

    Die Finma-Bewilligung der Seba ist das Papier nicht wert! Auch sollten sich Kunden und Investoren damit befassen, dass Sie im Worst-Case-Szenario direkt von Seiten des Ausstellers der Bewilligung, also von Seiten #Finma, im Regen stehen gelassen werden!

  12. Wieder typisch Schweiz: abgehalfterte Finanzgilden, die wenig bis gar nichts von Informatik verstehen aber grosskotzig den Ton angeben wollen.
    Das ist mitunter auch ein Grund, warum wir von den Chinesen in technischen Gebieten überholt werden: die sind halt stille Schaffer.

    Tipp:
    * lernt Informatik
    * stösst solche Blender aus, sprich: keinen Kontakt mit solchen Leuten, keine Jobs für solche Leute
    * stellt ihr Unwissen bloss indem ihr detaillierte technische Fragen über die Blockchain etc. stellt

    #hackerzRuleThePlanet

    • Zum Beispiel:

      Erklären Sie mir doch bitte mal die Unterschiede zwischen „Proof-of-Work“ und „Proof-of-Stake“.

  13. Seba, Syngum: was haben die für einen Use Case ausser Banking auf neue Art und Weise zu gestalten und das wieder einmal mit dem altbewerährten der alten Grade:

    Stinkreiche MD’s die bei anderen Instituten auf die Strasse gestellt worden sind…100million in den Sand gesetzt und dabei so oder so keine Ahnung haben wie überhaupt eine ganze Bank funzt…. kann ja nicht gut kommen oder funktionieren.

    die hätten besser mal den Schnabel gehalten, eine richtige Platform gebaut die auch einer Banklizenz würdig ist, die richtigen Leute reingeholt anstelle von old banking goes Sesamstrasse zu Digitalen Werten…

    Hauptsache gross klotzen

  14. Das ist doch voll chooool: </b<Jetzt merken auch die verblödeten Alt-Manager, dass nicht jeder Digi-Pigi-Crypto-Digital-Hype-Scheiss auch nur ein einigermassen gutes Geschäftsmodell ist. … Ausser natürlich ein paar restliche Kunden abzocken, welche noch nicht gemerkt haben, dass nicht alles was „digital“ und „crypto“ und „future“ ist, in 95% aller Fälle nur ein hirnverbranntes Investorenprojekt ist, um ein paar Milionen abzuzoggen…

  15. Man kann zwar mit Kryptowährungen Geld machen, aber diese stellen meiner bescheidenen Meinung nach keine solide Basis für ein neuwertiges Finanzmodell dar. Die zugrundeliegende Technologie böte so viele interessante Möglichkeiten, etwas wirklich Frisches auf die Beine zu stellen. Davon ist aber sehr wenig zu sehen; bei praktisch allen Marktmitbewerbern. Es sind zumeist die falschen Köpfe involviert im Design von solchen neuartigen Lösungen. Und das gilt auch für traditionelle Banken: Dort sind auch diejenigen mit der Ideenfindung betraut, welche in der Regel für eine vergangene Zeit stehen, welcher die anstehende Herausforderungen überhaupt erst entspringen. Wenigstens haben die bei SEBA keine kalten Füsse; noch nicht…

  16. Herrlich. Hat der kleine Guido seine 100mio wohl bald verblasen und es kommt kein Nachschub? Da kann man schon mal nervös werden. Es bleibt spannend!

  17. Wenn man sich die neue Niederlassung in Zug ansieht weiss man alles… Wer ohne Kunden so startet, in diesem für Russen, Chinesen und Araber gestyltem Pseudo Gold Prunk, der ist nicht vertrauenswürdig. Mit diesen Leuten an Bord gibt das ein böses Erwachen. Grössere Blender und Schaumschläger gibt es nicht einmal im old Banking. Schlage vor dass man nach der Schliessung von SEBA im Gebäude eine Kontaktbar eröffnet. Mobiliar kann man 1:1 so übernehmen.

    • Wieder mal eine Bank ohne Geld, – wie bereits gehabt!

      ….Hört sich an als ob die “Söckchen“ jetzt schon stinken!

      Herrlich, wenn sie praktisch keine Kunden haben und Machtkämpfe betreiben, dann haben sie ja keine Zeit mehr für die wichtigeren Dinge.

      Das “new swiss Kryptobanking“ erscheint wie das alte Swissbanking. “Macht.- und Bonigehabe“.

      Vielleicht schliesst die Baustelle schneller, wie sie eröffnet wurde.

  18. „Wie ein Hirsch beim Pilzesuchen“ – Haha, Lukas Hässig, da haben Sie wieder mal den Vogel abgeschossen! Der Baretta ist schon lange im Business. Da sind Sie schon etwas fies.
    Baretta’s Schwäche zu erkennen ist kompex, sie kommt erst über die Zeit zum Vorschein. Aber als Leader hat er nach meinen Beobachtungen noch nie wirklich getaugt.

  19. Köstliche Berichterstattung LH, die Dichte an „Pflöcke“ in dieser GL ist bemerkenswert.
    Wenn noch Stacheldraht hinzukommt könnte man damit mit viel Glück etwas einzäunen.
    Ich gebe dieser „Bank“ Zeit bis Ende März, danach heisst es: Der letzte macht das Licht aus.
    Ach ja, die Schlagzeile mit dem Sicherheitsbunker ist der Hammer; ich als Laie dachte die Stärke von Crypto sei dass eben nichts mehr gelagert wird, Daten sind in der Blockchain dezentral verteilt?
    Zuerst müsste man eben verstehen wie Blockchain überhaupt funktioniert.

    • Wenn ich es richtig verstanden habe sollten im Bunker nur die private Verschlüsselungsschlüssel gelagert werden.

    • Und wenn der Schlüssel aus dem Bunker geholt wurde installiert man diesen auf einem lokalen Computer um damit zu signieren???